Beiträge von Hartmut

    Zum ersten Mal skeptisch wurde ich, als ich von meinem Alkoholismus schrieb. Da wurde ziemlich schnell abgewunken „nun hast du's ja geschafft!“ und es war allgemein wenig Interesse da.

    Warum sollte denn bei einem Online-Dating Portal Interesse an deinem Ex Säufer Leben sein? Würde mich auch nicht interessieren. Da will ich doch flirten und keine Lebensgeschichten wälzen. Zudem packe ich nicht online (zumindest in solchen Dating Portale) meine Lebensgeschichte aus. Ich weiß ja nicht, wer dahinter steckt.

    Sowas kommt, wenn überhaupt, erst nach einem realen Date auf dem Tisch. Ab da geht es ja erst ins Eingemachte.

    Ich hatte dich schon richtig verstanden. Du anscheinend mich nicht.

    Ich sehe es aus der Sicht des Alkoholikers, der eben niemand braucht, dass ihm erklärt wird, was er zu tun und zu lassen hat. In deinem Fall noch offensichtlicher. Er war ja schon mal trocken.

    Du siehst es aus der Sicht als Partnerin und hoffst ihn retten zu können, ihn auf den richtig Pfad zu bringen. Sonst würdest du nicht dein ganzes Augenmerk auf ihn richten. Analysieren, kontrollieren und für ihn denken und interpretieren.

    Ist aber normal und wenn du dich im Forum bei den Angehörigen durchliest, erkennst du dich vielleicht in vielen Post wieder.

    Er hat vor mittlerweile einem Jahrzehnt beschlossen, dass er ein Leben als TROCKENER Alkoholiker führen möchte - das ist eine bewusste Entscheidung, oder willst Du Süchtigen diese Fähigkeit absprechen?

    Schön, ich kenne Alkoholiker, die haben diesen Entschluss immer wieder mal gefasst. Sie saufen heute noch. Es blieb bei den Absichtserklärungen.

    Dein Vorschlag wäre, sofern ich ihn richtig verstanden habe, ist, dass ich ihn von der Klippe schubse, weil ich ihm keinerlei bewusste Entscheidung zutraue - egal, was er sagt oder vorhat.

    Mein Vorschlag? Wo bitte? Ich habe keinen gemacht.

    Auch jetzt hat er wieder eine Wahl: ein Leben mit mir und ohne Alkohol oder ein Leben mit Alkohol und ohne mich. Warum soll ich ihm die Option nicht aufzeigen?

    Weil er das schon kennt. Es ist ok, ihm ein Ultimatum zu stellen. Aber das machst du für dich, weil du es nicht erträgst und bist damit auch auf dem richtigen Weg. Es geht um die Partnerschaft. Seine Sucht behält er dadurch weiter. Geht er es ein und ist überzeugt, seine Sucht zu stoppen . Alles gut. Wenn nicht, dann säuft er über kurz und lang wieder.

    ein Text klingt in meinen Augen, als sollte ich ihm noch einen Schubs geben, weil er ja die falsche Richtung eingeschlagen hat.

    Warum sollst du ihn denn schubsen? Er ist doch nicht bescheuert oder unmündig und weiß genau, welche Richtung er läuft. Er kennt die Regularien der Sucht. Er war schon mal trocken.

    . Aber ich bin gern bereit, ihn auf seinem Weg zu begleiten und ihn zu unterstützen.

    Das ist ok, wenn es will. Begleiten heißt nicht führen. Die Hand reichen heißt nicht, dass er sie will.

    Wir sind hier ja im Austausch und keiner will dem anderen etwas Böses. Ich bin da auch sehr direkt. Denn Sucht kennt keine Emotionen.

    Siehst du dich denn als CO und willst Hilfe für dich? Oder willst du Hilfe für ihn? Oder ist es „nur“ ein Beziehungsproblem und das Saufen war das i-Tüpfelchen.

    Ich will jedoch deinen Thread nicht weiter verwässern. Deswegen erstmal raus hier.

    Fremdgehen ohne persönliche Treffen ist relativ schwer - je nachdem, wie eng man das Ganze fasst.

