StepByStep - Mehrfach versucht aufzuhören – diesmal will ich es schaffen

  • Aber dann habe ich mit ein paar Gäste unterhalten die auch nur bei Wasser und alkoholfreies Bier da saßen, wir haben uns ganz nett unterhalten (nicht über Alkohol), ich meinen Kaffee und Kuchen genossen und zack war es schon Abends.

    Das ist halt die Krux an solchen Veranstaltungen, es teilen sie die Besucher recht schnell auf in:

    • Trinker, die heftig saufen (dazu zählte ich früher auch mal)
    • und Wenig- bis Nichttrinker.

    Du hast es gut überstanden, auch wenn es es für einen Neuling eine hochriskante Veranstaltung war. Zu groß war das Risiko, selbst spontan zuzugreifen, da das Suchtgedächtnis enorm provoziert wird oder ein anderer Gast einem spontan ein Glas in die Hand drückt. Dann ist es bis zum Trinken nicht mehr weit.

    Ich kann nur anraten, Dich in den nächsten Wochen mal gründlich zurückzuhalten und einen großen Bogen um alle "feucht-fröhlichen" Treffen zu machen. Auf so was hast Du in den ersten Wochen und Monaten nichts verloren, bis Du etwas Stabilität gewonnen hast. Und die kommt nicht von jetzt auf gleich, sondern dauert schon mehrere Monate.


    Frage: Warum hast Du Dich denn nicht vor der Veranstaltung mal mitgeteilt? Hattest Du Angst, Du könntest hier verbal abgewatscht werden? Es war Dir ja schon letzte Woche klar, dass Du da hin willst.


    Ein Forum wie dieses dient auch dazu, eigene gefährliche Verhaltensweisen zu spiegeln und mal zu hinterfragen, wie Erfahrene solche Manövern beurteilen. Das hier ist kein bloßes Schönwetterforum;)


    Du siehst, Du hast noch sehr viel Luft nach oben.

  • Hmh, frisch abstinent und dann auf einer Hochzeit?

    Es war deine Entscheidung und du hast es gemacht und es ist gut gegangen.

    Du hast jetzt aber auch gespürt, wie präsent das Suchthirn ist und das kann auch gehörig schief gehen.
    Du musst nur an die falschen Leute geraten, in der falschen Situation sein, plötzlich Angst haben, dass es jemand merkt, dass du Alkoholikerin bist und ......und schon ist es passiert.

    Es hat sich ja dann in die richtige Richtung bewegt. Was hättest du gemacht, wenn es sich nicht beruhigt hätte? Hättest du weiter ausgehalten und durchgehalten?

    Ich habe irgendwann ein Gespür dafür entwickeln, wie weit ich aktuell gehen kann. Für den Fall, dass ich mich oder die Situation doch falsch eingeschätzt habe, hatte ich immer einen Plan B, mit dem ich jederzeit ohne Rücksicht auf andere die Situation verlassen konnte.

    Risikominimierung heisst auch, gerade im ersten Jahr Veranstaltungen, bei denen der Alkohol in der ersten Reihe sitzt, auszulassen. Der Grund: ich kann mich am Anfang nicht auf mich verlassen. Erkenne ich die Gefahr rechtzeitig, bin ich handlungsfähig?

    Das Gute ist, du hast eine Erfahrung gemacht, die dich weiterbringen kann, wenn du sie richtig deutest. Sie zu machen war trotzdem ein Risiko.

    -------------------------------------------------------
          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • das es jetzt alles gut gegangen ist kann dich leichtsinnig machen, so nach dem motto ich hab es ja im griff..... du wärst da nicht die erste. sei es dir wert nein zu sagen.

    Du hast Recht, man muss sich selber wert sein, nein zu sagen. Es fällt mir da schwer bei der Hochzeit einer guten Freundin nein zu sagen. Aber ja, das nächste Mal sollte ich dann einfach sagen , ich bin krank

  • Frage: Warum hast Du Dich denn nicht vor der Veranstaltung mal mitgeteilt? Hattest Du Angst, Du könntest hier verbal abgewatscht werden? Es war Dir ja schon letzte Woche klar, dass Du da hin willst.


