Beiträge von Alexa

    Hallo an alle,

    Ich möchte wieder berichten und Dinge loswerden.. wo fange ich an? Also zuerst einmal, mein Partner ist wieder rückfällig.. es ist haarsträubend wie schnell es diesmal geht, und mit welchem Ausmaß..

    Vorige Woche wars, es gibt gerade viel zu tun und zu regeln (neues Auto kaufen, riesiger Wasserschaden, meine geliebte Hündin ist schwer krank) also da besprechen wir alles was zu tun ist, in der Früh ist alles klar und gut, und am Nachmittag kommt er rotzevoll nach Hause. Ich hab ihn noch nie so! erlebt. Kommt bei der Tür rein, wahnhaft das Gesicht verzerrt und aggressiv bis zum Anschlag.. Ein Arbeiter ist im Haus wegen dem Wasserschaden, mit dem hat er sich auch angelegt, es war furchtbar. Ich habe zu Muttertag einen Rosenstock geschenkt bekommen, bei dem hat er alle Blüten abgeschnitten, den Küchensessel hat er so geknallt dass er jetzt voll wackelt, und er hat meine Boombox auf den Tisch geknallt.

    Ich schreibe das alles bewußt auf, ich will es dokumentieren, man vergißt so schnell. Und ich schreibe das nicht um den bösen Alkoholiker hier bloßzustellen. Es ist meine gelebte Realität. Das war leider nicht der einzige Vorfall.. ich habe die letzten Tage die ganze Klaviatur einer Coabhängigen Partnerin durch: Angst (mein Partner ist groß und stark, wenn er will haut mich der in 5 Minuten tot), Scham (die Nachbarn haben das ganze Theater miterlebt, und eigentlich jeder! könnte sehen dass da was im argen ist), aushalten müssen, beschwichtigen, ihn decken (und Normalität vorzuspielen wo keine mehr ist.

    Wir waren die Tage gemeinsam essen einkaufen, und vor uns in der Reihe ein Päärchen dem man den Drogenkonsum und Verfall deutlich ansah, und ich mit meinem Freund dahinter. Das könnten wir sein! Es war mir so unangenehm, ich will das alles nicht mehr!!

    Doch von mir gibt es auch gutes zu berichten. Ich habe angefangen auszumisten. In ganz großem Stil, und sehr radikal. Ich muss ja schauen was ich in die neue Wohnung mitnehme... zuerst hat der Kleiderschrank dran geglaubt. Dann hab ich in jeder Ecke der Wohnung für Ordnung gesorgt. Ich habe auch schon säckeweise Ramsch entsorgt. Ich habe seit meinem Post jeden Tag gearbeitet, entsorgt, geordnet, geputzt. Irre, ich hatte Dinge, von denen ich keine Ahnung hatte dass ich sowas überhaupt habe. Irgendwann wußte ich schon nicht mehr was ich noch sortieren könnte da hab ich einfach das Backrohr und Mikrowelle geputzt. :)

    Im Gegesatz von vor ein paar Wochen fühle ich mich großteils nicht mehr hilflos.. ich wundere mich ein bisschen über mich selber, aber ich schaffe vieles, vieles was mich sonst zu Boden gedrückt hätte kann ich jetzt tragen. Und ihr habt mir dabei sehr geholfen. "Ich kann IHM nicht helfen" ist mein neuer Leitsatz, das zu verstehen und zu verinnerlichen wirkt Wunder!

    Doch ich bin auch an einem Punkt, wo ich einfach nicht mehr will. Drogen sind seit ich 16 bin in meinem Leben, auf die eine oder andere Art. Ich bin seit 5 Jahren nüchtern, also clean. Ich habe das ganze Thema so satt. Diese Schuld, soviel Leid, ich habe Dinge gesehen, viele Menschen sind tot, oder vegetieren vor sich hin. Und bei meinem Partner, einem meiner liebsten Menschen, sehe ich den Zerfall kommen. Ich könnte im Strahl k..tzen. Immer nur Konfrontation mit Sucht, es ist ein Elend. Und noch einmal, ich will das alles nicht mehr in meinem Leben haben!!! Es dürfen sich auch andere Energien in meinem Leben verbreiten.

    Meine beste Freundin hat sich zu einer waschechten Hexe gemausert. Wir werden ein Ritual in der neuen Wohnung abhalten, indem ich mich von den sehr belastenden Energien der Drogen verabschieden werde. Ich finde das Thema sehr spannend und freue mich drauf. :)

    Und morgen bekomme ich die Schlüssel der Wohnung. Ich freue mich und bin ganz gespannt, auch wie ich die kleine Butze herrichten werde. Mir schwirren viele Ideen im Kopf, und ich kann mir vorstellen dass es sehr schön und kuschelig wird. Der Umzug ist zwar aus der Not entstanden, es ist jedoch keine Notlösung. Ich freue mich wirklich schon sehr.

