Beiträge von Kazik

    Mein Kopf kommt nicht gut zur Ruhe, Gedanken jagen herum, wann fing das alles an mit dem Alkohol, werde ich je wieder lachen können, wie wird sich mein Leben verändern, so in diese Richtung.

    Hi Aurora,

    das mein Kopf und Gefühle auf overdrive waren, wie ich das selbst genannt habe, war bei mir in den ersten Wochen auch so. Körper, Geist und Seele leisten gerade Schwerstarbeit um wieder auf die "Normalspur" zu kommen. Aber das wird alles besser.

    Gib Dir Zeit. Möglichst kleine Schritte. Pausen machen. Etwas Schönes machen, beispielsweise rausgehen, etc.. Alles darauf ausrichten, dass Du keine Risiken eingehst und erstmal stabil abstinent wirst. HALT Regel beachten. Notfallkoffer packen. Saufdruck hält nicht lange an, wenn Du ihn ignorierst.

    Viel hier austauschen. Ich habe mich von Anfang an hier regelmässig ausgetauscht. Über alles, was mich abstinent beschäftigt hat. Wichtig, unwichtig, leicht, schwer, egal.

    Sorry, wurde die Hälfte verschluckt. Ich war mal vor 15 Jahren beim Psychologen. Seit dem keine Behandlung.

    Warum? Ich hatte auch mehrere meist schwere Depressionen und habe irgendwann in einer Verhaltenstherapie gelernt, wie ich mir selbst helfen kann. Dafür bin ich dann 2,5 Jahre zu meiner Therapeutin gedackelt und kann mir seitdem selbst helfen. Ich nehme allerdings weiterhin ein Medikament. Worauf ich hinaus will, unbehandelte Depressionen haben eine hohe Wahrscheinlichkeit chronisch zu werden.

    Hi Rennschnecke ,

    dann lesen und schreiben wir uns jetzt hier weiter.;) Wichtig ist das Du diese SHG so nutzt, dass sie Dir hilft. Das ist das allerwichtigste.

    Dass Du weißt, wie es geht und anderen helfen kannst, ist eh klar. Und dass Du für mich ein wichtiges Mitglied von unserer gemeinsamen SHG bist, ist mir zumindest auch eh klar.

    Zu Deiner aktuellen Situation fällt mir zunächst erst einmal nur ein. Hast Du schon einmal darüber nachgedacht Dir noch weitere Hilfe zu holen z:B. eine Psychotherapie? Und zu den leicht zugänglichen Alkvorräten auf Deiner Arbeitsstelle ist dort bekannt, dass Du trockene Alkoholikerin bist? Denn dann könntest Du darum bitten, dass diese Alkvorräte für Dich nicht mehr frei zugänglich sind. Bzw. bitten ist ein zu schwaches Wort Du könntest, auch wenn ihr eine Personalvertretung habt, mit denen sprechen, ob die Dich anonym dabei unterstützen könnten, dass diese Alkvorräte zumindest für Dich nicht mehr frei zugänglich sind. Und es kann ja auch sein das dort noch weitere Menschen arbeiten, die bezüglich Alkohol vulnerabel sind.

    Und ganz zum Schluss möchte ich Dich an Deine Anfänge hier in dieser SHG erinnern, Du hast Dich glaube ich drei Monate vor Deinem Entzug hier angemeldet, den Du dann konsequent durchgezogen hast. Das finde ich bis heute unglaublich konsequent und dafür hast Du meinen aufrichtigen Respekt. Weil ich mir tatsächlich sehr, sehr unsicher bin, ob ich das so hingekriegt hätte.

    Naja Chewie, dies ist ja Dein Tagebuch. Heißt, Du kannst auch hier jeden Tag etwas schreiben, wie es so läuft. Hab ich zwar nicht jeden Tag gemacht, aber oft. Ich habe hier über alles geschrieben, was mich abstinent beschäftigt hat. Leicht, schwer, wichtig, unwichtig, egal. Und dann hast Du gleich den Vorteil, dass Du jederzeit gelesen wirst und die Erfahrerenen sehen können, wenn etwas aus dem Ruder läuft. Dies ist Deine SHG.

    Hi Foaly88 ,

    ich lese Dich auch.

    Viel trinken und Essen hilft mir bei Suchtdruck gut.

    Ich hatte in den ersten Monaten manchmal heftige Stimmungsschwankungen. Da hilft nur aushalten. Und vielleicht etwas spazieren gehen (ohne Geld). Heiß duschen. Ein Bad nehmen. Irgendwie ein wenig in Bewegung kommen.

