Beiträge von Hartmut

    Ich war also im Dauerkampf gegen die Sucht und brauchte immer etwas um dagegen zu halten.

    Du hast doch die Antwort schon ;)

    Was ist momentan, denke ich, anders bei mir? Ich kämpfe nicht gegen die Sucht, ich kann sie nicht besiegen auch nicht mit noch soviel Einsatz und Energie.

    Kampf aufgegeben, erkannt das es mit Kampf nicht funktioniert. Innerlich kapituliert.

    Aber das, was du mit früher beschriebst, waren bei mir Trinkpausen. Den Körper mal "resetten" (Gesund machen) Mit Sport oder ähnliches ausfüllen, die mir das Gefühl gaben, noch kein Alkoholiker zu sein, um folge dessen dieses Gefühl nach einer Zeit wieder begießen zu können

    Ich denke das ich auch das typische Beispiel von funktionierenden Alkoholiker, die erst gegen die Sucht ankämpfen, bis sie merken das keinen Sinn mehr macht .

    Ich hoffe ich habe mich nicht komplett verrannt und irgendjemand konnte mir noch folgen.

    Solange du dir noch folgen kannst, ist alles in Ordnung. :mrgreen:

    Hallo Maddalena

    Was mich ein wenig nachdenklich macht ist, dass meine Ärzte in der Klinik als auch mein Psychiater mich in der Vergangenheit nicht darauf hingewiesen haben, dass meine Trinkpausen schon geprägt waren von Abhängigkeit. Das meine Beschwerden nicht nur psychosomatisch sind , sondern schon Entzugserscheinungen sind .

    Ich brauchte keine Bestätigung oder Entschuldigung für meine Sucht. Ich brauche keine Ärzte oder Psychologen, die etwas diagnostizierten, was offensichtlich für mich war. Zudem, was hätte es geändert?

    Ich möchte mir noch ein gutes Buch dazu kaufen , um noch besser informiert zu sein.

    Einen besseren Tipp als die 20.327 Themen und 714.759 Beiträge in diesem Forum nachzuschauen kann ich dir nicht geben :mrgreen: Das sind erlebte Geschichten.

    Aber ich denke schon das der eine oder andere noch ein Buch empfehlen wird.

    Das mit der Hochzeit ist mir natürlich bewusst, aber bis das soweit ist, ist noch über einen Monat Zeit um mich weiter zu festigen

    Woran machst du es fest, dass du zu diesem Zeitpunkt gefestigt bist und was sagt dir, dass gerade die Vorbereitungen auf ein Fest keinen Suchtdruck auslöst?

    Ich kann dir nur sagen, dass es einen Grund hat im ersten Jahr auf solche Festivitäten zu verzichten und den Verzicht mit etwas anderen zu ersetzen.

    ch habe den Großteil meines anwesenden Freundeskreis über meine Erkrankung informiert, was ich schonmal als kleinen Schutz sehe, und ich könnte es mir nie verzeihen wenn ich auf dieser Hochzeit betrunken rumtorkeln würde- niemals.

    Und am Schluss reibt sich die Sucht die Hände und lacht darüber. Zu makaber? Es ist ja nicht so, dass der Tag überstanden werden kann. Es ist vielmehr so, dass es danach weiter geht. Du nimmst alle Sinneseindrücke mit nach Hause. Das andere Saufen können und dich Bemitleiden nicht mit Trinken zu können. Ich hatte mir da immer die Gedanken gemacht, was der wahre Grund ist dahin zu gehen. Die Angst nicht mehr dazuzugehören, ausgeschlossen zu sein oder ähnliches.


    Gibt es irgendwas, dass ich übersehen habe oder hat jemand andere Ratschläge, außer das ganze abzusagen?

    Du hast dich doch entschieden. Aber eine Absolution kann dir keiner geben. Sucht ist eben nicht immer planbar. Risiken vermeiden schon.

    Warum war das gut fuer Dich und wie hast Du Dich auf die Sucht konzentriert?

    Hast Du da ein Beispiel, damit ich es ein bisschen besser verstehen kann?

    Weil es der Grund war, warum ich mich hier angemeldet hatte und vordergründig, erstmal stabil trocken werden wollte. . Geschaut welche Maßnahmen dafür erforderlich sind das Saufen erstmal zu lassen. Mein Leben auf Trocken umgestellt. Das mit einem Tun. Die Grundbausteine umgesetzt.

