Beiträge von Matcha

    Hallo Berry,

    Bei mir hat das Trinken von alkoholfreiem Bier dazu geführt, dass ich über Monate mit heftigem Verlangen nach Alkohol zu tun hatte. Das war ein Kampf. Seitdem ich es nicht mehr trinke, habe ich das Verlangen nach Alkohol verloren und die Abstinenz ist viel einfacher geworden.

    Also auf keinen Fall alkoholfreies Bier/Wein konsumieren!!!

    LG Matcha

    Gerade hatte ich einen Geistesblitz, folgende Formulierung ist mir eingefallen : ich müsste Ihnen "reinen Wein" einschenken, mich also zum Alkoholismus bekennen.

    Da werde ich aber nicht tun, denn ich habe wirklich keine Lust auf die damit verbundenen Stigmatisierung. Hier im Forum habe ich gesehen, dass es viele kluge Alkoholiker gibt, aber dass das nicht das vorherrschende Bild in den Köpfen der nicht abhängigen Menschen wiederspiegelt, ist doch nicht wegzudiskutieren. Ich habe nur Freunde, die Alkohol trinken, mässig, so scheint es, aber zu einem schönen Abendessen gehört es für sie dazu.

    Mein Lösungsansatz gerade ist, mir eine schöne Aktivität vor 17 Uhr auszudenken, da brauche ich dann den fehlenden Alkohol gar nicht zu thematisieren. Spaziergang mit Picknick, ein Frühstück, Kaffee mit Marzipantorte, so was eben.

    Wie wichtig ist dir dein Leben? Möchtest du dauerhaft abstinent leben? Diese Frage kommt da bei mir auf.

    Alex, ich muss das, mehrfach bin ich, bevor ich im Forum gelandet bin, in solchen Situationen rückfällig geworden. Es fing mit 1 Glas an und 4-6 Wochen später war ich wieder soweit...

    Es sind wirklich nur 4 Leute in meinem Bekanntenkreis, die mich diesbezüglich beschäftigen, leider sind die bis auf den recht mäßigen, aber regelmäßigen Alkoholkonsum sehr liebe Menschen, auf die ich nicht verzichten möchte. Also habe ich mich in den Begegnungen durchgewurschtelt, mache mir aber bevor etwas ansteht sehr viele Gedanken und inneren Druck. Ihnen wäre lieber, ich trinke mit, das lese ich hier oft. Die Leute fühlen sich sonst unwohl und beobachtet.

    Ich hätte sie längst wieder zu mir einladen müssen, aber das geht nicht, weil sie eben Alkohol erwarten und das auch thematisieren.

    Ich sehe schon, dieses Problem sollte ich ein für allemal klären.

    Zu sagen, ichh trinke keinen Alkohol weil : ich mich nicht fit fühle, ich morgen einen klaren Kopf brauche, Antibiotika nehme, eine Wette gewinnen will, Alkohol mir nicht mehr schmeckt/ bekommt, eine OP ansteht..........................................................................................Klingt in Summe schwachsinnig, die Wahrheit wäre definitiv einfacher, ich gehe nochmal in mich.

    Wenn du denn mal in so einer kritischen Situation bist, wie reagierst du da?

    Hallo Stern,

    Es ist inzwischen nur noch ein Begrüßungssekt oder die Eierlikörrunde nach dem Kaffeetrinken.Das sind so kleine Alkoholeinheiten, das Suchthirn sagt, ach, dieses kleine Glas Sekt, willst du wirklich deswegen diese Diskussionen anfangen? Deswegen fahre ich meist mit dem Auto hin und sage das dann, ich gelte dann als verantwortungsvolle, rücksichtsvolle Person, das klappt.

    Was ich noch nicht gemacht/mich getraut habe, ist Leute zum Abendessen zu mir nach Hause einzuladen. Dann wird Alkohol erwartet und auf Diskussionen habe ich keine Lust. Etwas nur für diesen Abend zu kaufen, das würde bei mir noch nicht klappen, ich würde die Reste wahrscheinlich austrinken ( weil ich nichts wegwerfen kann....)

    Ich habe mich nirgendwo als Alkoholikerin geoutet, da ich alleine lebe, bestand die Notwendigkeit nicht, mir wird also manchmal etwas angeboten, die Antworten überlege ich vorher immer entsprechend der Situation oder komme mit dem Auto.

