Beiträge von Hartmut

    Ich kann Lolo sehr gut verstehen, ich bin selbst auch nicht für das komplette Fallenlassen eines Alkoholikers, dieses Umdrehen und Weggehen und Wegsehen, das viele, gefühlt die meisten, hier propagieren.

    Nun diejenigen die es hier propagieren sprechen aus jahrelangen Erfahrungen heraus. Ist ein festhalten an einem nassen, unwilligen Alkoholiker die bessere Lösung? Ist das nicht auch ein festhalten an der Sucht aus eigenen Interessen heraus? Im Beisein des Co sich der Alkoholiker tot säuft?

    Hart aber die Realität.

    Was ich wichtiger finde, ist das Erlernen von Selbstschutz und der individuell notwendigen Distanz.

    Wo fangt der Selbstschutz an und wo hört die notwendige Distanz auf? In den Jahren habe ich hier einige Co kennengelernt, die daran zerbrochen sind. Natürlich gibt es auch die es geschafft haben. Aber da muss der Impuls vom Süchtigen aus gehen.

    ch glaube, dass man als Angehöriger nicht so streng über solche süchtigen Menschen urteilen sollte. Wir als gesunde Menschen, die nie eine solche Abhängigkeit erlebt haben, können diese Menschen nie wirklich verstehen. Unabhängig davon, wie lange man schon Erfahrungen miterlebt haben oder wie viel Wissen man darüber hat.

    Ich mache da einen Unterschied zwischen Angehörige und Co. Der Co hängt ja mit seinem Verhalten selbst in der Sucht fest.

    Servus Carl Friedrich

    "Es ist aus der Psychologie bekannt, dass Menschen ihr Verhalten weniger aus rationalen denn aus emotionalen Gründen ändern."


    Interessanter Ansatz, gilt der auch für den Ausstieg aus einer Sucht?

    Ob rational oder emotional ist das der Sucht nicht egal?

    Es handelt sich ja um eine Krankheit, die sich allen Gegebenheiten anpasst, um das Verlangen nach dem Suchtstoff gerecht zu werden.

    Das eine gewisse Motivation die Grundvoraussetzung ist, den Weg aus der Sucht zugehen, ist nach vollziehbar. Aber nach meiner Ansicht nur, wenn sich diese Motivation auf die Erkenntnis stützt, Alkoholiker zu sein.

    Rauchen aufhören ist ganz einfach. Habe es schon 100-mal gemacht. :mrgreen:

    Vermutlich hat auch der ein oder andere hier auch schon mit dem Rauchen aufgehört. Habt ihr da Tipps für mich?

    der erste Tipp

    ch werde mit dem Rauchen aufhören. Ich habe noch 3 Schachteln, diese werden noch "weggeraucht"

    Sofort entsorgen, wegschmeißen oder verschenken! Aufhören. Ich hatte damals meine Zigaretten an jemanden sehr guten Bekannten verschenkt, dem ich explizit sagte. "Ich rauche nicht mehr"

    Ich hatte auch einmal Akupunktur, jedoch eher wegen der Akupunkteurin, :saint: Da bekommt man irgendeine Nadel ins Ohr und wenn das Verlangen kam, sollte ich daran spielen. Mittlerweile bin ich wieder hin und wieder bei einer E-Zigarette . Mal paar Tage gar nichts dann mal wieder. Aber keine Verlangen mehr nach Tabak.

    ch versuche hier die Sichtweisen von Euch einzufangen, um das zu verstehen, was er selbst (noch) nicht in Worte fassen kann und unterstütze ihn bei allem, so gut ich kann - aber ich habe auch Gefühle und eine Vorgeschichte als ungeliebte Tochter eines Alkoholikers und am Ende hab ich mich gestern einsam ins neue Jahr geweint. Er ist nicht weg vom Alkohol - er ist weg von mir! 😢

    es braucht eine Zeit, bis ein Angehöriger oder CO merkt, das sein Bemühen für die eigene Zufriedenheit nur bei sich selbst zu finden ist. Das Aufopfern sich den Gegebenheiten eines Suchtkranken zu unterwerfen, wird oft mit Liebe verwechselt. Das eine vom anderen zu unterscheiden ist der Weg daraus.

