Beiträge von RH89

    Liebe Alexa, ich hab gerade wieder wenig zeit, aber ich wollte dir doch schreiben.

    Ich musste an deinen letzten Beitrag in meinem thread denken, den ich so oft beantworten wollte aber es einfach nicht geschafft habe. Das bei deinem Partner jetzt auch noch "deine droge" konsumiert wird finde ich klingt brandgefährlich, ich hoffe du kannst dein Risiko da wirklich abschätzen, wenn du schon die nächste Runde planst ... Es gibt schon so viel zu bereuen und du kannst so stolz auf die lange zeit sein, die du schon clean bist..

    Ich wünsche dir vom Herzen, dass das gut geht, alexa...

    Hallo liebe jump! Und alle anderen!


    Ja es ist wirklich lange her und schon so oft wollte ich schreiben aber ich bin meistens zu erschöpft. Ich lese aber täglich mit


    Es ging und geht vieles drunter und drüber. Es gibt immernoch offene Baustellen die mich azfwühlen. Aber es geht mir gut.

    Seit diesem Jahr bin ich wenigstens so stabil das ich mir kein Geld mehr leihen muss für essen oder ähnliches.

    Die Wohnung ist auch noch nicht fertig, ei Raum muss immernoch gestrichen werden was mich total nervt. Aber wenn die Kinder schlafen habe ich keine Kraft mehr dazu.

    Im August bekommen beide endlich einen Kita platz, darauf freue ich mich einerseits total, weil die 24/7 Betreuung schon anstrengt ist aber ich hab auch Angst Was auf mich zukommt, insbesondere finanziell.

    Was ich sehr genieße ist die zunehmende ruhe im kopf. Ich habe eine Tagebuch app auf dem Handy, mit werden immer Beiträge von vor einem Jahr angezeigt. Manchmal lese ich sie mir durch und bin selbst erschüttert, was ich da alles ausgehalten habe und wie schlecht es mir eigentlich ging. In dem Ausmaß konnte ich das früher gar nicht wahrnehmen oder habe es von mir weg geschoben. Heute ist es ganz klar das nichts von dem was passierte irgendwie tragbar war.

    Selbst in den guten Phasen, ging es mit schlecht weil sich einerseits Hoffnung breit machen wollte aber auf der anderen Seite schon ein Teil von mir wusste das es mir wieder den Boden unter den Füßen weg reißen würde.

    Das alles kann man erst mit echtem Abstand sehen

    Nachdem ich in die Wohnung gezogen bin ist mein ex im Prinzip schon in der Stadt geblieben und von Couch zu Couch, das Haus stand 4 Monate sozusagen leer- also die Möbel die er behalten wollte standen noch drin aber er ist nicht ausgezogen.

    Im Januar war der Termin zur Räumung. Da es auch mich betrifft hatte ich noch einmal meine hilfe mit dem ausräumen angeboten ich hätte nämlich gerne auf die Räumung verzichtet.

    Es kam aber wie es immer kam und er hatte sich nicht mehr gemeldet. Erst einen Tag vorher die wichtigsten Sachen raus geholt, die nun in meinem Keller stehen. Der Rest wurde geräumt. War dann halt keine zeit mehr.

    Er hat weiter keine Wohnung und meldet sich bei mir alle paar wochen Mal wegen der Kinder.

    Für sie ist das hart manchmal sehen sie ihn aber eben sehr unregelmäßig. Das tut mir echt weh.


    Ansonsten hat diese Zeit mir noch gezeigt wie daneben es war zu glauben, das alles sei meine verantwortung, dass es irgendwie doch weiter geht, dass er irgendwie doch noch wenigstens das nötigste für ein geregeltes Leben tut etc.

    Denn irgendwie findet er immer wieder Menschen, die den Schaden den er verursacht irgendwie auffangen, und da weiter machen, wo ich aufgehört habe .

    Naja, wenn wir uns dann mal alle paar Wochen sehen wegen der Kinder redet er oft davon wie leid ihm alles tut, wie sehr er mich doch immernoch liebt und sich wünscht wir würden wieder zueinander finden.

    Mir kommt es so vor, als genieße er diese Rolle des armen verlassenen Ehemannes eigentlich

    Wo ihm vorher alle sagten er solle mal endlich wieder zu seiner Familie gehen, nachdem er ja schon tagelang Party gemacht hatte, erntet wr jetzt von allen Seiten Mitgefühl und verständnis für seine Eskapaden.

    Zu seiner Mutter (ebenfalls Alkoholikerin) habe ich den kontakt erst vor kurzem abgebrochen, nachdem sie auch eine deutliche Grenze überschritten hat.

    Das tut so gut und alles ist echt schwer, vor allem fehlen mir Auszeiten, und ein ausgleich was die kinder angeht. Die Frage welchen Hobbys ich gerne nachgehen würde oder was mir gut täte stellt sich eben gar nicht, es ist als sei mein Leben pausiert und ich existiere nur noch als Mutter.

    Das war vorher leichter weil die große in die Kita ging. Alles andere ist dennoch besser, und trotzdem aller Widrigkeiten und Umstände bin ich einfach nur froh das dieses völlig absurde Theater vorbei ist.

    Alles in einem also noch nicht so gut, aber ich weiß das ich auf einem weg bin der auch wieder bergauf führen wird, und versuche guter Dinge zu bleiben. Das ist viel mehr als ich hätte, wäre ich bei ihm geblieben.


    Alles Liebe

    Hallo Pisces,

    Ich hab dich gelesen und du hast mich soo sehr an mich erinnert, als ich meinen Mann damals kennen lernte.

    Dein Text hätte eins zu eins von mir sein können.

    Bei uns ging anfangs auch alles so schnell, und obwohl wir beide eigentlich nichts ernstes wollten klebten wir vom 1. Tag an aneinander, ich wurde auch auf Händen getragen und mit Liebe überschüttet wie ich es nie zuvor erlebt hatte. Es passte einfach alles. Bis auf den Alkohol, damals hatte ich auch schnell das Gefühl, das er ein Alkohol Problem hatte.

