Beiträge von Paul_

    Hi,

    Das zu lesen ist worklich nicht leicht, er scheint sich ja mittlerweile in einer mehr als ernsten Situation zu befinden. Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass Du zu ihm in diesem Zustand kaum durchdringen wirst.

    Um deine Frage zu beantworten: Der Alkoholiker sieht und weiss was er da anstellt. Jedoch hinterfragt er sein Verhalten und kommt alkoholinduziert zu dem Schluss, dass das was er macht ja nicht so schlimm ist. Andere trinken schliesslich auch Alkohol und die Probleme wären nicht da, wenn man einfach akzeptieren würde, dass er nunmal trinkt. Er sieht nicht, was er für riesen Schaden verursacht, denn er sieht den Schaden, aber versteht nicht wieso er jetzt daran Schuld sein sollte. Er schadet ja nur sich selbst.

    Hinzu kommt, besoffen ist es einem egal. Die Einsicht kommt erst wieder wenn man halbwegs klar im Kopf ist. Dieser klare Zustand ist aber sehr unangenehm, daher schnell wieder der Griff zur Flasche.

    Wünsche dir viel Kraft! Gute Tipps was Du machen kannst hab ich leider nicht. Ausser vlt die Konfrontation nicht zu suchen. Bringt eh nichts ausser mehr Schaden.

    Liebe Grüße,

    Paul

    Hi Soapstar,

    Kann dich da gut verstehen. Nach einer Woche voller Arbeit, will man ja schliesslich einen Schlussstrich, einen Abschluss der harten Woche haben. Bis Freitag Abend gearbeitet, dann endlich Wochenende und die ersehnte Belohnung. Im Biergarten bei schönem Wetter, in geseliger Runde das Wochende einläuten. Machen ja auch viele, die Biergärten sind auch bei mir in der Gegend voll.

    Und jetzt findest Du keinen Abschluss. Die Arbeit ist erledigt, was nun? Samstag u. Sonntag nichts zu tun, eine lange Zeit bis Montag endlich wieder die Routine zuschlägt.

    Dabei sind doch gerade diese zwei Tage die einzigen in der Woche in denen Du doch machen kannst was Du schon immer machen wolltest. Bis jetzt hast Du nicht gewusst wie Du diese Tage für DICH nutzen kannst. Also, ab in den Biergarten und die lästige Freizeit versaufen bis endlich wieder Montag ist.

    Ich glaube Arbeit ist für dich enorm wichtig und kein notweniges Übel. Sonst hättest Du es längst schleifen lassen und während der Woche getrunken. Aber Du bist diszipliniert geblieben weil die Arbeit nunmal wichtig ist. Wichtiger als Alkohol. Deshalb auch die Schwierigkeit die Zeit zu nutzen in der Du nicht arbeiten musst.

    Du hast also zwei Möglichkeiten:

    1. Lerne wie Du die Freizeit für dich nutzen kannst und etwas machst worauf Du im Anschluss stolz bist. Auf Saufen im Biergarten warst Du mit Sicherheit nicht stolz.

    2. Arbeite an etwas, einem Projekt, an der Wohnung, Haus, Auto, wie auch immer. Etwas das Du gut kannst. Der Lohn wird das Ergebnis sein.

    Vermisst Du wirklich diese kleinen Pausen wo Du meinst mit Bier für 2 Tage aus der Arbeitswelt zu entkommen? Du entkommst da doch nicht wirklich, Du bist einfach nur für 2 Tage betäubt. Das bis ans Lebensende?

    Du sagst Du beneidest die Leute die im Biergarten sitzen und normal trinken können. Woher weisst Du dass sie normal sind? Sich volllaufen zu lassen weil Freitag ist, ist n ziemlich magerer Grund. Wenn es um das Beisamen sein und die heiteren Gespräche geht, sind diese doch auch im Grunde nur ein Vorwand. Es geht ums saufen, und das weisst Du. Ob nun alleine oder mit Gesellschaft ist doch im Endeffekt egal.

