Hi Bibi,
willkommen im Forum! Ich wünsche dir einen entspannten Austausch, weiterhin bestes Gelingen auf dem neuen Lebensweg und viele Aha-Erlebnisse beim Lesen ☺️✋️
Liebe Grüße
Mattie
Hi Bibi,
willkommen im Forum! Ich wünsche dir einen entspannten Austausch, weiterhin bestes Gelingen auf dem neuen Lebensweg und viele Aha-Erlebnisse beim Lesen ☺️✋️
Liebe Grüße
Mattie
Und daraus folgend die Kapitulation.
Auch um zu kapitulieren braucht es einen Willen. Ich kann auch das unmöglich zu Bezwingende vor mir sehen und mich für das Gegenteil entscheiden: Ich will auf verlorenem Posten kämpfen (und damit möglicherweise untergehen, weil ich vielleicht insgeheim eine 'Todessehnsucht' habe). Der Wille ist für mich der Funke, der mich erst auf die Handlungsebene bringt, um Gutes zu erreichen. Auf diesem ersten Level komme ich allerdings mit bloßem Willen nicht sehr weit. Dazu bedarf es dann wesentlich mehr.
Warum gerade der eigene Wille so stiefmütterlich behandelt wird versteh ich nicht ganz, es liegt aber bestimmt an der auslegung der Dinge.
Für mich ist das Wollen der Anfang von allem. Und sei es letztlich der Wille, nicht zu sterben. Mein Wille ist nicht alles, aber ohne meinen Willen ist für mich alles nichts.
Herzlichen Glückwunsch, liebe Lebensmut 🍀
"Vielleicht" reicht mir schon als Ausschlusskriterium.
Das kommt in meinen Kanon der hilfreichen Sätze ![]()
Carl Friedrich Ich habe mich nun auch in deinen Thread vertieft und mit großem Interesse deinen Weg zum Langzeittrockenen nachgelesen. Dir wurde es am Anfang nicht leicht gemacht, wie vielen Neulingen, aber du hast Erwiderungen 'smooth' aufgegriffen und dein Ziel souverän erreicht. Meinen vollen Respekt dafür! Ich habe in dem Faden auch entdeckt, dass du bereits ein Thema zu 'Alkohol in Lebensmitteln' eröffnet hattest, das ich natürlich gleich gelesen habe. Sehr hilfreich! Gleichzeitig habe ich dabei gedacht, hey, für mich ist das Thema "Essig" neu, und doch ist das hier schon mehrmals durchgesprochen worden. Die langjährigen Mitglieder wie du Carl Friedrich und viele andere werden nicht müde, ihre Erfahrungen dazu zu teilen. Genau wie bei Restaurantbesuchen, Urlauben, alten Freundschaften, gefährlichen oder vermeintlich ungefährlichen Triggern etc. Für den einzelnen User, also mich jetzt zum Beispiel, ist vieles neu, für die langjährigen Forys ist das alles, wirklich alles schon mehr als einmal diskutiert worden. Das erkenne ich, je tiefer ich in die alten Threads eintauche. Dafür mal spontan ein Danke, dass hier nicht einfach gepostet wird, lies da oder dort, wir sind es leid, sondern dass jeder einzelne mit seinem Anliegen Reaktionen erhält, als wäre er die/der erste ![]()
Zu deinen Buchtipps: "Alk" von Simon Borowiak habe ich auch begeistert gelesen. Die "Suchtfibel" und "Lieber schlau, als blau" gibt es leider nicht als E-Book, da überlege ich noch; in den Prints ist mir neuerdings die Schrift oft zu klein.
Nachteulengruß
Mattie
Habe gestern einen alten Saufkumpel mir seiner Frau gesehen die gesoffen haben, das hat mich stark getriggert. Bin nicht hingegangen, trocken geblieben und mich danach superstolz gefühlt
Ich wünsche dir weiterhin Stärke und gutes Gelingen bei deiner Abstinenz!
Viele Grüße
Mattie
Herzlichen Glückwunsch zu 10 Wochen, toller Start!
