Beiträge von _Eternal_

    hallo Hartmut

    es ist gut das du immer mal wieder einige sachen auf den tisch bringst, die sich erst nach jahren der abstinenz herauskristallisieren.

    Jemand, der mit seinem Weg wirklich im Reinen ist, verteidigt ihn nicht. Der lebt ihn. Aus Überzeugung. Weil er funktioniert. Der muss nicht ständig rausschreien, wie „easy“ doch alles ist. Und er blendet die Risiken, die sein Weg mitbringt, nicht aus.

    ja das ist der punkt, etwas aus überzeugung zu tun:idea: ich für meinen teil bin auch erst nach 16 jahren hier aufgeschlagen;) und bin einen etwas anderen weg gegangen aber das aus überzeugung weil er zu mir passt und mich am leben erhalten hat. ich habe mein rüstzeug in einer langzeit erhalten und das hat sich mir tief ins hirn gebrannt. aber soweit weg sind wir garnicht, ich habe heute mal (asche über mein haupt) das erstemal im notfallkoffer gelesen und das was er enthält deckt sich mit dem was mir beigebracht wurde:mrgreen: heute seh ich auch vieles anders als in den ersten 2-3 jahren, die gelinde gesagt etwas chaotisch waren. damit mein ich den wirrwarr im kopf zum beginn des trockenen und abstinenten leben. alles sortiert sich neu und wartet auf eine bewertung. vorallem die erwartungshaltung ist sehr hoch, was man nun mit seiner neuen freiheit anfängt. aber ich habe meinen weg gefunden auch wenn es nicht immer einfach war/ist. auch hab ich die ersten jahre eine reale shg besucht, war für mich besser geeignet.

    heute führe ich ein leben so wie es andere auch tun, nur ohne alk. ich hab meine aufgaben, bezahl rechnungen, hausarbeit, kümmere mich um meine tochter, also ein ganz normaler alltag...man funktioniert halt. alkohol spielt dabei keine rolle mehr, weil er keinen mehrwert hat und jahr um jahr merke ich das der abstand dazu immer grösser wird. ich hab viele neue freunde gewonnen und viele verloren, vielleicht waren es auch nie richtige freunde gewesen, wer weiß das schon. ich mache mir keine gedanken was war, sondern kümmere mich um das hier und jetzt. ich bin auch nicht der nabel der welt, "zerdenke" sachen und stelle fragen nach der vergangenheit auf die ich sowieso keine antworten mehr erhalte, dass wäre viel zu müßig. ich bin ruhiger geworden und ausgeglichen, habe meine mitte gefunden. lasse nur zu was mir gut tut und geb nen schei... drauf was andere wollen, oder besser wie sie mich haben wollen. ich bin nicht da um anderen zu gefallen und bleib mir selber treu... was der richtige weg ist?

    ich glaube das die antwort auf die frage genauso vielfälltig ist, wie es antworten und beiträge hier im forum gibt;)denn jeder trägt seinen teil mit bei. eine art baukasten aus dem ich mir nehme was zu mir passt und wir alle einen gemeinsamen nenner haben die "abstinenz"... schön das ihr alle hier seit, denn in der sucht sind wir alle gleich und sie macht auch keine ausnahmen.

    gruss eternal

    hallo Abstinenzler

    das wird jetzt hart und nimms mir nicht krumm, aber mitleid gibts von mir nicht. auch dein selbstmitleid bringt dich nicht im geringsten weiter, sondern zieht dich immer weiter mit. es intressiert auch nicht was der auslöser war, dass bringt uns und vorallem dich nicht weiter:idea: der rückfall hat sich angekündigt und du hast nicht reagiert. punkt.

    zum anfang wäre es erst einmal schön, wenn du Hartmut seine frage beantworten würdest, die am ende seiner ausführungen stand. wie siehst du deinen weiteren weg? die frage ist auch relativ einfach zu beantworten... JA oder NEIN? siehst du für dich einen abstinenten weg oder nicht? entscheide in ruhe und vorallem nüchtern...möchtest du ein selbstbestimmtes leben führen ohne das teufelszeug? dann komm jetzt in die puschen. meinetwegen kannst du heulen und schreien und glaube mir es gibt hier keinen der das nicht schon durch hat. aber steh jetzt auf, denn knien musst du vor niemanden. klopf den staub ab und weiter gehts...

    gruss eternal

    Hallo Carl Friedrich

    Das Suchtgedächtnis ist für immer da, denn es ist leider in einem Teil des Hirns verankert, in dem die Automatismen wie Gehen, Laufen, Schwimmen oder Fahrrad fahren abgespeichert sind. Das dahin darbende Suchtgedächtnis samt Sucht warten nur auf eine Befeuchtung, um wieder ihre tödliche Frucht gedeien und wachsen zu lassen. Denn die Sucht will nur eins, uns wieder an die Flasche bringen. Die Sucht geht niemals weg.

