Beiträge von Soapstar

    Hallo Paul mit der Euphorie hast du auch komplett recht , es war so toll und man fühlt sich so sehr stolz , nach 5 Wochen kam dann die Langeweile bei mir , irgendwie dachte ich immer es muss doch was aufregendes passieren , aber es kam nichts . Irgendwie suchte ich ein Hochgefühl . Ich muss mir dann auch ständig die schlimmen Situationen vorhalten wie die scham die durch den Suff kam .

    Hallo zusammen,

    in diesem Club seid Ihr auf jeden Fall nicht allein, da reihe ich mich ebenfalls mit ein ;)

    Ich erwische mich auch hin und wieder bei dem Gedanken, dass doch eigentlich jetzt alles, was vorher beschi**en war, sofort super positiv sein müsste und wenn dem nicht so ist, warum trinke ich dann nicht einfach wieder, sondern setze mich bewusst so oft der Langeweile aus?

    Aber dann denke ich auf der Stelle an "nur für heute lass ich das erste Glas stehen" und denke am besten auch noch an die hin und wieder verpisste Bettwäsche, an Vormittage, die in der Ausnüchterungszelle oder im Krankenhaus begannen, an Schuld-, Scham- und sonstige Scheißgefühle und sofort weiß ich wieder, warum ich nie mehr dorthin zurück möchte und die Kontrolle über mein Leben nie wieder abgeben möchte. Ich bin jetzt der "Herr im Haus" und das bleibt auch so, basta!!

    VG Soapstar

    Der Film ist vermutlich eine effektive Warnung für jüngere Frauen, die ihren Alkoholkonsum noch nicht ernst genug hinterfragen.

    Aus meiner Sicht wird in diesem Streifen doch eigtl vor gar nichts gewarnt... wirf deine Kolleginnen durch die Gegend und blamier dich auf der Arbeit, egal, hat keine Konsequenzen. Verprügel andere Leute (in dem Fall der Eddi), auch egal, hat auch keine Konsequenzen. Also für mich ein typischer ZDF-Spielfilm, seichte Unterhaltung, aber alles andere als eine Warnung vor dem Alkohol. "Wenn's ganz schlimm wird, kann ich ja immer noch nachmittags schnell zur Psychologin" (die auch noch krankschreiben darf?) ist da eher mein Fazit...

    VG Soapstar

    Hallo Ralf,

    für das AA-Meeting ein kleiner Tipp von mir: Solltest du nicht wahnsinnig religiös sein, lass dich von dem ganzen Bezug zu der "höheren Macht" und "Gott" nicht gleich abschrecken.

    Das kann und darf jeder so interpretieren wie er möchte. Ebenso kannst du die 12 Schritte sofort gehen oder du suchst einfach erstmal den Austausch mit anderen Betroffenen und liest, wenn du möchtest, vielleicht ein bisschen in der AA-Literatur.

    Mir kam mein erstes Meeting vor einigen Jahren zunächst vor, als wäre ich in einer Sekte oder einem Bibelkreis gelandet und dann bin ich 5 Jahre nicht mehr hingegangen. Das bereue ich bis heute, dann heute helfen mir diese Meetings enorm.

    VG Soapstar


    Es tut gerade unglaublich weh dass wir nicht wichtiger sind als die Geselligkeit, die Abstürze, die „Freundschaften“

    Das ist leider für einen Alkoholiker (da sollte es jetzt ja keinen Klärungsbedarf mehr geben) "normal". Solange keine Einsicht zur Krankheit vorliegt, werden wir uns im nassen Zustand immer für die Flasche oder das Glas entscheiden. Das ist nicht mal was Persönliches, so saublöd das jetzt klingt!

    Ich erzähle dir auch hier mal wieder von mir: Einen Streit vom Zaun brechen, um deswegen einen trinken gehen zu müssen, kam auf jeden Fall mehrmals jährlich vor, wenn es gerade mal eine Frau mit mir probieren wollte. Da saß ich dann mit meinen "verständnisvollen" Freunden und konnte mich endlich besaufen!!

    Und wenn man mich endgültig vor die Wahl gestellt hat, war das gleichzeitig das Ende jeder Beziehung, quasi der Trinkerjackpot: Wochenenden komplett durchsaufen, da man ja verlassen wurde und Trost braucht von "Freunden" (deren Frauen gegenüber war ich quasi die Ausrede) und Getränken.

    Und ich habe hier auch schon geschrieben, dass ein Verzicht auf Alkohol für mich gleichzeitig bedeutet hätte, auf wirklich jeden Spaß zu verzichten... ob Stadion, Essen gehen, an den See gehen oder oder oder, alles nur Synonyme für "ins Koma saufen". Trotzdem dachte ich, das wäre der "Spaß" in meinem Leben und solange ich diese Denkweise nicht loswerden konnte bzw immer noch dran arbeite, muss ich mich leider als beziehungsunfähig beschreiben. Auch wenn man mir durchaus gute Seiten attestiert hat, am Ende wird der Alkoholismus diese alle überdecken.

