Wie soll ich mich verhalten?

  • Hallihallo,

    jeder Mensch ist verschieden und es gibt sicherlich auch Ausnahmen bei dieser Krankheit, darum ja das Forum. Jeder von uns hofft, dass wir eine dieser Ausnahmen bilden und Hoffnung kann fuer uns Angehoerige manchmal sehr schlimm sein.

    bokins , es waere schoen, wenn Du mal ein eigenes Thema aufmachen wuerdest, in dem Du beschreibst, wie alles gekommen ist und was passiert ist, damit wir Deine Geschichte nachvollziehen koennen.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Oiseau!

    Jawohl, wir haben alkohol im haus und wenn geburtstag ist, so bieten wir diesen unseren gästen auch.
    Es bleibt jedem selbst überlassen ob er alk im haus hat oder nicht, denn es hat auch mit den trinkgewohnheiten eines jeden zu tun.
    Ich habe früher zuhause genauso gesoffen, wie an jeder anderen stelle,
    nur war ich nie ein kneipengänger.
    Wir waren mal 12 päärchen die regelmässig zusammen waren und es ging ganz schön rund wenn wir am feiern waren. Als ich damals, nach meiner 1,thera nach hause kam und eine geburtstagfeier anstand, sagten wir unseren bekannten,das es bei uns keine alkohol gab. Von den 12 päärchen kamen 2 zum geburtstag.

    Ich denke, es ist schon sinnvoll, wenn kein alk im hause ist, ist einer erst im anfangsstadium seiner trockenheit.
    Kommt ungewollt mal saufdruck auf, so kann er/sie noch zeit zum nachdenken, wenn er losgeht um sich alk zu besorgen, als wenn er nur in den keller oder an die hausbar gehen braucht.
    Man ist, in der anfangsphase der trockenheit zwar euphorisch und meint es mache einen nichts aus, wenn alk im hause ist oder der andere ihn trinkt, aber das ist meiner ansicht nach selbstbetrug.
    Ich hänge seit 10jahren nicht mehr an der pulle und es macht mir heute noch was aus, wenn ich bei anderen zu besuch oder auf eine feier gehe.
    Das hat nichts damit zu tun, das ich nicht mittrinken kann, aber es macht mir was aus, wenn nach einiger zeit, die lautstärke automatisch sich steigert und die schallplatte einen riss bekommt und sich vieles wiederholt.
    Ich kenne dieses lied noch bestens, aber es ist nicht mehr mein lied, welches ich mitsingen möchte.
    Deswegen fühle ich mich unwohl und sage tschüss bis zum nächsten mal.
    Meist ist es meine frau, die mir zu verstehen gibt, jetzt ist aufbruch angesagt.
    Liebe oiseau, ich möchte dir mal schreiben was ein rückfall heisst, weil ich denke du siehst ihn aus einer anderen perspektive als er ist.

    Wir haben uns damals bei meinen suchthelferlehrgang intensiv mit dem thema beschäftigt und sind zu folgendem ergebnis gekommen.

    Man nennt die Suchtmitteleinnahme (Alkohol bzw. Medikamente ) nach einer Zeit der bewussten Enthaltsamkeit -Rückfall.


    1.) Der Rückfall ist die vorsätzliche bewusste Einnahme eines Suchtmittels nach längerer Abstinenz.
    2.) Der Rückfall ist der unbeabsichtige „Genuss“ eines Suchtmittels; der Rückfällige merkt es zwar, macht aber weiter, um der Wirkung willen.
    3.) Nach der Aufnahme des Suchtmittels entsteht ein Verlangen nach mehr, dem der Suchtkranke nachgibt.

    Es kommen aber noch zwei sehr wichtige Punkte hinzu:
    4.) Der Rückfall ist der bewusste Genuss des Suchtmittels, um der Wirkung willen.
    5.) Der geistige Rückfall ist die Ablehnung oder die nicht überzeugte und verinnerlichte Annahme der alkoholfreien Lebensweise.

