Beiträge von TiN

    Zitat von vergissmeinnicht

    Hallo, Tefelchen im Norden,

    Super deine Einstellung, nur so kannst du dich schützen.
    Aber willst du so weiter mit ihm zusammenleben?
    Kannst du dich abgrenzen?
    Kontrolliert trinken funktioniert nicht meines Wissens.
    Der braucht sicher noch Zeit.

    LG

    vergissmeinnicht

    Ich kann soweit ich selber sein, das ich momentan sehr viel mit mir selber beschäftigt bin. Dazu noch reichlich arbeit habe und seit letzter Woche Freitag auch noch wieder zur Schule (Fortbildung) gehe. Er macht dann und wann schöne Sachen, aber dann auch wieder selten dämliche. Aber gut. Gestern hatten wir darüber ein kurzes Gespräch wo er dann anfing zu rechtfertigen. Da hab ich mich auf keine Disskussion eingelassen und sagte ihm nur das ER hanz allein für SICH verantwortlich ist. Da ging er dann schweigend. Was soll ich auch sonst dazu sgen ... ICH kann eh nichts machen

    Ob er sich wirklich auf den Weg gemacht hat, kann ich nicht genau sagen. Gut er hat jetzt ab und an den Alkohol weggelassen, aber dann kommen auch Tage da schöägt er voll zu. Er hört sich zwar alles an, aber viel sagen tut er nichts. Aber gut vielleicht braucht er auch seine Zeit, wie ich sie brauchte.

    Ich für mich gehe weiter, wenn er mitkommt wär das schön, wenn nicht dann ist das eben so.

    mehr und mehr frage ich wie das angehen konnte all das zu verdrängen. Bein Aufsschreiben des Lebens wird einem gnadenlos kalt die Weolt noch einmal um die Ohren gehauen. Man hat das Gefühl noch einmal alles zu erleben.

    Caro ich kann Dir jetzt und hier sagen wenn Du die auf die suche nach den Antworten gest tut es verdammt weh, wenn Du Dich dem stellst.Aber auch wenn es weh tut es befreit auch und danach wird es Dir besser gehen, weil Du nicht mehr die erdrückende Last zu tragen hast

    Zitat von caro1969

    wow das hört sich doch gut an..
    bleib bei deinem optimismus...
    so kannst du echt weiter kommen..
    schön das du hier bist..
    l.g. caro

    ich versuche es, war so ein langer weg bis hierher, frag mich aber nicht wie ich bis hierhergekommen bin, darauf kann ich Dir momentan keine Antwort geben :)

    Zitat von vergissmeinnicht

    Finde ich toll das ausgerechnet dein Partner dich aufgefangen hat.

    gerade er wo ich doch wegen ihm hier angefangen hab zu schreiben, das ist sehr komisch. Aber irgendwie auch ein kleiner Durchbruch, denn seitdem können wir echt wieder entspannt reden, Zeit gemeinsm verbringen .....

    Zitat von caro1969

    hallo nochmal!
    ich habe gelesen und freue mich für DICH..
    ich drücke EUCH DIE DAUMEN....
    l.g caro

    danke fürs Daumendrücken. Zu allererst komme ich dran, was dann werden wird muss einfach die Zeit zeigen. Mir macht das aber keine Panik und darum gehe ich gaz optmistisch in die Zukuft. Kann doch nur noch besser werden ...... :D

    Ja mein Lebensgefährte tinkt/trank zuviel ... in der heftigen Zeit kamen 2 Kisten Bier (aber nicht 0,3l sondern 0,5 flaschen) + ne Flasche Hartes die Woche zusammen, war also täglich mehr oder weniger "angeschossen

    seit ich bei der Psycholoin bin hat er alles zur Zeit recht weit runter reduziert, trinkt zur zeit nur am wochenend, kommt und wir führen zur zeit recht gute gespräche, er denkt auch über einiges nach, will auch zur psychologin.

    aber das ist sein weg, meinen weg kenne ich ... sollte das irgendwie wieder zusammen gehen ist es wunderbar

    laufe ich meinen weg und er kommt nicht mehr mit ... ist es sein weg .... ich werde weiter meinen gehen ......

    so nun lese :D

    Zitat von caro1969

    lasst uns doch einfach gemeinsam lernen...würde mich über einen regen austausch freuen...
    ganz liebe grüsse caro

    Hallo Caro, und auch all die anderen,

    eine gute Idee gemeinsam zu lernen. :)

    Ddurch wird es sicher einfacher und macht mehr "Spaß", als allein davor zu sitzen. Ich habe nun das Buch "Um die Kindheit betrogen" gelesen. War schon ein echter Hammer. Ich habe es jetzt meinem Lebensgefährten gegeben, mit der Bitte es zu lesen. Ansatzweise haben wir einige Dinge mal besprochen.

