Beiträge von KaDett

    Warum ist man als Alkoholiker so egoistisch und stellt seine Sucht komplett über alles?

    Ich hatte auch ein schlechtes Gewissen, sogar mir selbst gegenüber, aber da war die Sucht auch direkt wieder zur Stelle, um ein schlechtes Gewissen schnell mit Alkohol zu betäuben und auszublenden. Tag für Tag.

    Durch die Sucht wird das Trinken zum „Muss“. Das ist schon ne Nummer, aus der einfach wieder auszukommen, sehr schwer ist.

    Ich habe mir ständig vorgenommen aufzuhören. Das hat mich massiv in Panik versetzt. Ich konnte stellenweise an nichts anderes mehr denken, als an Alk. Dann endlich das ersehnte erste Glas Wein, mit oder ohne schlechtem Gewissen, runter geschüttet als wäre es Limo. Dann hat erstmal das Zittern aufgehört. Das 2., 3. Glas usw. Das mussten auch keine Weingläser sein. Ein Limoglas, Tasse ganz egal.

    Nicht umsonst kommt es zu Trennungen, Streit. Egoismus wird durch die Sucht herbeigeführt , Bedenken oder schlechtes Gewissen wird durch die Sucht einfach beiseite geschoben. Die Sucht ist stärker als alles andere. So war das jedenfalls bei mir.

    Bei mir gab es Gott sei Dank einen persönlichen, auf die Gesundheit bezogenen „Klick“. Ab da habe ich es geschafft aufzuhören. Aber nicht jeder hat so einen „Klick“Punkt.

    Für mich hieß das damals nicht nur Glas weg. „Einfach nicht trinken“ ist die Theorie von Leuten, die nie gesoffen haben.

    Ich musste meine Welt umbauen.

    Ich habe meine Welt auch umgebaut und meine Abstinenz als obersten Dreh- und Angelpunkt gesetzt.

    Habe mein Leben nach meiner Abstinenz ausgerichtet. Auch berufliche Veränderungen, kleine optische Veränderungen zuhause, vor allem der Platz an dem ich immer getrunken hatte neu umgestaltet. Es gibt keine Kompromisse wenn Gäste kommen. Gibt absolut keinen Alkohol bei mir zuhause.

    Ich habe auch viel innere Trockenheitsarbeit geleistet.

    Alles hat sich gelohnt und alles behalte ich so bei.

    Es gibt auch Doku‘s über Alkoholiker und Bücher, Podcasts zum Thema. Vielleicht ist es nützlich, wenn er da mal mir reinschaut um zu verstehen was es wirklich heißt Alkoholiker/in zu sein. Aufklärung für die Angehörigen, Familie, Freunde finde ich schon sehr wichtig und nützlich.

    Ich muss selbst dafür sorgen, dass ich nüchtern bleibe. Trigger können gefährlich werden. Da spielt es keine Rolle ob ich erst seit wenigen Tagen, Wochen oder lange Jahre abstinent bin. Ein Glas kann alles zunichte machen. Das ist mir jederzeit bewusst. Deshalb habe ich bei mir zuhause dafür gesorgt, das es nie Alkohol gibt. Egal welche Gäste zu welchem Anlass kommen.

    Heimlichtuerei ist für mich als Alki keine Kunstwerk, ich könnte mir dann bei ner Feier ne Flasche schnappen und irgendwo heimlich trinken.

    Ich bleibe bei größtmöglicher Risikominimierung.

    und mir eine Gesprächsstrategie für meinen Mann sehr gründlich überlegt, um ihn doch ins Boot zu holen. Wir haben dieses Gespräch heute früh geführt. Das Verhandlungsergebnis ist für mich sensationell gut und sicher

    Ich finde es gut, dass dein Mann auf dich eingeht. Vielleicht sind noch einige Gespräche nötig. Es geht schließlich um dein Leben.

    Ich habe das mal aus nem anderen Thread zu dir geholt.

    Als Neuer war ich eine zeitlang verwundert warum so wenig input aus dem grünen Bereich kommt. Ihr habt doch die wichtigsten und hilfreichensten Informationen für mich als Neuankömmling.

    Hast Recht, für mich waren die Erfahrungen von anderen auch sehr wichtig. So im Alltagstrott denke ich da aber gar nicht mehr so oft daran. Habe aber angefangen wieder mehr im blauen Bereich zu schreiben, damit es zu nem hilfreichen Austausch kommt.

    Kannst auch gerne Fragen stellen, wenn du etwas wissen möchtest.

    Abstinenz lohnt sich und ist absolut notwendig um zu leben.

    Das hast du absolut richtig erkannt und geschrieben.

    Ohne Abstinenz geht’s nach unten und das kann tödlich enden.

    Ich möchte auch lieber leben und mit klarem Kopf meine Entscheidungen treffen. Es stimmt, das Leben ist kein Ponyhof, es gibt Höhen und Tiefen. Aber nüchtern kann ich alles gut meistern und mein Leben in die Hand nehmen. Betrunken ist kaum was möglich, geht auf die Gesundheit und die Sucht kennt nur den Weg nach unten in der Spirale.

