Beiträge von Hartmut

    Nun behaupte ich mal, dass Liebe nicht blind macht, sondern nur die Verliebtheit, lässt das eine oder andere Hormon für die Fortpflanzung erwecken und blendet vieles aus. Ist ja evolutionär so vorgesehen. Da kann eine Trennung schwierig sein.

    Die Liebe jedoch kann sich zur Sucht entwickeln, dass sich mit einer Selbstaufgabe bemerkbar macht. Das eigene Leid wird nicht gesehen und der Schrei nach Erwiderung wird immer lauter, was in einer Verzweiflung endet.

    Wer jetzt Ähnlichkeiten zum Co-Verhalten entdeckt, liegt richtig. Kann man verwechseln.

    Das ist einer der Gründe den Sinn einer Online-Selbsthilfe in Frage zu stellen, da gibt es immer wieder Leute, die das mit einem asozialen Netzwerk verwechseln.

    Das mag sein. Aber dieses Forum wird moderiert und wir sind stets bemüht es auf einen "normalen" Level zu halten.

    Ich glaube das die Umstellung zur Abstinenz nicht plötzlich, sondern stufenweise erfolgt. Oder?

    Nö, wenn ich heute wieder saufe, dann bin ich wieder dabei.


    Bei mir lag nie eine körperliche Abhängigkeit vor, daher sehe ich das Trinken von alkoholfreien Bier nicht ganz so eng

    Aber wir hier in unserer SHG sehen das sehr eng.

    Es ist egal, ob nur psychisch oder physisch. Die Abhängigkeit unterscheidet sich nur in den körperlichen Auswirkungen, aber ändert nichts am Zustand. Sucht ist Sucht. Sonst hättest du ja nie aufhören müssen. Oder?

    Wenn ich unbewusst Getränke, die Alkohol enthalten können, zu mir nehme, es dann nach der Erkenntnis lasse, bin ich auf dem richtigen Weg . Wenn ich jedoch weiß, dass alkoholfreies Bier bis zu 0,5 % enthalten kann, es ignoriere und es dann bewusst trinke, dann bin ich immer noch mitten in der Sucht.

    Doch ab und zu klingelt der Teufel Alkohol an meiner Tür im Kopf und sagt , wie war's mit einem wässerchen?

    Das ist ja sein Job. Der will dich genauso wieder ins Boot zurückholen wie dein Bekannter. Obwohl der Alkohol kein Teufel ist, der war vor deiner Sucht da und wird danach auch da sein. Ich muss damit umgehen können, es ist meine Sucht.

    Zu dem Bekannten ist nicht viel zu sagen, wenn er es nicht versteht, dann kicke ihn aus deinem Leben. Wir empfehlen nicht umsonst sich von nassem Umfeld und Sauf Freunden zu verabschieden. Die können mit uns trockenen Alkoholiker nicht und wir nicht mit Ihnen.

    Alles andere braucht eben seine Zeit. Mache was draus.

    ich denke, dass man auch schon, ohne regelmäßige Kontrollverluste zu erleben, abhängig vom Alkohol sein kann.

    Nein.

    Wenn du dein Trinkverhalten unter Kontrolle hast, dann kannst du ja jederzeit aufhören. Kannst du das? Ist es nicht eher, eine sich selbst vorgemachte Kontrolle? Aber selbst wenn, würde ich mich fragen, warum ich etwas unter Kontrolle halten muss, wenn ich nicht süchtig bin?

    Der Unterschied zwischen Missbrauch und Abhängigkeit definiere ich so.

    Ich missbrauche hin und wieder den Alkohol, um einen gewissen Zustand zu erreichen. Bei Abhängigkeit geht das nicht mehr, da muss ich saufen, unabhängig des Zustands den ich erreichen will.

    Auch alkoholfreies Bier geht (ich kenne den Rat dazu, dass es eigentlich besser wäre, kein Alkoholfreies Bier zu trinken..).

    Alkoholfreies Bier enthält in den meisten Fällen Alkohol, zudem riecht, schmeckt und sieht es aus wie Bier. Für mich ein Rückfall. Der fängt im Kopf an. Was war der Auslöser, den zu trinken? Gruppenzwang? Angst, nicht dazuzugehören? Dann Urlaub im ersten Jahr. Dasselbe nasses Umfeld ?( wenn ich richtig gelesen hatte dazu noch etwas kiffen.

