geschafft-ohne Therapie

  • Hallo liebehexe,

    erstmal herzlichen Glückwunsch!!

    Da ich deine Geschichte im Vorstellungsbereich nicht lesen kann wollte ich dir 2 Frangen stellen.

    1. Was hat dich dazu bewogen aufzuhören.

    2. Wie hast du es geschafft!!

    liebe Grüße und größten Respekt

    Pitato

  • Hallo liebehexe,

    willkommen noch einmal hier im offenen Bereich. :)

    Ich habe auch keine Alk-Therapie gemacht und bin seit dem 20.3.06 Trocken .........mit Hilfe und Unterstützung dieses Forums.

    Rückfälle gibt es genauso bei Langzeittherapien, es kommt immer auf den EINZELNEN an manchmal denke ich, derjenige OHNE Therapie ist weitaus motivierter als derjenige MIT Therapie, aber das ist nur mein persönliches Empfinden, wichtig für mich ist nur, das ich meine Alkoholkrankheit niemals vergesse und mein Suchtgedächtnis nicht unterschätze.....

    Lieben Gruß, Rose

  • Hallo liebehexe,
    ich gehöre zu denjenigen,die 2 Therapien durchlaufen haben.

    Letztmalig habe ich eine professionelle Entgiftung gemacht,und bin seitdem trocken geblieben.

    Zitat

    ("Alleine schafft es keiner!",

    Dieses ist auch so!!

    Aber vielmehr auch auf dem weiteren Lebensweg gemünzt,denn dieser hört nie auf!

    Zeitlebens tragen wir unsere Krankheit in uns,und wenn wir uns nicht ständig damit auseinandersetzen,wird es auch niemand schaffen,nur über den Willen,zeitlebens trocken zu bleiben!!

    Hier geht es ja darum sich dessen bewusst zu sein,und dementsprechend auch sein weiteres Leben auszurichten.

    Zitat

    Letztendlich ist doch nicht der Weg entscheidend, sondern das Ziel.

    Doch der Weg ist entscheidend,nur schaffen es viele ohne Therapie,und viele eben nicht,denn das Ziel,ist der Weg!

    Dieses meine Gedanken hierzu.

    Gruß Andi

  • Hallo liebehexe,

    ich war auch ohne Therapie 2,5 Jahre trocken, das war ein Kinderspiel!

    Aber dann hab ich wieder angefangen zu saufen. Danach hab ich ne Therapie gemacht, jetzt bin ich wieder trocken.

    Also: herzlichen Glückwunsch erstmal! Bist du in einer Selbsthilfegruppe? Ich war in keiner, wohl auch ein Grund warum ich wieder rückfällig wurde. Ohne SHG stehen die Chancen schlecht, dauerhaft abstinent zu bleiben.

    g24h, Meinolf

  • Zitat von Karsten

    Hallo,

    ich bin auch ohne Therapie trocken geworden.
    Ich kann eher Menschen glauben, die mir etwas vorleben, als Menschen, die nur die Theorie kennen.

    Deshalb wäre bei mir eine Therapie rausgeschmissenes Geld gewesen.


    Lieber Karsten, Therapie hat nichts mit Theorie zu tun, obwohl beides mit TH anfängt! :)

  • Hallo Liebehexe,

    was bedeutet Therapie für mich eigentlich?

    Ich denke meine Trockenheitsarbeit ist eine lebenslange Therapie die ich mit Unterstützung des Forums oder eine andere SHG für mich in Anspruch nehme! Dazu sind mir die Erfahrungen der Langzeitrocken am wichtigsten!

    Ob ich nun noch eine stationäre Lang Zeit Therapie brauche oder nicht liegt in meiner Entwicklung! Ich werde aber alle Möglichkeiten annehmen die mir dienlich sind ,um mich am Leben zu halten!
    Durch meine eigenen Versuche ,ohne irgendeine Hilfe trocken zu werden , endenten immer in Trinkpausen!
    Ganz alleine und ohne jegliche Hilfe ,schafft es auch keiner !
    Das sind meine Gedanken und Erfahrungen dazu!

    Gruß M2109

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo hexe,

    erstmal herzlich willkommen hier im Forum und meinen Glückwunsch zu Deiner konsequenten Lebensumstellung.