    Hattest Du schon einmal eine Depression?

    Hier viel schreiben. Du wirst gelesen.

    Habe hier vor kurzem gelernt auf Leute zu hören die was ähnliches durchmachten und schon weiter sind.

    Hi Seppl,

    ich habe mich hier 10 Tage nachdem ich aufgehört habe zu trinken angemeldet und ich habe seitdem kaum etwas durchgemacht.;)

    Der Grund ist, dass ich etwas gemacht habe, was ich sonst sehr, sehr selten in meinem Leben getan habe. Ich habe die Grundbausteine einfach umgesetzt. Betreibe konsequent Risikominimierung. Habe mir das Mindset von den Erfahrenen angeeignet. Habe mich früh in meinem Umfeld privat und beruflich als Alkoholiker zu erkennen gegeben. Dann habe ich privat und beruflich einige zu starke dauerhafte Belastungen abgebaut. Weil dauerhafte zu starke Belastungen sowohl das Saufen als auch Depressionen bei mir begünstigen. Wenn ich mich Menschen aus meinem Umfeld treffe, dann ist die Vereinbarung, dass in meiner Gegenwart kein Alkohol getrunken wird. Und das gab bisher keine Probleme. Und wenn es Probleme gegeben hätte, dann hätte ich die Konsequenzen gezogen.;)

    Wie geschrieben, ich habe es selbst in der Hand wie leicht oder schwer ich es mir mache.

    Und ich tausche mich von Anfang an hier regelmäßig aus und schreibe über alles, was mich jetzt abstinent beschäftigt. Leicht, schwer, wichtig, unwichtig, egal.

    Hey Seppl,

    ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es an Dir liegt wie leicht oder schwer Du es Dir machst.;)

    Heißt, ob Du Dich mit den Gedanken beschäftigst oder nicht. Ob Du Fußball schaust und Dir die ganze Bierwerbung gibst, Oder ob Du Dir Dry January Artikel durchliest. Das hast Du alles selbst in der Hand.;)

    Ich suche noch meine Trigger, weil nur Partnerin kann es ja nicht sein.

    Da ich noch meinen Psychologen vor mir habe, der das Innere mal aufräumen muss, grübel ich natürlich die ganze Zeit, wieso ich es gemacht habe.. was wäre wenn nicht. Wären wir glücklicher geworden, wäre ICH glücklicher gewesen, oder hätte ich seelisch doch gelitten, nur weil ich Angst vorm Alleinsein habe?

    Hallo Angler,

    zu diesen beiden Zitaten. Ab dem Zeitpunkt ab dem Zeitpunkt, ab dem Du abhängig wurdest, gab es nur noch einzigen Grund für Dein Saufen, die Sucht. In einem Teil Deines Hirns hat sich der Satz fest verankert: Ich muss Alkohol trinken. Und das bleibt so für den Rest Deines Lebens. Heißt, ab diesem Zeitpunkt begann eine neue Zeitrechnung und es gab keine anderen Gründe oder Trigger mehr. Dein Suchthirn benutzt ab diesen alles, um Dich zum Saufen zu bringen. Egal ob Du gerade saugut oder sauschlecht drauf bist.

    Das solltest Du Dir unbedingt klarmachen. Nicht das Du, wenn der größte Liebeskummer vorbei ist, denkst och jetzt könnte ich doch mal ein Gläschen trinken. Fehler. Dann bist Du sofort wieder drin in der Sucht.

    Zu Deiner geplanten Therapie. Ich habe in meinem Leben zu zwei unterschiedlichen Thematiken zwei Therapien abgeschlossen. Allerdings habe ich diese Therapien nicht gemacht oder angefangen als ich abhängig getrunken habe oder gerade meine Abstinenz begonnen habe. Was ich damit schreiben will, Du solltest Dich in den kommenden Wochen und Monaten zunächst nur darauf konzentrieren stabil abstinent zu werden. Und dafür findest Du in den Grundbausteinen einen sicheren Weg. Vielleicht kannst Du ja mit Deinem Therapeuten absprechen, dass Ihr die dicken Bretter erst bohrt, wenn Du stabil abstinent bist.;)

    Aber zugegeben macht es auch ein wenig Spaß hier ein wenig "herumzufrotzeln" ohne zu vergessen warum wir hier sind

    Hallo SaM,

    mag sein das Du irgendetwas an Deiner Sucht witzig findest. Ich finde an meiner Sucht überhaupt nichts witzig. Im Gegenteil dazu ist sie zu tödlich und zu stark.