    Aber ich hab es immer wieder beiseite geschoben, denn alles andere war ja so schön.

    Das war es sogar recht lange, 6 Jahre lang. Aber alkohol war immer Thema, aber die guten Seiten und Zeiten uberwogen noch deutlich. Nur wurde das problem leider in den letzten Jahren größer, so groß, dass ich mir eingestehen musste, dass er nicht "nur ein alkoholproblem" hat (inzwischen weiß ich gar nicht mehr was das überhaupt bedeuten soll..) sondern tatsächlich süchtig war, und alle Unterstützung und liebe die ich ihm schenken wollte gar nichts daran ändern konnte. Das mit Rest Alkohol arbeiten etc, was ich auch kannte funktionierte irgendwann nicht mehr, und sein ganzes Wesen veränderte sich. Von meinem aufmerksamen, liebevollem Mann ging einiges verloren.

    Nach jeder einzelnen Alkohol Eskapade, nach jedem Streit über Alkohol, jeder Diskussion, jeder blöden Situation, dachte ich mir: ich würde das ja alles gar nicht mit machen, wenn nicht auch x und y wäre.

    Anfangs waren x und y die schönen Zeiten, das Vertrauen und die Liebe zwischen uns,...

    Später dann, als das nur noch Erinnerungen am eine längst vergangene Zeit waren, war x und y für mich gemeinsame Verantwortung, finanzielle Abhängigkeit, die kinder,..

    Wir haben geheiratet und 2 Kinder bekommen, das Jahr in dem meine 2. Tochter geboren wurde war meine persönliche Hölle. Und ich bin noch fast 1 Jahr unter für mich inzwischen schrecklichen Bedingungen geblieben. Ich machte mir solche Sorgen um ihn, dass ich mein eigenes Leid, und das meiner Kinder, kaum wahrnehmen konnte.

    Erst nachdem ich mich getrennt habe, ausgezogen bin und Abstand gewonnen habe, habe ich gemerkt wie sehr ich eigentlich am Ende war.

    Das ist viel von mir erzählt, dein Text war für mich wie eine Zeitreise in die Vergangenheit.

    Ihr seid noch nicht sehr lange zusammen, wenn du dich hier durch liest merkst du sicher schnell, wie sehr sich die Geschichten ähneln. Das lesen könnte für dich wie eine Zeitreise in die Zukunft sein, jenachdem wie du dich entscheidest.

    Wieso fühlst du dich eigentlich so verantwortlich für ihn? Auch wenn er noch jung ist, ihr seid erst seit kurzem zusammen, vorher kam er doch in solchen situationen auch irgendwie zurecht? Ich habe spät erst gelernt wie fatal es sein kann einem Alkoholiker das saufen bequem zu machen

    Guten Morgen silberstreifen,

    Ich hab genau so ein Telefonat mit meinen ex gehabt, er meinte auch zu mir seit wir das 1. Kind hatten hätte ich ihn nicht mehr die Aufmerksamkeit geschenkt die er gebraucht hätte. Er hat zwar keine neue aber wollte mir die Pistole an die brust setzen

    Er bräuchte es sich geliebt und begehrt zu fühlen um einen Grund zu haben sein Leben in den Griff zu bekommen.

    Ich erinnere mich genau, das wir vor den Kindern ein Team waren, uns alle arbeiten geteilt hatten und von dem Moment an wo ich aus dem wochenbett raus war, hat er nie wieder einen staubsauger angefasst oder sich an irgendwas beteiligt.

    Ich war zuständig für das große Haus, die Haustiere, das Baby, Garten, alles was im Haushalt anfiel und hatte nicht die Energie ihm dieselbe Aufmerksamkeit zu schenken, außerdem war ich auch sehr enttäuscht, da ich ja nichts mehr weiter als Mutter und Hausfrau sein konnte, es hat ja den ganzen Tag gefüllt. Meine Bedürfnisse blieben ja auch auf der Strecke.

    So eine Nachricht kann einen auch aufwühlen! Aber ich für meinen Teil dachte mir, er ist ein Erwachsener Mensch. Er hat vielleicht das Bedürfnis gehabt mehr Zweisamkeit zu haben, aber mein Kind (und später auch das zweite) war auf mich angewiesen. Ja das geht vor. Und das ist logisch und richtig. Und es ist doch zeitlich begrenzt, dass der Nachwuchs SO viel Aufmerksamkeit braucht. Das darf ein Erwachsener Mensch der Kinder in die Welt setzt doch aushalten?! Ich musste auch so ziemlich alle eigenen Bedürfnisse hinten anstellen und hätten wir uns die Arbeit geteilt wäre wohl mehr Paar Zeit übrig geblieben - viele Hände schnelles Ende und so.

    Aber hätte und wäre ist auch egal. Ist halt nicht gewesen. Seine Sicht ist sehr einseitig und er übernimmt auch hier keine Verantwortung für sich selbst. Mit so jemandem wünscht man sich doch gar keine Reunion oder?

    Ich hab mich nach dem Telefonat auch geärgert aber eigentlich war ich schon über Punkt der Schuldzuweisungen hinaus und wollte da auch nicht mehr hin.

    Schau weiter auf sich selbst, und sei froh, dass du es nicht bist, der sich trotz glücklicher neuen Beziehung immernoch mit völlig unnützen Fragen um die Vergangenheit im Kreis dreht.

    Liebe jump,

    Mir tut es auch sehr leid zu lesen das er so schnell wieder rückfällig wurde. Ich hatte auch für euch gehofft...

    Und da ist sie wieder... Die Spirale die immer weiter nach unten führt. Und egal, mit wie wenig man sich versucht zufrieden zu geben, es ist noch zu viel erwartet.

