releaseme - Wie soll es weitergehen?

  • Danke für eure Antworten! Es tut so so so weh, vor diesem Trümmerhaufen zu stehen. Und ich weiß nicht was ich mir erhofft habe- dachte vl wenn ich erstmal weg bin wird alles viel viel leichter...aber ich merke leider von dieser Erleichterung noch nichts.. Es ist so schwer auszuhalten und jetzt steht auch noch Weihnachten vor der Tür :( ich möchte mich nur noch verkriechen...


    Jump! Darf ich fragen wie ihr das mit der Wohnungssituation gelöst habt? Du bist also in die Wohnung und er lebt in eurem Haus? Hast du auch Kinder? Ich bin mir nicht mehr sicher ob du das schon mal geschrieben hast...Danke dir!

  • Hallo releasme,

    Erstmal möchte ich dich ganz doll drücken.

    Das muss gerade richtig schwer für Dich sein.

    Du bist nicht allein. Hier gibt es sehr viele, die deine Zweifel verstehen.

    Und deine Frage

    Wie schaffe ich es weiterzugehen? Ist von euch wer gegangen trotz Liebe?

    Ich bin trotz Liebe gegangen.

    Auch er saß Ende Mai vor mir und hat sich tausendmal entschuldigt und hätte es jetzt eingesehen, mit dem kleinen Unterschied, dass er nur eine Trinkpause eingelegt hatte, nicht wirklich aufhören wollte und versuchen wollte kontrolliert zu trinken. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ebenfalls eine Wohnung in Aussicht und der Termin zum unterschreiben, des Mietvertrags stand in greifbarer Nähe.

    Damals habe ich ihm gesagt, dass ich den Mietvertrag dennoch unterschreiben werde und mir die Wohnung einrichten werde, aber bei ihm wohnen bleiben möchte. Er hatte dafür Verständnis. Hat mir sogar noch beim Möbelaufbau geholfen.

    Es war nie angedacht, das ich dort komplett einziehen werde. Es war für meine Kinder und mich lediglich eine Sicherheit. Auch wenn wir vielleicht niemals in dieser Wohnung übernachtet hätten, so hatte ich ein besseres Gefühl, weil ich wusste, ich kann jederzeit mit den Kindern dorthin, falls es eskaliert.

    Na ja letztendlich ist es dann doch so gekommen. Die Wohnung hatte ich ab 01.07. gemietet. Er hatte ganze 20 Tage nix getrunken. Dann ging das tägliche trinken wieder los und es wurde immer schlimmer und im betrunkenen Zustand kam dann dieser alles entscheidene Satz, der mich hat kapitulieren lassen. Seit 11.September sind wir fest in dieser Wohnung und ich bin froh, dass ich bereits die Wohnung hatte und nicht erneut hab suchen müssen.

    Ich empfinde nach wie vor Liebe für ihn. Ich hatte gehofft, das er mehr um die Beziehung und mich kämpfen würde, aber seine Worten entsprechen nicht seinen Taten. Er fehlt mir nach wie vor sehr und tatsächlich bei mir zu bleiben fällt mir nicht leicht.

    Aber es war die richtige Entscheidung, allein schon für meine Kinder.

    Ich hätte ab Anfang Jänner eine Wohnung - das war furchtbares Glück!! Es ist massiv schwierig was zu finden

    Letztendlich kann dir keiner die Entscheidung abnehmen, die Wohnung zu mieten.

    Aber wenn es das finanziell zulässt, die Wohnung trotzdem zu mieten, würde ich es tatsächlich zur eigenen Sicherheit wieder so machen. Denn diese Entscheidung für mich und die Kinder hier Vorzusorgen, habe ich nicht bereut.

    Würde ich wieder mit ihm zusammen ziehen? Aus heutiger Sicht vermutlich erst dann wieder, wenn seine und meine Kinder selbst ihr eigenes Leben haben und nicht mehr bei uns wohnen würden. Würde ich dann meine Wohnung wieder kündigen. Nein selbst dann nicht. Denn nochmal irgendwann komplett neu anfangen zu müssen, möchte ich für mich nicht mehr. So lange ich die Wohnung finanziell halten kann, werde ich diese auch behalten.

