Esteban - Vorstellung

  • Hi Leute,

    bin seit 30 Jahren Alkoholiker und hab aus gesundheitlichen Gründen mich entschlossen Abstinent / Trocken zu leben.

    In meinem Leben gab es immer auf und ab,s .. Mal getrunken dann aufgehört und wieder angefangen. Ich war dem Irrtum unterlegen wenn ich aufhören kann dann ist es ja nicht so schlimm. Ja das ist ein Fehler gewesen. Ich habe nun verstanden das ich eine chronische Krankheit habe die sich Alkoholismus nennt.

    Ich möchte nun bewusst für den Rest meines Lebens abstinent leben ! Es wird sehr schwierig werden aber ich muss/möchte es schaffen.

    Dafür brauche ich auch eure Hilfe um die auf und ab,s im Leben zu überstehen und nicht wieder Rückfällig zu werden.

    Ich fürchte mich vor Überreizungen wie Angst,Wut,Glücksgefühle, emotionale Hochgefühle die mich wieder zur Flasche greifen lassen. Ich muss den inneren "Suchtteufel" in die Schranken weisen und wenn möglich verbannen (Methaphorisch gesprochen).

    LG

    Esteban

    Der Barfüßler

    Einmal editiert, zuletzt von esteban (28. Mai 2025 um 11:01)

  • Hallo Esteban!

    Willkommen hier im Forum, es wird sich bald der für dich zuständige Moderator bei dir melden.

    In der Zwischenzeit kannst du im blauen Balken "Artikel" anklicken dort findest du einige interessante Beiträge.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Esteban,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Meinen Glückwunsch zu Deinem Entschluss vor 2 Wochen keinen Alkohol mehr zu trinken.

    Wie hast Du es geschafft, warst Du bei einem Arzt und hast Dich medizinisch betreuen lassen oder warst Du so gar in einer Klinik zur Entgiftung? Hast Du derzeit noch eine Art Betreuung oder eine reale Selbsthilfegruppe?

    Schreibe gerne mehr, damit wir Dich besser kennenlernen können.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Esteban.

    Schön, dass du dich für diesen Schritt entschieden hast. Ich wünsche dir auch, dass es diesmal von Dauer ist. Trinkpausen hast du ja einige gehabt.

    Das letzte Mal Alkohol hast du vor zwei Wochen getrunken. Hast du in Begleitung deines Arztes entzogen?

    Du hast dich ja bereits schon beworben und ich werde dich gleich freischalten.

    Dauert einen Moment. Bin mit dem Handy unterwegs.

    Hier der Artikel mit den Grundbausteinen. Mithilfe von diesen, hast du eine gute Anleitung für das trockene Leben. Da kannst du dir schon mal anschauen, was du bereits davon schon umgesetzt hast.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40


    Bis später
    Alex

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Esteban.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Ich fürchte mich vor Überreizungen wie Angst,Wut,Glücksgefühle, emotionale Hochgefühle die mich wieder zur Flasche greifen lassen.

    Hier sehe ich das "Problem" eher darin, dass das Suchthirn hier als "Lösung" Alkohol anbietet.

    Mit der Zeit habe ich andere Reaktionen auf diese Emotionen gelernt. Denn die Emotionen sind, ja weiterhin vorhanden. Zum Glück.

    Wie fühlst Du Dich denn jetzt? Was machst Du denn jetzt bereits anders, als zu der Zeit als Du getrunken hast?

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hallo Leute ,liebes Team,

    Ja wie hab ich es geschafft den akuten Entzug zu überstehen :

    In einer Klinik war ich dieses mal nicht ( 2x in Kliniken gewesen a circa 6 Wochen ). Ich verspürte einen Schmerz meiner Bauchdecke+Magenschmerzen+ ständigen Durchfall ,Nachtschweiß., um 4 Uhr aufwachen mit Unruhe als ich noch was getrunken habe. Ich versank etwas in Selbstmitleid und ich ärgerte mich über mich was aus mir geworden war. Ich trank ca. ca. 1L Klaren oder Korn verdünnt mit Limo den Tag über. Jeden Tag. Ich weis nicht wie aber ich wollte es einfach nicht mehr. Auch diese on-off des Trinkens . Vom 1-4 Tag der Abstinenz hatte ich noch mit Schmerzen und starkem Schwitzen zu tun. Ich nahm ein Beruhigungsmittel.(weis nicht ob ich dieses hier benennen darf) legte mich auf die Liege und sah Fern. Nach 7 Tagen waren die Schmerzen weg und mein Stuhlgang normalisierte mich. Ich habe sehr wenig gegessen aber ca. 3 L Wasser getrunken. Mein Puls normalisierte sich von 170/110 Puls 110 auf 127/90 Puls ca. 78 . Jetzt nach 2 Wochen wenn ich an Alkohol denke widert mich es (noch) an. Ich hoffe es bleibt so.

