6x das Wörtchen "muss" in Deinem Update heute. Das klingt (für mich) irgendwie nach einer Art Druck- auch wenn Du ja immer schreibst, dass Dir das Freude macht alles.
Wörter können große Macht ausüben, auch für einen selbst.
6x das Wörtchen "muss" in Deinem Update heute. Das klingt (für mich) irgendwie nach einer Art Druck- auch wenn Du ja immer schreibst, dass Dir das Freude macht alles.
Wörter können große Macht ausüben, auch für einen selbst.
Ich fühle mich aktuell nicht in der Lage an langen Diskussion teilzunehmen. Es werden Wörter verdreht und es fehlt teilweise komplett die Empathie. Deshalb halte ich mich raus.
Keine Mutmaßung, Marie04
Ja, aber wenn es sich um Nahestehende oder Familie handelt, ist das mit der "freiwilligen" Isolierung nicht so ganz einfach. (Ich weiß, hat auch nie jemand behauptet...).
Und der nasse Außenseiter im trockenen Umfeld ist doch eher die Ausnahme.
Jeder Mensch hat doch das Bedürfnis, irgendwie "dazuzugehören" irgendwie.
Rene72 Doch! Also mir bringen solche Betrachtungen sehr viel! Denn genau dieses Gefühl, ein Außenseiter zu sein, kann mich in solche massiven inneren Untiefen ziehen, dass mir "alles egal" wird und ich extrem gefährdet bin, wieder selbst zu trinken.
Das sind echt heftige Zustände von Isolation zeitweise. Dagegen muss ich mich gedanklich wappnen.
Hallo Pilatesqueen! Wichtig ist aber in jedem Fall, dass Du das Ultimatum nicht nur stellst, sondern es ggf.auch wirklich durchsetzt. Sonst wird er Dich nie wieder ernstnehmen.
Interessant, dieser Diskussionsverlauf - denn ich habe mit meiner Zeile die Schuldfrage überhaupt gar nicht gestellt, die Du Hartmut darin gelesen zu haben meinst.
Vielen Deiner Betrachtungen und rhetorischen Fragen kann ich durchaus zustimmen.
Jedoch unterscheide ich vehement zwischen Schuld und VERANTWORTUNG! Das ist nicht dasselbe!
Ich bin verantwortlich dafür, die Trinkerei übertrieben zu haben- seien die intrapsychischen Gründe dafür, wie sie wollen - trotz Warnzeichen, ersten körperlichen Symptomen und allem rationalem Wissen.
Nur wenn ich mir diese Eigenverantwortlichkeit eingestehe, kann ich doch für möglich halten und die Zuversicht haben (derer es zwingend bedarf!), auch in eigener Verantwortung das Gegenteil dessen zu tun in der Lage zu sein: nämlich das Glas STEHEN ZU LASSEN.
(Danke Nayouk , Du hast es viel treffender formuliert, was ich meinte.)
Ich bin nicht wissentlich in die Sucht gerutscht.Als ich anfing exzessiv zu trinken, war mir nicht klar,das es in einer Sucht endet,
Nicht wissentlich. Aber dennoch hat man sich selbst in diese Situation gebracht. Kein anderer hielt mir das Glas an den Mund, Dagmar .
In meinen Augen versucht man sich aus der Eigenverantwortung zu stehlen, wenn man immer auf dem Begriff "Krankheit" herumreitet. Das macht auch die Abstinenz schwieriger.
Alex_aufdemweg , ich habe "kein Recht", Deinen Entschluss zu bedauern, da ich hier bisher fast "nur" lese.
Ich tu's trotzdem 🙃. Du nimmst viel wahr und verbreitest Empathie.
Alles Gute Dir! !
traut euch,
wir beissen nicht.
Das hat nichts mit "trauen" zu tun, sondern leider mit dem Datum. Es gibt Termine im Jahr, an denen z.B. Gastronomen grundsätzlich arbeiten müssen. Die Tage um den 1.5. gehören da leider dazu.
Insofern: gern noch einen anderen Herbst-Termin in der Mitte.
Ein Jahr. Das ist an sich "bloß ein Tag wie jeder andere". Er war gefüllt mit vielen Aktivitäten, mit Arbeit - und mit ganz vielen Gedanken.
Bis zum Abend war ich innerlich mit meinem Meilenstein allein. Ein bestärkendes oder anerkennendes Wort meines Partners gab es nicht. Dafür Blümchen und eine herzliche Umarmung von meiner Suchtberaterin, die ich heute anlässlich meines Einjährigen nochmals besuchte. Und Nachrichten von der Präsenz-SHG, in der ich einen guten und stabilen Platz finden konnte.
