Einfach mal was von der Seele schreiben

  • Hallo Jenny,

    99% das ist hart.
    Ich bin nicht mehr bereit Kompromisse einzugehen, dies ist seine letzte Chance!!!
    Wenn er die nicht nutzt, bin ich weg. Ich werde nicht wie viele hier tausendmal drohen.

    Ich tue das jetzt dieses eine mal,
    und wenn er darauf nicht reagiert bin ich weg..
    Das weiß er, und er hat eine Wahl.
    Alkohol oder Familie!!!

    Beides geht nicht und will ich nicht. Ich liebe meinen Mann, aber ich will und kann so nicht leben, basta.
    Ich werde ihm heute noch einen Brief schreiben, damit er es immer vor Augen hat, mit was er hier spielt. Er muss es einfach verstehen.

    Und ich werde den Brief kopieren und ihn mir immer und immer wieder selbst durchlesen um , ja nicht weich zu werden. Denn bei aller Vernunft bin ich eben auch ein Mensch mit Gefühlen und möchte ihn nicht verlieren, aber der Preis mit ihm so weiter zu leben ist mir zu groß.

    Sabine

    Nicht ärgern nur wundern!

  • Hi Sabine,

    das glaub ich Dir, das ist auch eine Last.

    Vielleicht macht Dein Mann wirklich etwas, vielleicht geht er zu eine SHG regelmaessig, sieht ein, dass es nichts bring, dass es nicht gut ist, wenn er Alkohol trinkt.

    Ich hoffe es fuer euch. Wir hier sind auf jeden Fall immer fuer Dich da.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • He, Sabine,

    die Sache mit dem Brief finde ich gut. Das ist sowas wie ein Vertrag, für beide Seiten wichtig.
    Außerdem ist es immer gut, wenn man seine Gedanken aufschreibt, weil im Gespräch geht dann so viel verloren. Wird vergessen.

    Ich wünsche dir weiterhin alles Gute, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo Jenny,

    ja vielleicht..., vielleicht tut er das alles. Er ist gerade weg zur Beratung. Ich bin wirklich gespannt was er sagt, wenn er wieder kommt.
    Er möchte dort hin, um sich selber klar zu werden wo genau er steht. Er ist zwar seit ca 1 ½ Wochen ohne, aber er weiß nicht wirklich, wo er steht. Was er tun kann.
    Er hat damit argumentiert, das ich ihm auch nicht sagen könnte, das er Alkoholiker sei, denn ich wäre mindestens genauso verblendet wie er.
    Objektiv kann ich natürlich nicht sein. Das ist klar, aber von seinen Abstürzen habe ich definitiv mehr mitbekommen als er.
    Er hat dann aber schnell nachgeworfen, das er auf jeden Fall jetzt nichts mehr trinken würde. Ich hoffe er tut das jetzt auch für sich...sonst ist das jetzt eh für den Ar***.
    Das sehe ich doch richtig, oder?

    Gotti
    Das mit dem Brief habe ich von Leiterin, der Selbsthilfegruppe für Co`s. Ich denke man kann in so einem Brief klarere Gedanken fassen. Vor allem, wenn man Dinge anspricht die einem sehr wehgetan haben oder tun. Ich bin ein sehr impulsiver Mensch und poltere schnell mal unüberlegt los, da kann so ein Brief schon besser sein.

    Danke, das ihr für mich da seid. So ein Forum ist wirklich Klasse!!

    Sabine

    Nicht ärgern nur wundern!

  • Hallo sabine!

