Beiträge von Frank2008

    Hallo Zusammen!

    Mir geht es soweit gut und ich lebe abstinent.

    Verlangen nach Alkohol habe ich keinen aber der Gedanke daran ist täglich da. Nicht der aktive Konsum, sondern vor Wochen hast du noch hier und da gesoffen, situations- und ortsgebunden. Kontakt zu trinkenden Menschen habe ich seit Ende April nicht mehr. Zu meiner Gruppensaufphase in der Öffentlichkeit komme ich ein andetes mal.

    Angefangen hatte ich das regelmäßige trinken mit Wein, auch wenn der Start ne Flache Whisky war. Das ging so bis
    Sommer 2012, ergo 2,5 Jahre. Ansteigende Menge über die Wochen und Monate. Endmenge sollten so 3,5 Liter/Tag gewesen sein.

    Dann habe ich jemanden intensiver kennen gelernt, der Wodka soff. Geschmeckt hat er mir nicht aber Wirkung und einfacherer Transport "überzeugten" mich schlussendlich. Hab das Zeug mit Cola gemixt konsumiert. Der Kontakt zu dem Typen ist auch ein Thema, auf das ich später genauer eingehen werde.

    Innerhalb der ganzen Zeit hatte ich immer wieder den Gedanken ans aufhören. Trinkpausen gab es immer mal wieder. Längste in 2010 von 3 Monaten.

    Das Geld zur Finanzierung des Suffs reichte ab Frühjahr 2012 (Ende Integrationsjob) nicht mehr. Daher saß ich 5-7 Tage im Monat auf dem "trockenen" = mtl. kalter Entzug.
    Bei nächstem Geldeingang ging es dann wieder von vorne los. Die 2 Tage harten Tage des Entzugs, soweit wie möglich, im Bett und Whg. verbracht. Vor dem Laden dann fester Wille keinen Stoff zu kaufen und raus kam ich mit meiner üblichen Ladung.

    Hinweis: Die ganzen ungewollten kalten Entzüge waren ein Spiel mit dem Feuer. Das ich sie überlebt habe darf nicht über die Gefährlichkeit hinweg täuschen!

    Um organisatorische Dinge allg. und speziell finanzieller Natur habe ich mich nicht mehr gekümmert bzw. resigniert. In der Zeit wurde mir dann auch 2x der Strom abgeklemmt und Mietschulden sind entstanden, die mich am Montag beinahe meine Mietswohnung gekostet hätten.

    Leergut und Kippen auf der Straße suchen und sammeln wurden zur Normalität.

    Der Leidensdruck wuchs erst dieses Jahr soweit an, dass die Auseinandersetzung an einen Schlussstrich konkreter wurde.

    Durch die mittlerweile noch heftigeren Entzugserscheinungen "musste" ich mich morgens wieder auf Level trinken. Bis das wirkte hatte ich schon wieder so viel in mich reingeschüttet, dass ich mehr wollte und wohl auch brauchte. Das ging dann jeden Tag so wieder von vorne los, sofern Geld vorhanden.

    Geklappt hat das Ganze dann nur durch Druck von aussen. Gesundheitsamt (hatte ich Anfang des Jahres um Hilfe gebeten), Vermieter, Nachbarin (wurde von vorgenannten als Anlaufstelle genutzt, da ich ja oft auf "Flucht" und telefonisch nicht erreichbar war und später sein wollte).

    Ist der Nebel schon wieder ein Stück gelichtet! Bin weiterhin krank geschrieben, Therapieantrag ist seit ner Woche unterwegs, Besuche weiter SHG und bis zur Therapie habe ich das passende soziale Umfeld (Freunde, Familie) zum reden und ablenken.

    Schönes Wochenende!
    Gruß
    Frank

    Wie bin ich rückfällig geworden? Ein schwieriger Blick durch den Nebel der alkoholbedingt dichten Schwaden der Vergangenheit.

    Ich habe 09 leider keine Trockenarbeit mehr geleistet. Selbstzufrieden und wohl im Glauben das alles so in Ordnung ist. Kein Besuch in einer SHG und gedanklich von meinen Themen entfernt.