Jetzt sitze ich im warmen Abendlicht allein an einem Fluss und lasse das Jahr Revue passieren. Dieses Forum ist fester täglicher Bestandteil meiner Nüchternheit - wie auch die Psychoanalyse, die für 2 Jahre bewilligt wurde.
Mein (steiniger) Weg mit all seinen herausfordernden Schwierigkeiten ist mit dem heutigen Tag nicht zu Ende. Schon immer war ich in vielen Dingen ein "Spätzünder", und für ein paar Entscheidungen ist vielleicht die Zeit noch nicht reif.
Doch ich bleibe nüchtern. Alles ist nun einmal durch. Mein Umfeld ist großartig im Umgang mit meiner Abstinenz. Und ich bin DANKBAR, dass ich nicht kämpfen oder mich mit Verzichtsgefühlen quälen muss.
Es ist nicht alles Glitzer. Manchmal ist die Intensität des Lebendigen schwer auszuhalten. "Negative" Empfindungen, von denen ich glaubte, dass sie alkoholinduziert waren, waren dies NICHT und sind jetzt mitunter zu heftig. Dann kommt ein Winken aus der Suchthirn-Ecke. Ein Übungsfeld bleibt das.
GUT, dass es Euch hier gibt! 😀
Rennschnecke Ja, das sehe ich natürlich auch so! Ich wollte Schmidtty mit meinen Worten eigentlich nur anregen darüber nachzudenken, warum es für sie ein beängstigender Fakt ist, wenn ihr Sohn hier läse, was man von seinem objektiv respektlosen Verhalten hält. Mir kommt es so vor, als hast Du, Schmidtty , ANGST vor ihm. Und das merkt er sicher auch.
Liebe Schmidtty, jemand von der Moderation nimmt sich bestimmt Deines Namens bald an. Aber ich denke mir gerade: falls er wirklich mitliest, liest er auch, was hier alle von seinem Verhalten Dir ggü. halten. Das könnte ihn auch zur Reflektion bringen. Was befürchtest Du?
Ich könnte mir vorstellen, Murmel meint den geschlossenen Faden vom gesperrten "Aberwitz" ?
Interessant ist hierbei Deine Assoziation! Ich denke bei diesem Begriff nämlich grundsätzlich zuerst an Vanille. (Nicht an Whisky, weil der nicht "mein Getränk" war.)
Karamel mit Salz / Chili mit Bourbon-Vanille, warum nicht, vielleicht war es ja so 'ne exotische Kombi?
Es scheint da vielleicht, möglicherweise, auch eine Menge Verletzung mit im Spiel zu sein? Gewalt (auch verbale) erzeugt Gegengewalt- und ich bin nicht sicher, ob es das jetzt besser machen würde, Drohen und Anschreien.
Meinst Du, dass es vielleicht geht, Dich mit klaren Worten an einen Tisch zu setzen, und zu fragen, warum er Dich so bösartig behandelt, ihm (oder ihnen- Dein Sohn ist das ja wohl nicht allein, wenn ich das richtig las-) ruhig zu sagen, was das mit Dir macht, wenn er so mit Dir umgeht?
Hallo zusammen - und danke fürs "Anstupsen", @ Alex_aufdemweg !
Eure Antworten haben mich ganz schön erschreckt, oder verschreckt auch teilweise- deswegen schrieb ich erstmal ein paar Monate jetzt nichts mehr. Aber das ist wohl manchmal so bei den Neuen hier, und ich lese, dass es niemand "böse meint". ![]()
Nun kommt es mir aber langsam etwas "feige" vor, nur still und heimlich hier täglich mehrmals zu lesen. Unser Unternehmen ist ein Saisongeschäft von April bis Ende Oktober. In dieser Zeit war ich extrem beansprucht, wenig zuhause, und vom Handy aus zu tippseln ist mir da auch zu mühsam.
Nun ist mehr Ruhe. Ich möchte mich herantasten, wovon und wie anonym ich hier schreiben kann. Heute bin ich also 6 Monate und 27 Tage , also demnächst 7 Monate komplett abstinent und auch rauchfrei. Bisher wechselte ich weder den Job noch die Beziehung.
Von meinem Partner traue ich mich nicht zu verlangen, das gesamte Haus zu "ent-alkoholisieren". Warum, wovor ich da solche Angst habe, gilt es demnächst noch weiter zu ergründen! Es wäre außerdem ziemlich sinnlos, da unsere Firma mit all den (Flaschen-)Lagerräumen auf demselben übersichtlichen Grundstück liegt. Und die kann man ja nun nicht so ohne weiteres auflösen.
