Hallo,
Ich wollte nochmal die letzten Tage revue passieren lassen...
Und schäme mich ein bisschen, dass jetzt zuzugeben🙈
Mein Mann kam Dienstag nach Hause, wir haben gestritten, am nächsten Tag nochmal viel geredet und uns tatsächlich versöhnt... Diese Geschichte mit der Nummer konnte er mit erklären und auch zeigen.
Ich weiß, dass die ganzen Probleme nicht weg geredet wurden, und ich bin mir relativ sicher, dass es nur aufgeschoben ist. Aber ich bin denke ich einfach nicht bereit gewesen.
Ich hab ihn beim Reden viel angeschaut und mich die ganze Zeit gefragt liebe ich wirklich ihn, oder ist das bloß die Sehnsucht nach der Art von Beziehung, die wir mal hatten oder sind das Ängste vor der Zukunft..
Und ich habe Angst vor der Zukunft (so oder so) und ich Trauer der Zeit hinterher wo wir so unbelastet waren und jeder Tag so schön war. Aber ich liebe ihn auch.
Ich möchte einfach gerne bei ihm sein, wir können so viel zusammen lachen, ich kann ganz ich selbst sein, jeden Gedanken mit ihm teilen ohne Angst verurteilt zu werden.
Naja, jetzt habe ich mich groß und breit gerechtfertigt, vor euch und vor mir selbst.
Er versucht gerade ein paar Dinge anders zu machen. Und ich tue dasselbe.
Ich möchte jetzt weiter auf meinem Weg bleiben, und seine Probleme los lassen und auf mich hören.
Ich möchte unbedingt wieder unabhängiger werden und Dinge die mir wirklich wichtig sind besser durchsetzen.
Ich habe wieder angefangen morgens Yoga zu machen, schreibe in mein Tagebuch und möchte mich jetzt voll auf mich konzentrieren.
Gestern waren wir essen mit seiner Schwester und den Kindern. Sie hat ganz viele Fotos von uns gemacht. Als sie mir die geschickt hat ist mir aufgefallen, dass ich in den letzten 2 Jahren 10 Jahre gealtert bin.
Meine Ausstrahlung ist weg. Mein Lächeln sieht traurig und gezwungen aus, ich gefalle mir überhaupt nicht mehr.
Aber das liegt nicht an ihm. Das liegt daran das ich mich runter ziehen lasse.
Wir haben jetzt eingerichtet, dass ich den Zugang zu seinem firmenkonto habe.
So verwalte ich jetzt alles was rein kommt.
Er arbeitet auch wieder mehr. Jetzt können wir endlich aus dieser finanziellen "Schieflage" raus kommen.
Und ich habe ja das Auto wieder, so kann ich Sachen planen, Freunde treffen oder einfach mal mit den Kindern zum Spielplatz.
Das sind 2 Punkte die mich das letzte Jahr sehr runtergezogen hatten.
Kein Geld und keine Möglichkeiten haben. Bei uns im Dorf gibt es keine einzige Einkaufsmöglichkeit, keinen Bäcker, keinen Kiosk, keinen Spielplatz, gar nichts.
Ich habe mich immer wie gefangen gefühlt.
Kein Bus fuhr, und ohne einen Euro in der Tasche fallen sowieso viele Unternehmungen weg.
Jetzt habe ich wieder mehr Möglichkeiten. Und ich möchte sie nutzen.
Ich bin motiviert durch zu starten, ich will mit selbst wieder gefallen (nicht nur optisch, sondern auch meine Leichtigkeit und Gelassenheit zurück bekommen).
Und ich zieh das jetzt einfach durch. Und entweder findet er in der Zeit einen Weg, auch wieder nach vorne zu kommen, oder wir werden eines Tages wohl nicht mehr zusammen passen.
Aber jetzt habe ich nicht mehr das Gefühl, dass er mich daran hindert am Leben teilzunehmen , jetzt fühle ich mich ein ganzes Stück freier.
Ich fordere mehr Rücksicht ein.
Ich hab ganz klar gemacht familienzeit ist keine trinkzeit. Beim Essen ein Glas Wein muss mich nicht stören (das tut es noch, aber nicht weil er sich im Wesen verändert, sondern weil ich mir wünsche er gibt das Trinken auf. Aber daran möchte ich auch arbeiten, solange er nicht nach Alkohol riecht oder merklich angetrunken ist, ist es ja "sein Bier ")
Sobald er das übertreibt, ist er raus. Das war schon früher so, dass wenn wir aus gegangen sind und er mir zu viel getrunken hat, ich die Unternehmung mit ihm sofort abgebrochen habe, und entweder nach Hause bin oder ohne ihn weiter gezogen bin. Damit habe ich kein Problem.
Er hat den harten Alkohol zuhause selber weg geschüttet habe ich gesehen. Er hat auch schon lange kein pep mehr zuhause und konsumiert das wohl noch, wenn er mit seinen Freunden ist.
Von denen distanziert er sich aber auch, tägliche Telefonate etc gibt es nicht mehr.
Er möchte sie noch gelegentlich treffen, aber er wünscht sich eigentlich selbst einen neuen Freundeskreis...
Also, auch wenn ich so gesehen einen Rückschritt gemacht habe, ich bin motiviert durch zu starten. Meine Gedanken kreisen jetzt nicht mehr ausschließlich um ihn. Ich glaube das muss für mich der 1. Schritt sein.
Wie sollte ich auch eine Trennung durch halten wenn er das einzige ist was in meinem Kopf rum schwirrt?!
Erstmal zurück zu mir. Dann, wenn er nicht auch aus dieser abwärtsspirale raus kommt, weg von ihm.
Danke fürs lesen.