Angler - Hoffnung kommt hoffentlich

  • Das ist Zwang, keine Wahl. Der eine beschließt, zu trinken. Der andere kann irgendwann nicht mehr aufhören.

    Hartmut

    Danke für Deine schnelle Antwort.
    Dann bin ich wohl schleichend von der Problemtrinkerin zur Alkoholikerin geworden.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Erstmal danke, hier kam ja was an Texten zusammen 😃

    Ich meine ganz bewusst den Umgang und das Denken damit.

    Als ich mich hier angemeldet habe, habe ich es als Unterstützung für meine präsenz-Veranstaltungen genutzt.

    Das war sie Suchtberatung und der Psychologe.

    Ich war durch meine Beziehung völlig am Ende.

    Da ich mehrere Baustellen habe, habe ich anfangs kaum Kraft gehabt. Bis der Moment kam andem ich dachte, dass ich wegen anderen Menschen nicht mein Leben kaputt machen muss. Dass ich niemandem etwas schulde und mit meinem Trinken noch den Beweis liefer. Ich wollte wieder ich sein und mein altes Leben zurück. Das war der letzte Tag mit Alkohol. Über die Jahre habe ich mich, auch in der trockenen Zeit, immer wieder mit Videos der bekannten Potcaster beschäftigt, bis das einschlief, weil es für mich keine Erkenntnis mehr gab. Ich hatte mich an das Leben ohne Alkohol gewöhnt. Wie gesagt, ich kam spät damit in Verbindung und hätte nie gute Erlebnisse damit. Discozeit war immer Nacht des Grauens weil Karrusselfahren. Es gab nicht einen schönen Momente mit Alkohol. Er wird zwar immer so dargestellt, aber ich habe das noch nie so gesehen.

    In den letzten Wochen und Monaten habe ich körperlich wieder meine Form gefunden. Die Gedankenspirale funktionierte aber immer noch: du hast ein Problem, du wirst das immer haben, du bist krank. Wie gebranntmarkt.

    Und obwohl ich keinen Schluck mehr zu mir genommen habe, hatte ich nicht das Verlangen nach der Betäubung.

    Ich habe viel hier gelesen und mich dann über viele markante Sachen gewundert, die ich so im Alltag gar nicht wahrnehme oder ihnen Beachtung schenke. Während ich gerade zur Untermieter lebe, ist neben mir der Keller. Randvoll mit Bierkisten, Wein und alles was so in Flaschen ist. Als ich meinen Kumpel neulich besuchte, fragte er, ob ich ihm nen Kasten Bier mitbringen kann, er wollte nicht nochmal los.

    Jetzt schlagen alle die Hände über dem Kopf zusammen, ich lese es schon. Und genau deswegen Frage ich so doof: es macht mir nichts aus. Ich hatte nicht einmal das Kribbeln in den Fingern in den Keller zu gehen, ich hätte kein Problem die Kiste Bier zu kaufen. Das Einzige was ich hätte, waren Gedanken an meine neue Wohnung, Liebeskummer und welche Übung ich abends im Sport mache.

    Und so vergehen manchmal Tage oder Wochen, in denen ich nicht an das Forum denke. Einfach weil ich gar nicht an Alkohol denke.

    Meine Psychologin hat gesagt, ich muss das akzeptieren, dass die Menschen um mich rum trotzdem trinken. Ich kann meinem Vater nicht verbieten, wenn er abends mal ein Bier trinkt, dass er das alles aus dem Haus schafft. Ich hatte auch kein Problem damit, dass meine Partnerin Wein vor mir getrunken hat. Da war absolut 0.

    Ich hatte oben geschrieben, dass ich alkoholfreies Bier getrunken habe, als ich Lust hatte. Nicht jetzt, fruher. Das habe ich aber auch gelassen, weil ich davon solche Blähungen bekomme, dass es unangenehm ist.

    Ich war heute mit meiner besten Freundin nach Monaten mal wieder verabredet und sie meinte: wow, du siehst viel besser aus. Das war um halb 3. Das erste Mal am Tag, dass ich wieder kurz an Alkohol dachte, weil er damit im Zusammenhang stand. Nicht wegen Verlangen, sondern gänzlich im Kopf.

    Was es bei mir bewirkt ist eine schwere Last. Dass man was hat, was man nicht los wird. Am liebsten ist mir daher immer ein neuer Personenkreis, die gar nichts darüber wissen und ich so gesehen werde, wie ich wirklich bin.

    Meine Psychologin hat gestern was zu mir gesagt, das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht:

    Sie haben sich zurück gezogen weil ihre Partnerin wieder zu dominant war. Sie hielten es nicht mehr aus.

    Mal für sich sein, Ruhe und Entspannung. Durch Bier. Nur sie, kein Druck nichts.

