Beiträge von Bergdohle

    Aber für uns Cos bleibt eine umso größere Lücke. Eine Art Leerlauf, das Gehirn dreht weiter. Deshalb finde ich hilfreich, sich neuen Tätigkeiten oder Menschen

    Sehr gut beobachtet EllaDrei . Jetzt verstehe ich auch, warum ich nach der ersten Euphorie (nach der Trennung)immer wieder in ein Loch gefallen bin. Danke für die Erkenntniss.

    Instinktiv habe ich danach begonnen alte Kontakt wieder aufleben zu lassen, die ich während dem Alkoholwahnsinn hab versacken lassen, da ich dafür keine Lust und Energie aufbringen konnte. Und mittlerweile habe ich mir ein wunderbares Netzwerk geknüpft.

    Hallo, nun möchte ich auch mal was sagen. Ich muss gleich zu Anfang gestehen, dass ich irgendwann aufgehört habe der Diskussion zu folgen. Also seht es mir bitte nach, wenn ich letzte Entwicklungen nicht mitbekommen habe und nun etwas schreibe, was schon längst gesagt wurde.

    Ich kann auch nur für mich sprechen. Als "CO".

    Mir ist es völlig egal wie man mein Verhalten nennt, ob Co, Sucht, oder irgendwas anderes. Es interessiert mich tatsächlich nicht. Ich wollte einfach nur raus aus dem Karussel. Und dabei haben mir alle Kommentare hier geholfen. Sehr viele "Co" Kommentare (auch deine, liebe Jump! , die immer sehr treffend und hilfreich sind und waren! Ich lese deine Kommentare auch bei anderen "Co" sehr gerne).

    Aber auch die Kommentare der trockenen Alkoholiker...ganz besonders von Hartmut und Lebenskuenstler .


    Liebe Grüße!

    Liebe releaseme , auch danke für Deinen Beitrag. Ich verfolge Deine dramatische Entwicklung schon seit einiger Zeit. Wie schon mehrmals geschrieben: Du hast so unfassbares Glück, dass Du Deine Eltern hast. Ich habe nur noch meine Mutter, für die ich die Böse bin und das lässt sie mich auch immer wieder spüren und sagt es auch.

    Dass das dann auch nach einer Trennung noch so sein darf ist gut für mich zu wissen.

    Ja, auch nach einer Trennung ist nicht alles plötzlich easy und alte Verhaltensmuster lassen sich nicht so einfach anstreifen, so ist es zumindest bei mir. Aber es ist es wert, absolut und hundertprozentig. Endlich wieder ein nicht fremdbestimmtes Leben haben.

    Liebe releaseme , ich wünsche Dir, dass Du für Dich und Deine Kinder den Mut findest aus diesem kranken System auszusteigen.

    Ich werde Deinen Faden weiter verfolgen und denk an Dich<3

    LIebe dorothea , liebe Morgenrot , danke für eure aufbauenden Worte. Das sowas Dir, liebe Morgenrot die Du doch schon so lange hier im Forum bist, immer noch passieren kann, beruhigt mich dann doch in so fern, dass ich es besser einordnen kann. Es ist also ein Prozeß und es wird also besser.

    Und wie Du liebe dorothea schreibst:

    übung angesagt, reaktionen auf aktionen ändern

    Da muss ich mir noch überlegen, welche Hilfsmechanismen ich da einsetzen könnte, besonders, wenn ich gerade alleine bin.

    Heute ist alles wieder wie weggeblasen. Ich war heute wandern im Schnee mit Freunden und mir geht es wieder super gut und ich blicke verwundert und auch fassungslos auf den gestrigen Tag, wie es mir nur passieren konnte in ein derartiges Loch zu fallen wegen ein paar komischen Sätzen meines Mannes.

    Gut zu wissen, dass ich hier immer schreiben kann und hilfreiche und aufbauende Antworten bekomme!

    Danke euch und kommt gut ins neue Jahr <3

    Hallo, nun muss ich mal wieder was in eigener Sache schreiben. Ich hatte gestern ein Telefonat mit meinen Mann, von dem ich ja getrennt lebe, und der war sauer auf mich wegen etwas, was ich angeblich falsch gemacht habe (tut nichts zur Sache was). Ich habe sofort gemerkt, wie mich das aufwühlt, wie Panik in mir aufstieg, wie ich in den Verteidigungs und Rechtfertigungsmodus verfiel. Ich konnte deswegen die ganze Nacht nicht schlafen und war entsprechend depressiv und antriebslos heute morgen drauf. Hoffnungslosigkeit machte sich breit, Angst, der Magen war wie zugeschnürt (wenns mir psychisch schlecht geht kann ich nichts essen).....