    Mir geht es gut!

    Seitdem ich mir kein alkoholfreies Bier mehr "gönne" und auch die alkoholhaltige Mundspüllösung ausgetauscht ist, hat der Suchtdruck nachgelassen und ist seit Monaten nicht mehr aufgetaucht. Ich musste so sehr kämpfen und standhaft bleiben und jetzt ist es einfach geworden, keinen Alkohol zu wollen, ich bin selber darüber verwundert.

    Heute hatte ich Suchtdruck, aber der bezog sich wirklich auf Caro-Kaffee und Schokolade. Ich nenne das Suchtdruck, weil dieses Gefühl, ich brauche das jetzt unbedingt, dem Verlangen nach Alkohol sehr ähnlich war. Ich musste für den Caro-Kaffee in 3 Geschäfte und wurde etwas unruhig. Jetzt, wo ich beides konsumiert habe, bin ich wieder entspannt. Gut, ich bin süchtig nach Kaffee geworden, morgens mit Coffein, abends ohne .

    Meine Stimmungslage hat sich insgesamt auch verbessert, sie bewegt sich (mit Höhen und Tiefen) auf einem etwas höheren Niveau, da kann ich es aber aushalten.

    Ich schreibe hier kaum mal etwas, aber ich lese alles. Das hat bei mir etwas bewirkt. Wenn ich in kritische Situationen komme, weiß ich gleich Bescheid, wie ich reagieren und mich schützen kann.

    Ich erinnere mich noch gut an die Alkoholzeit, nix war daran gut. Ich bin da reingeschlittert so als 30jährige durch meine Lebensparter, da gab es abends immer Wein. Vorher habe ich kaum mal etwas getrunken. Natürlich habe ich gelernt, dass ich mit dem Trinken mich besser fühlen kann und dann Probleme ausblenden kann. Aber ich habe nicht wegen der Probleme damit angefangen, sondern in guten Zeiten als Genuss. Nach 20 Jahren wurde es nach und nach heftiger mit dem Konsum und dann kam die Sucht.

    Da will ich nie wieder hin und deswegen lese ich hier weiter.

    DANKE an ALLE in diesem Forum, ohne das Forum wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin.

    LG Matcha

    Lullaby,

    nur zur Erinnerung, du hast 1 Flasche Wodka am Tag getrunken, bist ausfallend und körperlich aggressiv geworden.

    Mir hilft bei Suchtdruck am besten, mir ordentlich den Bauch vollzuschlagen mit richtigem, warmen Essen, danach werde ich wohlig ruhig und wundere mich, wo der Suchtdruck hin ist.

    Nach 2 Monaten war das bei mir auch sehr schlimm, glaub mir, es wird besser, ich hab monatelang aktuell schon Ruhe.

    LG Matcha

    Jeder muss sein Leben leben, du lebst noch, inzwischen sogar ohne Alkohol und schaffst es, dein Kind zu versorgen, du hast allen Grund stolz auf dich zu sein. Dass der Alkohol die Therapeuten weniger interessiert hat, kann ich nachvollziehen, da du auch ohne diese Problematik genug Probleme hattest, die bearbeitet werden konnten. Ohne selber abhängig zu sein, hättest du dich vielleicht eher von deinem Partner getrennt, wer weiß. Aber jetzt ist jetzt und du bist handlungsfähig, das freut mich sehr für dich. LG Matcha

    Hallo Rennschnecke,

    du hast mehr an deinem Leben geändert, als nur das Saufen sein zu lassen. Du bist in ständigem Kontakt mit dieser SHG und tauscht dich aus, gibst gute Ratschläge und anderen das Gefühl, nicht alleine zu sein. Mir hast du mehrfach geholfen und bekommst von mir ganz viele Punkte für's Karma.

    LG Matcha

    Hallo Stef,

    mir fällt jetzt in der dunklen Jahreszeit es auch wieder schwerer, nicht zu trinken, insbesondere nach der Arbeit kreisen die Gedanken und ich würde gerne den Kopf in die Weinwatte packen. Statt dessen rege ich mich über unliebsame Zeitgenossen, Müll auf der Straße, tausende Autos und Weihnachtsmärkte auf. Alles besser als trinken, keine Frage, aber womit endlich den Kopf mal abschalten?? Landgasthaus klingt gut, ich wünsche dir eine ruhige Zeit!