    Was hätte es geändert, wenn sie statt dem Bier eine Stunde Sport gemacht hätten? Gar nichts! Sie wären heim gekommen und trotzdem wäre die Situation gleich. Sie können den Menschen nicht ändern, egal was sie machen. Wenn ich Ihnen jetzt ein Bier hinstelle, und sie müssten es trinken. Würden sie dann ein zweites wollen oder sich ärgern, es nämlich als unnötig betrachten?

    Es war interessant, wie tief sie ins Unterbewusstsein reingeht. Das je nach Gefühlslage und Grundstimmung es ohne Auswirkungen ist und hingegen bei anderen Gefühlen zur Selbstzerstörung führt.

    Durch das Bewusstsein, dass die Beziehung vorbei ist, egal was ich jetzt mache, gibt es keine Momente, die Gefühle zu betäuben, in der Hoffnung, später ist dann wieder alles gut. Die Situation ändert sich nicht.

    Der Alkohol ist ein mir bekannter Hebel, den ich angewendet habe. Es gibt aber nichts, was ich umschalten oder wegschalten kann. Das was ist, ist die Realität. Und egal wie sehr ich mich bemühen oder was mache, es bleibt so. Ich muss daher nicht mal Bier in Betracht ziehen, weil auch das ändert nichts. Ich weiß aber, wie es mir danach geht. Ich kann mir genauso gut mit dem Hammer auf den Daumen hauen. Dann sind die Gefühle auch schlagartig weg und am nächsten Tag der Finger blau.

    Und an den Hammer denke ich auch nicht sie ganze Zeit. Meinen Fingern geht es trotzdem gut.

  • Siehst du dich selbst überhaupt noch als Alkoholiker, oder war das nur eine Vermutung? Denn es gibt eben Unterschiede zwischen "Problemtrinkern" und Alkoholikern.

    Was deine Psychologin gesagt hat, welche Podcasts du dir angeschaut hast, welche Bücher du gelesen hast oder welche Schlüsse du sonst gezogen hast, das interessiert mich das erste Mal nur am Rande.

    Warum beantwortest du die Frage nicht?

    Das ist jetzt das dritte und letzte Mal, dass ich das nachfrage. Wir sind hier schließlich in einem Alkoholiker-Forum und nicht bei "schauen wir mal" oder "es ist vielleicht eventuell".

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Erste Seite, zweiter Beitrag. Da hab ich es doch geschrieben, dass ich Alkoholiker bin.

    Ja und nun, Angler? Was ist seit dem Beitrag geschehen? So wie ich Dich lese, siehst Du Dich nun nicht mehr als Alkoholiker?! Die Krankheit ist aber chronisch und kann nur durch kompletten Alkoholverzicht gestoppt werden. Ein bisschen Alki gibt es nicht.

    Wo stehst Du gerade?

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Das sehe ich ganz und gar nicht so.

    Es geht mir um den alltäglichen Umgang damit.

    Ich will dich die Situationen wissen, inden ich getrunken habe, um diese zu umgehen. Und da ich mir professionelle Hilfe in mehreren Bereichen gesucht habe, beschäftige ich mich viel damit.

    Was mir jedoch schwer fällt uns nicht gut tut ist der ständige Gedanke daran, es sich immer bewusst zu machen. Zumal der Alltag so geordnet und stabil ist, dass es kein Verlangen gibt oder Momente wo ich nachdenken muss. Die Tage vergehen und oft denke ich gar nicht dran.

    Sobald ich aber daran denke kommt Frust und Selbsthass, dass ich alles damit kaputt gemacht habe. Da ich es nicht ändern kann, nur anders und ohne leben, Versuche ich damit klarzukommen. Und damit auch den Gedanken daran wegzupacken, wenn er nicht von allein kommt

  • Erste Seite, zweiter Beitrag. Da hab ich es doch geschrieben, dass ich Alkoholiker bin.

    Wir sind hier eine Selbsthilfegruppe für Alkoholiker. Diese Frage taucht immer wieder auf, und wenn jemand ein Bild vermittelt, das für mich nicht klar als das eines Alkoholikers erkennbar ist, frage ich nach. Das ist nichts Persönliches, sondern notwendig, weil hier ständig neue Leute dazukommen, die sich erst orientieren müssen.

    Rückblicke oder Einschätzungen zu "Mon Chérie, alkoholfreiem Bier, dem Tragen eines Bierkastens oder emotionalen Situationen sind bei dir entweder rückwirkend bewertet oder eben nur hypothetisch. Aber nicht wie etwas, das du derzeit aus deiner aktuellen Suchtmechanik heraus erlebst.

    Und genau da liegt das Risiko. Bei einem Alkoholiker kann dieselbe Situation jedes Mal anders wirken. Das Unbekannte ist, wann das Suchthirn plötzlich zugreift. Sonst gäbe es keine so hohe Rückfallquote.

    Du bist jetzt ein paar Tage ohne Alkohol, was gut ist. Aber vieles, was du schreibst, sind theoretische Erklärungen – nicht das, was du selbst erlebt hast. Damit verharmlost du das Risiko. Es klingt nach "halb so wild, wird schon gut gehen‘"

    Sind dir die möglichen Folgen eines Rückfalls überhaupt bewusst? Der erste Schluck kann sofort kippen, und das hat nichts mit Theorie zu tun.

