Sonnenschein CoA - Ich will MEIN Leben zurück

  • Hallo liebe Sonnenschein,

    Es ist schön von dir zu lesen, wie’s dir und den Kindern geht.
    Bei dem Thema Wesensänderung finde ich es richtig verstörend, wie jemand so anders sein kann. Du kennst deinen Mann ja nicht seit gestern! So wie ich meinen.
    Manchmal frage ich mich, wie kann man sich so verändern, dass Grundsätze, Werte, Moral komplett die gegenteilige Richtung auf dem Kompass zeigen. Verrückt!

    Du machst es super, bleib bei deinem Kurs 💪

    Liebe Grüße Ino

  • Guten Abend,

    heute mal wieder ein Update von mir.

    Ich lese hier jeden Morgen und jeden Abend mit. Das ist inzwischen ein Ritual geworden. Manchmal mag ich meinen Senf dazu geben und ein anderes Mal lieber nicht. Ich lese auch parallel bei einigen Alkoholikern mit, weil ich Erkenntnisse daraus ziehen kann.

    Ich habe meinen Noch-Mann nun seit 4 Monaten nicht mehr gesehen und seit ein paar Wochen haben die WhatsApp Nachrichten sich stark reduziert. Ich habe mich gefragt, wie es ihm geht und ich muss noch immer täglich an ihn denken. Ich bin froh, dass er nicht mehr in meinem Alltag ist und es gibt Tage da bin nur unfassbar wütend auf ihn. Dieser Scherbenhaufen, den er zurückgelassen hat ist kaum in den Griff zu kriegen. Erschwerend kommt hinzu, dass er sich weiter versteckt und ich mich durch den Behörden-Irrsinn kämpfe.

    Und trotzdem gibt es Tage, da bin ich traurig, weil alles so gekommen ist. Letzte Nacht stand meine jüngere Tochter plötzlich weinend an meinem Bett und hat mir gesagt, dass sie ihren Vater vermisst. Den Mann, der er einmal war und der Mann, der hier vor ein paar Monaten durchgedreht ist, den hasst sie. Ich fühle genauso und kann das nicht einfach abstellen.

    Aber jetzt kommt die Weihnachtszeit. Das war ihm immer besonders wichtig. Und dann kommen Gedanken wie: Ist er allein zu Weihnachten? Ist er einsam? Und dann kann ich nicht mal mehr alte Fotos ansehen. Ein komplettes Gefühlsdurcheinander.

    Die Tage bekam ich eine Ladung zu einer Gerichtsverhandlung. Er hat das Familiengericht wegen der Wohnungszuweisung angeschrieben und nun gibt es noch vor Weihnachten eine mündliche Verhandlung. Das arbeitet in mir. Alle beschwichtigen mich, dass es nur reine Formalität ist und ich mir keine Sorgen machen muss. Was aber, wenn da ein Richter sitzt, der das anders sieht? Und schon hat er wieder Unsicherheit in mein Leben gebracht. Viel schlimmer für mich ist der Gedanke, dass ich ihn sehen muss. Ich zittere schon bei dem Gedanken daran. Ich habe den handschriftlichen Brief bekommen, den er dem Gericht geschickt hat und ich habe seine Schrift fast nicht wiedererkannt. Es zeigt ganz klar, wie schlecht es ihm inzwischen gehen muss. Ich weiß nicht ob ich den Anblick ertragen kann.

    Warum tut er mir das an? Warum ist er nicht einfach glücklich, dass er jetzt ungestört trinken kann? Warum lässt er mich nicht einfach in Ruhe? Das ganze emotional zu verarbeiten ist schon schwer genug und dann kommt er immer wieder mit neuem Störfeuer um die Ecke.

    An manchen Tagen fehlt mir jegliche Kraft weiter zu machen. Aber ich habe keine andere Wahl. Ich kann ja wohl kaum aufgeben und ihn wieder einziehen lassen.

    Sorry, für mein deprimierendes Update heute, aber so ist das Leben.

    LG

    ☀️ ( heute hinter einer ganz dicken Wolke)

  • Hallo Sonnenschein,

    ich kenne deinen ganzen Faden nicht, aber eines steht fest. Das mit deinen Kindern tut mir wirklich leid. Die können nichts dafür und tragen trotzdem die ganze Situation mit. Genau deshalb ist es wichtig, dass du deinen Weg gehst und dich und die Kinder schützt. Was er macht oder nicht macht, kannst du nicht beeinflussen. Was du machst, bleibt. Und das zählt.