    Fühl dich gedrückt.

    Ich bin mir sicher, du wirst für Dich und deine Kinder die richtige Entscheidung treffen.

  • Hallo releaseme,

    ich kann mich allen Vorschreiberinnen nur anschließen.

    Es ist schwer, die Gefühle wirbeln durcheinander und es hilft nur, sie auszuhalten bzw dass du dir Strategien zurechtlegst, mit denen du schnell aus dem Gefühlswirrwarr rauskommst.

    Er fährt alle Geschütze auf und du weißt ja auch, wie gut er darin ist, dich zu manipulieren. Bleib mutig, für deine Kinder und dich.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich bin ausgezogen. Er lebt im Haus. Wir haben keine Kinder.

    Er wäre bereit gewesen selbst auszuziehen. Aber erstens war das in seinem Zustand unrealistisch. Und zweitens wollte ich dann lieber in die Stadt in der ich arbeite und mein soziale Umfeld habe.

    Ich wusste damals: ich muss das jetzt sofort durchziehen. Und mein Motto war nur noch: Kopf einschalten, Gefühl abschalten und auf Autopilot alle Schritte einleiten.

    Ich hatte unfassbare Panik. Hab innerlich gezittert. Aber ich war fest entschlossen.

  • Bleib stark! Du tust das Richtige!

    Wenn du jetzt zurück gehst, säuft er schneller wieder als du gucken kannst. Lies doch hier mal im Alkoholiker Bereich, wie viele nach recht kurzer Zeit wieder aufgeben. Wie viele hier aufschlagen und schon x Entgiftungen, Langzeit usw. hinter sicher haben. Nichts, aber auch gar nichts deutet darauf hin, dass er wirklich eingesehen hat Alkoholiker zu sein und für sich trocken werden zu wollen. Das ist jetzt purer Aktionismus um dich zurückzuholen. Er glaubt sich sicher selbst, dass er jetzt ja alles tut, aber das macht er eben nicht.

    Und schon alleine, dass er dich jetzt so unter Druck setzt, geht wieder gar nicht.

    Nimm die Wohnung, konzentrier dich auf dich und fahr den Kontakt zu ihm runter. Von leichter hat keiner was gesagt, wahrscheinlich muss es auch für dich erstmal noch schlimmer werden, bevor es irgendwann wieder viel besser werden kann. Lass ihn den Superdaddy spielen und wenn er mal einige Wochen/ Monate abstinent ist, kannst du dich immer noch wieder annähern, wenn du das willst.

  • Und ich weiß nicht was ich mir erhofft habe- dachte vl wenn ich erstmal weg bin wird alles viel viel leichter...aber ich merke leider von dieser Erleichterung noch nichts.

    Gib Dir Zeit! Das hat sich über Jahre aufgebaut … das fällt nicht einfach so ab.

    Und bitte lass Dich nicht weich quatschen … Schau aus sicherer Distanz, wie ernst ihm die Abstinenz wirklich ist. Er versucht gerade mit aller Kraft, Dich zu halten. Für mich klingt das nicht als würde er aus freien Stücken sehen, dass er ein Problem mit Alkohol hat … und das ist ja tatsächlich nicht Euer einziges Problem.

  • Liebe releaseme,

    das ist gerade echt eine harte Phase, die Du durchmachst. Fühl Dich mal gedrückt!

    Dass Dein Mann jetzt vor Dir steht und Dir tausend Dinge verspricht, wundert mich jetzt nicht. Er sieht seine Felle davon schwimmen und würde Dir sonstwas versprechen- um dann genauso weiterzumachen, wie vorher, hätte er Erfolg mit der Masche.

    Bleib weiter stur bei Deinen Plänen. Du hast Deine Eltern an Deiner Seite, die für Dich da sind.

