Beiträge von Hartmut

    Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass ich mich bewusst zurück gehalten habe was Aktivitäten angeht, die mit Alkoholkonsum im Zusammenhang stehen

    Wichtig auf meinem Weg waren erstmal ein alkoholfreies Umfeld. Zu Hause wie auswärts. Unabhängig aller Personen, die es anders sahen. Alles meiden, was mich in Gefahr bringt, ist gut, aber nur wenn ich diese Zeiten mit etwas anderes Positiven besetze, das Hirn überschreiben.


    Sonst kann es zu massivem Verzicht kommen und die Motivation nichts mehr saufen zu wollen wird vom Suchtdruck eingeholt.

    Hast du mit deinem Trinken niemand verletzt, hast du nur für dich allein gelebt.

    Mit dem Trinken verletzt? Meinst du in der Partnerschaft? Natürlich gab es da und da psychische Verletzungen. Ich habe ja sehr lange in einer klassischen CO-Alkoholiker-Beziehung gelebt. Nur wurde nicht alles auf das Saufen heruntergebrochen. Co und der nasse Alkoholiker ist ja eine wundervolle, leidtragende Symbiose

    Aber wann war es durch den Alkohol ab wann nicht? Im Nachhinein bringt es mich auch nicht weiter, es zu wissen. (mich nicht)

    Dann kam die Trennung von mir, weil ich mich anderweitig umgeschaut hatte. Die Beziehung, davon bin ich heute auch überzeugt, hätte auch ohne Alkohol keinen Bestand mehr gehabt. Natürlich sind Trennungen nicht so dolle. Gerade für meine damalig EX hatte massive Probleme damit und alles Recht der Welt ihre Wut herauszuschreien. Auch irgendwelche auch irrsinnigen Schuldzuweisungen zu geben.

    Ich sehe gerade am Anfang des Weges, dass die Sucht für vieles herhalten muss. Sie wird instrumentalisiert oder ein Verhalten darin begründet. Natürlich ist Sucht ein Arsc....aber wenn ich es auf Beziehungen herunterbreche, ist es nach näheren Hinsehen auch mal nur ein vorgeschobener Grund.

    Nun wollte ich auch aus der Sucht raus und irgendwie schaffen, dass die Sucht zwar als gegeben, aber nicht mehr maßgebend ist. Den Weg der Akzeptanz zu erreichen, dass sie da ist, aber ich bestimmend bin. Das geht ja nicht, wenn ich die Sucht ständig instrumentalisiere. Ich halte sie damit auch im trockenen Zustand am Leben. Es reicht mir mittlerweile auch das Wissen für immer süchtig zu bleiben und es keinerlei Heilung gibt.

    Oder wie es immer wieder heißt. Loslassen können.

    So sehe ich es auch mit dem Alkohol. Er ist da, aber er tut mir ja nichts. Er rennt mir nicht nach, er legt sich nicht freiwillig in den Einkaufswagen oder ich werde mit vorgehaltener Waffe gezwungen einem Werbeversprechen nachzugehen.

    ABER, es war nicht immer so. Es ist ein Prozess, der nie endet. Das erste Jahr, die ersten Schritte waren das Grundgerüst für mein heutiges zufriedenes Leben.

    .

    Erik schlug gestern mit voller Wucht zu, Ganz unverhofft, auf einer Veranstaltung auf die ich mich sehr gefreut hatte.

    Unverhofft auf einer Veranstaltung?

    Wir empfehlen grundsätzlich das erste Jahr Veranstaltungen/ Feste zu meiden, entweder wo gesoffen wird, wo man selbst gesoffen hat. Das vor, während oder nach der Veranstaltung.

    Ich habe immer im Hinterkopf. Sucht denkt nicht, Sucht handelt.

    Als Erstes spiele ich nicht mit dem Überbegriff Depression. Das ist eine schwerwiegende Krankheit.

    Warum hast du dann gesoffen?

    Gegenfrage. Muss es dafür einen Grund geben? Reicht da nicht auch aus , dass der Alkohol griffbereit war?

    Einen Grund suchen, etwas zu finden und sich die Frage ständig stellen zu müssen, warum? Selbst wenn es ein Grund vorgeschoben wird, wer sagt mir das es dieser war und vor allem was ändert es an dem IST Zustand? Ich hatte ja über Jahrzehnte gesoffen. Wo fange ich an, wo höre ich auf?

    Ich beschäftigte mich ganz wenig mit der nassen Zeiten, mein Augenmerk ist das trockene Leben. Für mich ist oder war das akzeptieren der Weg, nicht das ergründen.