    Besondere Problematik ist das ich seit vielen Jahren an Depressionen leide (fluten einfach zu Weinen) und habe eine Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (K-PTBS) Therapien hab ich von Trauma,Kognitiv,Tiefentherapien durch. Erfolglos. Arbeitsamt hat mich als austherapiert eingestuft und bin nicht mehr in der Vermittlung.

    Meine Mutter,Erzeuger und Vater meines Erzeugers wahren Alkoholiker die letztenendes daran verstorben sind. Ich möchte diese "Tradition" nicht mehr weiter führen. Ich habe eine sehr liebe Frau die ich nicht belasten oder verliehren möchte wegen diesen schei.. Alkohol.

    Ich bin erst ganz am Anfang meiner Dauerabstinenz. Momentan erinnert mich das eher an eine weitere gute Episode. Nur der Entschluss ist gefasst ! Ich möchte nie wieder dieses selbstzerstörerische Gift zu mir nehmen.

    Momentan (ausser ab und zu Traurigkeitsüberschwemmungen) fühle ich mich irgend wie lehr . Udo Jürgens sagte einmal als man ihn auf seine Abstinenz ansprach : " Ich fühle mich fitter aber es macht nicht mehr so viel Spass" Naja ich würde es in "allen" bereichen des Lebens als momentan Lustlos bezeichnen. Ich las hier einen schönen Vergleich. Abstinenz als neuen Lebensentwurf. Genau den muss ich lernen.

    Der Barfüßler

  • Hallo Esteban,

    auch von mir ein herzliches Willkommen.

    Nach 2 Wochen ist man mit dem gröbsten was körperlichen Entzug angeht durch. Dennoch kann ich weiterhin von einem unbegleiteten, kalten Entzug nur abraten. Ich habe mich meinem Arzt anvertraut, da ich bereits wusste wie es mindestens wird und weil ich wirklich nicht wollte, dass es noch heftiger wird, siehe Delirium Tremens. Die ersten Tage die Du beschrieben hast liefen bei mir fast 1zu1 genauso ab. Bis auf die Bauchschmerzen. Auch die Tage davor erkenne ich wieder. Nachts mit Bluthochdruck und rasendem Puls aufwachen, ständig Durchfall, 4 mal am Tag aufs Klo. Bei mir kam noch schlechte Haut im Gesicht, zittrige Hände beim Abendessen wenn ich vorher nichts getrunken habe, Gereiztheit und vor allem kognitive Einbußen. Das wirst Du auch schnell merken wie sehr man geistig abbaut, aber dass es auch schnell wieder besser wird. Trinkmenge und Art war bei uns sehr ähnlich.

    Was ich dir schonmal mitgeben kann für die nächsten 2 Wochen, es wird immernoch Tag für Tag spürbar besser. Schlaf, Verdauung, Puls, allgemein körperlich und sehr wichtig, geistig.

    Sei trotzdem vorsichtig und gewarnt, obgleich Du jetzt einen Ekel vor Alk verspürst. Es wird einen Grund geben wieso Du den Rausch jeden Tag gesucht hast. Das Suchtgedächtnis wird sich früher oder später melden, natürlich nur mit den guten Erinnerungen, die schlechten verblassen mit der Zeit. Gerade wenn es einem ja gut geht, kann man es ja wieder ruhig mal mit einem Drink feiern, so das Suchthirn. Bleib Standhaft und Stolz auf deine Abstinenz, was besseres als Grundlage gibt es nicht für ein zufriedenes Leben.

    Wünsche dir viel Kraft und geniess das Leben!

    Liebe Grüße,

    Paul

  • Udo Jürgens sagte einmal als man ihn auf seine Abstinenz ansprach : " Ich fühle mich fitter aber es macht nicht mehr so viel Spass

    Hallo Esteban, also den schönen Udo würde ich nicht als Vergleich nehmen, mir macht alles mehr Spaß, du darfst nur nicht erwarten das es alles immer super läuft. Im ersten Jahr ist es halt ein stetiges auf und ab, wie die alten Hasen ja auch schreiben, ich kann das bestätigen, für mich zumindest trifft das zu. Du hast nicht gerade wenig getrunken und dann noch harte Sachen, da wird dein Körper bestimmt eine Weile brauchen um klar Schiff zu machen, die Leber ist nach ca. einem Jahr wieder erneuert, zumindest die Teile die noch zu retten sind. Mit mir geht es auf jedenfall langsam aber stetig Bergauf und ich bin sowas von positiv eingestellt, man muss nur Geduld haben. Wenn du es wirklich willst kannst du es schaffen, es ist ein gefühl das keine Droge toppen kann, meiner meinung nach.

