Beiträge von Hartmut

    Da frage ich mich, was da noch übrig bleibt, wenn ich ‚keine Kompromisse eingehen‘ will oder ‚auf Nummer sicher gehen‘ will.

    Damit ist gemeint..... Jeder Kompromiss, der in Richtung Alkohol geht, ist ein Kompromiss zum Rückfall. Ich gehe ja bewusst ein Risiko ein, was ich nicht ein oder abschätzen kann. Wenn ich das könnte, gäbe es keinen Rückfall und die Alkoholkrankheit wäre heilbar.

    Beispiele zu Kompromisse. Alkohol verdampft beim Kochen. Ursprüngliche alkoholische Getränke werden mit 0.0 Promille angeboten, also macht es mir nicht aus.

    Es gibt für alle Lebensmittel, die mit Alkohol versetzt sind, Alternativen. Wenn nicht, lass ich es weg. Wo ich mir nicht sicher bin. Lass ich es weg. Ich bin ja nicht gesund. Es wird auch kein Lebensmittelallergiker genau das essen, wobei er allergisch reagiert.

    Warum sollte ich es als Alkoholiker tun? Um etwas anzutesten? Warum will ich es austesten?

    Hallo Hanseat


    mir fällt da nur meine Singnatur dazu ein.

    Wenn ich weiß, dass Malzbier Alkohol enthält und das kann man überall nachlesen, ist es mir auch wurscht, ob es da eine Sorte gibt, wo 0.0 Promille drauf steht. Warum sollte ich da noch nachrecherchieren, ob ich nun im Recht bin oder nicht? Welcher weiterführende Gedanke steckt dahinter? Es gibt auch Weizenbier/Sekt mit 0.0 Promille. Wäre das dann der nächste Schritt?

    Wenn das gut geht, kann ich mich ja auch Getränke bis 0,5 Promille trinken, da die Kennzeichnungspflicht erst bei 0.5 Promille ist. Oder nicht?

    Verhaltensrückfälle sind schleichend und finden, wie Rückfälle selbst, vorhab im Kopf satt. Da steckt die Sucht und nicht auf dem Etikett der Flaschen.

    Ich bin trocken und am meisten profitiere ich von den Rückfälligen. Und ich bin unglaublich dankbar, das da auch welche den Arsch in der Hose haben und uns Trockenen davon berichten. Viele fangen mit "Selbstversuche an"

    Ja, nun habt Ihr mir das Zeug schon madig geredet

    nö, du hast es dir madig reden lassen. Vielleicht liege ich falsch?

    Ich finde es richtig und wichtig, dass gerade solche Themen hier aufgegriffen werden. Wenn nicht hier wo dann. Ich finde es gut (Achtung Lob ;) ), dass du dich hier so detailliert austauschst. Da haben alle was davon.

    Hallo

    völliges Ausschließen, dass ich in Lebensmittel /Getränke Alkohol zu mir nehme, kann ich nicht. Aber, wenn ich es weiß, schließe ich es aus.

    Hanseat , was passiert denn in Zukunft in deinem Kopf, wenn du die nächste Flasche Malzbier trinkst? Kannst du sie immer noch ohne Bedenken trinken? Oder lässt es dich nun nachdenklich werden?

    Wenn es mir in der Vergangenheit nichts ausgemacht hatte, weil ich eventuell unwissentlich etwas zu mir genommen hatte, ändert sich mit dem Wissen darüber, die ganze Sachlage. Alleine schon das Denken "es könnte" würde mir ausreichen, es nicht mehr zu tun.

    ich komme gerade vom Zahnarzt und bin noch immer total betäubt,

    Weiß dein Zahnarzt, dass du Alkoholiker bist? Erstens wegen der Spritze, zweitens wegen der Wirksamkeit. Durch das jahrelange Saufen wird auch eine gewisse Toleranz "angesoffen", die die Wirkung der Betäubungsspritze schneller nachlassen lässt.

    Kann ich dich fragen… du sagst meine gründe wären keine gründe zum Trinken. Was wären denn welche?

    Du hast die Frage schon beantwortet 😁

    Ich weiss, an sich ist alles kein grund.

    Als ich noch nicht süchtig war, war ich der Illusion aufgelegen, dass der Alkohol entspannt, er mir hilft, Probleme löst und andere "Wunderdinge" in mir auslöst.

    Das Resultat war jedoch kein Lösen der Probleme, sondern ein kurzzeitiges Ausschalten derer, zudem ich immer mehr Alkohol dazu brauchte, um wieder dran zu glauben, dass er mir hilft.