    Danke fürs lesen, machts es gut,

    Alexa

    Dabei könnten wir uns so gut unterstützen.

    Liebe Lana, mir haben deine Beiträge immer sehr geholfen, ich finde deine Beobachtungen oder Kommentare sehr exakt, und manchmal will der Betroffene, so wie ich auch, gerade da nicht hinsehen.. Als Co kämpft man oft an verschiedenen Fronten, und wenn dann jemand auf etwas aufmerksam macht was im argen liegt, hat man dann quasi nochmal eine Front mehr..

    Ich lese sehr gerne was du zu sagen hast

    Hallo locke,

    Ich bin eine Angehörige eines Alkoholikers, bzw. ist mein Partner polytox, heißt er konsumiert auch andere Drogen. Ich verstehe dass du dich nach Liebe sehnst und an eine Trennung zu denken macht vielleicht Angst.

    Doch es liest sich gar nicht gut, was du mit deinem Partner erlebst. Das was ich zuallererst am wichtigsten finde ist auch ob du noch eine eigene Wohnung hast? Wenn nicht bist du ja seinen Launen ausgeliefert. Das wäre für mich das wichtigste, eine eigene Wohnung, Sicherheit.

    Du schreibst auch dass seine Hemmschwelle sinkt, sein Verhalten dir gegenüber verletzt dich. Sein Verhalten "nur"auf seinen Alkoholkonsum zu schieben ist denke ich zu kurz gedacht. Denn es gibt Alkoholiker die werden nicht verletzend.

    Ich muss auch lernen nicht so viel zu kritisieren, wenn er im Rausch ist.

    Wird er dir gegenüber dann aggressiv? Mit einem Betrunkenen zu reden macht wirklich gar keinen Sinn, hab ich selbst oft erlebt.

    Am besten du gehst ihm aus dem Weg wenn er trinkt, wenn du denn noch selbst eine Wohnung hast.

    Ich wünsche dir Ruhe und Kraft um dein weiteres Vorgehen planen zu können.

    lg Alexa

    Hallo ihr Lieben,

    wow, eure Antworten haben einiges sehr sehr positives in mir ausgelöst..

    Und dein Gefühl ist absolut richtig! Du hast recht. So viel Verleugnung ist kaum auszuhalten.

    Das tut so gut das zu hören.. ich denke/dachte mir immer, man du bist depressiv, lass dich davon nicht so runterziehen, sei positiv usw..

    Aber ich sollte hier echt mehr meiner Wahrnehmung vertrauen! Auch darauf dass dieser Vorfall, mal wieder, ein Startschuss war. Diese Gefühle sind wichtig und richtig. Klar dass es mir nicht gutgeht wenn ich mich wasweißichwohin verbiegen muss.

    Ich glaube du weißt IHM nicht zu helfen

    Das! zu sehen ändert alles für mich!! Oh man, die letzte 2 Tage ist das mir wie Schuppen von den Augen gefallen. Das zu erkennen ist so befreiend, irgendwie bringt es mir mich wieder näher. Ich fühle mich dadurch kräftiger, schwer zu beschreiben. Ein einfacher Satz, aber das zu erkennen und zu spüren bringt mich endlich! wieder zu mir.. danke dafür <3

    Du musst für Dich der wichtigeste Mensch sein

    Liebe Momo, danke auch für deine Antwort.. weißt du, ich war gestern mit dem Hund spazieren, setze mich auf ein Bänckchen und sinniere vor mich hin, und denke : "er ist der wichtigste Mensch in meinem Leben". Ich war dann verwirrt, und hab an deine Nachricht gedacht. Ich bin deshalb noch immer verwirrt, und ja, wieviel Energie plötzlich frei werden würde, wenn ich an mich denken würde, anstatt um sein Problem zu kreisen..

    Manche Sachen müssen öfter gesagt und gehört werden um anzukommen :)

    Bei mir gibt es noch ein Thema was mich sehr beschäftigt und vor dem ich großen Respekt habe, und zwar: Kaufentscheidungen. Vielleicht kennt jemand diese Erfahrungen und weiß Rat..

