Hallo Bibi,
war ein kleiner Scherz, aber es freut mich, wenn es Dich freut, dass ich um die Ecke komme.
Ich habe in den zehn Jahren, in denen ich abhängig getrunken habe, fast ausschließlich alleine zu Hause getrunken. Ich musste nicht heimlich trinken, weil ich alleine wohne. Ich wollte meinen Rausch für mich ganz alleine haben.
Wenn ich dieser Zeit unterwegs war, dann habe ich bis auf einige Ausnahmen für meine Verhältnisse sehr moderat getrunken. Und dann zu Hause meinen Pegel aufgefüllt. Und da ich auch in nicht abhängigen Zeiten nie bis zum völligen Verlust der Muttersprache getrunken habe. Das ging bei mir nie, auch wenn ich hart gesoffen habe. Fiel meinem Umfeld auch bei diesen Ausnahmen nie etwas auf. Wie auch, die haben mein eigentliches kontinuierliches Saufen ja gar nicht mitbekommen.
Aber das war eigentlich gar nicht mein Punkt.
Bei mir ist es ja so, dass ich nirgends mehr war. Also keine Kneipen, Feste oder in der Öffentlichkeit. Hatte meine Betankung ja nur noch zu Hause.
Ich habe hier auch schon mal geschrieben, dass für meine Abstinenz eigentlich die Jahrzehnte, in der ich ein sehr riskantes Trinkverhalten hatte, viel gefährlicher sind. Denn dort haben sich Verknüpfungen festgesetzt, die positiv mit Alkohol besetzt sind. Um bei Deinem Beispiel zu bleiben, dass ich auf Geburtstagsfeiern von Freund*innen, gesoffen habe und das eine schöne Feier war. Oder in einer Kneipe war und dort gesoffen habe und es mir gut dabei ging. Und, und, .... . Soll heißen, auch wenn ich in meiner nassen Zeit nie in einer Kneipe war, bleibt die positive Verknüpfung ja trotzdem da. Und das für den Rest meines Lebens. Deshalb betreibe ich auch keine Risikoabschätzung oder überlege mir eine Strategie. Ein Risiko bleibt ein Risiko. Und wenn ich eins eingehe, dann muss ich mir der finalen Konsequenz bewusst sein und darf mir nichts vormachen.