    Es ist dein Weg, aber ich sehe solche Wege mehr als kritisch an. Ich kenne keinen, der es so geschafft hat.

    Trocken heißt für mich nicht nur die Flasche wegstellen, sondern auch ein trockenes Leben aufzubauen. Dass dieses schwierig ist und auch nicht auf Knopfdruck funktioniert, mag sein, aber es ist eben auch so, dass es sich um eine tödlich verlaufende Krankheit handelt.

    Hier noch mal die Eckpunkte, wie es funktionieren kann.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Hallo Nafino,,

    willkommen in unserer Online Selbsthilfegruppe.

    Als erstes Mal der Reihe nach. Hier ist erstmal der Vorstellungsbereich . Das Forum richtet sich an bekennende Alkoholiker, die eine lebenslange Abstinenz anstreben. Ist das so bei dir? Und klasse das du beim Arzt warst. Wie sieht da deine Entgiftung aus. Habt ihr darüber gesprochen?

    Über die Peinlichkeiten im Suff, da kann wohl jeder seine eigene Geschichte vom Besten geben . Zudem Wesensveränderungen normal sind.

    Das ironisch abzuqualifizieren und darauf hinzuweisen, dass daran schon ganz andere gescheitert oder verzweifelt sind, ist deine Sicht der Dinge, die dir unbenommen bleibt

    Keine Ironie und kein Abqualifizieren. Warum das du für dich so fühlst, sei dir unbenommen. Ich sehe nur das, was du schreibst . Das ist im Kern. Mehrere Rückfälle und da würde ICH daran arbeiten, warum das so ist. Wäre dankbar für jeden Post, der es auf eine andere Weise betrachtet.

    Diesen gedanklichen Prozess lasse ich mir auch von Langzeiterfahrenen nicht nehmen und bitte dafür um Verständnis.

    Nehmen tut dir niemand was. Aber auf Verständnis zu hoffen, ist für mich nur ein Zeichen. Ich mache mein Ding und nicht anders.

    Ich bin mal bei dir raus und wünsche dir alles Gute auf deinem Weg

    Servus

    uii das alte Thema . Wer ist "man" :mrgreen: Da sind schon manche daran verzweifelt. Ob nun umgangssprachlich oder nicht, wenn ICH schreibe, bin ich näher an mir dran. Hat den Touch Eigenverantwortung.

    Ich frage mich aber gerade. Wie kann der Alkohol, der mich in die Abhängigkeit trieb, rückwirkend positive Eigenschaften haben? Ob nun vermeintlich oder nicht.

    Das während des aktiven Saufens, die Sucht aus einem spricht, kann ich nachvollziehen. Aber wie will ich stabil nüchtern bleiben, wenn da noch sowas im Hirn herumspukt? Solange ich dem Alkohol irgendwelche Eigenschaften, außer dass das Gift mich abhängig machte, zugeschrieben hatte, solange hatte ich keine Chance zufrieden trocken zu werden.

    Vielleicht gehört es bei dir zur Aufarbeitung und wenn es dir hilft ok, aber für mich zumindest ist das etwas befremdlich.

    Und genau da gehen unsere Sichtweisen auseinander. (Also bevor ich falsch verstanden werde, ich "kann" auch nicht mehr saufen. Mit dem ersten Glas wäre ich bestimmt wieder in 2 Wochen oder eher auf meinem alten Level +Bonuslevel)

    Aber ich habe auch gar keinen Bock darauf wieder zu trinken.

    Bei mir ist aus dem, "ich kann/ darf leider nicht mehr trinken", ein "gottseidank brauche/ muss ich nicht mehr trinken" geworden.

    Sichtweisen ändern sich, da immer ein gewisses Maß an Emotionen dafür verantwortlich sind. Dass ich nicht mehr saufen kann, ist unabhängig vom Emotionen. Auch wenn ich heute keinen Bock mehr habe zu saufen ist das löblich, aber hat für mich mehr den Touch von durchhalte Parolen. Ich weiß ja nicht was morgen ist.

    Ist es nicht besser, sich loszulösen, dem Alkohol nicht soviel Spielraum zu geben?

    Aber wir schweifen ab, das ist nun der Thread für "Selbstsicherheit". Eventuell besser in deinem aufgehoben.