    So sehr kontrollierst du ihn? Kontrolle, was er säuft, wie er sich verhält und reagiert? Warum machst du das? Ist er unmündig oder du zu tief in der CO Schleife?

    mit ihm nach garantiert mindestens zwei Wochen absoluter Abstinenz zu reden, weil er so direkt merkt, dass er es drauf hat.

    Was soll er drauf haben? Verstehe ich nicht. In deiner ganzen Post habe ich das Gefühl, dass du ihn therapieren willst.

    Das Dating sehe ich mittlerweile auch als Sucht - nach dem Kitzel, dem berauschenden Gefühl des Flirtens und der Sucht nach Anerkennung, was eh die Hauptbaustelle bei ihm ist.

    Und analysieren tust auch noch? Warum? Um es für dich erträglicher zu machen? Pumuckl, vergiss dich nicht dabei. Übrigens, was Alkoholiker und CO Abhängige gleich haben, ist sich etwas vormachen.

    , in dem er für sich die Sucht wählt, nicht mehr an seine Seite sein werde.

    Alkoholiker wählen nicht die Sucht, sie sind süchtig. Wenn er dich wählt, dann hat das nichts mit der seiner Sucht-Erkenntnis zu tun.

    Ich hoffe für euch die richtige Lösung zu finden.

    Du scheinst dich ja richtig zu quälen. Erkenntnis Alkoholiker in der ersten Post und je länger du nichts trinkst kommen Zweifel, Abschwächungen oder Gedanken auf, dass es eventuell doch nicht so schlimm war. Oder interpretiere ich es verkehrt?

    Aber vielleicht hatte ich die Entscheidung noch nicht richtig getroffen. Aber was ist, wenn ich sie immer noch nicht richtig getroffen habe? Die Entscheidung ging ja nur in meinen Kopf, weil ich sie gerade mit allen Mitteln hineingeprügelt habe.

    Die Alternative ist eben wieder Saufen. Trocken oder nass. Dazwischen gibt es nichts. Das sind Entscheidungen.

    Es war bei mir nicht die Entscheidung, die mich dazu gebracht hatte nichts mehr zu saufen, es war die Akzeptanz, dass ich Alkoholiker bin. Ich bin froh, dass ich aus einem Tiefpunkt heraus aufgehört hatte. Und nicht weil ich mal wieder einen Kater hatte, mir etwas peinlich war oder kotzen musste. Oder gar aus eine Laune heraus, weil mein Trinkverhalten kritisch wurde.

    Wie war das bei dir? Eigener Tiefpunkt oder waren es andere Gründe?

    Ich mag dieses Wort Alkoholiker auch nicht, doch das bleibt allein meine Sache.

    Das stimmt, es ist deine Sache.

    Verharmlosung, schönreden oder nicht wahrhaben wollen war jahrelang mein nasser Begleiter in der Sucht. Deswegen nenne ich das Kind auch beim Namen. Alkoholiker. Hat bei mir etwas mit dem akzeptieren zu tun.

    Ja, ich habe immer noch Angst.

    Angst ist ein schlechter Begleiter. Respekt reicht da schon aus. Ich war am Anfang unsicher, aber nicht ängstlich. Dachte in 24 Stunden Schritten, das machte es für mich übersichtlicher.

    Das Suchthirn wird dir immer wieder etwas vormachen, aber das weißt du doch und kannst es dann direkt in die Tonne treten. Ich bin sogar manchmal froh, wenn es sich mal meldet.

    Habe mich dann in der Gruppe als Alkoholiker vorgestellt, musste dann aber gleich weiter ausholen, weil es der Begriff eben einfach nicht richtig trifft bei mir. Vielleicht bin ich dadurch auch falsch hier im Forum?

    Wenn du kein Alkoholiker bist , dann bist du hier falsch. Dann reden wir aneinander vorbei. Kläre es erstmal genau ab, bevor hier weiter gepostet wird. Ist nicht böse gemeint, aber hier tauschen sich eben nur bekennende Alkoholiker aus.

    Hallo Pumuckl

    ich schreibe es mal ungeschönt aus einer Alkoholikersicht.

    Ich gebe mir/uns diese zwei Monate, sofern er nicht vorher in irgendeiner Form rück-/ausfällig wird. Ob emotional oder in Hinsicht Alkohol ist dann zweitrangig, dann hätte er die Probezeit vergeigt.
    Bitte habt Verständnis dafür!