    Gratuliere dir gerne zu 9 nüchternen Monaten.

    Wie belohnt Ihr Euch?

    Ich habe sehr viel Eis verdrückt. Auch richtig tolle Tee‘s habe ich ausprobiert. Meine Belohnung und zum Abschalten ist Zeit für mich im Bad. Duftender Badezusatz, Gesichtsmaske, Haarkur und auch Düfte. Spaziergänge liebe ich und Bewegung, also Gymnastik, Tanzen, Yoga. Aber auch Stille und Zeit für mich sehe ich als Belohnung. Einfach alles was mir gut tut.

    Das Ankommen in Frankreich wird heikel. Es stehen dort Biere im Kühlschrank, die ich auch mag.

    Der Satz ist mir direkt ins Auge gestochen. Wie bereitest du dich da genau vor? Ich setze bei meiner Abstinenz nämlich auch größtmögliche Risikominimierung. Ich vermeide es, dass Alk mir auf Armlänge nahe kommt.

    Kennst du eigentlich schon die Grundbausteine? Sie beruhen auf den Erfahrungen von Leuten die jahrelang erfolgreich trocken sind.

    Heute ist der achte abstinente Tag.

    Du scheinst es ernst zu meinen ein Leben ohne Alk zu führen. Dass du beim Arzt warst, war genau richtig. Ohne Alk ist sehr befreiend, der klare Kopf ist super und nüchtern zu leben ist eine richtige Bereicherung. Auch deine Gesundheit wird sich freuen.

    Hast du schon Pläne was du mit der neu gewonnenen Zeit anfängst? Die Trinkerei hat ja viel Zeit in Anspruch genommen. Beschaffung, Entsorgung, das Trinken, der Kater….

    Wie ist es bei euch? Werdet ihr manchmal auch sentimental und traurig, wenn ihr zurückblickt und denkt: Mensch, ich hätte viel früher aufhören müssen beziehungsweise können?

    Das ist bei mir gar nicht der Fall. Ich konnte einfach nicht früher aufhören. Ich habe das für mich akzeptiert und auch abgeschlossen. Es kommt kein Bedauern oder Traurigkeit um die nassen Jahre bei mir auf. Es war einfach so und ich kann nichts mehr daran ändern.

    Nun bin ich, so wie du seit Mai 2024 nüchtern und bin froh, dass ich die Kurve gekriegt habe und auf dem richtigen Weg unterwegs bin.

    Natürlich wusste ich, dass man von Alkohol süchtig werden kann und am Ende Alkoholiker ist. Die Betonung liegt auf "man".
    "Aber ich doch nicht, so weit ist es noch lange nicht und vorher reduziere ich, oder höre ganz auf".
    Ich konnte mich auch als Nichtsüchtiger lange erfolgreich selbst belügen.

    Ja und dann, dann war ich irgendwann süchtig. Die Erkenntnis reifte mit dem zunehmenden Zwang trinken zu müssen. Es ging nicht mehr ohne und alle Versuche mir das Gegenteil zu beweisen scheiterten, weil ich Alkoholiker geworden war.

    Und es ging weiter. Zu jeder Phase meines Alkoholiker Daseins konnte ich mich irgendwie einrichten, so daß ich dachte, wenn ich diesen Zustand halten kann, wird es gehen. Es ging nicht, es wurde immer schwerer diesen Zustand zu ertragen und am Ende konnte ich ihn nicht mehr ertragen.

    Genauso war es bei mir.

    Ich habe mich nie mit Sucht beschäftigt und Alkoholiker waren andere. Die die schon mittags in ner dunklen Kneipe sitzen mit Bier und Schnaps. Oder die, die am Bahnhof rum hängen oder unter der Brücke in Kartons und Zeitungspapier liegen.

    Ich doch nicht, ich ging ja arbeiten, habe mich um Familie und Haushalt gekümmert. Optisch immer gepflegt, hübsch und wohl duftend. Ich bin doch keine Alki.

    Ich habe den Übergang in die Sucht nicht wirklich gemerkt. Erst als ich immer mehr trinken musste und tatsächlich nicht mehr aufhören konnte, da war mir dann doch klar, dass etwas schief läuft.

    Es hat dann noch ne Weile gedauert, bis meine Gesundheit ernsthaft auf die Barrikade ging. Ich wusste, dass ich mich entscheiden muss, das habe ich getan. Ich habe rechtzeitig aufgehört und meine Gesundheit hat zum Glück noch die Kurve gekriegt.

    Viele Fäden hier fangen fast immer ungeschönt an und als Leser freue ich mich über manche Entwicklung - vermeldete Rückschläge tun mir fast körperlich weh. Ich hätte nie gedacht, dass ich hier so mitleiden und hoffen würde.

    Da bist du nicht alleine. Wenn ich von Rückfällen gelesen habe, hatte ich oft Schnappatmung. Ich habe dann auch sehr viel darüber nachgedacht, das ging mir ewig im Kopf rum.

    Aber es hat mich auch bestärkt, dass mir das nicht passieren soll und ich habe meine Abstinenz immer stärker abgesichert und gut darauf aufgepasst.