    Paradoxerweise ist er der Auslöser gewesen. Wegen ihm hab ich mich ja angemeldet hier, weil er zuviel trinkt in meinen augen. Oftmals kamen sprüche wie "Deine Wahrnehmung ist verkehrt, ge mal zum Psychologen." Um ihm den Wind aus den Segeln zu nehmen, bin ich dann mal hin. Meine Wahrnehmung ist soweit in Ordnung, aber ... naja und nun schreibe ich hier....

    Kommt vieles zusammen, er der zuviel tronkt = Co

    Mutter die trinkt (ob sie es jetzt noch tut, entzieht sich meiner Kenntnis) = Kind von Alkoholiker

    und dann noch Scheidungskind


    da kommt einiges zusammen, viele Jahre verdrängt und nun ist das Fässlein offen und stück für Stück wird nun gearbeitet :wink:

    Hallo Vergissmeinnicht,

    Familienseiche ... wie das klingt :oops:

    hmmm ich denke, wenn man es vorgelebt bekommt das man da sicher mit hineinrutscht, Geschwister lernen ja auch untereinander. Warum nicht auch Gewohnheiten unter Brüdern lernen :?: Ich kann mir so jedenfalls denken.

    Grüße vom
    Teufelchen im Norden

    hallo Stern,

    habe deine Geschichte nun auch gelesen. Vieles von dem was du schreibst kommt mir bekannt vor. So wie Du habe ich auch komplett verdrängt, bzw. ausgeblendet. Wenn mich jemand fragte was machen deine Eltern, war meine Antwort ich habe keine. Nie habe ich wirklich mit jemanden darüber gesprochen, einfach das Thema übergangen.

    Tja und wie bei Dir bricht jetzt alles auf. Das reinste Chaos was da im Kopf passiert und da muss man jetzt wohl duch. Mir fällt grad eine Liederzeile ein ....

    "Nimm meine Hand, lass vergangenes sterben, dies ist die Zeit neu geboren zu werden......"

    Tja diese Zeile huscht mir heute schon den ganzen Tag durch den Kopf und irgendwie ist da was dran, das vergangene verarbeiten und damit sterben lassen um dann neu geboren zu werden.

    Naja irgenwie so jedenfalls ....... Schauen wir nach vorne und nich immer nur zurück

    Liebe Grüße

    vom Teufelchen im Norden

    Hallo ......

    so nun hab ich mich auch mal durch deinen Beitrag durchgelesen ... Puhhh Hut ab vor Deiner leistung .... viel kann ich dazu noch nicht sagen ... muß ich erst mal sacken lassen ... zeigt aber das "Geschichten" doch ein Happy End haben können :D

    Drücke Euch weiterhin die Daumen das weiterhin alles gut gehen wird.

    Liebe Grüße

    das Teufelchen im Norden

    Hallo Stern,

    ja ich lebe in einer Beziehung. Zurzeit recht ruhig, nachdem was da so in der Vergangenheit so alles passiert ist.

    In einigen Dingen die Du schreibst kann auch ich mich wieder finden. Auch bei mir bricht jetzt so einiges auf. Das gibt seht viel Chaos im Kopf. Ich habe manchmal das Gefühl, jetzt endlich kann ich Stück für Stück ein Puzzle zusammensetzen, das vorher für mich nicht mal erkennbar war.

    Irgendwie habe ich ganz andere Gedanken, Handlungsweisen wie meine Eltern entwickelt, andere Werte gelebt. Unbewusst ist aber eine gewisse Art von Kälte mitgezogen worden. Wenn ich darüber nachdenke, wie meine Eltern z.B. mit ihrem Umfeld umgegangen sind. Lug und Betrug, wie am Besten seinen Vorteil ziehen, egal ob andere dabei untergehen (auch wenn es die eigenen Kinder sind). Gutes kann ich aus meinen Erinnerungen nicht erzählen.

