Bergdohle - Fliege, mein Vogel

  • irgendwie scheinen so narzistische mütter für unsere dachschäden verantwortlich zu sein. ich hab bei meiner auch bis an ihr sterbebett drauf gewartet das sie mir nur ein einiges mal sagt "ich hab dich lieb" oder "das hast du gut gemacht" vergebens. ich war am leid in dieser welt vollumfänglich schuld. vor allem an ihrem. denn das war ja das einzige was zählte. ich bin dann kaum noch zu ihr hin, wozu auch, um mir die immer gleiche leier anzuhören? sie war bis zum schluß damit beschäftigt mich klein zu machen. zb im winter bei richtigem sauwetter mit dem fahrrad km weit zum arzt um da zu sagen wie schlecht ich mich doch kümmer, nur blöd das ich nu ausgerechnet auch was vom doc wollte und sie sofort vor versammelter mannschaft gefragt habe ob ihr telefon kaputt ist oder sie meine nummer verloren hat. da war sie dann mal richtig in erklärungsnot. konnte sich ja jetzt schlecht rauslügen.

    begrenze mal den kontakt auf ein minimum. sie ist erwachsen und du bist erwachsen. es ist nirgends geschrieben das zwei erwachsene menschen die verwand sind auch gezwungen sind kontakt zu haben. und wenn sie deinen mann soooo bedauert kann sie ihn ja aufnehmen und ihm den dreck hinterher räumen. meine schwiegermutter hat ihr herzchen zurück bekommen nachdem sie mir über jahre auch jeden dreck angeworfen hat den sie nur finden konnte. war dann später alles gar nicht mehr so witzig mit ihrem tollen sohn. naja, lass deinen zorn mal hier und guck das du dir was schönes gönnst. hast nichts falsch gemacht.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • irgendwie scheinen so narzistische mütter für unsere dachschäden verantwortlich zu sein

    Liebe dorothea , also bei dieser Formulierung (oben) musste ich lachen. Danke.

    ich war am leid in dieser welt vollumfänglich schuld. vor allem an ihrem. denn das war ja das einzige was zählte.

    Wow, unsere Mütter müssen verwandt sein.

    wenn sie deinen mann soooo bedauert kann sie ihn ja aufnehmen und ihm den dreck hinterher räumen

    Ich hab ihr tatsächlich auch gesagt, dass wenn sie meinen Mann so bedauert und so vermisst, dann kann er ja bei ihr einziehen. Da war dann erstmal Sendepause.

    meine schwiegermutter hat ihr herzchen zurück bekommen nachdem sie mir über jahre auch jeden dreck angeworfen hat den sie nur finden konnte. war dann später alles gar nicht mehr so witzig mit ihrem tollen sohn.

    Ach dorothea , du hast ja auch ganz schön was mitgemacht in deinem Leben. Toll, wie du das alles hinbekommen hast und in dir ruhst. <3. learn from the best!

    guck das du dir was schönes gönnst. hast nichts falsch gemacht.

    1000 Dank. Freue mich immer über deine sinnigen, einfühlsamen und pragmatischen Antworten.

    Ganz liebe Grüße!

  • Nun will ich einfach mal ein paar Gedanken loswerden. Ich meiner Familie war Alkohol nie ein Thema.Ich selber habe nie groß das Bedürfniss nach Alkohol gehabt. Trinke extremst selten Alkohol, weil es mir schlicht und ergreifend nicht schmeckt. Ich war diesem Thema gegenüber völlig naiv. Und selbst als das mit meinem Mann und seinem Alkoholkonsum anfing, habe ich lange nicht erkannt, was hier eigentlich los ist. Mir ist dann erst aufgegangen was für eine Höllendroge das doch ist. Sie macht Menschen kaputt, Alkoholiker, wie die um den Alkoholiker herum. Und das Gemeine ist, dass man diese Droge frei erwerben kann und sogar öffentlich konsumieren kann, ohne dass es Anstoß erregt.

