Beiträge von releaseme

    Wir sind alle zum Schluss auf Eierschalen gelaufen, wollten ihm keinen Anlass mehr geben uns zu kritisieren oder gereizt zu reagieren. Wir bzw. ich war so darauf bedacht alles richtig zu machen.

    Wenn ich wusste das er bald von der Arbeit nach Hause kam, bin ich wie wir eine Irre duch das Haus und hab versucht jeden noch so kleinen Krümel wegzuräumen.

    Exakt diese Sätze könnten von mir sein! Es is genauso! Mittlerweile beginnen meine Kinder schon aufzuräumen, wenn sie denken er kommt, damit es ja keinen Streit gibt! Das kann ich kaum mehr ertragen..Es wäre als hätte sie schon Angst, dass es wieder eskaliert.. Und ich würde mich selbst wirklich auch als fleißig bezeichnen- ich gehe arbeiten und werkle so auch noch einen ganzen Tag mit Haushalt, Garten usw und anstatt mal ein " danke, dass du das alles machst" kommt eher so ein "warum hast du die Waschmaschine nicht eingeschaltet, das liegen 5 dinge i. Korb".. klingt hart, ist es auch. Er war schon immer seeeehr perfektionistisch und es wird mir nach und nach klarer, dass ich irgendwie meine Leben lang manipuliert wurde. Ich habe ja vieles getan so wie er es wollte - das ist mir damals nur noch nicht so aufgefallen und seit dem Alkohol ist alles einfach noch viel viel ärger geworden. Ich will nicht auf den Modezug aufspringen- aber vl bin ich da auch einem Mann mit narzistischen Zügen begegnet, und seine Zwänge und Eigenheiten sind seit dem Konsum viel ausgeprägter.

    Ich dachte immer, dass da noch so viel Liebe ist.. aber selbst ich muss einsehen , dass ich mich da belüge.. aber das wird mir alles nach und nach deutlicher.

    Und meine mama hat mir auch eine Denkanstoß gegeben- für mich sind nämlich tatsächlich schon viele Dinge "normal", die es mit Sicherheit in einer Ehe so nicht geben sollte (z.b. keine Nähe - nicht mal eine Umarmung, keine Drücker, keine Küsse, keine Wertschätzung, keine lieben Worte, keine Unterstützung... usw..)

    Ich freue mich über deine Antwort, danke! Ja, es scheint so, dass es uns wirklich allen ähnlich geht.. Neulich sagte meine Mama zu mir, ob ich wüsste, wann ich meinen Mann zu letzt mal Lachen sah? Seither denke ich oft darüber nach und vermute, dass es auch hier wirklich eine Depression sein könnte, dann kommen noch die körperlichen Leiden dazu, wo soll da noch Kapazitäten sein für Familie? Aber zu sehen wie es jemanden schlecht geht, das fühlt sich für mich so schrecklich an. Einerseits bin ich oft sehr hart zu ihm, weil ich mir denke er ist ja selbst schuld dran, andererseits weiß ich auch, dass er nicht aus seiner Haut kann... Aber ja.. Es scheint tatsächlich oft ähnlich zu laufen:-(

    Liebe Hopeless, ich möchte dir einfsxh kurz schreiben, weil dein erster Eintrag von mir sein könnte - diese Gefühle, die du beschreibst, das aufgeben der Träume..mir geht es ganz genauso!Nur bei meinem Mann ist so, dass er sixh völlig zurück zieht und alles ich machen soll. Er bingt sich gar nicht mehr in unser Leben ein!

    Und du hast es außerdem geschafft,dich räumlic zu trennen! Dieser Schritt fehlt mir noch und fällt mir so schwer, weil ich eben auch diese Gedanken nur so schwer akzeptieren kann, dass es das war, dass ich diesen Mann nie mehr berühren kann (also nicht diesen, der er jetzt aktuell ist, sondern den, der er früher war) und dass all unsere Träume und Pläne Geschichten sind.

    Aber ich wollte dir nur sagen, dass du sehr stolz sein kannst, dass du diesen Schritt getan hast! Deine Kinder werden sehr stolz auf dich sein! Du bist wirklich stark!!😍

    Haferflocke Danke für deine Antwort! Ja, es ist wirklich so, die Zeit verstreicht und ich merke wirklich, wie wenig er in unserem Familienleben drinnen ist. Er kriegt ja oft gar nicht mehr mit, was in der Schule abgeht usw, er hat diese Woche nichtmal gefragt, wie der Zahnarzttermin vom Großen war ( es ging ium Zahnreguliering oder noch nicht ), da will ich nicht mal davon reden, dass er ja auch mal einen Termin übernehmen könnte, das hab ich sowieso schon aufgegeben.

    Aktuell hat sich seit meinem SOS vor knapp 3 Wochen (! Irre wie die Zeit verfliegt) nicht viel verändert, wir schweigen uns sehr viel an, aber ich habe das Gefühl, dass ich meinen Kampfgeist wieder gefunden habe - nicht den um ihn zu bekehren, sondern den um auszubrechen...

    Ich habe wirklich seither kein Wort mehr ihm gegenüber wegen dem Alkohol verloren- ich habe es einfach satt, ich habe nichts mehr nachgezählt, wenn die Kinder und ich Lust auf Unternehmungen hatten haben wir das gemach - ich hab ihn 1x gefragt wenn er nicht wollte haben wir die Aktivität ohne ihn gemacht.. die Kinder haben nicht 1x nachgefragt wo Papa ist oder warum er nicht mitgekommen ist. Ich versuche, dass mir das alles nichts mehr ausmacht.. Ich weiß, dass ich so nicht ewig weitermachen kann, aber mir gibt es Sicherheit, dass ich all das auch ohne ihn schaffe... Manchmal denke ich, dass es ihm vl jetzt ganz recht ist so, weil niemand mehr meckert, kontrolliert, ihn stresst und er munter weitermachen kann, und er so nie was ändern muss, andererseits weiß ich auch immer mehr, dass ich ihn nicht ändern kann und dass auch das Gemeckere nichts bringt. Für mich fühlt es sich an als hätte ich uns wieder ein Stück aufgegeben, vl muss sich ein Stück für Stück Loslassen auch so anfühlen. Es ist kein schönes Gefühl, aber ich kenne keine andere Lösung.