    Dass es für Dich gerade schwer ist, glaub ich, vor allem, wenn die Gefühle Dich zu überwältigen drohen und nach allem, was Du in den letzten Jahren durchgemacht hast.

    Aber weißt Du was? Du bist in dem ganzen Chaos hierher in Deinen Strang gekommen und hast gesagt, dass Du Hilfe und Rat brauchst. Das finde ich klasse- damit stärkst Du Dich.

    Wenn ich Du wäre: Ich würde die Wohnung nehmen, mit den Kindern einziehen und erstmal durchatmen. Zur Ruhe kommen, alles sacken lassen und dann schauen, wohin die Reise gehen soll.

    Ich wünsche Dir gutes Gelingen!

  • dachte vl wenn ich erstmal weg bin wird alles viel viel leichter...aber ich merke leider von dieser Erleichterung noch nichts.. Es ist so schwer auszuhalten

    Liebe releaseme , komme gerade von der Arbeit und lese deinen Hilferuf....und all die Kommentare dazu. Ich kann mich da meinen Vorschreiberinnen nur anschließen.

    Ich kenne deine Gefühle nur zu gut. Ich will Dir nur kurz erzählen, wie ich mich damals gefühlt habe, als es soweit war. Nur damit siehst, du bist nicht allein und dieser Schritt ist niemals leicht.

    Irgendwann entstand der Gedanke in meinem Kopf, dass mein Mann und ich uns räumlich trennen müssen. Und dieser süsse Gedanke hat mich getröstet und vorangetrieben. Ich habe mir vorgestellt wie wunderbar alles sein wird, welche Last von mir abfällt. Doch je näher der Tag X rückte, desto mehr geriet ich in Panik und hatte Zweifel. Tue ich das Richtige? Die Nacht vor dem Auszug habe ich nicht geschlafen. Mir ging es hundeelend. Und auch Tage danach noch. Mir ging es wie Jump! .

    Ich hatte unfassbare Panik. Hab innerlich gezittert. Aber ich war fest entschlossen.

    Und ich habe gehandelt wie Jump!

    Und mein Motto war nur noch: Kopf einschalten, Gefühl abschalten und auf Autopilot alle Schritte einleiten.

    Ich habe mir dann die Frage gestellt: Willst du bzw. kannst du so weitermachen wie bisher? Mit all dem fehlendem Vertrauen, den vorangegangenen Verletzungen, der konstanten Angst, dass es wieder losgeht wie gehabt. Und dann musste ich mir eingestehen, dass ich eine Veränderung wollte, zur Not auch zum Schlechteren, blos nicht weiter gefangen sein in dieser schrecklichen Situation. Ich hatte das Gefühl, wenn ich so weiterlebe, dann werde ich ernsthaft krank.

    Und so bin ich den Weg weitergegangen.

    Ich bin immer noch nicht gefeit vor Zweifeln und Ängsten, die sich manchmal hinterrücks anschleichen, aber ich bereue nichts. Ich LEBE endlich wieder und existiere nicht einfach nur.

    Ich habe mir damit die Chance auf ein freies Leben (frei von Gedanken und Handlungen, die um das Thema Alkohol kreisen) geschenkt und meinem Mann damit die Möglichkeit geschenkt zu erkennen in welchem Schlamassel er sitzt, und zu entscheiden, ob er da weiter sitzen will oder um seiner selbst willen die Sache (Alkohol) anpacken will um auch wieder ein freies Leben führen zu können.

    Wäre ich nicht gegangen, wären wir beide weiter in diesem schrecklichen Kreislauf gefangen.