    Selbst bei einem schlechten Ist-Zustand kann man sich nicht mal darauf einstellen, dass er wenigstens stabil ist.

    Ich denke auch, dass ist vielleicht gut das es so gekommen ist. Keine Wochen oder Monate voller kleinen schönen Momenten, nur im wieder halbwegs genug Energie zu sammeln um sich wieder mit auf den Weg bergab zu machen. Es ist einfach ausgeblieben und die Realität steht jetzt an der Tür und lässt keinen Platz für Zweifel oder falsche Hoffnung..

    Aber du hast deine eigene Wohnung und kannst dich sicher dort viel besser als bei ihm auf dich konzentrieren ..

    Hallo,

    Ich meld mich bei dir auch mal zu Wort. Einfach weil ich damals auch aufs kontrollierte trinken gestoßen bin und auch fragen hatte. Bzw ich wurde darauf gestoßen.

    Man hofft ja einen Kompromiss zu finden auf den das Gegenüber auch eingeht.

    Ich hatte damals noch selten telefonischen kontakt zu einer Suchtberaterin und die sagte sowas wie "das ist für Alkoholiker die sich noch nicht mit dem gedanken trocken zu sein anfreunden können." sinngemäß sagte sie mir das es zwar nicht funktioniert, aber manchmal dazu führen kann das der Alkoholiker eben erst merkt er hat keine Kontrolle.

    Ich kenne zb einen Schulmediziner, Professor, der bietet auspendeln von Medikamenten an. Ob sie vertragen werden pendelt er.

    Das sowas angeboten wird heißt ja nicht, dass es auch funktioniert. Hier kann man aber nachlesen was funktioniert .. Umso mehr man liest umso klarer wird wie wenig individuell die eigene Situation ist... Und wo die Reise hin gehen kann

    Im einen Moment bin ich sicher, es ist ein gutes Zeichen dass sich Papa und Sohn wieder entspannter begegnen, seit ich die Entscheidung mit der Wohnung getroffen habe, im nächsten bricht es mir das Herz und ich komme mir vor, als würde ich egoistisch etwas kostbares zwischen ihnen zerstören

    Hallo Api,


    Dazu wollte ich dir einfach mal von meiner Erfahrung erzählen.

    Als ich auszog hatte mein Mann auch Phasen wo er weniger bis gar nicht trank, und auf einmal ein interessierter Vater war, und auch für uns alle lecker kochte und sich von seiner besten Seite zeigte.

    Da gab's bei mir auch Momente wo ich mich gefragt habe, ob ich den Kindern da nicht was weg nehme...

    Aber nun sind ein paar Monate vergangen.. Bei uns gibt es keine Regelung, wann er die Kinder sieht. Zwischen dem Treffen können Tage oder Wochen liegen. Weil er Achterbahn fährt, mal ist er wochenlang betrunken und unterwegs, fährt nur alle paar Tage mal ins Haus um zu duschen und die Klamotten zu wechseln, dann ist er wieder tagelang zuhause, möchte die Kinder sehen und zeigt bei den Treffen auch Interesse an seinen Kindern, schenkt ihnen Aufmerksamkeit.

    Diese Achterbahn fährt er aber unabhängig von uns, also würden wir wieder zusammen leben, müssten wir auch die Abs mit bekommen.

    Jetzt ist er eben gelegentlich da, meistens nicht, und wenn er da ist haben die Kinder eine schöne Zeit mit ihm.

    Und wenn er nicht da ist, und das macht den riesigen Unterschied für uns, dann müssen wir nicht auf ihn warten, und nichts von den negativen Auswirkungen aushalten.

    Im voraus hatte ich mir mal eine pro und kontra Liste gemacht. Alles Quatsch was da bei kontra (also gegen den Auszug) je hätte drauf stehen können.

    Vielleicht ist dieses unbedingt verstehen wollen auch etwas, was wir Co's gemeinsam haben. Wir wollen unbedingt verstehen, also auch: Verständnis haben. Auch wenn es oft weniger bringt als erhofft, wie Jana schon sagte. Oder oft auch einfach gar nichts bringt.

    Vielleicht ist das auch ein Punkt warum wir so schwer los lassen können. Wir haben es einfach noch nicht vollends verstanden was da eigentlich los ist und warum es so sein muss.. Und das wollen wir unbedingt.

    Denn mir ging es lange genau so. Unbedingt wollte ich verstehen wieso das alles.

    Aber vielleicht ist noch wichtiger zu verstehen, warum man meint alles verstehen zu müssen. Warum quälen einen diese Fragen eigentlich. Warum kann man es nicht einfach dabei belassen kann das es ist wie es ist.

    Ich glaube nicht das ein Angehöriger jemals wirklich verstehen kann was in einem Alkoholiker vorgeht.

    Würde ich von einer weniger nahestehenden Person grundlos schlecht behandelt werden, würde ich nicht unbedingt verstehen wollen wieso, sondern für mich einstehen. Nur in der Beziehung sah das eben anders aus. Darum würde ich nicht sagen "ich bin einfach ein Typ der alles verstehen muss um damit klar zu kommen"

    Wobei ich das schon oft gesagt habe. Aber die ganze Wahrheit ist es nicht.

    Was für eine tolle Diskussion hier entstanden ist!

    Ich hatte so viel nachzulesen, es gibt so viele Dinge zu denen ich gerne was sagen würde aber das sprengt jetzt doch den Rahmen 😅

    Bezüglich der tiefpunkte... Ich finde eher das man alternativ Wendepunkt sagen kann, statt Exzesse

    Hier war ich auch schon oft überrascht, wie unterschiedlich die tiefpunkte auf beider Seiten aussehen können.

    Einmal zb las ich hier, jemand habe seinen tiefpunkte erreicht weil er sich auf einer familienfeier übergeben habe.

    Bei meinem Mann war ich mir bei der 1. Psychose sicher er hatte seinen Tiefpunkt erreicht. War aber nicht so, auch nicht bei denen die folgten.