    Verstehst du, was ich meine? Mehr Theorie als eigenes Wissen. Denn das, was in deiner nassen Zeit war, hat ja nicht funktioniert sonst wärst du nicht hier gelandet.

    Und ich habe hier immer wieder erlebt, dass selbst bei Rückfällen Psychologen, Suchtberatungen oder Podcasts Erklärungen liefern, warum es passiert ist.

    Aber sie erleben den Rückfall nicht selbst. Das ist der Unterschied.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Sorry, dass ich nicht sofort geantwortet habe. Ich erlebe gerade eine sehr heftige Phase.

    Es fühlt sich alles wie im Nebel an, ja wie betrunken. Alles unwirklich und ohne Gefühle. Es prasselt alles auf mich ein und die depressive Phase ist enorm.

    Statt sich zu freuen, was ich alles erreiche kommt es mir von Tag zu Tag schwerer vor.

    Meine Hauptgedanken kreisen immer um den Alkohol und Schuld. Ich arbeite viel auf, habe auch weiterhin sie Psychologin. Es ist so, dass ich in eine totale Abhängigkeit geraten bin, was Emotionen und Gefühle betrifft.

    Und das spiegelt auch meinen Konsum wieder, wenn ich trank. Es war immer, dass ich mit den Gefühlen nicht wohin wusste, das Leben als grau ansah und alle um mich rum sind glücklich und erfolgreich. Ich war nie zufrieden, obwohl ich so viel erreicht habe.

    Ich habe über Jahre gelernt, wenn diese Gefühle sind, wie ich sie betäuben. Nur für den Moment, was morgen ist, ist mir egal. Die Konsequenzen wusste ich auch. Und ich war immer am Trinken, wenn es in Abhängigkeit mit dem Partner oder Zukunft war. Ich habe nie wirklich Verantwortung für mich übernommen, mein Glück in die Hand genommen.

    Das Glück war immer da, wenn ich Nüchtern war. reingerutscht bin ich wieder mit genau diesem innerlichen Konflikt.

    Aktuell geht es mir wie gesagt nicht gut. Ich lebe weiterhin abstinent und habe kein Verlangen, keine Trigger und Meise auch keine Orte oder sowas. Es berührt mich absolut nicht, da ich nur noch Ablehnung gegenüber Alkohol habe. Die derzeitigen Gefühle sind anders. Die Trennung u.a. wegen Alkohol hat mich so getroffen, dass ich dem ganzen keinen Raum mehr geben will und vorallem Kann. Ich schaffe es nicht mehr mich zu betäuben. Mein Akku dazu ist leer, dieses Spiel weiter zu machen.

  • Ich möchte dich ermutigen, unbedingt an deiner Abstinenz dranzubleiben, festzuhalten. Tag für Tag. Die Zeit arbeitet für dich, es wird besser werden!

    Die ersten drei Monate empfand ich als vorwiegend düster. Aber es hilft nix, durchbeißen, Zähne zusammen und voll auf dieses Thema Trockenwerden konzentrieren. Versuchen, alle anderen Gedanken, bewusst und völlig beiseite zu schieben. Ursachensuche, Schuld & Sühne … später! Manches wird sich bis dahin von selbst erledigt haben oder dann unwichtig erscheinen.

    Verdopple sicherheitshalber auf ein halbes Jahr!

    Erst ab ca. Monat 6 - so schätze ich es bei mir im Rückblick ein - begann das wirkliche "Trockenwerden". Das meint u.a. durch die Umbau-/Gesundungsprozesse im Gehirn eine andere/schärfere Wahrnehmung, ein präziseres Denken, mehr innere Ruhe. Und wenn da jetzt noch ein Arme Sau-Modus in dir drin arbeitet - so sei dir gewiss - in ein paar Monaten kannst du die Sau viel leichter schlachten als im gegenwärtigen Zustand.

    Das Glück war immer da, wenn ich Nüchtern war.

    Deine Worte … gute Richtschnur - nur eben dauerhaft und stabil - das ist dein Ziel!

    … habe kein Verlangen, keine Trigger und Meise auch keine Orte oder sowas. Es berührt mich absolut nicht, da ich nur noch Ablehnung gegenüber Alkohol habe.

    Denkst du … aber es ist noch viel zu früh, das als fest abzunehmen. Ein dummer Moment reicht - also guck in die Grundbausteine und halte deinen Notfallkoffer parat.

    Die Trennung u.a. wegen Alkohol hat mich so getroffen, dass ich dem ganzen keinen Raum mehr geben will und vorallem Kann.

    Die Trennungsgeschichte incl. Liebeskummer erschließt sich mir nicht völlig. Es gibt doch einige beschriebene Aspekte, wo ich denke, du kannst heilfroh und dankbar sein, von ihr los zu sein.
    Eine andere Sache in dem Zusammenhang ist wohl dein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Aber genau auch dabei wirst du Stück für Stück eine (gewisse) "automatische" Besserung allein durch die Abstinenz spüren. Gib dieser Entwicklung die Zeit, die es braucht.

