Beiträge von Aurora

    Liebe Locke,

    wow, das ist ein mutiger und guter Schritt, den du gemacht hast. Na klar bist du jetzt traurig, das ist doch eine normale Reaktion.

    Dass er dich beschimpft ist schlimm. Wenn es geht dann schalte ihn am besten auf allen Kanälen ab, also Handy und so.

    Die Idee mit der Telefonseelsorge ist gut, du kannst dich auch an die Caritas, Diakonie oder Suchtberatungsstellen wenden. Dort kannst du mit Menschen reden und Unterstützung bekommen. Und hier ist auch immer jemand da. Scheue dich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Du darfst das, es ist dein gutes Recht, gut für dich zu sorgen.

    Ich schicke dir eine liebe Umarmung

    Aurora

    Hallo Denisa,

    dass er nicht aufhören kann zu trinken hat garnix mit dir zu tun. Mit deinem Wert. Sondern einzig und alleine mit seiner Sucht.

    Sucht ist eine starke Erkrankung die sich in viele Bereiche erstreckt. Nicht nur der Körper geht da kaputt sondern auch die Seele, Lebensbereiche. Im Grunde genommen bleibt nach und nach das ganze Leben mit allen Facetten auf der Strecke. Denn die Sucht vereinnahmt den Menschen ganz vollumfänglich.

    Als Coabhängige wirst du da mit reingezogen. Darum ist das:

    Und ich bin wieder motiviert den minimalen Kontakt komplett auf Eis zulegen. Ich muss lernen zu akzeptieren das ich nichts dagegen tun kann und er mir immer und immer wieder ausbricht.

    für dich als Coabhängige die beste Lösung. Um was vom Leben zu haben. Das ist es, was du dir selbst wert sein kannst und darfst.


    Liebe Grüße Aurora

    Hallo koda,

    Familienkrankheit Alkoholismus - Sie betrifft alle Mitglieder der Familie und dann sehr nachhaltig.

    Ich lese hier so oft bei den Cos " die Kinder bekommen es nicht mit" aber das ist ein Trugschluss. Meine Kinder waren schon größer, fast erwachsen, als es so richtig losging bei ihrem Vater bzw dann süchtiges Trinken war aber sie waren trotzdem sehr davon betroffen. Das hat mir viele Schuldgefühle gemacht.

    Es macht mich sehr betroffen, das zu lesen

    Ich hab das nie ablegen können, und manchmal befällt mich urplötzlich eine Angst wie eine Attacke. eine Sekunde lang bin ich wieder Kind, und zu Tode erschreckt, da wo es am sichersten sein soll:Zuhause.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Iphigenie,

    ich bin zwar keine " Expertin", sprich Alkoholikerin sondern Co, aber bei deinem Beitrag hatte ich sofort das Wort " Trockensaufen" im Kopf.

    In alten Mustern und altem Verhalten stecken ohne direkt zu trinken.

    Ich habe das bei meinem ersten, alkoholabhängigen Mann gesehen. Der wurde nach meiner Trennung von ihm nüchtern. Aber er distanzierte sich nicht wirklich sondern kam auf Feiern mit, zum Beispiel, und saß da, wie gewohnt, zwischen genau denjenigen, die massiv tranken. Manches Mal hab ich bemerkt wie er sie beobachtete und wie seine Gurgel mitgehopst ist. Als würde er selbst schlucken.

    Muss jetzt bei dir nicht so gewesen sein, es fiel mir nur so ein. Dass du dann massiven Druck hattest, kann ich nachvollziehen. Aus dem, was ich bisher von Alkoholikern hier gelesen habe.

    Gut, dass du das überstanden hast, für deinen Erfahrungsschatz ist es allemal lehrreich gewesen.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Zabou,

    ich kann mich meinen Vorschreiberinnen auch nur anschließen.

    Mein Exmann wurde im Laufe der Jahre immer mehr zu einer Person, die ich nicht mehr erkannte. Und irgendwann konnte ich ihn nicht mehr ertragen, so verändert war er.

    Liebe Grüße

    Hallo Hasenmutti,

    willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Ein abhängigen Kind zu haben ist, glaube ich, eine der schwersten Dinge für eine Mutter. Ich kann mir deinen Schmerz nicht annähernd vorstellen.