Danke, *Rina* ![]()
Und danke an euch alle für eure Einschätzungen! Für mich fühlt es sich aktuell so an, als würde ich mich 'besudeln' oder 'beschmutzen', wenn ich auch nur einen Millitropfen Alk in mich lasse.
Nayouk bringt es für mich auf den Punkt:
Das Ganze ist im Wesentlichen eine Frage nach Triggern.
Wie ich herauslese, hat hier jeder andere Erfahrungen.
Aber Balsamico-Creme kaufe ich zum Beispiel nicht mehr.
Marzipan esse ich auch nicht mehr,
Das finde ich gut, wenn man seine eigenen Grenzen erkennt. Bei mir ist es jetzt nach der Aktion erst einmal so, dass mein Haushalt nicht nur alk-, sondern auch essigfrei ist. Dabei belasse ich es jetzt.
Die von Dir erwähnte Mayo wird doch auch mit Essig gemacht?
Die geht auch mit Zitrone statt mit Essig und Senf (!).
Bleibt für mich noch die Frage nach dem Backfisch. Der wird ja so, wie man ihn auf der Kirmes oder dem Markt bekommt, meistens in Bierteig gebacken, und anders als beim Leberkäse ist hier der Name Programm: Für sechs große Stücke Kabeljau braucht man eine Flasche Bier (vermengt mit Mehl und Ei). Ich habe das früher selbst schon gemacht.
Aber wie *Rina* bezüglich des Tiramisu sagt, so gilt es auch für andere Schlemmereien:
... es gibt wirklich andere leckere Kalorienbomben…..
Und jetzt geht es ab auf den Wochenmarkt. Da wird sich doch was komplett Alkfreies finden lassen ![]()
Viele Grüße
Mattie
Hallo zusammen,
10 Wochen abstinent, und ich habe weiterhin das Gefühl von Bereicherung, nicht von Verzicht. Natürlich gibt es Momente, in denen ich hibbelig, unkonzentriert, reizbar, antriebslos oder schlaflos bin, aber die gab es auch unter Alkohol. Jetzt nehme ich sie deutlicher wahr und halte sie einfach aus, wende, manchmal, Beruhigungstechniken an oder lenke mich irgendwie ab. Neu ist dieses schon häufiger von mir beschriebene Gefühl der Gier auf irgend etwas. Allmählich möchte ich anfangen, die Süßigkeiten, die ich mir zu Beginn der Abstinenz gestattet habe, wieder zu reduzieren. Aber das ist nicht ganz leicht. Manchmal taucht irgendwo am Horizont, in sehr sehr weiter Ferne, ein Glas Wein auf, so weit weg, dass man kaum die Konturen erkennen, es nur erahnen kann, aber wenn das passiert, ballere ich das Bild - sinnbildlich - mit einem Faustschlag aus meinem Bewusstsein. Ich habe große Angst davor, dass solche Bilder mehr Raum in meinem Verstand einnehmen. Ich weiß, dass davon eine große Gefahr für mich ausgeht. Gut möglich, dass ich Meisterin im Verdrängen bin, aber in dem Fall hilft es hoffentlich. Die Firewall steht jedenfalls und wird laufend aktualisiert, auch wenn mir das als Überheblichkeit ausgelegt wird.
Meine Tage haben sich verändert. Es gibt kaum einen Tag, an dem ich aus meiner Höhle nicht herauskomme wie in früheren Zeit, als der Break nach dem Home Office die Flasche Wein war. Jetzt sind die Breaks: Aquagym, Schwimmen im Verein, zweimal die Woche SHG, Walking mit meinem Mann und weiterhin Kümmern um mein Ehrenamt (von dem ich hier nicht allzu konkret mehr erzählen möchte). Das ist alles kein bisschen stressig, sondern einfach nur wunderbar und tut mir richtig gut.