    2 Dinge beschäftigen mich aber schon sehr :

    1. Kennt das jemand von euch, wenn man sich wieder ein bisschen mehr loslöst, dass dann plötzlich vom Partner weniger konsumiert wird? Also ich zähle es ja nicht mehr, aber es kommt mir so vor als wäre es die Woche deutlich weniger gewesen, was aber nichts ändert...

    2. Das belastet mich sehr, ich versuche mich abzugrenzen, aber mein Mann klagt schon seit einigen Wochen über extreme Bauchschmerzen, die kommen und gehen, anfangs "nur" Magenschmerzen, mittlerweile den ganzen Bauch, die Abstände werden kürzer, die Schmerzen heftiger und er hat wirklich extreme Schmerzen, so hab ich ihn noch nie gesehen. Ich war kurz davor den Krankenwagen zu rufen. Er will aber absolut nicht zum Arzt, ich habe es mehrmals angeboten. Und ich muss sagen, auch wenn ich es nicht ändern kann und es sein Körper ist und seine Verantwortung, so mache ich mir trotzdem riesige Sorgen, er ist der Papa meiner Kinder und ich wünsche ihm nichts Schlimmes. Er weiß natürlich, dass er seinen Alkohlkonsum nicht vertuschen kann, wenn er zum Arzt geht und Blut abgenommen wird etc. - deshalb verweigert er alles.. Das ist nicht schön mit anzusehen. Und es macht mich noch mehr wütend, weil ich nicht verstehen kann, wie man so mit seinem Körper umgehen kann! Er denkt nicht eine Sekunde an seine Kinder... naja.. kein Wunder wenn der Körper mal um Hilfe ruft, bei dem ganzen Mist, den man da in sich reinschüttet. Ich weiß, dass ich nichts machen kann, aber egal ist es mir leider auch nicht!

    Schönes Wochenende euch allen!

    Hallo ihr Lieben! Danke Ino für die Nachfrage.. Es sind nun 4 Tage seit meinem SOS vergangen.. Ich habe wirklich die ganzen letzen Tage gebraucht um wieder zu mir zu finden. Aber allzuviel Zeit zum Grübeln bleibt mir nicht- die letzen 2 Tage hatte ich sehr lange Arbeitstage, das war gut um auf andere Gedanken zu kommen und ich muss ja funktionieren.. der Alltag hängt ja zu 100% an mir (und meinen Eltern, die mir soviel es geht abnehmen): Schule, Kita, Arbeit, Arzttermin mit dem Großen, etc, da kann ich mir keinen Ausfall erlauben. Dennoch fühlt sich alles nochmal ein Stück anders an als noch das Wochenende zuvor. Ich weiß nicht ob jemand das Gefühl kennt - so als wäre wieder ein Stück vom Herz weggebrochen, das man nicht wieder ankleben kann. Ich fühle mich irgendwie so kaltherzig ihm gegenüber, da erschreck ich mich fast selber, weil ich nie dachte, dass ich ihm gegenüber mal so fühlen würde. Ich war immer der Meinung, dass ich ihn so unendlich lieben würde. Aber ja, ist ja auch wenig verwunderlich, bei all dem Mist.. Jedenfalls bin ich diese Woche nicht eingeknickt- ich kam nicht auf ihn zu wie sonst und wir haben vl pro Tag nu 10 Worte gewechselt.. also mit Ehe hat das wenig zu tun.. Und heute bestätigt er mir wieder alles - er hat Grippe und nimmt Medikamente, das Bier darf trotzdem nicht fehlen.. 🫣

    Ich habe auch viel über Jump! s Beitrag nachgedacht- deine Worte mögen oft rau klingen- aber sie haben mich dazu gezwungen nochmal tiefer und ehrlicher in mich zu gehen, das ist gut. Du hast Recht - ich versuche insgeheim noch immer ein Umdenken zu erzwingen, das erklärt auch meine Drohung, dass er selber fahren muss (auch wenn ich mir in der Situation darüber nicht bewusst war).. Ich möchte einfach so so sehr meinen Mann, den ich geheiratet habe zurück und es fällt so verdammt schwer für mich Dinge zu akzeptieren. Ich habe immer alles in meinem Leben geschafft, was ich schaffen wollte, weil ich hart für Dinge arbeite, die mir wichtig sind. Umso schwerer ist diese Situation für mich- ich kann noch so hart kämpfen, es nutzt mir nichts. Und egal wie es ausgeht- man verliert ja sowieso...:-(

    Ich habe sehr wohl das Ausmaß begriffen - mein Leben ist ein Trümmerhaufen und deshalb versuche ich wirklich oft die Realität auszublenden. Oft wache ich am Morgen auf und denke es war ein Traum, aber das ist es nicht. Wenn er abends heimkommt träum ich davon, dass die Tür aufgeht er die Kinder nimmt und sagt "was gibt's zu essen" und grinst.. aber das tut er nicht. Er ist wirklich oft wie ein Fremder. Ich weiß nicht wie es anderen Betroffenen gegangen ist- aber ich hab echt das Gefühl mein Mann lebt in einer Blase..So wie in einer Parallelwelt zu uns- er ist da, aber er kriegt nichts mit von uns, von der Schule,vom Alltag etc. Er ist so mit seinen Dingen beschäftigt und mit seinen Wehwechen, weil sein Körper ihm deutlich zeigt, dass es ihm weh tut. Er nimmt viele Tabletten - hat oft Tagelang wieder Magenschmerzen, Sodbrennen, usw..

    Aber jump, du hast recht. Ich bleibe bei mir. Ich bringe mich nicht mehr in diese Situationen, ich will mich weiter befreien.

    Meine Pläne bleiben - Urlaub nur mit den Kindern ist gebucht und ich hoffe dort Kraft und Mut für weitere wichtige Schritte zu finden.