    Ich denke, es ist für jeden unabdingbar, dass er das macht, was für seinen Schutz notwendig ist.

    ist das so? (Rhetorische Frage)

    Aber ich bin auch der Meinung, wir sind zwar hier alle süchtig, aber es gibt schon verschiedene Abstufung des Suchtverhaltens und dem Umgang damit.

    Da kommen wir nicht zusammen. Auch wenn es nochmals erwähnst. Sucht ist Sucht. Die einzige Abstufung, die ich sehe, ist nass oder trocken.

    Das Suchtverhalten ändert sich mit dem Drang, wieder saufen zu wollen. Oder warum ist ein nasser Alkoholiker auch bereit Rasierwasser zu saufen, wenn nichts anderes mehr da ist? Trocken ist die Sucht nur gestoppt, mehr nicht.

    Um bei den Zigaretten zu bleiben. Wenn du den Drang hast wieder zu rauchen und der Gegenüber hat nicht deine ehemalige Marke, bietet dir eine an, rauchst du dann?

    Abstufungen sind für mich nur Kompromisse eingehen, was Hintertüre auflässt.

    Dass in den nassen Jahren der eine da und der andere dort gesoffen hat, kein Rotwein, aber lieber Bier trank oder ähnliche Geschichten war die Gnade des Säufers sich auszusuchen zu können. Seine Sucht so angenehm wie möglich zu gestalten.

    Aber wir reden hier von Trocken bleiben.

    Und es ist für mich wichtig, genau an diesem "Mindsetting" zu arbeiten.

    Mir wir immer mehr bewusst, dass es ich den Alkohol nicht brauche/ eigentlich nie gebraucht habe, dass er nicht zu meinem Leben gehören muss, dass es eine "Erlösung" ist nicht mehr trinken zu müssen und dass es sich nie wirklich gelohnt hat, zu trinken.

    Wenn es dir hilft, dann tu es. Ich habe mir darüber nie Gedanken gemacht, da ich wusste, ich kann nicht mehr, saufen. Egal, wie ich es betrachte.

    Ich komme auch aus dem Lager "Schwarz Weiß Denker" unter den Alkoholiker.

    DAS ist für mich das absolut gefährlichste überhaupt. Danke für diese Erinnerung hier.

    Gerne,

    egal, wie lange jemand trocken ist. "Es hört nie auf. Das war so ein einprägender Satz von damals. Ich weiß nur nicht, wer den mal losgelassen hatte. Andy, Karsten , Micha oder Spedi. Doro? Du vielleicht? Oder doch ein anderer? Wurden ja viel auch als Hardliner verschrien. Nur, weil sie das machten, was notwendig war/ist.

    Ist jetzt leichte Wortklauberei, aber: Das klingt mir nicht nach Selbstsicherheit, sondern geht schon eher in Richtung Überheblichkeit. Mag ein schmaler Grat sein zwischen den Beiden, aber sie zu unterscheiden kann im Zweifel ja auch den Unterschied zwischen Rückfall und Abstinenz ausmachen.

    Keine Wortklauberei. Was als Selbstischer gilt, ist mehr oder weniger überheblich.

    Kurz nachdem ich hier aufschlug habe ich mich intensiv mit der alkoholfreien Zone auseinander gesetzt, mit den Ergebnis, meine alkoholfreie Zone ist in meinem Kopf und da fest installiert.

    Es gab Zeiten, das hätte ich mit dir darüber stundenlang diskutiert :saint: :mrgreen:. Du hast es aber bewiesen, dass es bei dir nur so funktioniert. Respekt dafür. ;)

    Ich denke, das Hauptproblem dabei ist, dass der Alkohol in der Gesellschaft als "gut und positiv" verankert ist.

    Das ist richtig, aber was hat das mit mir und meinen Schutz zu tun? Ich habe woanders mal geschrieben das der Alkoholiker der trocken werden oder bleiben will, erstmal ein Egoismus für sich und seinen Weg und darauffolgend Eigenschutz entwickeln solte/muss

    Auf der anderen Seite gibt es auch Leute, die vernünftig mit Alkohol umgehen können. z.B. meine Frau trinkt bzw. "genießt" ab und zu mal ein Glas Wein (Geschmack, aber auch die leicht entspannende Wirkung, die bei einem "Nichtgewöhnten" mit einem Glas einhergeht).