Und nun ein Punkt, der mir gestern Abend Schnappatmung verursacht hat: Wie erzählt, kochen mein Mann und ich inzwischen leidenschaftlich gerne komplizierte Gerichte nach Kochbuch. Für die Säure verwende ich gerne Zitrone/Zitronensaft, aber nun hieß es auf einmal: Essig! Mit sind die geläufigen Fallen bekannt wie Pralinen, Dessert, Kuchen, Mundspülung, medizinische Säfte, Saucen ... Aber Essig hatte ich nicht auf den Zettel. Allein die Namen! Rotweinessig, Weißweinessig, Branntweinweinessig ... Vor Schreck wären mir die Flaschen, die ich ganz hinten im Schrank mit den Würzsaucen gefunden habe, fast aus der Hand gefallen. Ich fühlte mich förmlich 'angesprungen' und hatte tatsächlich Fluchtinstinkte, wenn ihr versteht, wie ich das meine. Wir haben das alles entsorgt, dann erst habe ich die KI befragt: Ja, tatsächlich sind in den meisten Essigsorten Restalkoholmengen von 0,5 bis 1,5 %. Man ist sich uneinig bei Balsamico und Reiswein, aber das ist mir zu heikel. Da gehe ich nun auch auf Nummer sicher, ist alles entsorgt.
Was bedeutet das nun? Gut, im Salatdressing hat mir schon immer Zitrone besser geschmeckt, und auf Tomate, Mozzarella, Basilikum kann man Balsamico auch weglassen. Aber Kartoffelsalat, Linsensuppe oder auch (wie wir es bei Urlauben in England lieben) Fish & Chips! Wobei ... Backfisch! Bierteig! Noch eine üble Falle. Und das finde ich nun traurig. Klar, gibt es ein Leben ohne diese Gerichte, aber ich empfinde es gerade als Verlust. Kartoffelsalat geht ja praktisch gar nicht, denn auch wenn ich ihn nicht bayrisch anmache, sondern mit Mayo und Äpfeln, müssen ja Gewürzgurken dazu, und die sind demnach auch tabu, genau wie alle Mixed Pickles.
Hat schon mal jemand im Restaurant darum gebeten, bitte ohne Alkohol und ohne Essig? Wie geht ihr mit Essig um?
Euch allen ein schönes Wochenende!
Mattie
Schön, dass du dich wieder einmal gemeldet hast, R/no. Ich lese dich sehr gern im Forum. Aber warum denn so demütig?
Keiner ist fehlerfrei, und ich finde, den größten Respekt verdient jeder, der sich selbst hinterfragt. Das ist alles andere als dumm.
Glückwunsch zur installierten Steckdose ![]()
Mattie
Kleine Momentaufnahme: Ich freue mich gerade darüber, dass ich vor meinem Laptop sitze, im Forum lese (Gruß an Lavendelfuchs , ich habe deinen Strang mit großem Interesse gelesen), ein Käsebrot und Paprikaschnitze futtere, eine Limo light trinke und mir überlege, welche meiner Ideen fürs Wochenende ich denn gleich umsetze. Unter Alk hätte ich das erste Bier hinter mir, würde das zweite gerade öffnen, nach dem dritten eine halbe Stunde auf der Couch dösen müssen, um danach zum Rotwein überzugehen und irgendeine dumme Show im TV anzuschauen, von der ich, stetig den Alk in mich hineinschüttend, nur die Hälfte mitbekomme (was gemeinhin unerheblich fürs Verständnis ist). Ich hätte mich davon zu überzeugen versucht, dass so ein 'faules' Wochenende genau das ist, was ich brauche nach der Arbeitswoche.
Jetzt gehe ich alte Fotos sortieren und in Alben einkleben. Das ist so herrlich old school entspannend ![]()
Euch allen ein schönes Wochenende!
Mattie
Wie schön, zwei weitere Eulen zu treffen Rennschnecke und Alex_aufdemweg Manchmal fühlt es sich an, als sei ich nur von Frühaufstehern umgeben, und das Langschläfertum wird als vorübergehende pubertäre Abweichung gesehen.
Aber ich kenne die ausgesprochene und unausgesprochenen Wertung meiner lieben Mitmenschen auch nur zu gut und muss mich selbst immer wieder ermahnen, mich davon nicht beirren zu lassen.