    Mein aller größtes Problem ist: ich weiß nicht wie ich mich trennen soll. Der Gedanke mich vor ihn zu stellen und zu sagen " es ist vorbei , ich kann nicht mehr mit dir leben" - das verlangt sooo Mut und ich bewundere alle, die das geschafft haben und nicht eingeknickt sind. Wir hatten noch so viele Pläne.. Aber es hilft ja nichts.. Es ist so.. Das muss jetzt in meinen Kopf rein..

    Und irgendwie kommt in mir auch immer mehr das schlechte Grwissen hoch, dass ich ihn auf Biegen und Brechen ändern und bekehren will..vl ist er ja glücklich so wie es ist.. Ich kann mich nur schwer rein denken, was in diesem Suchtkopf vorgeht!

    Ich wollte dir auch einfach ein "Hallo" und ein "ich fühle mit dir" da lassen. Unsere Geschichten sind sehr ähnlich, meine Kinder ähnlich alt wie deine und auch ich habe heute hier ein "SOS " ausgerufen. Ich bin heute auch an meinem Tiefpunkt angekommen und mein Mann hat heute ein Gesicht gezeigt, dass ich so nicht kannte! Ich muss jetzt auch diese Schritt gehen obwohl ich nie dachte, dass uns das mal passieren wird. Ich habe mir die Antworte gelesen, die du bekommen hast- die passen auch sehr für mich . Ich fühle mich genauso wie du! Ich verstehe dich und drücke dich ganz fest! Viel Kraft!!!

    Ein großes Danke an euch alle! Aurora Danke für deine Nachfrage..Dieser Tag war heute mitunter einer meiner Tiefpunkte, wenn nicht sogar der tiefste bislang. Ich habe ums SOS gefragt, weil ich mich so hilflos gefühlt hatte und mein Körper diesmal auch richtig verrückt gespielt hat. Ich wollte mir die Blöße nicht geben und neben ihm weinen, aber jetzt, wo alle schlafen und ich alleine hier sitze ist alles aus mir rausgebrochen. Ich kämpfe seit Monaten, aber nun wird die Kämpferin müde! Wir kommen immer an den selben Punkt. Aber heute hat er es geschafft mich wieder richtig mental zu verwunden.. was er alles gesagt hat, das geht ins Herz... Nach euren ersten Antworten hab ich mich wirklich ins Auto gesetzt und bin mit meinen Kindern zu meine Eltern gefahren, leider waren sie nicht daheim. Dann haben wir den Nachmittag bei einer Freundin verbracht. Die Kinder haben zusammen gespielt und hatten einen schönen Nachmittag. Wir sind heim, aber es gab keinen Wortwechsel mehr zwischen uns, eigentlich nicht mal mehr richtige Blicke. Aber das ist mein Mann! Er bestraft mich jetzt mit Nichtbeachtung, weil er weiß, dass ich eigentlich sehr harmonienbedürftig bin und dass ich meistens nachgebe und alles wieder gut ist. Er lässt mich zurück mit der Aussage, dass es wieder mal wegen mir zum Streit kam, dass ich wieder schuld bin und dass ich mit nichts zufrieden bin, obwohl er ja so ein braver Hausmann ist. Und ja, das tut mir wirklich weh.. Bevor ich gefahren bin hatten wir noch einen Wortwechsel und da meinte er, dass er ja schon so viel verändert hat - er trinkt während der woche nur noch 3 Bier am Tag (die sind meist gelogen und allein duese ausssge ist ja schon krank), er kümmert sich viel mehr um die Kinder (weil er ihnen 2x den Schlafanzug angezogen hat und Zähne putzte) und fährt nicht mehr mit dem Auto wenn er trinkt... Da war ich sprachlos.. auf die frage, ob er sich denn gar nicht denken kann wie es mir geht und dass ich keine Lust auf einen Mann habe, der dauern mit Pegel neben mir sitzt redete er sich um Kopf und Kragen, mal sagte er es is völlig normal, alle trinken, dann sagte er er kann nichts dafür es ist eine Krankheit und dann sagte er etwas, was er noch nie sagte: ich würde ja wollen, dass er immer nur 0,0 hat, nur weil ich ich ja nichts trinke , dass er ein braver lieber hausmann ist, der sich noch fleißig um die Kinder kümmern soll und am besten noch 5000 Euro verdienen soll, damit ich ein schönes Leben habe. Und er wird sowieso NIE null trinken, ihm schmeckt Bier und wenn er Lust auf anderen Alkohol hat wird er sich den kaufen, in Maßen, und dass es sowieso nie wieder so wird, weil ich mich verändert habe, weil er sich verändert hat und weil wir ja jetzt Kinder haben, dann wird es halt irgendwann auseinander gehen, wenn ich so weitermache!

    Das hat heute gesessen.. Das er so von mir denkt, dass war echt heftig und die Art wie er mit mir gesprochen hat. Er war mir so fremd. Ich konnte diesem Moment nichts drauf sagen..Und dass ich halt gehen muss, wenn mir bei ihm nichts mehr passt, das fügte er noch hinzu.

    Und jetzt sitze ich wieder da, die ganze Verantwortung wurde auf mich abgeschoben, ich bin es, die die Trennung herbeiführen soll, ich bin die die alles kaputt macht. So kann er mir den schwarzen Peter für alles zuschieben.

    Ich bin heute richtig fertig. Ich hätte es mir wirklich gewünscht, dass da noch irgendwo ein kleines Stück von meinem Mann ist, irgendwo ein kleiner Funken Liebe, ein bisschen Einsicht.

    Ich habe mich gestern noch so stark gefühlt und heute ist alles anders! Diese Angst vor dem Nichts zu stehen macht mich irre. Klar, ich habe Job und viele Leute die mir helfen, aber es is so unvorstellbar, dass dieser eine Mensch dann nicht mehr Teil meines Lebens sein soll. Wahrscheinlich geht es mir so schlecht, weil ich heute schwarz auf weiß erleben musste, dass es diesen einen Menschen gar nicht mehr gibt.

    Ich fühl mich gerade nur leer traurig und unendlich müde. Vl wars das jetzt wirklich... unglaublich.. Ich hätte das nie nie nie erwartet, dass UNS soetwas passieren wird.