    Mein Lebensgefährte sagt über mich das ich ein Mensch bin der sehr viel Gutes tut. Allein wie ich auf Kinder zugehe, sie mir Vertrauen, wie ich mit ihnen klar komme (zwei seiner Kinder nennen mich „Mutti“) Man merkt dort die „Warmen „Gefühle“ Und doch kommt es ihm oftmals vor, dass eine gewaltige Mauer um mich herum ist und er mich nicht erreichen kann. Er kommt sich dann so hilflos vor und dann, als das Fass voll war begann er mehr und mehr zu trinken. So nach dem Motto, ist doch ehe alles egal und hat sich in eine Gleichgültigkeit hinein getrunken. Da war dann bei mir das Fass voll, kalte Welt eben. Und die Spirale drehte sich immer schneller.

    Nun muss man das ganze mal im Zusammenhang sehen. Meine Kindheit, sein Alkoholkonsum und was daraus entstanden ist. Und jetzt beginnt richtig harte Arbeit, für beide. Er muss sich seinen Problemen stellen und ich mich meinen und dann schauen was passiert.

    Ich habe irgendwie die ersten 18 Jahre komplett ausgeblendet. Die gab es für mich nicht mehr und jetzt sind sie da mit allen Facetten und ich versuche zu lernen.

    Lernen damit umzugehen was einem widerfahren ist, das positive daraus ziehen, das musst Du genau wie ich lernen … irgendwie. Kein leichter Weg …..

    Liebe Grüße
    Dat Teufelchen

    Nachdem ich mit meiner Psychologin eine Art „Zeitreise“ gemacht habe, bin ich über einige Dinge gestolpert, die ich bis heute irgendwie noch „mitschleife“. Habe das lange ausgeblendet, verdrängt oder auch nicht wahrhaben wollen. Durch den Alkoholkonsum meines Lebensgefährten und die daraus resultierenden Verhaltensveränderungen seinerseits und auch meinerseits, hat er mich quasi unbewusst immer wieder in die Vergangenheit katapultiert. Ich hab lange den Zusammenhang nicht gesehen.

    Durch die Psychologin komme ich nun an einen punkt wo das Vergangene mir bewusst wird. Teilweise sehr erschreckend, die Verhaltensmuster. Wie der Alkohol doch immer wieder negativ in meinem Leben auftaucht. Angefangen bei meinen Eltern. Eigentlich mehr meine Mutter, die hat sich durch Alkohol die Welt rosarot getrunken, oder dann den Mut gehabt einem Dinge an den Kopf zu werfen das man glaubt die Welt geht gerade unter. Mein Vater hat mehr so in Feierlaune getrunken, wenn also Feste anstanden.

    Später meine Stiefmutter war auch so ein Feiertyp, manchmal auch wenn sie schlecht drauf war. Was ich aber bei den dreien feststelle, ist die Tatsache dass sie unter Alkohol noch kälter waren als ohne Alkohol. Mir begegneten ohne Gefühl, kaum Emotionen. Man konnte tun und machen was man wollte, da war nichts. Außer man hat als Kind, Jugendlicher mal mist gemacht, dann gab’s noch einen obendrauf.

    Durch die jetzigen Gespräche mit meinem Lebensgefährten, nachdem ich ansatzweise mein Schweigen, Verdrängen gebrochen habe, habe ich auch mitunter Antworten auf seine Fragen.
    Er fragte mich mal, was ich doch für ein Mensch sei, welche Werte ich lebe, bzw. gelernt habe. Heute kann ich ihm die Frage beantworten. Gelernt hab ich sie nicht, vorgelebt hab ich nur schlechte „Werte“. Was ich getan habe war mir meine eignen Werte, das was mit wichtig ist selber anzueignen. Dies aber ohne das mir jemand dabei hilft oder mal sagt das ist so nicht richtig.

    Ich bin in einer kalten, gefühllosen Welt aufgewachsen, habe mich dann mit 18 Jahren aufgemacht, meinen eigenen warmen Gefühlen zu folgen, nicht ahnend, das mich die kalte Welt begleitet. Jetzt wo ich es verstehe, beginnt ein neuer Weg. Wie ich ihn meistern werde, das kann ich noch nicht sagen. Zurzeit kommt vieles hoch, Gefühlschaos pur, Wechselbad zwischen lachen und weinen.

