Beiträge von KaDett

    Habe einen Helicobakter im Magen.

    Oh je, wünsche dir gute und schnelle Besserung.

    Es geht mir ja um heute: heute trinke ich nichts.

    Das ist eine gute Strategie. Ich weiß auch, dass sie funktioniert, denn ich habe es genauso gemacht. Einfach deshalb weil es recht leicht ist und gut machbar ist. Heute ist doch locker zu schaffen ✌️

    Viele Heute ergeben Jahre und Jahre ergeben lebenslang 😊

    Also hab ich im ganz engen Umfeld niemanden, der mich wirklich unterstützt.

    Da hab ich ein rundum Sorglos Paket. Alle freuen sich, dass ich keinen Alk mehr trinke. Niemand trinkt vor meinen Augen Alk, völlig selbstverständlich und von sich aus. Habe nie ein Wort gesagt, dass in meiner Anwesenheit kein Alk getrunken werden soll.

    Zuhause bei mir ist klipp und klar alkoholfrei, auch ganz egal ob ne Festlichkeit ansteht oder nicht. Das gilt auch für alle Gäste und wird sich nicht mehr ändern. Und das Tolle ist, niemandem macht das irgendetwas aus.

    Mit meinen Kollegen habe ich genauso viel Glück. Bei allen Anlässen sind Kaffee und Wasser die Hauptgetränke.

    Ich bin also sozusagen nie mit Alk konfrontiert.

    In deinem Fall würde ich mit der Familie und dem Partner Klartext reden und deutlich mitteilen wie wichtig die Abstinenz für dich ist und dass es um Leben oder Tod geht. Das Wort „Alkoholiker“ würde ich notfalls auch detailliert erklären, damit alle verstehen um was es geht.

    Wenn keine Rücksicht auf dich genommen wird, dann würde ich mich zurück ziehen und selten hin fahren. Selbst Partner müssen meiner Meinung nach nicht zwingend zusammen wohnen. Ich bin jemand, die getrennte Wohnungen befürwortet und mit Fernbeziehungen gut klar komme.

    Bei mir steht jedenfalls meine Abstinenz an aller erster Stelle und kommt vor allem anderen.

    Ich gratuliere dir zu 4 Monaten ohne Alk.

    Verlass dich aber nicht auf die Zeit. Auch nach längerer Abstinenz kann sich das Suchtgedächtnis immer mal wieder melden.

    Oder es können Verzichtsgedanken aufkommen, weil ich z.B. nicht dahin gehen kann wo viel gesoffen wird, wie z.B. auf ein Weinfest. Die sind hier bei uns grad ständig.

    Auch jetzt im Sommer, Biergarten oder Terrasse. Immer schön dafür sorgen, dass alkoholfreie, leckere gekühlte Getränke da sind. Damit erst gar keine dummen Gedanken kommen.

    Ich persönlich finde die HALT Regel sehr wichtig .

    Gestern Abend habe ich einen Krimi gesehen und da wurde öfter z.B. beim kochen oder im Restaurant Wein getrunken. Habe jedesmal direkt zur Wasserflasche gegriffen und ordentlich viel getrunken.

    So musste das Suchtgedächtnis erst gar nicht wach werden.

    Auch für besondere Stimmung habe ich für mich ein Getränk. Trinke ich selten und deshalb bleibt es was besonderes, nämlich Fanta.

    Das bestelle ich mir unterwegs gerne und habe keine Verzichtsgedanken wenn ich alkoholische Getränke bei anderen Leuten stehen sehe.

    Mir fällt es leichter, Dinge zu verstehen, wenn ich sie mir plastisch - greifbar vor Augen führe. So habe ich mir bezüglich meiner Abstinens neulich etwas beim Einschlafen überlegt:

    Für mich ist meine Anstinens wie ein Leben an der Küste, entlang an einer steilen Klippe.

    Stromer das hast du ganz toll beschrieben. Hatte sofort ein Bild vor Augen wie ich oben an der Klippe stehe und wie es steil runter zum steinigen Ufer mit Felsen geht.

    Das darf nicht passieren, niemals. Denn Falle ich einmal, weiss ich nicht, ob ich den Sturz da runter überlebe. Und wenn ich ihn überlege dann weiss ich nicht, ob ich noch einmal die Kraft besitze, wieder da hoch zu kommen.

    Da unten kann mir nämlich niemand helfen. Man kann mir nur ein Seil zu werfen, es packen und hochziehen, das muss ich schon selber. Und damit würde wieder alles von vorne beginnen.

    Das kann und will ich mir auch überhaupt nicht vorstellen. Wüßte nicht ob ich es nochmal schaffen würde. Deshalb halte ich an meiner bisherigen rückfallsfreien Abstinenz ganz, ganz fest und passe jeden Tag gut darauf auf, d.h. ich lasse jeden Tag das erste Glas stehen.

    Kann man als nasser einsichtiger Alkoholiker glücklich sein?

    Solange ich immer noch trinken musste, hatte ich eher ein schlechtes Gewissen mir selbst gegenüber. Glücklich war ich ich in der nassen Zeit bedingt, einsichtig war ich teilweise. Da ich zu diesem Zeitpunkt den Absprung noch nicht geschafft hatte, war es eher resignierend.

    Habe ständig versucht kontrolliert zu trinken, aber es hat nie geklappt. Auch die guten Vorsätze „heute trinke ich nix“ waren purer Stress. Maximal habe ich es mal 1-2 Tage geschafft. War dann ja kalter Entzug.

    Unabhängig davon hatte ich auch als nasse Alkoholikerin auch glückliche und schöne Zeiten. Aber gegen Ende hat sich vieles nur noch um Alk gedreht und dass ich meinen Pegel hatte. Die Beschaffung, Entsorgung und Heimlichtuerei waren absoluter Stress. Und dafür zu sorgen, dass niemand (beruflich und privat) merkt, dass ich Alkoholikerin hat mir einiges abverlangt.

    Kann man denn auch 100% einsichtig sein und trotzdem nichts ändern wollen?

    Ich konnte nichts ändern. Gewollt hatte ich schon länger. Nur die feste Entscheidung zur dauerhaften Abstinenz war die Lösung und mein Glück.

    Nur ein richtiger Cut, nämlich die konsequente Abstinenz kann zu einem wirklich glücklichen, freien Leben führen.