    Mir wird jetzt erst richtig klar, was diese Jahre mit all den alkoholbedingten Ausfällen meines Mannes mit mir gemacht haben. Zu lange habe ich es nicht geschafft aus diesem kranken System auszusteigen.

    Ich bin entsetzt darüber, dass nur die richtigen Knöpfe gedrückt werden müssen und ich falle in alte Verhaltensmuster. Ich will das loswerden. Unbedingt, da ich mich in solchen Momenten so wehrlos und verletztlich fühle.

    Kennt das jemand von euch auch? Habt ihr es geschafft das völlig loszuwerden? Wird das mit der Zeit besser?

    Hinzu kommt, dass ich ein Mensch bin, der sowieso nicht allzuviel Selbstvertrauen hat. Rückblickend gesehen staune ich über mich, dass ich das mit der Trennung durchgesetzt habe.

    Danke fürs Zuhören <3

    Auch im Freundeskreis und im Kollegenkreis hab ich irgendwie diese Rolle ergattert. Und jetzt hab ich wohl das größte Problem von uns allen.

    Liebe Somadi , ich kenne dieses Gefühl der Scham nur zu gut. Ich war zwar nicht, wie du, der Problemlöser, sondern ich war die gute Laune Frau, die easy going Frau mit der perfekten Familie. Während um uns herum Beziehungen in die Brüche gingen haben wir weiterhin "gestrahlt". Niemand wußte, wie es wirklich hinter den Kulissen aussah. Ich habe mich zwangsgeoutet, als ich bei einem Treffen mit einer Bekannten plötzlich in Tränen ausbrach. Einfach so. Dieser Bekannten war das nicht unangemehm, sie hat mich ermutigt ihr meine Geschichte zu erzählen. Ich habe dann alle Scham über Bord geworfen, die Scham darüber, dass wir nicht mehr die perfekte Familie sind, wie wir das immer nach außen "vorgespielt" haben. Und es war erleichternd. Aus der Bekannten wurde über die Jahre einer meiner 2 treuesten Freundinnen. Seitdem habe ich mich immer wieder geöffnet. Nicht dass ich jetzt jedem ungefragt mein Problem aufgedrängt habe, das auf keinen Fall. Aber es gab dann immer wieder Menschen in meinem Leben, wo ich merkte, die wollen wirklich wissen, was mit mir los ist und denen habe ich es dann erzählt. Es gab auch Menschen, als sie meine Geschichte hörten, die sich dann zurückgezogen haben. Damit wollten sie offensichtlich nichts zu tun haben. Das ist ihr gutes Recht. Ich muss mich auch nicht aller Probleme annehmen . Aber in Summa hat es mich erleichtert und weitergebracht als ich meine Scham überwunden habe. Ich war nun nicht mehr alleine und mir wurden auch viele Einblicke in andere Leben gegeben, die dann doch nicht so "glänzend" waren, wie man immer dachte.

    Liebe Somadi , wage es deine Scham zu überwinden...du kannst nur gewinnen dabei. Du hast ja schon dieses wunderbare Forum gefunden und hier schonungslos offen zu schreiben, was dich bewegt, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Und den hast du ja schon gemacht. Alles Weitere wird sich finden.

    Liebe Grüße!

    Danke, liebe Dorothea, deine Antworten tun immer so gut. Ja da hast du recht, meine Mutter macht ihr Glück von meinem Verhalten abhängig...schon immer...und hat mir damit eine Bürde aufgeladen. Aber die Bürde trage ich nur, weil ich so dumm bin sie mir aufladen zu lassen.

    Ich werde mir deinen Lieblingsspruch :

    ich bin nicht auf der welt um zu sein wie andere mich gern hätten.

    ausdrucken und aufhängen...als reminder 😄.

    Danke dir!

    macht Dir das Probleme?

    Ich finde da nichts Schlimmes dran.

    Hallo Lebenskuenstler

    Ja, ich hab ein Problem damit. Aber durch deinen Denkanstoß hab ich mir Gedanken über die Wörter "Egoismus" und "stur" gemacht.

    Egoismus ist ja eigentlich nichts anderes als das Durchsetzen seiner eigenen Interressen ohne Rücksicht auf andere. Ja, ich habe mein Interesse (raus aus der Co Nummer durch Trennung von meinem Mann) durchgesetzt,ohne auf die Belange meines Mannes oder meiner Mutter zu achten. Man könnte es auch liebevoller als Selbstfürsorge bezeichnen.

    Und stur bedeutet: nicht abzuweichen von seiner Meinung/Weg etc.

    Wenn ich mir das so überlege, dann bin ich das wohl alles....

    .....und ich sollte auch nichts Schlimmes dran finden.....