Ja, da muss ich noch hin. Noch eiere ich herum, wenn mich jemand um halb zehn Uhr morgens vergeblich anruft, ich erst um halb zwölf zurückrufe und gleich zu hören bekomme: 'Na, habe ich dich geweckt?' Ich mag diese Dauerscherze nicht ![]()
Heute habe ich zwei im Drogeriemarkt gesehen. Tatsächlich auch in beiden Alkohol. Aber es gibt ein Tee. Da habe ich mir einen gekauft.
Habe auch Baldrian-Tabletten probiert. Eigentlich bringt bei mir alles nichts. Ich denke mir halt, wenn ein Körper früher sieben Bier aufwärts gewöhnt war, bringt so ein Tee halt nicht viel.
Es gibt tatsächlich diese Sprays auch ohne Alkohol, habe ich mir aber bisher noch nicht besorgt. Und Tees - klar, alles bekannt, womit man 'schön träumen' soll. Aber du hast vollkommen recht, wenn man sieben Bier oder etwas Adäquates gewohnt war, ist der Körper zunächst kaum schläfrig zu bekommen mit Baldrian, Lavendel & Co. Nicht nur beim Einschlafen, sondern generell, also zB auch bei kleineren depressiven Verstimmungen, ist meine Erfahrung während der Abstinenz, dass man manches einfach aushalten, aussitzen muss, einfach warten, dass es aufhört. Das tut es bisher immer zuverlässig. Ich muss, denke ich, einfach lernen, meinem Körper wieder 'Eigenheilung' zuzutrauen, nicht immer nach irgendwas zu suchen, was helfen könnte.
Liebe Grüße
Mattie
Hallo Mattie. Bei der Tafel suchen sie immer Leute. Hab ich auch schon mal gemacht. War interessant und ich habe dort ganz nette Leute kennengelernt.Jetzt bin ich bei der Lebenshilfe. Einfach mal schauen was zu dir passt.
Danke für den Hinweis, Bono59 . Mal schauen, was es letzten Endes für mich wird. Ich bin gerade für viele neue Eindrücke offen und höre mich nach allen Seiten um. Ich mag diesen 'Wind der Veränderung'.
Gestern wollte ich nach langer Zeit mal wieder ein Einschlafspray mit dem bekannten Schlafhormon nehmen, habe vorsorglich mal das Etikett gelesen, und siehe da: 10 % Alkohol! Das wäre so, als würde ich mir einen Sprühstoß Wein verabreichen! Unfassbar. Ist gleich in die Tonne gewandert. Dann lieber noch zwei Stündchen wach herumliegen.
Schönen Abend für alle
Mattie
Hallo zusammen,
in den Abendstunden das Haus zu verlassen fühlt sich gerade gut an. Ich bin ja tagsüber allein, habe eigentlich auch immer gedacht, dass es mir so reicht, aber jetzt, wo die Flasche Wein am Abend fehlt, muss da etwas anderes passieren. Die aufgesuchten realen SHG gefallen mir überraschend richtig gut. Ich habe inzwischen mehrere Langzeittrockene kennengelernt, die trotz aller Ernsthaftigkeit und Struktur ihren Humor nicht verloren haben - das macht mir Mut, so ein Austausch beflügelt mich, das sind Leute, mit denen ich mich gern umgebe, von denen ich profitiere. Die Gruppen erlebe ich als so positiv, dass ich mich aktuell gar nicht entscheiden kann, welche ich letztendlich regelmäßig besuche. Erst einmal habe ich jetzt mehrere Termine und genieße das reale Zusammensein mit anderen Abstinenten, manche seit Jahrzehnten, andere neu wie ich.
