Beiträge von Kazik

    Hallo melodyx,

    herzlich willkommen hier in Deiner SHG. Und gut, dass Du Dich entschieden hast, abstinent zu leben. ;)

    Mein Tipp konzentriere Dich zunächst auf Dich selbst und Deine Abstinenz. Und schreibe hier über alles, was Dich jetzt abstinent bewegt. Wichtig, unwichtig, leicht, schwer, egal. Und lass Dich hier aber auch im Rest Deines Lebens nicht drängen. Du stoppst gerade eine schwere psychische Erkrankung. Und das ist Schwerstarbeit für Körper, Geist und Seele.

    Und wenn Du dann in ein paar Monaten stabil abstinent, dann kannst Du Schritt für (kleinen) Schritt Deine anderen Probleme angehen. Zeit ist auf Deiner Seite.;)

    Würde es helfen, wenn Du Deiner Mutter einfach nur sagst das Du Dir sicher bist das Du Alkoholikerin bist. Und dass es deshalb notwendig ist, dass Du nie mehr trinkst. Und dass es deshalb notwendig ist, dass in der Wohnung kein Alkohol ist. Und wenn sie selbst kaum trinkt und den Wein nur gelegentlich zum Kochen benutzt, dürfte das für sie doch auch kein Problem sein. Ich drück Dir die Daumen für das Gespräch.

    Vor dem Gespräch mit Deinem Arzt brauchst Du keine Angst haben. Du wirst nicht die erste Alkoholikerin sein, die er behandelt. Mein Gespräch mit meiner Hausärztin hat mich sehr entlastet und sie unterstützt mich super.;)

    Hi soapstar,

    ich lass Dir mal zwei Erfahrungen/Gedanken da.

    Erstens, ich würde mir an Deiner Stelle mal ernsthaft die Frage stellen, welcher Teil Deines Hirns Dich unzufrieden werden lässt, wenn Du nicht mehr mit saufen oder überhaupt saufen kannst. Der kranke Teil Deines Hirns (Suchthirn) oder der gesunde Teil Deines Hirns. Ich habe für mich relativ schnell gelernt, nachdem ich aufgehört habe zu saufen, das zu unterscheiden. Und ich ignoriere das Suchthirn komplett und konsequent. Denn was von dort kommt, ist ausnahmslos kompletter Bullshit. Nachdem ich süchtig wurde, habe ich nur noch aus einem Grund getrunken, weil ich musste. Scheißegal, ob der Rausch toll war oder es mir vorher, währenddessen oder danach total beschissen ging. Egal ob das Saufen immer mehr Kampf und Krampf wurde, weil Körper, Geist und Seele immer mehr rebellierten. Egal ob immer mehr andere Symptome oder Krankheiten dazu kamen. Egal ob die letzten Jahre am Ende überhaupt nicht mehr schön, sondern nur noch die Hölle war, ich musste saufen. Und das wird sich bis zum Ende meines Lebens auch nicht mehr ändern, sollte ich jemals wieder trinken. Also warum sollte ich daran auch nur einen Gedanken verschwenden?

    Zweitens. Wenn ich irgendwo nicht hingehe oder mich mit Menschen nicht treffe, weil dort ein Risiko für einen Rückfall besteht. Dann ist das für mich gesunder, konsequenter Selbstschutz. Mein privates und berufliches Umfeld weiß Bescheid, dass ich Alkoholiker bin. Und die Vereinbarung ist das, wenn ich mich verabrede, in meiner Gegenwart kein Alkohol getrunken wird und dass niemand mir Alkohol anbietet oder gar aufdrängt. Und wenn ich mich entscheide, irgendwo nicht zu erscheinen, weil dort getrunken wird. Dann ist das meine Entscheidung und die wird nicht in Frage gestellt. Damit habe ich bisher in dem etwas mehr als einem Jahr Abstinenz keinerlei Probleme. Und hätte ein Mensch aus meinem Umfeld privat oder beruflich mir ernsthaft Probleme gemacht, hätte ich die Konsequenzen gezogen. Denn ich bin süchtig und ich muss davon ausgehen, dass ein Rückfall mein Untergang ist.

    Hi Stef,

    bei mir begünstigen dauerhafte zu starke Belastungen sowohl das Saufen als auch die Entstehung von Depressionen. Beides ist mir schon relativ lange bewusst. Jahrzehnte. Ich habe, nachdem ich abstinent wurde, dauerhafte zu starke Belastungen privat und beruflich abgebaut. Und damit geht es mir gut. Ich hatte in der ganzen Zeit höchsten Mal moderaten Saufdruck. Und ich bin mir sicher, das hängt mit meinen Änderungen zusammen.

    Gut das du fragst. Mit meinem Partner hat das wenig zu tun. Wir haben uns getrennt, nachdem er wieder getrunken hat. Ich habe das hier tatsächlich nicht so benannt, weil es ja um mich geht und nicht die Sucht meines Partners. Und wenn ich ehrlich bin, ich schlage mich gerade durch.