    Ich muss ja nun für meine kleine Wohnung alles neu kaufen (wobei neu relativ ist, ich werde alle großen Sachen gebraucht kaufen) also Bett, Couch, Kleiderkasten usw.. und mit diesen Entscheidungen muss ich dann jahrelang klar kommen. Es ist so, ich war nie die große Shopperin, gerade bei Gewand stresst mich das mehr als es Freude bereitet. Und die letzten Jahre war es so dass ich gewandtechnisch fast gar nix mehr gekauft habe, und wenn es unbedingt notwendig war, habe ich schon was gekauft, aber bin nie so richtig zufrieden damit. Sei es Passform, oder Farbe oder... Ich finde die Dinge passen nicht zu mir oder stehen mir nicht. Ich hab auch voriges Jahr durch die Medikamente 15 kg zugenommen und bin eher klein. Das hat auch nicht unbedingt zum wohlfühlen beigetragen. Oft tut es mir im Nachhinein leid um das Geld.. dafür ist mein Kleiderkasten voll mit Klamotten die 10 Jahre alt sind, ausgewaschen sind, Löcher haben oder mir nicht gefallen. Nun ja, jetzt war es vor kurzem endlich, endlich soweit: ich habe mir einen süßen Pullover gekauft, der mir wunderbar steht, und eine schwarze Übergangsjacke, ich finde sie so schön, so bequem, der Stoff ist toll und sie passt mir wie eine zweite Haut :)

    Haltet mich bitte nicht für verrückt, ich weiß auch nicht ganz ob das hier her gehört. Aber das Thema hat für mich ganz viel mit Depression, Selbstwirksamkeit, Entscheidungsfreiheit zu tun. Ich hoffe dass sich jetzt irgendwie ein Damm gebrochen hat, und ich auch beim Kaufen wieder in mich vertrauen kann. Ich möchte gerne positiv in die Gestaltung meiner Wohnung gehen, und die Sorge nicht die richtigen Entscheidungen zu treffen hemmt mich. Hat vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder weiß Rat?

    Ich gehe heute nach längerer Pause wieder zur Therapie, das Wetter ist ganz okay, ich wünsche euch einen schönen Tag!

    PS: meine Nägel sind glitzer-silber ^^

    Hallo ihr Lieben,

    Ich möchte ein bisschen was loswerden..

    Als erstes, Jump! du liegst mit deinen Wahrnehmungen oft richtig, ja ich habe ein bisschen wegen der Wohnung gezweifelt, es kam mir komisch vor, denn warum sollte ich etwas so wertvolles aufgeben wollen.. aber einen Rückzieher zu machen kam nie in Frage..

    Ich fühle mich nun echt als wäre ich auf den Boden geklatscht.. es ist bei uns so (diese Situation gab es so so so oft): mein Partner sieht seinen Vorfall einzeln, das war für ihn sozusagen eine blöde Situation die zu einem Rückfall führte. Wenn bei mir totale Angst und Verzweiflung einkehren, sieht er das als zusätzliche Belastung an die nicht hilfreich ist. Er meint es bringt jetzt nichts in Trübsal zu verfallen und Probleme zu wälzen, er versucht sein Leben wieder positiv zu gestalten..

    Es war auch die letzten Tage so. Wir waren bei seinen sehr lieben Eltern und haben seine Mama gefeiert.. Eigentlich doch schön, ich habe seine Mama sehr lieb, und sie mich auch.. Doch es fühlt sich für mich alles als Schauspiel an. Denn eigentlich ist grade nichts gut, und ich fühle mich auch so.. und trotzdem ist da die Liebe. Gestern haben wir mit meiner Mama und meinen Erwachsenen Jungs gefeiert, wir waren gut essen, und wir haben viel gelacht, waren frech und haben alte Geschichten ausgepackt. Ein kuddelmuddel, und so individuell wir sind, alle mit unseren Geschichten und Problemen, haben wir uns doch alle lieb, und das war sehr schön. Mein Partner kommt aus sehr gutem Hause, da gibt es die von und zus, Gemälde von Ahnen an den Wänden. Ich stamme aus sehr einfachen Verhältnissen, und ich liebe meinen Partner dafür dass er mitgehen kann mit mir und meiner Familie, dafür dass er sich wohlfühlt,einfühlt und mit uns lachen kann.

    Ich denke der Vorfall vorige Woche hat seine Hirnchemie mal wieder ganz durcheinander gebracht.. ich weiß er war vor dem Vorfall zufrieden, nun sieht er wieder Zwänge und Mühsal im Leben. Wir haben darüber geredet, und ich meinte aus meiner Sicht hat der Vorfall dazu beigetragen dass er jetzt alles so schwarz sieht. Da wurde er fast wütend und meinte ich soll nicht immer alles auf das reduzieren.

