Beiträge von aennie

    Auch ich kenne das mit den trinkenden Eltern. Ach nicht nur die. Oma, Opa, Tanten, Onkel. Jede Feier, jeder Geburtstag (selbst Kindergeburtstag) musste ordentlich begossen werden.

    Einige sind an dem Konsum verstorben, die wollten es so.

    Wir hier sind da anders JEB. Wir wollen Leben!

    Also bleibe dran.

    Ich habe den Kontakt zu meiner Familie abgebrochen, inzwischen auch die wenigen Telefonate. Es ging für mich nicht mehr. Ich höre ja auch, ob da wer angetüddelt ist und ein vernünftiges Gespräch kommt da leider eh nicht zustande. Da lasse ich es lieber gleich, als mich eventuell dadurch wieder triggern zu lassen.

    Waren die Papierfigürchen eine spontane Idee oder schon Teil Deines Notfallkoffers?

    Und wenn Du dann noch ohne Geldbörse rausgegangen bist, noch besser (der Impuls für den Spaziergang hätte ja auch ein weiterer Trick von Suchthirn sein können, um Dich doch noch rumzukriegen.)

    Nein, die waren noch nicht im Notfallkoffer. Ist gerade erst eine neue Beschäftigung. Ich brauche bei Druck, sollte er mich wieder Heimsuchen, also etwas worauf ich mich konzentrieren muss. Ok. Das bekomme ich hin.

    Geld hatte ich nicht mit. Diese Tricks des Saufhirnes kenne ich ja bereits 😉 und es bot auch an noch Brötchen einzuholen. Nix da.

    Auf dem Spaziergang war dann auch Ruhe.

    Auch ich hatte gestern Saufdruck.

    Ging schon am frühem Vormittag los. Denke von wegen: Wochenende !

    Habe mich mit Putzen versucht abzulenken. Es hörte und hörte nicht auf.

    ICH wollte aber nicht Saufen. Punkt.

    NEIN habe ich immer wieder vor mich hergesagt und versucht mich irgendwie anders abzulenken. Bin also voll gegen angegangen. Das ging über Stunden.

    Irgendwann habe ich mich dann ins Sofa gelümmelt und Minifiguren aus Papier ausgeschnitten und zusammengeklebt. Ziemliche Pfriemelarbeit, die meine vollste Konzentration brauchte.

    Ein, zwei Stunden habe ich das gemacht, bis etwas anderes meine Aufmerksamkeit brauchte. Da bemerkte ich : Es ist vorbei, der Druck ist weg.

    Was für ein Gefühl. Es war ausgestanden, quasi einfach ausgesessen. Unglaublich.

    Sonst bin ich, wenn Druck war, mit diesem noch zu Bett. Nun verging er so. Weil ich nicht gegenankämpfte?

    Ich bin dann noch ganz entspannt spazieren. Total entspannt. Die Welt sah so freundlich aus. Ich war irgendwie glückselig glaube ich. Das Gefühl hält auch Heute noch an. Der Kopf ist leer, keine trüben Gedanken. Als hätte sich ein Knoten gelöst.

    So kann es bleiben !!!

    Ist das daß Gefühl von Freiheit von dem hier oft geschrieben wird ?

    Liebe Grüße

    Oh nein, bitte nicht falsch verstehen, mir geht es gut soweit.

    Meine Gefühlswelt ist leider immer noch völlig durcheinander. Ich verwechsle scheinbar manche auch.

    Ich beschäftige mich derzeit viel mit dem Thema. Heute Morgen spürte ich wieder Wut. Und dann fragte ich mich, ob es wirklich Wut ist und kam drauf, daß ich wohl doch eher Traurigkeit ist. Und so mache ich das nun öfters. Ich bin also am sortieren, wie Zwieback es schrieb. Ich finde das einen guten Fortschritt.

    Mir waren zu viele und zu laute Menschen schon immer zu viel. Aber ich konnte ja nicht immer nur in meinem Kämmerlein sitzen, dachte ich zumindest. Und um irgendwo dazuzugehören, trank ich dann mit, als die ersten aus der Schule damit anfingen. Die die nichtmittranken zählten zu den Langweilern.

    Nun denn, ich möchte in der Vergangenheit gar nicht weiter rumwühlen jetzt.

    Aufkommende Gefühle deuten und richtig einsortieren. Das ist jetzt erstmal mein Plan.

    LG

    Doch das Wichtigste ist, dass wir den Ausstieg geschafft haben, Aennie! Und das ist doch toll!

    Das ist es Elly.

    Bin gerade wieder gefühlsduselig. Vohin war wieder Wut in mir wie ich das schrieb, jetzt weicht es einer Traurigkeit. Traurigsein finde ich ein besseres Gefühl als Wut.

    Bei meinem Nachbarn ist jetzt seit 2 Tagen nonstop Party.

    Ich habe nicht das Verlangen dort mitzumachen, spüre wieder nur Wut.

    Wut auf mich, daß ich im Teenageralter nicht schon das erste Glas habe stehen lassen wie ich es doch großspurig immer sagte. Ich wollte ja schließlich nie so werden wie meine Eltern. Ich wurde noch viel schlimmer.

    Ich bin nicht nach einem Rückfall wieder hierhergekommen.

    Die Rückfälle waren im letztem Jahr.

    Getan habe ich: mich von allen die mir gut gemeinte Ratschläge gaben, ferngehalten.

    Für mich ging nur der Weg alleine aufzuhören.

    Ich kann da nun auch nichts weiter zu sagen, Es machte Klick und seitdem trinke ich nicht mehr. Die Zeit die ich mit Saufen verbrachte lese ich nun oder mache Sport.