    Ich weiß nicht ob ich jetzt hier schreiben soll oder in meinem begonnen Thread, aber ich brauche dringend Hilfe.

    Wer von mir schon was gelesen hat weiß, dass ich dabei bin auszusteigen, aus der Suchtkreislauf meines Mannes. Jedenfalls dachte ich das und hätte es mir fest vorgenommen. Heute Vormittag gab es dann leider einen Vorfall.. Mein Mann hatte gestern wieder eindeutig zu viel, heute natürlich noch Rest, er hat sogar heute morgen selbst gesagt, dass er heute fertig ausschaut.. naja, dann hatte wir einen ruhigen halbwegs harmonischen Vormittag, wir haben einen Fanilienausflug mit seinen Geschwistern+Kindern für den Nachmittag vereinbart. Dann hat er sich mittags ein Bier aufgemacht. Ich habe dann zu ihm gesagt, ob er eh bedenkt, dass er heute fahren muss. Darauf meinte er hin kann er ja fahren und ich müsse dann heimfahren, damit er dort was trinken kann (outdoorausflug mit Brotzeit). Ich sagte dann, dass ich nicht fahren werde, nur damit er wieder zu viel trinken kann und dass es wohl reichen würde, wenn er dort ein Getränk trinkt. Dann war er sauer. Nach etwas Zeit bin ich zu ihm und fragte ob das denn jetzt wirklich so schlimm wäre, dass der ganze Tag versaut sein muss deswegen. Dann ist er aufgehüpft, hat geschrieen wie ein Blöder, dass es nur immer um seinen Alkohol geht, dass ich nur auf seinem Fehler rumhacke, dass ich null sehe, wieviel er macht im Haushalt, dass er kocht und Wäsche macht und dass wegen mir alles den Bach runter geht. Dann hat er die Türen zugeschlagen, ist ins Auto und weggefahren. Die Kinder haben alles mitbekommen. Dann stand ich da, das Essen am Herd, der Hunger ist mir vergangen, die Kinder waren verunsichert. Schließlich ist er wieder gekommen, als wir bei Tisch saßen, hat sich dazugesetzt, nach dem Essen aufgestanden und wortlos vor Fernseher verschwunden. Normal helfen wir mittags zusammen, heute hat er nichtmal sein Teller weggeräumt. Er will mir zeigen, dass ich es ohne ihn nicht schaffe.

    Und jetzt sitze ich da, ich zittere, meine Verdauung spielt verrückt. Ich unterdrücken mir die Tränen, ich will stark sein vor meinen Kindern. Und da ist das alte Muster- ich möchte hingehen und alles klären, möchte wieder nachgeben und Friede haben, da ist sie diese fürchterliche Angst- dass ich es wirklich nicht schaffe ohne ihn und dieses schlechte Gewissen: hätte ich doch bloß nichts gesagt, dann wäre jetzt keine Streit.. Ich weiß nicht was ich tun soll! Vl bin ich doch nicht so stark wie ich die letzen Wochen dachte! Ich habe Angst, dass es vorbei sein könnte obwohl ich seit Wochen ausbrechen möchte? Blöd oder? Ich weiß nicht wie ich mich jetzt verhalten soll.. Eigentlich müsste ich jetzt die Kinder nehmen und wegfahren, ich habe sooo Angst.. Ich möchte einfach, dass alles gut ist.

    Er hat es geschafft, das schlechte Gewissen weil ich mich diesmal gewährt habe und ihn in die Schrsnken gewiesen habe erdrückt mich fast und da ist wieder dieser Gedanke ob ich vl wirklich übertreibe (ich bin davon ausgegangen, dass er wieder zu viel trinken wird und deshalb ich fahrbereit soll.. weil es dir letzen Male auch so war und weil er ja gesagt hat , dass ihm 1 Getränk zu wenig ist) und ob ich undankbar bin... Ich weiß nicht was ich jetzt tun soll! Und es tun mir die Kinder gerade leid, weil der Nachmittag kaputt ist.

    Es ist Wochenende.. nochmal ein wunderschönes Spätsommerwetter, alle könnte so schön sein.. aber es ist so wie jedes Wochenende, mein Mann liegt Samstag wieder um 20 Uhr im Bett, das das Pensum erreicht ist. Heutiges Argument : er hat sool viel heute im Haushalt geleistet. Das stimmt ja wirklich, aber wenn jeder sich die Kante geben würde, weil der Haushalt anstrengend ist, gäbe es nur noch betrunkene Mütter 🤭 sooo lächerlich.. Und es hat ihn heute wieder eine Bekannte angesprochen, ob es ihm gut gehe, weil er so schlecht aussieht.. also es fällt äußerlich auch auf, dass etwas los is.. Aber egal.. Ich denke wirklich, dass das jetzt immer so weitergehen wird - arbeiten, abends trinken, am Wochenende trinken, montags wieder zur Arbeit.. Ich fühle mich emotional ausgehungert..Da ist einfach keine herzliche Geste mehr seinerseits, kein "wie war euer Tag?", er fragt nie unseren Großen wie es in der Schule war, keine Drücker, er lebt sein Leben in seinem Schema und ich funktioniere daneben wie ein Roboter.

    Aber trotzdem finde ich, dass ich diese Woche wieder weitergekommen bin- ich habe mich mit meinen besten Freundinnen getroffen, wir kennen uns ewig, ich hatte Angst, dass sie die ganz normale Frage "Wie geht's?" stellen, weil ich nicht wusste was ich sagen soll, so wie die letzten Male... sie haben die Frage gestellt und ich hab eingeatmet und ihnen ALLES erzählt was bei uns daheim abgeht! Ich habe es endlich geschafft, nicht mehr zu lügen, ihn zu decken, mich zu verstellen! Es ist als wäre ein so so großer Stein von mir abgefallen!! Sie wussten, dass wir Probleme haben, mit einem Suchtthema hätten sie aber nie gerechnet. Am Ende haben wir 3 zusammen geweint, sie haben mir mehrmals gesagt, dass ich nicht alleine bin! Und sie haben mich bestärkt, dass ich eigentlich so ein lebensfroh, lustiger Mensch bin und dass ich es schaffe!