    ....letzteres muss ich mir allerdings noch verinnerlichen.

    Danke Dir!

    Hallo an euch geduldige Zuhörer, am 30.November diesen Jahres habe ich mich über meine Mutter ausgekotzt, der es ja am liebsten wäre, ich wäre weiterhin mit meinem Mann zusammen...damit sie glücklich ist.

    Ich habe mir all eure Antworten nochmal duchgelsesen und das hat mir sooo gutgetan. Besonders deine ausführliche, liebe Linde66 .

    Ich muss mir mein "Weihnachten" einfach von der Seele schreiben. Heiligabend kamen meine/unsere Söhne. Und ich habe meinen Mann Weihnachten eingeladen, da es ja auch seine Söhne sind und er sich freuen würde mit Ihnen den Abend verbringen zu können. Aus Pflichtgefühl oder Blödheit oder beides habe ich meine Mutter gefragt, ob sie auch kommen will. Sie hat mir erst zugesagt, nachdem sie erfahren hat, dass auch mein Mann kommt. Das war schon mal die erste Klatsche...nur mit mir und den Jungs hätte sie anscheinend nicht gefeiert. Der Heiligabend verlief vorfallsfrei und mein Mann und meine Mama waren sehr freundlich zueinander. Als ich meine Mutter dann heimfuhr ging es los, kaum, dass wir im Auto saßen: Ich wäre egoistisch und stur, wie konnte ich mich nur trennen etc. Als ich ihr sagte, dass es mein Leben und meine Entscheidung sei, hat sie die ganze Autofahrt vorwurfsvoll geschwiegen.

    Es kam nicht einmal ein Dankeschön, fürs Abholen und Heimbringen, für die Kocherei meinerseits, für mein Geschenk an sie...bytheway...mein Geschenk von ihr war NICHTS...nicht dass ich darauf Wert legen würde....aber ein ein Wort des Dankes für all die Mühe hätte ich zumindest erwartet.

    Heute ruft sie mich an, nur um mir wieder zu sagen, dass ich nur an mich denke und stur bin und sie deswegen soooo fertig ist und nicht mehr kann. Und dann weint sie ihre Selbstmitleidstränen mir ins Telefon. Ich habe dieses Telefont dann höflich aber bestimmt abgebrochen.

    Warum ich den ganzen Schmarrn hier schreibe: Weil ich mich nach so einem Telefonat, obwohl ich es besser wissen müsste, schlecht fühle. Ich fühle mich schlecht dafür, dass ich eine für mich richtige Entscheidung getroffen habe: Die räumliche Trennung von meinem Mann.

    Ich erwarte keine Anworten von euch, denn die habt ihr mir ja schon beim letzten "Auskotzen" gegeben. Ich habe einfach das Gefühl, wenn ich das hier niederschreibe, dann kann ich eher meinen Frieden wiederfinden.

    Danke.

    Manchmal fühle ich mich auch, als hätte ich auf ganzer Linie versagt…

    Hallo Somadi , sei nicht so streng mit dir. Das ist doch völlig menschlich, dass man sich leicht tut die Situation bei anderen klar zu erkennen und auch die entsprechenden Ratschläge parat hat. Ich durfte hier viel lernen, in diesem Forum: Ich habe auch immer gemeint, ich wüsste immer was zu tun ist, bis mein Mann sein Alkoholproblem bekam. Alles, was ich schlau vorher gepredigt habe, welche Konsequenzen man ziehen muss wenn diese oder jene Dinge passieren, ist zu Staub zerfallen. Ich war lange handlungsunfähig. Habe mich lieber selbst verletzt, als mich aus der Situation zu ziehen.

    Lese hier einfach und du wirst erfahren, wer von den Co's welche Wege gegangen ist und in welchem Tempo. Mir hat das ungemein genolfen.

    Und hör auf dich und, wie gesagt, sei nicht zu hart zu dir selbst.

    Zu Jump! Bemerkung muss ich nun auch was beisteuern.

    Liebe releasme, jetzt hast du eine Weile nix geschrieben...ist ja auch völlig okay... Ich hoffe nur, dass du dich jetzt hier nicht derart "unter Druck" fühlst ausziehen zu müssen, dass du dich dann hier zurück ziehst, weil du dich anders entscheidest oder deine Ambivalenz dir unangnehm ist oder so?

