Beiträge von Hartmut

    Was denn nun?

    Was denkst du? Du willst ja nichts ändern. Dann ist ja alles gut. Oder?

    Ich ginge da ganz pragmatisch ran. Ich hatte mich hier angemeldet, weil ich mit meinem Latein am Ende war. Meine ganzen Anstrengungen nicht mehr geholfen hatten. Sonst kommt ja auch üblicherweise keiner hier her an. Einfach die ganze Post mit dem abgeglichen, was ich dachte und setzte das um, was ich als abwegig erachtet hatte.

    Der Grundbaustein eines Alkoholikers, dass er nur sich selbst helfen kann, ist unverrückbar. Ich kann begleitend sein, aber erst, wenn er sich dafür entschieden hat. Das ist nun mal Fakt.

    Ich kann hier niemanden raten, was er zu tun hat. Ich trage ja nicht die Verantwortung. Den Schuh muss sich der Hilfesuchende selber anziehen .

    Wenn Gefahr im Verzug ist, dann gehören Kinder geschützt, egal aus welcher Krankheit heraus sich diese Gefahr ergibt.

    Genau auf das wollte ich heraus.

    Auch erfolgt die Wesensveränderung ja nur schleichend, oder wie bei meinem Vater nur wenn harter Alk ins Spiel kommt. Dazwischen gibt es trügerische gute Phasen, Hoffnung keimt auf, alles ist doch nicht so schlimm. In diesen Phasen leben die Kinder auf, hängen an dem Elternteil, der Absturz ist dann nur tiefer.....

    Da kommt gerade viel hoch.....meine Kindheit, meine Kinder.....

    Ich kannte keine Wesensveränderung an dem saufenden Elternteil, da ich nichts anderes gekannt hatte. Im erwachsenen Alter, als der Elternteil trocken wurde, war er genauso, außer den üblichen alkoholbedingten Ausfallerscheinungen.

    Es ist ja nicht so, dass sich alle Alkoholiker zu Tyrannen verwandeln. Viele sind schon von Natur aus so geprägt.

    Da kommt gerade viel hoch.....meine Kindheit, meine Kinder.....

    Aber gut dass man da mal wieder ran geht. Auch wenn es schmerzt. Es hilft auch beim Heilen.

    Da sind wir unterschiedlich

    . Wenn mich in dieser Richtung aus der Vergangenheit noch etwas schmerzt, dann gehe ich da nicht mehr dran. Mache mich doch nicht zum Spielall der Vergangenheit. Es darf dann auch schon mal schmerzen, dafür ist der Mensch ausgelegt. Zeigt nur, mache es mal anders.

    Und genau da ist dann doch der Unterschied oder der Knackpunkt weshalb so oft zur Trennung geraten wird.

    Nein, wenn jemand in der Familie aufwächst, mit einer Behinderung, ein anderer eventuell mit Spastik oder ähnliches, rate ich auch nicht, wenn mehrere Kinder da, sind das "die Behinderten" wegmüssen. Mal sehr krass ausgedrückt.

    Trennung ist für mich immer ratsam, wenn ein CO hier aufschlägt und die minderjährigen Kinder aus Eigensinn nicht einbezieht.

    Da geht es meist auch nicht darum, sich von seinem Alkoholiker zu trennen, das ist in den meisten Fällen eh gedanklich schon passiert. Es geht darum, auf Kosten der Kinder, seine eigenen Felle wegschwimmen zu sehen. Deswegen der unaufhörliche Versuch, den Alkoholiker trocken zu legen.

    Aber das ist ein anderes Thema. Hier ist EKA

    Nun gibt es auch Haushalte, wo der Alkoholiker noch funktioniert. Kinder nicht belastet dadurch sind, weil sie es nicht anders von Geburt an aus kennen und in einem relativen "normalen" Haushalt aufwachsen. Ohne Gewalt oder Übergriffe. Nur mit gewissen Peinlichkeiten.

    Für mich geht es immer um Verantwortung.

    Der sie tragen kann. Kann das ein CO? Kann das ein Alkoholiker? Der Co denkt, er kann das, der Alkoholiker denkt, er ist keiner, also kann er es auch.

    Ich hatte keine Verantwortung als Kind für den saufenden Elternteil übernommen oder hatte das Gefühl es tun zu müssen. Ich komme auch aus einer Zeit und Erziehung heraus, wo es kein tagelanges betüdeln gab. Vergleich mit den heutigen, viel verbreiteten Helikopter Eltern. Mir ist heute vieles zu über psychologisiert.