    Begünstigt hatte meine Sucht. In einem nassen Umfeld aufgewachsen, als Kind nachgemacht, als Jugendlicher mit der Clique an der Tagesordnung. Am Wochenende Party/Festivals "Es gehörte auch später im Beruf dazu" dann irgendwann den Point off Return nicht mehr geschafft.

    Ich glaube, sowohl Suchtkranke als auch Co-Abhängige haben ähnliche Herausforderungen zu meistern: Selbstzerstörung stoppen … Selbstwert erkennen, Selbstliebe praktizieren, Traumen verarbeiten, innere Leere aushalten bzw. überwinden

    Ich spreche nur von mir.

    Ich hatte außer der Selbstzerstörung nur die Sucht zu stoppen. War ja dem Tode nach einem Rückfall gerade so von der Schippe gesprungen.

    Ich war jedoch nicht depressiv oder litt an einer Depression, hatte irgendeinen Selbstwert oder Selbstliebe zu kitten. Traumen hatte ich auch nicht. Zumindest nicht in Verbindung mit der Sucht. Obwohl, EKA und Alkoholiker.

    Ich sehe bei vielen Alkoholiker aus meinem Blickwinkel heraus, dass sie auf einmal zu viel wollen und je umfangreicher sie sich Hilfe suchen, um zu sehr interpretieren sie Ihre persönlichen Defizite in die Sucht herein. Ich war von Anfang an bemüht, es zu trennen. Step by Step und nur das, was mir guttut und nicht das, was andere dachten, es wäre notwendig. Jedoch klar und ohne viel Kompromisse nach den Grundbausteinen.

    Bei EKA , bei Co mag das anders sein.

    Aber kommen wir mal wieder zurück in das Thema. :)

    Ich war so tief erschüttert und entkräftet von dem Auf und Ab, von dem schnellen Wechsel zwischen Hoffnung und Enttäuschung und dem Schock darüber, wie ich mich selbst verloren habe, dass ich erkannt habe, dass diese Liebe ungesund für mich ist und ich mit untergehe, wenn ich nicht loslasse!

    Was meiner Vermutung auch nahe liegt. Es braucht auch bei CO Strukturen einen Tiefpunkt.

    Die Erkenntnis der Machtlosigkeit gegenüber sich selbst und der Sucht ist auf Co und Alkoholiker Seite der erste Schritt in die richtige Richtung.

    Das glaube ich ehrlich gesagt nicht. Bei einigen mag das zutreffen. Aber nicht bei den meisten! Es gibt sehr viele Cos die eine verdrehte Vorstellung von Liebe haben!

    Unbenommen, aber wird nicht die Liebe mit Co verwechselt?

    Und ich selbst habe aufgrund meiner Eka Geschichte

    Nun bin ich auch EKA und habe meine Geschichte. Ich komme jedoch noch aus der Generation, da war ein Elternteil von dem anderen seinen Verdienst (überwiegend Frauen)abhängig. Zudem Trennungen eher in die Schublade "Das geht gar nicht"" kam. Heute sind meist beide Berufstätig und Scheidung an der Tagesordnung.

    Ich habe für seine Gesundheit und für meine Partnerschaft gekämpft.

    Ich kenne deine Geschichte nicht ganz genau, aber ich mag deine offene, direkte und unverblümte Art.

    Hat es dein Partner damals auch so gesehen oder wolltest du es so sehen, um zu retten, was nicht mehr zu retten war?

    Danke erstmal.

    Nun hat sich ja meine These an CO Abhängige und Alkoholiker gerichtet. Beides sollte da schon sein.

    Plötzlich steht ein anderer trockener Mensch vor mir, den ich als Co gar nicht so kannte. Es ist ja meist ein jahrelanger, leidvoller Wertegang vorgeschaltet, und die Belastungen aus der Vergangenheit gären ja noch in mir. Da ist/war es mir wichtig, auch Erfahrungen zu lesen. Ich bin so ein Erfahrungs-Junkie :)

    Und mal Hand aufs Herz

    (Provokation an)

    Die meisten Suff Co Beziehungen sind meist nur noch aus materieller Sicht zusammen. Die Liebe oder Zuneigung ist doch schon längst weggesoffen. Es wird, um sein Gesicht zu wahren, alles Mögliche vorgeschoben, bis eine neue Sicherheit für sich gefunden wird. Und da gibt es noch welche , die eine Trennung schon im Kopf haben, aber sich noch eine Absolution aufgrund der Abhängigkeit des Partners holen wollen.

