dachte vl wenn ich erstmal weg bin wird alles viel viel leichter...aber ich merke leider von dieser Erleichterung noch nichts.. Es ist so schwer auszuhalten
Liebe releaseme , komme gerade von der Arbeit und lese deinen Hilferuf....und all die Kommentare dazu. Ich kann mich da meinen Vorschreiberinnen nur anschließen.
Ich kenne deine Gefühle nur zu gut. Ich will Dir nur kurz erzählen, wie ich mich damals gefühlt habe, als es soweit war. Nur damit siehst, du bist nicht allein und dieser Schritt ist niemals leicht.
Irgendwann entstand der Gedanke in meinem Kopf, dass mein Mann und ich uns räumlich trennen müssen. Und dieser süsse Gedanke hat mich getröstet und vorangetrieben. Ich habe mir vorgestellt wie wunderbar alles sein wird, welche Last von mir abfällt. Doch je näher der Tag X rückte, desto mehr geriet ich in Panik und hatte Zweifel. Tue ich das Richtige? Die Nacht vor dem Auszug habe ich nicht geschlafen. Mir ging es hundeelend. Und auch Tage danach noch. Mir ging es wie Jump! .
Ich hatte unfassbare Panik. Hab innerlich gezittert. Aber ich war fest entschlossen.
Und ich habe gehandelt wie Jump!
Und mein Motto war nur noch: Kopf einschalten, Gefühl abschalten und auf Autopilot alle Schritte einleiten.
Ich habe mir dann die Frage gestellt: Willst du bzw. kannst du so weitermachen wie bisher? Mit all dem fehlendem Vertrauen, den vorangegangenen Verletzungen, der konstanten Angst, dass es wieder losgeht wie gehabt. Und dann musste ich mir eingestehen, dass ich eine Veränderung wollte, zur Not auch zum Schlechteren, blos nicht weiter gefangen sein in dieser schrecklichen Situation. Ich hatte das Gefühl, wenn ich so weiterlebe, dann werde ich ernsthaft krank.
Und so bin ich den Weg weitergegangen.
Ich bin immer noch nicht gefeit vor Zweifeln und Ängsten, die sich manchmal hinterrücks anschleichen, aber ich bereue nichts. Ich LEBE endlich wieder und existiere nicht einfach nur.
Ich habe mir damit die Chance auf ein freies Leben (frei von Gedanken und Handlungen, die um das Thema Alkohol kreisen) geschenkt und meinem Mann damit die Möglichkeit geschenkt zu erkennen in welchem Schlamassel er sitzt, und zu entscheiden, ob er da weiter sitzen will oder um seiner selbst willen die Sache (Alkohol) anpacken will um auch wieder ein freies Leben führen zu können.
Wäre ich nicht gegangen, wären wir beide weiter in diesem schrecklichen Kreislauf gefangen.
Ich denk an Dich, liebe Grüße,