    Ein Forum wie dieses dient auch dazu, eigene gefährliche Verhaltensweisen zu spiegeln und mal zu hinterfragen, wie Erfahrene solche Manövern beurteilen. Das hier ist kein bloßes Schönwetterforum;)


    Du siehst, Du hast noch sehr viel Luft nach oben.

    Hallo Carl Friedrich, danke für deinen Beitrag.

    Zu deiner Frage Warum hast Du Dich denn nicht vor der Veranstaltung mal mitgeteilt? Hattest Du Angst, Du könntest hier verbal abgewatscht werden? Es war Dir ja schon letzte Woche klar, dass Du da hin willst. - Ehrlich gesagt nein, ich hatte keine Angst, ich hab schlicht und einfach nicht daran gedacht, zumal ich letzte Woche so viel zu tun hatte, dass ich kaum Zeit hatte hier zu lesen und zu schreiben.

    Ich werde versuchen achtsamer zu sein und mich mehr zu öffnen und mitzuteilen. Ich bin es so nicht gewöhnt, da ich ja sonst alles mit mir selber ausmache. Ich führe Selbstgespräche ohne Ende ;)

  • Es hat sich ja dann in die richtige Richtung bewegt. Was hättest du gemacht, wenn es sich nicht beruhigt hätte? Hättest du weiter ausgehalten und durchgehalten?

    Ich habe irgendwann ein Gespür dafür entwickeln, wie weit ich aktuell gehen kann. Für den Fall, dass ich mich oder die Situation doch falsch eingeschätzt habe, hatte ich immer einen Plan B, mit dem ich jederzeit ohne Rücksicht auf andere die Situation verlassen konnte.

    Risikominimierung heisst auch, gerade im ersten Jahr Veranstaltungen, bei denen der Alkohol in der ersten Reihe sitzt, auszulassen. Der Grund: ich kann mich am Anfang nicht auf mich verlassen. Erkenne ich die Gefahr rechtzeitig, bin ich handlungsfähig?

    Das Gute ist, du hast eine Erfahrung gemacht, die dich weiterbringen kann, wenn du sie richtig deutest. Sie zu machen war trotzdem ein Risiko.

    Es hat sich ja dann in die richtige Richtung bewegt. Was hättest du gemacht, wenn es sich nicht beruhigt hätte? Hättest du weiter ausgehalten und durchgehalten? -

    Hallo Nayouk

    ich weiss nicht ob ich weiter ausgehalten hätte..eigentlich hatte ich zu meinem Mann gesagt, wenn ich die Schnauze voll habe, gehen wir. aber wie gesagt, dank der netten Gespräche ging der Nachmittag so schnell vorbei. Ja ich war leichtsinnig und es ging gut. Risikominimierung soll jetzt die Devise sein

  • Hallo Step, ich kann Doro und den anderen nur recht geben, lass solche Feierlichkeiten und andere Anlässe im ersten Jahr besser aus.

    Ich bin letzten Silvester auch mit meiner Frau und einem befreundeten Paar am Esstisch gesessen, es war keine sauferei aber nach ca. einer Stunde bin ich dann zu den Kindern ins Wohnzimmer. Es passiert doch automatisch das der Blick auf dem Glas oder der Weinflasche hängen bleibt, außerdem bemerke ich schon nach einem halben Glas den Zungenschlag und die veränderte Art der Person.

    Eigentlich macht es doch auch beiden Seiten keinen Spaß, jeder fühlt sich gestört. Ich hab das ausgehalten und es ist nichts passiert aber es hat meine Gedanken angeregt und die waren nicht alle nur negativ. Da kommt dann auch der alte Teil hoch, vielleicht von einer Feier vor ein paar Jahren. Jedenfalls wird das Gehirn angeregt darüber nachzudenken und im Idealfall wollen wir das doch gar nicht.

    Auch wenn du dir sagst, das ist Teufelszeug, bin ich froh das ich das nicht mehr muss usw. bist du doch auch in dem Moment mit Alkohol beschäftigt.

    Mir geht das auf jeden Fall so, auf der Arbeit sehe ich manchmal Kollegen nach Feierabend trinken und ich kann noch nicht gehen. Ich halt das zwar aus aber immer wenn es so war denk ich dann auf der Heimfahrt darüber nach und da kommt auch die Suchtstimme manchmal ganz vorsichtig hoch und versucht sich anzubiedern.