    So unterschiedlich sind eben Menschen, und jedermanns fass hat ein anderes Fassungsvermögen.

    Für mich war der Zeitpunkt auszuziehen gekommen als uns das Haus gekündigt wurde. Da hatte ich wohl auch wenig Optionen. Außer eben mit ihm eine Wohnung zu suchen, nur das ware ja absurd gewesen.

    Ich glaube ich hatte keinen 'klick' Moment. Als ich durch den Auszug unabhängiger wurde war einfach klar, die Summe der Geschehnisse war zu viel gewesen, da ging nichts mehr. Kein Verständnis war mehr übrig.

    Alles wurde irgendwie klarer. Er benahm sich ja teilweise unmöglich, verschwand über Tage oder Wochen ohne sich zu melden. Und hinterher diskutierten wir. Und er wurde immer gereizter, wo man eher mit einer Entschuldigung gerechnet hätte kam nur Angriff. Alles war zwar in der Zeit (vorübergehend) auf dem weg der Besserung, aber mein Fass war eben voll.

    Ein Satz blieb bei mir hängen. Es ging darum, dass er auf die kinder aufpassen wollte weil ich etwas erledigen musste. Er war aber 2 Tage vorher schon auf sauftour, daher habe ich meine Schwägerin gebeten auf die kinder aufzupassen. An besagtem morgen kam er dann nach Hause (ließ sich von ihr mit nehmen) und meinte er könne aufpassen. Ich sagte ihm er hat eine Fahne bis zum Himmel und er argumentierte das er natürlich eine Alkoholfahne habe aber ja nicht weil er saufen war sondern weil er die Zähne nicht geputzt hat.

    Darüber musste ich in dem Moment ehrlich lachen und im nächsten war mir plötzlich glasklar: auf dem Level ist jedes weitere Wort zeitverschwendung, da macht zuhören so wenig sinn wie reden.

    Aber ich glaube ein tiefpunkt ist erst im Nachhinein, vielleicht such viele Jahre später ehrlich als solcher oder eben als Wendepunkt zu erkennen.

    Beim Alkoholiker ist es nach einem vermeintlichen tiefpunkt auch möglich, dass er nur eine trinkpause einlegt und es sich dann wieder schön redet und wieder trinkt.

    So wie es beim Co möglich ist, dass er sich aus der Beziehung löst, und bei der nächsten Partnerwahl wieder in dasselbe Muster verfällt.


    Zu der Frage ob es eine Persönlichkeitsstörung ist, wer weiß. Bin da bei Hartmut es ändert nichts.

    Aber ich glaube nicht, dass die Co Abhängigkeit aufgrund einer dauernden Belastung "auftritt", vielmehr ist die dauernde Belastung Folge der co Abhängigkeit denke ich.

    Hier nochmal zu meiner Schwägerin... Ihr Bruder also genau wie ihre Mutter sind Alkoholiker.

    Ich bewundere sie ehrlich dafür, wie gut und wie selbstverständlich sie sich abgrenzt.

    Sie ist für beide nur erreichbar, wenn sie nüchtern sind. Sie hilft ihnen nicht, wenn sie sich selber in Schwierigkeiten bringen, sie verbiegt sich in keiner Weise und macht es ganz schlicht und einfach nicht zu ihrem Thema.

    Das alles einfach so. Was ich und viele andere hier sehr hart lernen müssen, und immer und immer wieder bewusst hin steuern müssen, das ist einfach ihr ganz natürliches Verhalten.

    Also ja, ich glaube sofort das nicht jeder Angehörige auch Co abhängig wird, und sicher gibt es da auch Ehefrauen die über Jahre nichts bemerken.

    Ja, vor allem "Bierchen" ist bei uns total gängig, ich glaube die Formulierung habe ich gewählt, weil sie für mich besonders negativ belegt ist, wenn ich darüber nachdenke.

    Bei meinem Mann war das bier immer das Bierchen, wenn er schon wieder früher damit anfing, als es eigentlich "angemessen", wenn ich also am Vormittag schon hörte, daß man sich jetzt doch mal ein Bierchen gönnt, war direkt klar wo die Reise an dem Tag hin geht

    Und Bierchen oder sektchen war auch das, was ich als Kind (ab 11) schonmal mit trinken "durfte" (nicht, dass ich einmal aktiv danach gefragt hätte, es wurde mir dann vorgesetzt), bei festen, war ja nur zum anstoßen. Wie eben jetzt das sektchen auch, was ich mit bitte in den Kopf schütten soll, auch wenn es mir danach schlecht gehen wird.

    Und Kinder zum Trinken von Bierchen oder sektchen animieren (niemals aber zu hartem Alkohol, DAS wäre ja völlig verantwortungslos 😉) ist in dem Umfeld in dem ich groß wurde auch nicht unüblich gewesen.

    Dabei ist es ja einfach, wie du sagst, elly, beides hat ne Menge Alkohol und steigt schnell zu Kopf.

    Ich hab sicher auch das ein oder andere mal schnippig reagiert. Es ist ja auch völlig absurd, wenn erwartet wird, dass man die Tatsache das man nicht trinkt rechtfertigen soll. Aber ja, cooler reagieren wäre irgendwie cooler 😄

    Ja Momo, darüber bin ich auch immer entsetzt.

    Ich Vertrage nichts, trinke ich einen Sekt bekomme ich Kopfschmerzen und mir wird übel, wahrscheinlich muss ich mich auch übergeben.

    Selbst wenn ich das bei feiern so gesagt habe kam nicht nur einmal als Antwort "aber zum anstoßen einen kannst du doch schon nehmen"

    Meine Einstellung zu Alkohol hat sich auch geändert, ich mochte ihn schon vorher nicht besonders, auch wenn man ihn anderen anmerkte. Jetzt frage ich mich manchmal, würde ich wieder in die Welt des dating einsteigen, wäre es für mich ok, wenn mein Gegenüber 2 oder 3 Bierchen trinkt? Oder wüsste ich am Ende des Abends ganz genau, ob es 2 oder 3 waren.