    Zum Thema Therapie: Das ist ja doch ein sehr interessantes Thema. Ich kenne auch Menschen, die 'ganz allein' erfolgreich vom Alkohol losgekommen sind. Ich selbst habe für mich nach reiflicher Überlegung die mir angebotenen Therapien abgelehnt und bin bisher auch guter Dinge. Andere wiederum durchlaufen mehrfach Entwöhnungsprogramme und werden dann trotzdem nach wenigen Wochen immer wieder rückfällig. Bei allem Schwarz-Weiß-Denken sind wir Menschen eben doch Individuen und jeder braucht sein ganz persönliches Maß an Unterstützung.

    Zitat von marla

    anscheinend schaffen es ganz viel ohne thera...

    Zitat von M.2109

    Ganz alleine und ohne jegliche Hilfe ,schafft es auch keiner !


    Dazu fällt mir ein Satz ein, den ich von einem Freund aus Russland einmal gehört habe:

    Ich weiß gar nicht, warum ihr hier in Deutschland alle immer zum Therapeuten rennt, in Russland haben wir dafür Freunde.

    Das soll sich jetzt bitte niemand persönlich anziehen – ist nur eine kleine Kritik an unserer Ellenbogen-Leistungs-Gesellschaft und der daraus resultierenden Konsequenz für das Individuum.

    Ich denke, solange man frei von Verzichtsgedanken und in steter Achtsamkeit leben kann, ist man auf einem guten Weg - ganz egal ob mit oder ohne Therapie.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo marla,

    warum?

    Ich denke, liebehexe hat auch keine klinische Entgiftung hinter sich gebracht. Ich dagegen habe das schon gebraucht. Wenn ich dann auf eine Aussage treffe, die besagt, dass ich das eben nicht alleine hinbekommen habe, dann ist das einfach nur richtig! Da fühle ich mich nicht angegriffen.

    Man kann gerne darüber diskutieren, ob die Formulierung nicht etwas ungeschickt geraten ist und dadurch überheblich wirkt, aber das kann man ganz ehrlich auch oft genug bei Aussagen oder Kritiken von einigen Langzeittrockenen machen. Von daher ... ?

    Was mich interessieren würde, liebehexe, ist, wie Du Dich denn so im Einzelnen 'trockengelegt' hast, also welche Veränderungen Du vorgenommen hast und wie sich Dein Leben dadurch verändert hat.

    Würde mich freuen, darüber etwas lesen zu dürfen!

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo liebehexe,
    ich habe es auch geschafft 15 Monate durchzuhalten, ohne Probleme. Dann im Dezember 2007 kam der Rückfall. Einige hier, vor allem Rose und Karsten kennen mich und wissen was für ein harter Brocken ich bin, weil ich zuerst ihre Ratschläge nicht anehmen wollte.
    @ Karsten und Rose:
    Ihr habt mir nicht gesagt das ihr es ohne Therapie geschafft habt.
    Das finde ich klasse das ihr es so geschafft habt, dann habe ich noch Hoffnung weil ich ja jetzt zur Suchtberatung gehe und eine ambulante Therapie anstrebe.
    Ausserdem höre ich ja jetzt brav auf euch und eure Ratschläge.
    Bin jetzt 10 Tage trocken. Immerhin.
    Und liebehexe, herzlichen Glückwunsch, und rose, du machst es richtig, du hörst auf dich und ich habe den Fehler gemacht wie ich jetzt von Karsten weiss, das ich die Ankündigungen des Rückfalls ignoriert habe.
    Er hat recht. Man fängt nicht einfach nur so wieder an zu trinken, ganz plötzlich. Das beginnt schon lange vorher, wenn man nicht aufpasst.
    Jetzt habe ich drüber nachgedacht und werde auf jedes Anzeichen achten.
    LG Jane

    Man muss die Dinge nehmen wie sie kommen. Aber man sollte auch dafür sorgen das die Dinge so kommen wie man sie nehmen möchte.

