Beiträge von Hartmut

    Wie ich schon öfter geschrieben habe, war meine Reha ja auch nicht erfolgreich

    Nun habe ich das nicht gelesen. Deswegen mal eine Nachfrage. Was hast du denn dort für dich erwartet? Wie weit warst du selbst bereit dazu?

    Liegt es denn nicht mehr an der Enttäuschung an sich selbst etwas nicht erreicht zu haben? Ich werde wegen einer anderen chronischen Krankheit (nichts Dramatisches)fast jedes Jahr 2-3 Mal, entweder in REHA oder Krankenhaus, behandelt .

    Habe also mit unserem Gesundheitssystem zwischen 50 und 60 Aufenthalte in meinem Leben hinter mir. Vom Ausland bis alle innerdeutschen Einrichtungen, was meiner Indikation betrifft. Jedes mal habe ich einen anderen Erfolg. Für die größten Misserfolge war ich selbst verantwortlich, obwohl sich bei meiner Krankheit, sich nicht um eine psychische handelt.

    Natürlich war da auch nicht jede Einrichtung einverstanden aber zumindest waren sie bemüht mir Hilfe anzubieten. Vielleicht liegt es auch an meiner positiv denkende Natur. Ein Arzt sagte mal zu mir 20 % heilt der Arzt und 80 % der Mensch selbst.

    Bisher mache ich das doch alles ganz gut, um mich mal selbst zu loben

    Das sehe ich auch so.


    Angus Jung ist mir bekannnt das er gegen Drogen und Alkohol ist. Jedoch James Hetfield (Metallica) ist zeitweise trockener Alkoholiker. ;)

    Hallo, mal meine bescheidene Meinung dazu.

    Wenn mein Tiefpunkt erreicht, mein Leidensdruck hoch genug ist, bin ich froh, dass mir überhaupt geholfen wird. Da ist es mir doch Shit egal ob Kassen oder Privat. Mir geht es manchmal mit diesem "Vollkasko Denken" zu weit.

    Wenn ich im Vorfeld schon Forderungen stelle, wie etwas auszusehen hat, dann bin ich noch nicht so weit.

    Ich habe bisher immer mit solchen Rückfälligen zu tun gehabt, die sich selbst schlichtweg nicht als alkoholkrank akzeptieren können oder wollen. Wobei es egal war, ob sie sich von Alkohol fern gehalten haben oder neben der Flasche saßen.

    Da stimmte eh die innere Einstellung nicht. Auch welche die zur Abstinenz „gedrängt“ wurden obwohl sie wussten das sie Alkoholkrank sind. Es ist ja keine Floskel, dass es von sich aus kommen muss ( nicht soll, es muss)

    Nun sind mir jedoch auch welche bekannt, bei denen Die Grundvoraussetzungen stimmten aber kein alkoholfreies Umfeld zu Hause hatten und nach Jahren die Flasche an den Hals drückten.

    Zur Abhängigkeit ist es ein schleichender Prozess aber auch zum Rückfall. Gerade wenn ich die eigene Selbstsicherheit / Überzeugung das mir nichts passieren kann über die Sucht stelle.

    "Es geht bei Offenheit und Ehrlichkeit nicht darum, bei jeder sich bietenden Gelegenheit anderen seine Alkoholkrankheit zu präsentieren.

    Das seh ich auch so. Ich muss nicht jedem wildfremden es sagen. Wenn es innen nicht stimmt, wird es nach außen auch nichts.

    Nur sollte ich es aus Schutz für mich, da sagen, wo ich ständig mit Alkohol unausweichlich konfrontiert werde oder gefährdet bin. Sei es am Arbeitsplatz oder mein direktes Umfeld. Gerade, wenn ich rückfallgefährdet bin oder mehrere hatte, ist es ein Spiel mit dem Tod. Unabhängig von der inneren Einstellung.

    Wo kommen denn die meisten rückfälligen her? Die dafür sorgen, dass sie ein alkoholfreies Umfeld haben oder sich ständig mit Alkohol konfrontiert sehen?

    Hallo Carl Friedrich,

    es ist doch in Ordnung wie jeder seinen Weg geht. Es freut mich, auch wenn es bei dem einzelnen klappt. Für mich wären jedoch einige Wege, die ich hier lese eben tödlich gewesen. Ich kenne sie ja aus den Trinkpausen. Dass ich auch nicht auf Weichgespültes stehe oder irgendwelche Umschreibungen für mich verwende, ist auch hinreichend bekannt.

    Dieses Forum ist mit den Grundbausteinen voran erschaffen worden. Das Aushängeschild des Forums und weiterhin auch den Weg, den wir hier vermitteln wollen. Was sich eben auch von vielen anderen Foren unterscheidet.

    Nur wird mittlerweile, im Gegensatz von den Anfängen hier, auch andere Wege toleriert. Wer von Anfang an dabei war, wird es bestätigen können.

    Es geht nicht um einen Wettstreit welcher Weg einen trocken hält. Es geht darum eben auch für jeden ob nun laut oder leise in der Wortwahl, jegliche Risiken aufzuzeigen.

    Ich verstehe manchmal nicht, warum diejenigen, die nicht die Grundbausteine gegangen sind, sich darüber" echauffieren".

    Ich erlaube mir nur, gewisse Dinge und seien es schwammige und unpräzise Ausdrücke sowie Ratschläge z.B. für den Umgang mit dem eigenen Umfeld, kritisch zu hinterfragen und mir meine eigene Meinung zu bilden.