    Am Anfang hab ich auch noch gedacht, das dass mir alles gar nichts ausmacht und ich das aushalten muss und kann, inzwischen denk ich anderst darüber, ich kann das aushalten aber es ist auch ein Risiko was ich ja eigentlich nicht eingehen will, aber warum mach ich das dann? Ich schreib das Menschen die Alkohol trinken mir unangenehm sind, dann muss ich das so gut es geht vermeiden.

    Ich stehe nicht auf wenn im Eiscafé am Nachbartisch was getrunken wird aber bewusst muss ich dem auch nicht aussetzen, auf der Arbeit muss ich halt in einen anderen Raum gehen auch wenn es nicht so komfortabel ist.

    Bei mir hat das ewig gedauert und ich bin froh das ich die Erkenntnis gewonnen hab das es doch etwas in mir auslöst, auch wenn ich es mir als positiv verkaufen will, ich denk in dem Moment dann an Alkohol und das will ich nicht mehr, nur noch wenn es sein muss.

    Also ich meine diese negativen Gedanken an Alkohol die man dann als positiv sieht...ich weiß nicht ob ich das verständlich machen konnte was ich meine...

    Gruß R/no

  • H Gedanken an Alkohol die man dann als positiv sieht...ich weiß nicht ob ich das verständlich machen konnte was ich meine...

    Gruß R/no

    Ich weiss nicht, ob ich das wirklich richtig verstanden habe. Aber mir fällt dazu was ein. Ich habe vor ca 12 Jahren mit dem Rauchen aufgehört und ich hab wirklich sehr viel geraucht. 1,5 Schachteln täglich, am Wochenende auch mal zwei. Ich bin da auch nicht Feierlichkeiten fern geblieben, weil eventuell dort Raucher anwesend waren. Da musste ich ja auch durch. Und ich sehe ehrlich gesagt auch nicht unbedingt bei den Feierlichkeiten den furchtbaren Trigger, sondern eher bei meinen Abenden zu Hause mit meinen "Feierabend- und Runterkommen-Gefühlen". ich hoffe ihr versteht was ich meine.

    Nach so vielen Jahren denke ich 0,0 ans Rauchen. Es fehlt mir nicht, es stört mich aber auch nicht wenn jemand raucht. Ich mag nur nicht den Geruch von kaltem Rauch oder an meinen Klamotten oder Haaren. Das ist eklig. Das Rauchen ist komplett weg aus meinem Gehirn, ich würde auch nicht auf die Idee kommen mich in einem Raucher-Abstinenzler Forum aufzuhalten, weil es nicht mehr teil meines Lebens ist und es für mich keinen Sinn machen würde.

    Mein Ziel mit dem Alkohol ist, genauso an den Punkt zu kommen, wo man überhaupt nicht mehr daran denkt. Das wäre sooo schön. Eine Frage an die Langzeitabstinenzler: Kommt euch nicht manchmal der Gedanken "was mach ich hier eigentlich, es gehört ja nicht mehr zu mir." ich meine wenn man hier im Alkoholforum unterwegs ist, triggert das nicht auch einen, wenn man ständig über Alkohol spricht? Diese Frage interessiert mich wirklich.

    Bin gespannt auf eure Meinungen

    Liebe Grüsse

  • Verschiedene Süchte lassen sich nur eingeschränkt miteinander vergleichen. Gerade bei Nikotin und Alkohol ist es besonders schwierig. Ich habe auch einige Jahre vor der Abstinenz mit dem Qualmen aufgehört, ohne jedes Problem, weil ich einfach die Schnauze voll hatte.

    So einfach war es mit dem Alkohol leider nicht, weil er viel tiefer von mir Besitz ergriffen hatte.


    Eine Frage an die Langzeitabstinenzler: Kommt euch nicht manchmal der Gedanken "was mach ich hier eigentlich, es gehört ja nicht mehr zu mir.

    Wenn sich diese Denkweise breit macht, ist für mich Gefahr im Verzug. Rückfälle von Langzeitabstinenten sind, so meine Fetsstellungen in den letzten Jahren, häufig von dem vorangehenden Gedanken begleitet, man sei über den Berg und könne jetzt wie ein Normaler leben und dazu gehört in unserer Gesellschaft oft auch der Konsum von Alkohol.