    Stimmt auch, aber ich kann es nicht und da ist es mir lieber, dass es nicht eine Handbreit vor mir auf dem Tisch steht.

    Das Hirn arbeitet beim Alkoholiker anderes als wie beim Nichtsüchtigen und beantwortet solche Situationen, wenn neben mir getrunken( gesoffen) wird, mit Verzichtsgedanken. Die sind ja nicht weg, wenn die Dame des Hauses ausgetrunken hat.

    Unterschied für mich ist:

    Im TV, Einkaufsregal u.a. kann ich schneller umschalten bzw. vorbeigehen.


    Auf einem Fest gehört schon etwas mehr dazu, zu entscheiden:

    Das tut mir gerade nicht gut, das möchte ich nicht „aushalten müssen“, ich gehe jetzt.

    Solange ich aktiv zum Alkohol zulaufe, macht es was mit mir. Begegne ich ihn "ungewollt" reagiere ich anders.

    Aber vielleicht helfen SHGs tatsächlich nur beim trocken bleiben und nicht, um trocken zu werden,

    da kann ich auch nur von mir schreiben.

    Bin hier trocken geworden und geblieben. Das seit 16 Jahren. Habe nichts, was geschrieben worden ist, als einen persönlichen Angriff gesehen, sondern als Möglichkeiten, die mir helfen "können" nicht müssen. . Andere Erfahrungen und die Lupe genommen.

    Ich halte nur nichts von irgendwelche hypothetischen Annahmen.


    Brettman - will nicht Alk.trinken , aber immer noch kleine Tür ist offen .Meine Meinung,

    Weiß ich nicht. Kann nur der Alkoholiker selbst, wissen, ob er damit endgültig abgeschlossen hat oder nicht.

    Genau so wie ich im TV wahrnehme, dass ein nackter Mann über den Bildschirm läuft

    Bist du auch von nackten Männern abhängig? :mrgreen:

    Ich versuche es mal anders. Ich sehe (unbewusst) den Alkohol in den Regalen, Fernseher, aber es löst in mir nichts aus. Nur wenn ich mir im Vorfeld ausmale, wie ich darauf reagiere, löst es was aus.

    Anderes sind Feste, Partys usw. das sind alle Sinne wach.

    Heute kann mir eine Flasche, welche bei mir im Regal steht, Unbehagen bereiten, morgen sehe ich sie evtl. garnicht.

    Alkohol begegnet mir überall, ich kann keinen Schritt gehen ohne mit ihm konfrontiert zu werden, kein Buch lesen, keinen Film sehen, er ist da und wenn ich nicht in der Lage wäre mit diesen täglichen Begegnungen zu leben, wäre mein Leben ein einziger Kampf.

    Darauf wollte ich heraus. Ich nehme jedoch diesen alltäglichen Alkohol drumherum gar nicht mehr wahr. Ob im Supermarkt, Fernsehen oder Zeitschriften

    Nur bei bestimmte nicht alltäglichen Situationen. Konzerte, Partys, Sauf oder Volksfeste mit Biergarten, Zelte. Grillen ist auch sowas, obwohl bei mir nur alkoholfrei gegrilt wird.

    Aber ich würde im Vorfeld nicht sagen, es mir nichts ausmacht, wenn ich darauf treffe. Natürlich habe ich alle Werkzeuge, die ich dazu brauche, Situationen zu überstehen, aber ich habe auch noch die geschädigte Areale im Hirn, die mir plötzlich ein ganz anderes Bild zeichnen.

    Off Topic.

    Ich hatte vor kurzen einen ehemaligen Saufkumpanen getroffen und da gingen alles Lichter im Hirn an und viele gemeinsame Sauferlebnisse waren sehr präsent. Greifbar. Wenn ich mich mit einem ähnlich langen trockenen Alkoholiker unterhalte, sind das mehr Beschreibungen, ohne dass es greifbar ist.

    Alkohol zu Haue, falls Gäste kommen oder ähnliches? Das sind doch nur Eigen Projektionen, dass es jemand braucht, wie man es selbst gebraucht hatte.

    Bevor nun die Diskussion wieder losgeht. Es macht mir nichts aus. Ich kann doch nicht nur, weil ich krank bin, andere es verbieten oder ähnliches.. Das ist Bullshit. Natürlich kann ich das. Kommt darauf an, wie ich meine eigenen Prioritäten setze.