    Es ist im Moment wie, den roten Faden gefunden zu haben der sich durch mein Leben zieht. Ich habe in nun Angeschnitten. Mein Ziel ist es diesen Faden zu durchschneiden, zu einem Knäuel aufzuwickeln und ihn irgendwann einmal wegzulegen mit dem Gedanken „ja Du bist ein Teil von mir, aber Dich brauch ich nicht mehr!“

    Wem es vielleicht ähnlich ergeht, der möge sich doch melden, zwecks Austausch!

    Danke mal wieder für´s lesen......

    Teufelchen im Norden

    Zitat von vergissmeinnicht

    Hallo Teufelchen,

    Du hast viel für dich getan, pass auf das du ,,Dein,, Ziel nicht aus den Augen verlierst.

    Wenn dein Lebensgefährte dran bleibt, könnte er auch den Weg für ,,sich,, finden.

    Manchmal hat ein langer Weg was gutes.
    Mann kann sich über seine Gefühle wieder klar werden, aber in jedem Fall ist Reden die beste Medizin.

    Bis dahin

    Es hat lang gedauert bis ich einen Weg sah. Man mußte mich soweit in die Enge treiben (Beispiel mein Chef), das ich bereit bin, oder wie soll ich sagen sehr das ich irgendwie falsch laufe. Lange hat es gedauert aufzuwachen und etwas zu tun. Glaub mir leicht ist das ganze nicht, vieles was ich einst erlebte kommt mitunter geballt hoch. Gibt Momente da mag ich mich selbst nicht.

    Letzte Woche Sonntag war das beispielsweise so, hatte Donnerstags zuvor mit meiner Plaudertante, eine Art Stammbaum gemacht. Naja wenn man mal das Familienchaos so vor Augen hat, ziemlich krass. Das hatte ich dann Donnerstags für mich hier zu Hause noch mal aufgemalt. Hab den ganzen Mist vor Augen gehabt, der da so in meinen ersten 18 Jahren abging. Saß dann nur da und hab geheult, kam alles hoch.

    Tja und wer tröstet mich, wer hat mich gefangen, mein Lebensgefährte. Hat sich das alles angesehen, dann haben wir geredet..... komische Sache war das.

    Zitat von Elfriede Lustig


    Ihr steht auf einem Berg, den er aufzuräumen gilt und wandert entlang auf einem Grat.
    Wäre natürlich schön, wenn ihr diese Wanderung gemeinsam schaffen würdet.

    Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

    Frau Lustig,

    ja darauf bin ich auch gespannt, aber eine nette Beschreibung hast Du dafür gefunden. Passt irgendwie :D

    Hallo zusammen,

    einige von Euch haben ja meine Geschichte (https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…ftopic6529.html) gelesen in einem anderen Beitrag gelesen. Hab mich danach für eine Weile zurückgezogen. Zwar zwischendurch immer mal wieder gelesen, aber irgendwie nicht die Kraft zu schreiben. Seit Mai ist sehr viel passiert, Höhen sowie auch Tiefen. Die Kommunikation zu Hause war teilweise komplett zusammengebrochen. Haben es dann geschafft eine Möglichkeit zu finden wieder zu reden. Er schraubte auch deutlich den Alkohol runter, alles wurde entspannter. Na ja bis zum Urlaub und eine Situation, bzw. eine dumme Bemerkung die außer Kontrolle lief. Danach war wieder alles beim alten, täglich Alkohol, täglich Ignoranz, Gleichgültigkeit und eben alles was dazu gehört.