    Ich konnte / kann es mir nicht vorstellen, selbst einen Rückfall zu haben. Das ist gut, denn was ich mir nicht mal vorstellen kann, verhindere ich mit größtmöglicher Risikominimierung, Beachtung der HALT Regel und Einhaltung der Grundbausteinen. Auch meine innere Einstellung zu meiner Abstinenz muss stimmen. Wenn was wackelt, sofort rechtzeitig hier mitteilen.

    Ich wollte nicht, das der Alkohol mein tägliches Leben bestimmt, dass es sich jeden Tag darum dreht nichts zu trinken,
    ich wollte nicht eine von denen sein, die ihr ganzes Leben auf Alkohol verzichten muss und jeden Tag um einen Rückfall bangen muss.

    Das ist bei mir so nicht.

    Meistens denke ich gar nicht daran. Ich verzichte auch auf nichts. Ohne Alk nüchtern zu leben ist eine absolute Bereicherung und ist inzwischen fast schon normal geworden.

    Damit ich nicht leichtsinnig werde, bin ich nach wie vor im Forum.

    Auch wenn mal kritische Situationen sind, melde ich mich gleich hier und sage was Sache ist.

    Damit sichere ich meine Abstinenz ab.

    Jedenfalls bestimme ich wieder selbst mein Leben und nicht der Alk. Das ist der gravierende Punkt.

    denn sobald ein bißchen nicht so schlimm ist ist der rückfall da

    Ich kann mir den Moment nicht wirklich vorstellen, wieder zum Glas zu greifen und einfach wieder zu trinken.

    Nach Jahren der Abstinenz erst recht nicht. Alles weg zu werfen, einfach das Leben über den Haufen zu werfen und den ersten Schluck trinken. Das ist doch der Horror.

    Das ist für mich so unvorstellbar und der blanke Wahnsinn. Welche Gedanken da im Kopf sind, die es zulassen, dass nach all dem ganzen Wissen über Sucht und Alk, trotzdem das Glas an den Mund gesetzt und tatsächlich getrunken wird.

    Da ich mir das nicht mal vorstellen kann, mache ich mir auch keine Gedanken und gebe dem Suchtgedächtnis keinen Raum um sich solche Gedanken zurecht zu spinnen.

    es ist einfach wichtig die krankheit im auge zu behalten. ich meine damit nicht das sich alles weiter nur um den alk drehen muß, dann hätte uns der alk ja letztendlich doch noch im griff

    Das hört sich gut an, so mache ich das nach.

    Morgen höre ich auf zu saufen" dann "Montag höre ich auf zu saufen" und weil wieder mal erfolglos "nächsten Monat höre ich auf zu saufen" final dann "Silvester darf ich zum letzten mal saufen, aber 01.01. höre ich ganz bestimmt auf"


    Ich habe mir auch immer mal vorgenommen aufzuhören. Das gelang manchmal sogar 3 Tage und nen dry January hatte ich auch mal geschafft. Da wollte ich aber nur beweisen, dass ich kein Alki bin und das mit links kann.

    Das war jedesmal ein kalter Entzug.

    So mit nem Datum als Vorsatz war noch schlimmer. Da bekam ich Panik wenn das Datum näher rückte und soff noch mehr.

    Am Ende war es ganz spontan, irgendein Tag wo es einfach nicht mehr ging mit saufen. Die Gesundheit hat Alarm geschlagen und es hat Klick gemacht.

    Ich bin erst nach 7 Monaten hier ins Forum gekommen. Vorher hatte ich mehr recht als schlecht vor mich hin gewurschtelt.

    Ohne SHG hatte ich es mir da ziemlich schwer gemacht und hatte ziemlich viele Hürden und Steine auf meinem Weg liegen.

    Aber ich habe hier viel gelernt und die Grundbausteine umgesetzt. Meine Abstinenz bekam oberste Priorität und stand vor allem anderen.

    Jetzt ist mir alles in Fleisch und Blut übergegangen und ich bin auch bei schlimmen Situationen, wie dem Tod einer nahestehenden Person oder schlimmen Krankheitsfällen in der Familie, nüchtern geblieben.

    Mein Leben ohne Alk ist soviel besser als mit Alk und dem ganzen Rattenschwanz den Alk so mit sich bringt.

    Alk kam bei mir auch sofort weg.

    Schöne Gläser habe ich umfunktioniert, da sind jetzt kleine Parfum Miniaturen drin.

    Bei Gästen bin ich stur wie ein Panzer, es gibt zu keinem Anlass Alk. Es gibt keine Ausnahme.

    Niemanden hat es bisher gestört und Besuch kommt weiterhin gerne.

    „Heute trinke ich nicht“ war/ist für mich der ultimative Satz. Leicht zu schaffen, unkompliziert und übersichtlich. Die vielen „Heute“ sind inzwischen 2 1/4 Jahre.

    Für mich gab es im Zusammenhang mit meinem Lieblingssatz, jedoch nie den Gedanken … aber morgen…. Es gab und gibt keine solche Hintertür.

    Heute trinke ich nicht, ist nicht so groß wie „nie wieder“ oder „für immer“.