    Aber ich glaube es trotzdem.. ich würde ihm am liebsten sagen: "siehst du nicht auf welchem Weg du bist? Ich sehe es, und mir bleibt nichts mehr als zuzusehen wie du in die Tiefe wanderst.. das lässt mich verzweifeln, doch auch wenn ich neben dir gehe, egal was ich sage oder tue, du lässt dich von diesem Weg nicht abbringen."

    Daher fühle ich mich so wie ich mich fühle. Ich komme davon nicht weg.

    Wir haben auch vorige Woche darüber gesprochen dass er bei der Ambulanz anruft, und sich über die AAs informiert. Er hielt das für eine gute Idee. Ich habe dann mal kurz die AAs gegoogelt, und ihm die ganzen Termine und Orte gezeigt. Er meinte super, ich sehe es mir später an. Nun, die Tage sind vergangen, er hat nichts davon gemacht. Ich frag ihn auch nicht mehr.

    Es gibt einen Therapieansatz der geht so: zuerst muss Krankheitseinsicht bestehen, darauf folgt der Abstinenzwunsch und danach die Abstinenzentscheidung.

    Bei meinem Partner hapert es bei der Krankheitseinsicht. Wobei ich das nicht nachvollziehen kann. Allein in den letzten 5 Jahren gab es viele, viele Situationen. Es gab eine Zeit in der er sehr viel getrunken hat. Er musste arbeiten gehen, und hat in der Früh unter der Dusche! sein erstes Bier getrunken. Solche Vorfälle gibt es viele.. aber das scheint er alles zu vergessen.

    Whitewolf hat in dem Fädchen von Rose81 ein sehr schönes Bild geschaffen von einem Baum, in dessen Krone alles ganz licht ist, bis man unten beim Stamm ankommt. Leider kann ich nicht aus einem anderen Thread zitieren, ich schreibe am Handy. Aber ich liebe dieses Bild, ich finde es sehr passend und schön.

    Nun sitz ich wieder hier, kraft und machtlos, weiß mir nicht zu helfen. Danke dass ihr das alles lest, es fällt mir nicht leicht meine Gedanken so zu ordnen dass daraus nachvollziehbare Sätze entstehen. Ich schätze euch sehr..

    lg Alexa

    Liebe Januschka,

    Ich verstehe dass du Trennungsschmerz verspürst, auch negative Erlebnisse binden. Deine persönlichen Grenzen sind schon sehr oft überschritten worden.

    Du hast das große Glück dass du allein lebst, du weißt also wie du gut für dich sorgen kannst, das hast du doch schon oft gelebt wenn dein Freund nicht bei dir war..

    Ich würde die Trennung als Chance sehen, dafür dass wieder Frieden bei dir einkehrt. Und dafür dass du dir gutes tun kannst, du kannst deine Hobbies voll ausleben, und wenn du wieder mehr Zeit für dich zur Verfügung hast kannst du ja vielleicht auch neues für dich entdecken? Und du darfst dich um deine Kinder kümmern, so wie du es für richtig hältst..

    Ich wünsche dir das gleiche was mir vor ein paar Tage jemand gewünscht hat: versuche dir gutes zu tun, verbringe einen schönen Tag, tu Dinge die dir Spaß machen! Auch wenn es vielleicht schwer fällt, es lohnt sich!

    lg Alexa

    Hallo liebe Jump,

    Ich kann das sehr gut nachvollziehen was du schreibst, die letzten 1,2 Wochen ist die Hoffnung bei mir eingekehrt, alles war wieder möglich, nun bin ich wieder voll auf den Boden geklatscht..

    Ich hoffte auch für dich dass dein Mann trocken bleibt oder wird.. wie sich das mit seinen Rückfällen verhält kann ich eh nicht beurteilen.

    Ich weiß auch keinen Rat für dich, aber hier im Forum sind wir eh gut aufgehoben.. schade nur dass ich dich im offenen Bereich nicht mehr lese.. :lol:

    lg Alexa

    Deshalb wünsche ich Dir, dass Du erkennst, dass jedes Wort und jeder Gedanke in seine Richtung bezüglich der Sucht Energieverschwendung ist.

    Versuche Dich auf etwas Schones und Deine Zukunft ohne diese Belastung zu konzentrieren.

    Es fällt mir sehr sehr sehr schwer jetzt bei mir zu bleiben, aber ich denke du hast so Recht..

    Es ist so tolles Wetter, raus mit Euch! ;) :thumbup:

    Aber denke an die Leinenpflicht im Wald! Gerade ist außerdem Setz- und Brutzeit.

    Machen wir :)

    Es wird wohl die lange Leine werden, danke..