    Bekanntschaften geschlossen und tagesfüllende Beschäftigung gehabt. Nach Weiterbildung neuer "alter" Job. Sah alles ganz gut aus. Was soll ich da zu einer SHG gehen?!

    Das Ableben meines Vaters hat durchaus mit dem Rückfall zu tun. Schwieriges und nicht von mir aufgearbeitetes Thema. Wird mir sogar erst jetzt klar, wo ich es hier tippe. Bin in ein Loch gefallen, wurde wegen Depression krank geschrieben. Hatte mich nach der Beerdigung wieder eingeigelt. Diesmal war ich wirklich beim Arzt. Krankmeldung bis August 2010. Kündigung in der Probezeit Januar 10.

    Viel Zeit über um nun auch tagsüber online- spiele zu daddeln und über Headset mit den Mitspielern zu quatschen. Die haben dann auch Alk getrunken und dadurch kam das Thema in meine Festung.

    Ende 09 dann der Wunsch selber Alk zu trinken, somit die Anbahnung des Rückfalls. Der Gedanke war im Kopf. Anfang Januar habe ich mir dann eine Flasche Wisky gekauft. Noch 1-2 Stunden mit mir gehadert, während die Cola schon im Kühlschrank kühlte. Ich wusste es ist falsch bin aber nicht mal auf die Idee gekommen jemanden anzurufen und um Hilfe zu bitten. Versucht es mit mir auszumachen. Zack Schluck erstes Glas weg. Schluck Schluck und Flasche leer oder fast leer, weiß ich nicht mehr.

    Ärzten und Therapeuten habe ich verschwiegen das ich wieder trinke. War ja noch wegen Depressionen in Behandlung.

    Wieder voll in Guano gegriffen. Kein Wunder das ich keine Gefühle darüber hatte. Hab das ganze abgekapselt.

    Fühle mich jetzt nicht befreit, sondern eher belastet und traurig. Den Tatsachen (Versagen die Eigenverantwortung zu übernehmen) in die Augen sehen, schmerzt halt schon mal.

    Werde mal lieber bei einem Spaziergang den Kopf frei kriegen. Sonne lässt sich gerade blicken.

    Hallo Eni,

    dann Reihe ich mich mal ein und wünsche dir einen angenehmen und erfolgreichen Klinikaufenthalt.

    Schön das du der Versuchung widerstehen konntest vor der Klinikzeit noch etwas zu trinken.

    Glück auf
    Frank

    Hallo Zusammen,

    mist, kompletter Text weg, den ich gerade geschrieben habe. User-Fehler! Man verdrückt sich recht fix auf nem Smartphone.

    Seid froh, ist schon wieder ein riesen Text geworden, daher fasse ich nur noch zusammen.

    Zwischen Arzt und dem Abend vor KH hatte ich auf ärztlichen Rat hin weiter getrunken. Wohl aus falschen Stolz und damit ich keine leeren/halbvollen Flachen bei Rückkehr zu Hause habe, bin ich nur mit Restdröhnung hin. Hatte wohl nicht ausgereicht. Eine Fahne hatte ich bestimmt noch vom Vortag und meine Ausdünstungen waren trotz morgentlichem Duschen wohl auch extrem. Hat mir ein Mitpatient gesagt, mit dem ich seit dem befreundet bin.

    Bei der KH-Wahl hätte ich mich vorab informieren sollen. Die sollten schon mehr machen, als nur Körper entgiften, wie bei mir. War mein Fehler bei der Auswahl. Wollte nur das Zeugs aus meinem Körper haben. Also mein Tipp: Macht eine qualifizierte Entgiftung. Da wird man auch über weitere Massnahmen informiert und diese werden, wenn man es wünscht, auch eingeleitet.

    Dann mal rann an die Hausarbeit!

    Grüße
    Frank

    Sat1 plant wohl eine Sendereihe um Suchtkranke auf den rechten Weg zu bringen; habe vorhin das erste Mal einen Aufruf dafür gesehen, sich dafür zu bewerben.

    Gut das unser Thema Öffentlichkeit bekommt aber doch nicht so. Zumindest meiner bescheidenen Meinung nach.