    Schwierig ist es, wenn beide Elternteile saufen, dann ist es die verdammte Pflicht, die Kindern sofort herauszuholen.

    Hier schlagen eigentlich auch nur EKA auf, die ein leidvolles Leben hinter sich haben. Deswegen ist es auch berechtigt, seine Erfahrung direkt und ungeschönt herauszuhauen. Ich finde es gut. Ich sehe ja auch an der Reaktion vieler, wenn mal etwas direkt abverlangt wird, inwieweit er sich mit Händen oder Füßen wehrt oder es in Betracht zieht.

    Guten Morgen Hartmut, in diesem Fall finde ich es tatsächlich ungünstig, dass du genau dieses Zitat von mir gewählt hast.

    Stimmt. Hast Recht. Kann ich nachvollziehen, aber gerade aus diesem Satz sind mir die Fragen aufgekommen. Ginge mir nicht explizit um das 5-jährige behinderte Kind, was ich eh nicht beurteilen kann, da mir da die Qualifikation dazu fehlt. Ich kann auch nicht durch wenige Post raus erkennen ob und wie ein Kind in Gefahr ist. Deswegen habe ich es auch abgetrennt.

    Qualifikation habe ich "nur" als EKA und Alkoholiker. Davon und von mir aus kann ich nur erzählen.

    Für mich machte es kein Unterschied aus "kindlicher" Sichtweise, ob jemand Erwachsenes besoffen, rumrennend oder eine andere Wesens-veränderte Erkrankung hatte. Ich wollte nur, dass es aufhört. Für beide .

    Und bei den meisten Krankheiten die du aufgezählt hast, würde auch niemand auf die Idee kommen, ein Kind durch den erkrankten betreuen zu lassen.

    Siehst du, da vermischen sich die Erfahrungen. Ich habe niemanden betreut. Ich habe es nur erlebt.

    Der Krebskranke weiß, dass er krank ist, er will gesund werden, und tut daher alles was dafür nötig ist: sucht nach Hilfe, kämpft und nimmt jede Chance auf Heilung an.

    Da ging es mir nicht drum. Das predige ich schon seit 16 Jahren hier im Forum :mrgreen:

    Ich schrieb die Frage aus der Sicht der EKA. Aus der Sicht des Kindes.

    Wie empfindet es das Kind. Den Unterschied, ob jemand alkoholkrank oder eine andere Wesens-veränderte Erkrankung hat, sieht das Kind ja nicht. Die Forderung, Kinder vor dem alkoholkranke Elternteil zu retten, ist ja schnell in den Raum geworfen.

    Hallo zusammen,

    Ich mache mal diesen Thread auf, weil nicht nur bei den CO zur Trennung geraten wird, sondern auch als Druckmittel die Kinder dazu genommen werden. Rettet die Kinder aus einem alkoholfreien Haus, ist mir zu schnell und zu pauschal.

    Ich habe ja diese typische alkoholisierte Familienkrankheit von der Pike auf mit erlebt. Von einem alkoholkranken Elternteil über den dazugehörigen CO. Ich bin dann in diese Fußstapfen getreten. Die Familie bestand jedoch nicht nur aus mir. Zwei Geschwister haben es anders weggesteckt und haben heute einen normalen Umgang mit Alkohol.

    Anhängend mal zwei Aussagen aus einem anderen Thread.

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    Und wenn sich niemand für die Interessen einsetzt, dann wird der Sohn das komplette Elend also schutzlos ertragen müssen. Bis er stirbt oder bis die Mutter stirbt. Schlimmstenfalls elendig verreckt, währen ihr Sohn alleine und hilflos daneben steht.

    Wäre es für dich was anderes, wenn es sich um eine andere Krankheit handeln würde? Zum Beispiel jemand, der an Alzheimer oder an ähnliches bekommen hat, was auch durch Wesensveränderungen gekennzeichnet ist? Wenn Familienangehörige zu Hause ans Bett gefesselt sind? Die gefüttert werden müssen bis zum Tod? Wie sieht es bei Spastik aus? Alles Erkrankungen, wie auch beim Alkoholiker.

    Jetzt meine Frage. Wo ziehe ich als Elternteil die Grenzen für das Kind? Was ich damit sagen will, dass nicht mein EKA Erlebnis mit einem anderen gleichzusetzen ist.

    Ich lese auch ansonsten sehr aufmerksam mit hier und muss sagen es ist schon sehr divers hier, von Kopfschütteln bis zustimmendem Nicken ist alles dabe

    so soll es auch sein. Ich kann dir nur sagen, je tiefer du dich mit dieser Materie beschäftigst wird sich manches Kopfschütteln mit der Zeit zu einem Nicken entwickeln und umgekehrt.