    Ich habe nicht mein ganzes Leben infrage gestellt oder Tiefen analysiert, warum, wieso und weshalb. Nur, weil ich gesoffen hatte und den Übergang in die Sucht nicht bemerkte. Alkohol begleitete mich ja 30 Jahre lang.

    Mir war es da auch wurscht, warum ich gesoffen hatte, denn ich habe rund um die Uhr gesoffen. Aufarbeiten wofür? Am Anfang stellte sich mir diese Frage gar nicht. Das mag der eine oder andere gerne für sich wissen wollen. Oder kann es nicht verstehen. Für mich war das einen Strich darunterzusetzen. Zudem hatte es ja Zeit.

    Klar kamen dann die einen oder Fragen auf, jedoch die behandelte ich am Rande. Für mich bringt es nichts, mich ein Leben lang damit zu beschäftigen, was ich nass erlebt habe. Mich interessiert, was mich trocken hält und das stand und steht heute noch im Fokus.

    Wie Du es für Dich machst, was Dir hilft, steht ja auf einem anderen Blatt. Es gibt keine Blaupause für einen Weg in die Trockenheit. Es gibt nur gewisse Fundamente, Umrisse, die es ermöglichen. Für mich die Grundbausteine.

    Ich hatte mal ein Gespräch mit jemanden, der mir erklärte, dass es heute ganz andere, neue wissenschaftlich oder therapeutische Ansatzpunkte gibt, die eine Sucht behandeln. Mag sein. Ich merke leider nichts daran. Nicht an der Rückfallquote, nicht an der Zufriedenheit des Einzelnen oder lese etwas von Spontanheilungen.

    Ich kann mich natürlich auch fragen. Was habe ich in den letzten 16 Jahren falsch gemacht, dass ich zufrieden trocken bin?

    Lieber Hartmut,


    das klingt ja traurig.

    Traurig? Verstehe ich nicht. . Es kommen doch immer wieder mal Unebenheiten, denen ich mich dann stellen muss, kann oder darf. Es reicht mir aus, das richtige Rüstzeug für Eventualitäten paart zu haben . Das sind eigentlich nicht viele.

    Kennst du schon den Artikel?

    Grundbausteine für ein nüchternes Leben - Alkoholiker Forum (alkoholiker-forum.de)


    Größtenteils habe ich danach gehandelt.

    Deswegen helfen Du (darf ich Dich eigentlich duzen?

    . Es kristallisiert sich dann ja auch heraus, was fuer eine zufriedene Abstinenz funktioniert und was eben nicht.

    Ja.

    So kann ich sehen, welche Antworten es auf welche Fragen gibt, und die Leute koennen sich die besten Antworten fuer sich raussuchen.

    Die Antworten, was nichts mit der Sucht zu tun haben, ändern sich eh ständig. Selbst die Antworten, was die Sucht betrifft, werden mit dem Status der Trockenheit immer wieder angepasst.

    Deswegen bezweifle ich das Folgende.

    . Es kristallisiert sich dann ja auch heraus, was fuer eine zufriedene Abstinenz funktioniert und was eben nicht.

    Zufriedenheit in der Abstinenz heißt aber noch lange nicht ein zufriedenes Leben.

    Natürlich gibt es sie, wenn ich bereit soweit bin, den Fokus weg von der Flasche zu nehmen, sehe ich sie deutlicher.

    Vielleicht hätte ich besser soweit als bereit schreiben sollen. Bereit bist du ja, aber eben noch nicht ganz soweit. Ist nichts Negatives, es ist ein Entwicklungsprozess. Deswegen ist es auch so wichtig, sich auszutauschen.

    Was mich momentan am meisten beschäftigt ist das Thema Schlaf.

    Aus meiner Sicht ist das nicht überbewertet.

    Nun habe ich nach 16 Jahren trocken sein, immer noch Schlafprobleme.

    Hatte also nichts mit der Sucht zu tun. In der nassen Zeit war übrigens, alles willkommen um einen zu trinken. Solange ich noch etwas "Gutes"dem Alkohol zugeschrieben hatte, so lange befand ich mich in akuter Gefahr wieder zu saufen.

    Es muss andere Lösungen geben.