    Von da an fiel ich ein tiefes Loch, hab einfach nichts mehr auf die reihe bekommen, weder bei mir, noch zu Hause und dann auch nicht mehr auf der Arbeit. Es gab dann den großen Knall als mein Chef mich in sein Büro rief und mir klipp und klar sagte, wenn sich meine Arbeitsweise nicht ändere ich dann gehen dürfe. Er sagte mir aber auch, das er merken würde das etwa nicht stimmt und wenn ich reden möchte, dann kann ich gerne jederzeit mit ihm reden. Geschockt in mein Büro zurück und ich brauchte noch etwa eine Stunde und dann klopfte ich an die Tür meines Chefs. Dort habe ich dann das Schweigen gebrochen, habe ihm erzählt was in den letzten 1 ½ Jahren bei mir zu Hause abgeht. Er hat mir dann sofort Hilfe angeboten, Ansprechpartner in unserem Unternehmen. Das habe ich dann wahrgenommen. Dadurch bin ich dann auch zu einer sehr netten Psychologin (mit Schwerpunkt Sucht) gekommen. Anfangs war es recht schwer, aber mittlerweile ist es richtig gut.

    Beim zweiten Gespräch war mein Lebensgefährte dann auch anwesend. Naja was in der Stunde passierte war schon echt krass, so wie er sich teilweise äußerte, wie er mich sieht war ziemlich übel. Was ich dann aus dieser Stunde mitgenommen habe war, endlich mal zu hören wie er mich sieht, was er denkt und überhaupt. Schön war es zwar nicht, aber informativ.

    Das nächste Gespräch war dann wieder allein und meine „Plaudertante“ (so nenne ich sie jetzt, weil es einfach wie plaudern ist) stelle mir sehr direkt Fragen zum letzten Gespräch. Es hat sie gewundert das ich so ruhig geblieben bin bei der ganzen Aktion. Sie dachte irgendwann müsse ich mal „explodieren“. Ich erklärte ihr dann das es das erste mal seit langen war, das ich erfahre wie er denkt und ich deshalb mich sehr sehr zurückgenommen habe.

    Wir haben dann über dies und jenes geredet. Und mir wurde dann klar das ich das Leben so wie es lief mit ihm nicht mehr wollte. Haben dann eine Art „Zeitreise“ gemacht. Wann ich einer ähnlichen Situation war wo ich komplett mein leben geändert habe. Das war vor mehr als 18 ½ Jahren. Der Zeitpunkt wo ich mich entschieden habe aus eine „kalten gefühllosen Welt“ auszubrechen. Eine Welt die, wie sich herausstellte mich unbewusst geprägt hat und ich einige Dinge doch bis heute „mitgeschleift“ habe. Einerseits habe ich mich völlig anders entwickelt und doch habe ich etwas mitgenommen.

    Anfang Oktober habe ich dann einen letzten Brief für ihn geschrieben, wo ich mit einigen Dingen die mich stören ihn konfrontiert habe. Und als letztes dann, was passiert wenn sich nichts ändert. Diesen Brief schickte ich ihm dann per Mail und bin dann das Wochenende verschwunden. Eigentlich wollte ich einen Bekannten besuchen, bin dann aber lustigerweise dahin gefahren wo ich mich vor 18 ½ Jahren entschied mein Leben nicht so zu leben wie es davor war.

    Als ich zurück kam war er dann sehr ruhig, er hat es verstanden und toleriert das ich weg war. Er sagte mir, dass er den Brief zwar gelesen hat aber sich noch nicht viele Gedanken machen konnte. Was ich aber merkte das er sich Gedanken macht. Nachdem die Woche danach sehr ruhig war fasste ich den Mut mit ihm ein Gespräch zu führen, welches aber dann arg eskalierte. War dann dabei mir Wohnungsanzeigen anzusehen und gedanklich Kartons packen .Zwei Tage später gab es dann noch mal eines. Drohte auch aus dem Ufer zu laufen, doch dann brach ich auch bei ihm ein „Schweigen“ Ich erzählte von der „Zeitreise“ und mehr noch, erzählte ihm was damals so in meinem Leben passierte und wie es mir heute damit geht, was ich denke, was ich fühle. Irgendwann in dem Gespräch nahm er mich einfach in den Arm ich erzählte immer weiter. Das was fast ausuferte am Anfang wurde ein sehr intensives Gespräch.