    Warum sollten wir Verständnis haben? Dass du Zeit brauchst, um ihn trocken zu legen? Es geht doch nur um dich und um dein Leid. Du bestimmst doch, wie lange du dich in deiner Opferrolle wohlfühlst. Geht ja erst seit 2015 ;)

    Ich verstehe jedoch noch nicht ganz, wofür du gerade Hilfe suchst. Für dich oder für deinen saufenden und fremdgehenden Partner. Oder glaubst du wirklich, wenn jemand in der Beziehung ist, sich in eine Dating-Linie anmeldet, nur seinen Marktwert testen will? Ist doch Bullshit. Da will jemand Abenteuer und im fremden Wasser schwimmen. Aber das sind Beziehungsprobleme, da können wir dir hier nicht ganz helfen.

    Deine detaillierte Darstellung deines saufenden Partners, mit allen Facetten, der sicherlich, wenn er zufällig sich im Internet befindet und von der Dating-Linie abrutscht und das liest, genau weiß, um wen es sich handelt, finde ich nicht so dolle.

    Pass mal bitte ein wenig wegen des Wiedererkennungswertes auf. Oder ist das deine Art der Verarbeitung suchtkranke Menschen öffentlich an den Pranger zu stellen? Ich kann bei allem Frust dich jedoch auch verstehen.

    Dein Wohlergehen oder dein Leid zu mindern, geht jedoch nicht über ihn. Das kannst du knicken. Das geht nur über dich.

    War das dir zu direkt? Dann entschuldige ich mich dafür. Denn was ich aus meinen nassen Jahren gelernt habe. Meist reichte eine unterwürfige Entschuldigung aus, um den Partner wieder auf seine Seite zu ziehen. Ihm das Gefühl zu geben, dass seine ganzen Erziehungsmaßnahmen Früchte getragen haben. Brachte immer wieder Zeit in Ruhe weiter zu saufen.

    Ich kann dir nur dringend empfehlen, den Fokus nur noch auf dich zu legen. Das solltest du dir wert sein. Lasse dich nicht an der Nase rumführen.

    Das geht für dich Hartmut wahrscheinlich wieder als Gefasel und Ausreden finden durch.

    Ist das wichtig, was ich oder andere darüber denken? Ein Tipp, es ist wurscht ;)

    Du reflektierst, bist bei dir und das ist gut so. Ohne deinen Weg zu beurteilen, finde ich es gut, dass du genauer hinschaust. Wissbegierig bist und die Sache ernst nimmst. Verrate mich nicht, dass ich auch mal ein Lob raushaue. Sonst ruiniert es meinen Ruf :mrgreen: Wir sind auch beide nur einen Schluck vor einem Rückfall.

    Das Wort "Alkoholiker" hab ich nun nicht in den Mund genommen. Das klingt immer so unangenehm,

    und dabei eine Hintertür aufgelassen. ;) Nicht das die anderen sich jetzt danach richten oder es ernst nehmen, um die geht es nicht. Es auszusprechen sich bei den wichtigen Personen zu „outen“ schützt einem selbst. Gerade bei Alkoholiker, die andere Meinungen, wichtig sind.

    Ich würde mich nicht als Alkoholiker beschreiben...oder doch? Ich führe Alkoholmissbrauch durch.

    Dann tut es mir leid. Dann reden wir aneinander vorbei. Hier tauschen sich nur bekennende Alkoholiker aus. Da gibt es gravierende Unterschiede.

    „Ich muss saufen“ bedeutet Sucht. „Ich benutze das Saufen“ bedeutet Missbrauch. Um es mal abzukürzen.

    Ich wünsche es dir, dass du „nur“ Alkoholmissbrauch betreibst. Jedoch, dann wärst du hier falsch. Da könnten wir dir nicht helfen.

    Kläre mal es für dich.


    Ich lasse den Thread noch etwas stehen, bitte jedoch dich, dir erstmal darüber klar zu werden bevor es weiter hier im Austausch geht.

    Und an dem Tag wollte ich es...aber ich glaube auch, dass es ein schleichender Rückfall war...

    Nun habe ich mich wieder in deine Geschichte eingelesen. Wenn ich es richtig interpretiere, warst du dir am Anfang gar nicht sicher, ob nun schon Alkoholiker bist. Ist da eventuell doch noch ein Fragezeichen?