    (Provokation aus)

    Ja Helmut,

    du kannst aber auch Hartmut zu mir sagen :mrgreen:

    Das "Aufarbeiten" der eigenen Vergangenheit, seiner psychischen Belastungen, Familie, sein Verhalten ist eine andere Schiene für mich.

    Für mich selbst gibt es da zwar auch kein Aufarbeiten, eventuell mal hinschauen, mal ergründen, wie was war, aber sicherlich nicht mit der Motivation es verstehen zu können, zu müssen oder dass es mir hilft. Je öfter ich mir was hervorhole, betrachte ich es anders und es bleibt somit frisch. Meist sind ja auch äußere Faktoren wie Familien, Freunde oder andere Personen, die es beeinflussten, dass es mir nicht so gut ging.

    Und bevor wieder eine Welle der therapeutischen Entrüstung durch das Forum auf mich herüberschwappt. Es ist meins und ich weiß wie sehr viele es anders sehen und handhaben. Das ist dann auch gut so. Zum Schluss ist ja jeder allein.

    Zurück zur Sucht.

    Ich habe zu allen Emotionen, zu allen Anlässen oder Begebenheit gesoffen. Es gab immer und das in allen Lebenslagen Begründungen und für mich Ursachen dazu. Das verstand ich auch erst später bei meinem Weg.

    Nicht die Ursachen haben mich zum Saufen gebracht, es war die Sucht, die die Ursachen als Anlass nahmen. Also erstmal abgegrenzt. Was mir wichtig war, wo sind meine Stolpersteine, wo bin ich gefährdet, wo hatte ich am meisten gesoffen.

    Und da ging ich dann sehr pragmatisch vor und schaffte mir mein persönliches alkoholfreies Umfeld. Und hier im Forum fand ich sogar schon eine Gebrauchsanweisung, wie ich das am risikoärmsten umsetzen kann.


    Ich habe deine Signatur umgewandelt zu meinem Weg.

    Manchmal ist der richtige Weg der einfachste Weg.

    Die Sucht ist auch ein Symptom. Wenn ich aber nur die Sucht bekämpfe und nicht den Ursachen auf den Grund gehe, dann wird die Sucht weiter bestehen, ob aktiv oder im Unterbewusstsein. Ich werde also mein ganzes restliches Leben, damit zu kämpfen haben. Suche ich aber die Ursachen und bearbeite sie, dann wird auch die Sucht irgendwann für mich überflüssig.

    Ist das so? Wenn es dir hilft, dann bleibe am Ball.

    Bei mir war es nicht so. Bin jetzt über 16 Jahre zufrieden trocken und habe über 30 Jahre gesoffen. Kein bemerkenswerter Kampf bisher.

    Sicherlich gab es Situationen, Begebenheiten oder Lebensumstände, die den Weg in meine Sucht begünstigten. Aber nicht der Grund und schon gar nicht die Gründe. Wo fange ich an, wo höre ich auf, mit der Suche nach den Ursachen? Sie sind rückwirkend eh nur verschwommen zu sehen. Für sich selbst eine Entschuldigung finden für die Sucht? Jede Flasche, die ich mir an den Hals gesetzt habe, hatte eine Ursache.

    Ich bin süchtig geworden, weil ich den schleichenden Übergang zur Sucht nicht bemerkt hatte. Einfach zu viel gesoffen. Und dafür und nicht für irgendwas anderes übernehme ich die Verantwortung.

    Am Anfang meines Weges war ich auch auf der Suche, merkte jedoch schnell, dass es mit dem Schönreden meiner Sucht zu tun hatte. Eine Entschuldigung, dass ich nicht anders konnte. Nicht mehr meine Baustelle.

    Hallo zusammen

    mal paar Gedanken / Thresen zu CO / Alkoholiker Abhängigkeit Beziehungen. Warum Trennung in den meisten Fällen auch in der trocknen Zeit unvermeidbar werden.

    Erst begleitet der Co den Partner in den nassen Jahren und wenn er trocken werden will, übernimmt der Co (größtenteils) die Unterstützung zum Trocken werden mit ins Programm. Erst nass, dann trocken. Wo liegt da dann der Unterschied? Die Hoffnung, das Damoklesschwert, dass der Partner nicht mehr trinkt, bleibt ja erhalten. Der Druck wächst weiter in der Beziehung.

    Anderes Beispiel. Wenn ein Alkoholiker in Therapie kommt, und nach Wochen wieder zu Hause ist, wird die Beziehung auf eine zusätzliche Probe gestellt. Es kommt ja ein "neuer" zumindest ein veränderter Partner zurück. Beide stehen dann weitgehend vor eine neue Person.