    Ich frage mich, was Du bei denen beneidest? Die kriegen das Wochenende nichts hin, versaufen ihre Freizeit nur um am Montag wieder mit dem warten auf Freitag zu beginnen. Jahr für Jahr. Du hast doch nur ein Leben, geniess es doch anstatt es wegzuspülen.

    Akzeptiere dass die freie Zeit deine Belohnung ist. Nicht das Bier welches die die freie Zeit stiehlt. Du musst nur noch den Wert der freien Zeit erkennen. Dann kommst Du nicht auf die Idee diese wertvolle Zeit zu löschen indem Du sie mit Bier wegschüttest.

    Sonnige Grüße,

    Paul

    Ich glaube jeder von uns kennt Situationen in denen der Partner, Familie oder andere liebe Menschen einem den letzten Nerv rauben.

    Ich sage mir bei solchen Situationen immer: "Das, wäre früher ein guter Grund gewesen um zu trinken". Dabei liegt die Betonung auf "früher". Ich nutze diese Gelegenheiten um mich besser zu fühlen. Nach dem Motto: "Challenge gemeistert, ich bin jetzt stärker und brauche keinen Alk". Ausserdem diskutiert es sich nüchtern besser, besoffen kriegt man seine Argumente ja kaum zusammen und ist am Ende noch Schuld dass es eskaliert.

    Also immer die Ruhe bewahren und die Gegenseite sich auslabern lassen.

    Wenn aber meine bessere Hälfte auf Krawall gebürstet ist, geb ich auch gerne sehr hart Contra. Ich bin schliesslich nicht schlechter als Andere, das soll auch ruhig jeder wissen. Ich bin es wert und verdiene Respekt, schläge unter die Gürtellinie haben immer Konsequenzen.

    Das ist einer der besten Aspekte des nüchternen Lebens: Ich habe meinen Wert wiedererkannt, Respektlosigkeit wird nicht toleriert.

    Niemand verlangt sich so in der Öffentlichkeit zu nennen, vor Freunden, Familie, Arbeit usw... Niemandem steht es auf der Stirn geschrieben, und niemandem soll es auf der Stirn stehen.

    Dieses Forum ist anonym, keine Gesichter, keine echten Namen.

    Wer es also hier nicht schafft, vor Leuten die er nicht kennt und nicht kennenlernen muss, sich einzugestehen Alkoholiker zu sein, wie soll derjenige es schaffen es sich selbst einzugestehen?

    Fakt ist, muss ja auch niemand.

    Ich nutze dieses Forum für meine Zwecke. Ich will alkoholfrei leben. Das Forum hilft mir dabei. Wenn ich kein Alkoholiker bin, warum der Wunsch alkoholfrei zu leben?

    Wenn ich irgendwo im Hinterkopf den Gedanken habe dass ich irgendwann mal wieder normal trinken kann, dann bin ich hier einfach falsch. Hier gibt es Menschen die dieses Forum brauchen. Da helfen Mitglieder die ihre Alkoholsucht als temporäreres Problem abstempeln niemandem.

    Verstehe es irgendwie nicht wo das Problem ist das Kind beim Namen zu nennen. Den Begriff gibt es aus einem bestimmten Grund.

    Wenn ich die Kontrolle über meinen Alkoholkomsum verloren habe und trinke weil ich trinken muss, bin ich Alkoholiker.

    Ich kann sagen, dass ich abhängig bin, dass ich krank bin, alles wahr und richtig. Aber wenn ich Probleme damit habe zu sagen, dass ich Alkoholiker bin, dann denke ich, dass es noch eine Stufe schlimmer gehen kann, da wo ich noch nicht gelandet bin. Ergo, Relativierung meines Alkoholkonsums.

    Ob nun der Arbeitnehmer der jeden Abend seine 10 Bier trinkt oder der Typ ohne Schuhe am Hauptbahnhof der Selbstgespräche führt und den Tag mit ner Flasche Korn startet, beide sind Alkoholiker.