    Auch beim Radio hören, durch die Stadt laufen, Werbung sehen,... Überall verfolgt einen Alkohol und so oft macht mich das sauer. Wir fühlen uns in unserer Kultur ja so hochwertig, dabei ist diese sauferei (unabhängig von Sucht) so schäbig denke ich oft.

    Hallo sorrowful,

    Ich fasse mal zusammen wie ich das verstehe was du schreibst.

    Eigentlich hast du keinen praktischen Nachteil durch ihr trinken. Also ist eigentlich ja alles gut.

    Eigentlich ist es auch gar nicht so viel, so oft, dass es stören müsste.

    Das liegt also an dir, dass es stört, an deiner Prägung und an deiner Erfahrung mit der Ex.

    Das kommt bei mir so an, als suchst du Grunde dein Bauchgefühl zu ignorieren.

    Vielleicht lieg ich auch daneben, das sind bloß meine Gedanken zu deinem thread.

    Aber selbst wenn eigentlich alles gut ist, es eigentlich nur an dir und deiner Prägung liegt, dass es ein Problem ist... Selbst wenn sie keine Alkoholikerin ist, sondern schlichtweg keine Rücksicht auf deine Gefühle dazu nehmen möchte, was ja auch ihr recht ist....

    Also selbst wenn, geht's dir dann besser damit? Bist du dann fein damit, bei dem 3. Glas in der Woche unruhig zu werden? Immer den Stress im Kopf zu haben, das es sich falsch anfühlt aber sie ganz praktisch eigentlich noch keine Grenze überschritten hat?

    Es kam mir beim Lesen ab und an so vor, als würde es leichter für sich sein, wenn sie nur mal einen Kontrollverlust hat, denn dann kannst du es endlich als ernstes Problem einstufen und reagieren.

    Aber an dem Punkt, wo dich der Alkoholkonsum deines Partners im Alltag unruhig macht, hast du doch schon ein ernstes Problem. Das ist doch kein Gefühl von dem man möchte, dass es den Rest deines Lebens zu deinem Alltag gehört.

    Du möchtest dir Grenzen setzen, indem du gehst wenn es zu viel wird. Das ist ja schonmal gut. Ob es gerade angemessen ist das zu erklären oder einfach zu gehen, wird du sicher in der jeweiligen Situation selbst entscheiden können.

    Sei auch ehrlich zu dir selbst, wie fühlst du dich denn dabei, mit einer Partnerin zusammen zu leben, wo du immer den Alkoholkonsum beobachtest und immer wieder für dich neu abwägen musst: geht das gerade noch so oder gehe ich jetzt?

    Nachdem schreiben bin ich gedanklich im Krankenhaus damals hängen geblieben. Ich kann mich genau an den ganzen Tag erinnern.das ich selbst im Krankenhaus noch geweint habe, ein Arzt meinen Arm bewegt hat und zu meinem Vater sagte "ihr fehlt nichts"

    Und ich hab so eine Angst vor der Reaktion meines Vaters gehabt, weil ich jetzt grundlos so viel geweint habe das er extra mit mir ins Krankenhaus gefahren ist. Dabei hatte ich ja Schmerzen. Und was gebrochen.

    Ich weiß noch wie verwirrt ich war das wir zu einem anderen Krankenhaus führen und er dort einen aufstand machte für ein röntgen. Für mich war schon klar, dass ich wohl mit meinen Schmerzen falsch lag irgendwie

    Ob es wohl jemals eine Zeit gab wo ich mich und meine Wahrnehmung nicht sofort angezweifelt habe...

    Hallo wieder,

    Ich hatte damals auf eure Beiträge nicht mehr reagiert. Ich hab euch gelesen und bin dankbar für eure Antworten und such Anteilnahme, ich war nur zu sehr im Chaos versunken, und finde immernoch selten Zeit für mich.

    Meinen letzten Beitrag hatte ich einfach verfasst, weil mal raus musste wie ich mich mit diesem Berg von Mist fühle, der mich überrollt, praktisch habe ich alles wichtige schon in die Wege geleitet.

    Jetzt habe ich endlich mal einen Lichtblick.
    Eine Wohnung. Klein, bisschen ranzig, muss selbst tapeziert werden, der mit Abstand hässlichte pvc Boden der je produziert wurde ist dafür drin geblieben. Aber ich liebe die Wohnung jetzt schon.

    In nicht mal 3 Wochen ist es schon soweit, da bekomme ich die Schlüssel.
    Nebenbei läuft die Räumungsklage, von der vermieterin höre ich, dass mein Mann immernoch keine Miete zahlt, obwohl er mittlerweile vom Amt das geld dazu bekommt.

    Er sieht immernoch alles nicht so eng. Das Geld hat er halt verliehen, ist ja nicht weg,...

    Auch sucht er nicht aktiv nach Wohnungen, er fragt wohl überall mal rum, bei Bekannten etc., und hofft einfach das irgendwer ihm eine Wohnung besorgt.

    Naja wie dem auch sei, könnte ich, würde ich die Miete zahlen. Einfach um ruhe zu haben. Kann ich aber nicht. Also muss ich zusehen wie er Öl ins Feuer gießt.
    Und ich habe keine Ahnung wie diese Sache weiter geht. Wir müssten an einem Strang ziehen, oder ich müsste da irgendwie raus kommen. Beides klappt aber nicht.

    Worüber ich schreiben wollte ist aber was ganz anderes.

