Ich hatte dich schon richtig verstanden. Du anscheinend mich nicht.
Ich sehe es aus der Sicht des Alkoholikers, der eben niemand braucht, dass ihm erklärt wird, was er zu tun und zu lassen hat. In deinem Fall noch offensichtlicher. Er war ja schon mal trocken.
Du siehst es aus der Sicht als Partnerin und hoffst ihn retten zu können, ihn auf den richtig Pfad zu bringen. Sonst würdest du nicht dein ganzes Augenmerk auf ihn richten. Analysieren, kontrollieren und für ihn denken und interpretieren.
Ist aber normal und wenn du dich im Forum bei den Angehörigen durchliest, erkennst du dich vielleicht in vielen Post wieder.
Er hat vor mittlerweile einem Jahrzehnt beschlossen, dass er ein Leben als TROCKENER Alkoholiker führen möchte - das ist eine bewusste Entscheidung, oder willst Du Süchtigen diese Fähigkeit absprechen?
Schön, ich kenne Alkoholiker, die haben diesen Entschluss immer wieder mal gefasst. Sie saufen heute noch. Es blieb bei den Absichtserklärungen.
Dein Vorschlag wäre, sofern ich ihn richtig verstanden habe, ist, dass ich ihn von der Klippe schubse, weil ich ihm keinerlei bewusste Entscheidung zutraue - egal, was er sagt oder vorhat.
Mein Vorschlag? Wo bitte? Ich habe keinen gemacht.
Auch jetzt hat er wieder eine Wahl: ein Leben mit mir und ohne Alkohol oder ein Leben mit Alkohol und ohne mich. Warum soll ich ihm die Option nicht aufzeigen?
Weil er das schon kennt. Es ist ok, ihm ein Ultimatum zu stellen. Aber das machst du für dich, weil du es nicht erträgst und bist damit auch auf dem richtigen Weg. Es geht um die Partnerschaft. Seine Sucht behält er dadurch weiter. Geht er es ein und ist überzeugt, seine Sucht zu stoppen . Alles gut. Wenn nicht, dann säuft er über kurz und lang wieder.
ein Text klingt in meinen Augen, als sollte ich ihm noch einen Schubs geben, weil er ja die falsche Richtung eingeschlagen hat.
Warum sollst du ihn denn schubsen? Er ist doch nicht bescheuert oder unmündig und weiß genau, welche Richtung er läuft. Er kennt die Regularien der Sucht. Er war schon mal trocken.
. Aber ich bin gern bereit, ihn auf seinem Weg zu begleiten und ihn zu unterstützen.
Das ist ok, wenn es will. Begleiten heißt nicht führen. Die Hand reichen heißt nicht, dass er sie will.
Wir sind hier ja im Austausch und keiner will dem anderen etwas Böses. Ich bin da auch sehr direkt. Denn Sucht kennt keine Emotionen.
Siehst du dich denn als CO und willst Hilfe für dich? Oder willst du Hilfe für ihn? Oder ist es „nur“ ein Beziehungsproblem und das Saufen war das i-Tüpfelchen.
Ich will jedoch deinen Thread nicht weiter verwässern. Deswegen erstmal raus hier.