    Ich hab jedesmal Panikattacken bekommen, wenn es bei mir klingelte. Hab nach Möglichkeit TV aus, Licht aus, einfach alles aus und nicht mehr bewegt. Völlige Erstarrung und beten das es endlich aufhört.

    War aus Angst davor auch bei vorhandenem Vorrat früh unterwegs. In dieser Situation dann noch ein Kamerateam... OMG! Eine Horrorvorstellung!

    Ende 2013 waren mein Bruder und meine Mutter bei mir. Wir hatten über 1 Jahr keinen Kontakt mehr. Natürlich meine Schuld gewesen! Auch wenn ich mir abends im besoffenem Kopf genau das gewünscht hatte (während meiner Suff-Depressionen) hatte ich ne Scheiß Angst. Wohnung versifft, alles voller leerer Flaschen und ich besoffen. Brachte immerhin 1 Monat Trinkpause und ich war seit Jahren das erste Mal wieder bei einem Arzt. War trotzdem der Anfang vom Saufende.

    Als ich im Januar dann doch weiter gesoffen habe faßte ich eines Tages den Entschluss das Gesundheitsamt anzurufen; wegen alkoholbedingter Verwarlosung.

    Termin habe ich dann doch leider nicht wahrgenommen ABER nachdem die meine Daten hatten, haben sie nicht locker gelassen. Über meine liebe Nachbarin kam dann ein Kontakt zustande. Diese Chance habe ich dann ergriffen. Mit Nachbarin zum Arzt (anderer als im Januar). Offenes Gespräch mit ihm und Einweisung Krankenhaus. Am 17.07. begann dann die Entgiftung im KH.

    Die Fahrt dahin war die Hölle. Alle Entzugssymptome und brütend heiss war es an dem Tag eh schon. Dann noch Probleme bei der Aufnahme. Ich war vorher noch nie im KH und musste mich um die Formalien kümmern. Letztes mal 1993 im KH gewesen und das als Norfall mit Magendurchbruch. Da hatte mein Vater wohl den Papierkram gemanagt.

    Nun aber gute Nacht!

    Guten Abend liebe Forenmitglieder!

    Fast 6 Jahre sind seit meinem letzten Eintrag hier vergangen. Eine lange Zeit in der ich viel hätte erreichen können. Doch leider kam es anders.

    Im März 2009 Beginn einer Weiterbildungsmaßnahme. Im August meine Arbeit aus Ende 2008 wieder aufgenommen. Im November Vater nach langer und schwerer Krankheit verstorben. Ganzes Jahr abstinent.

    Im Januar 2010 Kündigung in der Probezeit. Im Januar rückfällig geworden.

    Seit dem - unterbrochen von kleineren Trinkpausen - bis zum 16.07.14 täglich durchgesoffen. Ca. 1,5 Jahre lag ich bei 1 bis manchmal 1,5 Flaschen Wodka täglich.

    Im Juli dann stationäre Entgiftung. Besuche regelmäßig meine SHG. Therapieantrag (ambulant in Tagesklinik) ging am Donnerstag an die Rentenversicherung.

    Nun lebe ich seit 2 Monaten abstinent. Bisher war ich gut abgelenkt. Letzte organisatorische Maßnahme war die Verhinderung der Zwangsräumung (wegen Mietschulden) meiner Wohnung, die morgen erfolgt wäre. War ganz schön knapp aber mit Einsatz und vor allem guten Willen bei allen Beteiligten weiss ich seit Mittwoch, dass ich bleiben darf.

    Das war schon kein Rückfall mehr, sondern ich habe fett einen riesen Haufen draufgesetzt!

    Ich versuche nun zu sortieren was überhaupt alles in der Zeit passiert ist und vor allem einen emotionalen Zugang zu finden. Denn ich fühle fast nichts diesbezüglich. Keine echte Reue, keine Scham, keine Angst. Wie fremdgesteuert habe ich alles erledigt und keine Gefühle zugelassen. Nicht das ich das so wollte bzw. will! Sehr erschrechend da ich eigentlich eher sensibel bin.