    Genauso war es bei mir. Ich habe mttendrin mal eine Zeitlang Nichts von mir hören lassen, da ich mich unter Druck gefühlt habe zu handeln (den Druck hab ich mir völlig selber gemacht) und.mich gleichzeitig geschämt habe, dass ich nicht fähig war zu handeln. Habe mich wie eine Versagerin gefühlt. Und so bin ich in meinem eigenen Tempo weiter und letztendlich habe ich es dann doch geschafft. Ich schreibe Dir, liebe releaseme um, um dir zu zeigen, dass es tatsächlich nicht einfach ist so eine Trennung durchzuziehen...jeder hat sein eigenes Tempo. und das ist gut so. Denn nur wenn man in seinem Tempo vorangeht , steht man dann auch hinter dem Ergebnis.

    Ich bin ja selbst "nur" ausgezogen und gar nicht getrennt

    Und ja, auch ich bin "nur räumlich getrennt" mit eingeschränktem Kontakt. Weitere Schritte wären wir jetzt zuviel.

    Aber das ist okay. Da.bin ich mittlerweile gnädig mit mir selbst.

    Ich denke an Dich und wünsche dir Mut und Zuversicht ♥️

    dachte vl wenn ich erstmal weg bin wird alles viel viel leichter...aber ich merke leider von dieser Erleichterung noch nichts.. Es ist so schwer auszuhalten

    Liebe releaseme , komme gerade von der Arbeit und lese deinen Hilferuf....und all die Kommentare dazu. Ich kann mich da meinen Vorschreiberinnen nur anschließen.

    Ich kenne deine Gefühle nur zu gut. Ich will Dir nur kurz erzählen, wie ich mich damals gefühlt habe, als es soweit war. Nur damit siehst, du bist nicht allein und dieser Schritt ist niemals leicht.

    Irgendwann entstand der Gedanke in meinem Kopf, dass mein Mann und ich uns räumlich trennen müssen. Und dieser süsse Gedanke hat mich getröstet und vorangetrieben. Ich habe mir vorgestellt wie wunderbar alles sein wird, welche Last von mir abfällt. Doch je näher der Tag X rückte, desto mehr geriet ich in Panik und hatte Zweifel. Tue ich das Richtige? Die Nacht vor dem Auszug habe ich nicht geschlafen. Mir ging es hundeelend. Und auch Tage danach noch. Mir ging es wie Jump! .

    Ich hatte unfassbare Panik. Hab innerlich gezittert. Aber ich war fest entschlossen.

    Und ich habe gehandelt wie Jump!

    Und mein Motto war nur noch: Kopf einschalten, Gefühl abschalten und auf Autopilot alle Schritte einleiten.

    Ich habe mir dann die Frage gestellt: Willst du bzw. kannst du so weitermachen wie bisher? Mit all dem fehlendem Vertrauen, den vorangegangenen Verletzungen, der konstanten Angst, dass es wieder losgeht wie gehabt. Und dann musste ich mir eingestehen, dass ich eine Veränderung wollte, zur Not auch zum Schlechteren, blos nicht weiter gefangen sein in dieser schrecklichen Situation. Ich hatte das Gefühl, wenn ich so weiterlebe, dann werde ich ernsthaft krank.

    Und so bin ich den Weg weitergegangen.

    Ich bin immer noch nicht gefeit vor Zweifeln und Ängsten, die sich manchmal hinterrücks anschleichen, aber ich bereue nichts. Ich LEBE endlich wieder und existiere nicht einfach nur.

    Ich habe mir damit die Chance auf ein freies Leben (frei von Gedanken und Handlungen, die um das Thema Alkohol kreisen) geschenkt und meinem Mann damit die Möglichkeit geschenkt zu erkennen in welchem Schlamassel er sitzt, und zu entscheiden, ob er da weiter sitzen will oder um seiner selbst willen die Sache (Alkohol) anpacken will um auch wieder ein freies Leben führen zu können.

    Wäre ich nicht gegangen, wären wir beide weiter in diesem schrecklichen Kreislauf gefangen.

    Ich denk an Dich, liebe Grüße,

    Und er hat versucht mir ein massiv schlechtes Gewissen zu machen- er könne das Haus nicht alleine behalten (ich kenne sein Einkommen und es würde leicht gehen)

    Liebe releaseme ....warum sagt er wohl so was, wenn es nicht stimmt? Klingt für mich nach Manipulation bzw..psychischen Druck auf dich ausüben.

    Was er dann noch schrieb ließ meine Alamrglocken läuten

    Ich habe die gleichen Gedanken wie du, wenn ich das so lese. Lass das nicht zu, dass er dich von deinen Eltern isoliert!

    liebe releaseme , wenn er wiklich etwas ändern wollte, dann würde er nicht solche Spielchen spielen, sondern sich aktiv um sein Alkoholproblem kümmern...und nur um das. Weil ihm klar sein sollte, dass nur das der Weg wieder zurück zu euch sein könnte...wenn du das überhaupt wieder wollen würdest. Aber das muss die Zeit zeigen.

    Bleib tapfer♥️