    Ich hab mich immer als sehr ehrlich empfunden, und war da auch stolz drauf. Mir war auch immer wichtig, andere Meinungen und Menschen zu respektieren und jeden sein zu lassen wie er ist. Privatssphare zu respektieren, auch sehr wichtig für mich gewesen, da meine Privatsphäre mir auch immer sehr wichtig war. Das alles waren Dinge die ich als positive eigenschaften von mir bezeichnet hätte. So war ich wenn ich in keiner Beziehung war.

    Und dann wurde ich eben zu jemandem, der kontrolliert, manipuliert, seine Meinung immer und immer wieder aufzwingen will, klammert, und auch lügt (mich selbst und damit auch ihn, vor allem was meine Gefühle angeht). In vorherigen Beziehungen in viel (!) geringerem ausmass, aber so war ich in Beziehungen.


    Jedenfalls... das sind echt unschöne Eigenschaften. Und das hatte mir erstmal nicht wirklich geholfen in meiner Mission, mich selbst wieder zu lieben zu lernen. Ich war irgendwie einfach menschlich enttäuscht von mir.

    Naja jedenfalls hatte ich ein Gespräch mit meinem Vater, dass ich schon so oft hatte, aber diesmal ist irgendwie ein Groschen gefallen.

    Er erzählte das schon unzählige Male, mein ganzes Leben lang. Als Kind schon wurde ich immer von ihm gelobt:
    Was für ein liebes Kind ich immer war. Das allen immer aufgefallen wäre, wie höflich ich schon in sehr jungen Jahren war. Das er sich nur an ein einziges Mal überhaupt erinnern könnte, dass ich geweint habe, und das war als ich mir das Schlüsselbein gebrochen habe. Er war da in verschiedenen Krankenhäusern mit mir, weil niemand röntgen wollte, da ich nicht den Eindruck machte, mir ehrlich weh getan zu haben. Aber mein Vater ließ nicht locker, er sagte immer dieses Kind weint aber eigentlich nicht. Und er erzählte wieder wie schnell ich doch selbstständig war.

    Jedenfalls wo er das alles so auflistete, dachte ich wie so oft schon, das sicherlich damit zusammen hing, dass ich auch aus einer dysfunktionalen Familie komme.

    Naja soweit wie gesagt nicht neu.
    Aber zum ersten Mal habe ich mal darüber nachgedacht wie genau das denn für mich aussah damals.
    Ich erinnere mich an meine Mutter, zu der ich bis zum Ende des Kindergartens mal regelmäßigen Kontakt mit Übernachtungen, dann auch wieder mal nur sporadisch Kontakt hatte.

    Naja also so ein kinderkopf kann das Verhalten der eltern ja nicht kritisch betrachten und bezieht alles auf sich selbst.

    Also hatte ich meine mutter, die kurz nach meiner Geburt in die Heroinabahängigkeit rutschte, und so oft einfach wie tot im bett lag, egal was ich brauchte, und wie dringend es war, sie war nie wach zu kriegen. Ich konnte mit nichts jemals ihre Aufmerksamkeit wecken.
    Aber ich konnte es ihr nicht verübeln, nicht sauer sein, dass sie sich zudröhnt und mich ihrem Freund überließ, von dem sie wusste, dass der es liebte mich zu quälen. Es musste ja okay sein, das meine Grenzen überschritten wurden, denn sie tat ja nichts schlechtes, sie war ja Mama, und er war ja ihr Freund.

    Also ich musste sie lieben, und konnte in ihrem Verhalten nichts schlechtes sehen, nicht an ihr zweifeln. Musste sozusagen Verständnis haben, und hatte auch sehr lange noch mitleid mit ihr..
    Ich musste als ich klein war ja versuchen besonders liebenswürdig zu sein, das war meine beste Chance, ihre Liebe und Aufmerksamkeit zu bekommen. Das was meinem Vater da so positiv auffiel und worin er mich immer bestärkte, war also irgendwie schon mein Co Anteil, denke ich.

    Naja und das habe ich so fortgeführt. Ich habe mir mein Herz an einen suchtkranken gehängt, und habe verzweifelt alles mögliche versucht seine Liebe und Aufmerksamkeit zu bekommen, an erster Stelle zu stehen. Wie ich es mir als kleines Kind gewünscht habe. Wieder habe ich mich mit harten Grenzüberschreitungen arrangiert und wieder habe ich alles auf mich bezogen. Jede eindeutige Lüge und noch so billige Manipulationsmasche akzeptiert, und dabei eher 100 mal an mir selbst als an ihm gezweifelt.

    Meine Mutter konnte ich nicht retten, und ich konnte sie nicht für mich gewinnen.
    Als Erwachsene hätte ich noch ganz andere (verzweifelte) Mittel (das minupulieren, kontrollieren,... ). Ich wollte diesen Kampf dieses Mal einfach nicht verlieren.

    Naja wie ich so die Situationen verglichen habe ist der Groschen gefallen, wie wenig die Beziehung zwischen mir als Co und meinem Mann als Alkoholiker wirklich mit Liebe zutun hatte. Es fühlt sich so an als hätte ich noch eine Mission zuende zu führen gehabt, und das war mein Versuch, ein altes Loch zu schließen.

    Ich glaube im Nachhinein auch, dass diese Beziehung erst so ernst wurde, weil ich Anfangs alles zu haben schien.
    Er war sicher schon Alkoholiker, obwohl mir das noch lange lange nicht bewusst war.
    Aber die Zeichen waren eindeutig da. Und irgendwo in mir wusste ich es sicher, nur kam es nicht an die Oberfläche.
    Und die ersten Jahre war sehr so umsorgend, liebevoll und warmherzig, wie ich es niemals vorher erlebt habe.
    Ich hatte die volle Aufmerksamkeit von meinem süchtigen. Quasi mein Lebenstraum.

    Manchmal fühle ich mich deswegen schlecht. Als hätte ich ihn von Anfang an benutzt. Es fühlte sich an wie liebe, oder wie meine Vorstellung von Liebe. Vielleicht war es auch Liebe, eine zeitlang.