    Vielleicht sollte ich die Büchse der Pandorra bis zum Beginn der Therapie lieber verschlossen lassen aber ich möchte wissen, was aus dem Typen geworden ist, der hier im Dez. 2008 noch so reflektiert geschrieben hat. Davon bin ich noch meilenweit entfernt.

    Das war es dann erst einmal...

    Ich freue mich schon auf einen guten Austausch mit euch.

    Herzliche Grüße
    Frank

    Huhu,

    heute morgen hatte ich keine Milch mehr und habe mir daher im Kiosk welche gekauft.

    Also stand ich vor den "bekannten" Kühlschränken, in denen nicht nur Milch, sondern auch Alk gekühlt wird. Die Uhrzeit war wie früher, das Gesöff probat aber von tiefstem Herzen wollte ich keinen Alk. Die Situation kenne ich zwar seit mittlerweile einem Jahr aus jedem Supermarkt aber ein Kiosk um die Uhrzeit hatte ich bisher nicht.

    Also tippelte ich stolz mit meiner Milch nach Hause. Für die Passanten war ich nur jemand, der sich Milch gekauft hat aber für mich ein mich mit Stolz erfüllendes Moment.

    Das wars auch schon...

    LG
    Frank

    Hallo Flo,

    ich kann mich den anderen Schreibern nur anschließen. "Hilfe durch Nichthilfe" klingt krass aber es ist entscheidend. Wirkliche Einsicht kann nur von ihm aus kommen und i.d.R. stellt sich diese durch den persönlichen Tiefpunt ein. Dieser ist das Ende einer längeren Entwicklung und ist bei jedem etwas anderes. "Lust/Unlust-Prinzip", d.h. Nichttrinken spendet mehr Lust (Wohlbefinden) als das Trinken.

    Um mein Saufen zu schützen habe ich gelogen und beschwichtigt. Damit stelle ich leider keinen Einzelfall dar, sondern einen Regelfall dar.

    Was du und ggf. seine anderen Freunde auch unternehmen wollt, seid konsequent in euren Aussagen. Wenn zum Beispiel einer sagt, ich gehe mit dir kein Bier mehr trinken, dann darf er das auch nicht mehr machen. Ansonsten nimmt der Alkoholmißbrauchende/abhängige die andere Person nicht mehr ernst.

    Ich finde es schön das du mit ihm darüber reden willst aber - wie schon geschrieben - ohne Vorwürfe. Wenn es mir zu blöd wurde, hatte ich einfach auf "Durchzug" gestellt.

    Alles Gute
    Frank

    Hallo Zusammen und spezielle Grüße an Yvonne und Pia :)

    Ich bin immer noch zufrieden, auch wenn ich diese Woche meine Arbeit verloren habe. Ich fühle mich wie Yvonne sagt "lieber trocken,ohne Job als umgekehrt". Das was ich dieses Jahr erreicht habe, ist für mich einfach zu überwältigend um mich davon runterziehen zu lassen.

    Ich konnte mir und anderen Beweisen, dass ich Arbeit finden kann und in der Lage bin, dort Spaß zu haben und schnell gute Leistungen zu erbringen. Der Aufenthalt war leider kurz aber ich kann nur positives daraus ziehen.

    Mein ganzer innerer Trubel (wg. der Kündigung) hat ein Ereignis vom 14.12.08 in den Hintergrund geschoben, der mir zu denken gab. Meine Mutter hatte Geburtstag und als ich bei ihr war, sagte sie mir - für mich völlig überraschend - das sie auch Alkohol (Sekt) für Ihre Gäste hätte. Sie fragte, ob mir das was ausmachen würde. Ich sagte, dass mich das doch sehr überraschen würde aber es mir nichts ausmachen würde und ich deshalb schon nicht rückfällig würde. In Wahrheit war ich geschockt. 1 Jahr zuvor bin ich völlig kaputt bei ihr aufgeschlagen. Kaputt, weil ich Alkoholkrank bin und mein Leben "versoffen" hatte.

