Hallo zusammen und Liebe Rennschnecke,
ich muss mich glaube erstmal wieder sortieren von den Gedanken her und nach und nach abarbeiten, was jetzt so an Aufgaben anliegt, aber das bekomme ich hin, also auch schnellstmöglich Termine überall zu bekommen.
Zu deinen ganzen Fragen möchte ich versuchen nicht zu durcheinander zu antworten, das denke ich jedesmal wenn ich hier schreibe, ich hoffe dass es nicht zu durcheinander ist? Dazu würde ich mich über Rückmeldungen von euch freuen.
Jetzt zu deinen Fragen:
Dazu mal eine Frage: Wie bist Du in die Sucht gerutscht und wie und wann bist du trocken geworden? Wie um alles in der Welt schaffst du es, in deiner belastenden Lebenssituation trocken zu bleiben?
Eine Frage ist gut😅
Also ich bin schon ziemlich früh, noch in der Schulzeit, also Oberschulzeit, im Jugendalter in die Sucht gerutscht, also da fing es an, erst immer mal am Wochenende Abends mit Leuten was trinken und Spaß haben bzw. Ablenken von der manchmal unerträglichen Atmosphäre Zuhause, also auch die unangenehmen Gefühle betäuben, und aber auch um mal lockerer und gesprächiger zu werden( ich war ein sehr ruhiges und schüchternes Mädchen..) obwohl ich schon zu irgendeinem Sylvester mit meinen Eltern mit einem kleinen Glas Bier oder Sekt anstoßen dürfte, sobald meine Eltern besoffen waren, habe ich da ein Glas bekommen 

Meine Sucht ging dann ca. 18 Jahre fast durchgehend, bis ich von der anfänglichen Schwangerschaft meines jetzigen Sohnes erfahren hatte, und da hatte ich von heute auf morgen aufgehört!
Davor hatte ich noch ziemlich heftig und auch tagelang hintereinander mit meinem jetzigen xy zusammen gesoffen, die letzten Partys fingen zwar lustig an, waren auch teilweise stundenlang lustig, aber endeten einige Male in einem totalen Chaos oder auch in Streit und teilweise sehr unschönen Situationen...oder dass er mich auch mal irgendwo alleine gelassen hatte. Das war dann nicht mehr feierlich.. vorallem habe ich mich zum Schluss auch nur noch zugekippt, ohne Kontrolle, das war eine sehr komische Veränderung, die mir auch Angst gemacht hatte, ich konnte dann eher selten aufhören, bis ich kotzen gehen musste.. was vorher noch anders war..
Aber dann kam mit der Schwangerschaft meines jetzigen Sohnes der komplette Cut, den habe ich keine Ahnung wie, aber ich konnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, dem Kind im Bauch mit dem Gift zu schaden! Dafür war es mir irgendwie zu heilig! Dazu kam noch, dass meine Mutter am Anfang der Schwangerschaft gestorben war, und dann damit auch noch sorgen hatte, mich haben besonders zu dieser Zeit noch die Gedanken geplagt, dass ich doch manchmal so gerne nochmal was getrunken hatte, also es war ein absoluter Kampf dagegen anzukommen, aber ich habe mir immer wieder gedacht, dass ich dieses Leben in mir nicht gefährden möchte, das hätte ich mir glaube nicht verzeihen können.. und ich wollte mich nie wieder soo schlecht fühlen, wie es mir zum Ende hin ging, abgesehen davon wollte ich es einfach auch anders machen als meine Mutter mit mir... Also da kommen so einige negative Erlebnisse zusammen, die ich mir immer wieder vor Augen führe, unter anderem auch mein alkoholkranker Vater, der sich bis zum bitteren Ende mit allem was an körperlicher zerstörung dazugehört, im wahrsten Sinne des Wortes tot gesoffen hatte..
Ich bin echt soo froh und stolz, dass ich es wirklich geschafft habe, davon weg zu kommen und das lasse ich mir nicht nehmen!
Aber mit welcher Kraft ich das schaffe bzw. geschafft habe? Keine Ahnung, möchte ich aber gerne herausfinden
Das Kind zeigt auch schon ungesunde Verhaltensweisen:
Dazu muss ich schreiben, dass ich ihn leider in der Weihnachtszeit viel von den Kinderserien habe gucken lassen, also mehrere Stunden am Tag, was ich aber eigentlich nicht wollte, ich bin selbst nicht wirklich hoch gekommen, daher war es so zumindest erstmal "ruhig". Im Nachhinein weiß ich, dass das absolut nicht gut ist und dass er wahrscheinlich daher sehr überreizt war und daher so plötzlich ausgeflippt war, meistens nach dem langen, oder auch schon nach dem kurzen gucken.. ich fühle mich so schlecht damit, dass ich ihn da solange habe gucken lassen und möchte das unbedingt gerne ändern, nur fehlt mir gerade für so einiges die Kraft
Was genau kommt dsnn auf dich zu? Hast du davor Angst?
Na das er richtig nerven könnte bzw. Stress machen könnte und mich versucht umzustimmen indem er mir ein schlechtes Gewissen macht, er weiß ja leider, welche "Knöpfe" er bei mir drücken muss, damit ich wieder kleinbei gebe.. davor habe ich Angst, wenn ich an das nächste Mal denke, ihm zu sagen, dass er ausziehen soll..
Ich hatte nach dem Vorfall vor einem Jahr ein paar mal die Polizei gerufen, und beim letzten mal versuchte er mich VOR DEN POLIZISTEN umzustimmen, dass ich es mir nochmal überlegen sollte, er kümmert sich in den nächsten Tagen darum, dass er zu sich ziehen kann, er kann doch da so nicht wohnen,bla bla bla... (vorallem hatte er da noch keinen Strom bei sich in der Wohnung) selbst die Polizisten sagten, dass er mich da versucht hatte zu manipulieren..
Sie hatten ihn trotzdem auf meinen Wunsch hin aus meiner Wohnung begleitet und dann war ein paar Stunden Ruhe.. und was mache ich? Ich lasse mich auf ein Gespräch mit ihm ein und dann habe ich ihm wieder zu mir rein gelassen.. vor einem Jahr!
Inzwischen hast Du eine Verhaltenstherapie angefangen, auch eine gute Sache. Was genau ist da dein Ziel?
Hast Du deswegen ein besseres Gefühl als vorher?
Also hauptsächlich meine Grenzen noch besser Kennenlernen, sie klar formulieren zu können und dabei bleiben zu können! Also auch gerade wie in meiner jetzigen Situation sagen zu können: Stopp, ich möchte das nicht mehr mitmachen und dabei bleibe ich! Also als Beispiel. Aber auch meine Gefühle noch besser kennenlernen und gegenüber dem anderen ansprechen können. Und über Probleme, meine Wünsche, Bedürfnisse offen reden können.. Mein Selbstwertgefühl steigern, Selbstfürsorge lernen. Also auch meine Kindheit aufarbeiten und am besten nicht mehr in solch eine Beziehung "rein geraten" obwohl das leider auch leichter gesagt als getan ist..
So jetzt mache ich erstmal Schluss, war genug. Ich danke euch für eure Zeit und fürs Lesen und bin auf deine Antwort bzw. auf andere Antworten gespannt!
Liebe Grüße Matrix