    Gehe deinen weg so weiter wie bisher und schreibe fleissig, aber schaue weiter über den tellerrand hinaus, denn das macht dich nur stabiler und stärkt dein selbstwert.

    Herzlichst heinrich

    Der Mensch muss sich verändern wollen.
    Sonst ist jedes Bemühen sinnlos, jedes Wort zuviel und jede Anstrengung vergebens.

  • Hallo ,

    Jenny, irgendwie ist sich Hoffnung zu machen auch hoffnungslos ?? Klar, wenn Hoffnungen enttäuscht werden, ist es für den Angehörigen schlimm, aber steigern wir uns da nicht gerade in etwas hinein???
    Für mich ist Hoffnung nicht schlimm, sondern das, was zuletzt stirbt..
    Ja, ich schreibe mal meinen Weg auf, muss mich dafür erst sammeln.. bokins

  • Liebe Bokins,

    Ich hatte geschrieben, dass die Hoffnung MANCHMAL sehr schlimm fuer uns Angehoerige sein kann. Es war jetzt nicht auf Deinen Fall bezogen, sondern allgemein, mit dem was ich erfahren und auch von anderen gehoert habe.

    Also kein Angriff Deinerseits.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Nein, ich wollte dich auch nicht angreifen, ich bin halt manchmal etwas direkt, sorry..
    Meinte das auch dir gegenüber nicht persönlich, ich nehme das schon sehr ernst. Ich dachte nur an oliseau, es ist ihr thread, und ich kann sie so gut verstehen. Daher meine Reaktion, ich möchte nicht, das sie an ihrer Hoffnung zweifelt. Es ist so schrecklich kompliziert, die richtigen Worte schriftlich zu finden, wenn man seinem Gegenüber nicht in die Augen sehen kann. Nicht böse sein. :cry: bokins

  • Hi,

    nee bin doch nicht boese :wink: . Wir sind doch hier alle um uns auszutauschen. Ich kann Dich und Oiseau auch sehr gut verstehen, es ist nicht, so dass ich euch nicht verstehe, ist halt so mit den Erfahrungen, wer wuenscht sich schon eine Trennung, ich hoffe halt nur, dass ihr nach euch beiden guckt und auf euch gut achtgebt und will euch nur ebenfalls meine Erfahrungen mitteilen.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo, Heinrich,

    danke, dass du dir so viel Zeit genommen hast ausführlich zu antworten.

    Ich habe es jetzt mit dem Alk so gemacht: Wir haben noch ein paar Restflaschen Wein im Keller, die lasse ich erst einmal für Besuch stehen. Alles, was sonst noch da war, habe ich entsorgt.

    Wir werden darüber sprechen, wenn mein Partner zurück ist.

    Wahrscheinlich werde ich es wegschütten oder verschenken...

    Dass deine Freunde nicht zur Party kamen, weil es keinen Alk geben sollte, ist für mich krass!!!! Mal ehrlich, sind die, die weggeblieben sind, echte Freunde?

    Ich bin neugierig, wie sich unsere Freunde verhalten würden... Allerdings gab es bei uns nie Saufpartys, und wenn mein Partner trank, dann meistens mit Arbeitskollegen oder allein (dann am meisten).

    Dass es bei einem evtl Rückfall dem Betreffenden um die Wirkung des Alkohols geht, ist mir bewusst. Darum ist ja der Verstand beim Trockenbleiben entscheidend. Es muss vom Kopf aus gesteuert werden, denke ich. Man muss es ganz fest wollen und sich nie wieder in alten Situationen / Zuständen wieder finden wollen. So verstehe ich das.

    Ich versuche weiterhin, für mich etwas zu tun. Es ist nicht immer einfach, darum schreibe ich ja hier, aber es baut auf und macht mich in der Tat selbstsicherer.

    Danke für deine Zeit.

    Oiseau

  • Hallo, Jenny und bokins,

    warum ich Hoffnung habe ist ganz einfach:

    1. liebe ich meinen Partner.