    Meine innigste Vertrauensperson im letzten Jahr hatte also das Gefühl, ihren Gästen und damit dem Rest meiner Familie Alkohol anzubieten. Obwohl ihr Mann seinerzeit damit auch ihr Leben nachhaltig negativ beeinflußte und ich mich damit zerstören wollte. Ich fühlte mich unrespektiert und war enttäuscht. Da kein Gast was trinken wollte, war es auch kein weiteres Thema während der Feierlichkeiten aber auf dem Weg nach Hause hat es mich sehr beschäftigt.

    Ich war nicht nur enttäuscht von meiner Mutter, sondern vor allem von meiner Reaktion, denn sie war weder konsequent noch echt. Gestern ergriff auf der Heimfahrt von einem anderen Familienereignis die Möglichkeit mit ihr darüber zu reden. Ich sagte ihr, dass ich enttäuscht war, dass gerade sie Alkohol angeboten hat. Ich stellte es ihr frei dies zu machen aber ich wies sie darauf hin, dass es mir dabei nicht gut geht und es wahrscheinlich ist, dass ich dann nach Hause fahre. Sie stellte fest, dass auf dem Familienereignis doch auch Alkohol getrunken wurde und es mir dort nichts ausmachte, was auch stimmte. Als ich sie mit meiner Einschätzung konfrontierte, dass sie den Alkohol nur anbot, weil Gastgeber das vermeintlich so machen und in irgendwelchen Kochshows immer Alk gereicht wird, mußte sie, und dann wir lachen, weil es genau so war. Sie war dankbar das ich ihr sagte, wie ich Wahrheit zu dem Thema stehe, da es ihr so nicht bewußt war.

    Das ich bei ihr einen anderen Maßstab anlege als bei anderen wurde uns bewußt aber sowohl sie als auch ich finden das in Ordnung.

    Es war befreiend für mich, dass zu klären. Das Vertreten meiner Interessen war mal wieder der richtige Schritt, auch wenn ich es nicht direkt beim ersten Anlauf gemacht habe. Übung macht den Meister :)

    Da es mich wirklich berührt und das Thema schon angeschnitten wurde, gehe ich auf meine persönliche Auseinandersetzung mit Flo ein.

    Wenn ich Flo zuhöre, dann spüre ich meine eigene Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und Traurigkeit, die ich vor knapp über 1 Jahr durchlitt. Dieser Unwille, unter dem Deckmantel der Hilflosigkeit, sich helfen zu lassen. Das macht mich wütend. Wütend auf mich selbst. Über Flo trete ich wohl meinem "Ich" des vorigen Jahres in den Hintern und versuche mich selber zu retten. Ich glaube für mich selbst, damit ich es es wirklich verstehen konnte, mußte es mit mir so schlimm kommen, wie es gekommen ist aber ich hoffe einfach, dass es Flo erspart bleibt.

    Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag

    LG
    Frank

    Hallo Flo,

    es schmerzt mich sehr, dass du aus deinem Loch nicht herauskommen willst. Das liegt daran, dass auch ich meins selber gegraben hatte und nicht müde wurde, immer tiefer zu buddeln. Ich wollte auch keine Hilfe annehmen. Menschen, die mir helfen wollten, hielt ich von mir fern, da sie mich mit Dingen konfrontierten, die ich nicht hören wollte :(

    Ich spüre in dir das gleiche Selbstmitleid, an welchem ich mich damals ergötzte, auch wenn ich gelitten habe, wie ein geschlagener Hund. Zur Zeit sehe ich nicht, dass du dich aus deiner Situation befreien willst.

    Deine Lebenskrise ist sehr ernst und ich nehme sie auch sehr ernst. Es wird aber nicht von alleine besser werden! Willst du wirklich das es so bleibt wie es jetzt ist? Nimm Hilfe in Anspruch. Geh zu deinem oder einem fremden Arzt und rede mit ihm. Er wird dir helfen. Isolation ist kein guter Selbstschutz. Durchbrich die Mauer des Schweigens und teile dich einem Arzt mit. Nur so wirst du das Licht am Ende des Tunnels sehen, welches die ganze Zeit schon leuchtet. Du stehst zur Zeit halt nur mit dem Rücken zum Licht und ergötzt dich an der Hoffnungslosigkeit der totalen Dunkelheit.