    Das eigene Empfinden ist auch nicht gleichzusetzen mit dem Empfinden des Suchtkranken. Ich wünsche Euch das jeder seinen eigenen Weg findet. Eventuell gemeinsam, eventuell getrennt.

    . Aber darüber hätte er ja auch mit mir reden können

    natürlich. Ich weiß ja nicht, ob er mit dir immer über alle seine Probleme geredet hat. Das ändert sich ja auch nicht mit dem Wegstellen des Glases. Ich kenne das Gefühl am Anfang auch des Versagens, der Schwäche oder das Akzeptieren der Abhängigkeit.

    Im nassen Zustand saufen, um die Abhängigkeit im Griff zu halten. Im trockene Zustand nicht saufen, um denselben Effekt zu erreichen. Teufelskreis.


    Ich versteh aber auch den innerlichen Druck und die erhofften Erwartungen des Partners von dem Abhängigen. Geduld ist beiderseits erforderlich.

    … ganz genau genommen ist er schon seit Weihnachten etwas unentspannt aber so richtig bemerkt habe ich erst am späteren Abend, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Er war abweisend und auch total abwesend und als ich ihn darauf angesprochen habe hat er gesagt, er möchte lieber Fernsehen oder schlafen gehen. Da waren es ungefähr 23:00 Uhr.

    Ich kann ihn sehr gut verstehen. Jahrelange Verknüpfungen zum Saufen sind weggebrochen. Rituale, mit Freunden/Saufkumpanen, Familie anzustoßen gibt es nicht mehr. Das Gefühl nicht mehr dazuzugehören kommt verstärkt auf und sowas kann auch zu Saufdruck führen.

    Wie ich bei dir rauslesen konnte (eventuell irre oder interpretiere ich es verkehrt) wurde er auch gedrängt aufzuhören? Wenn da so ist, kommt das noch erschwerend dazu.

    Da waren es ungefähr 23:00 Uhr. Ich mach es kurz - er ist tatsächlich gegangen. Und hat mich zum Jahreswechsel hängen lassen.

    Vielleicht hat er dich nicht hängen lassen, sondern sich selbst geschützt? Er ist ja erst ein paar Tage ohne Alkohol. Die Umstellung auf ein nüchternes Leben läuft nicht auf Knopfdruck.

    Die meisten Alkoholiker schaffen es auch nicht, nüchtern zu bleiben, weil sie von allen Seiten im Stich gelassen werden. Sie fühlen sich dann verzweifelt und allein.

    Und dann das ist besonders schwierig, wenn man einen vernebelten Kopf hat. Diese Menschen brauchen dann jemanden, der ihnen den richtigen Weg zeigt.

    Ich frage mich hin und wieder aus welcher Verzweiflung heraus ein CO, sich eigene Geschichten zusammenzimmert, um jemanden zu helfen, der sich nur selbst helfen kann. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Keiner, außer der Alkoholiker selbst kann sich trocken halten. Nicht die ihm angetragene Hilfe hilft, nur die Hilfe, die er für sich selbst sucht.

    Servus Maxx

    was hat dich bewogen trocken zu werden? Was war dein Tiefpunkt um eine Therapie anzufangen?

    Was nun? ich möchte die Ehe retten u. ich weis das sie sich ein Leben ohne Trinken (Klassiker) nicht vorstellen kann.

    Dann ist sie eben noch nicht so weit. Entweder du akzeptierst es oder trennst dich.

    Hallo Veru,

    nur weil du Alkoholiker bist und nichts mehr säufst, verändert es doch nicht dein nasses, trinkendes Umfeld.

