Beiträge von Rene72

    Hi Rene,

    ich habe mich meinem Umfeld privat und wo notwendig auch anderweitig geöffnet. Und habe, wenn nur positive Rückmeldung bekommen. Es gibt jetzt einige Menschen, bei denen ich das Gefühl habe, dass Sie jetzt trocken nicht wissen, wie Sie mit umgehen sollen. Aber ehrlich gesagt, das ginge mir auch so. Mal sehen, wie sich das weiterentwickelt. Zu dem unterstützen. Ich bin für meine Abstinenz ganz alleine verantwortlich. Für Unterstützung bin ich hier, bei der Suchtberatung und meiner Ärztin. Soll heißen, wenn mich mein Umfeld unterstützen will, ist, dass schön, aber ich bin nicht darauf angewiesen.

    Eine Frage hätte ich an Dich warst Du inzwischen bei einer Ärztin?

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Kazik, zunächst danke für Deine netten Zeilen. Es tut immer wieder gut, Erfahrungen von anderen Betroffenen zu sammeln.

    Nein, bei der Ärztin war ich noch nicht.

    Liebe Grüße René

    Das meine ich ja genau so. Ich bin nun gerade in der Phase dies für mich herauszufinden.

    Ich möchte mal etwas positives von gestern berichten. Montags hat mein Sohn Fußballtraining. Ich habe da immer auf ihn 2 Stunden gewartet. Natürlich fanden sich immer paar Leute zusammen und es gab meist 2 Flaschen Bier. Ich wäre zwar gestern sowieso nicht geblieben, wegen des Risikos. Ein sehr guter Freund von mir, er trainiert im Verein ein anderes Team und weiß über meinen Entzug seit Samstag Bescheid, sagte ganz spontan: Zunächst meinen Respekt für Dein Vorhaben, und dass Du Samstag so standhaft geblieben bist. Ich kann Deinen Sohn heute mitbringen, damit Du nicht in Versuchung geraten kannst. Ich fand dies total nett und es gibt sie noch, Leute die einfach akzeptieren, mitdenken und ohne Sprüche helfen. Das gab mir wahnsinnig Schwung und Kraft. Eine Erkenntnis stellt sich ein: Ich muss unbedingt offen mit meiner Alkoholkrankheit umgehen und mit meinen Freunden darüber reden. Nur so haben alle Seiten eine Chance entsprechend zu reagieren und ich kann für mich feststellen, wer diesen Weg mit mir gehen will und meine Entscheidung vorbehaltlos unterstützt. Ich finde so allmählich den Mut damit offensiv umzugehen. Wer soll wissen, dass er gerade einen Fehler macht mir ein Bier anzubieten, wenn er über meinen Entzug nichts weiß. Ich finde es sehr schade, wenn ich hier im Forum lese, dass viele Freundschaften wegen des Entzuges kaputt gegangen sind. Ich schäme mich mittlerweile nicht mehr ein Trinker gewesen zu sein, nein ich bin ein Stück weit stolz den Weg der Abstinenz zu gehen, im Bewusstsein dass dies nicht einfach wird.

    Ich wünsche allen hier einen sonnigen Tag.

    Eins habe ich bereits gemerkt. Mir geht es auf jeden Fall besser. Die Falten um die Augen sind gefühlt nicht mehr so tief. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein 🫣

    Ich hätte nie gedacht, dass genau im Zeitfenster Probleme auftauchen können. Nur gut, dass hier im Forum so viele hilfreich Berichte zu lesen sind.

    Das kenne ich auch genauso. Dieses „Nie wieder“ war plötzlich so riesig. Ich bin dann auch kleinere Schritte gegangen, nur Heute, Tag für Tag. Und manchmal war es nötig noch kleinere Schritte zu gehen. Dann sagte ich mir, dass ich in den nächsten 20 Minuten das erste Glas stehen lasse. Und es war auch ab und zu nötig, mich zurück zu erinnern. Was passierte nach dem ersten Glas? Das zweite, das dritte…und dann? Benommenheit, Matschkopf, lallen, stinkende Fahne, mich schämen, torkeln usw.

    Das „Zurück Erinnern“ hat mich immer davon abgehalten das erste Glas zu trinken. Bis heute.

    Hast du eigentlich schon einen schönen neuen Zeitvertreib für die Saufzeit gefunden? Vielleicht was in Richtung Sport, wandern oder Rad fahren? Oder hast ein neues Hobby entdeckt, oder für ein altes Hobby ist plötzlich wieder Zeit da? Was tust du in der Zeit, in der du früher gesoffen hast?

    Bis vor 2 Wochen bin ich nach Feierabend so gegen 23 Uhr zu einem befreundeten Berufskollegen an die Theke und habe dort meist alleine den Feierabend mit Bier "eingeläutet". Um sein Pub mache ich neuerdings einen Bogen und fahre einfach nach Hause, schau mal wieder TV und koche mir noch was, mache täglich die Ablage für die Buchhaltung, statt einmal wöchentlich. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir über meine freien Tage noch gar keine richtigen Gedanken gemacht. Das wird sich alles neu ordnen. Ich gehe gern wandern. Das werde ich, wenn es die Zeit erlaubt wieder öfter tun.