    Ich hatte Angst zuzugeben, dass ich die Frau eines Abhängigen bin. Es gibt mir das Gefühl, dass ich so schwach bin, zu schwach und zu blöd auszusteigen, dumm zu sein weil ich das mitmache, und ja ich schäme mich wirklich dafür, dass ich noch immer da bin mit meinen Kindern usw .. aber diese Gedanken, habe meine Freundinnen in diesem Moment ganz zerschlagen! Sie waren einfach da und sie wissen, dass das eine riesige Entscheidung ist die viele viele heftige Konsequenzen mit sich ziehen wird.. Wir leben noch dazu in einem kleinen Seelendorf, jeder kennt jeden. Ich fühle mich aber jetzt wirklich leichter, ich muss nicht mehr alles alleine tragen!!

    Und ich fahren in den Herbstferien mit den Kindern alleine weg! Ich habe meinen Mann mehrmals gefragt- er will nicht.. aber ich brauche Abstand und ich will die Zeit mit meinen Kindern genießen, jetzt geht es ohne ihn los. Zum ersten Mal nach so vielen Jahren, ohne ihn für eine längere Zeit! Reisen war immer unsere gemeinsame Leidenschaft.. Mittlerweile finde ich, dass ihm gar nichts mehr Freude bereitet... Da kann er sich dann eine ganze Woche lang reinschütten was er will, ohne dass jemand meckert..

    Diese Schritte fühlen sich für mich wie eine erste Befreiung an.

    Im Kopf plane ich auch noch ein Gespräch bevor ich abreise- ich möchte ihm nochmal alles sagen, was ich denke, fühle und von ihm wissen, was seine Ziele fürs restliche Leben sind UND ihn vor die Entscheidung zwischen Alkohol und Familie stellen! Oder wird das sowieso nichts bringen?

    Für mich fühlt es sich so an, als wäre die geplante Reise eine gute Möglichkeit für einen Start in ein neues Leben... Bleibt nur zu hoffen, dass mich der Mut nicht verlässt.

    Ihr habt alle so recht, es treffen soviele Punkte hier auch zu.

    Und das mit der 0 Resilienz ist auch so wahr- so fühlen sich unsere Wochenenden an, angepannt und wie eine tickende Zeitbombe. Unsere Kinder sind gerne mal laut und wie Kinder halt so sind, aber das ist ihm dann immer gleich zu viel und er explodiert oft wie aus dem nichts.. er schmeißt dann die Spielsachen in eine Ecke, weil "überall " Unordnung ist und die Kinder fühlen sich oft nicht mehr wohl, wenn er da ist, er schreit, und die Ausdrücke, die er den Kindern gegenüber benutzt sind einfach schlimm (sowas wie: haltet euer Maul usw.) Das setzt mir so zu und es ist mitunter der Hauptgrund warum ich immer stärker werde und ausbrechen möchte. Weil mir meine Kinder leid tun und weil ich mich oft schon vor den Wochenenden "fürchte", welche Konflikte denn diesmal wieder auftreten werden. Mein Großer zeigt momentan sehr ADHS ähnliche Symptome und ich befürchte, dass er mir damit zeigen will, dass es ihm mit der Situation nicht gut geht. Da sagt mein Mann dann oft zu ihm "du bist so dumm, wie geistesgestört ,du terrorisierts die ganze Familie, deine Schwester ist immer so brav.."- mein Großer ist 7!! Das macht was mit Kindern! Ich lasse das nicht mehr zu. Früher habe ich mit den Kindern mitgeweint, jetzt gehe ich dazwischen und kontere meinem Mann. Aber ich muss noch viel mehr ändern, ich wil meine Kinder schützen.

    Reden bringt nichts, ich sehe einfach keinen Weg mehr. Meine Eltern wollte sich sogar schon an einen Tisch mit ihm setzen und mit ihm reden zwecks seinem Konsum , aber das habe ich verhindert, weil es nichts ändern wird und zu nichts führt.

    Ich treffe mich morgen mit einer sehr guten Freundin, die Rechtsanwältin ist. Ich hoffe, dass sie mir einen Kontak zu einem guten Anwalt für Familienrecht herstellen kann ( sie weiß schon länger, dass bei uns etwas nicht stimmt, aber den Alkohol habe ich bisher immer ausgelassen in meinen Erzählungen..Das ändere ich morgen! Und ehrlich ): sogar ohne dem Alkoholismus wären da genug Trennungsgründe- allein schon, dass er sich null um seine Kinder kümmert, und wie er mit ihnen redet! und auch als Frau würde man sich wünschen, dass der Partner einem irgendwie mal zeigt, dass man geliebt und geschätzt wird... Ich will jetzt vorwärtsgehen.. Schritt für Schritt! Danke euch!!

    Soapstar

    Vielen vielen Dank für deine Antwort! Ich habe ehrlich gehofft, dass sich jemand von der "anderen Seite" meldet, weil ich einfach verstehen möchte, wie man am anderen Ende denkt. Und ich habe es bislang echt noch NIE so gesehen, dass der Job wegen dem Alk so anstrengend ist und nicht anders rum.. So banal, und doch ist man so in der eigenen Denkschleife gefangen. Dass der Job eine Ausrede ist, das wird mir aber nun auch klarer, weil ich mich hingesetzt habe und mit meinem Mann gesprochen habe, dass wir es schaffen, einen anderen Job für ihn zu finden, dass er uns nichts beweisen muss, dass wir finanziell auch ohne Leiterposten über die Runden kommen und dass ich Stunden erhöhen kann.. aber das hat er alles abgeblockt und 1000 Ausreden gefunden , warum das nicht geht.

    Es geht schlicht und einfach nicht, weil er dann keinen Vorwand mehr hat zu trinken..

    Was richtig an mir nagt ist dieser Gedanke, dass er die Familie für den Alkohol opfert.. Das geht einfach nicht in meinen Kopf rein, wie man das machen kann...:-(

    Danke für eure vielen Antworten.

