Ich bin froh, dass ich vollstes Verständnis von meinem Mann habe in dem Punkt und nicht jemanden, der versucht dagegenzureden.
Irgendwann wird das auch wieder gehen, ich glaube, ich hab es gestern schon geschrieben, es läuft nicht weg. Aber ich werde es mit der Therapeutin besprechen und habe es mir in ein kleines Notizbuch geschrieben. Letzteres mache ich, weil ich gern herausfinden möchte, welches meine Trigger sind; sei es für den Griff zur Flasche (Alleinsein, Angst…) oder um ein craving auszulösen (Restaurantbesuch…). Einkaufen gehen z.B lässt mich kalt. Dafür denke ich oft auf meiner letzten Gassirunde mit dem Hund ans Trinken - häufig bin ich danach noch beim Supermarkt vorbei und habe Wein gekauft. Die Gassirunde kann ich nicht vermeiden, das ist ein Punkt, wo ich dann einfach durch muss, fürchte ich. Der Hund kann ja nicht meinetwegen einhalten und ich hoffe einfach, dass es mit der Zeit besser wird. Nicht missverstehen: Ich muss nicht hart an mich halten, um nicht im Supermarkt zu enden. Es ist ein wenig dieses nervöse Gefühl und der Gedanke, dass ich sonst oft Wein geholt habe danach. Es spielt auch keine Rolle, ob ich zu Fuß losgehe und in der Nähe meine Runde drehe oder ob ich mit dem Auto etwas weiter fahre. Also muss ich durch.
Ich hoffe, es ist wie beim Rauchen und irgendwann sind die Gedanken einfach weg. Ich sehe da ein paar Parallelen im Suchtgedächtnis und beim Rauchstopp wurde das über Wochen langsam weniger, schleichend und irgendwann dachte ich ‘Wow, ich hab seit einer Ewigkeit nicht an eine Kippe gedacht.’
Da ist eine weitere Parallele: Neben den gesundheitlichen Aspekten hat mich das Gefühl von fremdgesteuert sein genervt. Ich habe meinen Tagesablauf so geplant, dass immer noch Zeit fürs Rauchen war zwischendurch. Ein Termin? So planen, dass ich noch eine rauchen kann davor. Reisen waren die Hölle, elf Stunden nicht rauchen wegen eines Fluges. Mit dem Trinken ging es mir zuletzt auch so. Überlegen, ob ich abends trinken kann oder ob ich am nächsten Tag früh raus muss und nicht verkatert sein kann. Zwanghaft Alk kaufen müssen und trinken, obwohl ich eigentlich nicht wirklich wollte. Nicht aufhören können…
Möge es alles Vergangenheit sein.
Leli