    Hör auf dich selbst zu bestrafen. Erlöse dich selbst, in dem du dir von Fachleuten helfen läßt.

    Ich wünsche dir Kraft und alles Gute
    Frank

    Hallo Tom40,

    willkommen hier im Forum und Glückwunsch zu deiner Einsicht.

    Es wäre nett, wenn du mir etwas näher erklären würdest, wie es nach 3jähriger Trockenheit kommt, dass du beschlossen hast wieder Alk zu trinken. Gab es einen bestimmten Auslöser? Warst du unglücklich? Oder hast du einfach beschlossen, dass du kontrolliert Trinken kannst? Oder Alk-Abhängigkeit wäre was für dich unreales und du kannst trinken wie die anderen?

    Ich frage aus reinem Eigeninteresse. Lebe jetzt seit 1 Jahr abstinent. Habe einen Großteil des von mir verursachten Chaos geordnet, keinen Saufdruck, bin zufrieden usw... Die hohe Rückfallquote beängstigt mich allerdings... ich wäre dir dankbar, wenn du mir deine Rückfallentwicklung was näher beschreiben könntest.

    Danke und einen schönen trockenen Tag

    Gruß
    Frank

    Hallo Ilona,

    Zitat von Biene1705

    Du mußt mit ihm reden, reden, reden !!!! Sachlich, ohne Vorwürfe, in Ruhe ! Versuche ihm begreiflich zu machen, wie es in Dir aussieht. Auch für ihn ist es eine große Umstellung seines Lebens und auch er benötigt dafür Zeit.

    Ich denke auch genau das in Kombination mit mehr Informationsbeschaffung sollte ein guter Weg sein. Ich habe hier schon in einigen threads gelesen, dass der Partner es nach einer gewissen Zeit besser verstanden hat.

    Ich finde du gehst bisher damit sehr gut um aber bleib wachsam und stark.

    LG
    Frank

    Hallo Ilona,

    die Sprüche deines Mannnes sind ein Hammer! Wenn er schon Abmachungen über das trinken nicht einhält, weckt das in mir eher den Eindruck eines Kontrollverlustes als von Unwissenheit. 3mal getrunken in 14 Tagen ist für mich schon kein unbedenkliches Trinkverhalten mehr. Egal wie viel Gläser Alk geflossen sein mögen. Vlt. war seine Wunschäußerung ja eher eine Feststellung. Wie auch immer, ich finde es dir gegenüber respektlos.

    Wie geschrieben, dass ist meine Meinung. Nicht mehr und nicht weniger.

    Achte auf dich...

    Grüße
    Frank

    Hallo Zusammen!

    Oliver Danke für die Glückwünsche
    @Mandy2 Danke für die Glückwünsche und aufmunternde Worte

    Heute morgen war ich beim Amt und habe das notwendige in die Wege geleitet.

    Der gestrige Schock ist abgeklungen und Traurigkeit macht sich in mir breit. Eine angemessene Traurigkeit wie ich finde, da mein Traum erst einmal zunichte gemacht wurde. Wut kann ich noch keine spüren. Ist super blöd gelaufen. Jetzt bin ich erst einmal wieder im Laufrad der Behörden. War schon irgendwie demütigend, nach nicht mal 1 Monat schon wieder bei der ARGE aufschlagen zu müssen und doch "nur" wieder ein ALGII-Empfänger zu sein.

    Gedanklich hat mich das ganze bereits an die Stelle gebracht, hätte ich nicht mit dem saufen angefangen, dann hätte ich meinen alten Job und mein altes Leben noch. Aber was war das für ein Leben?! Nein, ich bin froh meine Erfahrungen dieses Jahr gemacht zu haben und mir so nah zu sein. Anders hätte ich es nicht verstanden.

    Jetzt heißt es für mich weiter so... neue Bewerbungen schreiben und mein bestes geben... das Glück ist mit den Tüchtigen :)

    Wünsche noch einen schönen Tag
    Frank

    Hallo Flo,

    aus aktuellem Anlaß frage ich mich, warum dich deine Krise zum saufen veranlaßt hat und meine heutige Krise (betriebsbedingte Kündigung) in mir keinen Saufdruck hervorgerufen hat.