    Sie bestärken mich sehr, ich weiß, dass ich das richtige fühle und auch ganz klar vor mir habe, was zu tun ist. Es ist schwer, aber es frisst mich wirklich immer mehr auf. Und so wie SummerSun geschrieben hat fühle ich es tatsächlich auch- ich muss seinen Balast mittragen. Mir ist es letzte Woche so krass aufgefallen, als er einen Tag beruflich weg war, wie entspannt zu Hause alles war. Es war egal, wenn mal abends wo ein Spielzeug rum lag, wenn mal nicht alles steril war - versteht mich nicht falsch, ich liebe auch Ordnung und mag es sauber- aber die nächste Macke von meinem Mann ist extremer Ordnungszwang. Wenn er abends von der Arbeit kommt und es liegen die Spielsachen rum ist es ja schon wieder eine Tragödie. Die Kinder sollen sich am Wochenende spielen und gleichzeitig aber nicht für Unordnung sorgen, alles soll aufgeräumt sein- wie soll das funktionieren bei Kindern? Allein das regt mich schon so massiv auf und diese Zwänge und Ticks sind aber massiv mehr geworden seit dem steigendem Konsum.

    Ich weiß, dass ich nicht alleine bin! Aber das Loslassen des Mannes, der er einmal war ist so schwer. Am schlimmsten sind die Tage, an denen es etwas "besser" läuft. So wie heute zB. wir haben zusammen gekocht, er hat mal am Nachmittag kurz mit dem Großen gespielt und wir waren eine Runde spazieren (ich hab ihm zwar angesehen , dass es ihm nicht gut geht, er war so unruhig und zittrig) und es hat sich wieder so vertraut angefühlt.. Aber als wir im Geschäft ein Eis holten, hat er sich eine Dose Bier gekauft! Da war dann von der Idylle schon der erste Teil weg! Er hat sie dann nicht geöffnet- das hat mich wirklich gewundert, und trotzdem war ich ab diesem Zeitpunkt sauer. Naja und letztenendes sitze ich nun am Samstagabend wieder alleine hier, weil er wieder mal um 20 Uhr ins Bett abrauscht - im wahrsten Sinne des Wortes. Er hat das nachgeholt, was er tagsüber nicht konnte.. vermute ich mal.. manchmal frag ich mich wie er das macht- er ist ja immer da und zack, plötzlich ist der Pegel erreicht..ich kenne vermutlich nicht seine Verstecke..ich will sie auch nicht wissen, ich will raus aus diesem Co.scheiß...Traurig eigentlich, dass ich mich freue, weil er sich einen halben Tag mit uns beschäftigt. Wahrscheinlich das Normalste der Welt in einer normalen Beziehung. Da fängt es ja schon an, ich kenne ja keine normale Beziehung , weil ich immer nur mit ihm zusammen war. Das ist auch der Grund warum er mich so an sich binden kann...

    Etwas macht mir auch noch Sorgen- letztens ist aus einem Nichts ein Riesenstreit geworden, meine Eltern waren da sogar dabei und da hab ich ihm schon gesagt, dass ich so nicht weiterleben will, da hat er später dann gemeint, wenn ich mit den Kindern wirklich gehe, dann kann er sich sofort umbringen, weil er dann niemanden mehr hat in seinem Leben. Es stimmt, er hat keine wirklichen Freunde. Ich weiß, dass es wahrscheinlich nur Manipulation ist, aber das nagt schon sehr an mir. Wenn er wirklich ernst machen würde?! Ich denke wenn man alles verliert können Personen wirklich andere Gesichter zeigen..

    Aber so wie es jetzt ist kanns nicht bleiben. Und es geht Tag ein Tag aus so weiter! Ich spreche ihn an, dass er wieder viel getrunken hat, er sagt nichts dazu oder macht abends trotzdem weiter... aja sein neuester Spruch ist noch: es ist nicht so leicht, es ist eine Krankheit ! 🤮🤢 ich könnte kotzen.. Und wenns nicht so ernst wäre müsste ich eigentlich über die Kreativität lachen 😪

    Er denkt einfach nicht, dass wir wirklich gehen werden- denke ich.

    Eine Meining eurerseits bräuchte ich noch und zwar: Mein Mann hat ja schon immer gerne getrunken, leider war auch seine Mutter Alkoholikerin, aber richtig abgerutscht ist er seit seinem sehr anspruchsvollen Job. Mittlerweile weiß ich einfach, dass er mit dem Trinken seine berufliche Verantwortung und den Stress betäubt, das sagt er sogar selber. Er hat Burnout wenn man so will.

    Wenn wir wegen dem Trinken diskutieren dann kommt so oft von ihm, dass es ja wegen der Arbeit ist, er macht das ja sowieso nur alles für uns, dass wir gutes Geld haben, aber er kann ja kündigen, wenn mir das lieber ist , bla bla ... Und zack- schon hat er mich wieder- ich Undankbare, er macht das ja für die Familie .. das sind dann die Gedanken, die ich hab.. Wie soll ich mit dem umgehen - in Wahrheit ist es doch nur eine Manipulation an mir oder wie seht ihr das? Da meldet sich bei mir dann immer das schlechte Gewissen...:-(

    Meine Kinder sind 3 und 7.. Ich habe sehr sehr viel Unterstützung von meiner Familie, da ich ja auch arbeite. Da fehlt es meinen Kindern an nichts, und Opa ist mehr Papa für die beiden als der eigentliche Papa.. sehr traurig.. Ich mache mir Gedanken, wie es wäre, wenn man dann geteiltes Sorgerecht machen müsste.. Ich könnte ihm meine Kinder nicht anvertrauen, er ist ja am Wochenende schon nachmittags schön auf seiner Welle.. Ich halte es langsam einfach nicht mehr aus.. Dieser Blick, dieses komische Verhalten. Kennt ihr das- so tun als ob er nichts getrunken hätte und sich dann so künstlich verhalten, obwohl ich es schon von weitem erkenne.. Es reicht nur ein Blick und ich weiß wie er drauf ist..

