Hallo Lana...,
Kontrolle, Kontrollverlust, Angst vor Fehlern, das sind typische Co-Dinge.
Eine Kontrolle über ihn und seine Sucht hattest du eh nie. Dein Gefühl in's Bodenlose zu fallen macht dir das noch richtig deutlich. Fehler sind menschlich und jeder macht sie. Du kannst aber auch viele Fehler korrigieren oder in ähnlichen Situationen dann anders damit umgehen.
Sucht zu verstehen ist schwer. Es gibt Bücher, Schriften, wo geschrieben steht, wie Sucht im Körper abläuft. Das ist graue Theorie. Wie es sich in Wirklichkeit anfühlt, welcher unglaubliche Druck dahinter steht, das ist für Nicht-Süchtige nicht nachvollziehbar. Man muss es fühlen um es zu verstehen.
Ganz sicher ist aber, dass seine Sucht nichts mit dir als Frau zu tun hat. Du hast an nichts da Schuld, nichts falsch gemacht, nichts versäumt. Du bist liebenswert, liebevoll und wertvoll, so wie du bist. Wenn du das für dich verstehst tut es vielleicht nicht mehr ganz so weh. Er ist krank aber die Hilfen, die er bekommen hat und bekommen kann, konnte er bisher nicht wirklich annehmen und umsetzen. Klar tut das weh, das zu sehen. Es macht einen furchtbar traurig einen lieben Menschen zugrunde gehen zu sehen. Die eigene Hilflosigkeit zu spüren.
Darum ist es gut, sich abzugrenzen. Nicht mehr das Elend vor Augen zu haben. Zu erkennen, dass er es sich selbst so ausgesucht hat. Das ist anders als bei anderen Krankheiten. Wenn jemand z. B. Krebs hat, wird er sich helfen lassen. Das ist ganz selbstverständlich. Auch wenn eine Heilung nicht immer gewährleistet ist.
Bei Suchterkrankungen findet zwar auch keine Heilung statt aber wenn ich das will, Hilfe annehme und mein Leben anpasse bleibt die Krankheit stehen und ich kann ein super Leben führen.
Liebe Grüße
Aurora