  • Hallo zusammen,

    ich bin wirklich ein bisschen ärgerlich über diesen thread! Natürlich muss jeder seinen eigenen Weg finden, um glücklich zu werden. Aber die Leute, die hier lesen und schreiben, sind fast alle schwer krank. Und der richtige Weg ist jede Hilfe anzunehmen die man kriegen kann. Das schreibt ihr doch in jedem Beitrag!
    Ich verstehe wirklich nicht wie man jetzt damit anfangen kann:"ich brauchte keine Therapie"!
    Jeder sollte nach der Entgiftung eine professionelle Therapie, zumindest anfangen, um zusehen, ob sie hilfreich für ihn ist, oder eben nicht!
    Dieser thread hier, ist doch ein gefundenes Fressen für Leute die noch nass sind, oder ganz am anfang stehen, keine Therapie zumachen und damit vielleicht ein wichtige Hilfe auszuschlagen!

    Ich verstehs wirklich nicht
    Oliver

  • Hallo Oliver und Liebehexe!

    du hast völlig recht Oliver, das da eine Verunsicherung auftauchen kann für "Neue" ,deswegen würde ich mal vorschlagen das sich Liebehexe mal genauer dazu äußert "Wie denn ihr weg aus der Sucht war"

    Im Vorstellungsthread hat sie schon mal was anklingeln lassen!

    Würdest du dieses mal für uns tun Liebehexe?

    Gruß M2109

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Zitat von Oliver

    Hallo zusammen,

    ich bin wirklich ein bisschen ärgerlich über diesen thread! Natürlich muss jeder seinen eigenen Weg finden, um glücklich zu werden. Aber die Leute, die hier lesen und schreiben, sind fast alle schwer krank. Und der richtige Weg ist jede Hilfe anzunehmen die man kriegen kann. Das schreibt ihr doch in jedem Beitrag!
    Ich verstehe wirklich nicht wie man jetzt damit anfangen kann:"ich brauchte keine Therapie"!
    Jeder sollte nach der Entgiftung eine professionelle Therapie, zumindest anfangen, um zusehen, ob sie hilfreich für ihn ist, oder eben nicht!
    Dieser thread hier, ist doch ein gefundenes Fressen für Leute die noch nass sind, oder ganz am anfang stehen, keine Therapie zumachen und damit vielleicht ein wichtige Hilfe auszuschlagen!

    Ich verstehs wirklich nicht
    Oliver

    Hallo Oliver,

    ich versteh es auch nicht. Wenn es brennt, dann rufe ich die Feuerwehr, und bei Caries geht man zum Zahnarzt. Nur beim Alkoholismus, an dem jeden Tag in Deutschland 300 Menschen sterben, versucht man es erstmal alleine. Dann: Therapie = graue Theorie, keine Therapie = vorgelebtes Leben??? Ich weiß nicht! Von den Leuten, die Therapie gemacht haben schaffen es immerhin 50%, dauerhaft abstinent zu bleiben. Von denen ohne Therapie schaffen es vielleicht 5-10%. Die entwickeln dann oft andere Komorbiditäten wie Depressionen, weil sie zwar nicht mehr saufen, aber den Grund fürs Saufen, der in der Kindheit liegt, nicht aufgearbeitet haben.

    Viele Grüße, Meinolf

  • Karsten Zitat: "Es gibt aber andere Gründe keine Therapie in Anspruch zu nehmen."
    Auch ich habe mich bewußt bis jetzt für keine Therapie entschlossen, sondern mache das hier im Forum, bzw. mit vorerst wöchentlichen, später monatlichen Besuchen bei meinem Hausarzt (ist Allgemeinmedizinerin und Psychotherapeutin). Ich habe mit 21 Jahren mal unter Alk Mist gebaut und bin dann verurteilt worden eine Alk-Therapie in einer SHG zu machen. Aber das Niveau dort, vor allem das Geistige (ca. 90% aus der täglichen Imbiss- und Kneipenszenerie, die teilweise nicht mehr wußten wie sie heißen) ließ mich nur dreimal hingehen. Aus Gesprächen mit zwei Psychiatern und einem Mitglied einer SHG, sowie bei meinem KKH-Aufenthalt 2006 (Suizidversuch unter Alk), wo ich in der Psychiatrischen Suchtabteilung lag und auch an Sitzungen teilgenommen habe, hat sich für mich bis heute keine andere Sichtweise auf eine Therapiegruppe durchringen können.
    Das soll aber um Gottes Willen keine Beleidigung sein, sondern stellt nur meine Sichtweise dar.
    LG, Andy

  • Zitat von Karsten

    Hallo Meinolf,

    kannst Du irgendwelche Quellen angeben, die diese Zahlen belegen?