    All die Gespräche führen so ins Leere.. Gerade zuerst hab ich ihn angesprochen drauf, dass der Kasten Bier jetzt bald leer ist gab es wieder nur Diskussion und er ist ins Bett abgerauscht( er hat vor ein paar Wochen beteuert, dass er unbedingt was ändern will, während der Woche kein Bier mehr, höchstens 1 am Feierabend wie alle anderen auch, nachdem es einen Vorfall gab und ich ihm gesagt hab, dass ich das alles nicht mehr lange mitmache) - der Kasten reicht 4 Tage vl, was er sonst so konsumiert weiß ich nicht, ich will es auch nicht mehr wissen.

    Ich sitze wieder hier alleine, man wechselt keine 50 Wörter mehr am Tag, wir kommen beide von der Arbeit, er ist nicht nüchtern, geht ins Bett.. Das ist mein Leben zur Zeit.. ich will so nicht mehr..

    Ich danke euch für eure Antworten.. als ich mich hier angemeldet hab, tat ich es- so sehe ich es nun- weil ich auf der Suche war nach Geschichten mit happy end.. Ich habe gehofft zu hören, dass es wieder wird.. dann hab ich hier lange nicht geschrieben, weil ich es lange nicht wahrhaben wollte, in welche Situation uns mein Mann da gebracht hat und ich den Gedanken "Trennung" einfach nicht zulassen wollte.. aber jetzt merke ich, dass sich da seit einiger Zeit was geändert hat bei mir, es macht mir oft sogar "Angst" - ich verspüre da so eine Kälte von mir ausgehend meinem Mann gegenüber, ich will irgendwie gar nicht seine Nähe, weil, auch wenn wir mal einen schönen Tag haben, ich den Alkohol nicht mehr ausblenden kann.. Ich kann einfach nicht mehr so tun als wäre alles in Ordnung. Allein schon wenn ich ihn ansehen- er wiegt nur noch 65kg, schaut müde und schlapp aus... Leute sprechen mich darauf an, noch kann er alles auf die Arbeit und den Stress schieben nach außen, fragt sich wie lange noch. Und da merke ich jetzt, dass sich bei mir gewaltig was verändert hat!! Ich habe mich schon zu einem großen Teil von ihm abgenabelt.. Es macht macht mich irgendwie traurig, andererseits lebe ich mein Leben und genieße die Zeit mit den Kindern! Wenn er mitkommt ok, zu 90% bin ich aber allein.. Ich bin also alleinerziehend verheiratet und wir leben zur Zeit mehr nebeneinander her. Tagsüber arbeiten wir oder ich bin bei den Kindern, abends muss er dann seinen Pegel auffüllen und geht um 20 Uhr ins Bett, weil er "müde" ist. Ich bin nur noch allein. So kann mein Leben mit Mitte 30 nicht aussehen..

    Ich merke, dass ich deutlich weiter bin als vor 2 Jahren.. eure Berichte bestärken mich, dass es ein Prozess ist und ich in meinem Tempo gehen darf.

    Was mich momentan so bremst ist das Loslassen unseres Hauses, unseres ZUHAUSES. Der Gedanke mit den Kindern in eine kleine Wohnung zu müssen, den halte ich kaum aus. Und den letzen Funken Hoffnung zu begraben, das ist auch wirklich hart. 😞 Was war dann wirklich euer erster Schritt - wenn ich die Trennung ausspreche, wie ging es dann bei euch weiter? Ich sollte dann wahrscheinlich schon einen Plan haben bzgl Wohnen? Ward ihr vorher mal bei einem Anwalt?

    Eine große Sorge ist auch, das Sorgerecht.. ich will ihn nicht mit den Kindern allein lassen 🫣

    Eine Frage hab ich noch- gab es eine gewisse Situation oder einen gewisses Ereignis, wo ihr gesagt hab jetzt trenne ich mich? Oder war es ebenso ein Prozess?

    Ein kleines Mini Funkelchen meldet sich immer wieder in meinem Kopf und sagt- warte noch ein bisschen, vl wird es ja doch noch besser.. Ich versuche den Gedanken wegzuschieben, aber dann frag ich mich trotzdem auch manchmal noch, wie weiß ich, dass es wirklich keinen anderen Weg mehr gibt? Diese Gedanken werfen mich dann wieder einige Schritte zurück...

    Sonnenschein CoA ,

    Aurora

    Ich habe eure Beiträge gelesen und sofort laufen mir dir Tränen übers Gesicht und wollen nicht mehr aufhören zu laufen... Ich denke, ich verstehe jetzt, dass ich es schaffen muss, die alten Erinnerungen in Frieden abzulegen, dann kann ich hier raus kommen.. Die letzen Wochen hatte ich so eine verdammt Wut, dass ich diesem Menschen damals überhaupt über den Weg gelaufen bin und dass ich ihn geheiratet hab.. aber ihr habt mich bestärkt, denn auch ich hätte das NIEMALS gedacht, dass unsere Geschichte so enden würde und ich konnte es ja nicht wissen. Es ist NICHTS davon meine Schuld (auch wenn meine Schwiermutter mir gesagt hat, dass zu eheproplemen immer 2 gehören 🤮 ) Ich habe nachgedacht und sehe es jetzt anders, ich darf froh sein, dass ich ihn hatte, sonst hätte ich meine bezaubernden Kinder nicht und wir hatten ja wirklich sehr sehr schöne Jahre, ich habe ihn sehr geliebt und ich würde es noch immer tun, wenn er nicht trinken würde. Aber jetzt wird es Zeit zu lernen, dass dies Erinnerungen sind, die es so nicht wieder geben wird. Ich habe es noch nicht geschafft ihm gegenüber das Wort Trennung auszusprechen , er ist zwar noch da, aber gleichzeitig auch nicht.. Z.b. heute, freier Tag.. er ist anwesend, liegt aber nur rum,spielt am Handy, verlangt von den Kindern leise zu spielen, beschäftigt sich nicht eine Minute mit ihnen, wir gehen raus Sonne genießen, er ist zu müde dazu, nichts freut ihn, wir kommen zurück- er hat wieder diesen Blick.. Ich spreche ihn nicht mehr drauf an- ich würde nur die Antwort zum 1000sten Mal bekommen : ich habe nicht getrunken, obwohl ich es sehe, rieche.. er schleicht noch ein bisschen durchs Haus und verzieht sich um 19/20 Uhr ins Bett, weil er "müde" sei..Mit den Kindern bin ich völlig alleine.. So ist der Alltag, er ist da, aber leider nur körperlich und das auch nicht unversehrt .. Ich verstehe es jetzt langsam und danke für den Satz, dass man nicht den ganzen Gipfel auf einmal bezwingen muss. Ich schaffe es definitiv nicht einfach eine Tasche zu packen und tschüss zu sagen, aber ich merke, wie mein Herz, mein Kopf immer mehr diese Ehe aufgeben, bis am Ende dann hoffentlich keine Gefühle mehr bleiben und ich gehen kann.. Meinen Ehemann gedanklich beerdigen - ich danke euch dafür! Das klingt makaber, aber wahr🥺 Ich möchte mir eine Gesprächstherapie suchen um Hife zu bekommen.