    Und was passiert nach der Trennung? Ich kenne einige, die sich wieder in einer ähnlichen neuen Beziehung wiederfinden.

    Wie waren da Eure Erfahrungen?

    Hallo Theresa

    ich schreibe dir mal als Alkoholiker. Hätte ich damals eine Partnerin gehabt, die konsequent ihr Vorgehen durchsetzt hätte, wäre der Partnerin und auch mir viel Leid erspart gewesen. Mir jedoch auch nur, wenn ich es von mir aus gewollt hätte und nicht aufgrund des Druckes.

    Lasst dich auch nicht von dem Zauberwort Therapie einlullen. Das Schlagwort hat keinen Wert.

    Heute sind es 150 Tage Nüchternheit! Und es ist mir nicht einmal schwer gefallen, obwohl es einige Situationen gab, die normalerweise mit einem Totalausfall geendet hätten: Geburtstage von guten Freunden, geschäftliche Feiern, Hochzeit, Treffen mit Freunden im Biergarten.

    Ich bin gerade einfach nur dankbar, nicht mehr trinken zu müssen!

    ist auch nicht unüblich das genau da die Fallstricken am Anfang sind. Sucht ist ein Ars...ch. Einlullen, den Alkoholiker sich sicher fühlen lassen, dann zuschlagen.

    Jedoch sind 150 Tage schon mal ein guter Anfang. Dazu und dass du mit weiterer Hilfe immer am Ball bleibst eine Gratulation.

    Weiter so!

    Hallo liesel,

    mein Standardsatz lautet. Wer will findet Wege, wer nicht will, findet Gründe.

    Sich in die Opferrolle begeben, hat nie eine Lösung gebracht. Kann man zwar sein Leid klagen, andere in seinen Bann ziehen, welch armes hilfloses Wesen man ist, jedoch hilft das nicht . Das hast du doch gar nicht nötig.

    Lass dich doch mal professionell von einem Anwalt oder ähnliche Stellen beraten, was bei einer Trennung passiert. Was mit dem Kind passiert. Beraten heißt nicht, dass du dich trennen musst, sondern sichert dich ab, sollte es zu einer Trennung kommen.

    Und niemand weiß ja, dass er trinkt. Außenstehende merken nichts- er wirkt normal, wenn man ihn nicht sehr gut kennt und er kann sich prima verstellen.

    War schon so als er zum Psychologen musste bei der MPU

    Die Anwälte, die Beratungsstellen für sind ja nicht bescheuert, um das nicht zu wissen. Das ist ihr tägliches Brot. Du bist ja nicht alleine, die sowas widerfährt.

    War das zu direkt? Dann entschuldige ich mich.

    Hallo Elraine,

    Es sind nicht die Umstände, die mich zum Saufen bringen, es ist nur die Sucht, die mir Saufen als Lösung anbietet.

    Gut das du da wieder in die Spur gekommen bist. Das schaffen nicht viele. Aber eines verstehe ich nicht ganz, warum du dich nicht vor dem Rückfall hier nicht gemeldet hast und Unterstützung angefordert? Hier sitzen doch die Profis. ;) Kein Vorwurf, nur ein Denkanstoß.

    Auch habe ich gemeinsam mit meiner Therapeutin und meinem Partner eine "Vereinbarung" verfasst, was bei einem erneuten Rückfall für Konsequenzen entstehen

    ich weiß das, dass es da und da angewendet wird und einigen auch hilft.

    Ich bin lieber freiwillig und aus Überzeugung für mich ganz alleine trocken. Meine Konsequenz ist nicht Familie, Therapeuten oder sonstiges Personen. Die sind alle austauschbar. Meine Konsequenz ist bei einem Rückfall ein möglicher Tod.

    Aber ich möchte mich bei dir auch bedanken, dass du den Mut hattest uns darüber zu erzählen. Viele verschwinden oder haben unberechtigterweise irgendwie Angst. Das braucht es nicht.

    Ehrlich gesagt, das weis ich nicht. Nein, da wird nichts getrunken. Ich selbst habe beim Sport auch fast nie etwas getrunken, hinterher schon.

    Nach dem Sport einen guten Schluck als Belohnung. Dass du es nicht vergisst, sorgt die Sucht während dem Sport schon dafür.

    Ich weiß zwar nicht, welchen Clubs du gehst, ob dort gesoffen wird oder du eine Handbreit vom Alkohol weg bist. Wie ich mir das vorstellen kann, aber Alternative gibt es da genug. Kommt natürlich darauf an, ob ich eine Alternative möchte.