    <3

    Alles ihn mir widerstrebt den Gedanken heute noch Spaß haben zu können.

    Aber ich liebe es wie glücklich mein Hund aussieht wenn er frei durch die Wälder laufen kann.. vielleicht tröstet mich das ein bisschen..

    Alles Liebe derweil..

    Hallo Elly,

    Da in der Wohnung einiges gerichtet gehört bekomme ich die Schlüssel erst Ende Mai..

    Ich bin grad ein bisschen verzweifelt weil ich nicht weiß wie sich das ganze hier bis dahin gestalten wird, ich mich nicht mehr auf ihn verlassen werde können, usw.. Alles was ich gestern noch mir vorgestellt hab ist jetzt wieder nichtig..

    Danke für deine Worte liebe Momo

    Es kann ja nicht sein, dass Du härter an einem "nüchternen" Leben arbeitest, als Dein sichtkranker Partner. Irgendwie sinnfrei.

    Ja voll. Ich sehe nicht dass er was tut oder vorhat.

    Ich wünsche Dir, dass Du Dir den Feiertag heute für Dich schön gestaltest.

    Das denke ich mir auch.. ich bin schon wieder voll in mir gefangen. Mein Partner geht jetzt laufen, und ich weiß nicht was ICH tun soll. Ich fühle mich so ungut in mir.. ich denke ich werde mit meinem Hund eine kleine Wanderung unternehmen, ohne ihn. Hab mir den Feiertag echt anders vorgestellt.. ;(

    Hallo ihr Lieben!

    Ich wünschte ich könnte euch was schönes berichten, aber ja, ist nicht..

    Ich hatte die letzten Tage wieder sehr schöne Gefühle was meinen Partner betrifft.. Wir haben zusammen viel unternommen, mir sind wieder viele Kleinigkeiten aufgefallen warum ich ihn liebe.. zum Beispiel dass er beim Wandern Äste die am Weg liegen wegräumt.. ich würde einfach drübersteigen, aber er nimmt sie und wirft sie fort.. solche Dinge halt..

    Ich dachte auch viel darüber nach wie merkwürdig es doch ist, im Februar,März war noch pure Verzweiflung angesagt, und jetzt fühlte ich mich wohl und geborgen. Ich wollte diese Gedanken schon mit euch teilen.. wie schnell man doch vergißt, ich sah meinen Auszug als Chance für uns zwei, als Abenteuer.. ich dachte mir noch, würde ich nicht ausziehen, ich habe wieder Hoffnung in mir und würde wieder in das "Karusell" einsteigen. Ich habe auch durch das Forum über meine Rolle als Co nachgedacht, dachte ja eigentlich seh ich mich nicht mehr als Co, denn wir führen eine normale, schöne Beziehung, und wegen emotionaler Abhängigkeit dachte ich, dass ist doch irgendwie Teil einer Beziehung. Ich gebe mich vertrauensvoll in die Hände des anderen, und vertraue darauf dass mein Partner das Beste für mich will..

    Ja, so dachte ich.. Vor ca. 1 1/2 Monaten kam mein Partner aus der Entgiftung zurück, und grade als ich wieder positiv in die Zukunft sah, hat es mich volle Breitseite erwischt. Wieder mal.. Mein Partner kam gestern von der Arbeit nach Hause, und ich hatte das Gefühl es stimmt was nicht.. Er sah irgendwie verändert aus. Ich habe ihn sofort gefragt ob er was getrunken hat. Er verneinte. Ich fragte ihn was er über seine Abstinenz denke, und er meinte er würde gerne ein, zweimal im Jahr was trinken. Bumm, ich habe ihm ein paar klare Ansagen gemacht, dass er doch süchtig ist und dass das nicht funktioniert, haben wir so oft schon erlebt. Dass er doch bitte was tun muss, zur Ambulanz gehen, zu den AAs..

    Dass es doch merkwürdig ist, ich gehe zur Therapie, habe hier das Selbsthilfeforum, ich höre einen Podcast zum Thema Sucht, habe demnächst einen Termin für eine SHG für Betroffene Angehörige. Und eigentlich müsste er doch was tun.. Ich habe ihm auch von dem Spruch erzählt den ich hier aus dem Forum gelesen habe : "wenn es dir schlecht geht, geh in die SHG, wenn es dir gut geht, dann renn in die SHG" Ich habe ihm gesagt dass ich Angst habe, usw, und so fort..

    Ich habe in dem Gespräch einen Widerwillen gespürt, er hat sich zwar alles angehört, aber war nicht offen. Ich dachte mir egal, das muss ich jetzt sagen und du musst das jetzt hören..