Ich hatte schon einmal geschrieben, dass ich eher eine Nachteule bin und an manchen Tagen nicht vor zwei Uhr ins Bett gehe. Morgens braucht man mich dann vor zehn Uhr gar nicht anzusprechen. Ich lege auch meine Termine frühestens ab elf. Ich hatte die Hoffnung, dass sich das mit der Abstinenz ändern würde, obwohl es auch in meinen Trinkpausen nicht anders war. Ich hoffe, da tut sich im Lauf der nächsten Monate noch etwas dran. Ich finde es ehrlich gesagt ein bisschen peinlich
Wenn ich schon mal morgens wegen eines Arzttermins um sieben Uhr das Haus verlassen muss (mit sehr kleinen Augen), dann sehe ich all die Leute mit ihren Rucksäcken und Aktenkoffern und Kaffee-to-go-Bechern an den Bahngleisen und Bushaltestellen stehen und denke, oh wei, die stehen da jeden Morgen, während ich mich im Tiefschlaf im warmen Bett umdrehe. Eigentlich könnte mir das egal sein, die Kinder sind aus dem Haus, mein Mann lässt mir meinen Biorhythmus, und meine Arbeit kann ich als Freiberuflerin auch um Mitternacht fertigstellen. Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig, wann ich schlafe, wann ich wach bin. Und dennoch wurmt mich dieser unsolide Rhythmus. Das erscheint mir wie ein Anhängsel aus der Zeit, als der Alkohol noch zu meinem Leben gehörte. Aber gut, ich beobachte das jetzt noch ein Weilchen, ob es sich vielleicht von allein umstellt, bevor ich mich einlese und umhöre, wie man daran etwas ändern könnte.
Viele Grüße
Mattie
Meine Mutter nervt mich manchmal, ich habe natürlich in meiner Familie erzählt, dass ich Alkoholikerin bin und die Krankheit seit 28.07. durch Abstinenz gestoppt habe, jetzt frägt sie bei jedem Telefonat nach ob alles in Ordung ist und ich weiterhin trocken bin. Wenn ich abends von der Arbeit mal müde bin und sie das am Telefon hört, frägt sie gefühlt tausendmal nach.
Ich kann ja verstehen, dass sie sich Sorge macht aber es nervt weil ich gar nicht an Alkohol denke und mich ihre Zweifel an meiner Aussage etwas verletzen.
Das kann ich total verstehen, das würde mich auch sehr nerven. Mein Umfeld weiß, dass ich keinen Alkohol mehr trinke, weil er mir nicht guttut, weil meine Gesundheit angeschlagen ist und weil ich ihn mit zunehmendem Alter überhaupt nicht mehr vertrage. Das ist der öffentliche Teil der Wahrheit. Deswegen lebe ich nun abstinent. Zu mehr Offenbarung fühle ich mich in meiner realen Welt nicht verpflichtet. Das wird von allen so akzeptiert, keinerlei Rückfragen, ob ich es nicht vielleicht doch noch einmal versuchen wolle oder ob ich es mir anders überlegt habe.
Lass dich nicht ärgern, wie Bolle schon sagte, Mamas sind so. Da spricht vermutlich eher die liebevolle Sorge als verletzendes Misstrauen aus ihr.
Dir auch einen schönen Sonntag und liebe Grüße
Mattie
Hallo zusammen,
die Tage ziehen sich geschmeidig dahin. Ich freue mich über jeden einzelnen, den ich abstinent verbringe, und beobachte ungeduldig meinen Zähler in der Abstinenz-App. Die Freude ist morgens am größten. Abends fällt mich hin und wieder das schon oben beschriebene Gefühl an, nicht satt zu werden, egal wieviel ich esse. Aber das kenne ich ja nun inzwischen, warte schon darauf, um das Suchtgedächtnis in seine Schranken zu verweisen.
Alkohol ist nach wie vor ein großes Thema für mich. Ich habe diesbezüglich noch einmal über Kater Stanislaus ' Bemerkung nachgedacht. Wie sollte es anders ein, dass mich Alkohol beschäftigt? Nicht in dem Sinn, dass ich daran denke zu trinken, sondern als Gift, über dessen Wirkungen und Gefahren ich so viel wie möglich erfahren und in mir abspeichern möchte. Beschäftigen sich nicht alle, die regelmäßig im Forum lesen, mit dem Thema? Für mich wäre es jedenfalls gefährlicher, wenn meine Krankheit keinen Raum mehr in meiner Gedankenwelt hätte.
Ich lese intensiv im Forum, zuletzt den Faden von Rennschnecke , in den ich mich sehr gern vertieft habe und in dem ich viel für mich herausziehen konnte. Liebe Grüße an dich!