    Ich habe lange hier nicht mehr geschrieben, weil ich es nicht hören wollte, dass es nur Trennung gibt.Ich weiß jetzt, dass ihr alle recht habt, auch wenn man es eigentlich gern anders hätte. So blöd es klingt, aber seine körperlichen, äußeren Veränderungen helfen mir ein wenig dabei. Ich würde es ihm natürlich andres wünschen, aber so weiß ich, dass mich meine Wahrnehmung nicht mehr täuscht... Ich habe so Angst davor, mich nicht zu trauen und so unglücklich weiterleben zu müssen! Ich dachte immer ich bin so stark und einer Freundin würde ich sagen, such eine Wohnung, nimm deine Kinder, du schaffst alles und fertig.. Bei mir selbst gelingt das nicht! Ich bin leider der Typ Empathie, Gutmütigkeit, Zuuu großes Herz, zuuuu viel Verzeiher.. sonst wäre ich ja schon längst über alle Berge! Danke für eure Worte und fürs Lesen!

    Ich habe in einem anderen Verlauf mitgelesen und ein Satz von Aurora hat sich in meinem Kopf gerade eingebrannt: man sieht den Menschen hinter dem Alkoholiker, den es aber so nicht mehr gibt.

    Hat jemand einen Rat wie man dieses Bild von früher loslassen kann? Man kann ja nicht alle Erinnerungen löschen, ich sehe die Fotos in unserem Haus von der Zeit vor den Kindern, unsere Traumhochzeit, als wir unsere Kinder das erste Mal im Arm hatten,.. Wir hatten wirklich schöne Jahre! Bis vor 2,5 Jahren alles anders wurde.. Ich habe diesen Menschen so sehr geliebt und ich war mir so sicher, dass alles ewig bleibt.. Wie kann ich das loslassen? Das würde auch dir Simsalabim sicher helfen.. ihr habt bestimmt noch viel mehr solcher schönen Momente.. klar sag ich mir, dass er nicht mehr der is, der er war, er hat sich auch optisch extrem verändert.. starke Gewichtsabnahme, er sieht abgeschlagen aus, er hat außerdem ein burnout.. aber er funktioniert im Berufsalltag.. Und wenn er seine guten Tage hat (wo ich denke, dass er nüchtern ist oder wenigstens weniger getrunken hat) dann ist da auch wieder ein bisschen was von diesem Mann da und ich merke, dass meine Gefühle ihm gegenüber dann ganz anders sind.. Was macht man da?

    Liebe Simsalabim,

    Ich habe auch schon vor langer Zeit hier mal geschrieben, weil ich ausbrechen wollte, weiß jetzt aber im Nachhinein , dass ich damals noch nicht so weit war.. habe währenddessen immer leise mitgelesen und ja, es ist leider viel passiert inzwischen (Negatives).. Und jetzt schreibe ich wieder weil mich dein Beitrag zu tiefst berührt hat.. er hat mir sogar ein bisschen Panik gemacht.. Panik, dass ich es nicht schaffe und ich es auch 40 Jahre oder länger einfach mitmache - ich hoffe du verstehst wie ich das meine, ist nicht böse gemeint.. Du hast mir die Augen geöffnet, dass es nicht aufhören wird und dass dieses Leben für mich nicht will! Ich war der Meinung, dass es leichter wird, wenn ich einfach noch durchhalte- vl weil ich ihn dann wirklich nicht mehr liebe, weil die Kinder größer sind usw...aber du hast es so gut beschrieben... Du bestärkst mich in meinen Gedanken! Ich danke dir!🍀

    Meine Lebenslauf ähnelt deinem - nur ich bin Mitte 30, mein Mann ist Alkoholiker (er sagt es mittlerweile selbst und schwört Veränderungen usw ) und auch ich bin aus dem Elternhaus zu ihm und seither mit ihm zusammen. Ich kenne kein Single Leben oder kein Leben ohne ihn, wir sind jetzt 20 Jahre zusammen, knapp 10ndavom verheiratet. Allerdings habe ich noch 2 kleine Kinder und wir haben ein Haus zusammen gebaut, in dem ich auch noch meine Berufsräume habe. Du kannst dir denken, wie schwer ein Ausbruch auch für mich ist.

    Dein Beitrag hat mich wirklich wieder ein Stück wachgerüttelt, dass auch ich aus meiner Schockstarre aufwachen muss. Kannst du mich am Laufenden halten, ob dir die Suchtberatung was gebracht hat?

    Ich denke das könnte auch mir helfen und endlich mal ein erster Schritt sein, ich schaffe es einfach nicht allein.

    Ich kann einfach nicht loslassen und weiß nicht wie ich es schaffen soll, obwohl es mein Herz schon soo fordert! Wie lässt man eine Gewohnheit los und ein Leben, wenn man es nicht anders kennt? Für mich ist leider schon Vieles normal, wo eine andere schon längst reißaus genommen hätte.

    Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft! Und danke für deine Geschichte!