    Als ich 2024 angefangen habe hier mitzulesen und Anfang 2025 den Mut gefasst habe mich hier anzumelden, hat mein Leben eine ungeahnte Wendung zum Guten erfahren dürfen. Mein Mann ist nun seit 2 Monaten ausgezogen, aber ich merke, dass es noch viel Arbeit zu tun gibt. Immer wieder kommen Zweifel hoch...interessanter Weise an Tagen, wenn es mir gesundheitlich nicht gut geht, an Tagen die mega stressig sind oder Tagen an denen alles schief läuft oder einfach nur das Wetter trüb und grau ist. Ich habe gelernt, dass das normal ist und dass ich einfach nur diesen EINEN Tag hinter mich bringen muss. Der nächste Tag war bisher immer wieder wunderbar und das Gefühl frei zu sein und voller Zuversicht in die Zukunft zu schauen hat mich dann wieder erfasst.

    Mir tut es total gut fast jeden Tag hier im Forum zu lesen. Egal ob bei den Co's oder trockenen Alkoholikern. Wir haben doch alle das selbe Ziel.

    Und da möchte ich doch mal meinen Dank an die Moderatoren aussprechen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben Ihre Zeit uns freiwillig und unentgeldlich zur Verfügung zu stellen um uns hier zu helfen mit ihrem Erfahrungsschatz, ihren aufmunternden Worten, Ihrem Verständniss, Empathie, aber auch mit Kritik und mit echten hilfreichen und funktioniernden Tipps. 1000 Dank!!!! <3

  • Hallo an euch geduldige Zuhörer, am 30.November diesen Jahres habe ich mich über meine Mutter ausgekotzt, der es ja am liebsten wäre, ich wäre weiterhin mit meinem Mann zusammen...damit sie glücklich ist.

    Ich habe mir all eure Antworten nochmal duchgelsesen und das hat mir sooo gutgetan. Besonders deine ausführliche, liebe Linde66 .

    Ich muss mir mein "Weihnachten" einfach von der Seele schreiben. Heiligabend kamen meine/unsere Söhne. Und ich habe meinen Mann Weihnachten eingeladen, da es ja auch seine Söhne sind und er sich freuen würde mit Ihnen den Abend verbringen zu können. Aus Pflichtgefühl oder Blödheit oder beides habe ich meine Mutter gefragt, ob sie auch kommen will. Sie hat mir erst zugesagt, nachdem sie erfahren hat, dass auch mein Mann kommt. Das war schon mal die erste Klatsche...nur mit mir und den Jungs hätte sie anscheinend nicht gefeiert. Der Heiligabend verlief vorfallsfrei und mein Mann und meine Mama waren sehr freundlich zueinander. Als ich meine Mutter dann heimfuhr ging es los, kaum, dass wir im Auto saßen: Ich wäre egoistisch und stur, wie konnte ich mich nur trennen etc. Als ich ihr sagte, dass es mein Leben und meine Entscheidung sei, hat sie die ganze Autofahrt vorwurfsvoll geschwiegen.

    Es kam nicht einmal ein Dankeschön, fürs Abholen und Heimbringen, für die Kocherei meinerseits, für mein Geschenk an sie...bytheway...mein Geschenk von ihr war NICHTS...nicht dass ich darauf Wert legen würde....aber ein ein Wort des Dankes für all die Mühe hätte ich zumindest erwartet.

    Heute ruft sie mich an, nur um mir wieder zu sagen, dass ich nur an mich denke und stur bin und sie deswegen soooo fertig ist und nicht mehr kann. Und dann weint sie ihre Selbstmitleidstränen mir ins Telefon. Ich habe dieses Telefont dann höflich aber bestimmt abgebrochen.

    Warum ich den ganzen Schmarrn hier schreibe: Weil ich mich nach so einem Telefonat, obwohl ich es besser wissen müsste, schlecht fühle. Ich fühle mich schlecht dafür, dass ich eine für mich richtige Entscheidung getroffen habe: Die räumliche Trennung von meinem Mann.