    Dein mann ist anscheinend motiviert, weil er schon einige tage ohne sprit ausgekommen ist. Kann er auch, denn es ist für einen spritkopf schon eine leistung, es so lange ausgehalten zu haben.
    Erwarte aber nicht, da es so weiter geht, denn kommt irgend etwas, was deinen mann nicht in den kram passt, so kann es passieren, das er vor lauter druck der dadurch auf ihn lastet, wieder mal zur pulle greift.
    Ich weiss das von mir, denn ich war auch willens aufzuhören, aber es kamen störungen auf, die mich wieder herunterzogen und wo ich dachte, es ist sowieso alles kaputt, so kann ich auch wieder saufen.
    Denke bitte daran, du hast es mit einem kranken zu tun, der jetzt willens ist mit dem saufen aufzuhören. So einfach den schalter umlegen geht nicht.
    Mir ging es doch während meiner saufzeit nicht besser als meiner frau. Was kannte ich denn?
    Ich kannte meinen jahrelangen ablauf, denn ich gut vorrausschauen konnte. Ich wusste, zu welcher zeit ich den alk einsetzte um über die runden zu kommen. Mit den jahren war ich doch so festgefahren, das nichts anderes an mich heranlies. Warum soff ich denn. Weil ich doch gar nicht mehr belastbar war für dinge, die auf mich zukamen. Ich konnte sie doch nüchtern gar nicht angehen, denn woher sollte ich denn noch wissen, wie es geht. mein selbstwertgefühl war doch nur da, wenn ich genug alk in der birne hatte. Nüchtern schämte ich mich wie ein bettsei**er, weil ich nicht wusste, was ich alles gemacht hatte.
    Meine frau drohte auch, mich zu verlassen, obwohl wir schon über 25jahre verheiratet waren.
    Weißt du, was für gedanken in meiner birne waren?
    Sie bekommt das haus und anteilmässig von meiner rente (erwerbsunfähig) und da sowieso alles im eimer ist, säufst du dich eben tod. Sie verlies mich nicht obwohl sie drohte, aber sie machte eins. Sie hielt mich aus meinem leben das ich führte heraus, sagte mir es deutlich und machte ihr ding. Ich kann dir nur sagen, das war für mich schlimmer, als wenn sie ihre drohung wahr gemacht hätte und gegangen wäre. Es gab für mich nichts schlimmeres als die isolation zu meiner familie. Meine frau zeigte mir damit, das ich dies auch alles haben könnte, es aber an mir läge, ob ich es wolle.
    Erst da bekann ich aufzuwachen, um zu kapitulieren.
    Von da an, war ich bereit was für mich zu machen, ohne fragen zu stellen, was dabei rauskommt.
    Ich meldete mich für einen therapie platz und musste fast 8monate warten, bis ich ihn bekam.
    In dieser zeit des wartens habe ich auch noch gesoffen, obwohl der hausarzt mir eine entgiftung empfahl, die ich aber nicht machte, weil ich wusste, sie bringt mir nichts, denn ich musste aus meinem umfeld heraus.
    Meine frau hat damals meinen willen gespürt, das ich aus dem sumpf herauswollte und mich machen lassen wie ich es für richig hielt. Sie hatte so lange gewartet, da kam es auf ein paar monate auch nicht mehr drauf an.
    Sie machte dabei was für sich und das waren regelmässige besuche mit anderen betroffenen die sie bestärkten so weiter zu machen.
    Warum schreibe ich dass? Ich bin der ansicht, das schriftliche abmachungen nicht das gelbe vom ei sind und der schuss in die verkehrte richtung gehen kann.
    Ich habe die erfahrung gemacht, das dies schon des öfteren geschehen ist, wenn ich mich mit abhängigen unterhalten habe, weshalb ihre ehe im eimer gegangen ist. Es war der enorme druck, der dadurch entstanden war und den sie nicht mehr standhalten konnten.

    Es grüsst dich recht herzlich heinrich

    Der Mensch muss sich verändern wollen.
    Sonst ist jedes Bemühen sinnlos, jedes Wort zuviel und jede Anstrengung vergebens.

  • Hi Sabine,

    ich kann Dich gut verstehen. Weisst Du damals, als ich in dieser Situation gewesen bin, da hab ich mich gefragt, ob ich denn mit dem grossen Druck leben kann, damit, dass es nie wieder gut wird, damit, dass sich nichts aendert, dass mein Ex so weiter macht, ob ich jemals so kontinuierlich leben koennte. All die Fragen habe ich mit "Nein" beantwortet, fuer mich war es richtig, ich hatte ihm soviel Chancen gegeben, immer wieder hat er getrunken.