    Als Alkoholiker kann ich dir sagen: Ein trinkender Mensch ist nicht glücklich. Da fühlt man entweder gar nichts oder nur Extreme. Schmerz, Panik, Absturz.

    Zum Gericht: Mach dir da nicht zu viele Horrorszenarien. Die Richter sehen solche Fälle ständig. Die wissen genau, wie Alkohol Familien zerstört. Bleib ruhig, sag klar, was Sache ist, und bleib bei den Fakten.

    Du machst das gut. Und du wirst da durchkommen. Auch wenn es sich gerade schwer anfühlt. Und am Ende werden deine Kinder sehen, wer sie wirklich getragen hat.

    LG

  • Hallo Liebe Sonnenschein,

    Erstmal schicke ich dir eine dicke Umarmung. Ich kann gut nachfühlen, wie es dir geht. Vermutlich ist dein Mann alles andere als glücklich. Er hat so viel verloren durch seine Aktionen. Es ist trotzdem so, dass Manches nicht rückgängig gemacht werden kann.
    Vor dem Gericht würde ich mich nicht fürchten, deine Geschichte spricht Bänder und es war auch keine Gefälligkeit, dass dein Mann fern von euch bleiben musste.
    Mein Mann hat erst vor kurzem realisiert, dass ich es ernst gemeint habe und dass jetzt schlicht und einfach Schluss ist. Dann kam die Aussage, sein Leben mache keinen Sinn mehr.
    Liebe Sonnenschein, sei weiterhin für dich und die Kinder da, das kannst du nämlich ganz gut! ❤️

    Liebe Grüße Ino

  • Hallo Ino,

    ich habe mich über dein Update in deinem Faden gefreut. Das wollte ich dir eigentlich noch schreiben und dann kamen wieder 100 Sachen dazwischen.

    Wie geht es mir? Heute war wieder ein anstrengender Tag und nächste Woche wird noch stressiger. In der Arbeit habe ich noch so viel zu tun bevor zum 31.12. Fristen auslaufen. Seit Wochen arbeite ich an einem Tag am Wochenende zusätzlich, damit ich das irgendwie schaffe. Das schlaucht. Und dann sind da noch die vielen Privattermine, die mir die Arbeitszeit rauben. Allein nächste Woche. Montag Nachmittag mit beiden Kindern Termin bei der Psychotherapeutischen Ambulanz. Dienstag Nachmittag muss vor Gericht dank meinem Noch-Mann. Abends dann Gott sei Dank SHG. Das werde ich nötig haben. Mittwoch Früh Führerscheinstelle, weil ich zu denen gehöre, die bis Januar noch ihren Führers eintauschen müssen. Abends die kleine Tochter zur SHG bringen. Und dann noch täglich morgens einplanen, dass aufgrund von Lehrermangel der Unterricht spontan immer mal wieder erst zur 2. oder 3. Stunde anfängt und aufgrund von Umbauarbeiten genauso spontan der ÖPNV nur bedingt funktioniert. Also improvisieren und Kind in die Schule fahren, was meinen Arbeitstag morgens schnell mal um 1,5-2,5 Stunden später starten lässt.

    Gott sei Dank haben wir heute einen Christbaum gefunden. Ein Problem weniger.

    Ich habe heute mit meiner Anwältin telefoniert, weil mir der Gerichtstermin am Dienstag schlaflose Nächte bereitet. Sie meinte ich muss mir keine Sorgen machen, es wird sich nichts ändern und das Gericht hätte wohl eine Anschrift von ihm, die wir dann mit dem Urteil/Beschluss mitgeteilt bekommen. Aus ihrer Sicht kann mich das nur weiter bringen.

    Nur das Thema, dass ich ihn sehen muss macht mich weiterhin fertig. Kennt das jemand? Es fühlt sich so an als müsse man seinem Peiniger gegenübertreten und dann hat man trotzdem die Angst im Nacken, dass man Mitleid hat, die Kontrolle verliert und unangemessen reagiert. Je näher der Tag rück, um so nervöser werde ich.

    Ansonsten läuft es gut. Zumindest zwischenmenschlich bei mir und den Mädels. Ich freue mich auf Weihnachten und auf die Zeit zwischendurch, wo ich einfach ausschlafen und auch mal nichts tuen kann.