    Ich erwarte keine Anworten von euch, denn die habt ihr mir ja schon beim letzten "Auskotzen" gegeben. Ich habe einfach das Gefühl, wenn ich das hier niederschreibe, dann kann ich eher meinen Frieden wiederfinden.

    Danke.

  • hallo bergdohle

    dafür ist ja das forum da, um sich auszukotzen und die belastung mit anderen zu teilen, denn, wie das alte sprichwort so richtig sagt: geteiltes leid ist halbes leid. und es ist völlig ok sich selbst zu lieben, im gegensatz zu ihr schaffst du es aber auch noch andere zu sehen. bleib bei dem kurs, du hast ein recht auf seelenfrieden und wenn andere diesen nur haben wenn wiederum andere ihnen den verschaffen weil sie sich selbst nichts wert sind.... nicht dein problem. einer meiner lieblingssprüche, ich bin nicht auf der welt um zu sein wie andere mich gern hätten.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • macht Dir das Probleme?

    Ich finde da nichts Schlimmes dran.

    Hallo Lebenskuenstler

    Ja, ich hab ein Problem damit. Aber durch deinen Denkanstoß hab ich mir Gedanken über die Wörter "Egoismus" und "stur" gemacht.

    Egoismus ist ja eigentlich nichts anderes als das Durchsetzen seiner eigenen Interressen ohne Rücksicht auf andere. Ja, ich habe mein Interesse (raus aus der Co Nummer durch Trennung von meinem Mann) durchgesetzt,ohne auf die Belange meines Mannes oder meiner Mutter zu achten. Man könnte es auch liebevoller als Selbstfürsorge bezeichnen.

    Und stur bedeutet: nicht abzuweichen von seiner Meinung/Weg etc.

    Wenn ich mir das so überlege, dann bin ich das wohl alles....

    .....und ich sollte auch nichts Schlimmes dran finden.....

    ....letzteres muss ich mir allerdings noch verinnerlichen.

    Danke Dir!

  • Danke, liebe Dorothea, deine Antworten tun immer so gut. Ja da hast du recht, meine Mutter macht ihr Glück von meinem Verhalten abhängig...schon immer...und hat mir damit eine Bürde aufgeladen. Aber die Bürde trage ich nur, weil ich so dumm bin sie mir aufladen zu lassen.

    Ich werde mir deinen Lieblingsspruch :

    ich bin nicht auf der welt um zu sein wie andere mich gern hätten.

    ausdrucken und aufhängen...als reminder 😄.

    Danke dir!

  • Hallo, nun muss ich mal wieder was in eigener Sache schreiben. Ich hatte gestern ein Telefonat mit meinen Mann, von dem ich ja getrennt lebe, und der war sauer auf mich wegen etwas, was ich angeblich falsch gemacht habe (tut nichts zur Sache was). Ich habe sofort gemerkt, wie mich das aufwühlt, wie Panik in mir aufstieg, wie ich in den Verteidigungs und Rechtfertigungsmodus verfiel. Ich konnte deswegen die ganze Nacht nicht schlafen und war entsprechend depressiv und antriebslos heute morgen drauf. Hoffnungslosigkeit machte sich breit, Angst, der Magen war wie zugeschnürt (wenns mir psychisch schlecht geht kann ich nichts essen).....

    Mir wird jetzt erst richtig klar, was diese Jahre mit all den alkoholbedingten Ausfällen meines Mannes mit mir gemacht haben. Zu lange habe ich es nicht geschafft aus diesem kranken System auszusteigen.

    Ich bin entsetzt darüber, dass nur die richtigen Knöpfe gedrückt werden müssen und ich falle in alte Verhaltensmuster. Ich will das loswerden. Unbedingt, da ich mich in solchen Momenten so wehrlos und verletztlich fühle.