  • Danke für die Meldung.

    Mein Suchthirn ging nie in Momenten an, wenn es Alkohol gab. Es kam immer daheim, wenn es stressig war. Ich sag es als stressig. Das sind Momente voller Wut, Streit der nicht ausgesprochen und diskutiert wurde, Frustration usw. Ich bin dann immer aktiv losgefahren. Wenn es nach 20 Uhr war, Pech, hatte nichts mehr offen. Habe aber nie bewusst eingekauft oder was im Haus gehabt, für den Notfall. Genauso wenig bin ich an den Rotwein meiner Ex oder die Spirituosen. Das war nicht meins, das war Tabu.

    Jetzt wo es alles vorbei ist, hat es auch schlagartig aufgehört. Der innere Druck und Schmerz ist ein völlig anderer. Es bringt nichts zu trinken. Die Situation ändert sich nicht. Ich muss also nicht nur den Abend oder Tag aushalten, sondern die Folgenden auch. Das ist der wesentliche Unterschied. Die Betäubung war immer dann, wenn ich nur runterfahren musste und am nächsten Tag war alles wieder gut.

    Dämlich aber so habe ich mich irgendwann konditioniert.

    Ich ging auch manchmal einfach nur spazieren, weil ich bewusst nichts trinken wollte.

    Habe hier viel gelesen, dass man keine Ursachen suchen sollte und die Sucht einfach da ist. Wenn ich mein Leben aber betrachte sind es immer die gleichen Faktoren, wenn Alkohol im Spiel war. Seit einem bewussten Umgang Mitte der 20er habe ich das Feiertrinken nicht mehr gehabt, es wurde sowas wie für mich als persönliche Entspannung. Ich habe getrunken, wenn ich allein war. Kein Gerede, einfach nur Ruhe. Am liebsten am Waldrand, auf einer Sommerwiesen. Dort saß ich manchmal stundenlang und habe irgendwann die Ruhe einfach nur genossen. Der Alkohol hatte bei mir IMMER einen Zweck. Nicht weil er da war oder so, sondern immer für eine bestimmte Wirkung.

    Irgendwann hab ich gelernt, dass Sport, Motorradfahren und Wandern den selben Effekt bringen. Das war zu den Zeiten, wo ich erst ne Woche, dann ein Monat und dann Jahre nicht mehr getrunken habe. Das erste Jahr hab ich fast vergessen, hab beim Übertrag vom Kalender gesehen: letzter Tag Bier und dachte wow, hast nicht einmal dran gedacht.

    Deswegen fressen mich diese Zweifel, diese Wut und dieser Selbsthass auf. Mit so einem Leben bin ich in die Beziehung gegangen, raus mit regelmäßigen und unregelmäßigem Konsum an Abenden. Eine Art Betäubung von allem..Trotz großer Liebe. Vielleicht tief im Inneren unerfüllte Liebe, wo zu wenig zurückkam. Ich weiß es nicht. Es ist tief im Inneren drin. Das sind die Hauptprobleme, der Alkohol ist nur ein Hebel des Ganzen. Daher hatte ich auch nie Probleme wenn Urlaub war. Da waren wir die ganze Zeit zusammen, haben viel gemacht. Ich war ausgeglichen und glücklich. Kein Alkohol. Genauso am Wochenende, das wären echt schöne Momenten. Glaube aber die Beziehung hatte einen Knacks bekommen und daher war hinter allem immer Alkohol, das Vertrauen kaputt. Das führte zu Spannungen und letztendlich zu nochmehr Wut, Rückzug, Enttäuschung und Frust.

    Am Ende hab ich es ihr auf dem Silbertablett präsentiert: hier ist dein Alki.

    Ja, ich hatte meine Chancen, hatte es alles in der eigenen Hand. Nur leider sind die Umstände nicht immer die, die man braucht.

    Für euch wäre das wahrscheinlich nichts, dass sie trotzdem vor mir ihren Wein trank, dass wir nen Rumtopf angesetzt haben, dass Schnaps und Co im Haushalt waren. sie wollte es sich nicht verbieten lassen.

    Ist ihr Recht, sie muss ja ihr Leben nicht umstellen. Ich hab Verständnis dafür.

    Die Therapeutin meinte: wow, die liebt sie aber! Hält es ihnen noch unter die Nase.

    Das stimmt leider auch, dass von mir Charakter und Beständigkeit gefordert wurde, wenn nicht bin ich der Falsche. wenn man wen sehr liebt, nimmt man alles hin. Das habe ich. Bis heute. Ich habe sie nicht mehr, sie hat schon wen neues, lebt ihr Leben genüßlich weiter.

    Ja, Außenstehende sagen, sei froh, denk an dich.