    Beides ist Mist, keine Frage. Ich für meinen Teil könnte auch würgen... aber würde ich deshalb wieder Alk trinken? NEIN!

    Dies hat nicht nur rationale Ursachen (bringt eh nix, ich saufe mich dann zu Tode...), sondern es liegt für mich daran, dass ich mit anderen Menschen darüber gesprochen habe, ich meine Enttäuschung mitteilte und die Last einfach los wurde. Die erste Zeit, in der ich mit keinem darüber reden konnte, da keiner erreichbar war, viel mir richtig schwer, es staute sich auf und ich fühlte mich immer belasteter. Nach dem ich es nun gesagt habe, ist es kein dunkler Schatten mehr in mir, sondern es ist raus/geteilt. Und so halte ich es seit nunmehr 1 Jahr.

    Ich stelle mir vor, dass du eine riesige Last mit dir rumschleppst. Und wenn wieder etwas passiert, dann kommts oben drauf und du packst es einfach nicht mehr.

    Diesen Prozeß wirst du nur sehr unwahrscheinlich dadurch unterbrechen, dass du auf Willensbasis beschließt keinen Alkohol mehr zu trinken. Verteile die Last und laß dir helfen. Deine Last wird geringer werden und du wirst recht schnell feststellen können, dass es keinen Grund gibt, dich mit Drogen zu betäuben.

    Alles Gute
    Frank

    Hallo Zusammen,

    leider gibt es dieses Jahr dann doch noch sehr unschöne Nachrichten für mich. Einige meiner Kollegen und ich wurden heute betriebsbedingt gekündigt.

    Ich hatte einen Job in der Finanzbranche gefunden und bin jetzt sozusagen ein "Opfer" der Kreditklemme (Banken leihen sich untereinander erschwert Geld) und der aus der Presse bekannten Wertpapier-Fehlspekulationen geworden.

    Ich habe hierüber mittlerweile mit ebenfalls gekündigten Kollegen, meinem besten Freund und meinem Bruder gesprochen. Ganz realisiert habe ich das glaube ich immer noch nicht aber ich bin weder panisch noch niedergeschmettert. Da ich ja nun weiß, was auf mich zukommt macht mir die geänderte Situation keine Angst und ich sehe es nicht als auf mich gezielten Schicksalsschlag an. Enttäuscht bin ich natürlich schon. Hatte mir das ganze anders vorgestellt...

    Ich habe dieses Jahr so viel erreicht, dass ich mir sicher bin, in absehbarer Zeit eine neue Stelle zu finden. Der Arbeitsmarkt ist zwar nicht berauschend aber qualifizierte Mitarbeiter werden immer gesucht.

    Saufdruck löst diese Situation bei mir nicht aus. Das zeigt mir, dass ich mit Krisen schon wesentlich besser umgehen kann und ich dieses Jahr einiges gelernt habe. Ich habe mir überlegt was ich nun unternehmen kann und muß, und mit den o.g. Menschen sachlich und personenabhängig auch gefühlsmäßig darüber geredet. Ich bin natürlich alles andere als zufrieden mit der neuen Situation aber ich lasse mich nicht entmutigen und gebe Vollgas um schnellstmöglich wieder eine neue Arbeit zu finden.

    Immerhin kann ich jetzt meine LZT weiter machen.

    Wer weiß wofür es gut ist...

    Grüße
    Frank

    Hallo Zusammen,

    gestern war es also soweit. 1 Jahr ist es her, dass ich aus meiner Wohnung zwangsgeräumt wurde und mein Leben entweder beenden oder als Obdachloser auf der Straße fristen wollte.

    Eigentlich hatte ich mir für den gestrigen Tag vorgenommen, den Tag emotional nachzuerleben und mich dann über das erreichte zu freuen. Aber dieser Zustand läßt sich nicht rekonstruieren und so begnügte ich mich mit dem Besuch der Orte, an denen ich mich voriges Jahr aufhielt. Es war für mich völlig anders, dies mit dem Gefühl der inneren Zufriedenheit zu machen.

