Guten Abend,
heute mal wieder ein Update von mir.
Ich lese hier jeden Morgen und jeden Abend mit. Das ist inzwischen ein Ritual geworden. Manchmal mag ich meinen Senf dazu geben und ein anderes Mal lieber nicht. Ich lese auch parallel bei einigen Alkoholikern mit, weil ich Erkenntnisse daraus ziehen kann.
Ich habe meinen Noch-Mann nun seit 4 Monaten nicht mehr gesehen und seit ein paar Wochen haben die WhatsApp Nachrichten sich stark reduziert. Ich habe mich gefragt, wie es ihm geht und ich muss noch immer täglich an ihn denken. Ich bin froh, dass er nicht mehr in meinem Alltag ist und es gibt Tage da bin nur unfassbar wütend auf ihn. Dieser Scherbenhaufen, den er zurückgelassen hat ist kaum in den Griff zu kriegen. Erschwerend kommt hinzu, dass er sich weiter versteckt und ich mich durch den Behörden-Irrsinn kämpfe.
Und trotzdem gibt es Tage, da bin ich traurig, weil alles so gekommen ist. Letzte Nacht stand meine jüngere Tochter plötzlich weinend an meinem Bett und hat mir gesagt, dass sie ihren Vater vermisst. Den Mann, der er einmal war und der Mann, der hier vor ein paar Monaten durchgedreht ist, den hasst sie. Ich fühle genauso und kann das nicht einfach abstellen.
Aber jetzt kommt die Weihnachtszeit. Das war ihm immer besonders wichtig. Und dann kommen Gedanken wie: Ist er allein zu Weihnachten? Ist er einsam? Und dann kann ich nicht mal mehr alte Fotos ansehen. Ein komplettes Gefühlsdurcheinander.
Die Tage bekam ich eine Ladung zu einer Gerichtsverhandlung. Er hat das Familiengericht wegen der Wohnungszuweisung angeschrieben und nun gibt es noch vor Weihnachten eine mündliche Verhandlung. Das arbeitet in mir. Alle beschwichtigen mich, dass es nur reine Formalität ist und ich mir keine Sorgen machen muss. Was aber, wenn da ein Richter sitzt, der das anders sieht? Und schon hat er wieder Unsicherheit in mein Leben gebracht. Viel schlimmer für mich ist der Gedanke, dass ich ihn sehen muss. Ich zittere schon bei dem Gedanken daran. Ich habe den handschriftlichen Brief bekommen, den er dem Gericht geschickt hat und ich habe seine Schrift fast nicht wiedererkannt. Es zeigt ganz klar, wie schlecht es ihm inzwischen gehen muss. Ich weiß nicht ob ich den Anblick ertragen kann.
Warum tut er mir das an? Warum ist er nicht einfach glücklich, dass er jetzt ungestört trinken kann? Warum lässt er mich nicht einfach in Ruhe? Das ganze emotional zu verarbeiten ist schon schwer genug und dann kommt er immer wieder mit neuem Störfeuer um die Ecke.
An manchen Tagen fehlt mir jegliche Kraft weiter zu machen. Aber ich habe keine andere Wahl. Ich kann ja wohl kaum aufgeben und ihn wieder einziehen lassen.
Sorry, für mein deprimierendes Update heute, aber so ist das Leben.
LG
☀️ ( heute hinter einer ganz dicken Wolke)