    Kleine richtigstellung...fahrradfahren und schwimmen können wieder "verlernt" werden.:lol: der rest stimmt....

    Gruss

    Fürs Bücherlesen werde ich mich nicht rechtfertigen. Ich gebe jedem seriös veröffentlichen Buch eine Chance, um selbst herauszufinden, ob es was taugt oder nicht. Das Buch, aus dem ich zitiert habe, habe ich allerdings nach einem Drittel wegen anhaltendem Geschwafels abgebrochen. Nur diese beiden 'Erkenntnisse' sind bei mir hängengeblieben und haben mich bewogen, über meine eigene Geschichte nachzudenken:

    hallo Mattie

    du musst dich nicht rechtfertigen, hat keiner gesagt. ich schrieb ja auch noch weiter,...augen auf und gesunden menschenverstand einschalten. du kannst lesen was du möchtest, mach ich auch.

    um mal zu verdeutlichen was ich meinte, im bezug auf "schall und rauch". geh mal in eine stadtbibo (ich mag bücher aus papier und einband) und frage nach kindererziehung oder beziehungsratgeber. so dann wirst du vor eine wand 2mx2m gestellt und hast die freie auswahl, schön alphabetisch geordnet. tja welches ist nun das richtige? die aus der a-abteilung oder lieber doch "g"? und jeder dieser autoren hat seiner meinung nach den stein der weisen gefunden oder besser das patentrezept:shock: nun da dürfte die auswahl schwer fallen. ich persönlich nehme aus büchern mit was zu mir passt und punkt und du scheinst es auch so zu halten. also alles gut;)

    aber ungeachtet dessen, sind wir ja alle hier um aus unseren persönlichen individuellen erfahrungen zu lernen und dass ist meiner meinung nach mehr wert als ein verheissungsvoller schmöker:idea:

    gruss

    So wie hartmut schon schrieb, bücher sind schall und rauch.sicher gibt es welche die ganzheitliche ansätze verfolgen, aber naja....

    Der markt ist einfach übersättigt mit allem möglichen unsinn. Es sind nicht nur die bücher auch einschlägige soziale plattformen wie tik...,youtube...und und und, tragen zur falschinfomation mit bei. Der gipfel des ganzen sind dann irgendwelche pseudoquacksalber, die für bare münze heilung versprechen. Also augen auf und den gesunden menschenverstand einschalten;)

    Gruss

    hallo und willkommen Grinsekatze68

    schön das du da bist. eins vorweg, ich bin alki und schon einige jährchen trocken.

    ja deine geschichte kann ich gut nachvollziehen. aber eins nach dem anderen. sucht, verläuft schleichend. zuerst kommt das normale trinken, auch gern genusstrinken genannt. danach der missbrauch, soll heißen es wird von mal zu mal mehr. das kann jedem passieren wenn auch nur temporär und man bekommt die kurve. dann gibt es aber die fraktion, die die kurve nicht mehr bekommt und in eine sucht rutscht. das passiert auch nicht von heute auf morgen, sondern schleicht sich an. im schnitt spricht man von 8-10 jahren bis die sucht vollends zum tragen kommt mit allem was dazu gehört.

    und ich gebe dir recht das es hart ist das mit anzusehen. deshalb schreib ich aus eigener erfahrung und ungeschönt.

    sucht ist hochgradig egoistisch, sie dient nur sich selbst und nimmt auf niemanden rücksicht. nicht auf den partner, nicht auf kinder oder familie, nicht auf den job eigentlich auf das gesamte soziale umfeld. sucht verhandelt auch nicht und lässt sich unter druck setzen.sucht nimmt keine rücksicht auf den köperlichen oder geistigen zustand und macht auch keine zugeständnisse. sucht verändert dich, ohne das du es selber mitbekommst(wesensänderung). deine wahrnehmung und selbstwahrnehmung wird zerstört und dir die möglichkeit genommen das verhalten selbst zu reflektieren. eine normale kommunikation ist so gut wie unmöglich, da man alles als angriff wertet, auch wenn es vom gegenüber noch so lieb gemeint ist. dir wird irgentwann alles egal und die abwärtsspirale dreht sich immer schneller, bis zur selbstzerstörung. das geht bis hin zu verbalen ausfällen und sogar gewalt gegen sich oder andere.