    Das erste Mal seit langen hatte ich das Gefühl, auch wenn er etwas getrunken hat, das was ich sage, erreicht ihn so wie ich es sage, denke fühle. Seitdem ist so was wie ein Damm gebrochen. Wir können nun deutlich entspannter reden, er ist dabei Dinge zu ändern (auch seinen Konsum von Alkohol). Ist bereit auch wieder mit zur „Plaudertante“ mitzukommen. Ich weiß wir stehen am Anfang. Mir ist klar das das auch nach hinten losgehen kann. Ich muß für mich akzeptieren das es die ersten 18 Jahre meines Lebens gab, lernen das vergangene zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen (vielleicht solle ich da auch in einem anderen Teil des Forums schreiben – Erwachsene Kinder….) Ich arbeite bereits daran mit meiner „Plaudertante“ und er muss sich seinen Problemen stellen. Was werden wird, steht in den Sternen. Es gibt einiges „aufzuräumen“.

    Ein Anfang ist gemacht, ich habe mich bereits auf den Weg gemacht. Nun muss er noch gehen. Vielleicht geht ein Weg dann gemeinsam, aber ich bin jetzt mittlerweile soweit das ich auch allein gehen kann.

    Danke fürs Lesen.

    Teufelchen im Norden

    Wie zu erwarten war kam gestern auf den SMS Dialog keine Reaktion mehr. Ich hab es erwartet, er will sich also weiter hinter dem Alkohol verstecken. Ich würde ihn gerne fragen wie lange, aber welchen Sinn soll das machen? Kenne doch unbewusst die Antwort, warum noch die Bestätigung?

    Ich versuche grad das Ultimatum niederzuschreiben und richtig gut geht es mir dabei nicht. Ist erst mal ein Entwurf ….. NEIN es geht mir nicht gut !

    Was bisher geschah………

    Meine letzte Nachricht hier war am 01.04.2007. Habe mich ein wenig zurückgezogen und die Sachen auf mich zukommen lassen. Es ist viel in der Zwischenzeit passiert und darüber möchte ich nun berichten.

    Am 02.04.07 stand ja nun der erste Besuch in der Gesprächsgruppe an. Bin an dem Tag wie gewohnt zur Arbeit. Nachdem das ganze am Sonntag davor ziemlich eskaliert war und ich ihm dann in meiner Wut sagte das er zukünftig allein klar kommen muss. Montags saß ich dann auf der Arbeit und schrieb ihm eine Mail, in der ich mich für mein ganzes „grausiges“ Verhalten entschuldigte, mich entschuldigte „versagt“ zu haben, ihm in allen Punkten Recht gab wie „böse“ ich doch bin und ihm wünschte das er eine Frau findet, die ihm all das geben kann was ich nicht konnte.

    Als Antwort darauf kam dann „Hallo, gibst Du mir bitte noch Bescheid, wo und wann heute die Selbsthilfegruppe zusammenkommt ?“ Etwas verwundert war ich ja doch, weil er ja noch Tags zuvor steif und fest behauptet hat „er hat kein Problem“ und ich müsse in die Klinik, usw. usw. Meine Antwort darauf war dann, warum er mit zur Gruppe will wenn er doch gar kein Problem hat ? Es folgte keine direkte Antwort darauf, aber fest stand, das er mitkommen wollte.

    So gingen wir dann gemeinsam hin. Der Gruppenleiter ist ein ganz netter und hat durch die Vorgespräche vorher ihn einige Sachen direkt gefragt. Die Antworten darauf brachten mich teilweise innerlich zur Weißglut. Auch auf aussagen die andere Teilnehmer sagten, reagierte er anders als gedacht. Kleines Beispiel: Eine Teilnehmerin sagte das es sie geärgert hatte, das ihr (jetzt seit drei Jahren trocken) Mann sie mit „Du blödes Schxxxx“ beschimpft hatte. Darüber hat er sich ganz furchtbar aufgeregt. Nach dem Motto, wo ist da der Respekt, das ist doch keine Beziehung, warum ist sie noch bei dem. Als er das lostönte fragte ich mich innerlich wo da der Unterschied ist zwischen „du blödes Schxxxx“ oder „du erniedrigst mich, behandelst mich schlecht“. Gesagt hab ich in dem Moment nichts, habe mir nur meinen Teil gedacht. Es kamen noch einige Äußerungen, wo ich fast innerlich geplatzt wäre, aber ich hab es überlebt.

    Sind dann nach Hause und an dem Abend haben wir das erst mal alles sacken lassen. Am nächsten Tag schrieb ich ihm von der Arbeit aus eine Mail. Das ich es gut fand das er mit kam, wir das Angebot auch annehmen sollten mit dem Leiter der Gruppe auch Einzelgespräche zu führen, das es eben für uns vielleicht eine Chance ist.