    LG ☀️

  • Ich kenne das, liebe Sonnenschein. Bei mir ist es mit mehr Zeit einfacher geworden und auch mit viel Arbeit an mir selbst. Heute kann ich ihm gegenüber treten und kann ihn "händeln", weil ich weiß wie er funktioniert. Er war aber nicht handgreiflich. Du wirst das gut schaffen und ich gebe deiner Anwältin Recht, es ist wieder ein Schritt nach vorne.

  • Liebe Sonnenschein,

    Tatsächlich klingst du müde von dem Ganzen, Ich habe ähnliche Empfindungen wie deine, es ist schwierig den Alltag mit Job, Kind, Aktivitäten, Artztermine etc zu stemmen. Mir fehlt auf, es benötigt so viel Flexibilität, insbesondere diese Situationen mit den Stundenausfällen in der Schule, bei uns läufst genauso wie du es beschreibst. Es ist ein Rennen von A nach B über D. Ich arbeite mittlerweile zusätzlich spät abends, da ich sonst nicht nachkomme.
    Ich kann auch sehr gut nachempfinden, dass du gestresst bist wegen des anstehenden Wiedersehens mit deinem Mann. Ich glaube schon, dass du es gut hinbekommen wirst. Aber die Anstrengung und die Nerven kosten Kraft, diese wünsche ich dir ❤️

    Liebe Grüße Ino

  • Vielen Dank liebe Ino.

    Das ist das Los von alleinerziehenden Müttern. Du kennst das ja auch. In der Rückschau betrachtet, war es bei mir nie anders. Mein Ex hat immer „nur“ gearbeitet. Ich möchte ihm das nicht negativ auslegen. Es gab Zeiten (vor seiner Sucht)da war er viel beruflich unterwegs und hat abends immer lange gearbeitet. Und am Wochenende „musste“ er sich ausruhen. Und trotzdem hatte er seine Männerwochenendausflüge und seine abendlichen Treffen mit Freunden einplanen können. Ich hab mich schon immer um alles gekümmert und ich habe auch immer mindestens 30 Stunden gearbeitet. Kinder, Homeschooling, Elternabende, Schulveranstaltungen, Arzttermine, Playdates, Finanzen/Papierkram, Steuererklärung, Putzen, Wäsche, Einkauf und nicht mal mein Auto wollte er ab und zu waschen. Ich war schön blöd. Aber somit ist das für mich grad keine große Umstellung. Ich habe sogar weniger Wäsche, weniger Dreck und Unordnung, weniger ungesundes Zeug im Kühlschrank und weniger Sorgen und Diskussionen.

    Es gibt nur stressig Zeiten und weniger stressig Zeiten. 😊

    LG ☀️

  • Hallo zusammen,

    für mich zur Doku und für alle, die es interessiert, ein Update.

    Gestern war ich mit beiden Kindern in der Psychotherapeutischen Ambulanz und die Leiterin für das Erstgespräch war nicht nur super nett, sondern ein wahrer Engel. Beide Kinder bekommen voraussichtlich ab Februar feste Therapietermine und für meine große Tochter hat sie heute auch noch einen Psychater kontaktiert, der sie aufnimmt. Ich bin total happy.

    Die Gerichtsverhandlung heute hat mir alles abverlangt. Ich musste nichts sagen, aber mein Ex hat sich in ganzer Pracht gezeigt. Es war eine Farce. Es bleibt alles beim alten, der Beschuss bleibt bestehen. Er hat eine Stunde lang Unwahrheiten erzählt, die er selbst zu glauben scheint. Er ist in einem schlechten Zustand. Das zu sehen und auszuhalten war unerträglich. Ich war hin und hergerissen zwischen Fassungslosigkeit und Scham. Ende gut, alles gut.

    Ich war grad noch in meiner SHG und nun bin ich glücklich und entspannt im Bett. Ich freue mich auf den morgigen Tag und ich spüre wieder etwas wie Motivation. Ich bin befreit.

    LG ☀️

  • Kurzes Update an mich.

    Ich frag mich grad ob ich im falschen Forum gelandet bin.

    Es entsteht eine Diskussion über die CO-Abhängigkeit. Man darf sich äußern, aber wenn die Betroffenen zu viel diskutieren, wird um Beendigung des Themas gebeten. Obwohl der Thread-Inhaber die Diskussion weiter führen will und offensichtlich noch nicht alle Sichtweisen dargelegt sind. Dann wird man in einen anderen Thread verwiesen, wo man auch wieder weiter geschickt wird, bis letztlich ein neue Thread aufgemacht wird und die Diskussion inzwischen vor lauter Frust zum Stillstand gekommen ist.

    zumal ich mich nie abfällig gegenüber co's geäussert habe, auch wenn mir einige sachen sehr auf die nerven gehen. ein kleines beispiel, eure stetige rumdokterei, oh heute ist er/sie ein narzist. na sowas auch. erst bekommt man den partner nicht mal dazu zuzugeben das alki ist und prompt kommt von euch die diagnose, na dann muss es narzismus sein. is ja logisch...mal sehen welche sau wir dann nächste woche durch die gassen treiben


    narzist, ptbs und und und.... was soll das? gibts die richtige würze oder reicht der alk nicht aus?

