Als ich mal eine fast vier wöchige Alkoholpause gemacht habe die eigentlich auf drei Monate angesetzt war, wurde die durch die Beerdigung eines alten Freundes klassisch beendet. Ich konnte mir damals beim besten Willen nicht vorstellen wie ich das schaffe, ohne Spaß ohne "Lebensqualität" ohne Alkohol, ich hatte ja regelrecht Angst vor einem abstinenten Leben.
Das war auch noch am Anfang so, die ersten Wochen/Monate als alles noch frisch war. Da war die Angst groß alles zu verlieren, gesundheitlich und familiär, ich glaube sogar ich war nicht weit entfernt von einem Nervenzusammenbruch.
Wenn ich mich nur auf die Sucht konzentriert hätte und Hund, Katz und Kind in den Hintergrund gedrängt hätte wäre ich jetzt ein griesgrämiger gebrochener Mann, vermutlich sogar noch trocken aber ganz bestimmt nicht glücklich.
Die Sucht ist unheilbar, sie kann nur gestoppt werden. Sie hat weder Gefühle, noch Moral oder Gnade. Sie trifft genau da, wo ich mich selbst vernachlässige
Das ist mir bewusst und ich habe es verinnerlicht nur hab ich keine Angst mehr, wieso auch ich bin jahrelang nicht mehr in Kneipen oder auf Feste gegangen und hab das jetzt auch nicht mehr vor nachzuholen aber irgendwann mal kommt man in eine Situation bei der man auch mit Alkohol konfrontiert wird, zum Beispiel im Restaurant, wenn man zufällig auf Bekannte oder Freunde trifft und sie einen an den Tisch winken, ich werde damit klar kommen, ganz sicher. Was ich aber auch ganz sich nicht machen werde, ist in eine Angststarre zu verfallen.
Das ist keine Überheblichkeit sondern eher das zurückkehrende Selbstbewusstsein. Ich fühle mich auch nicht als wäre ich geheilt oder weißer als andere, überhaupt nicht im Gegenteil, mein Tag fängt immer noch jeden Tag mit dem Forum an und endet meistens auch mit ihm.
Egal, ob ich meine Prioritäten bei Frau, Kindern, Hund, Katze oder Maus setze oder mich an meiner eigenen Überheblichkeit festklammere, es im Griff zu haben und einfach nicht mehr zu saufen.
Meine Prioritäten sind definitiv bei FKHKM und meinem eigenen Wohlbefinden und das setzt ja automatisch voraus das ich abstinent bin und zwar glücklich.
bei dir hört sich abstinenz an als wäre es der gang nach "canossa",
Sorry das liegt aber eher an meinem literarischen Fähigkeiten, das ist es ja gerade was ich nicht mache oder will, ich habe keinen Angstporno vor Augen.
Ich lese das jetzt mal durch was noch kam während ich schrieb und melde mich dann nochmal...
Gruß R/no