Beiträge von Rene72

    Stern

    @Rene72 Ich lese dich nicht so, dass du mit der Faust in der Tasche deinen nüchternen Weg gehst oder irgendwelche Kämpfe austrägst.

    Im symbolischen Sinn bin ich anfangs schon mit den Fäusten in der Tasche losgezogen. Das ist schon anders geworden. Trotzdem gibt bzw gab es Momente in denen ich mit meinem "Saufhirn" gestritten habe und mich damit auseinandersetzte. Diese Momente werden allerdings definitiv weniger. Die "grünen Ampelphasen" kann ich mittlerweile sehr gut genießen. Ich habe für mich den Eindruck, dass so langsam eine Neuordnung meines Gehirns stattfindet. Das funktioniert auch besser, wenn ich mich hier mitteilen kann und die vielen positiven, aber eben auch negativen Berichte lese.

    Also ich finde es wirklich total interessant. Es gibt wahnsinnig viel verschiedene Ansätze und Erfahrungen zur Abstinenz und deren Umsetzung/Erreichen. Anfangs dachte ich hier, ja, genau, toll, so muss ich es machen. Und trotz alledem habe auch ich meine eigenen Entscheidungen und Konsequenzen getroffen. Es ist mir sehr wichtig eben genau die verschiedenen Erfahrungen kennenzulernen, um daraus auch mein Handeln zu verbessern.

    Hallo Stern . Ich habe mir gedacht, dass der Titel irgendwie nicht mehr so ganz aktuell ist, WAS nicht heißen soll, dass ich keine Unterstützung mehr suche.

    Mit der Dauer der Abstinenz ist es eben so eine Sache. Für mich sind 9 Wochen ein riesen Schritt, der allerdings mit der Zeit im Rückspiegel betrachtet immer kleiner werden wird. Keine Ahnung wie ich das ausdrücken soll. Du verstehst mich bestimmt.

    Ich werde auf jeden Fall weiterhin wacker voranschreiten und mich mit der Krankheit weiter auseinandersetzen. Da hilft auch das Forum hier richtig gut. Wenn ich manche Schicksale/Berichte von Ehepartnern lese, dann werde ich sehr sehr nachdenklich.

    Liebe Grüße René

    Hallo Ihr alten Hasen. Ich habe paar Tage nichts geschrieben und versuche heute auch keine Kontroversen zu provozieren. Ich wollte nur kundtun, dass es mir sauwohl geht. Fast 9 Wochen sind geschafft. Ich bin mit meiner Frau und den Kids doch paar Tage unterwegs. Da wo wir noch nie waren. Triggermomente hatte ich bisher keine. Wir sind glücklich und mein Großer hat mich auf meine Abstinenz angesprochen. Er ist der Meinung, dass es so viel besser ist. Meine Frau hat sich mit der "neuen Realität" ebenfalls arrangiert. Und dies meine ich im positiven Sinne. Der Tagesablauf hat sich doch um einiges geändert.

    Ich wünsche Euch allen einen schönen Abend.

    P.S. an Hartmut: Vielen Dank für Deine gefühlt harten Worte. Ohne diese hätte ich es bestimmt nicht bis hierher geschafft. Du hast mich immer wieder zum Weitermachen angestachelt.

    Ihr Lieben, nun muss ich doch mal etwas schreiben. Ich habe mich bewusst hier etwas zurück gehalten, da ich für mich persönlich den Eindruck habe hier ständig Steilvorlagen für einen sehr sehr regen Gedankenaustausch zu geben. Ich fühle mich da im Nachhinein immer etwas schuldig an manchen gegensätzlichen Meinungen, die mit Nachdruck geführt werden.

    Der Gedankenaustausch mit meiner Frau ist mir sehr wichtig. Allerdings, wenn ich Hartmut richtig verstehe, ist es fast unmöglich für einen Partner zu überblicken, was in einem Süchtigen vor sich geht. Ich verarbeite, trotz unserer sehr guten Kommunikation zu Hause, vieles für mich alleine. Ich denke anders geht es auch nicht.

    Genau so stelle ich es mir anders herum vor. Ich denke nicht, dass ich jemals alles erkennen kann, was mein Frau verarbeitet. Vorher, als ich trank und jetzt wo ich mich dagegen entschieden habe.

    Mein Sohn wird mir auch ganz bestimmt niemals ganz offenbaren was er dachte, als er mich schlafend auf der Couch vorfand. Mit der Gabel in der Hand und eine Kartoffel angespießt, mit dem Kopf halb im Essen, nachdem ich von einem feuchten Kegelabend nach Hause kam.

    Meine Pflicht, mein fester Wille ist es einfach dafür zu sorgen, dass dies niemals wieder passiert.

    Ich hoffe, jetzt nicht wieder irgendwas, fälschlicherweise niedergeschrieben zu haben.

    Ich danke Dir für Deine Zeilen und danke für die Wünsche auf einen erholsamen Urlaub.

    Ich find es irgendwie komisch, dass du jeden Tag am Zapfhahn stehst und jetzt Bammel vor dem Urlaub hast. Was ist da jetzt das größere Risiko?

    Auch wenn jetzt vermutlich wieder ein riesen Unverständnis aufkommt, die Urlaubsreise. Der Zapfhahn ist einfach meine Arbeit( allerdings schon hinreichend diskutiert). Da habe ich niemals konsumiert. Im Urlaub aber immer gefeiert. Wir haben besprochen einfach zu Hause zu bleiben.

    Ich wollte doch nur Eure Erfahrungen/Gefühle vor der ersten Reise erfahren. Ob Ihr ohne Nachdenken los seid oder doch paar Momente darüber nachgedacht habt. Mehr war es gar nicht.

    Auch in den Bergen warten diverse "Versuchungen". Die Einkehr in eine Hütte oder auch in ein Restaurant, wo offen Alkohol konsumiert wird, oft schon gg. Mittags, ist für den Anfang der Abstinenz nicht wirklich toll.

    Und Du hoffst schon... D.h. Du bist völlig unsicher.

    Was spricht gg. einen Urlaub zu Hause und diverse Tagesausflüge? Therme, Schwimmbad, Kino, Einkaufsbummel, Minigolfen, etc.?

    Da hast Du Recht. Dagegen spricht gar nichts. Ich werde es mit meiner Frau heute Abend besprechen.