Beiträge von StepByStep

    Es hat sich ja dann in die richtige Richtung bewegt. Was hättest du gemacht, wenn es sich nicht beruhigt hätte? Hättest du weiter ausgehalten und durchgehalten?

    Ich habe irgendwann ein Gespür dafür entwickeln, wie weit ich aktuell gehen kann. Für den Fall, dass ich mich oder die Situation doch falsch eingeschätzt habe, hatte ich immer einen Plan B, mit dem ich jederzeit ohne Rücksicht auf andere die Situation verlassen konnte.

    Risikominimierung heisst auch, gerade im ersten Jahr Veranstaltungen, bei denen der Alkohol in der ersten Reihe sitzt, auszulassen. Der Grund: ich kann mich am Anfang nicht auf mich verlassen. Erkenne ich die Gefahr rechtzeitig, bin ich handlungsfähig?

    Das Gute ist, du hast eine Erfahrung gemacht, die dich weiterbringen kann, wenn du sie richtig deutest. Sie zu machen war trotzdem ein Risiko.

    Es hat sich ja dann in die richtige Richtung bewegt. Was hättest du gemacht, wenn es sich nicht beruhigt hätte? Hättest du weiter ausgehalten und durchgehalten? -

    Hallo Nayouk

    ich weiss nicht ob ich weiter ausgehalten hätte..eigentlich hatte ich zu meinem Mann gesagt, wenn ich die Schnauze voll habe, gehen wir. aber wie gesagt, dank der netten Gespräche ging der Nachmittag so schnell vorbei. Ja ich war leichtsinnig und es ging gut. Risikominimierung soll jetzt die Devise sein

    Frage: Warum hast Du Dich denn nicht vor der Veranstaltung mal mitgeteilt? Hattest Du Angst, Du könntest hier verbal abgewatscht werden? Es war Dir ja schon letzte Woche klar, dass Du da hin willst.


    Ein Forum wie dieses dient auch dazu, eigene gefährliche Verhaltensweisen zu spiegeln und mal zu hinterfragen, wie Erfahrene solche Manövern beurteilen. Das hier ist kein bloßes Schönwetterforum;)


    Du siehst, Du hast noch sehr viel Luft nach oben.

    Hallo Carl Friedrich, danke für deinen Beitrag.

    Zu deiner Frage Warum hast Du Dich denn nicht vor der Veranstaltung mal mitgeteilt? Hattest Du Angst, Du könntest hier verbal abgewatscht werden? Es war Dir ja schon letzte Woche klar, dass Du da hin willst. - Ehrlich gesagt nein, ich hatte keine Angst, ich hab schlicht und einfach nicht daran gedacht, zumal ich letzte Woche so viel zu tun hatte, dass ich kaum Zeit hatte hier zu lesen und zu schreiben.

    Ich werde versuchen achtsamer zu sein und mich mehr zu öffnen und mitzuteilen. Ich bin es so nicht gewöhnt, da ich ja sonst alles mit mir selber ausmache. Ich führe Selbstgespräche ohne Ende ;)

    das es jetzt alles gut gegangen ist kann dich leichtsinnig machen, so nach dem motto ich hab es ja im griff..... du wärst da nicht die erste. sei es dir wert nein zu sagen.

    Du hast Recht, man muss sich selber wert sein, nein zu sagen. Es fällt mir da schwer bei der Hochzeit einer guten Freundin nein zu sagen. Aber ja, das nächste Mal sollte ich dann einfach sagen , ich bin krank

    Hmh, frisch abstinent und dann auf einer Hochzeit?