    Du solltest dich auch beschäftigen, denn für mich zumindest wäre Langeweile ein riesen Problem, gib Geld aus für Hobbys oder sonst was, ich hab mir grob ausgerechnet wieviel mich Alkohol und Zigaretten im Schnitt pro Monat gekostet haben und hab mir dann ohne schlechtes Gewissen Werkzeug und andere Dinge geleistet.

    Du schaffst das, sei stark nach ein paar Wochen kann es dir schon sehr viel besser gehen, das Erfolgsrezept ist das du glücklich bist mit deinem abstinenten Leben und nicht wie bei meinen wenigen halbherzigen versuchen davor, irgendjemanden etwas beweisen zu wollen oder wie hier ein schlauer Mann geschrieben hat, die Abstinenz mit geballter Faust in der Tasche zu erzwingen. Du musst es für Dich wollen, für Dich zuerst, erst dann profitieren auch Deine Frau/Kinder davon.

    Das ist meine Meinung, ich bin halt auch noch relativ frisch dabei, darum hör vor allem auf die länger gedienten und lass dich nicht verunsichern wenn es manchmal hart klingt, niemand will dir etwas böses.

    LG R/no

  • Hallo Esteban, also den schönen Udo würde ich nicht als Vergleich nehmen, mir macht alles mehr Spaß, du darfst nur nicht erwarten das es alles immer super läuft. Im ersten Jahr ist es halt ein stetiges auf und ab, wie die alten Hasen ja auch schreiben, ich kann das bestätigen, für mich zumindest trifft das zu. Du hast nicht gerade wenig getrunken und dann noch harte Sachen, da wird dein Körper bestimmt eine Weile brauchen um klar Schiff zu machen, die Leber ist nach ca. einem Jahr wieder erneuert, zumindest die Teile die noch zu retten sind. Mit mir geht es auf jedenfall langsam aber stetig Bergauf und ich bin sowas von positiv eingestellt, man muss nur Geduld haben. Wenn du es wirklich willst kannst du es schaffen, es ist ein gefühl das keine Droge toppen kann, meiner meinung nach.

    Du solltest dich auch beschäftigen, denn für mich zumindest wäre Langeweile ein riesen Problem, gib Geld aus für Hobbys oder sonst was, ich hab mir grob ausgerechnet wieviel mich Alkohol und Zigaretten im Schnitt pro Monat gekostet haben und hab mir dann ohne schlechtes Gewissen Werkzeug und andere Dinge geleistet.

    Du schaffst das, sei stark nach ein paar Wochen kann es dir schon sehr viel besser gehen, das Erfolgsrezept ist das du glücklich bist mit deinem abstinenten Leben und nicht wie bei meinen wenigen halbherzigen versuchen davor, irgendjemanden etwas beweisen zu wollen oder wie hier ein schlauer Mann geschrieben hat, die Abstinenz mit geballter Faust in der Tasche zu erzwingen. Du musst es für Dich wollen, für Dich zuerst, erst dann profitieren auch Deine Frau/Kinder davon.

    Das ist meine Meinung, ich bin halt auch noch relativ frisch dabei, darum hör vor allem auf die länger gedienten und lass dich nicht verunsichern wenn es manchmal hart klingt, niemand will dir etwas böses.

    LG R/no

    vielen Dank für deine Worte. Ja dranbleiben aber nicht verzagen. Ja werde mit grossen Interesse die Ratschläge der erfahrerenen "alten Hasen" annehmen denn schließlich möchte ich auch mal einer werden ^^ sprich auf mein Leben zurückblicken und zufrieden sein . Mit dem Hobby ist das so eine Sache. Ich muss wieder erlernen und erkunden was mir Spaß macht. vielleicht erstmal mit meinem Hund große Waldrunden laufen (wenn möglich Barfuß) das erdet mich und lässt mich selbst spüren. wieder Meditieren lernen vielleicht.

    Der Barfüßler

    Einmal editiert, zuletzt von Linde66 (30. Mai 2025 um 13:14) aus folgendem Grund: Photo gelöscht.

  • Kennt Ihr das auch ?