    Ich denk an Dich, liebe Grüße,

  • Hallo releasme,

    Ich schließe mich auch meinen Vorrednerinnen an. Deine Zerrissenheit kenne ich auch. Zustände der Verzweiflung habe ich ebenfalls. Vermutlich werden diese immer wieder kommen - Weihnachten, Geburtstage, gemeinsame Orte, und wer weiß noch was! Das Kind vermisst offensichtlich die Zuversicht, dass alles gut wird. Bei mir ist es sogar so, dass mein Mann keine Mittel hat (komplete finanzielle Ruine) und keine Kraft hat, sich helfen zu lassen (trinkt nicht mehr, aber die Konsequenzen sind vorhanden), Selbstmordankündigungen. Trotzdem bleibe ich dabei, mich auf mich und mein Kind kümmern zu wollen und müssen. Wie soll ich es kitten? All die Verletzungen, Lügen, Täuschungen, Hoffnung und danach wieder mitten drin. Nur die Zeit kann zeigen, ob derjenige konsequent in der Abstinenz, ist, Und das ist auch keine Garantie, für gar nichts.

    Liebe Grüße Ino

  • Guten Morgen releaseme,

    ich kann mich den anderen nur anschließen und dir meine Gedanken dazu da lassen.

    Er steht täglich vor mir, er schwört auf Biegen und Brechen, dass es diesmal wirklich ernst ist, dass er es nun endlich erkannt hat.

    Das hat mein Ex mir auch suggeriert. Letztendlich war alles Show. Er wollte nur nicht als verlassener Ehemann da stehen. Gekränktes Ego.

    und er nimmt Entzugstabletten.

    Das sagt mir alles. Ist doch ganz einfach, ich nehm eine Pille und schon ist alles wieder in Ordnung. Das heilt doch nicht das eigentliche Problem. Wo ist seine Arbeit an der Sucht?

    Und er hat damit den Teufel auf meiner Schulter geweckt, der lauter als ke zuvor schreit - jetzt hast du was du wolltest, du kannst dein Leben behalten...

    Nein, tu das nicht. Das geht schief und du wirst es dir nie verzeihen, wenn es kippt und deine Kinder noch mehr da reingezogen werden. Er hat doch dann nichts mehr zu verlieren.

    Was wenn er es wirklich schafft?

    Dann freuen wir uns alle für ihn und ihr könnt beide mit klarem Verstand an eurer Beziehung arbeiten. Was, wenn du zurück gehst und er schafft es nicht?

    Tage.. Man kann 1 Fehlverhalten entschuldigen, aber doch nicht fast 3 Jahre Psychoterror..

    So ist es. Kaputt ist kaputt.

    Und er bombardiert mich mit Fotos aus früheren Zeiten und spielt nun Superdaddy für die Kinder.

    Das hat mein Ex auch gemacht. Einfach wegschieben und den Kontakt auf das absolut nötigste reduzieren.

    Ist von euch wer gegangen trotz Liebe?

    Gerade deshalb vielleicht? Als ich damals die Entscheidung zur Trennung getroffen habe, war es aus Liebe. Ich konnte nicht mehr und ich hatte verstanden, dass ich ihn fallen lassen muss, damit er die Chance hat zu erkennen und zu heilen. Erst später habe ich verstanden, was es mit den Kindern gemacht hat und dann war klar, dass es kein Zurück geben wird, egal was passiert.

    Ich hätte ab Anfang Jänner eine Wohnung - das war furchtbares Glück!! Es ist massiv schwierig was zu finden.. Und das setzt mich unter Druck! Ich habe nicht viel Zeit für Entscheidungen

    Ich glaube nicht an einen Gott, aber ich glaube an Schicksal, Karma und Fügung. Das ist eine Fügung. Da hat dir jemand einen roten Teppich ausgerollt und sagt: GEH.

    hin, dass er wirklich eingesehen hat Alkoholiker zu sein und für sich trocken werden zu wollen. Das ist jetzt purer Aktionismus um dich zurückzuholen

    Seh ich genauso. Mein Ex ist sogar in eine Klinik gegangen und hat ein oskarreifes Theater vorgespielt. Das war alles Show und nie ernst gemeint.

    Ich hatte das Gefühl, wenn ich so weiterlebe, dann werde ich ernsthaft krank.

    Das kenn ich auch. Das war mein ursprünglicher Beweggrund ins Handeln zu kommen.