    Und das ist auch das , was einen Austausch ausmacht. Mich stört es nicht ;)

    Der Begriff wird in diesem Forum gerne gebraucht, um anderen Leuten die nötige Ernsthaftigkeit abzusprechen, abstinent zu leben.

    Nun hast du es fehlinterpretiert. Wenn du mit den Begriffen nichts anfangen kann, warum interpretierst du sie dann?

    Nun würde ich mir auch die Ernsthaftigkeit absprechen, wenn ich bei mir nasses Denken erkenne. Ist interessant :mrgreen:

    Ist aber OK. Wenn du damit nichts anfangen kannst ist es deins. Alles (unangenehmes) löschen, was mit der Krankheit zu tun hat, ist auch ein Weg. ;)

    Ich finde nicht, daß der Wunsch nach sozialen Kontakten automatisch "nasses Verhalten" ist, nein

    Da hast du recht. Nicht der Wunsch nach sozialen Kontakten ist nasses Verhalten. Das mein ich damit nicht. Der Wunsch an nasse Veranstaltungen teilzunehmen und sich etwas im Vorfeld vorzumachen "Es macht mir nichts aus, Ich bin gewappnet. Ich habe mir Gedanken gemacht" ist nasses Denken."

    Ich freue mich, dass so viel anspringen, obwohl es nur meine Gedanken sind. Warum ist das so? Löst der Text Betroffenheit aus?

    Muss sich doch keiner rechtfertigen. Jeder geht seinen Weg, den er für sich verantworten kann.

    Ich würde nicht sagen, dass es sich immer um nasse Gedanken handelt oder man seine Krankheit nicht ernst nimmt

    Nun spreche ich ja aus meiner Sicht. Wenn jemand nur das Glas wegstellt und nahtlos übergeht und weiterhin an seinem alten nassen ("sozialen") Leben übergeht ist es für mich schon nasses Denken.

    Ich verstehe manchmal nicht warum das "Nasse Denken"schlecht aufgenommen wird. Ich vergleiche es mit einer offenen Wunde, die geschlossen werden sollte.

    , daß neu hinzugekommene Freunde durch klare Worte Angst bekommen, weil diese harsch formuliert werden. Natürlich sind klare Worte wichtig.

    Wo ist die Linie, wo ist die Grenze? Nun kann ich ja immer nur aus meiner Sicht sprechen und da war mir Angst vor einem neuen Weg fremd. Der Respekt vor einem neuerlichen Rückfall und der Krankheit war größer.

    daß ich Gestik und Mimik der Freunde nicht wahrnehmen kann.

    Das ist das größte Problem. Das sehe ich auch so. Ich denke das es mit der Weiterentwicklung der Digitalisierung irgendwann auch Face to Face online Gruppen geben wird. Ist jedoch Zukunft Musik.

    Für mich ist es wichtig, egal wie harsch ich selbst die Worte empfinde, ob der Gegenüber es aus seiner Ich Sicht formuliert oder eine klare Ansage macht.

    Hallo zusammen,

    Immer wieder mal lese ich von "Neuen" oder auch von immer wieder rückfälligen, dass Strategien für eine bewusste Konfrontation mit Alkohol entwickelt wird um an nassen Festivitäten, Meetings, Sauf Veranstaltungen teilzunehmen. Dann auch noch verkrampft versucht wird, sich nicht als Alkoholiker in Gefahrensituationen zu „Outen".

    Was für mich nichts anderes ist, wie das Verhalten in der nassen Zeit. Verheimlichen, Vertuschen und im Kampf stehen. Nichts anderes ist es, wenn ich mich bewusst darauf vorbereite. Da hatte ich auch im Vorfeld geglaubt nur ein Glas trinken zu können.

    Nun war die Kapitulation gegenüber dem Alkohol mein Grundpfeiler für eine zufriedene Trockenheit. Was nichts anderes hieß, nicht mehr im Kampf stehen zu müssen. Nicht mehr saufen zu müssen. Ein ertragbares Leben zu führen.

    Ich bereitete mich am Anfang auf ein trockenes Leben vor und nicht wie ich mein nasses Leben weiter führen konnte. Was zwar auch Strategien beinhaltete, wenn ich mal unbewusst oder unvermeidbar kurzfristig auf Alkohol stieß. Aber nicht bewusst und gezielt in den Kampf begab, den ich mit Eintritt der Krankheit schon verlor. Sonst hätte ich mir das Trockne werden auch ersparen können und mich in den Tod saufen.

    Wenn dann Argumente am Anfang des Weges kommen "Ich kann mich ja nicht einschließen, nicht allem aus dem Weg gehen, möchte ja am sozialen Leben teilnehmen" hat es noch nicht verstanden, dass es nasse Argumente sind. Zudem für sich wegschiebt oder auch akzeptiert, dass Alkoholismus ungestoppt in den Tod geht.

    Wenn ich den Alkoholismus nicht ernst nehme, kann es für mich mehrere Gründe haben. Entweder ist mir das Ausmaß der Krankheit nicht bewusst, ich hatte meinen Tiefpunkt da noch nicht erreicht oder mir ist das nasse Umfeld mehr wert als mein eigens-Leben.

    Hallo TriggerEX,

    nun habe ich mal deine Post quer gelesen auch die Antworten in anderen Thread, wegen "Schuld". Bist du mit dir im Reinen oder hast du das Gefühl, du wurdest zum Alkoholiker gemacht?

    Nun kommen sehr viele Alkoholiker aus eine Suchtfamilie und setzten die "Tradition" fort. Jedoch sind andere Familienangehörige davon nicht betroffen.