    Was heißt das? Saufdruck?

    Aktuell ja. Ich gehe deswegen auch nicht einkaufen. Sachen die ich brauche, bestelle ich online.

    Hi Chapa,

    ich habe hier mal drei Zitate eingestellt.

    Wer kann diesen Satz entschlüsseln? Habe es vierfach gelesen.

    Und nun zu dieser Frage. Wenn Du Saufdruck hast. Wenn das Saufen Deines Partners Deine Abstinenz gefährdet. Wenn Du auffällig müde bist. Und so weiter. Dann ist es gut und richtig, dass Du hier darüber schreibst. Denn erst dann können wir Anderen Dir Erfahrungen mitteilen, die hilfreich für Dich sind um mit diesen Dingen um zu gehen.

    Du kannst Dich nicht darauf verlassen, das nachgefragt wird, was bei Dir los. Wie geschrieben, niemand kann in Deinen Kopf gucken. Wir können nicht sehen, was bei Dir los ist, wenn Du Dich nicht mitteilst. Und Du willst doch Hilfe, oder?

    Was stimmt mit dir nicht?

    Mit mir stimmt alles. Ich bin stabil abstinent. ;) Ich habe Dich lediglich darauf hingewiesen, dass ich das mit dem Foto von Dir für eine schlechte Idee halte. Ich bin auch bekennender Alkoholiker. Aber deswegen stelle ich trotzdem kein Foto von mir hier rein.;)

    Dann noch dies ist eine und jetzt Deine Selbsthilfegruppe. Deine Selbsthilfegruppe kann Dir aber nur Hilfe zu Deiner Selbsthilfe geben wenn Du schreibst wo der Schuh drückt.;) Wir können alle nicht in Deinen Kopf gucken.

    Hi Chapa,

    ich habe das was Du schreibst nicht verstanden.

    Du schreibst wieso soll ich mich verstecken? Hat Irgendeine hier geschrieben das Du Dich verstecken solltest?

    Und wenn wir darüber reden, wer legt fest was ein Bildungsgrad ist he? Wer legt überhaupt etwas fest? Nur ich selbst, basta.

    Und dann schreibst Du das hier. Das verstehe ich auch nicht. Vor allem verstehe ich nicht, was dies mit Deiner Abstinenz zu tun hat?

    Gut ist, dass es Dir gutgeht, wie Du schreibst. Das freut mich für Dich. Wie ist denn aktuell die Situation mit Deinem Partner? Denn das war doch letztens das Problem, dass er wieder angefangen hatte zu trinken. Und Du Dich dadurch in Deiner Abstinenz gefährdet sahst. Was ich verständlich finde.

    Hi,

    Das Problem ist der Alkohol ist NIRGENDS zu sehen und trotzdem habe ich oft Saufgedanken. Ich glaube auch jeder Mensch ist anders stark abhängig und ich bin sehr abhängig weil ich mit 13 Jahren anfing mit Drogen und Alkohol und desto früher und öfter desto schlimmer. Ich mache weiter

    ich weiß nicht, ob die Sucht unterschiedlich stark ist. Ich weiß, dass sie zu stark ist, dass ich sie besiegen könnte. Nicht mit Willen. Nicht mit Wissen. Nicht mit purer Entschlossenheit. Und nicht mit Kampf. Und deshalb versuche ich es gar nicht erst. Deshalb mache ich das einzige, was ich sicher kontrollieren kann, ich nähere mich nicht geistig, seelisch oder körperlich Alkohol. Wenn kein Alkohol in Armeslänge ist, dann bin ich sicher. Da kann das Suchgehirn noch so toben. Ich bin sicher. Denn Alkohol kommt nicht alleine zu mir, springt in meine Hand und lässt mich trinken. Das müsste ich alles willentlich machen. Und jeder dieser einzelnen Schritte gibt mir die Möglichkeit, abzubrechen. Das ist mein Sicherheitsnetz. Und das Toben wird weniger. Auch das Suchtgehirn kann nicht für ewig aus allen Rohren feuern.;)

    Meinen Willen spare ich mir für die Momente auf, wo ich mich plötzlich und unvermutet auf Armlänge zu Alkohol befinde. Und dann Notfallplan sofort raus aus der Situation und weg da. Ist mir bisher aber noch nicht passiert.

    Das heißt aber nicht, dass ich Suchtdruck nur aushalte. Wenn ich welchen habe, greife ich in meinem Notfallkoffer und unternehme irgendetwas um meinen Körper zu beschäftigen. Wenn mein Körper zu tun hat, kommen Geist und Seele hinterher. Und irgendetwas kann ich immer unternehmen. Solange es kein Saufen ist. Ist alles gut.