    Erna,

    ich bin bekannt, dass ich nicht lange um den heißen Brei rumrede. Nicht persönlich nehmen, es ist nur der Sucht geschuldet. Die hat auch kein Erbarmen. Sollte es dir zu viel werden, sage es kurz und ich bin bei dir raus.

    Das brachte dann natürlich gleich das Thema auf, ob ich denn jetzt gar nicht mehr trinken wolle. Darauf konnte ich dann klartext reden.

    Klartext? Da bist du bei mir richtig, :mrgreen: ich rede meist Klartext. Ungeschönt, direkt und größtenteils auf den Punkt.

    Was bedeutet bei dir Klartext? Hast du dich als Alkoholiker zu erkennen gegeben? Wie kann ich das verstehen.

    Ich wollte nochmal anmerken, dass ich die Grundbausteine grundsätzlich sehr wichtig finde um einem das Nüchtern bleiben zu erleichtern.

    Was hast du denn von den Grundbausteinen umgesetzt, um auf so eine Schlussfolgerung zu kommen? Gut finden und sie umsetzen ist für mich ein Unterschied. Nur Teile rauspicken, weil es mir gerade nicht in den Kram passt, hebeln die Grundbausteine aus.

    Würde in meiner Band mehr Alkohol konsumiert, wäre ich nicht hingegangen,

    Wo ziehst du da für dich deine Grenzen und woher willst du eigentlich nach ein paar Tagen nüchtern wissen, was deine Grenzen sind? Trinken sie kein Alkohol, wenn du dabei bist? Ich halte es sogar am Anfang für gefährlicher, wenn „nur“ ein Glas neben mir getrunken wird als sich jemand bis „Unterkante Oberlippe“ sich zuschüttet.

    Verständnis zeigen mir nur Menschen, die nicht in meinem Beisein trinken. Vorausgesetzt, sie wissen von meiner Alkoholkrankheit. Ich kann es nicht verlangen und auch keinem verbieten. Ich kann mich aber darauf vorbereiten. Und zwar im Vorfeld. Im Zeitalter der Digitalisierung ist das auch kein Problem, es abzuklären.

    Blieb weiter offen und ehrlich hier. Finde ich gut.


    Und wie lange trinkst du schon nichts mehr?

    Das stimmt...habe mich nicht gemeldet ..war so beschäftigt mit dem Leben umkrempeln...aber das war wohl ein Fehler ..

    Es ist gut, seinen Rückfall genauer zu betrachten, warum und wieso er kam.

    Die einen wollen aus den verschiedensten Gründen, einfach wieder saufen, deswegen melden sie sich nicht und suchen sich auch vor dem ersten Glas keine Hilfe. Andere verfallen in ihr altes Verhalten zurück und es kommt schleichend. Wichtig ist erstmal ehrlich zu sich selbst sein. Sonst hat das alles keine Chance.

    Hallo Sabine

    ich habe dein Rückfall hier in deinen alten Thread verschoben, sonst wird es unübersichtlich.

    Habe gestern mit der online Suchttherapie geschrieben...eine Entgiftung bräuchte ich nicht ..aber eine Gruppe wäre gut. OK...da bin ich wieder

    Es ist sehr schwer etwas zu deinem Rückfall zu sagen, da du dich fast ein Jahr nicht ausgetauscht hast und dadurch alle Zusammenhänge fehlen. Die Gruppe hattest du ja hier.

    Wie sieht es gerade aus? Trinkst du noch?

    Es Ist vermutlich frustrierend, wenn zum zigsten Male nicht auf dich gehört wird und ich hoffe, du denkst nun nicht, das auch bei mir Hopfen und Malz verloren ist.

    Du schätzt es falsch ein. Es geht nicht um mich. Es geht hier um dich. Ich bin ja trocken. Es frustriert mich auch nicht, mache dir mal keine Sorgen. Mit meiner Post wollte ich nur deutlich machen, dass du nicht die einzige bist, die am Anfang so denkt.

    , das auch bei mir Hopfen und Malz verloren

    Nicht als Sprichwort, aber ich hoffe das Hopfen und Malz bei dir keine Rolle mehr spielt ;) Also verloren bleibt.