Guten Morgen,
ja, es war auch letztes Jahr im Frühjahr so, Hera , dass mit dem Aufkommen der ersten warmen Tage bei mir Bammel aufgekommen ist, ob ich abstinent bleiben kann, wenn die hellen, lauen Sommerabende kommen. Letztes Jahr um diese Zeit war ich aber auch noch relativ frisch abstinent, da hat so ziemlich alles Sorge um meine Abstinenz ausgelöst.
Völlig unbegründet, wie ich im Kopf weiss, weil der letzte Sommer, der erste abstinente Sommer, toll war. Ich hatte mich sehr gut gefühlt, auch weil ich die hellen,lauen Sommerabende tatsächlich mitgekriegt habe. So toll fühlte sich der Sommer an, dass ich dann im Herbst wieder diesen Bammel hatte, ob ich abstinent bleiben kann, an den langen gemütlichen Abenden vor dem Kamin im Winter... Und jetzt geht genau dieses Programm wieder los, obwohl ich doch weiss, dass ich es kann.
Ich habe mich gefragt woher das kommen mag, dass ich mich beim Übergang der Jahreszeiten so wackelig und unsicher fühle wie ganz am Anfang meiner Abstinenz. Ich glaube, es liegt daran, dass ich mir meiner Abstinenz nach wie vor nicht sicher bin. Als würde ich dem Frieden nicht trauen. Ich will unbedingt abstinent bleiben, und es ist mir völlig klar, dass in meinem Leben nie mehr was gehen wird mit Alkohol, das ist es nicht.
Es ist eher so, als würde ich mir selber nicht so ganz trauen. Die Möglichkeit, dass das Suchthirn übernehmen könnte, fühlt sich für mich immer noch sehr real und auch unangenehm nah an. Wahrscheinlich gehöre ich deswegen auch zu der übervorsichtigen Fraktion, und meide Alkohol wie die Pest. Weil ich mir nicht traue, meinem Handeln nicht vertraue, wenn Alkohol mir zu nahe kommen würde. Und so lange das noch so ist, bleibe ich einfach in dem Modus, als wäre ich noch im ersten Jahr.
Bei mir dauert es ja bekanntlich immer etwas länger, bis Dinge richtig angekommen sind 
Deswegen habe ich ja auch erst diesen Sommer konsequent dafür gesorgt, dass ich mich aus der Sommer-Situation hier rausnehme, weil mir das zu gefährlich ist. Es bräuchte ja bloss mal ein paar Tage lang ein trinkfreudiges Trüppchen zu kommen, das würde mich schon ziemlich ausm Gleichgewicht bringen.
Obwohl ich mich ja sowieso aus dem Gästebereich zurückziehen will. Und die Generalprobe hat gut geklappt, Thalia1913 . Ich habe mir wenig Umstände mit der Gästin gemacht, ich habe einfach mein Ding weiter gemacht, und wenn wir uns per Zufall kreuzten, bin ich natürlich schon auf einen Schwatz stehen geblieben, aber ich fühlte mich nicht zuständig für ihr Wohlergehen. Hat sie aber auch bestens ohne mich hingekriegt, heute wird sie wie geplant weiter reisen.
Das gesagt, geh ich sie jetzt gleich mal suchen, zum Abschied nehmen!