    An einem Tag wie Heute hab ich echt ne dünne Haut. War grad mit meiner Frau einkaufen und mich störte einfach alles. Die Menschen, Die Angebote , Die Preise. Vor allem aber die Menschen. Ich merke das Unruhe... Agressivität in mich aufstieg. Ich summte in Gedanken einfach ein Lied und es half etwas. Ja und mit Wut hat mein Suchtgedächtnis immer mit Alk reagiert. Gott sei Dank war meine Frau dabei und ich doch den Willen habe das Gift nicht mehr zu kaufen. Es war nicht sehr akut aber eben mit emotionalem Ungleichgewicht um zu gehen muss ich halt noch mehr lernen und trainieren.

    Der Barfüßler

  • Hallo Paul,

    erstmal vielen Dank für deine lieben Worte. Ja so war es immer bei mir die Entzüge verblassten im Kopf und wenn es wieder eine Situation gab sagte man sich : ach komm nur ein bischen... und 2 Wochen später war man wieder voll drauf. Gerade das will ich nicht mehr. Es gibt viele die in meinem Alter an Alk gestorben sind. Aber es gibt auch viele die es geschafft haben . für mich ist es nun eine Wegentscheidung. dazwischen gibt es nicht. Und ich habe keine Lust so zu enden. Ja ich habe mich hier in dieser SHG angemeldet weil ich es eben unbedingt schaffen will. Ich möchte wieder auf mich Stolz sein .

    Liebe Grüße Esteban

    Der Barfüßler

  • Ja und mit Wut hat mein Suchtgedächtnis immer mit Alk reagiert.

    Aus dem Grund schickt es Dir diese Emotion. Außerdem sind die Botenstoffe im Körper wahrscheinlich außer Rand und Band.

    Dieses "Ungleichgewicht" regelt sich mit der Zeit von selbst.

    Es ist sogar so, dass mein Hirn bei jeglichen Situationen keinen Alk mehr vorschlägt. Ich komme also praktisch gar nicht mehr auf die Idee. Das dauerte aber etwas länger. Aber es wird so sein.

    Bei mir waren es eher die Belohnungssituationen. Und, wenn man will, kann man sich wirklich für alles belohnen. ;)

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Besondere Problematik ist das ich seit vielen Jahren an Depressionen leide (fluten einfach zu Weinen) und habe eine Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (K-PTBS) Therapien hab ich von Trauma,Kognitiv,Tiefentherapien durch

    Hi Esteban,

    wir Beide haben ein nahezu identisches psychisches Päckchen zu tragen und auch nahezu identische Therapieerfahrungen. Das ist jetzt trocken eine zusätzliche Herausforderung. Aber ich kann Dir auch sagen, dass es mir jetzt trocken insgesamt viel besser geht als in den zehn Jahren, in denen ich ernsthaft gesoffen habe.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Hallo liebe neuen User,

    bitte hier im Forum keine Photos, keine Medikamentennamen und keine Beschreibungen vom kalten Entzug, danke.

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Esteban,

    willkommen hier im Forum. :)

    In deinem ersten Text hast du geschrieben:

    Ich fürchte mich vor Überreizungen wie Angst,Wut,Glücksgefühle, emotionale Hochgefühle die mich wieder zur Flasche greifen lassen.


    und dann jetzt dies:

    Kennt Ihr das auch ?

    An einem Tag wie Heute hab ich echt ne dünne Haut. War grad mit meiner Frau einkaufen und mich störte einfach alles. Die Menschen, Die Angebote , Die Preise. Vor allem aber die Menschen. Ich merke das Unruhe... Agressivität in mich aufstieg. Ich summte in Gedanken einfach ein Lied und es half etwas. Ja und mit Wut hat mein Suchtgedächtnis immer mit Alk reagiert. Gott sei Dank war meine Frau dabei und ich doch den Willen habe das Gift nicht mehr zu kaufen. Es war nicht sehr akut aber eben mit emotionalem Ungleichgewicht um zu gehen muss ich halt noch mehr lernen und trainieren.


    Ich hab nicht im Kopf, wie lange du jetzt abstinent bist.

    Bei mir war es so, dass ich, als ich schon länger nüchtern war, merkte, dass mich manche Dinge weiterhin anstrengen und ich überreizt werde, z.B. von vielen Menschen beim einkaufen. Für mich war daher wichtig, nicht nur „den Willen“ zu haben, nicht mehr zu trinken (wie du schreibst), sondern auch langfristig mich anders zu verhalten. Ich muss mich manchen Situationen ja einfach nicht mehr aussetzen, wenn ich merke, dass ich damit nicht gut klar komme. Inzwischen bin ich ziemlich lange trocken und ich habe in einem vollen Einkaufsladen keine Angst mehr in Bezug auf meine Abstinenz, aber ich bin halt einfach sehr empfänglich für Reize und filtere nicht genug aus, und das tut mir nicht gut.