    Solange ich denke, dass Obdachlosigkeit und mangelnde Hygiene ein zwingendes Kriterium für Alkoholiker sind, mag ich mich vielleicht nicht so nennen, das liegt aber eher an der Stigmatisierung des Begriffs und nicht an der tatsächlichen Definition.

    Alkoholiker sind nunmal Menschen die süchtig nach Alkohol sind. Das hat mit äusseren, inneren oder gesellschaftlichen Merkmalen nichts zu tun.

    Kann es sein, dass Du noch sehr jung bist, oder warum schreckt dich der Gedanke der lebenslangen Abstinenz so?

    Ich finde gerade am Anfang ist der Gedanke an eine lebenslange Abstinenz erschreckend.

    Sich einzugestehen, dass man bis zu seinem Ende etwas nie wieder machen kann, ist erschreckend, besonders wenn man sich andere Menschen anschaut, die diese Krankheit nicht haben.

    Auch die Einsicht, an etwas erkrankt zu sein für das es keine Heilung gibt, ist erschreckend.

    Wichtig ist, dass man sich dessen bewusst wird und dementsprechend handelt. Wenn man dabei erschrocken ist, ist es doch nur menschlich.

    Hi,

    ein kurzer Tipp meinerseits, da ich ähnlich denke.

    Konzentriere dich auf heute. Morgen ist ein anderer Tag, darum musst Du dich heute nicht kümmern. Was in 4 Monaten ist? Weiss ich nicht, denk am besten nicht darüber nach. Du wirst Gelegenheiten dazu haben wenn Du beim 4ten Monat bist. Bis dahin, Tag für Tag. Heute nichts trinken, morgen frisch und ohne Rest-Alk/Kater aufwachen.

    Wie hier schon oft geschrieben, es ist ein Marathon, kein Sprint.

    Ich verstehe den Wunsch, es schnell zu überstehen und wieder die/der Alte zu sein. Aber das wird nicht passieren. Freue dich darüber eine neue Person zu sein, eine die keinen Alkohol braucht.

    Du siehst ja die Früchte deiner Arbeit. Es wird immer nur besser, nicht schlechter. Zumindest wenn Du trocken bist.

    Mal ganz ehrlich, wer will schon zurück? Wir leben um uns zu entwickeln, ständig. Rückschritte sehen bequem aus, aber Du würdest genau wieder hier landen. Dann doch besser früher als später und immer wieder ;)

    LG, Paul

    Guten Abend an Alle,

    Ich möchte euch weiterhin auf dem Laufenden halten, deshalb ein kleines Update.

    Ich war übers Wochenende in meiner Heimatstadt, ein starker Trigger, da ich mich nicht erinnern kann, wann ich dort das letzte mal nicht gesoffen habe. Dazu brauchte es wie immer keine Gesellschaft, Discounter und PC reichten für viele Abende. Dementsprechend fuhr ich mit gemischten Gefühlen los, obwohl ich wusste, dass ich dieses Wochenende auch wieder trocken verbringen werde.

    Es hat sich dort im Grunde nicht viel verändert, fast wie eine Reise in die Vergangenheit. Nur eben diesmal das Novum, kein Alk. Das lief auch recht gut am Anfang und so verflog auch mein mulmiges Gefühl ein wenig. Dennoch blieb ich achtsam und vermeidete Gelegenheiten die mich noch zusätzlich triggern würden. So verging das Wochenende ruhig, kein Alk, kein garnichts. Habe diese Hürde gemeistert. Die letzte Nacht war dann wieder etwas unerfreulich, da ich geträumt habe, ich hätte irgendwo nen Shot getrunken, den zweiten hatte ich bereits in der Hand. Ich konnte mich nur nicht erinnern, wieso ich den ersten getrunken habe. Ich beschloss dann im Traum auf den zweiten zu verzichten, da ich ja kein Alkohol trinke. Den "Ausrutscher" wollte ich als solchen verbuchen, ging nur dieses mal nicht. Ich dachte nur noch daran, was für einen Mist ich gebaut habe, und wieso das Ganze. Kurz darauf bin ich aufgewacht, war nur ein Traum, Gott sei Dank. Scheinbar war mein mulmiges Gefühl nicht gänzlich unbegründet, ich wurde getriggert.