In diesen Tagen bin ich auf der Suche nach einer realen SHG. In der alten, in der ich zuletzt vor zwei Jahren war, ist kein Platz mehr. Überhaupt scheinen die Gruppen aktuell sehr gut besucht zu sein. Ich schaue mir mehrere an und habe schon gemerkt, dass ich nicht nach dem ersten Eindruck entscheiden sollte. Menschen, die erst einmal überhaupt nicht zu mir zu passen scheinen, kommen mir, sobald sie von sich erzählen, näher. Generell fühle ich mich wohler in Gruppen, in denen der Frauenanteil nicht zu gering ist. Ich kann im Allgemeinen gut auch mit Männern umgehen, aber mir bringt es besonders viel, mich auch mit Geschlechtsgenossinnen auszutauschen. Hier würde mich interessieren, wie es damit anderen Frauen hier im Forum geht. Macht ihr da keinen Unterschied, oder haben "Frauengespräche" über Alkoholismus und die Erfahrungen von anderen Frauen besondere Bedeutung für euch? Es gibt ja auch reine Frauen-SHG, da werde ich mir auf jeden Fall auch noch eine anschauen.
Langfristig bin ich auf der Suche nach einem Ehrenamt. Der Gedanke ist in den letzten Tagen aufgekeimt. Mal sehen, wo er mich hinführt. Mein Leben besteht zu neunzig Prozent aus Arbeiten (allein am PC), Lesen, Kochen und Essen plus ein paar Highlights wie Aquagym, Spazieren, Freundintreffen, Katzekuscheln und natürlich last not least das Zusammensein, die Gespräche mit meinem Mann. Haushalt ist eine lästige Pflicht, und in den Garten zieht es mich leider in diesen Tagen gar nicht. Das war eine Zeitlang auch ein geliebtes Hobby, aber ist aktuell irgendwie vorbei. Kein Wunder bei dem grauen Wetter, denke ich. Ich würde gerne ein/zweimal die Woche mit kleinen Kindern arbeiten, weiß aber noch nicht, welche Voraussetzungen dafür notwendig sind. Vielleicht auch für die Tafel. Ich recherchiere nächste Woche mal, was da möglich ist. Auf jeden Fall aber habe ich das Gefühl, durch die Abstinenz Zeit gewonnen zu haben, und die kann ich ja irgendwie sinnvoll nutzen.
Viele Grüße
Mattie
Oh, neuer Name, dachte erst, werissndas? ... und auch noch hübsch renoviert, obwohl jetzt Herbst und kein Frühjahr...
Ja, ich dachte, es wurde mal Zeit, den Account aufzuhübschen. Da fühle ich mich gleich heimischer hier ![]()
die Liebe zum Tee ist geblieben
Die ist bei mir auch sehr ausgeprägt und hat seit der Abstinenz zu festen Ritualen der Entspannung geführt.
Nur aufpassen, dass sich nichts Neues als massive Tendenz (Suchtverlagerung) aufbaut. Dazu würde ich auch Sport zählen
Die Gefahr droht, das sehe ich glasklar. Aber eher nicht beim Sport, und online unterwegs bin ich auch meist nur während meiner Kaffeepausen. Ich sehe, dass ich aktuell mehr esse als unter Alk, aber gut, ich habe dennoch drei Kilo abgenommen. Also kann es jetzt nicht sooo schlimm sein. Dennoch behalte ich das im Auge und würde mich natürlich freuen, wenn ich durch eingesparte Alkoholkalorien später ohne Süßkram weitere 3-5 Kilo verliere. Schöner Nebeneffekt.
Meine wirklichen Freunde sind mir wichtig. Uns verbindet viel und Alk war ohne Zweifel bei manchen Verbindungen präsent aber selten bis nie dominierend. Da versuchte/versuche ich, neue Wege/Varianten für Aktivitäten zu finden, bei denen Alk "automatisch" wegfällt oder zumindest nebensächlich bleibt.