    Als ich nüchtern wurde, konnte ich nach und nach entdecken, wie ich so ticke, und wo ich vielleicht durch Veränderungen nicht nur meine Trockenheit absichern, sondern generell meine Lebensqualität verbessern kann.


    Viele Grüße und einen gute Austausch dir weiterhin.

    Thalia

  • Hi Leute,

    Ich bin nun (erst) 17 Tage Abstinent. Ich fürchte mich vor den Herausforderungen die das Leben so mit sich bringt.

    Ich möchte es wirklich schaffen ! Dauerhaft !

    Aber was ist nun wenn ich doch einmal einknicke und in einer Stressituation was Trinke ?

    Ich habe darüber mal mit einer Therapeutin gesprochen.

    Sie sagte mir folgendes :

    1. Es kann immer mal passieren (sollte aber nicht)

    2. sich dessen bewusst sein und den Willen nicht aufgeben.

    3. Ist nun meine Abstinenz alles umsonst gewesen ? Nein , denn jeden Tag dem Du deinem Körper was gutes tust ist/war ein guter Tag.

    4. Ist das nun ein Rückfall und ich habe nun verloren ? Nein es ist ein Vorfall (denn etwas muss geschehen sein das es mich wieder angetriggert hat) schmeiß den Alk weg kauf nichts neues und erinnere dich an die schönen Sachen deiner Abstinenz.Also fang nicht von vorne an sondern mach da weiter wo du aufgehört hast. Das ist psychisch wichtig denn Depressionen,Versagensschuld behindern dich nur. Sei Stolz wie weit du es geschafft hast. Mach dort weiter.

    5. Analysiere den Vorfall und beseitige die Ursachen.

    __________________________________ Was meint Ihr zu diesen Gedanken ?

    Denn eins ist klar ich habe selbst Angst vor vorfällen. denn mein Körper verzeiht mir nicht mehr viel und ich möchte doch ein normales Alter erreichen und selbst auf mich Stolz sein. In der Vergangenheit in den on-offs des trinkens habe ich mir selbst was vor gemacht. ich dachte ich trinke schon lange nichts mehr , mir kann nichts mehr passieren. Das war stehts voreilig und Überheblich von mir. Ich habe nun verstanden das ich nie geheielt werden kann und jeder Tag anders ist mit seinen Herausforderungen. Aber ich bin zuversichtlich das ich einen guten Weg einschlagen werde/habe. Lieber zerschlage ich eine Flasche als das die Flasche mich zerschlägt.

    Der Barfüßler

  • Hi Esteban,

    ich persönlich beschäftige mich nicht mit einem Rückfall. Das wäre für mich eine Hintertür. Ich beschäftige mich bewusst überhaupt nicht damit, wieder Alkohol zu trinken. Verschwendete Lebensenergie, die ich für andere Dinge brauche.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

    ------------------------------

    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Ja ich primär auch nicht nur diese Fehleinschätzung nun geheielt zu sein und das ich egal wann es nun geschafft habe das waren Hintertürchen für mich. Ich behandle die Krankheit mit grossem Respekt und übe mich bewusst in Demut. Gott sei Dank hällt der Eckel vor Alk an . Was ich lernen muss sind Alternativen / Strategien wenn mein Leben in ein Ungleichgewicht fällt.

    LG

    Esteban

    Der Barfüßler

  • Zunächst einmal herzlich willkommen in unserem Forum.

    Dass Therapeuten, wenn sie keine Suchttherapeuten sind, solche Aussagen machen lese ich des öfteren aber es entspricht nicht der Realität. Ich bin trocken geworden, um mich nicht mit einem Rückfall zu beschäftigen. Denn würde ich das tun, dann plane ich diesen entweder bewusst oder rechne schon damit und habe jetzt bereits die Entschuldigung dafür, dass er passieren könnte.

    Ein Rückfall ist auch kein Vorfall, sondern ein Ereignis, das potenziell tödlich enden kann. Zudem weiß ich nie, was während eines Rückfalls mit mir geschieht, und verliere mich bereits jetzt in Mutmaßungen, die keinerlei Grundlage haben.

    Hypothetische Annahmen ist Geschwätz udn nichts weiter als Stammtischgerede.

    Wie bleibe ich stabil trocken? Es ist wichtig, die innere Erkenntnis als Alkoholiker zu bewahren. Dazu gehört, konsequent Wege zu wählen, die Rückfälle vermeiden. Strategien sollten entwickelt werden, und wir haben hier im Forum dafür eine Vorlage.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

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