    2. hatten wir mehr gute als schlechte Zeiten zusammen, die einfach schön waren.

    3. liebt und braucht er mich.

    4. gibt er sich gerade Mühe sein Leben zu verändern, damit es ihm wieder gut geht und auch, damit wir eine Chance haben.

    5. muss ich ihm und uns die Chance geben, denn er gibt sie uns ja auch.

    Also, ich behalte ein gewisses Quantum an Zweifeln, um für alle Fälle gewappnet zu sein (sonst falle ich zu tief, also Selbstschutz), aber ich hoffe, dass er durchhält und wir einen Neuanfang wagen können.

    Wenn er sich verändert hat in der Kur - umso besser. Das ist doch spannend und wir können uns noch einmal neu kennen lernen.

    bokins, auf deine Geschichte bin ich neugierig. Trau dich ruhig zu schreiben. Es kommt dann eins zum anderen,

    Liebe Grüße an euch zwei,

    Oiseau.

  • Hallo Oiseau,

    zu 1 - 5 genau!!!!!!!!!!!! :)

    Meine Geschichte ist sehr lang, ich überlege noch an einer Kurzform, es ist auch nicht so einfach, weil ich es noch niemandem erzählt habe. Und meine
    Verbundenheit zu meinem Mann lässt mich zögern. Ich müßte, auch wenn anonym, eine Menge von ihm preisgeben. Ich war immer loyal. Habt Verständnis, wenn ich noch Zeit brauche. Ich möchte auf diese Weise nicht sein Vertrauen mir gegenüber missbrauchen, schließlich will man ja ein gutes Vorbild sein. Aber mal sehen, ich finde schon einen Weg denn ich merke, dass mir das Forum auch guttut. Ich weiß, Jenny wird mich wieder in die Co-Ecke stellen, da ich immer noch mein schützendes Händchen über meinen Mann halte, aber so fühle ich halt.
    Lieben Gruß, bokins

  • Hi Bokins,

    denkst Du denn dass Du Co bist? Manchmal hab ich das Gefuehl, dass Du Dich gegen Deine Gefuehle versuchst zu wehren, oder sie zu entschuldigen?

    Es ist okay fuer mich, wenn Du so bist wie Du bist, ist es auch okay fuer Dich?

    Wir tauschen uns hier aus ueber Alkoholismus und den dazugehoerigen Themen. Ueber unsere Gefuehle, Erfahrungen, Sichtweisen, jeder Mensch kann und hat andere Sichtweisen, manchmal stimmen wir einander zu und manchmal nicht.

    Ich bin Jenny, ich bin Angehoerig, und ich bin Co-Abhaengige. Ich steh dazu und es ist okay es zu sagen, denn fuer mich ist es wichtig mich so hinzustellen wie es ist ohne Scham. Ich lebe meine Co-Abhaengigkeit nicht an einem alkoholkranken Partner aus, denn mein Mann hat damit kein Problem. Aber ich hab diese Co-Abhaenigkeit frueher ausgelebt und zum Teil kommt sie in anderen Teilen meines Lebens zum Vorschein. Es ist gut zu wissen, dass ich dem was ich habe einen Namen geben kann, dass ich erkennen durfte was mit mir ist und es jetzt ohne Scham annehmen kann.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Guten Abend, bokins,

    bleib doch überwiegend bei dir, wenn du deine Geschichte erzählst. Du musst doch nicht zu viel preisgeben und kannst das weglassen, was dir zu "gefährlich" wäre.
    Ich habe auch nur das Wichtigste erzählt, ohne meinen Partner verletzt oder verraten zu haben. Denn ich möchte auch loyal sein, soweit es geht.

    Ansonsten - ich denke, wir haben einige Erfahrungen und Sichtweisen gemein. Schreib ruhig weiter hier im Thread, ich würde mich freuen, vor allem, wenn es dir hilft.