    Jetzt nach sovielen Jahren denke ich an einen Spruch, den ich mal gehoert habe, dieser war:"Das Leben ist keine Kleideranprobe, man kann nicht versuchen es zu aendern, bis es passend ist und dann anfangen zu tragen bzw. zu leben, man muss es jetzt leben."

    Fuer mich war meine Entscheidung richtig, ich wollte gluecklich sein, in einer Beziehung, bei dem der Alkohol nicht den Takt angibt, bei dem ich nicht immer befuerchten muss, dass der naechste Absturz kommt.

    So wie Heinrich geschrieben hat, kann ich auch seine Sicht verstehen, er hat verstanden, er ist aufgewacht. Wie es bei Deinem Mann wird, keine Ahnung, das wirst Du feststellen, wenn der Druck groesser wird bei ihm, wenn die Versuchung groesser ist als der Wille dem Alkohol zu entsagen.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Klaro,

    ich weiß ... du hast recht. Als mein Mann gestern von der Beratung kam, hatten wir ein langes Gespräch.
    Er möchte weiterhin nichts trinken, aber von Therapie keine Rede. Auch eine Selbsthilfegruppe lehnt er ab.
    Im Moment fühlt er sich so stark, das so zu schaffen. Ich kenne ihn lang genug, um zu wissen, das er dort wieder hingehen würde, wenn der Saufdruck zu groß wird. Oder er einen Rückfall hat.

    Natürlich gefällt mir das nicht wirklich, aber ich kann und darf ihn ja nicht dazu zwingen. Er trinkt nicht und damit muss ich jetzt zufrieden sein. Ich mach mein Ding, er sein Ding,....richtig?
    Und wenn es mir nicht passt muss ich halt gehen, richtig?

    Ja,... er hat verstanden und es wird auch nicht besser, wenn er mir das schriftlich gibt.
    Klaro du meinst der Druck ist jetzt auch so schon groß genug? Sicher..., denn er hat fast seine Familie verloren und hat schreckliche Schuldgefühle, wegen seiner Sauferei.

    Ich werde auf jeden Fall versuchen ihn bei seinem neuen Leben zu unterstützen. Ich habe aber manchmal dann wieder Angst zu viel Co zu sein.
    Mein Mann meinte auch , das dies ja alles für mich viel schlimmer sei. Ich finde es schlimm, aber ich denke wir haben beide viel woran wir arbeiten können.

    Mein Mann hat denke ich gute Chancen. Er hat zwar ein Problem mit Alkohol, aber er steckt noch nicht so tief drin in diesem Sumpf. Das kann alles kommen, ich weiß... und auch ein Gelegenheits-, Quartalssäufer hat irgendwann wieder das große Verlangen zu trinken.
    Aber ich glaube an ihn und wenn ich das nicht würde, wäre ich schon ausgezogen. Es ist seine erste Chance, vielleicht ist es seine letzte, aber ich werde weiterhin auf mich und meine Tochter achten und wenn es uns zu viel wird, gehen wir.

    Ich bin mir auch nicht 100% sicher, ob das alles richtig ist, aber ich werde mir weiterhin Hilfe holen und die Co-Gruppe besuchen. Ich bin nicht allein und werde mich nicht verstecken.....

    Sabine

    Nicht ärgern nur wundern!

  • Hi Jenny,

    ja... ich muss entscheiden, welchen Weg ich bereit bin zu gehen. Wie lange ich leiden möchte. Zurzeit leide ich nicht unter seinem Trinken, sondern der Angst...!

    Mir ging das jetzt alles zu schnell. Vor ein paar Wochen habe ich erkannt, das wir ein Problem haben, jetzt hat er aufgehört und will nichts mehr trinken. Nachdem ich ihm die Pistole auf die Brust gesetzt habe.

    Einfach so ..., das wäre einfach zu schön um wahr zu sein . Viel zu einfach.