Diesen Zustand kannst Du in Zukunft nicht mehr halten ohne selbst wieder zu trinken.
Was ist also wichtiger für Dich?
lG WW
Diese These ist in meinen Augen gewagt. Ich halte mich für ziemlich reflektiert, oft sogar zu sehr. Das befähigt mich, mir meinen "sicheren Raum" im Inneren zu schaffen. Im Äußeren gibt es ihn allerdings auch (nur nicht zuhause): mein kleines Ferienhaus unweit von hier, wo ich jederzeit hin kann. Bisher funktioniert es bestens, mich in vereinzelten Momenten der Gefährdung innerlich dort "hinzubeamen" - und sofort ist das Suchthirn wieder still.
Die Arbeit als solche, der ständige Kontakt mit Alkohol, gefährdet mich deutlich weniger als befürchtet. Ich mache sie gern, bin ja auch eher im Hintergrund und im organisatorischen Umfeld tätig, weniger direkt an den Flaschen. Ich kann das gut abstrahieren. So, wie manche Bäcker ja auch ihren eigenen Süßkram nicht mehr anrühren, weil sie ihn nicht mehr sehen / riechen können oder sonst vielleicht zu dick werden oder Diabetes bekommen würden. (Etwas hinkender Vergleich.) Das Team weiß, dass ich Alkoholikerin geworden bin, und hat einen großartigen Umgang damit. (Von meinem Partner abgesehen.)
Die größte Anfechtung liegt darin, mich hin und wieder zu fragen, ob ich denn überhaupt "wirklich süchtig" bin, da es mir recht leicht fällt und kein großer Kampf ist, und ich ja nie "unter der Brücke" gelandet war...
. Das ist der kleine Sucht-Teufel auf der Schulter, der sich gelegentlich meldet. Er ist gut in die Schranken zu weisen, indem ich mir dann sofort mein Trinkverhalten in konkreten Situationen in Erinnerung rufe. Und wie die Rückfälle nach diversen vorangegangenen Rauchpausen abliefen. Das verscheucht ihn meistens schlagartig.
Meine Partnerschaft ist eine Riesenbaustelle. Er trinkt, hat inzwischen seine Verunsicherung gänzlich abgeschüttelt und kann gut damit leben, mich einfach als krank zu betrachten, ein bisschen zu bedauern manchmal, jedoch selbst damit nichts zu tun haben zu müssen (wollen). Dass ich mich ihm gegenüber zunehmend verschlossen habe und kaum noch Nähe möglich ist, nimmt er derzeit hin und hofft einfach auf "bessere Zeiten"...
Mein Umgang damit, ob, wie und wie lange das so weitergeht, ist ein Thema für ein anderes Mal- sonst wird das ja hier jetzt zu lang. Ich suche erstmal, was bei Dir, Alex_aufdemweg , so geschrieben steht. ![]()
Hallo! Das ist jetzt hier das ERSTE MAL , dass ich nach der anfänglichen Abschreckung im Frühling aus meinem stillen "Mitlese-Modus" auftauche.
Und ebenfalls DANKE sagen möchte! ! Das hat echt so RICHTIG gefehlt die letzten Stunden! TOLL, dass Du das hier machst! ![]()
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Ja, es sagen mir alle (Arzt, Therapeuten, SHG), dass die Herausforderung immens sein wird. Aber ich kann mich doch jetzt deswegen nicht auf der Stelle sofort von meinem Partner trennen. Da hängt auch viel zu viel dran! (Selbständigkeit usw.). Das wäre für mich eine panische Kurzschlussreaktion.
Ich habe richtige Furcht davor und noch überhaupt keine Perspektive, wie alles weitergehen kann- falls ich mich durch die Abstinenz stark verändern werde.
Von meinem Partner kann ich keine Abstinenz "mir zuliebe" verlangen. Es ist unser Beruf, der mit dem Alk zu tun hat und auf Alk gründet. Außerdem war der bisher ein starkes Bindeglied unserer Beziehung- es steht total in den Sternen, was jetzt von dieser übrigbleiben oder sich neu bilden wird.
Er leidet schon jetzt auch unter massiven Verlustgefühlen.
Mich würden da Eure Erfahrungen wirklich interessieren.
Danke für den Link, Elly!
Hallo Elly! Danke für Deine schnelle Antwort!
