Beiträge von Hartmut

    So, bevors arbeiten geht, heute mal wieder ein Beitrag zum Thema "Ich dachte, ich wär schon weiter."

    Bist du doch, sonst hättest du ja nicht bemerkt, dass es ein "nasser" Gedanke ist. Wenn überhaupt. Vielleicht auch nur eine Nebenwirkung eines trockenen Alkoholikers ;). Alles gut.

    Ich finde es gut , wenn mir das Suchtgedächtnis immer wieder paar Bruchstücke vor die Füße wirft und denkt, ich bin so bescheuert und merke es nicht. Alles normal.

    Mein "Problem" ist ja, dass mir der Alk noch bis kurz vor der Abstinenzentscheidung geschmeckt hat

    Schon mal reinen Alkohol getrunken? Ungenießbar. Kenne niemanden, dem das schmeckt. Purem Alkohol fehlt jede Süße oder Bitterkeit, die man bei alkoholischen Getränken findet, da er weder Zucker noch Aromen enthält.

    Nur durch die Mischung wird er genießbar, sonst ist er reines Gift.

    Hallo Christian

    willkommen in unserer Online-SHG. Sein Trinkverhalten zu überprüfen, um dagegen etwas zu tun, ist schon mal eine gute Sache Wunderlich, die Untersuchung beim Arzt wenn das so war zeigt jetzt nicht gerade, dass der gute Mann viel mit der Sucht zu tun hat

    Aber gut, wie du lesen kannst, hast du dich in einem Alkoholiker-Forum angemeldet, da möchte ich erstmal wissen: siehst du dich als Alkoholiker und was dein Wunsch ist?

    Hier tauschen sich nur bekennende Alkoholiker aus, die eine lebenslange Abstinenz anstreben.

    Ich konnte mir auch jahrelang gar nicht vorstellen auf Alkohol zu "verzichten". Das gehörte für mich von klein auf dazu. Ich war keine Alkoholikerin, aber hatte sicher ein nasses Denken (😬 oder gibt's das nicht???).

    Nein, nasses Denken haben nur Alkoholiker. Denn das ist das Denken, was die Sucht festhält.

    Danke, dass du es uns mitteilst.

    Es ist wirklich Wahnsinn, wie schnell es passieren kann. Der Schock sitzt mir immer noch tiefin den Knochen.

    Dass etwas schnell passieren kann, ist möglich, aber du hast richtig gehandelt und wusstest, was zu tun war. Also alles richtig gemacht.

    Ich habe schon einmal an anderer Stelle geschrieben, dass ich Wodka Lemon in rauen Mengen getrunken hatte und deswegen auch das Lemon meide. Ich hatte es einmal probiert und als Déjà-vu im Gehirn sind alle Synapsen und Neurotransmitter angesprungen.

    Servus Kazik

    komme mal zu dir.

    . Den dieses selbstschädigende Verhalten macht Sie nicht weil sie will sondern weil Sie muß

    Unabhängig von Ferndiagnosen oder Verallgemeinerungen möchte ich fragen: War es bei dir auch so? Sind das deine eigenen Erfahrungen? Hattest du ähnliche Erlebnisse?

    In den letzten 18 Jahren habe ich immer wieder mit diesem Thema beschäftigt . Die Tatsache, dass ich saufen musste, war der Sucht geschuldet – sonst wäre es keine Sucht . Als ich erkannt habe, dass ich süchtig war, lag es allein an mir zu entscheiden, ob ich so weitermachen wollte oder ob ich etwas dagegen unternehmen würde.

    Ich blieb nicht aus Unwissenheit oder fehlender Erkenntnis in der Sucht gefangen, denn sonst hätte ich keine Trinkpausen gestartet. Diese Pausen waren jedoch nichts anderes als Selbsttäuschung, um weiter zu trinken.

    Ein Leben ohne Alkohol konnte ich mir auch schon damals nicht vorstellen, selbst als Nicht-Süchtiger. Das war mir sozusagen schon früh in die Wiege gelegt, bevor ich überhaupt zum Trinken gefunden hatte.

    Ich habe jedoch nie Alkohol versteckt. Ich stand auch offen dazu. Wenn ich gefragt wurde, warum ich so viel trinke, ging ich in die Offensive und habe direkt mit einem breiten Grinsen und Augenzwinkern gesagt,"weil ich Alkoholiker bin", sodass es als Scherz aufgenommen werden konnte.

    Wenn ich mich bewusst abgeschossen hatte, war ich meist zu Hause, die Rollläden geschlossen, und habe schon mal eine Woche lang durchgesoffen.

