Beiträge von Kurswechsel

    Auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum 05062015!

    Ich würde dir aktuell auf keinen Fall raten, dich mit Situationen, Orten oder Dingen zu konfrontieren, die du mit Alkohol in Verbindung bringst.

    Wie Alex_aufdemweg schon geschrieben hat: Für Alkoholiker gibt es keine Konfrontationstherapie. Das ist wirklich wichtig! Da gibt es nichts zu gewinnen oder zu besiegen. Die Sucht ist ein Teil von dir und wird dich dein Leben lang begleiten. Schließe deinen Frieden mit ihr, akzeptiere sie, lasse sie los - wie auch immer du das für dich nennen möchtest.

    Wenn du dich jetzt solchen Situationen aussetzt, gehst du ein unnötiges Risiko ein. Die Sucht ist immer stärker, da gibt es nichts zu gewinnen. Selbst wenn es anfangs gut gehen sollte, hinterlässt es Spuren. Du wirst mutiger und denkst, dass du noch mehr ausprobieren kannst… Und schneller als du denkst, wird sich deine Suchtstimme melden und versuchen dich einzulullen...

    Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich dir nur raten: Such dir neue Beschäftigungen, Ablenkungen, Aufgaben. Gib dir Zeit, um dich an dein neues, abstinentes Leben zu gewöhnen.

    Und lies hier im Forum, hier wartet ein riesen Erfahrungsschatz auf dich. Du musst das Rad nicht neu erfinden.

    Das Wichtigste ist jetzt deine Nüchternheit – alles andere wird sich mit der Zeit ergeben. Hab Vertrauen, es wird sich lohnen!

    Aber auch jedes ernste Aufhören fängt nun mal mit dem ersten Tag an.

    Der Satz gefällt mir gut. Da steckt so viel drin. Ja, ich sehe das so wie LK, hier hat keiner eine Glaskugel.

    Es wird Dir nicht viel übrig bleiben, als das was Alex geschrieben hat: Abwarten!

    Oder du bleibst halt bei deiner Entscheidung..

    Dein Bauchgefühl diesbezüglich hat ja schon zu dir gesprochen:

    sie hat was getrunken

    Ich wünsche dir viel Kraft und die nötige Weitsicht!

    Hallo Kazik,

    ich kann deine Gedanken voll und ganz nachvollziehen. Auch ich habe ab und an solche Gedanken.
    Aus vielen Sachen, Erlebnissen, Feiern oder Events habe ich mich aus Rücksicht auf mich selbst rausgenommen. Ich brauche auf keinen Junggesellenabschied mehr gehen oder zum Stammtisch in die Kneipe – da passe ich einfach nicht mehr hin. Aber das ist auch okay, denn mir ist klar geworden, dass ich das gar nicht mehr möchte. Das bin ich nicht mehr.

    Mit der Zeit haben sich neue Beschäftigungen ergeben, nicht weil ich danach gesucht habe, sondern weil sie sich einfach ergeben haben. Weil ich lebe und am Leben teilhaben möchte.

    So gut es geht, mache ich neben meinen ganzen Verpflichtungen das, worauf ich Lust habe und was mir Spaß macht. Alte Leidenschaften sind auch wieder hochgekommen. Ich bastle wieder viel an irgendwelchen Holzprojekten, sei es für die Kids oder ein neues Vogelhäuschen. Ich habe wieder mit Kampfsport angefangen, fahre viel Rad, mache viel im Garten, lese viel oder höre Hörbücher, Ich bekomme gar nicht alles unter einen Hut, was ich gerne schaffen und machen würde.

    Und meistens bin ich damit zufrieden. Und wenn ich es mal nicht bin, ist das auch okay. Denn ich weiß: Wenn morgen die Sonne scheint, sieht’s schon wieder anders aus.

    Hat jemand noch Tipps oder Warnungen?

    Ich hatte beim Mitlesen eher den Eindruck, dass Du neben ihr oft einsam bist, oder täusche ich mich da?

    Hallo Topfmann,

    den Eindruck von Rennschnecke hatte ich auch.

    Ich bin ehrlich gesagt ziemlich überrascht. Nach allem, was hier in deinem Thread geschrieben wurde, hätte ich gedacht, dass die größte Gefahr für deine Abstinenz eher von der mangelnden Akzeptanz deiner Frau diesbezüglich ausgeht - und nicht von deiner Einsamkeit.

    Aber gut, dass du deine Bedenken hier äußerst und schreibst.

    Dieses Forum ist eine wahre Goldgrube voller Tipps und Warnungen. Lies hier!

    Höre in dich rein! Tu das, was dich glücklich macht – lebe!

    Ein Erlebnis war,das ich beim Supermarkt am Alkoholhotspot vorbeiging um zu schauen was mein Lieblingswhisky kostet?

    Hallo Bono,

    mir ging es so beim Bier, da habe ich geschaut, was im Angebot ist. Ich war immer „Angebotskäufer“ und dann wurde das Auto bis oben hin vollgeladen.

    Mir ist dann auch vor den Kästen wieder bewusst geworden, dass ich das Zeug doch gar nicht mehr trinken muss und war erleichtert.

    Ich habe das unter Gewohnheit/Automatismus verbucht. So wie auch Elly das geschrieben hat.

    Ist aber auch echt schwierig zu unterscheiden welches Hirn mir da gerade einen Vorschlag macht.

    Huhu Blendi,

    findest du das wirklich so schwierig? Ist die Suchtstimme so subtil bei dir? Oder woran liegt das?

    Ich erkenne sofort, wenn meine Suchtstimme um die Ecke kommt.. Aber so schnell wie sie kommt, verschwindet sie auch wieder, denn ich diskutiere nicht mehr mit ihr und hab genug wichtigeres zu denken bzw. auch manchmal einfach gar nichts zu denken.🙃

    Was kommt nun als nächstes : Such Dir einen Mann ?

    Was willst du mit etwas so Profanem wie einem Mann? Da brauchst du schon höhere Ziele – wie wäre es mit einer Olympiateilnahme oder gleich der Weltherrschaft? 🙃

    Aber im Ernst: Du hast doch schon einige tolle Aktivitäten, die dich erfüllen. Der Anfang ist gemacht, und alles Weitere wird sich mit der Zeit von selbst einpendeln – ganz ohne Druck.

    Vielleicht hörst du einfach mehr auf dich selbst und deine Bedürfnisse. Letztlich musst du dann ja auch mit der Entscheidung leben..

    Bei mir tut sich da nichts

    Hallo Blendi,

    da wird sich nichts ändern, wenn du nicht selbst aktiv wirst. Glaubst du wirklich, dass dir das Lebensglück einfach so in den Schoß fällt, nur weil du nicht mehr säufst? Niemand wird dir das abnehmen – du musst selbst die Verantwortung übernehmen.

    Du kannst natürlich weiterhin den Selbstmitleid-Blues pfeifen und anderen die Schuld für dein Leid geben, aber das wird dich nur noch weiter runterziehen. Also pack es an! Such dir etwas, das dir Spaß macht. Und wenn du es noch nicht gefunden hast, dann kümmere dich darum!

    Wenn jeder einfach aufgeben würde, nur weil es etwas noch nicht gibt oder weil nicht alles perfekt passt, dann wäre bis heute kein einziger Verein gegründet worden. Willst du dein Leben endlich in DEINE Hand nehmen oder weiterhin nur jammern?