    Es tut mir so leid für Dich, Kruemel, dass ich das Gefühl habe, Du würdest hier tatsächlich über mich schreiben. Hätte gern bessere Nachrichten für Dich, aber ich möchte Dich nicht anlügen und Dir keine falschen Hoffnungen a la "das wird schon wieder" machen.

    LG Soapstar

    Wie unangenehm war es oft, wenn ich auf Partys schwankend und lallend jemandem ein Bier in die Hand drücken wollte und derjenige abgelehnt hat... da hätte ich mir ja klarmachen können, dass doch nicht alle bis zur Besinnungslosigkeit trinken und das vielleicht doch nicht ganz normal ist.

    Da habe ich mich doch lieber schnell wieder zu den exzessiven Trinkern verdrückt, wo ich mir alles schönreden und bagatellisieren konnte.

    Sorry Kruemel, dass ich das jetzt so offen sage, aber mit anderen Trinkern (wahrscheinlich) Samstagabend betrunken über sein Trinkproblem reden, das sollte man wahrlich nicht zu hoch hängen. Wenn er das nüchtern bei einer Suchtberatung macht, dann kannst Du das als einen positiven Schritt in die richtige Richtung verbuchen, vorher würde ich da nichts drauf geben.

    Ich bin selbst auch erst ein paar Monate bei der trockenen Fraktion, darum erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen, an derlei Gespräche. Der Effekt war wirklich jedesmal 0,0, weil die Gespräche auf die Stimmung gedrückt haben und man sich lieber wieder jahrzehntelang vergangene "Heldengeschichten" erzählt hat.

    Auch die Vergleiche zwischen Spiegeltrinkern, Wochenendtrinkern, Quartalssäufern etc. dienen m.M.n. nur dazu, für das eigene Trinkverhalten irgendwo ein schlimmeres Beispiel zu finden und sich wieder in die "nicht sooo schlimme" Kategorie einzuordnen. Wenn man aber tief drin ehrlich zu sich ist, weiß man es doch längst.

    Ich wünsche Euch wirklich das Beste, vielleicht auch für eine gemeinsame Zukunft, aber Scheuklappen sind beim Thema Alkoholismus einfach überhaupt nicht das Mittel der Wahl!

    LG Soapstar

    Liebe Krümel,

    ich kann die Trinkpausen gar nicht mehr zählen, die ich gemacht habe, um mir zu beweisen, dass ich kein Alkoholiker bin.

    Aber der angesprochene Kontrollverlust nach den ersten zwei Bier hat mich doch jedesmal eines besseren belehrt, ich wollte es nur nicht wahrhaben. Auch diese Panik und das Sturztrinken, wenn die Kneipe in 30 Minuten schließt und ich noch nicht komplett abgeschossen war, das Betteln nach einem Bier für den Heimweg, daheim natürlich noch weitersaufen... diese Zeichen hätte ich viel früher richtig deuten müssen, dann wäre mir sicher vieles erspart geblieben.

    In einem gewissen Stadium hättest Du mich vor die Wahl stellen können "500.000 Euro in bar oder noch zwei Bier" und ich hätte das Bier genommen, das schwöre ich Stein auf Bein.

    Und in deinen Geschichten über deinen Mann erkenne ich mich leider sofort wieder, auch in den jämmerlichen, vergebenen Erklärungsversuchen! Ich hoffe ja, ich täusche mich, aber es klingt leider verdammt nach mir und ich bin ganz klar Alkoholiker.

    Alles Gute für Euch, Soapstar

    Hi Bendecho,

    ich kann deine Sorge total verstehen. Ich hatte sogar anfangs das Gefühl, meine Freundschaften zu "verraten" oder zu hintergehen, wenn ich mich als Trinkpartner nicht mehr zur Verfügung stelle. Total schwachsinnig, da sich von meinen Vollräuschen außer dem Wirt keiner was kaufen kann, aber ich hatte echt Bammel vor den "Geständnissen".

    Trotzdem kann ich dir sagen, dass mir hier schonungslose Offenheit in Form von "ich möchte nicht mehr trinken müssen" am meisten geholfen hat. Ich bin fast überall auf Verständnis gestoßen (hatte besoffen auch mehr als genug Scheiße gebaut) und kann seitdem auch mal Freunde treffen und kann ohne Rechtfertigung ne Apfelschorle trinken.

    Natürlich kam vereinzelt der Kommentar "ah, mal wieder Trinkpause zwinker zwinker", da hab ich noch ein " Nein" ergänzt, um das auch für mich nochmal klarzustellen und das wars.