    Ich lebe frei, mich berührt es nicht (mehr), wenn im Restaurant z.B. von meiner Frau etwas getrunken wird. Nur an "feucht-fröhlichen" Veranstaltungen nehme ich nicht teil. Wird eine solche zu alkohollastig, dann verabschiede ich mich und bin weg. Dies aber nicht, weil ich eine unmittelbare Gefährdung meiner Abstinenz vermute, sondern weil ich "besoffenes Geschwätz" einfach nicht mehr im Kopf aushalte. Dafür ist mir meine verbleibende Lebenszeit zu schade.


    Ich habe mir den Respekt vor dem Alkohol und meiner Krankheit bewahrt. Das trifft es am besten. Die Krankheit ist noch da, sie ruht ganz tief in mir drin und geht auch nie mehr weg. Genau damit habe ich meinen Frieden gemacht und komme prima zurecht. Das ging allerdings nicht in kurzer Zeit, das dauerte bei mir schon etwas länger.


    Damit ich all das nicht vergesse, bin ich hier.

  • Ziele bei einer Suchterkrankung heißen, sie zu stoppen und alles zu tun, was dafür nötig ist. Alles andere sind Wünsche aus tausend und einer Nacht.;)

    Als Erstes. Rauchen und Alkoholismus sind nicht dasselbe. Jeder Vergleich führt in die Irre. Beim Rauchen bedeutet ein Rückfall, dass man , falls man überhaupt abhängig war einfach wieder raucht.

    Beim Alkohol kann ein Rückfall direkt in den Entzug, ins Delir oder Schlimmeres führen. Das ist eben eine völlig andere Liga.

    Und es geht auch nicht darum, "nicht mehr daran denken zu wollen‘" Alkohol verschwindet nicht aus dem Kopf. Einmal Alkoholiker, immer Alkoholiker. Es bleibt also ein Thema, weil es eine Suchterkrankung ist, keine schlechte Angewohnheit.

    Und es braucht Aufmerksamkeit. Jeden Tag. Keine Panik, aber es sollte klar sein. Das hast du ja auf der Hochzeit selbst gemerkt. Du dachtest, du bist stabil, und plötzlich war der Druck da.

    Genau so funktioniert Alkoholismus. Und die Saufmuster verschwinden auch nicht aus dem Kopf. Sie können überschrieben werden aber sie bleiben immer ein Teil von dir, im Hintergrund, abrufbar.

    Die Grundbausteine muss man nicht nur kennen man muss sie irgendwann auch leben. Bei einer Suchterkrankung geht es immer ums Tun. Und wie ich es seit fast 20 Jahren hier raushaue "Tun, muss man tun ".

    Schau sie dir nochmal an.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Dir alles Gute weiterhin.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Rückfälle von Langzeitabstinenten sind, so meine Fetsstellungen in den letzten Jahren, häufig von dem vorangehenden Gedanken begleitet, man sei über den Berg und könne jetzt wie ein Normaler leben und dazu gehört in unserer Gesellschaft oft auch der Konsum von Alkohol.

    Das kann ich total nachvollziehen, so ging es mir auch schon mal mit dem Rauchen. Einmal 3 Jahre aufgehört, da dachte ich auch mal, ich könnte mal eine rauchen....ab und zu mal eine macht ja nichts. Und zack war ich wieder drin, und hab noch mehr geraucht als vorher. Beim letzten Mal aufhören war mir dann klar, ich als starker Sucht-Raucher werde nie ein Gelegenheitsraucher werden. Ich darf einfach keine mehr rauchen. Punkt.

  • Ziele bei einer Suchterkrankung heißen, sie zu stoppen und alles zu tun, was dafür nötig ist. Alles andere sind Wünsche aus tausend und einer Nacht.;)

    Als Erstes. Rauchen und Alkoholismus sind nicht dasselbe. Jeder Vergleich führt in die Irre. Beim Rauchen bedeutet ein Rückfall, dass man , falls man überhaupt abhängig war einfach wieder raucht.

    Beim Alkohol kann ein Rückfall direkt in den Entzug, ins Delir oder Schlimmeres führen. Das ist eben eine völlig andere Liga.