    Das Einzige, was er mir gebracht hatte, war die Abhängigkeit. Ab da musste ich trinken, egal was war. Ob nun ein Problem vorlag oder keines, es gab immer einen vorgeschobenen Grund. Das Suchthirn bleibt dir ja, wenn mal abhängig, ein Leben lang erhalten.

    Durch das jahrelange Saufen hat sich auch eine Gewohnheit, ein Ritual eingeschlichen, was weiterhin mit Alkohol bedient werden möchte. Trotz besseren Wissens, dass mich das Saufen umbringt. Also half mir am Anfang nur gegensteuern bis sich das Hirn umgeschrieben hatte. Das Gegensteuern und den Weg, den ich gegangen bin, steht weitgehendst in dem Artikel. Grundbausteine.


    ch habe mich nicht hier gemeldet, weil mir gar nicht bewusst was das ich hier so wirklich wahrgenommen wurde.

    Jeder der sich hier angemeldet hat, wird wahrgenommen. Es ist eine Online Selbsthilfegruppe. Auch wenn mal keine Antwort kommt, wirst du gelesen . Wichtig wäre jedoch eine Mitteilungsbereitschaft, denn erst dann können wir hier in der Gemeinschaft die Fallstricke erkennen. Selbsthilfe, ist sich auch mitzuteilen.


    Ich will mein leben in den griff bekommen und trocken werden und bleiben.

    Dabei können wir ja dich unterstützen. Die Gründe, die du angabst, was zum Trinken geführt hatte, sind keine Gründe. Da spricht die Sucht aus dir.


    Ihr bringt mich zum denken und ich fühle mich jetzt auch schlecht dafür was ich gemacht und auch nicht gemacht habe… bin heulend auf meinem Hotelbett und sollte eigentlich so langsam mal frühstücken gehen.

    Falsch machen ist der verkehrte Ausdruck. Ist ja eine Krankheit, leider tödlich, wenn sie nicht gestoppt wird. Ich verlinke mal unten nochmals den Artikel wie es funktionieren kann. Lese ihn dir durch.

    Hart aber herzlich sage ich mal. Das Nachdenken hilft, sich eingraben jedoch nicht. Du bist wieder aufgestanden das solltest du nun auch machen und zum frühstücken gehen.

    Hier der Artikel

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Hallo Mery

    nun reden wir mal nicht über Medikamente oder deine weitere Entgiftung. Das gehört in die Hände der Ärzte.

    Meine direkten Fragen an dich wären, warum du dich nicht, bevor du den Rückfall hattest, hier gemeldet hast? Ist doch deine SHG oder nicht? Was ging dir durch den Kopf? Wie kamst du an den Alkohol? Ist deine neue Bude alkoholfrei?

    Nun ist es das 2 Mal von wenigen Wochen und da frage ich mich wie ernst es dir überhaupt ist trocken zu bleiben ist oder viel mehr, an welcher Stelle das für dich steht. Es nutzt ja nichts, um den heißen Brei herumzureden. Es geht ja um dich und dein Leben.

    Hallo Walter

    hoffe ich langweile euch nicht zu sehr aber es sind bleibende erinerungen

    eine SHG lebt von den eigenen Erfahrungen, sonst könnten sie auch schließen.

    Ich finde das du deinen Weg aus der Sucht realistisch und greifbar beschreibst. Einige werden sich darin wieder finden, andere fragen sich, warum habe ich es nicht auch so gemacht. So beginnt der Austausch.

    Einmal vorweg. Sucht und Liebe lässt sich nicht ergänzen. Wenn dann die Liebe zur Einbahnstraße wird, weil die Sucht dazwischen hängt, bleibt einem nicht viel übrig.

    Zunächst einmal sind das doch Angehörige und nicht gleich Co-Abhängige, oder? Es ist doch klar, daß man zunächst einmal versucht, einen Menschen, den man liebt, aus seiner Alkoholsucht zu verhelfen.

    Nun melden sich ja Menschen hier an, um Hilfe zu bekommen, weil sie in der Vergangenheit mit der Sucht des Partners/Angehörigen eben nicht weiter gekommen sind. Oder? Weil ihre Bemühungen in der Vergangenheit im Sand gelaufen sind. Sie kommen ja nicht her, wenn sie eine Lösung hätten.

    Nun liegt es auch an jedem wie er seine "Selbsthilfe" für sich in Anspruch nimmt oder sie sieht. Bestätigung suchen, dass sie alles richtig vor der Anmeldung gemacht haben? Sich miteilen, welch Leid sie erfahren haben und Gleichgesinnte zu finden? Das kann es ja nicht sein.

    Hilfe durch Nichthilfe ist eben der Weg dem Alkoholkranken zu helfen. Sucht kennt keine Gefühle.