Was das Kundtun meiner Abhängigkeit und des Nicht-mehr-Trinkens betrifft, bin ich bisher ausgesprochen "wählerisch". Oder vorsichtig, besser gesagt. Mein Partner weiß es- leider trinkt er selbst viel zuviel und regelmäßig. Wir haben zu zweit ein eigenes Unternehmen und sind abhängig voneinander. Meiner Mutter sagte ich es auch, sowie zwei Freundinnen = Kolleginnen. Ansonsten konnte ich es schon zwei weiteren Personen mitteilen, die mir nicht so wichtig sind, und deren Reaktionen ich deswegen nicht fürchten musste.
Hallo liebes Forum!
Super, Euch gefunden zu haben! Seit März lese ich hier viel und versuche nun, mich Euch vorzustellen. Das gestaltet sich etwas schwierig, weil meine Umstände einen höheren Wiedererkennungswert haben - ich hoffe, mich dann bald im geschützteren Bereich mit Euch austauschen zu dürfen.
Heute ist der 29.Tag, den ich keinen Alkohol mehr getrunken habe.
Schon 2010 habe ich zum ersten Mal hier um Aufnahme gebeten, wurde aber damals abgelehnt, da ich noch nicht mit Sicherheit sagen konnte, dass ich Alkoholikerin bin. Jetzt - 14 Jahre später - muss und kann ich das: JA, ich bin Alkoholikerin. Und meine Entscheidung, nüchtern zu bleiben, ist endgültig- die Abstinenz soll lebenslang bestehen bleiben.
Ein wenig zu mir: Ich bin mittleren Alters, es begann mit der Trinkerei recht klassisch: mit 14 der erste Rausch mit Filmriss in einer Gruppe, in der ich die Jüngste war und mit den "Größeren" mithalten wollte. Meine zersplitterte Herkunftsfamilie ist Dynastie eines Berufsstandes, bei dem das "kultivierte" Trinken zum Lifestyle dazugehört. Allerdings gab es nur einen, der außer mir Alkoholiker war. Trotzdem wurde das Trinken vorgelebt. Während der letzten drei Schuljahre hatte ich bereits den Ruf, besonders "trinkfest" zu sein und begann, z.B. die Qualität von Weinen zu differenzieren. Verschiedene Jobs mit hoher Affinität zu Alkohol begünstigten, dass eine Regelmäßigkeit meines Trinkverhaltens eintrat. Aber die Kontrolle endgültig verlor ich dann durch das Ende einer traumatisch verlaufenen Beziehung. Seitdem trank ich dann auch alleine vor mich hin.
Ich gehörte zu den sog. "Spiegeltrinkern". Immer über den Tag verteilt kleine Schlucke, sodass man es nicht merkt und ich weiter funktionierte. Gelegentlich kamen dann auch noch abends haltlose Gelage on top. Ich wurde immer streitsüchtiger, aggressiver einerseits, andererseits aber auch gefühllos, es gab kaum noch etwas, das mich erreichte- weder Schönes noch Sonstiges.
Das war dann der Punkt, eines Abends zu beschließen: So geht´s nicht weiter! Erstmal zur Suchtberatung, dann zum Hausarzt. Die Entgiftung konnte ich aus diversen Gründen nicht stationär machen, aber hatte keine Entzugserscheinungen zum Glück! Mittlerweile habe ich zum großen Glück schon einen Platz für eine Analytische Psychotherapie ergattert. Dreimal war ich bisher bei einer Präsenz-Selbsthilfegruppe. Trotzdem bin ich auch hier bei Euch: weil es mir sehr viel leichter fällt zu schreiben, und man dadurch auch viel genauer hinsehen kann, mehr Ruhe zum Gedanken-Fassen und weniger Ablenkung hat.
Die letzten 4 Wochen waren ein einziges ZickZack mit extrem vielen Schwankungen. Die damit zu tun haben, dass ich derzeit mein berufliches UND privates Umfeld nicht alkoholfrei gestalten kann. (Ich kenne die Artikel hier - Grundbausteine, den Notfallkoffer und über den Kalten Entzug). Es würde den vollständigen Kollaps meiner derzeitigen Lebensumstände bedeuten. Umso stolzer bin ich, es jetzt schon soweit geschafft zu haben, dass das Vermissen des Alkohols etwas in den Hintergrund tritt. Ich schlafe besser (=erholsamer) und es sind auch weitere Veränderungen geplant + im Gange. (Fitnesstudio angemeldet und schon mehrmals hingegangen- hat gut getan.)
Nun hoffe ich sehr, dass dieses Mal die Aufnahme bei Euch bewilligt wird ;-). Werde gerne weiter viel von Euch lesen und in anderen Strängen mitschreiben., wenn ich denke, etwas vielleicht Hilfreiches zu äußern zu haben.
Danke fürs Lesen!