    Wie naiv von mir! Kurzum, ich habe in seiner Tasche nachgesehen, hab ich lange nicht mehr gemacht, und habe einenzusammengerollten Schein gefunden. Er hat wieder irgendeinen Sch... gezogen. Ich habe ihn konfrontiert, er musste es zugeben, und da ist es wieder: mein Körper und meine Gedanken sind sofort wieder ins Notprogramm hochgefahren: das frischgekochte Essen blieb unberührt, ich habe Kette geraucht bis mir schlecht war, hab mich mit Energy Drinks über Wasser gehalten.. als Konsequenz daraus fühle ich mich als ob ich verkatert wäre. Alles was ich mir so schön ausgemalt habe ist wieder nichtig. Nichts davon wird so eintreffen.. und wieder bin ich kraftlos, fühle mich hilflos, wir haben/hatten was vor für die Tage, wie soll das gehen?!

    Erstaunlich ist nur, dass es bisher so war dass zuerst der Alkohol bei ihm wichtig war und andere Substanzen folgen. Nun scheint es umgekehrt zu sein. Zuerst die Substanz und dann wird der Alkohol folgen. Er meinte gestern auch kurz dass er schon schwer überlegt hat sich ein Bier zu holen, so auf die Art jetzt ist es eh schon egal. Na wow, danke für die Info.

    Ich seh seinen Absturz schon kommen, ich kann nur noch nicht genau sagen wie schnell es diesesmal passieren wird..

    Alles Liebe euch allen, eure voll Coabhängige Alexa

    Hallo ihr Lieben!

    Also Jump!, dass mit dem Kännchen finde ich auch voll toll, wir sollten uns viel öfter was schönes gönnen und das schöne zelebrieren.. ich freu mich für dich <3

    Hm, was tue ich für mich.. ich hab da jetzt ziemlich lange nachgedacht.. Leider, und das war mir auch schon bewußt, sind mir das letzte Jahr viele meiner Hobbies flöteten gegangen..ich möchte die Hobbies jetzt nicht aufzählen zwecks Wiedererkennung, aber ich habe alles bleiben lassen weil es mir keinen Spaß mehr gemacht hat. Ich hab es versucht und versucht, aber ich konnte nix mehr und die Dinge haben mich nur mehr frustriert.. dabei konnte ich mich so begeistern und vertiefen, aber alles weg.

    Naja, vielleicht doch nicht alles.. ich habe erst gestern einen wunderschönen Märchenroman fertig gelesen.. Er ist so zauberisch, warmherzig und tiefgründig.. das Buch habe ich seit ich 16 bin, ich habe diese Geschichte also schon oft gelesen, und ich war gestern auch ein bisschen wehmütig, den ich wünschte mir ich könnte das Buch noch einmal als erstes mal lesen.. :)

    Und ein Hobbie habe ich für mich seit ein paar Monaten wiederentdeckt: ich lackiere mir meine Nägel schön.. klingt für mich ein bisschen schräg, ich komme eher aus der alternativen Ecke.. aber naja, ist halt so.. ich probiere die tollsten Farben aus, und so ein Billignagellack kostet nicht viel, und ich gönne mir alle paar Wochen eine neue Farbe. Jetzt hat sich schon einiges im Farbtopf getan, und auf der Arbeit habe ich schon öfter Komplimente dafür bekommen.. also ich nenne es halt Hobbie, könnte auch als Körperpflege durchgehen :)

    Mein Sohn kommt am WE und entweder es werden groooße Runden mit dem Fellknäuel oder vielleicht auch gleich eine Wanderung..

    Jetzt hab ich doch so viel ausgeplaudert, aber es tut mir gut, um mir selbst vor Augen zu halten dass nicht alles alles weg ist, ich muss mich nur wieder ein bisschen einfinden..

    Ja und das mit der Liebe und Sucht ist schon ein Thema.. ich wünschte ich könnte seine Rückfälle nicht persönlich nehmen..

    Es ist keine Entscheidung gegen mich, gegen unsere Beziehung, nein. Weil er sich ja selbst glaubt, dass er ja nur ein bisschen, dieses eine, und das tut ja niemandem weh und wenn er es heimlich macht, wen soll es stören? Und so geht's los..

    Ja so könnte es sein..

    Ich denke schon dass ich und mein Partner seelenverwandt sind, das heißt für mich wir haben eine gemeinsame Aufgabe.. aber ich denke das geht zu sehr ins religiös-spirituelle..

    Vielen Dank für eure Nachrichten und danke fürs lesen..