    Noch ein Gedanken zu Deiner Geschichte. Ich kann mir vorstellen, dass diese Geschichte auch Spuren in Deinem Selbstbewusstsein hinterlassen hat. Diese Gruppe setzt alleine auf Selbsthilfe. Und Selbsthilfe setzt Selbstbewusstsein und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit voraus. Was ich schreiben will, vielleicht brauchst Du mehr Unterstützung? Vielleicht solltest Du noch einmal über eine ambulante oder stationäre Sucht spezifische Therapie nachdenken? Damit meine ich nicht, dass Du Dich hier abmelden solltest. Im Gegenteil. Eher eine Ergänzung.

    Nichts bestimmtes.Lang nicht mehr gesoffen, saufen, Tankstelle. So antrainiert über Jahrzehnte. Wenn irgendwas ist- Saufen.

    Dafür das Du schreibst das die Gedanken nicht bestimmt sind, scheinen sie sehr bestimmt.;) Saufen ist das Thema. Ich nehme an, dass Du an der Tankstelle nicht Dein Auto nachtanken willst. Wie dem auch sei, das sind Gedanken, die ich nicht festhalten würde, sondern einfach kreisen lassen würde. Die gehen wieder weg.

    Die Gedanken kommen ja auch wenn kein Risiko da ist

    Das mag im Moment so sein. Aber die Wahrscheinlichkeit ist gut, dass, wenn Du Risiko konsequent vermeidest, die Gedanken weniger oft kommen und irgendwann dann auch nicht mehr. Die Trigger fehlen. Und die Zeit ist auf Deiner Seite.

    Suchtgedächtnis muss totgelegt werden.

    Hi,

    Du wirst Dein Suchtgedächtnis bis zu Deinem Lebensende nicht mehr tot legen können. Aber Du kannst es schlafen legen. Du kannst es durch Risikovermeidung schlafen legen. Und Du kannst dadurch auch vermeiden, dass es geweckt wird. Beweg Dich in Umgebungen, in denen keine Flaschen (voll oder leer) rumstehen. Und falls doch, blende sie bewusst aus. So mache ich es.;)

    Hi Abstinenzler,

    am Ende des Tages geht es nur um Dich. Um Deine Abstinenz. Dass Du einen Weg findest, wie Du bei einem Streit mit Deiner Frau nicht sofort nahe am Rückfall stehst. Oder gar einen Rückfall baust. Was dann passiert, hast Du oft genug erlebt. Das brauche ich Dir nicht zu erzählen.

    Du hast ja schon öfters von Streits mit Deiner Frau berichtet, die Dich an den Rand bringen. Das ist überhaupt nicht gut. Nun ist das hier keine Paarberatung, aber vielleicht kommt eine solche für Dich/Euch ja infrage?

    Hey Chapa,

    dies ist ja kein Chat. Schreib doch einfach darüber, was Dich beschäftigt. Das erleichtert Dich vielleicht. Und Du kannst Dich sortieren. Und das Lesen dann Andere und dann schreiben sie etwas dazu. Das kann dann vielleicht erst Morgen sein. Oder brauchst Du gerade akut Hilfe, weil Du Saufdruck hast?

    Hi Boss,

    es ist, wie es ist. Das ist schließlich kein Bällebad hier.;) Wenn es um meine eigene Sucht geht, hört der Spaß für mich schneller auf als Du kucken kannst. Wenn Du irgendetwas von dem, was ich Dir schreibe, für Müll hältst. Fein. Dieser Müll hat dafür gesorgt, dass ich jetzt ein Jahr stabil abstinent bin. Und ich hatte nicht so einen Saufdruck wie Du. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich mit 300 km/h durch den Berufsverkehr gerast bin. Hätte ich das gehabt, hätte ich sofort noch einmal alles, was ich bis dahin abstinent geändert habe, auf den Prüfstand gestellt. Das habe ich übrigens auch gemacht, wenn ich nur mit 100 durch den Berufsverkehr gerast bin. Denn, wenn ich Saufdruck habe, gibt es einen Grund und den muss ich abstellen.

    Als ich mich hier angemeldet habe, wusste ich nicht viel. Aber ich wusste eins genau, dass ich, wenn ich überhaupt eine Chance haben will, dass ich alles in die Tonne treten muss, was ich jemals in Zusammenhang mit Alkohol gedacht, gefühlt oder gemacht habe. Alles. Positiv wie negativ. Und zwar so tief in die Tonne, dass es da nie wieder rauskommt. Das gute ist, dass ich hier einen schlichten und einfachen Weg und das dazugehörige Mindset lerne und gelernt habe. Und das von Menschen, die diesen Weg schon lange erfolgreich gehen. Und dann habe ich etwas gemacht, was ich sehr selten mache. Ich bin einfach gefolgt. Ohne Wenn und Aber. Ich habe einfach nur umgesetzt, was ich hier gelernt habe. Meine Sucht ist zu stark, dass ich auch nur ein einziges Experiment mache.