    Wie ist das ihr Cos und trockenen Alkoholiker, darf man einem Ex Alki im Anfangsstadium zeigen, sagen, das man Angst vor einem Rückfall hat?
    Oder, zerrt das zu sehr an seinem Selbstwertgefühl?

    Sabine

    Nicht ärgern nur wundern!

  • Hi Sabine,

    tsja das ist eine gute Frage, ich hab damals auch mit meinem Ex ueber meine Angst gesprochen, aber er hat zwar zugehoert, aber nicht wirklich was dazu gesagt. Es kann natuerlich sein, dass Dein Mann aktiv was macht, die Frage ist natuerlich wie er tatsaechlich und wirklich ueber sein Suchtverhalten denkt. Er will zu keiner SHG, keine Therapie. Ich denke da steckt auch viel Scham dahinter und er will sich nicht zu den Leuten zaehlen, die die Alkoholiker sind. Mein Stiefpapa war auch so, er ist dann auch zu einer SHG mit meiner Mama gegangen, aber er hat immer gesagt, dass die anderen viel schlimmer sind und er nicht so "asozial" waere. So hat er die Menschen wahrgenommen, er wollte nicht sehen, dass er genausoviele Probleme hatte wie diese Leute.

    Ich denke Du solltest bei Dir bleiben, Du solltest fuer Dich vielleicht in eine SHG gehen und ihn machen lassen, aber aktiv fuer Dich etwas tun, damit er sieht, dass Du ganz gut ohne ihn klarkommst und Du Dich nicht von ihm und seinem Alkohol abhaengig machst. Du grenzt ihn da dann aus, so wie Heinrich auch schon geschrieben hat. Du fuehrst Dein Leben weiter mit all dem Spass, den er verpassen koennte, nur weil er seine Sucht nicht erkannt hat.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Sabine,

    hab mit Spannung deinen ganzen Thread gelesen... und ne Menge Ähnlichkeiten feststellen müssen!
    Abgesehen davon, dass mein Mann jeden Tag trinkt ("NUR" Bier), erkenne ich viele Aussagen wieder!

    Auch bei ihm ist das ja alles gar nicht so schlimm...

    Auch er würde sein Auto nur selbst reparieren (wieso als zum Arzt, da wird man nur krank, wenn man hin geht...) :roll:

    Auch er kann Gefühle nur richtig zeigen, wenn er genug gesoffen hat (ich komme mit seiner Sentimentalität dann nur nicht mehr mit und bin dann immer die "Eiskalte")...

    Auch er gab sich in letzter Zeit echt Mühe, hob mich in den Himmel, sprach davon, dass wir das schon wieder hinkriegen und so weiter...

    Ich war letzte Woche auch endlich zu so einer Art Beratung (eigentlich Angehörigen-Gruppe - zu dritt) und kann nur zu gut verstehen, wie gut dir das getan hat!!!
    Als ich meinem Mann gestern (mal wieder) sagte, dass ich da für mich hin gehe, war er total enttäuscht!
    Er hat mir auch versprochen, nächsten Montag in die Gruppe zu gehen (beim letzten Mal bin ich alleine gegangen, weil er so fertig war...)!
    Deshalb bin ich auch echt gespannt, wie das bei euch weiter geht!
    Wir scheinen so ungefähr am gleichen Punkt zu stehen...
    Wir hatten gestern abend mal wieder Krach und er weiß auch, dass bei uns nicht mehr viel fehlt, dass ich gehe!
    Nachdem ich ihn dann einfach mal wieder hab stehen lassen, mit den Worten "wir können reden, wenn du nüchtern bist!", fing er an mir zu erzählen, wie viel besser es mir wohl gehen müsste ohne ihn... :roll:
    Wie ich diese Mitleidstour hasse!!!!
    Bin mir dann allerdings manchmal auch nicht mehr sicher, ob er nicht sogar recht hat damit...
    Gehört das (Mitleidstour) eigentlich auch zur Krankheit?