    Denn im Grunde genommen kann man sich von einem Abhängigen nur distanzieren, solange er keine Einsicht und den starken Wunsch hat, was zu ändern. Das ist schon schwer genug wenn es sich um den Partner handelt, mehr noch wenn es die Eltern betrifft. Aber beim eigenen Kind...

    Wenn jemand von den Moderatoren online ist, bekommst du den Link für den Austausch.

    Liebe Grüße

    Hallo locke,

    . Ich wollte mir gern Ratschläge holen hier im Forum und etwas Trost für schwere Abschnitte ,

    Ratschläge, wie du mit deinem alkoholkranken Partner am besten umgehen kannst, wirst du hier nicht bekommen. Genauso wenig wie Trost in schlimmen Phasen. Denn dafür ist eine Selbsthilfegruppe nicht gedacht. Selbsthilfe bedeutet dass du erkennen kannst, wie es dir wieder besser gehen kann. Wie dein Leben glücklich sein kann. Es geht dabei um DICH.

    Nicht darum Wege zu finden, wie du einen suchtkranken Menschen ruhig stellen kannst, damit es dir nicht schlecht geht. Denn das ist unmöglich. Und wenn du hier Trost bekommen möchtest, der dich noch länger in dieser suchtkranken Beziehung festhält, dann wirst du ihn hier nicht bekommen können.

    Ich stehe aber nicht mit im Mietvertrag und jedesmal wenn er voll ist ,schmeißt er mich raus, beleidigt mich und sperrt mich aus.

    . Umso länger wir zusammen sind um so mehr verliert er seine Hemmschwelle.

    Was da passiert ist Gewalt. Schlicht und ergreifend. Es ist psychische Gewalt, die dir passiert. Das ist Fakt! Und das passiert im Zusammenleben mit einem suchtkranken Menschen immer wieder. Es hat was mit der Krankheit zu tun, Alkohol setzt die Hemmschwelle herab und dann passieren solche schlimmen Dinge.

    Ich muss auch lernen nicht so viel zu kritisieren, wenn er im Rausch ist.

    Das ist doch eine starke Einschränkung und ein Tanz auf dem Vulkan. Ein betrunkener Mensch wird aber, wenn er auch charakterlich so drauf ist, immer wieder was finden um dich klein zu machen. Selbst wenn du nur hustest, mal grob gesagt. Alles kann was auslösen.

    Ich schreib das nicht um dich zu kränken oder zurechtzuweisen oder sonstwas. Ich schreib das aus eigener Erfahrung in über 20 Jahren Ehe mit einem Alkoholiker. Und aus 17 Jahren Erfahrung hier in der Selbsthilfegruppe, in der ich seit Mai 2007, seit der Trennung von meinem ersten Mann, bin und einer realen Gruppe, die ich einige Jahre besucht habe.

    ich weiß klingt scheiße, aber ich bin noch nicht ganz bereit die Konsequenzen zu ziehen, vielleicht eines Tages, ich mach mir selbst genug Vorwürfe.

    Es klingt nicht scheiße sondern eher danach, was ich als Coabhängige selbst erlebt habe. Und ganz viele von uns Cos hier auch. Es ist die Hoffnung, dass durch unsere Liebe, Fürsorge und Verständnis alles gut wird. Der Abhängige dadurch trocken wird und alles wird gut. Aber leider ist das eine Wunschvorstellung. Denn unsere Liebe, Fürsorge und Verständnis bewirkt eher, dass der Alkoholiker in Frieden weitersaufen kann.

    Zwischendurch wird gedroht und Schuld zugeschoben, wenn es nicht so funktioniert mit uns Cos. Und ja, wir funktionieren dann wie gewohnt.

    Ein Strudel den nur der Abhängige anhalten kann durch den dringenden inneren Beschluss, die Sucht zu stoppen. Oder den Beschluss von uns Cos, endlich unser Leben wieder selbstbestimmt in die Hand zu nehmen, zu erkennen, dass wir rein garnix bewirken können außer unser eigenes Glück.

    Lieber Gruß Aurora

    Hallo,

    koda hat diesem Beitrag ein Herz geschenkt und ich habe mal gelesen, was seit meinem Beitrag auf Seite 64 so passiert ist.

    Ruhe ist im Hause Aurora ja eher ein Fremdwort, das Leben meint es in der Hinsicht eher stürmisch mit mir.

    Aber Dante konnte nun endlich seine Reha antreten, er hatte im August letzten Jahres ein Burnout. Beruflich und familiär war einfach zu viel gewesen all die Jahre.