    Natürlich gibt es sie, wenn ich bereit bin, den Fokus weg von der Flasche zu nehmen, sehe ich sie deutlicher.

    Servus Peter.

    Es tut mir wirklich leid und ich versuche, mich den Regeln und Normen in diesem Forum anzupassen.

    Du hast nichts verkehrt gemacht. Alles gut. Im Gegenteil, deine offene Art dich mitteilen schätze ich sehr. Nur wer viel schreibt, sein Ich hier öffnet, bekommt Antworten. Die sind nicht immer toll oder schmecken einem, aber es ist ja seins, wie er diese für sich einordnet.

    . Vielleicht koenntest Du mir sagen, wie es optimal waere, hier im Forum zu schreiben. Also gibt es eine Anzahl von Woertern und Fragen, die Sinn machen?

    Soviel es dir selbst hilft. Es gibt da keine Grenzen. Was bei mir geholfen hat, muss ja nicht bei dir helfen. Ich schreibe ja aus meinen Anfängen und Erfahrungen heraus. Meist etwas sehr direkt, aber nicht weniger herzlich. Mache einfach weiter so.

    Ich kenne das übermotiviert sein auch oder die Euphorie am Anfang. Ich hatte ja, was erreicht, was jahrelang nicht geklappt hatte. Den Schlussstrich zu ziehen, um wieder ein Leben zu haben. Da haben mich auch so mancher Langzeittrockner darauf hingewiesen, dass alles seine Zeit braucht.

    Also Peter mal ohne Lustig,

    was willst du mit den ganzen Fragen erreichen? Einen Schnelldurchlauf ins trockene Land? Mach doch mal langsam ;) Mit der Zeit erübrigen sich viele Fragen. Außerdem rennen die nicht weg. Viele lösen sich auch in Luft auf. Hat doch nicht alles mit Saufen zu tun.

    Gerade am Anfang ist das System Alkoholiker noch sehr aktiv und bietet auf Fragen, die eventuell "tiefer" gehen, nur die Lösung Saufen an. In dieser Unsicherheit greifen viel zur Flasche. Deswegen meine Warnung.

    Am Anfang war es mir sehr wichtig, eine gewisse Stabilität zu erreichen. Hieß durch Umsetzen von Aktivitäten. Alles andere hatte für mich Zeit.

    Habe meine Gefühle beobachtet, Situationen wo Gedanken ans Saufen aufkamen, hatte ich mit anderen Denkweise oder Aktivitäten ersetzt.

    Heißt das Belohnungssystem, was im Hirn nur durch das Saufen die Antwort gab, mit anderen positiven Sachen besetzt.

    Gerade am Anfang auf dem Weg in die Trockenheit ist das System Alkoholiker noch sehr aktiv und bietet auf unbeantwortete Fragen die Lösung Saufen an. Etwas mehr Geduld ist da sehr wichtig.


    OFF Topic

    Ich gehe zu den AA´s - ein Leitspruch ist dort: Nur heute trinke ich nicht, ich lasse das erste Glas stehen. Es wird nicht gesagt: "ich trinke nie wieder". Sondern immer nur für heute.

    Da braucht es keine AA oder andere Gruppen dazu. Ich würde mich eher mal fragen, warum du bemüht bis, fast jeden User, der hier aufschlägt, in die AA oder anderen Gruppen zu schicken? Ist schon auffällig, wie oft du die AA erwähnst. Dass es auch andere Gruppen gibt, ist eigentlich jedem bekannt und sich auch hier mit einer Adressleiste aufgeführt.

    Zudem hat nicht jeder, gute Erfahrungen mit den AA.s oder andere Gruppen gemacht. Du hast dein Heil dort gefunden. Ist auch schön. Es hat aber auch Gründe, warum User hier aufgeschlagen und da finde ich es nicht gut, ihnen das Gefühl zu geben, weggeschickt zu werden

    Warum bist du jetzt ohne Alkohol gluecklich?

    Oder bist du eher zufrieden?es

    Gibt es da einen Unterschied fuer Dich?

    Nun hat Alkohol nichts mit Glücklich und Zufriedenheit im Leben zu tun. Sonst wären ja alle Nichtsüchtigen oder die keinen Alkohol trinken unzufrieden und unglücklich. Sind sie das? Er war in der nassen Zeit nur der bestimmende Teil im Leben, das gezwungene Mittel zum Zweck. Deswegen verbinde ich das auch nicht mit dem normalen Leben.