    Ich kam als glücklicher, sportlicher Mann und ging als seelisches Wrack.

    Nach der Trennung habe ich abends noch getrunken, nur um zu schlafen. Ich sah mich im Spiegel und schüttelte mit dem Kopf. Da war er dann wieder, der Schalter, der mich wieder aufs richtige Gleis brachte.

    Ich hatte nur noch zu verlieren. Es war aus, ich war allein. Aber das Bier wollte ich nicht bei mir lassen. Das gehörte nicht zu mir.

    Das war der letzte Abend als ich getrunken habe. Bis heute. Kein Rückfall, keine Gedanken. Ich meide bewusst keine Situationen. Zum einen weil das Leben so ist und ich mich nicht vor irgendwas schützen will, alswenn ich eine ansteckende Krankheit habe. Ich sehe es, wenn andere trinken. Es gibt mir aber nichts. Ich habe es gesehen, was es bewirkt, und dass aus meinem Frusttrinken auch mal ganz schnell ein regelmäßiges Saufen werden kann, bis hin, dass der Körper es braucht. Da will ich nicht hin. Ich kann die Vergangenheit nicht rückgängig machen. Sie hat mich nie gezwungen zu trinken, hat immer gesagt lass es. Nach einem Jahr Beziehung mit all den Problemen, die auf und abs bin ich dort gelandet, weshalb ich mich hier angemeldet habe. Ich muss auf mich achten, auf mein Bauchgefühl um nie wieder dort zu landen wo ich war: ich einer emotionalen, räumlichen, finanziellen und Körperlichen Abhängigkeit von einem Menschen. Weil dann habe ich auch keine Kontrolle mehr über meine Gefühle und mein Handeln.

    Wie gesagt, ich zähle schon lange keine Tage und Wochen mehr, weil ich nichts erzielen muss, keine Etappe oder anderes. Mein Leben hat an einem bestimmten Tag wieder den richtigen Weg eingeschlagen und den gehe ich jetzt weiter. Mit Liebeskummer aber gesund.

    Ich weiß nicht wieso ich dort gelandet bin, wo ich noch nie war und ärger mich ununterbrochen über mein Handeln, meine Schwäche, kein Problem. Ich hätte alles haben können und habe es versaut.

    Es ist schwer auf andere zu hören, dass es nicht an mir allein gelegen hat. Alkohol kann man nachweisen, Frust und unglückliche Liebe/ Leben aber nicht. Das ist nicht messbar.

    Am meisten habe ich Angst vor der Zukunft. Sie war die große Liebe. Nach all meinen Beziehungen war es endlich eine tolle Frau. Unser Leben war für mich wie im Bilderbuch. Bis auf die andere Seite der Medaille. abgesehen davon, dass ich derzeit gar nicht in der Lage wäre mich mit wem zu treffen, sehe ich meine Ausgangslage wieder bei 0. Die Sorge vor dem Alleinsein, nicht die richtige Frau, nicht die passenden Umstände usw. Das raubt mir derzeit den Schlaf .

    Ich sag ja, der Alkohol ist gerade mein geringstes Problem, dafür bin nur ich zuständig. Eins der wenigen Sachen, die ich noch in der Hand habe.

    Einmal editiert, zuletzt von Angler (17. März 2026 um 21:26)

  • Ich bin weiterhin sehr viel am Nachdenken, Reflektieren... Eine totale Selbstfindungsphase.

    Ich habe meine feste Strukturen und das ist auch wichtig, dass ich was mache. Der Wohnungswechsel steht in einigen Wochen an, das wird mich hoffentlich nochmal etwas aufbauen.


    Ich habe ja schon eine Zeit in meinem Leben bewusst ohne Alkohol gelebt. Das war zu einer Zeit wo ich es nicht mehr wollte, weil der Zwang von außen überall immer Bier mit zu groß wurde. Während manche nach dem Feste heim ins Bett sind, hab ich zu Hause noch ein Bier getrunken. Das waren die Momente, als ich dachte, das ist nicht gut.


    Damals habe ich sehr gut damit gelebt, hatte keine Probleme.

    Die letzten zwei bzw 1,5 Jahre waren bzw sind jetzt wie im Rausch, in einer grauen Zone. Es war mit die bewegenste Zeit meines Lebens. Es ploppen immer wieder die Momente unsere Kennenlernens auf, die so schön waren. In der Zeit war ich total nüchtern.

    Ich hänge sehr an der Frau und vermisse sie total. Ich könnte mich hassen für das, was ich gemacht habe. In der Therapie lerne ich damit umzugehen und die Mechanismen zu erkennen, wieso ich das gemacht habe. Wieso Alkohol bei mir nie ein Genussmittel war, sondern immer eine Wirkung erzielt hat.

    Ich muss damit umgehen, jedoch vorallem wieder zu mir kommen. Der Alkohol hätte nicht an allem eine Schuld, er ist Anteil davon.