    Und ich befürchte wenn Du das nicht auch erkennst dann hast Du noch einen langen Weg vor Dir.

    Dazu kommt wenn Du hier nur Dinge schreibst um rum zu frotzeln dann solltest Du ernsthaft überlegen ob Du hier richtig bist denn damit nimmst Du die Aufmerksamkeit weg von Leuten die Ihre Sucht todernst nehmen.

    Hallo melodyx,

    herzlich willkommen hier in Deiner SHG. Und gut, dass Du Dich entschieden hast, abstinent zu leben. ;)

    Mein Tipp konzentriere Dich zunächst auf Dich selbst und Deine Abstinenz. Und schreibe hier über alles, was Dich jetzt abstinent bewegt. Wichtig, unwichtig, leicht, schwer, egal. Und lass Dich hier aber auch im Rest Deines Lebens nicht drängen. Du stoppst gerade eine schwere psychische Erkrankung. Und das ist Schwerstarbeit für Körper, Geist und Seele.

    Und wenn Du dann in ein paar Monaten stabil abstinent, dann kannst Du Schritt für (kleinen) Schritt Deine anderen Probleme angehen. Zeit ist auf Deiner Seite.;)

    Würde es helfen, wenn Du Deiner Mutter einfach nur sagst das Du Dir sicher bist das Du Alkoholikerin bist. Und dass es deshalb notwendig ist, dass Du nie mehr trinkst. Und dass es deshalb notwendig ist, dass in der Wohnung kein Alkohol ist. Und wenn sie selbst kaum trinkt und den Wein nur gelegentlich zum Kochen benutzt, dürfte das für sie doch auch kein Problem sein. Ich drück Dir die Daumen für das Gespräch.

    Vor dem Gespräch mit Deinem Arzt brauchst Du keine Angst haben. Du wirst nicht die erste Alkoholikerin sein, die er behandelt. Mein Gespräch mit meiner Hausärztin hat mich sehr entlastet und sie unterstützt mich super.;)

    Hi soapstar,

    ich lass Dir mal zwei Erfahrungen/Gedanken da.

    Erstens, ich würde mir an Deiner Stelle mal ernsthaft die Frage stellen, welcher Teil Deines Hirns Dich unzufrieden werden lässt, wenn Du nicht mehr mit saufen oder überhaupt saufen kannst. Der kranke Teil Deines Hirns (Suchthirn) oder der gesunde Teil Deines Hirns. Ich habe für mich relativ schnell gelernt, nachdem ich aufgehört habe zu saufen, das zu unterscheiden. Und ich ignoriere das Suchthirn komplett und konsequent. Denn was von dort kommt, ist ausnahmslos kompletter Bullshit. Nachdem ich süchtig wurde, habe ich nur noch aus einem Grund getrunken, weil ich musste. Scheißegal, ob der Rausch toll war oder es mir vorher, währenddessen oder danach total beschissen ging. Egal ob das Saufen immer mehr Kampf und Krampf wurde, weil Körper, Geist und Seele immer mehr rebellierten. Egal ob immer mehr andere Symptome oder Krankheiten dazu kamen. Egal ob die letzten Jahre am Ende überhaupt nicht mehr schön, sondern nur noch die Hölle war, ich musste saufen. Und das wird sich bis zum Ende meines Lebens auch nicht mehr ändern, sollte ich jemals wieder trinken. Also warum sollte ich daran auch nur einen Gedanken verschwenden?

    Zweitens. Wenn ich irgendwo nicht hingehe oder mich mit Menschen nicht treffe, weil dort ein Risiko für einen Rückfall besteht. Dann ist das für mich gesunder, konsequenter Selbstschutz. Mein privates und berufliches Umfeld weiß Bescheid, dass ich Alkoholiker bin. Und die Vereinbarung ist das, wenn ich mich verabrede, in meiner Gegenwart kein Alkohol getrunken wird und dass niemand mir Alkohol anbietet oder gar aufdrängt. Und wenn ich mich entscheide, irgendwo nicht zu erscheinen, weil dort getrunken wird. Dann ist das meine Entscheidung und die wird nicht in Frage gestellt. Damit habe ich bisher in dem etwas mehr als einem Jahr Abstinenz keinerlei Probleme. Und hätte ein Mensch aus meinem Umfeld privat oder beruflich mir ernsthaft Probleme gemacht, hätte ich die Konsequenzen gezogen. Denn ich bin süchtig und ich muss davon ausgehen, dass ein Rückfall mein Untergang ist.