    Zufrieden bin ich jedoch, dass ich nicht mehr trinken muss. Wäre ich nicht zufrieden, dann würde es Verzicht bedeuten und gefährlich werden. Etwas nachtrauern, was Saufdruck fördern kann und einen Rückfall auslösen könnte.

    Nun hatte das Saufen sehr viel Zeit gekostet, jedes Glas, jede Flasche und der besoffene Zustand danach hatte mich ja wesentlich eingegrenzt und von vielen anderen abgegrenzt. Ich musste mich als gezwungenermaßen in einem nassen Umfeld aufhalten. Übrigens mag auch kein Nüchterner ständig Besoffene um sich herum.

    Das andere Leben um den Alkohol herum kannte ich ja nicht mehr wirklich und musst es wieder neu entdecken. Schritt für Schritt hab ich etwas unternommen und die Zeiten, an denen ich gesoffen habe, wurden damit überschrieben.

    Zu den Fragen zurück. Es ist auch normal, mal unglücklich und unzufrieden zu sein.

    ! Ich kann sie abhalten vom Alkohol, ich müsste nur da sein können…. ich stand schon mehrfach vor der Entscheidung das zu tun, alles hinschmeissen und ihr helfen.

    Mal Klartext.

    Nö, kannst du nicht. Hat ja auch nicht in der Vergangenheit geklappt. Sonst wärst ja nicht hier.

    Eventuell klappt es mal temporär. Aber bei jeder Gelegenheit wird sie wieder saufen. Das ist nun mal so, wenn es nicht von ihr kommt.

    Selbst wenn sie sich tot saufen würde, ist es ihres. Du bist und bleibst dabei immer der Leidtragende. Was willst du für dich tun? Glaubst du wirklich, dass du sie trocken legen kannst? Schon mal eine Ecke weiter gedacht? Würde sie sich darauf einlassen, was wäre dann? Da würdest du weiterhin ständig in Angst leben, dass sie wieder säuft. Oder?

    Also wenn ich schon einem anderen nicht weiter helfen kann, muss ich mich doch selbst mal retten. Oder nicht?

    Hallo Peter,

    ich breche es mal auf mich runter wie ich es geschafft habe nun 16 Jahre zufrieden trocken zu leben .

    1. Warum trinke ich Alkohol?

    2. Wann greife ich wieder zur Flasche, obwohl ich eigentlich nicht trinken moechte?

    3. Warum moechte ich keinen Alkohol mehr trinken?

    Zu 1, 2 und 3 meine Antwort. Sucht.

    4. Was müsste passieren, damit ich nicht mehr zur Flasche greife?

    Die Erkenntnis, Alkoholiker zu sein, Kapitulation gegenüber dem Alkohol. Kampf aufgeben, dass ich es je wieder normal trinken kann. Größtmöglicher Eigenschutz durch alkoholfreies Umfeld. Ich habe nicht mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt, ich habe es nur der Sucht angepasst.

    Zur Suchtberatung regelmäßig gegangen.

    Versucht, im Selbststudium - Verhaltenstherapie - mangels Therapeuten und Terminen - mich auf einen

    zufriedeneren Weg zu bringen.

    Seit letzter Woche gehe ich in 2 Selbsthilfegruppen.

    Zu viel auf einmal? Die Hilfe von außen machte mich nicht trocken, sie war nur ein Baustein, ich machte mich trocken.

    Wenn ich unter Druck stehe, weil ich trocken werden will, ist zusätzlicher Druck nicht gerade förderlich. Auf alle Situationen, darunter auch Druck, habe ich jahrelang mit dem Lösungsmittel Alkohol reagiert. War ja nicht weg, nur weil ich mir dachte jetzt nicht mehr zu saufen.

    Ich hatte dafür gesorgt, eben diesen Druck mit etwas positiven zu besetzen/ersetzen . Das war nicht lesen, das war nicht das Hinterherrennen von Hilfsmaßnahmen. Es war einfach das Tun. Ich habe mich darauf konzentriert, was erstmal zu meinem Schutz dient. Angefangen mit dem alkoholfreien Umfeld und annähernd an unseren Grundbausteinen.