    Was mir nur seit Wochen mehr und mehr auffällt, und das hatte ich so in meinem Leben noch nie:

    Ich verzichte nicht auf Alkohol weil ich nicht darf, will usw. Hängen wir uns nicht an Wörtern auf.

    Ich verzichte nicht, weil er schadet oder mein Wesen verändert.

    Ich trinke auch nicht weil ich Angst vor dem richtigen Absturz habe.

    Ich trinke nicht, weil ich daran nicht denken kann. Es ist für mich ein unvorstellbares Mittel geworden. Das ist jetzt nicht nur gesagt, aber ich bekomme eine Art Übelkeit bei dem Gedanken an Bier, obwohl ich nicht mal mehr den Geschmack kenne. Er ist mir total fremd geworden. Es stört mich nicht, wenn ich es rieche oder so. Es ist so, alswenn ich denke, jetzt Benzin trinken zu müssen. Es ist unvorstellbar. Es gibt nicht einen Tag wo ich denke: wow geschafft. Es ist eher so, dass ich jeden Tag hoffe nicht daran zu denken, dass er mal Teil meines Lebens war, weil es total belastend und erdrückend ist. Es zieht mich dermaßen runter und ich bekomme heftigste Depressionen. Muss mich sofort ablenken und an andere Sachen denken, ja nicht Alkohol an mich ranlassen, so groß ist der Widerstand und Ekel.

    Unterm Strich ist das natürlich gut, weil damit besteht kein Risiko eines Rückfalls, aber mir macht eigentlich mehr Sorgen, dass diese Gedanken wie eine Art Tag-Alptraum im Kopf sind.


    Ich weiß nicht woher das kommt. Ich höre zwar meine Meditation immer noch aber irgendwas hat in mir wie einen Schock ausgelöst. Vielleicht die Trennung selbst, dass ich ein Trauma vom Alkohol bekommen habe. Mein Gehirn ist völlig umprogrammiert, ohne einen bewussten Umgang damit zu haben.


    Es ist schwierig das in Worte zu fassen. Wenn ich mich fast zwinge an Bier zu denken steigt mein Puls und ich platze innerlich, so groß wird das Gefühl der Ablehnung. Einfach nur schnell was anderes denken bevor ich fast zu würgen beginne. Ich bin jetzt bald 3 Monate nach dem letzten Drink trocken, falls das zur Einordnung hilft.


    Hoffe auf Schwarmwissen, weil diese Gedanken mich auch nachts verfolgen. Alswenn der Alkohol sich mir immer nähert und ich panisch davon renne, weil ich Angst vor ihm habe.

  • Ich drehe jetzt mal zwei Sätze um bzw. reihe den zweiten Absatz vor:

    Es ist schwierig das in Worte zu fassen. Wenn ich mich fast zwinge an Bier zu denken steigt mein Puls und ich platze innerlich, so groß wird das Gefühl der Ablehnung. Einfach nur schnell was anderes denken bevor ich fast zu würgen beginne. Ich bin jetzt bald 3 Monate nach dem letzten Drink trocken, falls das zur Einordnung hilft.


    Ich trinke nicht, weil ich daran nicht denken kann. Es ist für mich ein unvorstellbares Mittel geworden. Das ist jetzt nicht nur gesagt, aber ich bekomme eine Art Übelkeit bei dem Gedanken an Bier, obwohl ich nicht mal mehr den Geschmack kenne. Er ist mir total fremd geworden.

    Doch, Du denkst nach wie vor an Alkohol, oder?

    Das ist aber meines Erachtens absolut richtig, sich der Gefahr immer gewahr zu bleiben. Wer ignoriert, vergisst. Und der Schritt zurück, lässt einen stolpern, vor allem wenn man sich gerade erst vom Abgrund ein wenig wegbewegt hat.

    Ich selbst denke auch immer mal wieder - wenn der Suchtteufel anklopft - an meine schlimmen (besser: schlimmsten) Zeiten zurück. Die kann ich nicht ändern oder rückgängig machen, ja sie sind vorbei. Gott sei Dank, möchte ich sagen. Mitunter hatte ich fast schon ein unsagbares Glück gehabt, heil aus so manchem Schlamassel herauszukommen; oft waren die Peinlichkeiten dann aber wirklich schlimm. Glücklicherweise habe ich stets die Kurve kratzen können...

    Wenn es mir nicht gut geht, denke ich daher auch ganz bewusst an an meine schlimmsten Erlebnisse zurück. Und komme zu dem Schluss: Alles JETZT (auch wenn vordergründig subjektiv nicht so empfunden) ist dennoch allemal besser, als wie es damals war.

    Als Denkanstoß.

    LG.

  • Ich denke aber nicht daran wie es ist betrunken zu sein oder dass Alkohol ein Verlangen auslöst, es kommt immer in den Kopf als was ganz abartiges.

    Ich selbst hatte ja Krebs und hab nie darüber nachgedacht, ich weiß aber das manche betroffene darunter gelitten haben, dass wieder was auftaucht und sie krank werden. Das war für sie sehr belastend.