    Hallo in die Runde. Ich möchte für mich ein kurzes Fazit der ersten 14 Tage ziehen. Ich fühle mich wirklich sehr wohl in meiner Haut. Ich schlafe wie das berühmte Murmeltier, bin voll Energie und positiv. Es gab anfangs Schwierigkeiten und dennoch hat Licht und Hoffnung Einzug gehalten. Vor 2 Tagen hatte ich eine Krise. Ich wollte bestimmt zu viel für den Anfang. Nie wieder trinken, mein ganzes Leben? Das hatte mich psychisch irgendwie total überfordert. Ich bekam auf einmal Angst vor meiner Zielsetzung, vielleicht suchte ich sogar Ausreden? Ich habe die Strategie gewechselt und sagte mir, schau doch von Tag zu Tag. Das hat mir geholfen. Der lange Weg scheint durch die kleinen Schritte einfacher. Jedenfalls bin ich wieder wesentlich besser auf meinem Weg. Ich wünsche uns allen einen schönen Sonntag voll Kraft und Stärke.

    Mit der Ergänzung, dass ich die Regularien der Sucht mit einschließen muss, sonst hänge ich schneller wieder an der Flasche, als mir lieb ist.

    Nur wer sich ändert, bleibt sich ständig treu. Manchmal sehnen wir uns nach Veränderung . Sich selbst zu verändern, ist dann nochmals eine andere Sache. Es sei denn, wir können uns selbst treu bleiben und sind stark genug unsere eigenen Grenzen nicht zu verraten.

    Einverstanden?

    Je mehr ich nach Gründen suche, warum ich das Nötige nicht tun kann, desto weiter lauf ich vor meinem eigenen Schutz weg.

    Klar, ich kann meine Energie dafür verwenden, mir selbst Steine in den Weg zu legen, oder ich such mir aus, was machbar ist.

    Analog meiner Signatur.

    Nur wer sich ändert, bleibt sich ständig treu. Manchmal sehnen wir uns nach Veränderung. Sich selbst zu verändern, ist dann nochmals eine andere Sache. Es sei denn, wir können uns selbst treu bleiben.

    Ich lese das so, dass es um den Empfang ging und nicht um den Arzt.


    Ich muss sagen, dass ich das auch wirklich bei vielen Ärzten als absolut unangenehm empfinde beim Empfang. Da steht man teilweise mit zehn Leuten in der Schlange und die Tür zum Wartezimmer ist auch noch offen. Und dann steht da was von 1.5m Diskretionsabstand. Ha ha.

    Und ich war übrigens schon öfter mal beim Arzt und hab da Bekannte getroffen. Und das find ich teils wirklich sehr blöd, wenn die wüssten, weswegen ich da bin.

    Oh ja!!

    Bei mir ist das nicht so, ich suche auch schon länger eine neue Ärztin, meine Ärztin ist nicht gut, ich vertraue ihr nicht und das auch au gutem Grund. Wenn das bei dir anderst ist kannst du reinen Tisch machen, ich hatte nur den Eindruck bei dur ist das nicht so...

    Ich vertraue meiner Ärztin. Nur eben der Schwester am Empfang nicht. Aber bevor ich zur Ärztin vordringen kann, muss ich an der Schwester vorbei 😡 Aber alles ist gut.

    Im Nachhinein wäre das schlauer gewesen.

    Also wolltest Du mehr als nur eine Blutuntersuchung, sondern auch einen Termin bei der Ärztin?

    Wenn Du das nicht so explizit sagst, kann ich mir schon vorstellen, dass nachgefragt wird.

    Bei mir ist das immer so, erst ein Gespräch mit der Ärztin und dann geht die Behandlung weiter.

    Bei mir wurde eine Impfung direkt abgelehnt, direkt bei der Anmeldung von der Ärztin, die vorbeikam. Ich habe noch nicht das nötige Alter erreicht. Hier z.B. kann man sich erst auf Kassenkosten impfen lassen, wenn man über 60 ist.

    Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass ich halbjährlich Termine für die Blutwerte (Blutzucker, Cholesterin, Harnsäure, Leber etc.)habe und einfach einen zusätzlichen wollte. Jetzt macht das vielleicht mehr Sinn.

    Habe heute einen Labortermin für Ende Juni bei der Hausärztin machen wollen für die gängigen Blutwerte. Da fragt die Schwester: "warum?" Da habe ich das erste Mal im Leben in der Arztpraxis dagestanden und wusste keine sinnige Antwort, wäre am liebsten im Boden versunken. Habe dann erklärt, dass es doch sehr privat sei. Ende vom Lied, kein Labortermin ohne Rücksprache mit der Ärztin. Alles gut, aber es fühlte sich etwas komisch an.