    Bin jetzt mittlerweile zuhause und fühle mich hier wie in einem Safe-Space. Der Gedanke an Alk kam erst, als ich den Ausflug nochmal Revue passieren hab lassen.

    Ich fühle mich soweit gut, dennoch nagt das etwas an mir. Könnte aber auch einfach nur an dem an sich anstrengenden Ausflug liegen. Ich bleib jedenfalls weiter in der Spur und beginne den morgigen Tag wie die letzten Tage zuvor auch. Vlt. überwiegt das gute Gefühl nichts getrunken zu haben ja morgen, Grund hab ich ja.

    In dem Sinne, einen guten Start in die Woche!

    Liebe Grüße,

    Paul

    Aber vielleicht ist es für einen stillen Mitleser ein Ansporn, ebenfalls aus der Suchtspirale auszusteigen. Es ist zu schaffen und wir sind da und unterstützen bei der Abstinenz!

    Ich war so ein stiller Mitleser. Dass ich ein Problem hatte wusste ich ja, nur der Weg raus war nicht zu sehen. Jeder Gedanke morgens war, heute wirst Du nicht saufen. Abends sah die Welt wieder ganz anders aus.

    Dennoch hat mir diese SHG einen Stups in die richtige Richtung gegeben. Dann begann die Arbeit. Nun sinds bald 2 Monate. Man kann es schaffen, man muss nur wissen wie.

    Ich hoffe einerseits, dass meine Erlebnisse jemandem helfen, andererseits hoffe ich, dass es nicht so viele da draussen gibt die so weit oder noch weiter waren wie/als ich (frommer Wunsch?)

    Nun denn, wir machen alle das beste draus, jeder für sich. So ist es gut.

    Ich frage mich manchmal, ob ich zu meiner nassen Zeit wirklich alt werden wollte. Jeder Tag war ja genau gleich, wie im Hamsterrad. Passiv den Tag überstehen, aktiv dicht-saufen, schlafen, von vorne. Wäre das meine einzige Option gewesen, ohne die Möglichkeit nüchtern zu leben, warum sollte ich das dann über Jahre ziehen? Da wäre ja nichts positives mehr gekommen, im Gegenteil. Also glaube ich dass der Wunsch alt zu werden und noch lange zu leben eine direkte Folge des Nüchternseins und des wiederentdeckten Lebens ist.

    Jeden Tag besoffen zu sein ist doch auch irgendwie langweilig. Null Abwechslung, ausser immer neue negative Folgen wegsaufen.

    ...der Rausch dh nach den 1ten 4 Gläsern hat mir in 45 Jahren nicht gefallen...

    irgendwie habe ich immer gewartet das ein bestimmtes Hochgefühl kommt, kam aber nie....Fazit: bis heute weiß ich nicht, warum nach dem 4tn Glas nicht Stopp war ??? Und ein Kater erst......eine grauenhafte Angelegenheit.

    Hallo 45Jahre_genug,

    Bei mir kam nach den 4 Gläsern nicht viel mehr. Da konnten noch weitere 10 Folgen, ich wurde gefühlt nicht betrunkener. Ich hab den Pegel gehalten könnte man sagen. Ich würde irgendwann müde, aber der Rausch wurde nicht stärker. Das war am Anfang anders, da wurde ichvrichtig besoffen, wie man es von normalen Leuten kennt. Nach 0,5 l Wodka hab ich nicht gelallt. Klar hab ich nichts auf die Reihe gekriegt, aber das war nüchtern (mit Restalkohol) auch nicht anders. Ich fühlte mich normal.

    Ein Hoch-Gefühl kam schon lange nicht mehr auf. Da hätte ich vermutlich gut über 1l Wodka trinken müssen.