    Liebe releaseme, wir können alle deine Gedanken und Gefühle nachvollziehen. Aber wir sind uns alle einig, dass du an der Stelle nicht umkehren darfst. Bitte bleib stark. Du hast deine Familie und Kinder. Du schaffst das.

    LG ☀️

  • Hallo releaseme,

    ich hoffe, es geht dir heute besser und dieser Druck, das Teufelchen auf deiner Schulter, ist in der Versenkung verschwunden. Dahin, wo es hingehört.

    Ich glaube nicht an einen Gott, aber ich glaube an Schicksal, Karma und Fügung. Das ist eine Fügung. Da hat dir jemand einen roten Teppich ausgerollt und sagt: GEH.

    Das finde ich ein sehr gutes Bild, ja, manchmal ist es wirklich wie ein Wink des Schicksals. Ich hoffe, du kannst da zugreifen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • In den letzten 4 Wochen ist so viel passiert bei uns... Nach wieder einmal einer sehr heftigen, nassen Woche ist es eskaliert.. Ich habe meinem Mann verbal "das Messer angesetzt", auch seine Familie steht hinter mir und war dabei und hat mit mir eine klare Linie vertreten. Nämlich dass alles kaputtgeht und ich so nicht weiterleben werde. Nächsten Tag kam der völlige Zusammenbruch meines Mannes- er hat um Hilfe gebettelt und gesagt, dass er dringend was mache will, es aber alleine nicht schafft.. Dank medizinischer Connections konnte er nächsten Tag eine ambulanten Entzug starten. Die erste Woche war heftig..Den körperlich Entzug trotz Medikamenten mitanzusehen und dann diese psychische Leere, wie ein fremder saß mir mein Man gegenüber.. Nach 1 Woche wurde es besser, er lachte wieder mal, wir redeten viel und weinten auch zusammen,er war plötzlich viel ausgeglichener, kümmerte sich wieder um die Kinder, ich fühlte, dass wir am richtigen Weg sind...Und dann BUMM, der Schlag ins Gesicht.. In der dritten Woche, kam ich spontan früher von der Arbeit und da stand er, mit einer Flasche Bier.. diesen Schmerz den ich in dieser Sekunde empfunden hatte.. einfach unbeschreiblich.. Er schwörte, dass es das erste und bislang einzige war.. Ich beobachtete die nächsten Tage, aber auch die Tage drauf fehlte immer 1 Flasche..Ich sprach ihn an und er erklärte mir, dass er verstanden hat, dass er viel zu viel getrunken hat und dass es nie mehr so werden darf wie vor ein paar Wochen, aber er möchte gerne seine 1 Flasche Bier haben und er kann sich nicht vorstellen, sein ganzes Leben nie mehr was zu trinken, dafür sei er zu jung... Dan stand ich da.. Mit meinem Latein am Ende...Seine Entzugsmedis nimmt er nach wie vor, eine Eskapade lieferte er jetzt nicht, aber dennoch bin ich total überfordert mit der Situation.. Ist das der schleichende Weg zurück oder kann soetwas klappen? Was mache ich jetzt?

    Guck mal releaseme, das war vor über einem Jahr. Und nach dem schweren KH-Aufenthalt vor kurzem wollte er ja angeblich auch aufhören, oder? Dein Schwiegervater war so positiv, das ist irgendwie hängen geblieben bei mir.
    Was sollte dieses Mal denn anders sein? Denk daran, bis jetzt sind es nur Worte, sonst gar nichts. Ich kenne das nur zu gut von meinem Nochehemann. Das ganze Spiel. Und die schlechten Gefühle, das Zweifeln. Aber du bist auf dem richtigen Weg. Nimm die Wohnung! Sollte er es wirklich ernst meinen, kann er das in den nächsten Monaten gerne zeigen. Aber ohne Bedingungen. Denn ob deine Verletzungen heilen können - ganz unabhängig von seiner Trockenheit - ist die nächste Frage. Ich hab schmerzlich feststellen müssen, das nicht alles zu kitten ist. Ohne selbst dabei kaputt zu gehen.