    Ganz liebe Grüße,

    fish

  • Hallo sabine!
    Du hast ein recht darauf, angst zu haben, was ich sehr gut verstehen kann. Mache ihm das deutlich und rede über deine gefühle. Aber angst hat auch einen vorteil, denn es kann berge versetzen.
    Mache du ruhig dein ding weiter so, gehe in die gruppe und spreche dort über deine gefühle und ängste. Dort verstehen sie, wie es in dir aussieht. Lasse deinen mann sein ding weitermachen, auch wenn er wieder auf die schnauze fällt. Wenn er dann wieder aufsteht, kann es für ihn heilsam sein.
    Wenn ich so lese, wie stark sich dein mann fühlt es ohne gruppe zu schaffen, so muss ich im stillen lächeln, denn den glauben hatte ich auch. Ich beruhigte auch meine frau, das ich alles im griff hätte, was nach ein paar wochen dazu führte, das ich wieder am tropf hing. Braucht bei deinem mann nicht zu sein, aber frage ihn doch mal, was ihn daran hindert eine SHG aufzusuchen. Er wird dir darauf bestimmt keine antwort geben.
    Wenn du der ansicht bist, er wäre noch nicht so tief gesunken mit seinem alkoholproblem, so kann ich dir nur sagen, das er noch nicht bereit ist hilfe anzunehmen ohne zu fragen, was für ihn herauskommt. Er hält sich noch dir hintertür auf, sonst hätte er schon längst hilfe angenommen.
    Hier hast du die trinkweise eines

    Epsilon-Typ
    • Für diesen Trinktyp ist auch die Bezeichnung „Quartalsäufer“ gebräuchlich, da Epsilon-Alkoholiker oft monatelang abstinent leben und dann in unregelmäßigen Abständen durchbruchsartig kurze Phasen exzessiven Alkoholkonsums erleben.
    • Beim Epsilon-Alkoholiker ist die psychische Abhängigkeit wesentlich stärker ausgeprägt als die körperliche.
    • Typisch sind in den Trinkphasen „Kontrollverluste“, es besteht aber die Fähigkeit zur Abstinenz.
    Daraus kannst erkennen, ob sie auf deinen mann zutrifft oder er ein anderes trinkmuster bevorzugt.

    @ Jenny 2

    liebe jenny.
    Ich kann mich sehr gut in den co hineinversetzen, da ich dieses schon jahre bei meiner tochter mitmache.
    Ich weiss, wie erbärmlich man sich fühlt, dazustehen und nicht helfen zu können. Ich musste dabei auch dinge einstecken, die unter die gürtellinie gehen. Ich weiss, wie gross der schmerz ist, all die verletzungen, die hoffnung, die erwartungen, die rückschläge usw. ich habe nur einen vorteil dabei und das ist: ich weiss auch wie der säufer sich fühlt, der von der flasche weg will. Ich habe für mich gelernt, das ich ohne kapitulation vorm alk keine chance gehabt hätte von der pulle zu kommen. Ich habe gelernt hilfe anzunehmen ohne wenn und aber.ich musste lernen mich selbst aushalten zu können, weil ich nur für mich was ändern konnte. Mir geht es heute manchmal genauso, wie sabine, aber ich achte auf mich und hole mir genauso hilfe, wie sabine und alle anderen. Auch ich brauche einen menschen der mir zuhört um die spannungen in mir abzubauen.

    Es grüsst euch recht herzlich heinrich

    Der Mensch muss sich verändern wollen.
    Sonst ist jedes Bemühen sinnlos, jedes Wort zuviel und jede Anstrengung vergebens.

  • Hallo fish, hallo klaro

    ja die Geschichten ähneln sich sehr. Ich glaube mein Mann ist einen Schritt weiter, er hat verstanden. Auch, wenn wie klaro sagt, er noch nicht bereit ist Hilfe anzunehmen. Er glaubt nicht das er sie braucht im Moment.
    Er möchte nicht mehr trinken, ist auf seinem Weg. Ob der so richtig ist, weiß ich nicht .

    Aber ich muss ihn machen lassen. Er muss ihn allein finden. Es nutzt ja nichts, wenn ich ihn weiter unter Druck setze, damit er zu einer SHG geht. Er weiß, wo die Beratung ist und hat auch gesagt, das er da wieder hingehen möchte, wenn Probleme auftreten. Jetzt fühlt er sich stark.