    Bei meiner üblichen Dosis hatte ich auch keinen Kater am nächsten morgen. Ich sah scheisse aus, war etwas platt, aber ich habe funktioniert.

    Am Abend musste ich (die letzten Monate) mindestens meine 0,3 bis 0,4 l trinken, da ich sonst beim Abendessen mit der Gabel keine Erbsen oder d.g. mit der Gabel bis zum Mund transportieren konnte. Da war das zittern in den Händen schon zu extrem.

    Fazit: Gegen Ende brauchte ich den Alk, da ansonsten Entzugserscheinungen überhand nahmen. Ein Abend ohne konnte ich noch mit Mühe und Not kaschieren, die Nacht hingegen endete in Schlaflosigkeit mit Schwitzen, Zittern und Überempfindlichkeit.

    Alles einfach nur widerlich...

    Paul

    Guten Abend in die Runde,

    will mich nur mal melden und mitteilen, dass soweit alles gut bei mir ist. Bald sind es Monate trocken. Wirklich stolz bin ich irgendwie nicht, schon ein bisschen, aber eben nicht so als wenn ich wirklich was weltbewegendes erreicht habe. Dazu ist es zu sehr eine Selbstverständlichkeit geworden nichts zu trinken.

    Gelegentlich kommt die Stimme im Hinterkopf wieder auf und erinnert an das entspannende Gefühl wenn man was getrunken hat. Ich denk dann immer an das Gefühl Minuten später, wenn ich den nächsten und den nächsten Schluck nehme und es dann kein Halten mehr gibt. Da will ich nicht hin, also fällt auch der erste vermeintlich entspannende erste Schluck flach.

    So geht es langsam aber stetig vor sich hin, ohne wirklich grössere Ereignisse.

    Positiv ist: Meine kognitiven Fähigkeiten scheinen besser zu werden. Ich diskutiere besser, argumentiere und verliere nicht den Faden. Ich streite mich auch nicht mit meiner Frau wegen irgend nem kleinen Mist.

    Gut zu wissen, dass es wohl doch am Alk lag und somit an mir.

    In den Beiträgen der Cos sehe ich mich zwar nicht zu 100% wieder, aber es gibt (gab) erschreckende Parallelen. Auch ich wusste nicht wann Schluss ist, alles drehte sich nur um Alk und irgendwie den Tag überstehen bis wieder Alk da ist. Plus natürlich die miese Laune, Gereiztheit und Desinteresse am Leben.

    Gut, dass das vorbei ist. Den Rausch vermisse ich nicht extrem. Es wäre gelogen wenn ich sagen würde, dass mir am Rausch nichts gefallen hat, sonst wäre ich ja kein Alki geworden. Aber ich lerne Tag für Tag die positiven Seiten des nüchternen Lebens mehr und mehr zu schätzen. Das macht mich glücklich.

    Euch allen eine schöne Woche und liebe Grüße,

    Paul

    Guten Mittag an Alle,

    mir geht es soweit gut, hoffe euch Allen auch. Die letzte Zeit ist nichts spektakuläres passiert, dennoch möchte ich mich mal wieder melden.

    Gestern war ich auf einer Networking-Veranstaltung die nicht sonderlich spannend war, aber trotzdem gut dass ich da war. Es gab ein gutes Buffet, alkoholfreie Getränke und Bier. Ich hab Interessehalber mal beobachtet, wie viele Leute Softdrinks oder Wasser trinken, und wie viele Bier. Es waren sehr wenig Biertrinker gegen, fast alle waren mit Wasser oder Softdrink unterwegs. Weiss nicht wieso mich das plötzlich interessiert hat, aber irgendwie freute es mich, dass es absolut normal war kein Alkohol zu trinken als umgekehrt. Keine Service-Leute die es einem anbieten, keiner der überreden will, sehr entspannt.