    Du musst es wirklich für Dich wollen. Ich bin natürlich auch froh, dass meine Lebensgefährtin von einer nüchternen Beziehung profitiert und das darf man auch sein, aber das ist nur ein willkommenes Nebenprodukt. Ganz oben in deiner Hierarchie stehst in diesem Fall Du!

    LG und alles Gute, Soapstar

    Hallo Ino,

    da schließe ich mich Nayouk an. Ich konnte die Entscheidung, trocken werden zu wollen, über zwei Jahrzehnte nicht treffen.

    Ich wusste, dass mein Trinkverhalten komplett aus dem Ruder gelaufen war und ich hatte ständig Probleme wegen der Trinkerei, aber ich konnte mich nicht bewusst dazu entscheiden, aufzuhören.

    Ich musste im Zuge einer Bewährung 6 Urinkontrollen jährlich über zwei Jahre abgeben, da habe ich rasch gemerkt, dass sich die nicht angekündigten Termine trotzdem in schöner Regelmäßigkeit wiederholen, plus minus zwei Wochen vielleicht. Und die Wochenenden dazwischen war ich noch voller als sonst, weil ich die Zwangspause schon eingerechnet hatte.

    Einen Suchtberater musste ich 1x monatlich aufsuchen. Dem hab ich das Blaue vom Himmel gelogen, damit er mir den Besuch bestätigt und mich ansonsten in Ruhe lässt. Man hat mir also eigtl die Hilfen auf dem Silbertablett serviert und ich habe sie mit Vehemenz ausgeschlagen, weil ich lieber trinken wollte.

    Wie du siehst, kann man als Alkoholiker die Entscheidung in den meisten Fällen leider nicht einfach per Knopfdruck fällen.

    LG Soapstar

    Hallo releaseme,

    Wenn wir wegen dem Trinken diskutieren dann kommt so oft von ihm, dass es ja wegen der Arbeit ist

    ich bin mir sicher, dass du so ähnliche Antworten auch schon bekommen hast, aber ich kann dir zumindest mal berichten, warum ich wahrscheinlich jedes Wochenende bis zur Besinnungslosigkeit getrunken habe:

    - Weil ich Alkoholiker bin und es außerhalb eines vollständig auf Abstinenz ausgerichteten Lebens nicht kontrollieren kann.

    Das waren aus meiner Sicht alle Gründe. Ich habe lange die Gründe mit den Folgen verwechselt: Ich dachte, ich trinke, weil ich nicht in meiner kargen Bude in dem Asi-Block hocken will. Ich trinke, weil mein Job scheiße ist und keinen Spaß macht. Ich trinke, weil ich keine Partnerin habe.

    All das habe ich jahrelang vor mir selbst genutzt, um von Freitag bis Sonntagmittag einen riesigen Vollrausch mit mir rumzutragen. Dabei hatte ich wegen dieser Vollräusche und deren Folgen (zusätzlich zu dem Geld, was ich dem Wirt gegeben habe, kamen in schöner Regelmäßigkeit Geldstrafen und Anwaltskosten hinzu) eine karge, kleine, beschi**ene Bude, keine Freundin (war natürlich im ganzen Umkreis als krasser Trinker bekannt, da ergab sich natürlich nichts) und im Job ging es nicht vorwärts. Zwar nicht unbedingt wegen meiner Leistung, die war eigentlich immer gut, besonders am Montag wollte ich allen inkl mir beweisen, dass ich sicher kein Alki bin, denn die kommen montags ja gar nicht.

    Aber ich hatte einfach 0,0 Resilienz gegenüber den kleinsten Widerständen und bin regelmäßig ausgeflippt wegen Nichtigkeiten. So wurde ich natürlich nirgends berücksichtigt wenn es um bessere Posten ging, trotz ganz guter Qualifikation, Industriemeister-Abschluss usw.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Einen Grund zum Saufen hätte ich jederzeit gefunden und vielleicht ist auch bei deinem Mann der Job ja nur so anstrengend, weil er eben säuft. Aus diesem Blickwinkel kann ich mittlerweile ganz gut an meinen Problemen und an meiner Nüchternheit gleichzeitig arbeiten, weil ich die Chronologie endlich verstanden habe.

    VG und viel Kraft für alle weiteren Schritte

    Soapstar

    Hallo zusammen,

    ich wollte mich auch mal wieder zu Wort melden und ein bisschen den neuesten Stand mitteilen.

    Ich bin immer noch trocken und aktuell nicht mehr ganz so neidisch auf trinkende Mitmenschen, wie das vor ein paar Wochen noch der Fall war. Ich fülle meine Wochenenden weiterhin mit etwas Sport, lesen etc., aber ich schaffe es aktuell auch, einfach mal nichts zu tun.