    Und das setzt den ganzen die Krone auf. Ich bin fassungslos.

    sowas gegenüber Betroffenen. Das ist, als würde ein Co sich gegenüber einem frisch trocken gewordenen Alkoholiker auskotzen.

    Ich brauch eine Pause. Was ist hier eigentlich los?

  • Ich frag mich grad ob ich im falschen Forum gelandet bin.

    Sag einfach Bescheid, dann entferne ich dich.

    Diese Diskussion nervt mich langsam. Das ständige Verdrehen von Beiträgen und das Weitertragen in alle Threads sorgt nur für Unruhe – so geht das nicht. Entweder du bremst dich jetzt selbst, oder ich übernehme das. Klartext: Entweder du hältst dich dran, oder hier ist Schluss.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich habe jetzt mehrfach an verschiedenen Stellen angesetzt zu schreiben - es dann aber wieder gelöscht. Es gab aus meiner Sicht einiges Durcheinander, was aber nicht Sonnenscheins schuld war...

    Da jetzt noch irgendwas klar zu kriegen ist zu kompliziert.

    Gerade kocht vieles an verschiedenen Stellen hoch. Verständlich. Meine Methode ist Abstand.

    Ich für meinen Teil würde mich dann gerne auf den neuen Faden konzentrieren. Und hoffe andere auch. Sonnenschein hoffe du bleibst dabei.

  • Liebe SonnenscheinCoA,

    Ich versuche immer mal, mich in beide Seiten reinzudenken und abzuwägen. Uns allen, ob Co oder Alkoholiker, stecken unsere persönlichen Geschichten in den Knochen. Deshalb ist es wichtig, nicht vom eigenen Erlebten auf andere zu schließen (was ich jetzt nicht Dir persönlich vorwerfe, bitte nicht falsch verstehen, doch manchmal hab ich schon auch auf Co-Seite recht abwertende und allgemeine Äußerungen in Richtung Alkoholiker gelesen, was ich auch gelegentlich heikel fand).

    Gerade iim Moment ist die Stimmung offenbar etwas aufgeheizter, umso wichtiger fände ich, wenn alle verbal etwas abrüsten und man nicht auf alles einsteigt. Letztlich sind doch hier alle als "Betroffene" - ob Alkoholiker oder Cos.

    Klar hab auch ich schlechte Erfahrungen gemacht, aber eben mit einem bestimmten Menschen, in einer bestimmten Situation, und ich habe auch meinen Teil dazu beigetragen, dass es lief, wie es lief. Und umgekehrt gibt es Pauschal-Aussagen auch aus der Alkoholiker-Ecke gegenüber den Cos, die ich als nicht stimmig empfinde. Ich zB glaube nicht, dass mein Ex Narzisst ist. Ich suche nicht nach Diagnosen, eher hat er selbst immer wieder versucht, sich seine Sucht mit unterschiedlichsten Diagnosen zu erklären, von Trauma über ADHS bis Depression. Aber das zeigt mir nur wieder, dass jeder Mensch unterschiedlich ist.

    Weniger Pauschalisierungen wären glaube ein guter Weg... Und auch weniger Gegensatz im Sinne von "Wir" und "Die"., denn eigentlich snd ja alle hier, um Selbsthilfe über Austausch zu betreiben. Und ich glaube auch, dass beide Seiten voneinander lernen können.

    PS: Das überschnitt sich mit Hartmut s Antwort. Falls es als unangemessener Diskussionsbeitrag gesehen werden sollte, löscht es einfach.

    Liebe Grüße

  • Sag einfach Bescheid, dann entferne ich dich.

    Diese Reaktion hab ich kommen sehen.

    Was hab ich denn bitte schön falsch gemacht?

    Ich fühle mich angefeindet und das kann nicht Sinn des Forums sein.

    Soll ich mich jetzt nicht mehr frei äußern dürfen?

    Das ist mein Thread in dem ich für mich Gedanken niederschreibe.

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!