    Momentan denke ich eh über andere Sachen nach als meine Alkoholkrankheit. Jetzt wo es wieder wärmer wird, Tendenz Richtung heiss, überlege ich ob ich die Blumen draussen nicht umstellen sollte, ob ich die Klimaanlage irgendwie vernünftig anschliessen kann, ob es mal wieder Zeit ist im Bad die Armaturen zu entkalken, und und und...

    Also wie Anfangs erwähnt, nichts Spektakuläres. Nur der kleine, feine Unterschied: So ist das Leben. Besoffen hab ich mir um sowas null Gedanken gemacht, son richtiges Leben war es halt auch nicht. Ich geniesse es, dass es zwar was zu tun gibt, es aber nicht immer aufregend ist. Langsam hab ich auch das Selbstbewusstsein wieder auch den banalen Dingen des Lebens nüchtern zu begegnen.

    In dem Sinne, euch alles Gute!

    Paul

    Hi R/no,

    schonmal gut, dass Du es ihr sachlich gesagt hast und es anscheinend fruchtet. Ich nehme mal an, deine Frau wollte sich mal wieder so fühlen wie als sie 20 war. Unbeschwert, kaum Verantwortung und machen wozu man gerade Lust hat. Jetzt hat sie ihren Ausflug gemacht und wohl festgestellt, dass dieser Abschnitt des Lebens vorbei ist. Ist doch gut sich dessen bewusst zu werden, niemand von uns wird wieder 20 sein und genau so einen Alltag nochmal führen können. Erinnert mich ein bisschen an Trainspotting 2 'A tourist in your own youth'.

    AnnaBlume Bitte versteh mich nicht falsch, aber was ist an dem o.g. Absatz tief frauenfeindlich? Wenn sich ein Mann durch 30 Jahre Alk ne Plautze ansäuft, schlechte Haut hat und im Gesicht rot und aufgedunsen ist, wirkt er nicht wirklich attraktiv. Wenn Frauen mit 50 die ganze Nacht durchfeiern und auf chemischen Substanzen unterwegs sind, hat das nunmal Auswirkungen auf das Äussere. Besonders wenn es über Jahre regelmäßig so geht. Sowas kann man mit 20 wegstecken, da ist der Körper einfach fitter, bei beiden Geschlechtern. Ich persönlich finde Menschen denen man jahrelangen Missbrauch von Substanzen ansieht weniger attraktiv als Menschen die ihren Körper nicht vergiften und auslaugen.

    Liebe Grüße,

    Paul

    Hallo an Alle,

    gestern war mein Einmonatiges, es werden immer weitere Folgen.

    Soweit ist alles stabil, bis auf einen komischen Alk-Traum den ich hatte. War aber interessant. Ich war irgendwo auf Geschäftsreise und habe mir eine Flasche Vodka gekauft. Oder bekommen, jedenfalls war ich alleine und die Flasche war noch zu. Hab dann ein Saftglas vollgemacht und erst dann realisiert, was ich hier überhaupt mache. Fragte mich selbst ob das jetzt mein Ernst sei und ob ich wirklich wieder zurück in die scheisse will. Hab das Glas wieder zurück gekippt in die Flasche, gekleckert und die Flasche wieder zugedreht. Dann hab ich sie meiner Nachbarin geschenkt die da komischerweise da war.

    Hab den Traum fast vergessen, mich aber gefragt wieso ich heute morgen sone komische Laune hatte. Das wirds wohl sein.

    Frag mich nur mittlerweile, ob dieser Traum irgendwie mein Unterbewusstsein widerspiegelt. Ich will nicht wieder trinken. Ich habe auch tagsüber kein Problem das einzuhalten. Einfach nur heute nicht trinken ist das Motto. Warum dann aber im Traum soweit, dass ich das Glas selbst eingeschenkt habe. Und wieso Glas? Zu meiner nassen Zeit gab es keine Gläser.

    Wie dem auch sei, über 1 Monat trocken ist n super Start ins WE.