    Das finde ich gerade wirklich schön, einfach mal nichts zu tun, weil man nicht möchte und nicht, weil man vor lauter Katerdepris einfach nicht kann. Ich lese dann auch öfter hier im Forum oder in meiner AA-Literatur, auch wenn ich in dieser immer wieder feststelle, dass Glaube, Gott usw. doch irgendwie nicht meins ist. Aber das darf zum Glück jeder für sich selbst interpretieren.

    Was ich zum Schluss noch dalassen möchte, ist ein Spruch, den ich eigtl im Fitnessstudio gesehen habe, der aber auch für uns m.M.n. passend ist:

    You can have results or excuses, not both!

    An den muss ich gerade öfter denken, wenn doch mal wieder der Gedanke an Bier anklopft. Jetzt wünsche ich Euch allen mal ein schönes Wochenende und bis bald!

    VG Soapstar

    Hallo zusammen,

    wir hatten neulich in meiner SHG das Thema "alkoholfreies Zuhause". Natürlich auch "alkoholfreie Hotelzimmer" oder ähnliches... Ich dachte bis jetzt auch immer, dass man Alkohol zuhause schon aushalten muss, wenn man trocken sein möchte.

    Aber mir haben dort jahrzehntelang trockene Alkoholiker gesagt, dass im Falle eines eventuellen Rückfalls die zehn Minuten, die ich noch zur Tanke brauche, vielleicht die zehn Minuten sind, die über Leben und Tod entscheiden. Und dass sie eben nie wissen, wie es Ihnen morgen geht oder was morgen passieren mag und das trifft ja auf uns alle zu.

    Habe dann in Absprache mit meiner Lebensgefährtin unsere Wohnung sofort alkoholfrei gestaltet.

    Viele Grüße Soapstar

    Und der war?

    Dass ich lesen wollte, dass jemand viel krasser und mehr und schlimmer trinkt als ich. Ich wollte wohl gar nicht lesen, dass sich jemand als Alkoholiker bezeichnet, der ab und zu mal ein bisschen mehr Wein trinkt als ihm vielleicht guttut. Ich muss das Buch nochmal lesen, es ist schon ein paar Jahre her. Aber in meiner Erinnerung hat der Protagonist verglichen mit mir sehr wenig getrunken.

    Der positive Aspekt ist wiederum der Gedanke "Wenn der Alkoholiker ist, kann ich mich nicht mehr raus reden".

    Nach dem Motto "So schlimm ist es bei mir ja noch nicht"

    Hi Alex,

    diese Sichtweise ist natürlich weitaus gesünder, aber der Alkoholiker neigt halt doch eher dazu, sich "Vorbilder" zu suchen, die mehr trinken als er selbst. Dann funktioniert das "so schlimm bin ich ja nicht" länger und besser ;)

    Ansonsten fand ich noch gut:

    „Nüchtern“ von Daniel Schreiber

    Hallo Thalia,

    dieses Buch hab ich auch sehr gern gelesen. Aber irgendwie dachte ich mir die ganze Zeit "wenn ich so wenig trinken würde wie Daniel Schreiber, käme ich niemals auf die Idee, ein Problem zu haben".

    Das klingt jetzt vielleicht merkwürdig, aber da hat mir das "wenn der aufhören kann, kann ich das auch" gefehlt, weil ich wahrscheinlich an einem Wochenende mehr getrunken habe als er in 10 Tagen. Und das meine ich jetzt nicht heroisch oder so.

    VG Soapstar

    Und jetzt findest Du keinen Abschluss. Die Arbeit ist erledigt, was nun? Samstag u. Sonntag nichts zu tun, eine lange Zeit bis Montag endlich wieder die Routine zuschlägt.

    Dabei sind doch gerade diese zwei Tage die einzigen in der Woche in denen Du doch machen kannst was Du schon immer machen wolltest. Bis jetzt hast Du nicht gewusst wie Du diese Tage für DICH nutzen kannst. Also, ab in den Biergarten und die lästige Freizeit versaufen bis endlich wieder Montag ist.

    Hi Paul,

    wenn ich das so lese, klingt das unglaublich trist und traurig, aber genau so ist es bisher gewesen!

    Das bringt mich echt gerade zum Nachdenken, danke dafür! Ehrlich gesagt liebe ich die Arbeit gar nicht so sehr, aber ich kann sonst auch nix anderes.

    Zumindest nicht handwerklich, das kann ich nicht und es macht mir auch keinen Spaß. Was davon jetzt zuerst da war, weiß ich nicht, da ist es wie mit der Henne und dem Ei. :)

    Trotzdem hast du hier glaube ich einige Nägel auf den Kopf getroffen, das muss ich jetzt mal sacken lassen und verarbeiten.

    Danke nochmal und viele Grüße

    Soapstar