    Danach folgten täglich gute Gespräche. Kann man nicht anders sagen. Zwar war der Alkohol noch immer Begleiter. Aber er fing erst an zu trinken (auch deutlich weniger) wenn wir geredet hatten. Es war aber zumindest ein kleiner Schritt. Weil von ehemals „kein Problem mit Alkohol“ ist er zumindest mal zum „Alkoholgefährdet“ gewechselt.

    Durch das weniger, bzw. später trinken hat sich die Situation erheblich entspannt (auch wenn ich im Hinterkopf den Tag X hatte. Der Tag wo er alles „nachholen“ muss, worauf er verzichtet hat). Das machte etwas Zuversicht auf den bevorstehenden Urlaub. Zwei Wochen später kam er dann auch. Auch in dieser Zeit wenig Alkohol. War sehr entspannend. Leider hatten wir in der Zeit aber einen anderen Begleiter. Eine Deutsche die mit in unserer Hotelanlage war, allein. Also waren wir quasi immer zu DRITT. Wollte ja die Zeit mal nutzen zu reden, aber mit der Dritten Person ???? Nach einiger Zeit kam in mir der Gedanke „Verdrängung“ seinerseits hoch. Klar durch die Dritte Person war es ja unmöglich zu reden. Immer wenn es los ging, hieß es „mal schauen was ….. vorhat, vielleicht will sie ja mit!“ Die Zeit die wir dann allein verbracht haben, verbrachten wir dann unter Wasser (Tauchschein
    gemacht) und unter Wasser kann man eben nicht reden. Na ja, da aber alles im Großen und Ganzen sehr ruhig und harmonisch lief hab ich es dabei belassen. Mir zwar meine Gedanken gemacht. Es war fast so wie „früher“. Alles in allem kann ich sagen es war (mal abgesehen von unserer ständigen
    Begleiterin) ein schöner Urlaub, der uns auch in gewisser Weise wieder näher bracht.

    Wenn auch nur 4 „gute“ Wochen, es war ein Anfang und machte ein klein wenig Hoffnung. Nun, dann wieder nach Hause am 29.04., erst Post beim einen Nachbarn abgeholt und dann zum nächsten Nachbarn, wo die Motorräder waren. Der Papa von dem hatte Geburtstag und somit gab es dann Bier. Er trank ein paar Bier und später hieß es dann das am Montag das Fass leer gemacht werden müsse. Ich sagte dann, das ich Montag keine Zeit habe, wegen Termin (Montags ist SHG), er schaute mich an und sagte nicht all zu viel und wir gingen dann nach Hause. Zeit zum denken hatte ich nicht mehr, bin recht schnell eingeschlafen (36 Stunden Nachhauseweg mit 4 Stunden Schlaf). Dann kam Montag, nach getaner Arbeit wollten wir noch eben einkaufen. Auf dem Nachhauseweg fuhr er anders zum Nachbar mit den Worten „nicht erschrecken“ dort plauderte er noch über dies und jenes. Zu hause stellte ich dann fest, zu spät um zur SHG zu fahren und dachte mir nur „toll prima hinbekommen“ Mittwochs dann Nachbarin´s Geburtstag und er wieder fleißig am trinken und da wusste ich Tag X ist da. Ich sagte auch nichts weiter. Es bringt nichts zu sagen weil es sein Leben ist und nicht meines. Bin dann vor ihm nach Hause. Und so steigerte er dann wieder die Menge.

    Ich hab es aber nicht an mich heran gelassen, hab dann mein eigenes Ding gemacht und ihn dann halt machen lassen. Ich war ja innerlich darauf vorbereitet, durch die SHG. So ging das dann bis letzten Sonntag. Ich hab einfach gemacht und nichts dazu gesagt. Sonntagabend suchte er dann was, kam ins Schlafzimmer wo ich Fernsah. Ich sagte ihm wo er es finden könnte und er rauschte ab. Er fragte dann noch was, verhielt sich dann aber komisch. Klar zuviel intus und meinerseits nicht sofort oder in seinen Augen vielleicht auch nicht richtig verhalten und schon war alles beim alten. Machte blöde Bemerkung und zog beleidigt ab. Danach kein Wort mehr und Montags wieder zur Arbeit und dann weit weg.