    Kennt das jemand von euch auch? Habt ihr es geschafft das völlig loszuwerden? Wird das mit der Zeit besser?

    Hinzu kommt, dass ich ein Mensch bin, der sowieso nicht allzuviel Selbstvertrauen hat. Rückblickend gesehen staune ich über mich, dass ich das mit der Trennung durchgesetzt habe.

    Danke fürs Zuhören <3

  • dass nur die richtigen Knöpfe gedrückt werden müssen und ich falle in alte Verhaltensmuster.

    das kenne ich sehr gut, bei mir hat es gefühlt ewig gedauert, bis sich da etwas geändert hat. Mit der Zeit wurde es besser, aber es kann mir immer noch passieren, dass ich wieder in alten Mustern lande. Der Vorteil heute ist, dass ich es je tzt gleich erkenne.
    Sei geduldig mit dir, und denke auch mal dran, wie lange du vorher in diesem Kreislauf gesteckt hast. Dafür hast du doch schon einiges erreicht.

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • das du das schon erkennst ist doch ein riesen schritt in die richtige richtung, viele sehen es auch nach jahren nicht. damit anders umgehen ist jetzt als übung angesagt, reaktionen auf aktionen ändern. du schaffst das schon.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Ich bin gerade räumlich getrennt und mache täglich einen 1/4 Schritt vorwärts und kaum kommt ein Lebenszeichen von Ihm geht es sofort 2 Schritte rückwärts. Auch ich werde nervös, mir wird übel, usw. Ich bin bei Weitem noch nicht so weit wie du, aber diese Knöpfe und die Gefühle dazu sind erstaunlich- negativ leider. Dass das dann auch nach einer Trennung noch so sein darf ist gut für mich zu wissen. Wünsche dir weiterhin alles Gute und sei stolz, dass du diesen Schritt schon hinter dir hast!

  • LIebe dorothea , liebe Morgenrot , danke für eure aufbauenden Worte. Das sowas Dir, liebe Morgenrot die Du doch schon so lange hier im Forum bist, immer noch passieren kann, beruhigt mich dann doch in so fern, dass ich es besser einordnen kann. Es ist also ein Prozeß und es wird also besser.

    Und wie Du liebe dorothea schreibst:

    übung angesagt, reaktionen auf aktionen ändern

    Da muss ich mir noch überlegen, welche Hilfsmechanismen ich da einsetzen könnte, besonders, wenn ich gerade alleine bin.

    Heute ist alles wieder wie weggeblasen. Ich war heute wandern im Schnee mit Freunden und mir geht es wieder super gut und ich blicke verwundert und auch fassungslos auf den gestrigen Tag, wie es mir nur passieren konnte in ein derartiges Loch zu fallen wegen ein paar komischen Sätzen meines Mannes.

    Gut zu wissen, dass ich hier immer schreiben kann und hilfreiche und aufbauende Antworten bekomme!

    Danke euch und kommt gut ins neue Jahr <3

  • Liebe releaseme , auch danke für Deinen Beitrag. Ich verfolge Deine dramatische Entwicklung schon seit einiger Zeit. Wie schon mehrmals geschrieben: Du hast so unfassbares Glück, dass Du Deine Eltern hast. Ich habe nur noch meine Mutter, für die ich die Böse bin und das lässt sie mich auch immer wieder spüren und sagt es auch.

    Dass das dann auch nach einer Trennung noch so sein darf ist gut für mich zu wissen.

    Ja, auch nach einer Trennung ist nicht alles plötzlich easy und alte Verhaltensmuster lassen sich nicht so einfach anstreifen, so ist es zumindest bei mir. Aber es ist es wert, absolut und hundertprozentig. Endlich wieder ein nicht fremdbestimmtes Leben haben.

    Liebe releaseme , ich wünsche Dir, dass Du für Dich und Deine Kinder den Mut findest aus diesem kranken System auszusteigen.

    Ich werde Deinen Faden weiter verfolgen und denk an Dich<3

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