    LG Matcha

    Wo willst Du denn sein, Matcha?

    Hallo Elly, da hast du mir eine einfache, phantastische Frage gestellt............, die ich leider nicht beantworten kann. Traurig, aber das die Wahrheit.

    Ich hatte die Erwartung, dass ich nach der langen Alkoholphase aufwache und das ziellose Vorsichhinleben durch einen Lebensentwurf ersetze, den ich zu verwirklichen versuche. Ich bin aufgewacht und sehe, dass ich weiterhin vor mich hin lebe, die Tage vergehen , tagein, tagaus. Wacher, ohne Alkohol, ist das fast noch schwieriger zu ertragen.

    Klar gibt es schöne Momente mit meinem erwachsenen Kind , Reisen, Laufen, Freunde treffen, was ich am liebsten mache, ist allerdings Serien zu schauen. Da vergesse ich den tristen Alltag. Ein Buch hilft manchmal auch. Mit diesen Beschäftigungen kann ich in das Leben der Anderen eintauchen. Darüber vergesse ich sogar den Alkohol.

    AnnaBlume Hallo Anna, Yoga ist eine gute Idee, da sind Körper und Geist beschäftigt und keiner kommt auf dumme Gedanken, einen Sonnengruss kann ich, wird erledigt

    Rennschnecke , hallo Rennschnecke, ich halte mich nicht für depressiv, dafür kriege ich noch alles zu gut erledigt, es kostet nur viel Energie, mich endlich aufzurufen und die Dinge zu erledigen. Aber danke für den Hinweis!

    Michl danke für die guten Wünsche, das hebt schon die Stimmung.

    Im Grunde habe ich wohl gejammert und mein Selbstmitleid hat sich in den Vordergrund gedrängt, aber musste wohl mal sein. Es tut gut, das sich auch mal zu erlauben, bei all der Kontrolle, die seit dem Alkoholstop nötig ist. Es ist mir jetzt wohl aufgegangen, dass das Nichttrinken ein Marathon ist, wie ich es hier bei den Langzeittrockenen öfter schon gelesen habe. Aber Marathonläufer haben ein Ziel vor Augen und nach 42 km ist das Ziel erreicht.Dann ist Pause. Das Nicht Trinken, das hört ja nie auf und ist eine Aneinanderreihung von trinkfreien Tagen, lebenslänglich. Sorry, das schreckt mich gerade sehr. Vielleicht auch, weil mein erstes Jahr in einem Monat rum ist, ich aber noch nicht da bin, wo ich erwartet habe, zu sein und auch gerne mal den Kopf ausschalten möchte. Ohne Drogen.

    Dankeschön all Alle für die Unterstützung, das hilft mir gerade sehr.

    Es ist nicht so, dass ich mich total abgekoppelt habe, es gibt einige Freunde, auch Gruppen, ich könnte ganz einfach viel mehr unternehmen und Kontakte haben. Ich laufe auch schon regelmäßig, hatte früher mal hier berichtet, dass ich für einen Volkslauf trainiere, den habe ich sogar prima geschafft, da hat mich der Ehrgeiz getrieben. Ich habe mal jahrelang über liebende Güte meditiert, in der Phase war ich auch freundlicher/ nachsichtiger mit meinem Umfeld und habe das auch zurückbekommen. Ich dachte, all dies könnte ich ohne Alkohol einfacher wieder umsetzen, mit mehr Leichtigkeit und Freude. Aber die Leichtigkeit stellt sich bislang nicht ein, ich schiebe alles vor mir her und muss mich zu den Aktivitäten regelrecht zwingen. Ich glaube, dass das noch mit dem Alkohol zusammenhängt, dass ich mich so schlecht aufraffen und auch Freude bei dem Tun empfinden kann,

    Ich hatte mal vor Jahren mit dem Nikotin aufgehört, da fühlte ich mich ähnlich, aber noch schlechter,da hatte ich wirklich depressive Gedanken. Dann habe ich entschieden, es ist besser, mit dem Nikotin wieder anzufangen.

    Mit dem Alkohol werde ich nicht wieder anfangen, das wäre zu schrecklich.