    Auch wenn es am Ende gutgegangen ist, kann es immer noch nachwirken, z. B. Beim Einkaufen, da sei mal die nächsten Tage besser auf der Hut.

    ich hatte wirklich keine Lust da drauf, aber ich konnte da echt nicht absagen :( mein Mann war mir eine große Stütze. Ja, ich bleibe auf der Hut und bin froh, dass in nächster Zeit nichts mehr ansteht.

    moin step

    dann ist ja gut. das mit dem nicht nichts tun können kommt mir sehr bekannt vor :mrgreen:. dann wäre für dich ja fast "ausruhen lernen" ein schritt (den ich in 25 jahren noch nicht gescheit hin bekomme). wichtig ist einfach nur aus den alten gewohnheiten raus zu kommen um nicht irgendwann wie ferngesteuert die pulle in die hand zu nehmen. die gefahr besteht eben auch bei gleichbleibender routine in der freizeit. das du erst mal ne weile genau so platt bist wie nach dem suff ist auch normal, dein körper braucht doch ne weile den ganzen müll raus zu schaffen und alles wieder auf normalbetrieb umzubauen. und umbau kostet kraft. da ist heißhunger auf süßes genau so normal wie müdigkeit. wer abends immer am pc gedaddelt hat und dabei getrunken sollte da halt mal ne weile pause machen und zb stricken oder so einfach um die bekannten abläufe zu verändern und alles der reihe nach vom alk zu entkoppeln.

    das mit dem weg gehen solltest du auch fürs erste einschränken wenn du da mit alk konfrontiert wirst. du könntest zumindest deine familie einweihen und die könnten ja dir zu liebe mal ne weile party ohne suff machen, glaub mir das geht wunderbar. ich hab im ersten jahr an nichts teilgenommen wo getrunken wurde. wenn ich mir das bein gebrochen habe melde ich mich nicht zum marathon an. heute stört es mich nur noch selten, aber es kommt vor und da ich noch ne weile leben möchte bleibe ich an solchen tagen einfach auf dem sofa. meine freunde und bekannten wissen das und da ist dann auch keiner beleidigt wenn ich aufstehe und gehe weil die mir zu weinseelig werden. aber am anfang bin ich nirgends hin gegangen, mein leben ist dann doch wichtiger als paar std blabla.

    oja, das Ausruhen lernen ist echt eine große Herausforderung...ich hab es auch mit Meditieren versucht, aber es fällt mir so schwer einfach ruhig zu sitzen und die Gedanken kommen und gehen zu lassen. Auch geführte Meditationen sind anstrengend, meine Gedanken schweifen immer total ab....aber Handarbeit entspannt mich.

    Das mit dem Weggehen einschränken: ja ich kann es total nachvollziehen. Ich war gestern auf einer Hochzeit. Die Vorstellung war der pure Horror: wie soll ich den ganzen Tag nur überstehen? Der erste Trigger war nach der Kirche beim Sektempfang, da hat es mich schon voll genervt, ich bei Wasser und Orangensaft. Ich konnte mich nicht wirklich unterhalten, fühlte mich unsicher, langweilig, wusste nicht was ich da gross reden soll. Nach dem Essen mit vollem Magen wurde ich nur müde und dachte: shit, der Tag ist noch lang, am liebsten würde ich jetzt aufs Sofa. Aber dann habe ich mit ein paar Gäste unterhalten die auch nur bei Wasser und alkoholfreies Bier da saßen, wir haben uns ganz nett unterhalten (nicht über Alkohol), ich meinen Kaffee und Kuchen genossen und zack war es schon Abends. Als wir heimkamen dachte ich: schön, abends von so einer Feier heimzukommen, ohne betrunken zu sein. Das hat mich wirklich befriedigt und bin zufrieden ins Bett gefallen. Natürlich war das Gefühl heute morgen noch schöner 🙂

    Somit ist das Wochenende überstanden. In naher Zukunft stehen keine weiteren Veranstaltungen an. Was bin ich froh.