    Spielen wir jetzt "Wissenschaft rockt" ? :mrgreen: Kleiner Scherz.

    Zu letzterem habe ich mich nicht geäußert.

    Macht es nicht besser. Beides ist ein rückwirkend gerichtetes Ergründen, wer oder warum. Ich gehe von mir aus, wenn ich schreibe, ich brauche niemanden, der Schuld an meinem Alkoholismus hatte. Würde mich, weil es da nie die richtige Antwort gibt, in einer "Endlosschleife" halten.

    Das grobe Ganze reicht mir da. Lässt mir mehr Spielraum für das Heute.

    Aber ich will nun nicht den Thread ganz zerschießen. Obwohl ich da das Gefühl habe, dass es da um etwas Ähnliches geht.

    Hartmut

    Da habe ich dich wohl mißverstanden, ich dachte du bist an Literatur interessiert.

    Hatte ich überlesen. Doch bin ich schon, aber dafür habe ich mich nicht in einem Selbsthilfeforum angemeldet, um mich über Literatur zu unterhalten.

    Das letzte Buch in dieser Richtung war von Rolf Degen.

    Lexikon der Psycho-Irrtümer.- Warum der Mensch sich nicht therapieren, erziehen und beeinflussen lässt.

    Zusätzlich dazu hatte ich hier eben eine Frage, von der ich dachte, dass die langjäigen Expert:innen hier im Forum sie mir beantworten können -

    Hatte sie dein EX nicht beantworten können?

    Ich habe zu viel getrunken, weil ich in einem alkohollastigen Umfeld aufgewachsen bin,

    Es gibt zwar Begleitumstände, die den Weg in den Alkoholismus begünstigen, aber nicht jeder wird aus so einer Familie oder diesem Umfeld heraus süchtig. Deswegen haue ich für mich solche Erklärungen in die Tonne. Mir war immer bewusst, dass ich durch das übermäßige Saufen süchtig werden kann.

    Gerade, weil ich in einem alkohllastigen Umfeld mich bewegte. Ich sah ja, was um mich herum passierte. Ich war zwar ein Säufer, aber doch nicht blind. Und das Hirn säuft sich ja auch nicht gleich am Anfang weg.

    Nö, ich habe aufgehört, irgendwelche Schuldigen zu finden. Ich überschätzte meinen Fähigkeiten, was der einzige Grund ist, Alkoholiker geworden zu sein.

    ch bin immer noch auf der Suche nach wissenschaftlichen Publikationen oder Fachliteratur zum Konzept der Co-Abhängigkeit.

    Das dachte ich mir. Kannte ich auch von mir am Anfang.

    Etwas suchen, was zu mir und meiner Denke passt, ist viel einfacher, als mich selbst zu hinterfragen. Tut ja auch manchmal weh. Aber nur bis ich hier aufschlug und mir bewusst wurde, dass Erfahrungsaustausch und die Selbsterkenntnis der Schritt aus der Sucht ist.

    Deswegen fanden eine Heerschar von Büchern den Platz im Reißwolf. Literatur ist zwar eine gute Ergänzung, aber hilft eben nur, wenn ich erkannt habe, dass ich, der Süchtige bin und andere Süchtigen durch ein aktives Begleiten manchmal nur Sterbehilfe leiste.

    Ich weiß, wovon ich spreche, nicht aus einem Buch, sondern aus dem Leben geschrieben .

    Auch aus der Sicht des Alkoholikers haben mich dieses ganze "Überbetütteln" in der Sucht festgehalten. Niemand außer ich selbst hätte mich retten können. Keine Mutter, kein Vater, kein Kind oder der Partner. Niemand.

    Aber bevor sich jetzt der CO sich Gedanken macht, warum bei ihm alles anders ist. Sollte er sich mal Gedanken machen, dass aktive Hilfe auch mal eben mehr schaden kann als es nutzt.

    Ein guter Einstieg in diese Thematik ist:


    Roland Voigtel: "Sucht". Psychosozialverlag

    Mein Buch hieß. Der Schein trügt. ;)

    Ich bewundere immer wieder User, die hier Hilfe suchen und schon die Weisheit mitbringen und den Weg aus ihre Dilemmas

    wissen. Da sind natürlich 18 Jahre Forenerfahrung mit dem Thema nichts dagegen. Oder? Mal eine nett gemeinte Provokation. Denn niemand will dem anderen etwas Böses hier.