    Feiern, Feste oder Saufgelage außerhalb brauchte ich nicht zu vermeiden, da ich in einer Gruppe war, die alle tranken. Ich konnte auch ein Stiefel vertragen, ohne viele merkliche Ausfallerscheinungen, sodass es ehr zu Erstaunen kam, nicht um eine Anklage als Alkoholiker zu sein.

    Den dieses selbstschädigende Verhalten macht Sie nicht weil sie will sondern weil Sie muß. Das ist keine Entschuldigung aber es ist bestimmt kein Grund sich daran zu weiden.

    Auch wenn es stimmt, was hat das mit dem Co-Abhängigen zu tun? Er soll sich doch von seiner Krankheit befreien und muss nicht alles verstehen, was der "arme", saufende Alkoholiker es so oder so tun muss.

    Es geht nicht um den Partner, der säuft . Das hält fest . Die Aufmerksamkeit sollte nur auf den Co-Abhängigen gerichtet sein.

    Im Müll rumwühlen ist auch nicht meine Art, aber als Co macht man auch Dinge, die nicht immer unbedingt rational sind, glaube ich.

    Nur wenn jemand eine Rechtfertigung für sein krankes Verhalten braucht. Wenn er es jedoch weiß, hat das wohl einen anderen Grund, oder nicht?;) Unabhängig ob Frauen- oder Herrentoilette das lenkt nur ab.

    Geht es nicht um das Suchen nach Beweisen? Für dich oder nach außen zu zeigen, du bist nicht schuld an ihrer Krankheit? Oder du hast eben noch nicht mit ihr abgeschlossen, was auch naheliegt?

    Ich wollte ein bisschen Druck rausnehmen, weil derjenige auch noch ein paar andere Probleme hat.

    Das ist bei jeder Post so, nicht nur bei deiner. Probleme werden ja nicht damit gelöst, dass ich Druck rausnehme und der Gegenüber dann die Tassen hebt. Es ist ja nichts passiert.;) Dann fangen die Probleme doch erst an.

    Ich weiß nicht, wer vor mir sitzt, und ich weiß nicht, in welchem mentalen Zustand diese Person ist. Allerdings weiß ich aus eigener Erfahrung, dass eine Holzhammersensibilität gegenüber alkoholischen Speisen besser zur Risikominimierung beiträgt oder zumindest bei mir im Gedächtnis bleibt, als das Abmildern. Zudem dass man erst nicht bewusst, aber dann bewusst fertig gegessen hat,.

    Ein kleiner Bissen hat nicht geschadet; es gibt auch andere Langzeit-Trocken, die das bestätigen. Also bestelle ich mir noch ein Tiramisu. Wer kennt es nicht von den Rückfälligen?

    Ich habe mir immer die Frage gestellt oder auch stellen lassen. Wo fängt es an, wo hört es auf?

    Wenn ich zurückdenke an meine Anfänge, habe ich nur gedacht, etwas verstanden zu haben, denn das nasse Hirn blökte immer dazwischen. Was jemand daraus macht und wie er sich entscheidet, ist nicht meine Angelegenheit.

    Hättest du mir das geschrieben, wären wir auf einer anderen Ebene.

    Ich bin auch deswegen lieber in der Online-Gruppe, wo wesentlich mehr darauf geachtet wird, was die Knackpunkte sein können, als in einer realen SHG, wo der Neue schon von Anfang an mit Weisheiten der, sagen wir mal, "besonderen Alkoholiker" sich bereichern will.;)

    Es ist keine Abneigung gegen reale Gruppen. Es gibt genug, die sich ihr ganzes Umfeld weggesoffen haben und erst wieder soziale Kontakte knüpfen. Ich benötige es nicht, da ich viel mit Menschen zu tun habe und auch mal froh bin, ganz alleine zu sein.:whistling:

    Dies ist jedoch nur mein persönliches Denken.

    Bono59 , hat noch nicht seine Brille geputzt:whistling::)

    Gratulation zu 4 Monate und nicht 4 Wochen .

    Ich denke, es macht einen Unterschied, sich hier auszutauschen anstatt mit einem Kumpel. Ein Kumpel kann Halt geben, aber hier wirst du mit allen Zusammenhängen verstanden.

    Denn egal, was du schreibst, wurde auch schon von einem oder anderen Alkoholiker durchlebt. Weiter so!

    Die Frage musste ja kommen.

    Aber das interessiert mich überhaupt nicht.

    Du hast ja förmlich darum gebettelt. Es muss dich auch nicht interessieren, aber uns interessiert es.

    Saufe ich deswegen?

    Ab welchem Zeitpunkt ist es Saufen ? Ab wievieltem Schluck? Ab wann ist es kontrolliertes Trinken?

