Hallo liebe jump! Und alle anderen!
Ja es ist wirklich lange her und schon so oft wollte ich schreiben aber ich bin meistens zu erschöpft. Ich lese aber täglich mit
Es ging und geht vieles drunter und drüber. Es gibt immernoch offene Baustellen die mich azfwühlen. Aber es geht mir gut.
Seit diesem Jahr bin ich wenigstens so stabil das ich mir kein Geld mehr leihen muss für essen oder ähnliches.
Die Wohnung ist auch noch nicht fertig, ei Raum muss immernoch gestrichen werden was mich total nervt. Aber wenn die Kinder schlafen habe ich keine Kraft mehr dazu.
Im August bekommen beide endlich einen Kita platz, darauf freue ich mich einerseits total, weil die 24/7 Betreuung schon anstrengt ist aber ich hab auch Angst Was auf mich zukommt, insbesondere finanziell.
Was ich sehr genieße ist die zunehmende ruhe im kopf. Ich habe eine Tagebuch app auf dem Handy, mit werden immer Beiträge von vor einem Jahr angezeigt. Manchmal lese ich sie mir durch und bin selbst erschüttert, was ich da alles ausgehalten habe und wie schlecht es mir eigentlich ging. In dem Ausmaß konnte ich das früher gar nicht wahrnehmen oder habe es von mir weg geschoben. Heute ist es ganz klar das nichts von dem was passierte irgendwie tragbar war.
Selbst in den guten Phasen, ging es mit schlecht weil sich einerseits Hoffnung breit machen wollte aber auf der anderen Seite schon ein Teil von mir wusste das es mir wieder den Boden unter den Füßen weg reißen würde.
Das alles kann man erst mit echtem Abstand sehen
Nachdem ich in die Wohnung gezogen bin ist mein ex im Prinzip schon in der Stadt geblieben und von Couch zu Couch, das Haus stand 4 Monate sozusagen leer- also die Möbel die er behalten wollte standen noch drin aber er ist nicht ausgezogen.
Im Januar war der Termin zur Räumung. Da es auch mich betrifft hatte ich noch einmal meine hilfe mit dem ausräumen angeboten ich hätte nämlich gerne auf die Räumung verzichtet.
Es kam aber wie es immer kam und er hatte sich nicht mehr gemeldet. Erst einen Tag vorher die wichtigsten Sachen raus geholt, die nun in meinem Keller stehen. Der Rest wurde geräumt. War dann halt keine zeit mehr.
Er hat weiter keine Wohnung und meldet sich bei mir alle paar wochen Mal wegen der Kinder.
Für sie ist das hart manchmal sehen sie ihn aber eben sehr unregelmäßig. Das tut mir echt weh.
Ansonsten hat diese Zeit mir noch gezeigt wie daneben es war zu glauben, das alles sei meine verantwortung, dass es irgendwie doch weiter geht, dass er irgendwie doch noch wenigstens das nötigste für ein geregeltes Leben tut etc.
Denn irgendwie findet er immer wieder Menschen, die den Schaden den er verursacht irgendwie auffangen, und da weiter machen, wo ich aufgehört habe .
Naja, wenn wir uns dann mal alle paar Wochen sehen wegen der Kinder redet er oft davon wie leid ihm alles tut, wie sehr er mich doch immernoch liebt und sich wünscht wir würden wieder zueinander finden.
Mir kommt es so vor, als genieße er diese Rolle des armen verlassenen Ehemannes eigentlich
Wo ihm vorher alle sagten er solle mal endlich wieder zu seiner Familie gehen, nachdem er ja schon tagelang Party gemacht hatte, erntet wr jetzt von allen Seiten Mitgefühl und verständnis für seine Eskapaden.
Zu seiner Mutter (ebenfalls Alkoholikerin) habe ich den kontakt erst vor kurzem abgebrochen, nachdem sie auch eine deutliche Grenze überschritten hat.
Das tut so gut und alles ist echt schwer, vor allem fehlen mir Auszeiten, und ein ausgleich was die kinder angeht. Die Frage welchen Hobbys ich gerne nachgehen würde oder was mir gut täte stellt sich eben gar nicht, es ist als sei mein Leben pausiert und ich existiere nur noch als Mutter.
Das war vorher leichter weil die große in die Kita ging. Alles andere ist dennoch besser, und trotzdem aller Widrigkeiten und Umstände bin ich einfach nur froh das dieses völlig absurde Theater vorbei ist.
Alles in einem also noch nicht so gut, aber ich weiß das ich auf einem weg bin der auch wieder bergauf führen wird, und versuche guter Dinge zu bleiben. Das ist viel mehr als ich hätte, wäre ich bei ihm geblieben.
Alles Liebe