    Naja ich habe für mich entschieden ich möchte mir diese "fiesen Eigenschaften" verzeihen. Ich möchte Verständnis für mich haben, mich wegen dieser unschönen eigenschaften nicht wieder minderwertig fühlen und einfach auf mich aufpassen, dass ich in dieses Muster nicht wieder Falle und in einer neuen Beziehung der Mensch bleibe der ich sein möchte. Nicht wieder versuche ein altes Loch zu stopfen.
    Da ist noch viel zutun für mich.
    Zum Glück läßt das Chaos in dem ich gerade ja versinke keine Zeit um uberhauot an eine neue Beziehung zu denken🤪

    Das schwirrte mir alles so im Kopf, ich hoffe man kann dem folgen..

    Und eine noch schwirrt mir die letzte zeit im kopf... wardasalles , ich weiß nicht ob du in den tiefen des geschlossenen Bereichs versunken bist oder nicht mehr hier bist... Aber ich denke oft auch an dich (und viele andere hier 😊) und hoffe, dass es dir gut geht.

    Eine gute nacht zusammen

    Das kenne ich auch von mir.

    Auf der Lauer sein nach diesem ultimativen Beweis, den selbst er nicht mehr leugnen könnte. Darin habe ich so einen großen Teil meiner Energie gesteckt, dass es für viel wichtigere Dinge nicht mehr reichte.

    Mir kamen die Gespräche irgendwann vor, als wären wir vor Gericht. Unschuldig bis das Gegenteil bewiesen ist. Egal wie offensichtlich alles vor uns lag.

    Aber eigentlich ist es doch so, dass er ganz genau weiß das er lügt und du weißt es auch ganz genau. Eigentlich brauchst du nicht zweifeln, weil seine Aussage nicht zu den von dir bereits gesammelten eindeutigen Beweisen passt. Also eigentlich wüsstest du auch nicht mehr als vorher, wenn er jetzt plötzlich ehrlich wäre.

    Und eigentlich ist das doch eine furchtbare Art zu leben, wenn man dauernd nur versucht dem anderen zu beweisen das man weiß das er lügt. Und das ist ja nicht mal das schlimmste, dass man sich selbst zumutet.

    Das schlimme ist auch, selbst wenn du es von ihm hörst, dass er ein Problem hat, heißt das doch noch lange nicht das er es lösen wird. Die Einsicht das man Alkoholiker ist, ist ja nicht gleich den Willen zu haben, abszinent zu leben.

    Hast du dir schon mal überlegt, wie es für dich und euer Kind weiter gehen könnte?

    Wow, das freut mich. Und vor allem freut es mich, dass deine Option dir doch so gut tut!

    Lass dir Beschimpfungen nicht an dich ran, sie sagen nur was über ihn aus. Genieß die Ruhe, denk an dich. Ich freue mich für dich das du so mutig warst und das du so schnell Hilfe organisieren konntest!

    So gut, dass du bei eurer Begegnung nicht alleine mit ihm sein musstest.

    Ich muss sagen ich verstehe auch überhaupt nicht, dass das hundesitten jetzt gerade ja aus verschiedenen (verständlichen) Gründen ein Problem ist, und dann geplant wird das sogar noch nach Dem Auszug weiter zu führen.

    Er wird weiterhin Dinge kaputt machen.

    Dein ex wird weiterhin nicht für Schäden aufkommen wollen.

    Du wirst weiter drauf bestehen

    Er wird dich bei entsprechendem Pegel wieder deswegen beleidigen.

    Ich denke alle, die sich aus einer schlechten Beziehung befreien, lassen geliebtes zurück. Viele hier sind auch tierliebhaber und - Halter, und verstehen die Gefühle. Andere lassen gemeinsame Lebensträume los, ein gemeinsam gebautes Zuhause, oder müssen nach der Trennung den Kummer ihrer Kinder aushalten.

    Ich zb habe 2 Katzen zurück gelassen.

    Und habe den Kummer meiner Kinder auszuhalten. Meine große vor allem, liebt ihren Papa. Sie kann sein Verhalten nicht kritisch sehen, sie ist zu klein. Sie liebt ihn und ist sehr traurig darüber, dass wir nicht mehr alle zusammen leben können, denn sie versteht das große und ganze natürlich nicht, sie weiß nicht das ich sie so schütze.

    Ich lese, dass du lieber den Kontakt zu einem geliebten Hund hälst, von dem du eben noch sagtest du wolltest ihn nie haben, und das hundesitten sei dir zu viel, als dich um dein seelenwohl zu kümmern.

    Es hat für mich irgendwie einen hintertürchen-Beigeschmack.

    Du musst uns hier nicht gefallen, wenn Du Dich damit arrangieren willst, dann ist das Dein gutes Recht.

    Wenn Du noch ein paar Runden drehen musst, bevor das Fass wirklich voll ist, ist das okay. Wieviele Runden habe ich gedreht, und wie oft habe ich gedacht mich jetzt endlich mal durchzusetzen, für mich einzustehen, noch lange bevor das annähernd der Fall war. Und wie oft würde mir hier der Kopf gewaschen und wie oft dachte ich man tut mir oder ihm hier Unrecht. Und wie sehr hatten sie alle recht.

    Und heute etappe ich mich noch, wenn ich nicht aufpasse, in alte Muster zu rutschen. Meine Beziehung ist vorbei aber meine Co abhangigkeit hatte nichts damit zutun. Sie ist nur durch den Alkoholiker den ich geheiratet hab aufgefallen. Und dir Arbeit daran ist hart und langwierig. Und schmerzhaft, immer wieder.

    Ja hier gibt's ehrliche Meinungen, die wirken wie gegenwind. Nicht alles will man hören. Oft fühlt man sich vielleicht unverstanden . Das resultiert aus unseren eigenen Erfahrungen, und dem, was wir hier von etlichen anderen mit genommen haben.