    Hallo Dorothea,

    also langweilig ist es mir tatsächlich nie, ich habe immer sehr viel zu tun, Arbeit, Haushalt und Hobbies, mache viel Handarbeit. Es ist auch so, dass wenn ich abends getrunken habe, immer nebenher was gemacht habe. Ich kann einfach sehr schwer nichts tun. Nur ist es so, dass ich mit dem abendlichen Trinken noch mehr gemacht habe, noch länger wach geblieben bin. Natürlich war ich morgens total gerädert. Jetzt nutze ich die Nüchternheit um wieder einen natürlichen, gesunden Schlafrythmus zu bekommen. Anfangs war ich morgens ohne Alkohol genauso erschöpft. Jetzt langsam, seit ein paar Tagen wird der Schlaf erholsamer.

    Was das Umfeld angeht: Ich geh nicht so oft weg, bin gern zu Hause, auch allein. Mein Mann trinkt nicht. Das ist eine große Unterstützung . Aber wenn wir weggehen und Freunde und Familie treffen, ja da wird überall getrunken. Alkohol ist einfach überall ...

    so, die ersten 2 Wochen sind mal wieder vorbei.

    Irgendwie kommt mir das länger vor. Die erste Woche war ich viel beschäftigt mit Gedanken beobachten, in mich reinhören, wo und wann sind die Trigger, wann ist die Lust auf Wein am stärksten? Nun ja, eigentlich ist es immer das gleiche Muster, die Lust kommt am Abend, wenn ich nach einem langen Tag heimkomme und nach dem alles erledigt ist, kommt dieses Gefühl: aaaaaaaaaaah, und jetzt entspannen, runterkommen, belohnen. Um dem ganzen zu umgehen, beschäftige ich mich noch mehr, was gerade dazu führt, dass ich nie Feierabend habe :mrgreen::lol:

    Dafür gehe ich deutlich früher ins Bett. Während ich die Abende mit einer Flaschen Wein bis um 23.00 oder 24.00 Uhr verbracht habe (die Flasche musste ja schliesslich leer sein...), schaffe ich es jetzt gegen 22.00 Uhr ins Bett zu gehen. Es macht jetzt auch keinen Sinn mehr, ohne Wein länger aufzubleiben....

    Hallo zusammen,

    ich wollte mich nach 7 Tage melden, dann hatte ich so viel zu tun und war so "im Teig", dass die Zeit so schnell vorbei ging.

    Heute ist mein 12. Tag nüchtern 😊 und mir geht es gut dabei. Diese Woche ist wieder voll mit Terminen, meine "Trigger" kommen Abends, wenn ich nach einem stressigen Tag in den Feierabend-Modus wechsele. Mal mehr, mal weniger. Aber ich merke, dass es mir ohne Alkohol besser geht, und das Gefühl morgens, zu wissen meine Mattigkeit und Müdigkeit kommen nicht vom Alkohol ist wirklich erleichternd. Aber da muss ich immer zwei mal überlegen, warum ich so müde bin 🤣

    LG

    StepByStep

    Hallo Dorothea,

    Auch dir Danke für deinen Tipp. Hab gestern geschaut, wo die nächste Beratungstelle ist. Irgendwie traue ich mich aber nicht oder noch nicht. Ich muss darüber nochmal nachdenken. Warum ich mich nicht traue? Eine Mischung aus: hoffentlich sieht mich niemand/ hoffentlich treffe ich niemand bekanntes/ was denken die von mir / brauche ich das jetzt wirklich / kann ich es auch ohne Beratung / keine Ahnung....

    Danke dir. Ich habe mal vor vielen Jahren das mit dem Alkoholkonsum einer Therapeutin erzählt, die ist nicht darauf eingegangen. Vor ein paar Jahren habe ich auch meinen Hausarzt unter Tränen gesagt, ich trinke zu viel. Er meinte ich soll versuchen zu reduzieren. Da meine Blutwerte top sind und ich sonst auch hochfunktional bin, wird das wohl nicht so ernst genommen. Ich hatte nie körperliche Entzugserscheinungen bei meinen Alkoholpausen, ausser dass ich die ersten Tagen nicht gut einschlafen kann. Ich werde jetzt jeden Tag hier reinschreiben.