    Der Weg aus der Sucht ist nicht das Emporsteigen in den Himmel, es ist ein Weg aus den eigen leidvoll erfahrenen Tiefgründe. Dann wünsche ich dir mal einen hilfreichen Austausch, der zu dir passt und die Weitsicht es für dich umzusetzen.

    Die Trennung vom Alkohol ist leicht, sie ist in ein paar Tagen Entgiftung in einer Klinik geschafft. Was dann kommt, ist der schwierige Part: Die Beziehung zum Alkohol muss durch Beziehungen zu echten lebendigen Menschen ersetzt werden. Selbsthilfegruppen sind wichtig, weil man dort lernen kann, Beziehungen zu Menschen zu führen.

    Wovon sprichst du gerade? Bist du selbst auch Alkoholiker gewesen oder woher kommen solche Erkenntnisse?

    Ich finde es furchtbar, wie hier mitunter so vehement von Ex/Alkoholiker:innen darauf bestanden wird, man möge sie als Angehörige doch bitteschön genauso behandeln als wären sie ein Suchtmittel, sie fallen lassen und sich nicht mehr gedanklich mit ihnen befassen.

    Ja das ist furchtbar für jemand, der tief in der CO Abhängigkeit steckt, aber für über 90 % der Fälle der CO, die hier ankommen, unvermeidbar den Menschen den er liebt erstmal fallen zu lassen.

    Innerlich klappt das nicht!

    Ansätze? Wenig bis keine mehr, ist alles durch was mir in den Sinn kam!

    Nicht nur als Alkoholiker, sondern auch bei Co Abhängigkeit gibt es einen Tiefpunkt, der den Weg in ein eigenes normales Leben ermöglicht. Wenn ich deinen ganzen Thread lese, bist du eventuell noch nicht dort. In der Alkoholiker Sprache heißt das, noch ein paar Runden drehen.

    Meist steht das eigene Ego dagegen zu erkennen, dass ich nur mich selbst retten kann. Der eigene Erhaltungstrieb es nicht fassen kann, dass sich da gerade jemand zu Tod säuft. Man kommt dann in ein Selbsthilfeforum rein, weil man mit seinem Latein am Ende ist und hofft, dass es da einen Ausweg gibt. Und bekommt das an den Kopf geworfen, was eigentlich man schon selbst erkannt hat, aber nicht hören möchte. Weil der Tiefpunkt noch nicht erreicht war

    Übrigens, ich sprach gerade von meinen eigenen Erfahrungen. ;)

    Ich war also im Dauerkampf gegen die Sucht und brauchte immer etwas um dagegen zu halten.

    Du hast doch die Antwort schon ;)

    Was ist momentan, denke ich, anders bei mir? Ich kämpfe nicht gegen die Sucht, ich kann sie nicht besiegen auch nicht mit noch soviel Einsatz und Energie.

    Kampf aufgegeben, erkannt das es mit Kampf nicht funktioniert. Innerlich kapituliert.

    Aber das, was du mit früher beschriebst, waren bei mir Trinkpausen. Den Körper mal "resetten" (Gesund machen) Mit Sport oder ähnliches ausfüllen, die mir das Gefühl gaben, noch kein Alkoholiker zu sein, um folge dessen dieses Gefühl nach einer Zeit wieder begießen zu können

    Ich denke das ich auch das typische Beispiel von funktionierenden Alkoholiker, die erst gegen die Sucht ankämpfen, bis sie merken das keinen Sinn mehr macht .

    Ich hoffe ich habe mich nicht komplett verrannt und irgendjemand konnte mir noch folgen.

    Solange du dir noch folgen kannst, ist alles in Ordnung. :mrgreen:

    Hallo Maddalena

    Was mich ein wenig nachdenklich macht ist, dass meine Ärzte in der Klinik als auch mein Psychiater mich in der Vergangenheit nicht darauf hingewiesen haben, dass meine Trinkpausen schon geprägt waren von Abhängigkeit. Das meine Beschwerden nicht nur psychosomatisch sind , sondern schon Entzugserscheinungen sind .

    Ich brauchte keine Bestätigung oder Entschuldigung für meine Sucht. Ich brauche keine Ärzte oder Psychologen, die etwas diagnostizierten, was offensichtlich für mich war. Zudem, was hätte es geändert?

    Ich möchte mir noch ein gutes Buch dazu kaufen , um noch besser informiert zu sein.

    Einen besseren Tipp als die 20.327 Themen und 714.759 Beiträge in diesem Forum nachzuschauen kann ich dir nicht geben :mrgreen: Das sind erlebte Geschichten.