    Fish mein Mann meint zwar es wäre bei ihm nicht so schlimm. Aber er meinte damit mehr, das er ja Glück gehabt hätte. Bei all seinen Abstürzen ist nie etwas passiert. Er hat öfter mal ne Treppe der Länge nach abgemessen.Er weiß das er süchtig ist.

    Er stellt es sich aber immer noch zu einfach vor. Ich hör ihn schon wieder....:“Das kannst du gar nicht beurteilen, weil du nicht objektiv bist“

    Er weiß aber auch das er sein Leben ändern muss und es nicht langt, nicht einfach nichts zu trinken. Wir sind auf einem guten Weg. Egal wohin der führt.

    Meine SHG ist leider erst wieder in zwei Wochen, aber ich kann da auch im Notfall anrufen, wenn was ist. Tag und Nacht hat sie gesagt. Schön zu wissen, das man nicht allein ist.

    Ob die Mitleidstour zur Krankheit gehört, weiß ich nicht. Mein Mann hat das nicht.
    Er hat allerdings das erste Mal gesagt, das es ihm leid tut, das mich da so reingeritten hat.
    Das aus seinem Mund ist schon eine halbe Sensation.

    Klaro, ich werde ihn fragen, wieso er nicht in die SHG geht, und bin mal gespannt was er sagt!
    Er hasst Gruppen und ich denke, das wird er mir sagen. Zu viele Leute. Er würde sich wohl eher einen Einzeltermin machen. Er hat auch gesagt, das er dort eventuell wieder hingehen würde, denn der Mann auch trockener Alkoholiker ist sehr nett und sympathisch. Wie gesagt es geht im ja gut, also wieso soll er dann da hingehen, denkt er.
    Ja, vielleicht hält er sich das Hintertürchen auf. Unbewusst oder bewusst? Ich weiß nicht. Glaubst du er braucht noch einen heilsamen Dämpfer in Form eines Rückfalls?

    Ich werde weiterhin auf mich schauen und ihn machen lassen. Kostet auch zu viel Nerven.
    Ich wünsche dir lieben fish viel Kraft für deinen Weg und auch dir klaro, der du um deine Tochter kämpfst.

    Klaro, warum schreibst du hier nicht über deine Tochter?

    Liebe Grüße Sabine

    Nicht ärgern nur wundern!

  • Zitat

    Ich glaube mein Mann ist einen Schritt weiter, er hat verstanden.

    Zitat

    Klaro, ich werde ihn fragen, wieso er nicht in die SHG geht, und bin mal gespannt was er sagt!


    Er hat gar nichts verstanden! Das ist der Grund. Er sieht seine Alkoholkrankheit nicht ein. Erst, wenn man Hilfe annimmt und etwas dagegen unternimmt und zwar mit professioneller Hilfe, dann hat man kapiert, worum es eigentlich geht! Wenn man abhängig ist, dann schafft man es nicht alleine!

    Zitat

    Er würde sich wohl eher einen Einzeltermin machen.


    Und warum hat er das noch nicht getan???

    Zitat

    Ja, vielleicht hält er sich das Hintertürchen auf. Unbewusst oder bewusst?


    Genau deshalb... das gehört nun mal dazu, zur Sucht!

    Ich glaube nicht, dass er es alleine schafft!

  • Hallo Ayki79!

    Danke, für deine Antwort.

    Mein Mann hat verstanden...,wenn auch noch nicht alles .
    Er hatte ein Einzelgespräch, am Dienstag.

    Heute ist Donnerstag. Das muss jetzt auch erst mal verdaut werden.
    Ich seh das nicht durch die Rosabrille, denn ich weiß er schafft es nicht ohne Hilfe, aber ob er die in Anspruch nimmt oder nicht muss er allein entscheiden.

    Er hat aber auch das recht sich in seinem Tempo darüber Gedanken zu machen. Er trinkt nichts ist aber noch lange nicht trocken.