    Und so in etwa geht es mir. Ich sehe ihn in meiner Vergangenheit, er ploppt aber darin auf, dass ich mich selbst darauf reduziere. Und das führt immer dazu, dass ich fast schreien will, weil es wie eine dunkle Wolken ist. Etwas was ich zutiefst verachte und nicht haben möchte, nicht mal ansatzweisen etwas gutes in ihm sehe. Keine Befriedung, weil er das nie war und schon gar nicht Verlangen oder gelüste. Je schwieriger die Situation ist, um so weniger kommt er jedoch in den Gedanken vor. Die Gefühle die ich hatte, als ich zum Bier gegriffen habe, fühlen sich ganz anders an. Es ist nichts mehr genauso wie es mal war.die selben Situationen, die soeben Leute, die gleichen Sorgen. Und nichts davon suggeriert eine Verbindung zum Bier. Alswenn es nie da gewesen wäre. Es gibt kaum Abende wo ich denke: wow, heute war ja nichts, hast durchgehalten. Sie kommen nicht vor. Es gibt keine Gedanken dazu. Er taucht nur auf, wenn ich dran denke: z.b. tabverlauf auf dem Handy von diesem Forum oder Umgang mit meiner Trennung und der Zeit. Es ist unvorstellbar, deswegen frisst mich das innerlich auch so auf. Irgendeine Verbindung zwischen Bier und meinem Gehirn ist nicht mehr die, die es mal gab. Es ist eine Unterbrechung, ich fühle dabei nichts mehr.


    Unterm Strich ist das natürlich mehr als gut, ja fast schon ein Segen.

  • Wenn ich mich fast zwinge an Bier zu denken

    Ja, dann lass es doch.

    Ich würde niemals mit dem Falschirm aus einem Flugzeug springen.

    Aus dem Grund denke ich auch nicht daran und würde mich auch nicht zwingen mir das vorzustellen und auszumalen.

    Keiner schubst mich aus dem Flugzeug und keiner kommt gerannt und zwingt dir ein Bier rein.

    Also, passt doch alles.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Das ist ja der Kreislauf. Ich verachte was und es kommt wie Panik hoch. Dann denke ich, ich will doch gar nicht, ich lehne es ab, mir wird schlecht, wieso denke ich zwanghaft daran, was mal war, nur um mich zu bestrafen, was ich alles kaputt gemacht habe?

    Ich kann gar nicht mehr frölich durchs Leben gehen und mich leicht fühlen.

  • Mag sein, dass deine Trinkerei die Beziehung beendet hat und den Schmerz kann ich verstehen. Beziehungen zu Menschen kommen und gehen, was aber immer bleibt, bist du und du bist jetzt nüchtern, abstinent.
    Das nüchterne Leben liegt dir zu Füssen, du kannst es vielleicht noch nicht sehen, aber es ist da.
    Dieser nüchterne Lebens-Zug wartet nicht auf dich, du musst schon selber auf den Zug aufspringen, sonst siehst du nur die Wagons an dir vorbeifahren und das macht unzufrieden.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Angler was unternimmst du den an schönen Dingen, die dir Spaß machen seit du nüchtern bist? Womit kannst du dich von diesen Gedanken ablenken?

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Ich kann gar nicht mehr fröhlich durchs Leben gehen und mich leicht fühlen.

    Vielleicht nicht jetzt und sofort. Aber das kommt.

    Und wieder: Du bist abstinent, Du merkst den Unterschied zu früher (hoffentlich). Es ist doch jetzt wohl - nüchtern betrachtet - besser, oder? Anders gefragt: Meinst Du, würde Dir die Sauferei hier und jetzt was bringen? Wäre etwas besser?

    Nachdem ich auf diese rhetorische Frage mit einem "Nein." spekuliere... Gib' Dir doch die eine oder andere Woche... Komm zur Ruhe.

    Und was die Sache mit Deiner Beziehung angeht... Es gibt einen Spruch, der anfangs - wenn man in einer solchen Situation war / ist - ich kenne das! - vermutlich dumm, banal, unpassend oder was weiß ich klingt: "Die Zeit heilt alle Wunden." Wenn etwas vorbei ist, ist es vorbei. Anfangs ist dies vielleicht gefühlt (oder empfunden) schlimm, vor allem, wenn man selbst verlassen wurde. ABER: Deswegen ist das Leben auch nicht vorbei.

    Mit den von Dir geschilderten Problemen bist Du jedenfalls nicht alleine - und: Der Ausweg ist meist näher als man denkt...

  • Ich denke, solange du in dieser inneren Endlosschleife aus Schuld, Grübeln und Selbstzweifeln feststeckst, wird sich an deinem Gefühl nichts ändern. Kein Wunder, du badest ja förmlich darin. ;) Die Gefahr ist nur, dass man das irgendwann für Selbsterkenntnis hält, obwohl man sich eigentlich nur im Kreis dreht. Oder?