    Ach ja, und Alex_aufdemweg ich schätze deine Meinung sehr, egal ob weiblich, männlich, dazwischen oder außerhalb ;) Und auch Lanananana , danke

    Und natürlich dicke virtuelle Umarmung an Jump! :lol:

    Hallöchen,

    sorry Alex_aufdemweg , ich dachte ich hab irgendwo gelesen dass du weiblich bist, war mir aber nicht sicher..:lol:

    Liebe Jump!, wow da gibt es einiges zum Nachdenken..

    Damit bist du durch, oder? Sucht ist schlicht und einfach Sucht. Liebe ist Liebe. Beides besteht nebeneinander. Wenn mein Mann trinkt heißt das nicht, dass er mich nicht liebt. Sondern dass er süchtig ist. Bringt mir aber nix, denn dieser Mensch ist dann nicht mehr erreichbar und und und...

    Ich weiß nicht, Liebe verlangt doch nach Ausdruck, oder? Liebe will gelebt werden, sonst verkommt sie nur zu einer hohlen Phrase.. Liebe heißt auch Verantwortung übernehmen. Seine Rückfälle haben mich oft verletzt, denn aus meiner Sicht hat er damit unsere Beziehung aufs Spiel gesetzt.

    Ich hab jetzt lange darüber nachgedacht wie unsere Beziehung aussehen soll und ich kann und will mich nicht festlegen.. Im Februar wollte ich so schnell wie möglich weg von ihm, was ich als Trennung verstand. Dass er den Entzug startet hat mich überrascht, jetzt ist er seit 3 Wochen wieder zu Hause..

    Aber du kannst doch sagen wie du WILLST dass es weiter geht. Klar sagen wie du dir die Beziehung wünschst, ob Freundschaft - plus - Liebespaar. Und wenn das Damoklesschwert fällt, dann ist ja sowieso jede Variante am Ar..., oder? Das meine ich mit "durcheinander-gehen". Als ob deine Wünsche an die Beziehung sich nach dem Promillegehalt richten. Überlege doch unabhängig davon was du willst und fordere das ein.

    hm.. unabhängig vom Promillegehalt.. Meine Entscheidung auszuziehen lag nur! Am Promillegehalt.. in den 5 Jahren unserer Beziehung war er 2 mal für 6 Monate auf Station, dazwischen noch 2,3,4 mal für jeweils ein paar Wochen. Ich weiß gar nicht mehr wie oft genau. Dazwischen große Liebe, Hoffnung, Absturz, Drama.. das hab ich mir nicht ausgesucht. Ich weiß eigentlich ja doch, aber damit gerechnet hab ich nicht. Wir haben und hatten gute Intentionen, wollten das Beste für einander. Aber jetzt ist einmal ein bisschen Abstand angesagt.

    Ach, und ich wollte nur sagen, wir sind beide in Liebe verbunden, aber ob das für eine Beziehung reicht werden wir sehen. Das ist von beiden Seiten so..

    Sorry dass ich solange für die Antwort brauchte, ich hatte ziemlich viel um die Ohren..

    Euch alles Liebe derweil,

    Alexa

    Liebe Jump,

    danke für deine Nachricht..:) ja es fällt mir zur Zeit nicht leicht hier zu schreiben, denn was möchte ich teilen..? bei manchen oder sogar vielen Texten hier bin ich oft erstaunt darüber wie treffend und tiefsinnig sie sind, wie reflektiert und dabei so feinfühlig.. ich nehme mich ein bisschen zurück, und ich muss sagen dass mich viele Nachrichten hier im Forum sehr betroffen machen.. so viele Lebensgeschichten.. oft lese ich hier und werde traurig.. auch wenn ich nicht viel bei anderen schreibe.. ich weiß nicht, ich bin ein bisschen überwältigt..

    Und auch jetzt brauche ich ewig um die paar Zeilen zusammenzuklabüstern

    Ich bin, so wie du geschrieben hast im Wartemodus.. und voll Co.. zuallererst wird beim Begrüßungsbussi unauffällig gerochen, danach checke ich seine Mimik, Gestik, Aussprache. Erst dann lasse ich mich auf die Begegnung ein..

    Ich hab da einen richtigen Hau bekommen..

    Wir sprechen viel miteinander, er ist mein bester Freund, aber ich habe so weh es tut, den Glauben daran verloren dass er nüchtern sein Leben bestreiten wird. Es ist ein gräßliches Gefühl und ich sage es ihm nicht um ihn nicht zu verletzen. Ich habe seine Entzüge und Aufenthalte nun so oft durch, jedesmal dachte ich wir schaffen das. Ich dachte lange in meinem Leben dass Liebe die stärkste Kraft ist. Doch ich glaube Sucht ist noch stärker. Ich war so oft verletzt, weil ich dachte warum entscheidet er sich gegen mich und für den Alkohol? Er setzte unsere Beziehung aufs Spiel, und wieder und wieder und wieder..