    Ich geh auch zur Beratung wann und wie oft es mir passt und frag ihn nicht danach, ob er das gut findet. Er kann daran nichts ändern. Ich werde auch nicht damit aufhören, nur weil es so aussieht, als ob er sich Mühe geben würde.
    Natürlich wäre es mir auch lieber, er würde schneller etwas für sich tun, aber ich darf, soll und will ihn nicht dazu zwingen.

    Das muss er ganz allein wollen und wenn er eben wieder in sein altes Saufmuster zurückfällt , hilft nur noch eines, mich zurückziehen. Es wird mir das Herz brechen, aber ich will ihn nur nüchtern.
    Auf einer Augenhöhe und als vollwertigen Partner und nicht als sabbender, lallender Lappen.


    Ich habe ,obwohl ich es von außen und oft nüchtern betrachtet habe, auch erst jetzt ....nach Jahren kapiert das er ein Problem hat. Er braucht noch etwas Zeit und solange ich nicht darunter leide, kann er die auch haben.
    Trinkt er wieder und das Spiel geht von vorne los .Muss er die Konsequenzen tragen. Ich werde mich nicht für ihn aufgeben.

    Sabine

    Nicht ärgern nur wundern!

  • :roll::roll:
    Mein Mann hat mir gerade ein Mail geschickt,

    ob wir morgen mit Freunden zu einem Konzert gehen wollen. Mit den beiden verbindet uns mehr als nur der Suff, aber ein Konzert in der Kneipe, wo er schon oft getrunken hat!!!
    Ich hab hab ihm nur zurückgeschrieben, ob er das für eine gute Idee hält.

    Ja, sag mal gehts noch!!!Och nö, gebt mir mal einen Tipp!
    Soll ich ihn einfach leiden lassen, auch auf die Gefahr hin , das er sich quält wie ein Hund? Er wird nichts trinken, da bin ich mir sicher, aber wieso sucht er die Gefahr?
    Kann mir das ein Ex Alki bitte beantworten.

    Wenn ich ihm jetzt sage, das es scheiße ist da hinzugehen, bin ich doch wieder Co oder? Ach...das ist doch zu Mäusemelken??

    Ich soll ihn doch machen lassen. !! :twisted:

    Nicht ärgern nur wundern!

  • Mist, Mist Mist...ihr habt ja recht, er schnallt es nicht.
    Er hat es noch nicht 100% verstanden.

    Er kann ja allein dahin gehen. Ich will ihn nicht leiden sehen und schon garnicht trinken.
    Aber das muss er selber wissen.

    Sabine

    Nicht ärgern nur wundern!

  • Hallo Sabine,

    Zitat

    Kann mir das ein Ex Alki bitte beantworten

    es gibt kein EX Alkie :wink: , denn wir bleiben immer Alkoholiker , der einzigste Unterschied ist für mich "Nass" oder "Trocken"

    nun weiß ich nicht wie es dein Mann sieht , für mich sieht es wie eine Trinkpause aus!

    Deine Reaktion!
    Nicht mit zu gehen, finde ich Klasse und du setzt ein Zeichen, nur solltest dich auch nicht weich klopfen lassen :wink:

    Tu in dieser Zeit was für dich um keinen eigenen Verzicht zu spüren!

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hi Sabine,

    es ist absolut verstaendlich und auch normal, dass Du jetzt erstmal abwartest wie Dein Mann reagiert und ob er was fuer sich tut. Du sollst ihn auch jetzt nicht verlassen, Du willst erstmal sehen, wie er reagiert, ob er einhalten kann was er macht.

    Wichtig fuer Dich ist, dass Du bei Dir bleibst, ihn komplett machen laesst und wenn Dir nicht gefaellt was er macht, dann gehst Du den naechsten Schritt fuer Dich, so weit wie Du kannst.

    Sicherlich schreiben hier manche wahrscheinlich ziemlich harsch rein, das kommt manchmal so rueber, aber sie wollen ja ehrlich zu Dir sein.