    Ich muss auch erst so langsam meinen Weg und meine Perspektiven finden.

    Da bin ich richtig froh, dass mein Partner noch einige Tage fort ist. Ich nutze die Zeit, so gut es geht, zum geistigen "Ausmisten" und zur Orientierung.

    Gute Nacht!

    Oiseau. :)

  • Hallo,

    oiseau, ich kann meine Geschicht nicht erzählen, wenn ich nicht über meinen Mann berichte. Es wäre nicht nachvollziehbar. Ich müsste persönliche Erlebnisse und Situationen beschreiben, und riskiere, damit eine Grenze zu überschreiten. Ich bin keine Co, wenn ich genau darüber nachdenke. Ich bin wie ich bin und brauche dafür keinen Namen. Wir stehen alle am Abgrund, und riskieren ab und zu einen Blick über den Rand in den Sumpf aus Neid, Hass, Lügen, Gewalt und Abhängigkeiten, wehe dem, der sich zu weit vorbeugt. Mein Mann hat sich zu weit vorgebeugt und meine Hand erreichte ihn nicht als er fiel. Er hat sich mühsam ans rettende Ufer gekämpft. Ich lasse meine Gefühle auch mit ihrer geballten Kraft zu, werde sie niemals entschuldigen, aber ich passe auf, Gefühle können Überhand nehmen, und dann ist es an der Zeit, seinen Kopf wieder zu Rate zu ziehen. Ich liebe meinen Mann, ich werde immer zu ihm halten, auch wenn ich dafür ein Stück von mir geben muss. Ich muss meinen Gefühlen und meinem Verhalten keinen Namen geben um damit zurecht zu kommen, ich schäme mich auch nicht für mein Tun. Ich bin auch nicht blind vor lauter Co-Abhängigkeit, denn ich sehe dem Problem, mit einem Alkoholier zu leben, messerscharf in die Augen. Man muss seine Gedanken und sein Handeln immer reflektieren, wird man selbst nicht geblendet, ist man auf dem richtigen Weg. Sonst verlieren wir uns in jeder alltäglichen Situation in Selbstzweifeln. bokins

  • Hallo Oiseau,

    danke das du mir geschrieben hast.

    Alle Geschichten ähneln sich hier. Mal mehr mal weniger. Ich wünsche die und deinem Mann alle Kraft der Welt das durchzustehen.
    Wir sind ja erst am Anfang, aber...das wird schon

    Sabine

    Nicht ärgern nur wundern!

  • So, heute ist ein guter Tag insofern, als ich wirklich mal Zeit habe, um Dinge auszumisten, hier im Forum zu lesen und mir Gedanken zu machen darüber, wie es weiter gehen könnte.

    Beim Ausmisten fängt der Kopf ganz von allein das Philosophieren an, jedenfalls ist das bei mir so.

    Und dann bekam ich heute von meinem Partner einen Anruf, der mir zeigte, dass er wirklich dabei ist, sein Verhalten zu reflektieren und evtl. aufkommenden negativen Empfindungen entgegenzusteuern.

    Er hat ein Problem (ich will hier nicht näher drauf eingehen), eigentlich nichts Schlimmes, nur ärgerlich, ich würde mich an seiner Stelle aufregen und schimpfen oder fluchen. Er merkte, dass ihn das Ganze ziemlich runterzog, und da in der Klinik heute nicht viel los ist, rief er mich an - einfach um zu reden. Ich konnte ihm Daten raussuchen und Telefonnummern, wo er gleich am Montag anrufen kann und schon ging es ihm besser. Er war ganz stolz auf sich, dass er die negativen Gefühle überwinden konnte.

    Ich denke, das ist so eine Strategie, die man in einer Klinik lernt. Normalerweise hätte er sich hilflos in seine Wut hinein gesteigert und irgend wann angefangen, Alkohol in sich reinzuschütten.

    Heute Nachmittag wollte er Sport machen ...

    Manchmal denke ich, er ist schon weiter als ich.