    Wie du damit umgehst ist mir egal. Wer bewusst Alkohol zu sich nimmt, ist eben nicht trocken. Zumindest nicht im Kopf. Dies ist eine Plattform, die das genau so unterscheidet.

    Wir führen auch keine Diskussionen über alkoholfreies Bier, Weinbrandpralinen oder Ähnliches. Auch provokative Spitzfindigkeiten bezüglich irgendwelcher Gärungsprozesse in Lebensmitteln oder Säften mit dem Bewusstsein, es trinken oder essen zu können, sind hier tabu

    Das aus einem guten Grund. Wir nehmen die Sucht sehr ernst und spielen nicht mit ihr oder testen aus, wie weit man gehen kann.

    denn dann kommt sowas raus .

    Kommt einer direkt aus der Entgiftung, zwei Bier machen ihm gar nichts. Ich wusste sofort, er wird scheitern. Der nächste, Schnaps kann er trinken, nur Bier nicht. Der übernächste, drei Langzeittherapien, braucht die vierte. Und so ging das da durch

    und wir filtern es am Eingang heraus. Deswegen der Vorstellungsbereich vorgeschaltet, damit wir uns nicht mit sowas abgeben müssen.

    Ich hatte hier ja schon länger gelesen und mir war klar, dass es hier Regeln gibt und dass hier Risikominimierung groß geschrieben wird. Ich selbst kenne aber eine Menge Trockene, alles Andere als Einzelfälle, die eher so wie ich trocken geworden sind als durch Risikominimierung. Also ist das, auch wegen meiner langen Trockenheit, nicht grundsätzlich falsch, sondern eine Frage der Regeln.

    Jeder Mensch hat seine eigenen Gründe und Wege im Leben, daher gibt es grundsätzlich kein „Richtig“ oder „Falsch“.

    Man kann sich auch fragen, ob man hier richtig ist. Unsere Selbsthilfegruppe konzentriert sich Risikominimierung , besonders wichtig für diejenigen, die gerade erst anfangen. Einige verlassen die Gruppe schnell wieder, andere bleiben länger, und viele finden hier ihren Platz.

    Der offene Bereich dient als eine Art „Auffanglager“ für neue User , die den Wunsch haben, trocken zu werden und noch nicht viel anderes wissen. Wenn Geschichten erzählt werden, wie jemand dies scheinbar mühelos geschafft hat, kann das nachahmend wirken, aber es spiegelt nicht die Erfahrung aller wider.

    Einige versuchen vielleicht den leichten Weg zu gehen, so wie ich es damals tat, noch geblendet von nassen Gedanken und den Stammtischparolen im Kopf. Doch dann beginnt der Kampf ums Überleben.

    Das Internet ist nicht wie die reale Welt oder eine reale Gruppe, in der sich nur wenige Menschen treffen. Hier handelt es sich um das größte deutschsprachige Forum dieser Art, mit zehntausenden registrierten Nutzern, die Beiträge lesen und posten. Dsewegn nicht zu vergleichen.

    Wenn du denkst das ich hier das Opfer Mime um mir Streicheleinheiten abzuholen irrst du dich, aber ich kann ja viel sagen.

    Es kommt nicht darauf an, was ich denke. Wichtig ist, welche Auswirkungen es auf dich hat. "Tun muss man, Tun" ist nur eine Möglichkeit, nicht mehr und nicht weniger. Es beeinflusst mich ja nicht, egal welchen Weg du einschlägst.

    Ich konnte mich erst von allem befreien - sei es Sucht, Beziehungen oder andere Entscheidungen -, als ich mich selbst ernst genommen und mir meinen eigenen Wert zugestanden habe.

    Dir wünsche ich die nötige Weitsicht, das Richtige zu machen.

    Manchmal finde ich, es passt vielleicht nicht ganz hier rein. Aktuell geht es bei mir eher um Depression. Wobei das ja auch Grund für s Saufen war. Wenn s nicht passt, wird sich schon jemand melden.

    Nun passt es hier rein, wenn du bei dir bleibst. Wir haben nur etwas dagegen, wenn jemand versucht, therapeutisch zu werden oder in den Beratungsmodus geht. Das wollen wir hier nicht.

    Depression ist eine schwerwiegende Krankheit und geht bei vielen Hand in Hand mit der Sucht . Doch es ist nicht der Grund für das Saufen , sondern ein Anlass, der zum Saufen geführt hat. Was machst du nun als Ersatz?

    Hast du da eine Strategie, wenn Depressionen nach Alkohol schreien?