    Wenn Du zu diesem Konzert nicht gehen willst, dann sag Deinem Mann das und sag ihm ruhig auch warum. Du kannst ihn nicht davor beschuetzen Fehler zu machen. Das einzige was Du kannst, ist Dir klarzumachen, dass Du Dich vor der Tretmuehle Alkoholismus und Co-Abhaengigkeit schuetzen musst. Du machst Dir jetzt schon wieder Sorgen, Du hast Angst vor einem Rueckfall, Angst das Du die Konsequenzen ziehen musst, Angst vor der Veraenderung, Angst davor dass er Dich in Deine Co-Abhaengigkeit ausnutzt und tiefer reinzieht und dass Du es vielleicht doch mit einer rosaroten Brille siehst.

    Das ist alles normal, das wirklich Beste, lass ihn machen, geh noch mehr in Deine Unabhaengigkeit, bau Dir einen Freundeskreis auf, der Dir gehoert, wenn Du den nicht schon hast und tu etwas fuer Dich. Ignoriere sein nasses Verhalten und sprich nicht mehr darueber, sondern handel fuer Dich. Ich weiss, es hoert sich leicht an, aber das ist die einzige Chance, die Du hast.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Zitat

    Wenn ich ihm jetzt sage, das es Sche*** ist da hinzugehen, bin ich doch wieder Co oder? Ach...das ist doch zu Mäusemelken??


    Ich hab es dir doch gesagt... Er meint es nicht ernst, und wenn doch, alleine schafft er es nicht... Lass ihn hingehen zum Konzert, wenn er will. Er muss das für sich selbst entscheiden. Aber geh auf keinen Fall mit ihm gemeinsam! Verabrede dich an diesem Abend lieber mit einer guten Freundin und mach dir einen schönen Abend!

    Zitat

    das wirklich Beste, lass ihn machen, geh noch mehr in Deine Unabhaengigkeit, bau Dir einen Freundeskreis auf, der Dir gehoert, wenn Du den nicht schon hast und tu etwas fuer Dich. Ignoriere sein nasses Verhalten und sprich nicht mehr darueber, sondern handel fuer Dich. Ich weiss, es hoert sich leicht an, aber das ist die einzige Chance, die Du hast.


    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

  • Zitat von Hartmut

    Hallo Sabine,


    es gibt kein EX Alkie :wink: , denn wir bleiben immer Alkoholiker , der einzigste Unterschied ist für mich "Nass" oder "Trocken"

    nun weiß ich nicht wie es dein Mann sieht , für mich sieht es wie eine Trinkpause aus!

    Deine Reaktion!
    Nicht mit zu gehen, finde ich Klasse und du setzt ein Zeichen, nur solltest dich auch nicht weich klopfen lassen :wink:

    Hi Hartmut Immernoch Alkoholiker, aber trocken (Geht das auch kürzer)

    war doof ausgedrückt.

    Trinkpause, hm! naja ich werde nochmal mit ihm reden. Gestern hörte er sich ganz vernünftig an. Aber heute...:shock:


    Es wird eh Zeit , das er mal mit den Beiden redet, aber nicht in dieser Location.
    Die männliche Seite weiß ja schon Bescheid, bei dem hab ich mich schon ausgekotzt, aber seine Freundin hat immer ganz gerne mit meinem Mann gesoffen, deshalb ist das alles nicht unproblematisch. Mein Mann, sollte da schon mal ganz deutlich sagen, das es ab jetzt nur noch Aktivitäten ohne Alkohol gibt.

    Gestern haben wir noch darüber geredet die zwei mal einzuladen zu uns. Lecker essen und kein Alk!!! Fand er gut.

    Und heute:roll:

    Jenny der Ton ist schon ok...
    Ich kann das ab. Das ist ja nun ein Thema , wo viele hier absolut rot sehen, weil sie mitten in dem Desaster stecken oder es hinter sich haben.
    Sie wollen mich nur vor Schlimmeren bewahren. Das weiß ich zu schätzen.

    Auch, wenn es weh tut.
    Aber das ist hier halt kein Kindergeburtstag, gelle :wink:

    Nicht ärgern nur wundern!

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!