    Gruß
    Karsten

    Hi Karsten,

    bin bei google unter "Rückfallquote bei Alkoholismus" direkt beim ersten Eintrag fündig geworden.

    "Die Rückfallquote ohne Weiterbehandlung beträgt nach einer Entgiftung über 95 %." (Eine Zahl über die Rückfallquote bei Entgiftung ohne Therapie mit Weiterbehandlung habe ich noch nicht gefunden)

    "Es existieren sehr unterschiedliche Therapiekonzepte in den verschiedenen Kliniken, alle jedoch mit ähnlichen Erfolgsaussichten (etwa 30-60 % Rückfallquote in den ersten Jahren)."

    mfg, Meinolf

    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…/hausarbeit.htm

  • Beim Lesen diesen Beitrags bin ich doch um einiges ins Grübeln gekommen.
    Ich selbst war lange Zeit der Meinung, dass man es alleine schaffen kann, es nur ein Frage der Willensstärke ist etc. Dass es nicht funktioniert habe ich dann festgestellt, als ich besonders "lange" Phasen der Abstinenz einfach nicht hinbekommen habe.
    Mittlerweile bin ich so weit, dass ich mir Hilfe hole, wo es nur geht. Bin beim Psychotherapeuten 1x wöchentlich, 1x wöchentlich bei der Hausärztin, und war bereits beim Erstgespräch zur Anmeldung für eine LZT. Und, last but not least, nun auch in diesem Forum.

    Sicher, es ist eine sehr individuelle Sache, aber dennoch glaube ich, man sollte die Therapie in ihrer Wirkung nicht unterschätzen. Mein Eindruck ist, auch auf Grund der eigenen Erfahrung, dass man bei Therapien schnell dazu neigt zu denken, was sollte das ganze Gelaber dort nur nützen....Ich denke aber, dass eben dies sehr wichtig ist, um Denkprozesse und Verhaltensweisen langfristig verändern zu können und dadurch auch auf Dauer ohne Alkohol leben zu können. Reine Willenkraft reicht da nicht, und nicht selten kommt es zu eben jenen "ausbrüchen", die wir als Rückfälle bezeichnen. Ausnahmen bestätigen hier wie immer die Regel.

    Lg
    Clare

  • Hi Claire,

    es ist auch nicht zu unterschätzen, daß man für 16 Wochen von zu Hause weg kommt, daß man drei Mahlzeiten am Tag vorgesetzt bekommt, viel Sport und Autogenes Training macht. Wenn man schüchtern ist lernt man, vor 50 Leuten über seine Gefühle zu sprechen, man hat einen total strukturierten Tag, lernt vollkommen neue Leute kennen, die alle das gleiche Problem haben. Man hört endlos viele geschichten über Drogenmißbrauch und Alkoholexzesse und findet sich in vielem wieder, was andere sagen. Die Leute erzählen über Kindesmißbrauch, schlagende Väter oder Ehemänner, also all die Sachen, die man vielleicht selbst erlebt hat. Das alles schafft eine Verbindung, die weit über das hinausgeht, was man früher mit seinen Saufkumpanen gemein hatte. Nach der Therapie trennen sich viele von ihren Ehepartnern, ziehen aus dem Gebiet weg, wo die Eltern wohnen, fangen einen neuen Job an usw. Das ist ne einmalige Chance, das ganze Leben komplett umzustellen. Für mich waren es die 16 wichtigsten Wochen der vergangenen 20 Jahre, und es hat mich keinen einzigen Cent gekostet! Jetzt mach ich 20 Wochen lang Nachsorge, also einmal wöchentlich Gruppentreffen mit ner Therapeutin. Das sind alles Teilnehmer, die die Therapie gerade hinter sich gebracht haben. Wiederum kostenlos! Ich krieg sogar das Fahrgeld erstattet! Außerdem gehe ich einmal pro Woche zu den AA, wo ich mir alles von der Seele quatschen kann, was mich belastet. Kostet mich auch nichts. Ich hab dadurch so viele qualifizierte Ansprechpartner, die von AA kann ich 24 Stunden am Tag erreichen, wenn es notwendig ist. Bei der Nachsorge gibt es auch Einzelgespräche, beim letzten hab ich mit der Therapeutin über meinen Beziehungsstreß geredet, und sie hat mir mal ein bißchen erklärt, wie sowas läuft! :) Wenn man will kriegt man eine Rundumversorgung, von der man profitieren kann. Besser gehts gar nicht!