    Du hast selbst geschrieben, warum du früher gesoffen hast. Und genau da liegt für mich der Punkt: Trinkverhalten und Suchtverhalten sind eben nicht dasselbe. Das eine ist, was man tut, das andere ist, warum man es tut.

    Die eigentliche Frage ist doch: Hättest du auch weiter gesoffen, wenn es keinen Anlass gegeben hätte?

    Das Emotionale ist nachvollziehbar, aber auf dieser Ebene wirst du es hier nicht lösen. Wenn es dir hilft, alles niederzuschreiben, ist das völlig in Ordnung, aber dafür gibt es Profis und du bist ja in Therapie. So lese ich es zumindest.

    Und jetzt zum eigentlichen Thema Alkoholismus. Dieses Ekelgefühl gegenüber Alkohol ist nett, aber es trägt dich nicht dauerhaft. Das funktioniert nur, solange du in diesem Zustand bleibst. Wenn sich das verändert, brauchst du Stabilität , nicht Ekel.

    Genau deshalb sind Schutz und Risikominimierung so wichtig.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hello,


    Also ich gehe wieder zum Sport und treffe mich mit meinen Freunden. Ich habe Projekte zuende gestellt, die seit Jahren in der Ecke standen. Ich habe wieder angefangen zu malen, das beruhigt. Aktuell ist alles noch so in einer Warteschleife bis mein Umzug kommt.

    Ich gehe arbeiten und Abends fahre ich nach dem Sport runter..ich genieße es zu schlafen.


    Das ist so mein Alltag.


    Zum Alkohol. Ich habe nie gesoffen weil Bier da war. Ich habe auch nie getrunken weil ich konnte oder es mir erlaubt habe. Es ist immer in einem Zusammenhang mit innerer Leere gewesen, einer Art Unzufriedenheit. Diese Leere wurde jahrelang durch meine Partnerin gefüllt, bis irgendwas wieder fehlte.

    Heute weiß ich es, aber damals nicht: ich habe mich selber verloren und mein Leben auf sie fixiert. Damit war ich abhängig von allem was mit ihr in Zusammenhang steht.

    Davor hatte ich mein Leben und meine Tochter. Das war fast erfüllend und da gab es nie Alkohol.

    Das Leben was ich jetzt lebe kenne ich. Das nicht benebelt sein, körperlich stark. Ich habe mich betrunken auch nie leiden können. Das was ich jedoch noch nie so oft in meinem Leben hatte sind diese Gefühle. Ich habe mich bei Trennungen meist abgelenkt, war feiern oder sonstwas. Auf jeden Fall war immer Alkohol im Spiel. Bis zur nächsten Partnerschaft und dann hörte es wieder auf, ich war ja wieder Happy.

    Jetzt durchlaufe ich zum ersten Mal bewusst und nüchtern die ganze Realität, beschäftige mich viel mit mir, Suche nicht nach Schuld sondern Muster und Ursachen. Und das ist hart aber ehrlich. Und ich Stelle fest, es tut weh aber ich brauche dazu keinen Alkohol weil ich dann wieder was verdränge und in die gleiche Spirale wieder komme.

    Vielleicht bade ich darin aber genau das ist es, was mich gerade beschäftigt und ich es aufarbeite. Würde ich trinken, würde ich das nicht machen.

    Und genau aus diesem Grund habe ich auch in der Beziehung nach Jahren wieder angefangen zu trinken, diesmal aber richtig trinken, nicht nur zwei Bier oder so.

    Zum einen will ich das nicht nochmal erleben und zum anderen möchte ich Gefühle aushalten können und nicht Angst haben und es ertränken.

    Man sagt ja Sucht ist nicht heilbar, nur Stoppbar. Ich habe für mich festgestellt, dass man erstmal zu sich kommen muss und dann gar nicht die Probleme verdrängen/ ertrinken muss.

    Ich war immer nach außen ein sehr stabiler Mensch, der aber große Zweifel an sich selber hatte. Diese Zweifel sind angelernt und genauso habe ich mir angelernt es zu betäuben oder verschwinden zu lassen.

    Zum ersten Mal gehe ich diesen Weg bewusst mit offenen Augen und stelle fest, ich kann das. Ich brauche keine "Hilfe" dazu.

    Diese Stärke hätte ich mir in der Beziehung gewünscht. Und das frisst mich auf. jaa, ich bin ein wenig stolz auf mich. Aber es ist nicht richtig stolz, es ist mehr sowas wie eine Natürlichkeit die immer in mir war, nur viel zu lange absichtlich kaputt gemacht wurde, weil ich mir selbst nicht getraut habe.

    Auch wenn ich noch ein Wrack bin, glaube ich bin ich stärker als es wirkt. Näher bei mir als je zuvor in den ganzen Jahren.

    Meine Ex Frau sagte mal zu mir, sie sieht in mir den Mann, der ich mal war. Das war in meiner Zeit, als ich es eigentlich für mich längst abgelegt habe. Dieser Mann werde ich wieder sein. Ich will nicht, ich werde.

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