    was ich damit sagen möchte und das haben auch schon meine vorredner getan, du kannst erst einmal ganichts tun. der impuls etwas zu ändern muss von ihm kommen. du erreichst garnichts, schon garnicht wenn du mit ihm im nassen zustand diskutierst. zwecklos:idea:und je mehr du versuchst zu helfen desto schlimmer wird es werden. ich kann nicht sagen wieviel du erträgst und wie wie gross deine liebe ist, aber sucht teilt auch nicht gern mit anderen. versuch dich in erster linie um dich selbst zu kümmern, auch wenn es schwerfällt sonst reisst es dich mit. der vergleich mit einem ertrinkenden beschreibt es am besten, er wird sich an allem festhalten und mit in die tiefe ziehen...gib auf "dich" acht

    gruss eternal

    Merken Alkoholiker eigentlich selbst nicht diese Wesensveränderung? Das würde mich mal interessieren. Mich hat diese Woche jemand drauf angeredet, der meinen Mann nur sehr selten sieht und gesagt, was los sei, weil er so anders ist (äußerlich und charakterlich)?!?

    nein(!) merken sie nicht. wie auch, wenn die eigenwahrnehmung hinten und vorn nicht mehr stimmt.

    ich kann es nur aus eigener erfahrung wiedergeben. man wundert sich nur das freunschaften immer mehr zum stehen kommen, keine einladung zu familienfesten und bei freunden. alle werden distanzierter, man selbst betrachtet es als persönlichen angriff, weil man ja der meinung ist das ja alles top läuft. tut es aber nicht! wie auch wenn die eigenwahrnehmung völlig im ar... ist. das soll keine entschuldigung sein aber eine erklärung. die abwärtsspirale läuft dort schon auf hochtouren und wird sich auch nicht ändern, solange man weiter säuft:idea:

    deshalb nichts wie raus aus dieser situation so bitter es auch ist. denn solang sie/er trinkt geht das munter so weiter bis zum bitteren ende und nichts und niemand kann ihr/ihm daraus helfen, dass ist fakt. ausser man stellt die flasche weg und stellt sich dem ganzen, aber dieser impuls muss vom alki selber kommen, da hilft kein betteln und kein flehen...

    gruss eternal

    Guten Morgen Tag 7.

    Die Nacht war sehr lang, und dann definitiv zu kurz aber auch das gehört dazu. Ich versuche die Gedankenspirale zu brechen wenn es zu anstrengend wird.

    Lesen, was ich sehr gerne tue hilft nicht, ich schweife direkt wieder ab, Serie / Film schaffe ich max 3 Minuten. Also eine Kanne Tee aufgesetzt, Entspannungsmusik gestartet und Ausmalbilder bearbeitet. Das hat mir geholfen, ich konnte mich auf etwas anderes konzentrieren auch wenn mein Unterbewusstsein eventuell weiter die Spirale gedreht hat.

    Rückblickend kann ich sagen, dass ich echt kaputt bin und ich zukünftig Strategien entwickeln muss um mich selbst aushalten zu können. Aber ich beherzige eure Ratschläge resultierend aus eurer Erfahrung und werde mich vorerst weiter auf die Entgiftung konzentrieren und von Tag zu Tag denken. Alles andere ist mir ebenfalls sehr wichtig, lässt sich aber bestimmt nur in kleinen Schritten lernen und dafür sind meine Einzelgespräche angedacht. (nicht die mit mir selbst, die führe ich zwar auch aber ich meine die psychologischen :) )

    So far, körperlich geht es mir gut.

    gut du hast die nacht überstanden...halte den kurs;)

    hallo R/no

    Guten Morgen Eternal/Forum, also so einfach wie du das siehst ist es nicht. Jobwechsel, Familie, Kinder. Das ist nicht einfach so austauschbar. Die Abstinenz steht klar vorne aber nicht an erster Stelle, da steht meine Familie. Wenn ich trinke geht es mir und meiner Familie nicht gut von da her ist trinken nicht gut.

