Bei mir ist es wohl sowieso gefährlich wenn es schmeckt, denn ich trank weils mir schmeckte,..
Weil es schmeckte oder weil die Sucht es schmecken lies macht einen Unterschied.
Ab einem gewissen Punkt geht es nicht mehr um den Geschmack, sondern darum, ein bestimmtes Level zu erreichen oder zu halten.
Wenn ich einmal einen richtigen Rausch hatte und am nächsten Morgen das berühmte Konterbier trinken wollte, schmeckte es auch nicht. Dann musste es heruntergewürgt werden, selbst wenn zuvor das trockene Würgen bis zur Galle gereicht hatte.
War es nicht derselbe Geschmack, oder?
Schon einmal erlebt, Alkohol in seinem puren Zustand zu riechen? Macht nicht erst das Hinzufügen von Zutaten ihn erträglich? Muss ja, die Alkoholindustrie braucht auch Umsatz, und wie läuft es da am besten, wenn jemand auch etwas süchtig ist.
Aber das ist Vergangenheit. Wichtig waren die ersten Schritte aus der Sucht und das Erkennen, was noch vom Stammtischdenken ins trockene Leben hinübergeschwappt ist, um nicht in die Gefahr zu geraten, gleich wieder an der Flasche zu hängen.
Zunächst einmal Selbstschutz, unabhängig davon, ob ich das nun gut fand oder nicht. Dazu gehörte ein alkoholfreies Umfeld als erster Plan. Zuhause wurde komplett alles entsorgt, da es auch niemanden in der Familie gab, der ebenfalls süchtig war, also brauchte es auch keinen Alkohol im Haus.
Sich zunächst von allen saufenden Freunden zu verabschieden und bei Festen und Feiern Abstand zu halten, war ein wichtiger Schritt. Ein offener und ehrlicher Umgang mit meiner Sucht war essenziell, damit ich auch im Falle eines eigene Festes keine Sorge haben musste, von "Freunden" besucht zu werden, die selbst süchtig waren.
Das ist ein kurzer Abriss meiner Anfänge. Es liegt ja auch schon einige Jahre zurück.
Ach so, hier offen und ehrlich sein, da muss sich auch keiner verstecken. Es geht auch mal hitzig im Austausch zu, das braucht es auch, denn die Priorität ist eindeutig, trocken zu bleiben.