    Es wird immer Anlässe geben, indem ich die Entscheidung treffen muss, gehe ich das Risiko auf Kosten meiner Gesundheit ein, werde eventuell rückfällig und saufe mich zu Tode oder ich setzte Prioritäten, richte mein Leben eben nach mir und nicht nach den Erwartungen anderer aus.

    Ich wäre gestern nicht dahin

    Ich bekam einen alkoholfreien Sekt und dachte gleichzeitig daran, ob das jetzt so eine gute Idee sei. Und ich muss sagen, der Sekt war mega klasse!!!

    Schon sind wir wieder dabei, den ersten Schritt in Richtung Rückfall. Sieht aus wie Sekt, wird im Sektglas serviert und es schmeckt angeblich auch noch. Was ist der nächste Schritt? Weglassen und gut ist. Je weniger am Anfang Kompromisse gemacht werden, umso stabiler wird der Weg. Zumindest nach den Erfahrungen länger trockene.

    Nicht dass ich deine Zwickmühle (Weihnachten, Festivitäten oder Ähnliches) nicht verstehe, aber du bist eben ein Alkoholiker. Und das ein Leben lang. Darauf ist zumindest Verlass. Priorität Nr. 1 steht die Nüchternheit.

    Frohe Weihnachten

    Einige erfahrene Abstinenzler erheben (auch hier) sehr gern den Zeigefinger, dem Absolutismus gleichkommend, das verstört und setzt gerade den "Neu-Abstinenten" unter erhöhten Druck. Und genau Druck will man doch vermeiden, Einsicht, Erkenntnis ist doch das Ziel.

    Und wo fangt der Druck bei dem einen an und wo hört dieser Druck bei einem anderen auf? Gerade weil wir erwachsen sind, sollte das Ausmaß nicht durch Versuchen, die hin und wieder auch mal tödlich verlaufen können, befürwortet werden.

    Wir teilen unsere Erfahrungen geradeaus mit und was der Gegenüber daraus macht oder es etwas mit sich macht, kann ich durch paar geschrieben Zeilen nicht einschätzen. Ich maße mir das nicht an. Wir sind keine therapeutische Beratungsstelle, sondern stinknormale Alkoholiker in einer Online SHG.

    Sollte sich ein neuer User unter Druck fühlen, können wir ihn auch nicht nehmen, aber er hat die Möglichkeit, sich zusätzlich in professionelle Hände zu geben. Auch wenn sich hier ein paar Suchthelfer im Forum tummeln und es "gut" meinen, bleibt es eine Selbsthilfegruppe. Zudem, das sagen unsere Erfahrungen. Das zumindest gelesen wird auch, wenn sich ein User nicht schriftlich mehr meldet.

    Ich habe nicht den Anspruch jeden retten zu können, aber den Anspruch es deutlich so rüber zu bringen, dass es ankommt.

    Wir sollten aber nicht Veru-Thread verwässern. Wenn noch Klärungsbedarf ist, kannst du ja einen dazu mal dazu eröffnen.

    Hallo Momose

    ist doch seine Sache, wenn er säuft. Ist doch alles OK oder nicht? Er leidet ja anscheinend nicht darunter oder ist eben nicht so weit aufzuhören. Bist ja nicht für ihn verantwortlich.

    Was machst du eigentlich für dich, dass du nicht mehr darunter leiden musst?

    das klingt nach einem sehr interessanten Experiment in Sachen Konsumvermeidung, Respekt, daß du dir das nach ca. 4 Wochen zutraust.

    Ich weiß nicht, ob Experimenten bei Alkoholkrankheit der richtige Weg ist. Eine Konfrontationstherapie nach 4 Wochen? Das hat in meinen Augen nichts mit Respekt zu tun, eher mit Kampf. Ich kann, jedenfalls aus eigener Erfahrung, nur eines dazu raten. Es sein zu lassen