    doch so einfach ist es, ob du das wahrhaben möchtest oder nicht. dass leben verläuft nicht geradlinig, gerade du/wir sollten das wissen;) und alles was du aufgezählt hast ist austauschbar. schau dich im co-bereich um wieviele mit ihrem partner/partnerin brechen wollen ja sogar müssen, weil sie sonst daran zerbrechen würden oder schon daran zerbrochen sind. es liegt auch nicht immer am alkohol das sich paare trennen, aber das thema hatten wir schon. kinder verlassen uns irgentwann und gehen ihre eigenen wege und hinterlassen eine grosse leere und vorallem stille, dass zieht vielen den boden unter den füssen weg. auch der job ist austauschbar, gerade heutzutage ist nicht mehr viel sicher in dieser hinsicht. oder auch der wechsel vom berufsleben in den ruhestand, was für viele zum problem wird. das alles sind reale szenarien mit denen wir leben müssen und weißt du wer in diesen situationen immer der selbe bleibt? ja genau, "du" selbst und deine abstinenz, niemand kann dir das abnehmen. weil was passiert denn wenn einer dieser säulen (kinder ,partner, etc.) wegbricht? du bist allein mit dir und der hoffnung das wieder alles besser wird. was aber wenn das nicht passiert? das alles sind stolperfallen beim trocken werden und auch trocken bleiben. deshalb hälst "du" allein den schlüssel für deine abstinenz in den händen:idea:wie gesagt es ist kein egoismus sondern selbsterhalt/selbstschutz!

    Wenn man seine Abstinenz über alles andere stellt führt der Weg unweigerlich wieder zur Flasche mMn...glücklich sein sieht für mich anderst aus.

    die "abstinenz" steht über allem, sie ist ein leuchtfeuer für mich, für ein selbstbestimmtes leben! für mich ist es glück und es schränkt mich nicht mehr ein, weil ich unabhängig bin von einer substanz die alles zerstört auf ihrem weg. vielleicht solltest du in dich gehen und deine eigene aussage überdenken, weil es nasses denken ist (nicht böse gemeint). ich glaube du hast noch nicht verinnerlicht in welcher relation abstinenz und glück stehen.

    Um abstinent zu werden muss man natürlich eisern sein da ist es natürlich eine Notwendigkeit sich zu schützen und alle Eventualitäten auszuschließen die wieder zur Flasche führen. Um trocken zu bleiben muss man aber glücklich sein, sonst wird das nichts oder man bleibt halt sein Leben lang ein Gefangener des Alkohols, denn eigentlich würde man ja gerne wieder trinken darf aber nicht.

    bei dir hört sich abstinenz an als wäre es der gang nach "canossa", eiserner wille etc...natürlich hast du recht wenn du von selbstschutz redest. aber zu welchem preis? die aussicht ist ein selbstbestimmtes leben zu führen und das macht dich nicht glücklich? du musst dich auch selbst annehmen können. deine selbstzweifel(so klingt es) fressen dich irgentwann auf. für den letzten satz...;)wenn ich jedes mal ein euro bekommen würde dafür wäre meine rente gesichert. wie oft hab ich den gehört? du darfst nicht mehr trinken, sry was ein bullshit... also ich darf/kann trinken wenn ich es wollen würde und das jeder zeit. der kleine unterschied ist, "ICH" will nicht mehr trinken, ich möchte es nicht und punkt.

    Um sich nicht in die Hose zu machen ist es eine Notwendigkeit aufs Klo zu gehen aber das muss ich ja auch wollen, man muss aufstehen und loslaufen wo wir wieder beim "Willen" wären. Mein Wille ist für mich mein Bewusstsein also ICH warum man sich hier so schwer tut und die Worte auf die Goldwaage legt ist mir ein Rätsel.

    ich glaube das Hartmut dazu schon mehr als genug geschrieben hat:mrgreen: gerade was den willen angeht...

    und last but not least, ich hab jetzt mal nachgeschaut auf der app. ich zähl ja eigentlich nur noch die jahre:wink:. ich bin jetzt 6072 tage trocken. glaubst du das ich diesen zeitraum bewältigt hätte ohne glücklich und zufrieden zu sein? und als trauerkloß lauf ich ganz gewiss nicht durch die gegend und zum lachen geh ich auch nicht in den keller:mrgreen: obwohl ich festgestellt habe das trockene alkis einen eigenen sinn für humor entwickeln, der auch nicht jedem schmeckt:mrgreen:

    ich denke du wirst deinen weg noch finden....

    gruss eternal