    Viele Grüße, Meinolf

  • Hallo!

    In meinen beiden LZT waren durchaus Therapeuten,die selbst betroffene sind,also Alkoholiker!

    Aus Ihnen sprach eben nicht nur das theoretische Wissen,sondern durchaus das eigenst erlebte.

    Aber auch dieses hat mich nicht davon abhalten können wieder zu saufen!!

    Denn,ich wollte wieder saufen!!

    All das was ich von dort aus als Rüstzeug mitbekommen habe,habe ich für mich aufgenommen,ich habe es nur nicht umsetzen wollen!,weil ich eben gedanklich noch nicht mit dem Sprit abgeschlossen hatte,und jene Therapien eben nur dazu dienten,meinen Arbeitsplatz/Beziehung aufrecht zu erhalten!!

    Also habe ich für mich nur legitimieren wollen,mehr nicht!!!

    Heute schöpfe ich aus dem besagten Rüstzeug,und rufe das ein oder andere auch ab,je nach Bedarf!

    Worauf ich eigentlich hinaus will,ob mit,oder ohne Therapie, Ich muss mein Leben grundlegendst ändern,ansonsten habe ich keine Chance,dauerhaft abstinent leben zu können!!

    Und dieses geht eben nicht,nur über den eigenen Willen,ich muss bereit sein annehmen zu können,mich ständig neu überprüfen!

    Heute gestalte ich mein neues Leben,fernab jeglicher Gedanken,jeglichem tun und Handeln um das Suchtmittel!!

    Minimiere für mich jegliches Risiko aus einem Automatismus heraus,der aber nur eingetreten ist,weil ich vollendst kapituliert habe,und keinerlei Alternativen im Suchtmittel mehr sehe!!

    Dieses nur noch ein paar Gedanken und Anregungen von mir!

    Gruß Andi

  • Hallo,

    ich denke wenn nun mal jeder akzeptieren und respektieren würde die Tatsache das ja auch Menschen gibt die ja ohne Therapie trocken wurden und sind (zu den gehöre ich auch weil ich mit Unterstützung von diesem Forum trocken wurde) dann würde vielleicht solche Diskussion ja gar nicht nötig.
    Niemand kann mit Hundertprozentigkeit sagen das er/sie bis ende des Lebens trocken bleibt ob mit Therapie oder ohne.

    LG Maria
    ohne Alk. Seit 5.03.2006

  • Hallo,

    normalerweise halte ich mich im Co-Bereich auf, lese aber auch immer wieder gerne hier, um besser verstehen zu können. Also mir ist nun grad extrem aufgefallen, dass es im Co-Bereich immer wieder heißt: Er oder sie ist nicht trocken, sondern macht nur eine Trinkpause (wenn ohne Therapie trocken). Also, da habe ich noch nie gelesen, dass man es auf Dauer ohne Therapie schaffen kann, sondern immer genau das Gegenteil. Jetzt unabhängig, ob es ein Co oder nasser oder trockener Alkoholiker geschrieben hat. Dann gilt man nicht als "trocken" sondern man macht eine Trinkpause, was angeblich immer schief geht, nur wann kann man nicht vorher sagen. Ich war nun hier auch ein bissel verdutzt, muß ich ehrlich sagen. Meine Schwester erzählte mir mal, sie sei mal bei einem Arzt gewesen (vor einigen Jahren war das) und er habe zu ihr gesagt, es gäbe 2 Arten beim kranken Alkoholkonsum. 1. Der oder die Alkoholiker/in, die den Alk auch körperlich brauchen würden und 2. der oder die Alkoholmißbraucher/in, das 2. sei nicht so schlimm, weil ja nicht permanent sondern zeitweise exzessiv getrunken würde und die Leute ja jederzeit aufhören könnten, ohne körperliche Symtome zu haben. - aber was ist mit der Psyche? Was ist mit dem unsichtbaren Faden, der die Menschen automatisch zum Alkoholregal im Supermarkt oder an die Kneipentheke zieht? Welche Reize wecken welche Impulse unbewußt und bringen das alte Rad wieder zum Laufen, wenn man dagegen nicht gewappnet ist? Bekommt man dieses Rüstzeug nicht in einer guten Therapie? Spielt sich nicht viel im Unterbewußtsein ab, wo man rein durchs "Stark sein" alleine gar nicht dran kommt?