    Ich bin immer wieder erstaunt, wenn jemand aus seiner eigenen Perspektive Beziehungstipps gibt und sogar vorschlägt, was man tun soll, obwohl er selbst nicht in derselben Situation ist.

    Hier lesen wir immer nur eine Sichtweise, und ich finde, es ist nicht gut , die Frau, die wahrscheinlich selbst ein Alkoholproblem hat, so abwertend zu behandeln, insbesondere wenn man selbst jahrelang in der Sucht feststeckte und es nichts half, daraus zu kommen.

    Auch nicht mit der Holzhammermethode

    Ich frage mich da auch oft, wie es bei denen selbst aussieht, die markante Sprüche klopfen und Ratschläge geben. Es ist leicht, von außen klug zu reden, aber oft sieht die Realität ganz anders aus.

    Es stimmt jedoch, dass der nächste Schluck zu einem schwerwiegenden Rückfall führen kann. Und genau deshalb sind wir hier – um Unterstützung zu bieten und gemeinsam den Weg aus der Sucht zu finden.

    Und da sehe ich bei dir, Topfman, schwarz.

    Kommt es Dir so vor?

    Bezüglich der Opferrolle, das war eine Frage, die nur du selbst beantworten kannst.


    Und jetzt bitte etwas mehr Contenance, wir können niemanden zurechtprügeln, um die richtigen Schritte zu gehen.

    Wegen dem Tiramisu würde ich mir überhaupt keine grauen Haare wachsen lassen. Ich habe mir das früher mal ausgerechnet. Ich müsste drei Kilogramm Tiramisu essen, um auf eine Alkoholmenge zu kommen, bei der früher bei mir der Kontrollverlust eingesetzt hat. Da wäre mir vorher längst schlecht. Ich habe früher mehrere Flaschen Schnaps getrunken, bis ich besoffen war, vor solchen Kleinmengen habe ich nicht allzuviel Angst.

    Nun ja, es kommt eben darauf an, ob ich es bewusst mache oder ob ich mal etwas erwische.

    Wenn ich mir bereits im Klaren darüber bin, dass Alkohol enthalten ist und ich es beim ersten Bissen merke, höre ich auf. Höchstens, ich möchte testen, wie weit ich gehen kann, aber dann quäle ich mich nicht damit herum sondern kaufe mir eine Flasche, und gut ist.

    R/no ,Wie ich lese, hat sich bei dir familiär nichts geändert und Fremddiagnosen hast du ja genug erhalten. Ins Handeln kommen wie bei der Sucht und alles andere nimmt seinen Lauf.

    Höchstens suhlst du dich in der Opferrolle, aber das wäre zu weit hergeholt. Oder?

    Servus Jibrail

    Der Nickname erinnert mich an den Erzengel Gabriel als Todesengel, und daran, dass solche Selbstdiagnosen schon manchen Alkoholiker das Genick gebrochen haben.

    Was hindert Sie daran, einen Arzt zu konsultieren, der das überwacht? Termin vereinbaren, vorstellig werden, kurzer Check und gut ist.

    Willkommen bei unser Online SHG.

    natürlich will niemand Alkoholiker sein, obwohl man tief in sich drin es schon längst weiß.

    Was mir bei deinem Post aufgefallen ist, dass du immer einen Grund gefunden hast, um zu saufen oder es damit rechtfertigst, was immer eine Tür offen lässt, wieder rückfällig zu werden.

    Es sind nicht die Umstände, die einen Alkoholiker rückfällig werden lassen, sondern die Gedanken, die in seinem Kopf ablaufen. Es ist die Sucht, die in solchen Situationen aus einem spricht .

    Aber bevor wir weiter in den Austausch gehen, wie ist das mit deiner Entgiftung? Wirst du überwacht? Warst du beim Arzt? Kennst ja die Vorgehensweisen , oder ? Und besteht der Wunsch einer lebenslange Abstinenz?

    Ich verstehe immer noch nicht was da vorletzte Woche los war, dass ich so kurz vor einem Rückfall war. Ich suche nach dem Auslöser.

    Ich habe heute in den Kalender geschaut und gesehen, dass die letzte Woche vorbei ist. Ich weiß auch, dass es beim Suchtdruck nicht den einen Auslöser gibt, sondern mehrere Auslöser sein können, die sich im Nachhinein nicht immer feststellen lassen.

    Wenn ich keine direkten besonderen "Berührungspunkte" mit Alkohol hatte, dann war das eben so. Eine Erinnerung, dass ich Alkoholiker bin, mit dem Wissen, dass die Sucht einiges einfallen lassen kann, um mich wieder zum Trinken zu bringen.

    Abhaken und weiter geht's, denn heute ist auch ein wertvoller Tag, um nüchtern zu bleiben.