  • Liebe Releaseme… ich meine ich habe es dir schon mal geschrieben … der Entschluss zu gehen wird mit Zunahme der Jahre und des Bleibens nicht einfacher…

    Meine Erfahrung…🙄

    Ich kenne dieses GefühlsChaos und die Ambivalenzen auch…

    Meinen „Vorschreiberinnen“ kann ich auch nur zustimmen…


    Viel Kraft DIR und du machst das GUT…👍

    LG Simsalabim…

  • Ich kämpfe... Ich würde so gerne zurück gehen.. in unser Zuhause und dort zu 4.weiterleben.. Er fehlt mir, unser Leben fehlt mir, oder ist es nur die Gewohnheit die fehlt oder die Angst vor dem unbekannten was jetzt kommt?

    Dieses Wochenende hätten wir ausgemacht, dass wir nochmal reden - darüber reden wie es weitergeht, ich möchte ihm sagen, dass ich ab Jänner eine Wohnung habe. Je näher das rückt umso verrückter spielt mein Körper. Es ist einfach nicht wie bei einer normalen Trennung- denn so sehr ich es mir auch wünsche- die Sucht verschwindet nicht einfach und sobald ich zurück bin wird es in kurzer Zeit wieder los gehen... Bislang habe ich von ihm noch keine Veränderungen gehört - außer dass er den Alkohol entsorgt hat und Tabletten nimmt. Aber einen Dauererfolg wird es nicht bringen. Es ist so so schwer dieses Familienbild aus dem Kopf zu streichen :(

    Ich fühle mich nicht mehr wie ich selbst. Ich bin jetzt fast 2 Wochen weg - es ist bei ihm noch nicht angekommen, dass es vorbei ist und je mehr Zeit vergeht umso unsicherer bin ich. Ich weiß selber nicht mehr was ich will. Ich kann nicht mehr essen , nicht mehr schlafen,...Ich bewundere alle, die diesen Absprung geschafft haben ;(

  • Du solltest bedenken, dass das, was du jetzt lebst nur ein Provisorium ist. So wird es nicht bleiben, es wird besser werden, ganz bestimmt.

    Manchmal denke ich, wenn es nicht die Flasche Bier wäre sondern eine Spritze mit Heroin da auf dem Wohnzimmertisch, hättest du dann auch noch diese Gedanken zurück zu gehen?

    Was du gerade tust ist richtig, gerade für deine Kinder, zweifle nicht an dir.

  • es ist bei ihm noch nicht angekommen, dass es vorbei ist

    Ist es ja auch nicht. Ich bin überzeugt, dass er mitbekommt, dass Du wackelst.

    Ich würde so gerne zurück gehen.. in unser Zuhause und dort zu 4.weiterleben..

    und je mehr Zeit vergeht umso unsicherer bin ich

    Ich möchte Dir auch sagen: Lass Dich nicht verunsichern! Lies Deinen Faden nochmal durch. Vielleicht hilft Dir das. Bring euch in Sicherheit!
    Du siehst doch noch klarer als Du denkst:

    Bislang habe ich von ihm noch keine Veränderungen gehört - außer dass er den Alkohol entsorgt hat und Tabletten nimmt. Aber einen Dauererfolg wird es nicht bringen.

    Wenn er es wirklich ernst meint, spricht nichts dagegen, in ein zwei Jahren nochmal über mehr Nähe oder einen Neustart nachzudenken.