    Und es geht auch nicht darum, "nicht mehr daran denken zu wollen‘" Alkohol verschwindet nicht aus dem Kopf. Einmal Alkoholiker, immer Alkoholiker. Es bleibt also ein Thema, weil es eine Suchterkrankung ist, keine schlechte Angewohnheit.

    Ich verstehe, dass ein Rückfall bei Alkohol viel schwerwiegender Folgen hat als ein Rückfall beim Rauchen, dass das eine ganz andere Liga ist. Dennoch ist rauchen nicht nur eine schlechte Angewohnheit, sondern auch eine Sucht. ich bin die erste 4 Wochen lang fast die Wände hoch gegangen. Aber klar, ich verstehe, Alkohol ist noch viel schlimmer, ich will das auf keinen Fall verharmlosen.

    Dennoch hoffe ich, dass die Gedanken und die Lust nach Alkohol nach und nach weniger werden, genau so wie die Gier nach Zigaretten verschwunden ist. Und so wie ich weiss, dass mich eine einzige Zigarette sofort zurück in die Sucht treiben würde, denke ich auch, dass ein einziges Glas mich wieder zum täglichen Trinken führen würde.

  • Wir sind hier ein Alkoholiker‑Forum, und deshalb bleiben wir auch bei der Alkoholsucht.

    Vergleiche mit anderen Süchten bringen dich nicht weiter, weil sie am Kern vorbeigehen. Jeder Ausweichschritt in Richtung „ist ja wie Rauchen“ nimmt dir den Blick auf das, was wirklich zählt. Du bist alkoholkrank, und genau das braucht deine volle Aufmerksamkeit.

    Alkohol ist eine eigene Baustelle, mit eigenen Risiken, eigener Dynamik und eigenen Konsequenzen. Wenn du ausweichst, drehst du dich im Kreis. Deshalb lassen wir die Vergleiche weg und bleiben bei dem, worum es hier geht, deiner Alkoholsucht und deinem Weg raus daraus.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ja das denke ich auch. Andere Süchte sind halt nicht so zerstörerisch wie die Alkoholsucht. Schon öfters von Menschen gehört, dass es so einfach war mit Rauchen aufzuhören aber mit dem Alkohol geht es nicht.

    Alkohol löst Partnerschaften, Finanzen, den Arbeitsplatz, die Fahrerlaubnis auf...nur Probleme löst er nicht...

  • Wir sind hier ein Alkoholiker‑Forum, und deshalb bleiben wir auch bei der Alkoholsucht.

    Vergleiche mit anderen Süchten bringen dich nicht weiter, weil sie am Kern vorbeigehen. Jeder Ausweichschritt in Richtung „ist ja wie Rauchen“ nimmt dir den Blick auf das, was wirklich zählt. Du bist alkoholkrank, und genau das braucht deine volle Aufmerksamkeit.

    Alkohol ist eine eigene Baustelle, mit eigenen Risiken, eigener Dynamik und eigenen Konsequenzen. Wenn du ausweichst, drehst du dich im Kreis. Deshalb lassen wir die Vergleiche weg und bleiben bei dem, worum es hier geht, deiner Alkoholsucht und deinem Weg raus daraus.

    Sorry, wollte nicht vom Alkohol ablenken. Das ging mir heute einfach durch den Kopf

  • Hallo Step,

    von mir noch ein Hallo und Willkommen hier im Forum, sowie Glückwunsch zu 20 Tagen Abstinenz. Ich habe gerade Deinen Faden gelesen und mich in einigen Dingen ( Dein Trinkverhalten, Deine Scham) wiedergefunden.
    Die Anfangszeit war schwer für mich, ständig die Gedanken an Alkohol, aber es wurde mit der Zeit leichter. Inzwischen sind es 2 Jahre, trotzdem befasse ich mich jeden Tag damit, aber es triggert mich nicht mehr.
    In der Anfangszeit bin ich früh ins Bett, hab dann noch gelesen oder versucht zu schlafen.
    Ich habe mich auch bei Familie und Freunden geoutet, um Hintertüren zu schließen. War bei der Suchtberatung und habe es offiziell bei meinen Ärzten und Therapeutin gemacht.
    Heute stehe ich dazu, dass ich Alkoholikerin bin, kein Verstecken, keine Lügen mehr…

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!