    Aber ich denke schon das der eine oder andere noch ein Buch empfehlen wird.

    Das mit der Hochzeit ist mir natürlich bewusst, aber bis das soweit ist, ist noch über einen Monat Zeit um mich weiter zu festigen

    Woran machst du es fest, dass du zu diesem Zeitpunkt gefestigt bist und was sagt dir, dass gerade die Vorbereitungen auf ein Fest keinen Suchtdruck auslöst?

    Ich kann dir nur sagen, dass es einen Grund hat im ersten Jahr auf solche Festivitäten zu verzichten und den Verzicht mit etwas anderen zu ersetzen.

    ch habe den Großteil meines anwesenden Freundeskreis über meine Erkrankung informiert, was ich schonmal als kleinen Schutz sehe, und ich könnte es mir nie verzeihen wenn ich auf dieser Hochzeit betrunken rumtorkeln würde- niemals.

    Und am Schluss reibt sich die Sucht die Hände und lacht darüber. Zu makaber? Es ist ja nicht so, dass der Tag überstanden werden kann. Es ist vielmehr so, dass es danach weiter geht. Du nimmst alle Sinneseindrücke mit nach Hause. Das andere Saufen können und dich Bemitleiden nicht mit Trinken zu können. Ich hatte mir da immer die Gedanken gemacht, was der wahre Grund ist dahin zu gehen. Die Angst nicht mehr dazuzugehören, ausgeschlossen zu sein oder ähnliches.


    Gibt es irgendwas, dass ich übersehen habe oder hat jemand andere Ratschläge, außer das ganze abzusagen?

    Du hast dich doch entschieden. Aber eine Absolution kann dir keiner geben. Sucht ist eben nicht immer planbar. Risiken vermeiden schon.

    Warum war das gut fuer Dich und wie hast Du Dich auf die Sucht konzentriert?

    Hast Du da ein Beispiel, damit ich es ein bisschen besser verstehen kann?

    Weil es der Grund war, warum ich mich hier angemeldet hatte und vordergründig, erstmal stabil trocken werden wollte. . Geschaut welche Maßnahmen dafür erforderlich sind das Saufen erstmal zu lassen. Mein Leben auf Trocken umgestellt. Das mit einem Tun. Die Grundbausteine umgesetzt.

    Ich habe nicht mein ganzes Leben infrage gestellt oder Tiefen analysiert, warum, wieso und weshalb. Nur, weil ich gesoffen hatte und den Übergang in die Sucht nicht bemerkte. Alkohol begleitete mich ja 30 Jahre lang.

    Mir war es da auch wurscht, warum ich gesoffen hatte, denn ich habe rund um die Uhr gesoffen. Aufarbeiten wofür? Am Anfang stellte sich mir diese Frage gar nicht. Das mag der eine oder andere gerne für sich wissen wollen. Oder kann es nicht verstehen. Für mich war das einen Strich darunterzusetzen. Zudem hatte es ja Zeit.

    Klar kamen dann die einen oder Fragen auf, jedoch die behandelte ich am Rande. Für mich bringt es nichts, mich ein Leben lang damit zu beschäftigen, was ich nass erlebt habe. Mich interessiert, was mich trocken hält und das stand und steht heute noch im Fokus.

    Wie Du es für Dich machst, was Dir hilft, steht ja auf einem anderen Blatt. Es gibt keine Blaupause für einen Weg in die Trockenheit. Es gibt nur gewisse Fundamente, Umrisse, die es ermöglichen. Für mich die Grundbausteine.

    Ich hatte mal ein Gespräch mit jemanden, der mir erklärte, dass es heute ganz andere, neue wissenschaftlich oder therapeutische Ansatzpunkte gibt, die eine Sucht behandeln. Mag sein. Ich merke leider nichts daran. Nicht an der Rückfallquote, nicht an der Zufriedenheit des Einzelnen oder lese etwas von Spontanheilungen.

    Ich kann mich natürlich auch fragen. Was habe ich in den letzten 16 Jahren falsch gemacht, dass ich zufrieden trocken bin?

    Lieber Hartmut,


    das klingt ja traurig.

    Traurig? Verstehe ich nicht. . Es kommen doch immer wieder mal Unebenheiten, denen ich mich dann stellen muss, kann oder darf. Es reicht mir aus, das richtige Rüstzeug für Eventualitäten paart zu haben . Das sind eigentlich nicht viele.

    Kennst du schon den Artikel?

    Grundbausteine für ein nüchternes Leben - Alkoholiker Forum (alkoholiker-forum.de)


    Größtenteils habe ich danach gehandelt.