    Einmal editiert, zuletzt von Lanananana (20. Dezember 2025 um 10:51)

  • Bislang habe ich von ihm noch keine Veränderungen gehört - außer dass er den Alkohol entsorgt hat und Tabletten nimmt. Aber einen Dauererfolg wird es nicht bringen. Es ist so so schwer dieses Familienbild aus dem Kopf zu streichen :(

    Ich fühle mich nicht mehr wie ich selbst. Ich bin jetzt fast 2 Wochen weg - es ist bei ihm noch nicht angekommen, dass es vorbei ist und je mehr Zeit vergeht umso unsicherer bin ich. Ich weiß selber nicht mehr was ich will. Ich kann nicht mehr essen , nicht mehr schlafen,...Ich bewundere alle, die diesen Absprung geschafft haben ;(

    Hallo releaseme, du bist schon so weit gekommen, du kannst stolz auf dich sein! Mein Partner versucht mir immer noch Geschenke zu machen oder schreibt mir mitten in der Nacht, dass er friert und bei mir schlafen möchte, obwohl ich ihm die Wohnung gekündigt habe und wir eine Beziehungspause ausgemacht haben. Die Bedingung dass wir es nochmal versuchen mit uns, war dass er sich Hilfe holt und regelmäßig dort hin geht, er wolle es auf jeden Fall machen etc - er macht gar nichts. Diese Ambivalenz tut weh, es wird versucht Normalität zu erzwingen auf Kosten unserer psychischen Gesundheit. Dieses Ignorieren des status quo bewirkt bei mir das Gegenteil von dem was es bei dir auslöst - dass ich mir mit der Zeit immer sicherer werde, dass ich das nicht will. Vielleicht hilft dir mein Blick auf die Sache. Bis er sich wirklich ändern kann, muss eine sehr lange Zeit vergehen, in der er sich intensiv mit seinem Leben auseinandersetzt bevor er auf dich schauen kann. Und da muss er überhaupt erstmal hinkommen, er muss es wirklich wirklich wollen. Nicht weil du sonst weg bist, sondern weil er es will.

    Fühl dich gedrückt,

    Halbmond

  • Weißt du, wenn du alleine wärst, dann würde ich vielleicht denken: okay, sie muss noch eine Runde drehen... Aber du hast Kinder. Da kannst du dir keine Experiment erlauben.

    Eine eigene Wohnung ist erst mal ein sicherer Rückzugsort. Es gibt auch Paare, die leben aus anderen Gründen getrennt, obwohl sie eine gute Beziehung haben. Du musst jetzt nichts entscheiden, außer, dass du kein Risiko eingehst. Alles weitere kommt.

  • Ich möchte mich Jump! anschließen.

    In Kurzfassung: nur weil ihr auszieht, muss es ja nicht das Ende von allem bedeuten. Ob dein Mann ernsthaft was ändern will oder nicht, wird die Zeit zeigen. Zurück kannst du dann ja wahrscheinlich, wenn eure Liebe so groß ist, ja noch immer.
    Ändert sich gar nichts, hast du einen sicheren Rückzugsort.

    Ich selber habe mit dem Ex-Mitbewohner mittlerweile, nach Startschwierigkeiten, ein einigermaßen vernünftiges Verhältnis.

    Er war im Sommer krank und in der Klinik(naturlich nicht wegen Alkohol🙄). Danach kam die Erkenntnis bei ihm, dass er nie wieder trinken darf und kann.

    Ich weiß nicht wie lange es gehalten hat. Max. 2 Monate. Er gar nichts in seinem Leben geändert, er hat lediglich das erste Glas stehen lassen.

    Ich bin froh, dass ich mir wenigstens das Elend nicht mehr mit ansehen muss und mit den Kindern einen sicheren Rückzug habe.

    Es ist nicht rosa nach dem Auszug. Die Kinder vermissen ihr Zuhause und ihren Vater. Das bricht mir oft das Herz. Aber der Vater ist jetzt ein besserer Vater als vorher und sie haben mehr von ihm.

    Und viel wichtiger: ich bin wieder deutlich entspannter. Ich kann das Leben jetzt anders genießen. Ich bin nicht mehr so auf Spannung wie vorher. Ich komme nach Hause und weiß was mich erwartet. Ich muss nicht damit rechnen, dass jemand besoffen auf dem Sofa liegt, besoffen durch die Gegend läuft und und und. Allein das war es wert!

    Ich wünsche dir viel Erfolg beim Entscheiden und Gedanken sortieren!

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!