    Auf das von mir erreichte bin ich sehr stolz. Seit nunmehr 1 Jahr lebe ich abstinent. Ich fühle eine Zufriedenheit in mir, die ich sehr viele Jahre nicht mehr spüren durfte und vlt. sogar nie da war. Ich kann wieder lachen :D Ich habe eine eigene Wohnung und sogar wieder Arbeit. Ich habe intensiven Kontakt zu meiner Familie und die Freundschaft zu meinem besten Freund ist veredelt wieder aufgeblüht. Ich habe gelernt offener zu sein und offener auf andere Menschen zuzugehen. Ich habe verstanden, dass ich - der wichtigste Mensch in meinem Leben - liebenswert und respektvoll zu behandeln bin. Vor allem von mir selbst. Ich stehe für mich ein, was auch Konfrontation bedeuten kann.

    Ich habe liebe gesucht und gefunden. Die liebe zu mir selbst.

    Meine anfänglichen Fragen sind beantwortet und das auf einem Niveau, welches ich nicht einmal zu hoffen wagte. Die Frage, warum ich mir und meiner Ex dieses alles antun konnte, beantworte ich mit meiner Krankheit. Für deren Verlauf einschl. aller von mir getroffenen Entscheidungen, ich alleine die Verantwortung trage.

    Heute fahre ich nun zu dem Geburtstag meiner Mutter. Aber dieses Jahr nicht als Wrack, sondern als Frank.

    Ich danke euch für dieses Forum und wünsche euch einen schönen sonnigen Tag.

    LG
    Frank

    Guten Morgen Flo,

    schön das du etwas mehr über dich geschrieben hast :)

    Die Schmetterlinge im Bauch konntest du vlt. eh nicht genießen, da dich vorher schon die selbstzweifelnde Frage beschäftigte, ob es überhaupt zwischen euch Funken wird.

    Die Erfahrung hat mich gelehrt, wenn ich etwas anderes Suche als eine Freundin/Partnerin, dann klappt das mit den Mädels auch nicht. Mit der Einstellung unbedingt eine finden zu müssen, sowieso nicht. Was du zu suchen scheinst ist Nähe und Geborgenheit, klingt für mich nach den primären Aufgaben einer Mutter. Diese Nestwärme ist natürlich wesentlichler Bestandteil einer Beziehung aber noch nicht in der Anfangs-/Werbungsphase.

    Ich sage es mal so, wenn ich mir dich mit deinen beschriebenen Stimmungen so vorstelle, dann ist die Wahrscheinlichkeit das es zur Zeit mit den Mädels klappt, auch sehr gering. Am wahrscheinlichsten triffst du dann noch auf eine Frau mit einem "Krankenschwestern-Syndrom". Und das hat nichts damit zu tun, dass du vlt. etwas zu dick, kahlköpfig, segelohrig oder sonstiges bist.

    Diese Tür ist jetzt also verschlossen. Eine andere hat sich geöffnet, du weißt halt nur noch nicht was sich dahinter erwartet. Die gute Nachricht ist, du kannst selber beeinflussen, was dich dort erwartet. Denn es ist deine Türe.

    Ich finde, du hast die Gestaltung schon sehr positiv angefangen, in dem du dich hier geöffnet hast. Das war nicht nur eine Fußlänge, dazu schon mal herzlichen Glückwunsch :)

    Solltest du dir bedeutungslos vorkommen, schau mal wie viele posts du bekommen hast. Alles Menschen, die für DICH da sein wollen. Das ist vergleichbar mit in den Arm genommen werden. Umarme dich doch einmal selbst. Das klingt vlt. etwas blöd aber evtl. spürst dann körperliche Wärme. Wenn du nichts spürst, noch mal von vorne und horche in dich hinein. Und überlege mal wer dich dann umarmt. Der wichtigste Mensch in deinem Leben, nämlich DU. Sich selber geißeln ist leicht, dass konnten wir uns all die Jahre beim Projekt "Erziehung" abgucken. Unerwünschtes Verhalten wird bestraft und gerne auch mal durch Schläge unterstrichen.

    Fühle doch mal, was du hinter der Tür finden möchtest.

    LG
    Frank