    Und wieso schreibt eigentlich Liebehexe nichts mehr? Wäre mal interessant, zu wissen.

    Aber in diesem Forum zu sein, ist ja fast auch schon wie eine Therapie, oder? Reicht das in manchen "Fällen" vielleicht aus?
    Liebe Grüße Angelina

  • Zitat von Angelina1

    Hallo,

    1. Der oder die Alkoholiker/in, die den Alk auch körperlich brauchen würden und 2. der oder die Alkoholmißbraucher/in, das 2. sei nicht so schlimm, weil ja nicht permanent sondern zeitweise exzessiv getrunken würde und die Leute ja jederzeit aufhören könnten, ohne körperliche Symtome zu haben. - aber was ist mit der Psyche? Was ist mit dem unsichtbaren Faden, der die Menschen automatisch zum Alkoholregal im Supermarkt oder an die Kneipentheke zieht? Welche Reize wecken welche Impulse unbewußt und bringen das alte Rad wieder zum Laufen, wenn man dagegen nicht gewappnet ist? Bekommt man dieses Rüstzeug nicht in einer guten Therapie? Spielt sich nicht viel im Unterbewußtsein ab, wo man rein durchs "Stark sein" alleine gar nicht dran kommt?

    Und wieso schreibt eigentlich Liebehexe nichts mehr? Wäre mal interessant, zu wissen.

    Aber in diesem Forum zu sein, ist ja fast auch schon wie eine Therapie, oder? Reicht das in manchen "Fällen" vielleicht aus?
    Liebe Grüße Angelina

    Hi Angelina

    Bei uns in der Therapie wurde das so erklärt:
    1. Psychische Abhängigkeit liegt vor, wenn man den Alkohol einsetzt, um die Stimmung zu manipulieren, zB wenn man vor der Disco erstmal vorglüht, um gut drauf zu kommen.
    2. Körperliche Abhängigkeit liegt vor, wenn man nach dem ersten Glas das zweite nicht mehr stehen lassen kann.
    3. Körperliche Symptome können, müssen aber bei einem Alkoholiker nicht auftreten. Ich hatte keine, brauchte also keine Entgiftung.

    Das Rüstzeug bekommt man tatsächlich in der Therapie. Der Rückfall beginnt mit destruktiven Gedanken, zB wenn man seine Gefühle nicht mehr äußert. In der 2. Phase kommt häufiges Denken an Alkohol dazu, und in der 3. Phase greift man dann zum Glas.

    Der Sinn der SHG besteht darin, daß die anderen frühzeitig erkennen, daß man rückfällige Gedanken hat und einen darauf hinweisen, so daß man gar nicht erst zum Glas greift. Vor dem ersten Glas kann man noch kontrollieren, ob man trinkt, nach dem ersten Glas nicht mehr.

    In der Therapie geht es hauptsächlich um das Unterbewußtsein, man soll lernen, sich die Gefühle wieder bewußt zu machen. Ein Alkoholiker trinkt, um negative Gefühle aus der Kindheit zB gegenüber den Eltern wegzudrängen. Diese Gefühle sollen hochgeholt und ausgesprochen werden, dadurch werden sie verarbeitet und dadurch, so die Theorie, entfällt der emotionale Grund fürs Trinken.

    Ein Internet-Forum bleibt m.E. an der rationalen Oberfläche kleben. Ich wüßte nicht, wie man hier das Verhältnis zum eigenen Vater thematisieren kann. Erstens sind hier keine Therapeuten, und zweitens liest man hier nur Buchstaben, keine Mimik, Gestik, Stimme und Körpersprache. Das Internet ist m.E. gut für Informationsaustausch, aber nicht für Therapie.

    LG, Meinolf

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