    Steckdose ist dann morgen angesagt ;)

    Liebe Grüße,

    Paul

    Hallo an Alle,

    Natürlich war das saufen die Ursache (und die vermeintliche Lösung) der Langeweile. Es fing ja an imdem ich meine Aktivitäten mit Alk kombiniert habe was ja alles am Anfang lustiger machte. Mit der Zeit geriet aber der Alk in den Vordergrund und die Aktivitäten in den Hintergrund.

    Aber so langsam kommt es wieder. Wälze gerade Fachliteratur um mich weiterzubilden, spassig ist aber anders. Plane das heute für paar Std. fortzuführen und mich dann mit etwas schönerem zu belohnen.

    Ich könnte zum Beispiel endlich mal die zweite Steckdose im Arbeitszimmer installieren. Handwerkliches bringt mir spass da ich am Ende einen Erfolg sehen kann. Werds wohl so machen wie Hartmut meint, was neues probieren und wenns nichts taugt, was anderes.

    Trockenheit ist jedenfalls stabil, keine Motivation daran was zu ändern. Hab nie gedacht, dass diese rastlosigkeit am Abend, die ich ja mit Alk betäubt habe, ursprünglich vom saufen kam. Ist jetzt weg und genügend andere negative Begleiterscheinungen gleich mit.

    In dem Sinne, einen guten Start in den Tag euch!

    Paul

    Es ist nicht nur der Gedanke, wie es endet. Sondern auch die Erkenntnis, dass ich noch nie wirklich nur ein bisschen trinken wollte.

    Ist bei mir im Grunde nicht anders. Gelegenheiten bei denen ich wusste ich komme maximal leicht angetrunken raus, hab ich gemieden. Wozu auch, wenn dann will ich ja dicht werden und nicht nur angeheitert. Also lieber alleine mit dem PC oder TV. Aber gerade das will ich ja nicht mehr, mitunter weil es mir auch rein gar kein positives Gefühl mehr gab.

    So betrachtet, passt auch normales Trinken nicht zu mir. Ich habe es noch nie gemocht leicht angetrunken zu sein und zu bleiben. Wenn, dann richtig und volle Fahrt voraus.

    Abends würde ich gerne Buch lesen, im Forum schauen, Film anschauen, Origami oder Modellbau machen. Und das alles gleichzeitig. Und das ist nur der Abend.

    Ich glaube das kommt noch mit der Zeit. Habe früher, also sehr viel früher, ja auch Hobbys gehabt. Der Tatendrang kommt ja immer häufiger, bald bin ich wahrscheinlich da wo Du jetzt bist ;)

    Buch ist aber ne gute Idee. Hab noch einige liegen, mit fester Absicht zu lesen gekauft, ins Regal gestellt, von Zeit zu Zeit mit dem Swiffer entstaubt. Ende.

    Guten Morgen an Alle,

    es wird mal wieder Zeit für ein kleines Update.

    1. Mir ist häufiger langweilig. Besonders wenn am WE alles erledigt ist und ich paar Stunden nichts zu tun habe. Versuche so gut es geht mich zu beschäftigen, finde dann aber die Beschäftigung auch zum Teil langweilig. Hake es dennoch als Luxus-Problem ab.

    2. Alk-Träume hatte ich diese Woche nur ein mal. Gestern um genau zu sein. Dieser war jedoch extrem diffus, ging um eine Runde bei der jeder was trinken sollte. Keine Ahnung wieso ich dabei war, keine Ahnung um was für Alk es ging, hatte alles jedenfalls nichts mit meinem Trinkritual zu nassen Zeiten zu tun. Hab dann im Traum auch nichts getrunken und zugesehen mich aus der Gesellschaft zu verabschieden.