Das geht mir ganz genau so. Meine allerbeste Freundin treffe ich nächste Woche. Sie reist von hundert Kilometer entfernt an, und wir haben diesmal beschlossen, eine ausgedehnte Wanderung (ohne Marschverpflegung) zu machen, statt uns wie üblich in ein Café zu setzen. Dort hätte ich zwar auch lediglich Kaffee oder Tee getrunken und einen Eisbecher gelöffelt, aber Bewegung ist allemal besser. Dabei kann man auch wunderbar reden.
Liebe Grüße
Mattie
Post Akute Withdrawal Syndrome. PAWS beschreibt die Symptome nach dem akuten entzug.
Hi Maxi,
ich bin selbst noch am Anfang meiner Abstinenz, lese über Alkoholismus schon länger alles, was mir in die Finger fällt, aber PAWS ist mir bisher noch nicht begegnet. Ich habe es gleich in Chatgpt eingegeben und einige Aha-Erlebnisse gehabt. Vielen Dank für den Tipp und gutes Ankommen im Forum.
Viele Grüße
Mattie
Alex_aufdemweg Nun ja, das betrifft die aktuelle Situation. Ich weiß natürlich, wie leicht sich der Wind drehen kann, und, wie gesagt, ich kenne auch andere Phasen, in denen ich aus dem Sumpf kaum herauskam.
Zu der Mauer möchte ich noch sagen, dass ich mich möglicherweise missverständlich ausgedrückt habe. Es handelt sich lediglich um ein aktuelles Gefühl. Beispiel dafür: In manchen Momenten laufe ich herum und bekomme mich nicht satt. Ich überlege, was ich bloß noch essen könnte, obwohl ich längst genug gegessen habe. Ich ahne natürlich, dass sich hier das Suchtgedächtnis von hinten anpirscht, aber es gibt schlicht die Option nicht, zum Alkohol zu greifen. Die Flasche Wein ist im übertragenen Sinn völlig außerhalb meiner Sichtweite, dann lieber noch ein zehntes Lakritz und noch ein Stück Schoko. Eine Metapher wie Vorhang hätte als Ersatz nicht gepasst, denn den kann ich ja leicht wegschieben. Selbstverständlich weiß ich nicht, ob diese Mauer, die ich in diesen Tagen in meinem Inneren fühle, in einem Monat, einem Jahr oder zehn Jahren bröckelt oder mit Krawumm einstürzt. Mir ist überdeutlich bewusst, dass dies passieren kann, und ich achte auf die Zeichen.
Diese Woche lädt eine aus dem weiter oben beschriebenen "lustigen Weißweintrüppchen" zum Feiern ein. Für meinen Mann und mich war klar, dass wir da freundlich absagen. Bisschen schade drum, die Leute sind wirklich nett, aber auf jeden Fall die sichere Variante und ein gut zu vermeidendes Risiko.
In den nächsten Tagen sollten Einladungen zu Silvester eintrudeln. Da wird gern mal im weiteren Bekanntenkreis gefeiert. Wir werden bedauernd absagen, denn wir haben gestern vorgesorgt und uns Karten für ein Musical, Vorstellung am 31.12. abends, geholt, nur für uns beide und ganz ohne Party. Darauf freue ich mich jetzt schon.
Viele Grüße
Mattie
Es klingt alles so easy bei Dir.
Ja, das kann ich verstehen. Wobei mir allerdings auch bei anderen, die in etwa zur gleichen Zeit aufgehört haben und im Forum drangeblieben sind, auffällt, wie sehr sie das Nüchternsein genießen. Ich habe aktuell keine anderen Baustellen, von denen ich berichten könnte. Meine Lebensumstände sind relativ entspannt, und ich bin generell eher eine Frohnatur, vor allem, wenn ich mich schriftlich mitteile. Wobei mir düstere Episoden tatsächlich nicht fremd sind, aber das ist alles lange her und tut hier nichts zur Sache. Meiner Lebenseinstellung entspricht es, mich darüber zu freuen, dass ich seit nunmehr sieben Wochen abstinent bin. Tatsächlich ist das alles aber kein Spaziergang - ich berichtete ja über meine Stolpersteine und Fallstricke. Es gibt immer wieder diese Momente, an denen ich das Forum auch teilhaben lasse. Ansonsten freue ich mich, wenn es genau so weitergeht.