    Er hat ja mich in meinen depressiven Episoden und Angst- und Panikattacken immer mitgetragen. Hat ja dieses ganze Exschwiegersohn Theater auch mitgemacht. Hat mich gehalten, getröstet, unterstützt. Mut gemacht. Er war nach außen immer der starke Bär... Das hat natürlich bei ihm Spuren hinterlassen.

    Nun bin ich seit knapp 2 Wochen Strohwitwe mit Enkelinanhang ^^.

    Ich komme dadurch auch etwas zur Ruhe in mir selbst und es kommen viele Gefühle hoch. Die Enkelin ist viel unterwegs und bei ihrem Freund oder ihrer Freundin und ich habe plötzlich Zeit. Das kannte ich jetzt garnicht mehr.

    Nun kommen Trauer und Erschöpfung wieder hoch. Und auch Ängste. Immer so schubweise. Na gut, dann lass ich die mal raus, heule rum und dann geht das wieder.

    Das Zusammenleben mit der Enkelin klappt gut. Trotzdem denke ich manchmal, ich bin doch Oma, ich hab 2 Kinder durch alles begleitet bis sie erwachsen waren. Und nun setze ich mich nochmal mit Pubertätsproblemen auseinander. Habe Verantwortung für Dinge, die Elternsache sind.

    Nicht falsch verstehen, ich liebe meine Enkelin über alles, sie ist ziemlich unproblematisch und ich würde es jederzeit wieder so machen. Aber die Zeiten sind nochmal anders als mit meinen Kindern damals. Die Eltern der anderen Knder sind teilweise helikoptermäßig unterwegs. Dadurch ergeben sich auch für die Enkelin nochmal andere Probleme.

    Auch die Lehrer, diese Schulzeit jetzt, ist nochmal anders als damals. Es ist ja normal. Mein Sohn wird jetzt am 28ten 39 Jahre alt, meine Tochter wäre Mitte Juni 42. Da liegen Welten dazwischen. Die Teenies sind ganz anders drauf. Als ich damals in den 70gern, mit Schlaghose, "Bravo" und " Dr. Sommer".

    Als meine Kinder in den 90gern, da ging es los mit Computern und so.

    Heute regiert " TikTok" die Teeniewelt..., Smart- oder I-Phone. Völlig andere Ansichten und Erwartungen an das Leben, völlig andere Herausforderungen.

    Und icke olle Frau jetzt da mittenmang. Da muss man sich erstmal zurechtfinden. Und dann kommt halt diese Trauer, wie sehr mir meine Tochter fehlt.

    Aber jut, ich wäre nicht ich wenn ich da nun nicht auch noch mit fertig werden würde.

    Aurora

    Hallo Momo,

    ich zähle mich zu den Langzeiterfahrenen in punkto Co.

    Ich habe mich im Juni 2007 nach 26 Jahren von meinem ersten Mann getrennt, seit Anfang Mai 2007 bin ich hier im Forum.

    Ich habe es selbst erlebt wie es ist und durch diese lange Zeit, die ich schon hier bin, auch viele Lebensgeschichten gelesen und Cos begleitet. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus. 12 Jahre lang war ich auch Moderatorin das heißt, ich habe auch wirklich jede Zeile im Co-Bereich gelesen.

    Und ich war einige Jahre bei den Guttemplern und habe dort die Vorgruppe für die Cos geleitet und moderiert.

    Ich habe eine Therapie gemacht, reflektiere mich, habe meine Persönlichkeit erkannt und weiß, wie schnell ich wieder in Co-Verhalten reinkommen kann. Wenn ich nicht aufpassen.

    Dadurch dass ich mich schon so viele Jahre mit mir selbst und hier im Forum mit dem Thema Coabhängigkeit auseinandersetze habe ich erkannt, wie ähnlich alles immer wieder abläuft, welche Argumente ( die ich auch von mir noch kenne) immer wieder vorgebracht werden, warum zum Beispiel eine Trennung nicht möglich ist usw.

    Ich denke schon, dass ich mich als erfahren sehen kann. Auch wenn ich selbst noch immer achtsam unterwegs bin weil die alten Muster immer mal wieder hervorkommen.