    3. Eine Erkenntnis kam mir diese Woche. Ich habe mal im Gedanken durchgespielt wie es wäre wenn ich jetzt das berühmte eine Glas trinken würde. Während es noch früher irgendwo in meinem Kopf verankert war, dass es auch mal bei nur einem Glas bleiben könnte, ist es jetzt anders. Ich wusste sofort, dass meine Motivation zu trinken nur sein konnte mir die Lichter auszuknipsen. Saufen bis ich ins Bett falle. Hinzu kommt dass die trockene Zeit wieder auf null wäre, nichts würde dagegen sprechen gleich am nächsten Tag weiter zu saufen. Und dann weiter und immer weiter. Diesesmal wohl auch ohne die Einschränkung erst abends zu trinken. Alles Aufgebaute wäre binnen kurzer Zeit zunichte gemacht mit dem Plus, dass es noch mal schlimmer eskalieren würde als die male zuvor. Die Motivation wäre eine andere als bei nicht-alkoholikern. Nicht Genuß sondern volles abdichten. Das war es ja vorher auch, aber heute sehe ich es irgendwie klarer. Schwer zu beschreiben, ich sehe es ganz deutlich vor mir, was passieren würde wenn ich auch nur einen Schluck nehmen würde. Nichts mit Kontrolle, direkt volle Eskalation. Wieso sehe ich das jetzt so klar? Vorher wusste ich es, jetzt bin ich mir zu 100% bewusst dass es so ist. Naja, bestätigt mich nur in meiner Entscheidung abstinent zu leben.

    4. 4 Wochen sind rum. 4 zum Teil turbulente Wochen, aber vor allem, trockene Wochen sind um. Ich fühle mich gut. Nicht dass ich Luftsprünge mache, ich fühle mich nur gut und lebendig. Wie als wenn ich ein dunkles Kapitel abgeschlossen hätte und mich einem neuen, aufregenderen Kapitel widme. So kann und muss es gerne weiter gehen.

    Saufdruck? Eigentlich nicht. Gedanken an Alk? Ja, immer wieder, aber auch immer seltener.

    Bald ist der erste Monat rum, ab dann zähle ich in Monaten.

    Liebe Grüße,

    Paul

    Hallo Esteban,

    auch von mir ein herzliches Willkommen.

    Nach 2 Wochen ist man mit dem gröbsten was körperlichen Entzug angeht durch. Dennoch kann ich weiterhin von einem unbegleiteten, kalten Entzug nur abraten. Ich habe mich meinem Arzt anvertraut, da ich bereits wusste wie es mindestens wird und weil ich wirklich nicht wollte, dass es noch heftiger wird, siehe Delirium Tremens. Die ersten Tage die Du beschrieben hast liefen bei mir fast 1zu1 genauso ab. Bis auf die Bauchschmerzen. Auch die Tage davor erkenne ich wieder. Nachts mit Bluthochdruck und rasendem Puls aufwachen, ständig Durchfall, 4 mal am Tag aufs Klo. Bei mir kam noch schlechte Haut im Gesicht, zittrige Hände beim Abendessen wenn ich vorher nichts getrunken habe, Gereiztheit und vor allem kognitive Einbußen. Das wirst Du auch schnell merken wie sehr man geistig abbaut, aber dass es auch schnell wieder besser wird. Trinkmenge und Art war bei uns sehr ähnlich.

    Was ich dir schonmal mitgeben kann für die nächsten 2 Wochen, es wird immernoch Tag für Tag spürbar besser. Schlaf, Verdauung, Puls, allgemein körperlich und sehr wichtig, geistig.

    Sei trotzdem vorsichtig und gewarnt, obgleich Du jetzt einen Ekel vor Alk verspürst. Es wird einen Grund geben wieso Du den Rausch jeden Tag gesucht hast. Das Suchtgedächtnis wird sich früher oder später melden, natürlich nur mit den guten Erinnerungen, die schlechten verblassen mit der Zeit. Gerade wenn es einem ja gut geht, kann man es ja wieder ruhig mal mit einem Drink feiern, so das Suchthirn. Bleib Standhaft und Stolz auf deine Abstinenz, was besseres als Grundlage gibt es nicht für ein zufriedenes Leben.

    Wünsche dir viel Kraft und geniess das Leben!

    Liebe Grüße,

    Paul