    Somit hab ich dann von Sonntag Abend bis Dienstag als er nach Hause kann KEIN Ton mehr gehört. Montag war ich dann halt wieder in der SHG, wo wir das dann auch kurz zum Gespräch hatten. Und das Verhalten musste irgendwann kommen, solange er glaubt er hat alles „unter Kontrolle“.

    Heute schrieb ich ihm eine Nachricht, nachdem gestern kein Gespräch möglich war und ich nicht wieder ein ¾ Jahr warten will, ich wieder ganz weit unten bin und daraus folgte dann der Dialog per SMS:

    ICH: Ich habe mal Fragen auf die ich gerne ehrliche Antworten hätte. Was ist passiert, dass Du zurzeit wieder so viel trinkst? Was bitte hab ich getan, dass ich wieder „ignoriert“ werde? Waren zwei Wochen Urlaub zu viel Nähe? Ich versteh es nicht. Vier Wochen war es ruhig und friedlich, machte Hoffnung und nun…. Wieder alles beim Alten? Möchtest Du mich so loswerden?

    ER: Es ist nichts passiert. Ist halt eine scheixx Krankheit dieser Alkoholismus. Es ist alles gut. Du hast nix getan. Ich will Dich so nicht loswerden.

    ICH: Ich weiß das es eine scheixx Krankheit ist, die man leider nicht heilen kann. Aber man kann sie stoppen wenn man will. Man kann sich dahinter verstecken oder dagegen angehen.

    ER: Ja da hast Du recht

    ICH: Leider hilft mir das Recht haben nicht wirklich weiter. Stehe hilflos da und kann nichts tun, denn das kannst allein nur DU. Das macht die Sache so schwer. Ich lieb Dich und kann nichts machen, außer zusehen und dann irgendwann eine Entscheidung treffen…..

    Darauf hin wurde es dann Still bis jetzt keine Antwort und ich bin gespannt ob da heute noch was kommt.Ich selber habe mir mittlerweile ein inneres Ultimatum gestellt. Das werde ich ihm bei passender Gelegenheit dann mitteilen. Ich beginne im November mit einer Weiterbildung, die zwei Jahr dauert und neben der Arbeit stattfindet. Sollte sich also nichts in seinem Denken ändern werde ich auf alle Fälle vorher weg sein. Denn zwei Belastungen reichen (Arbeit und Weiterbildung). Ich brauche dann ein ruhiges „Zuhause“ und das notfalls auch allein. Deadline ist für mich dann spätestens September. Das ist mein Plan, nicht schön aber machbar (hoffe bis dahin so stabil zu sein, das es an mir dann völlig abprallt was er tut und ich mich nicht durch Negativmeldungen aus der Bahn werfen lasse)

    So der Besuch ist weg. Und er ist auch abgehauen ohne ein Wort zu sagen.

    ER hat es geschafft und er kann sein Leben so leben wie ER es möchte. Ein Wochenende der Ignoranz und warum ? Da sein Kollege und er am Haus was machen wollten, fragte er mich am Freitag was wegbringen kann und eben mit seinem Auto kurz in die Werkstatt fahre. Ich hab gesagt dass ich es tun wollte. Samstag morgen gefrühstückt und dann mit der Frau vom Kollegen in der Küche gewartet, das ich los soll/kann. Ich sagte der Bekannten noch mal sehen wann ich los komme. Tja irgendwann ist er dann selber abgerauscht und seit dem Zeitpunkt nur noch ignorieren angesagt. Sitzen alle zusammen, jeder bekommt was zu trinken, nur ich darf es selber holen, usw. Gestern Abend hab ich mich dann für das Verhalten bedankt und was soll ich sagen, er hat mir vorgeworfen mich nicht an Absprachen zu halten. Ich sagte ihm dann dass ich in der Küche gewartet habe. Und er nur einen Ton hätte sagen müssen damit ich los kann, er aber ohne ein Wort abgerauscht ist.

    Wie immer bin ich die blöde, aber gut, bin ich es in seinen Augen eben, ich weiß das es nicht so ist und damit wünsche ich ihm ein schönes Leben !!!

    Danke dass Ihr mir hier mit Rat beigestanden habt, ich werde mich verabschieden und meinen Weg gehen.