    Mein Fädchen im offenen Bereich heißt " Liebe und Hass"


    Aurora

    Liebe Januschka,

    ich finde das, was Whitewolf schreibt, super. Ich wollte es dir ähnlich schreiben. Mach einfach langsam, meine Therapeutin hat damals gesagt, "lieber kleine Schritte machen als einen riesen Sprung, ein großer Sprung kann einen auch umwerfen". Mir hilft dieser Gedanke bei ganz vielen Dingen auch heute noch.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Januschka,

    Scham, Angst und das große Bedauern nicht schon eher einen Schlussstrich gezogen zu haben kenne ich auch.

    Ich war 26 Jahre lang in einer Ehe, in der mein Exmann immer mehr in die Sucht rutschte, habe seine Übergriffe und die seiner Urfamilie ertragen, hingenommen.

    Ich habe, nachdem ich mich endlich trennen konnte, Rotz und Wasser geheult. Warum ich das so unglaublich lange mitgemacht und mit mir habe machen lassen. Ich konnte dann irgendwann akzeptieren, dass es so war wie es gewesen war und daran gab es nichts mehr zu ändern. Aber ich konnte ja dann mein Heute bestimmen und die Weichen für ein gutes Morgen stellen.

    Erkennen, dass ich sowas nie wieder mit mir machen lassen wollte, dass ich immer handlungsfähig für mich sein darf. Und das Recht auf ein ruhiges Leben habe.

    Und das trifft ja auf dich auch zu.

    Bitte schäme dich nicht dafür, wie du gehandelt hast. Du hast es ja immer so gemacht, wie es sich in dem Moment richtig angefühlt hat. Du hast es jetzt geschafft da auszusteigen und DAS ist es, was zählt. Du stellst jetzt die Weichen neu. Das ist sooo toll. Niemand verurteilt dich hier.

    Tun muss man tun, das ist ein geflügelten Wort hier in unserem Forum. Und es trifft es haargenau. Und du tust :).

    Sei auch ein wenig stolz darauf dass du es endlich geschafft hast.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo,

    ich finde einfach den Begriff " Trocken" irgendwie unpassend für die Coabhängigkeit. Ich glaube, das ist es, was mich irgendwie an der ganzen Thematik stört.

    " Nass" und " trocken" sind für mich Bezeichnungen, die ich mit Alkoholabhängigkeit in Verbindung bringe und die für mich dort einen Sinn ergeben. Genauso wie " clean" für mich was mit anderen Drogen als Alkohol zu tun hat.

    Es ist klar, was in unserem Thema hier mit den Bezeichnungen gemeint ist. Aber ich kann sie nicht für mich anwenden weil ich was ganz anderes damit verbinde.

    Es gibt im Verhalten von Cos und Alkoholikern viele Parallelen. Aber meiner Meinung nach ist es nicht 1 zu 1 gleich. Muss es das denn auch sein? Ich bin mir bewusst, dass ich mich viele, viele Jahre zwanghaft verhalten habe. Aus Gründen, die in meiner Persönlichkeit und Prägung liegen.

    Und ich bin mir bewusst, dass ich inzwischen genug Selbstreflexion habe um in Zukunft ganz gut geschützt zu sein.

    Aurora

    I

    Hallo MrKuchen,

    Es ist natürlich nicht einfach wenn ALLE trinken egal ob Familie oder Freunde jeder schaut mich doof an wenn ich ablehne bzw. fühle mich als Ausenseiter.

    Um erfolgreich trocken zu werden und zu bleiben gehören viele Veränderungen dazu.

    Unter anderem ist es wichtig, zumindest den engen Kreis wie Familie, enge Freunde einzuweihen. Dass du auf dem Weg zu einer zufriedenen Abstinenz bist, dass du Alkoholiker bist, dass das eine Suchterkrankung ist die nur gestoppt werden kann, wenn du keinen Tropfen mehr anrührst. Auch nicht in Kuchen, Desserts, Soßen, Pralinen, sonstwo.

    Klar bist du ein Außenseiter, wenn du dich in Kreisen bewegst deren Hauptzweck darin liegt, sich gemeinsam zu besaufen. Und ganz ehrlich, das ist doch eher eine Quälerei anderen dabei zuzusehen, wie sie immer betrunkener werden. Was bringt dir das? Das ist ein Spiel mit dem Feuer. Also ist es wichtig, daß Umfeld zu ändern.

    Das alles nennt sich Selbstfürsorge und ist ein ganz wichtiges Standbein für ein zufrieden trockenes Leben.

    Lieber Gruß Aurora