    Ich warte ab was passiert.. ob etwas passiert.. ich glaube Aurora hat geschrieben dass ihr Exmann nach 4 Jahren rückfällig wurde. Das macht mir Angst. Was mache ich wenn er rückfällig wird, und wann wird es passieren? Ich weiß nicht ob und wann ich wieder vertrauen kann, und damit kann ich auch nicht sagen wie es weitergehen wird..

    Dicke Umarmung derweil,

    lg Alexa

    Ach liebe Jump,

    mal unter uns :): ich habe mit meinem Partner kein Haus, Hof, gemeinsame Kinder, gemeinsame Konten.. usw.. Nur meinen geliebten Hund nehm ich mit..

    aber eines kann ich sagen: ich habe die Entscheidung zu gehen getroffen, und sehr schnell kommuniziert.. ich war wie so viele von uns in großer Not.. ich hatte Riesenangst und keinen Plan wie ich das ganze überhaupt umsetzen soll.. ich hab mir sofort! Hilfe gesucht, und ja, jetzt sehe ich dem Auszug zuversichtlich entgegen (es hilft auch enorm dass mein Partner grade nüchtern ist).

    Leider gibt es bei uns viele auf und abs.. Gestern hatte ich einen furchtbaren Tag, und dachte was mache ich jetzt wenn ich heimkomme und er hat getrunken? Ich hatte sofort einen Druck in der Brust und Panik..

    Das mit dem Alkotester kann ich voll nachvollziehen, dass du gedacht hast er trinkt.. da fehlt auch verständlicherweise das Vertrauen..ich hab immer wieder vertraut und wurde enttäuscht und es hat mir jedes mal die Füße weggezogen.

    Ich wünsche dir schöne Tage, wie immer du sie gestalten willst! <3

    lg Alexa

    Hallo liebe Jump,

    das mit dem Auszug hat sich verschoben, da in der Wohnung einiges gerichtet gehört. Ich bekomme die Schlüssel Ende Mai.

    Ich werde so gut wie nichts mitnehmen, also keine Möbel oder Küchengeräte oder so. Meine neue Wohnung ist sehr klein und ich muss alles neu kaufen. Es gibt auch keine Küche. Also alles neu! Die eigentliche Arbeit beginnt also erst wenn ich die Schlüssel hab.

    Mir dauert das alles zu lange, denn jetzt ist alles noch in Schwebe.. auch für die Beziehung.. werden wir Freunde sein? Freunde plus? Weiter eine Beziehung führen, wie oft werden wir uns sehen, wer bei wem und wann übernachten? Über allem schwebt natürlich ein möglicher Rückfall..

    Oh, da ich seit gestern schon an dieser Nachricht schreibe (hatte nicht so viel Zeit) hab ich erst jetzt gesehen dass RH hier geschrieben hat! Schön was von dir zu lesen..!! <3 Gut dass ein bisschen Ruhe bei dir eingekehrt ist..

    Bei mir ist es auch so dass ich gefühlt ein bisschen durchschnaufen kann.. Als ich mich entschied auszuziehen war es ein: "ich muss so schnell wie möglich weg von dir, die Situation macht mich kaputt" Leid, Kummer, aushalten müssen, runterschlucken.. viele von uns Cos kennen das..und ich habe den Entschluss in großer Not getroffen.. ich habe ein sehr geringes Einkommen und keine finanziellen Ressourcen.. zum Glück geht es meinem "kleinen" Sohn finanziell sehr gut, und er hat mir volle Unterstützung zugesagt.. es ist ein bisschen merkwürdig dass sich die Rollen vertauschen und ich jetzt seine Hilfe benötige..

    dadurch dass mein Partner dann 3 Wochen weg war, und jetzt seit 2 Wochen nüchtern zu Hause ist, kann ich auch mehr Ruhe finden..

    Aus ich muss hier ganz dringend weg wurde ein, ich will ein eigenständiges Leben führen. Ich will die Möglichkeit haben meine Türe zu schließen wenn er trinkt. Ich will den ganzen Auf und Abs nicht mehr ausgeliefert sein.

    Ich merke wie schwer es mir zur Zeit fällt mich schriftlich auszudrücken.. ich finde die passenden Worte schwer.. ich wollte nur sagen Danke liebe Jump, liebe RH und allen anderen..

    lg Alexa