    Das ist nicht böse gemeint. Und du wirst verstanden!

    Ich verstehe deinen Ärger wegen deiner Sachen.

    Du kannst ihm natürlich nicht verbieten, den Hund zu halten, und du kannst ihn auch nicht zwingen, deine Sachen zu ersetzen.

    Aber du kannst Grenzen setzen!

    Du hast ihm zwar gesagt, dass dir dieser Hund zu anstrengend ist und du keine Kapazitäten hast, passt aber gefühlt jede freie Minute auf den Hund auf.

    Was ist jetzt dein weiteres Vorgehen damit? Weiter drauf pochen das er Verantwortung übernimmt und den Schaden ersetzt, dich deswegen beleidigen lassen und enttäuscht sein, dass er sich weigert? Du erwartest damit etwas von ihm was nicht von ihm zu erwarten ist oder? Was bringt das, außer das du dich ärgerst?

    Könntest du deine Wertsachen irgendwo in ein Zimmer, dass du schließen kannst, oder zu jemandem bringen, wo der Hund nicht dran kommt?

    Ist es nicht eine Überlegung wert den Hund nicht mehr zu Sitten? Du sagst das wird mit dem Auszug so kommen, aber der dauert ja noch. Warum wartest du auf den Auszug? Weil es so bequem für ihn ist, den Hund bei dir zu lassen? Ist es unhöflich, etwas abzulehnen, was man nicht tun möchte? Er wird sich doch zukünftig eh jemand anderes dafür suchen müssen richtig? Das kann er auch heute tun, Gedankenkarusell.

    Guten Morgen Gedanken Karussell,

    Bisher hat er mir noch keinen Schaden den der Hund verursacht hat ersetzt.

    Hast du das denn mal angesprochen?

    Beim lesen hatte ich das gefühl, hätten meine damals in die Beziehung mitgebrachten Katzen irgendwas von ihm kaputt gemacht, wäre ich wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen, weil es dann irgendwie unsere Katzen und niemandens Schuld gewesen wäre in meinen Augen.

    Natürlich kannst du das einfordern, möchte dir nicht sagen dass das falsch sei. Ich könnte bloß verstehen wenn ihm der Gedanke gar nicht kommt.


    Das er am Wochenende trinken wird, hat er ja angekündigt. Daher ist es keine Überraschung. Ich finde auch immernoch, da schnellst möglich raus zu kommen wichtig. Nicht weil er besonders unerträglich ist, aber weil deine Gedanken um ihm kreisen.

    Vielleicht wäre es auch gut bei dem Freund Grenzen zu setzen. Du möchtest dich doch nicht damit beschäftigen, was er tut oder wie er es tut, es gibt keinen Grund dich da auf dem laufenden zu halten, das kann man freundlich aber klar sagen.


    Ich verstehe soooo gut das es dich vor der Alternative graust.

    Ich bin zu einer Bekannten gezogen, keine gute Freundin, unsere Kinder hatten playdates. Auch ich fühle mich wegen verschiedener Dinge unwohl. Aber verbringe eben viel Zeit draußen, bei Familie und den wenigen Freundinnen die mir geblieben sind.

    Aber wenn ich dort bin, muss ich nicht warten was er tut, wann er kommt,.... Das hilft mir an MICH zu denken. Obwohl mein Mann auch gerade einen besseren Weg einschlägt und theoretisch vielleicht gerade das 'kleinere Übel' wäre. Aber wie lange noch, das weiß ja keiner.

    Aber alleine dafür, daß ich mir um diese frage keine Gedanken machen muss, war das gut so wie ich es gemacht habe.


    Alles Liebe

    Hallo Gedankenkarusell, ich kann mir vorstellen, dass das Warten auf die neue Wohnung schwierig ist, und das du unbequeme Optionen erstmal lieber nicht in Anspruch nehmen willst! Aber die Argumentation deines partners lässt doch wenig Spielraum für Interpretation.

    Wie könnte das mit dem Beratungstermin irgendwie was ändern, wenn bei ihm im Kopf ist, dqs er aber nur nüchtern bleibt wenn soft drinks günstiger sind als Alkohol?

    Selbst würde er hin gehen, es ändert sich nichts. Du brauchst nicht gespannt sein, und abwarten. Lies es hier tausendfach nach, der Termin wird wahrgenommen oder nicht, vielleicht geht er sogar ein paar mal hin.

    Aber in seinem Kopf ist er viel zu weit weg vom trocken sein als das es irgendwas andern würde.

    Ich habe auch eine unbequeme Alternative gesucht. Wahnsinnig unbequem, viel unbequemer als ich vorher gedacht habe.

    Aber es ist immernoch nicht so unbequem wie bei ihm zu sein und jeden Tag den eierlauf machen, doch nochmal zu versuchen, heraus zu finden wie die Sicht der Dinge gerade bei ihm ist, ob er getrunken hat, oder es tun würde, ob dies, ob das. Jeden Tag zu schauen mit welcher Version von ihm ichs heute zutun haben werde, ist er Verständnisvoll und macht (leere) Versprechungen, oder bagattelisiert er heute wieder...? Immer zu überlegen wie weit darf man jetzt kommentieren, oder wie, oder rutscht man dann doch wieder weiter in die Co Abhängigkeit aus der man sich eigentlich raus arbeiten möchte? Und das nicht kommentieren oder drüber reden - ganz ehrlich ist doch immer mit Faust in der Tasche, oder? Einem viele so viel ein was man da eigentlich zu sagen hätte, aber man "darf" nicht. Ist doch nicht schön. Der räumliche Abstand hilft soo sehr gedanklich mal ehrlich bei sich selber anzukommen, dass es fast jede unbequenlichkeit wert ist, finde ich.

    Selbst würde er zu dem Termin gehen und erstmal wie bekehrt zurück kommen, was würde es dich gekostet haben, hättest du dich um Abstand bereits gekümmert?


    Alles Gute!