    Ich saufe zwar nicht, aber mir fällt es noch sehr schwer, über meinen Schatten zu springen und z.B. zu joggen oder zu schwimmen, um Stress abzubauen.

    Wenigstens kann ich heute, bei dem Sturm, zu Hause nachdenken und mir wird wieder mal so einiges klar.

    Gut, dass es dieses Forum gibt.

    Einen schönen Abend,

    Oiseau.

  • Hallo Oiseau,

    Sport ist gut. Ich habe zwei Hunde, und da muss ich bei jedem Wetter raus, das tut gut, und wenn man vorher auch keine Lust hatte, befreit es ein wenig den Kopf. Das dein Partner an Sport denkt, sehe ich auch als ein gutes Zeichen an. Er ist bereit, sein Leben zu ändern. Und wir wären wieder am Anfang , Veränderungen kommen sicherlich auf uns zu. Und du siehst, sie können ja wirklich positiv sein! :lol:
    LG und einen entspannten Abend, bokins

  • Liebe Oiseau,

    da hat Dich Dein Mann wohl sehr ueberrascht mit seinem Verhalten :D

    Wichtig ist aber auch, dass Du ueber Dich nachgedacht hast und Dein Verhalten. Denn wohl oder uebel muss das auch bearbeitet werden, denn trockene Alkoholiker sind anders, wenn sie wirklich und wahrhaftig ihre Sucht besiegen wollen, da stehen wir dann da mit unserem Co-Verhalten und wissen nicht wohin.

    Es ist gut, dass Du hier schreibst, Dich mit uns ueber das unterhaelst und gut ist auch, dass hier die Meinungen von trockenen Alkoholikern geschrieben stehen.

    bokins , Dir wollte ich nochmals sagen, dass ich ganz sicher denke, dass Du zu uns Co's gehoerst auch wenn Du Dich da noch so gegen straeubst. Die Aussagen wie ich liebe meinen Mann und werde immer zu ihm halten, selbst wenn Du dabei ein Stueck von Dir geben musst, laesst mich da besonders aufhorchen und auch das vehemente Straeuben und nicht akzeptieren wollen, dass ein Nichtloslassen eines nassen Alkoholikers kein gesundes und normales Verhalten ist. Du schreibst hier wenig ueber Deine eigentlich Situation, ob Dein Mann nun eine Kur macht oder wie er trocken geworden ist, Du laesst Dir nicht in Deine Karten schauen, aus Angst etwas mehr preiszugeben. Ich kann Dich gut verstehen, ich war da auch mal und wollte gar nicht glauben, dass ich wirklich Co war, aber vielleicht irgendwann mal oeffnest Du Dich ein bisschen mehr, es waere schoen auch von Dir Deine Geschichte zu hoeren.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo an alle,

    habe gerade an Gewitterhexe geschrieben und möchte auch hier noch mal die Frage an alle stellen:

    Wie lernt ihr, wieder mit euch selbst / mit euch allein zurecht zu kommen und dabei glücklich zu sein? Vielleicht könnten wir ja mal versuchen eine Auflistung zu erstellen von guten Ideen, kreativen Gedanken und Wohlfühlstrategien.

    Wäre doch für jeden irgend wie interessant und lehrreich.

    Einen schönen Sonntag noch!

    Oiseau

  • Hallo Oiseau,
    will mal versuchen auf deine Frage zu antworten.
    Was tue ich, um wieder mit mir ins reine zu kommen, glücklich zu werden?
    Ich glaube, nein ich weiss, dass ich das schon die ganzen Jahre versucht habe.
    Ich habe Sport getrieben, war in Kursen unterwegs, habe verschiedenes mit meinen Kindern unternommen, bin schlließlich im jahrelangen Ehrenamt hängengeblieben - alles Versuche, mich abzulenken, von zuhause weg zu kommen, für mich leben.
    Das ist jetzt nicht mehr das, was ich brauche.
    Abendliches Badevergnügen ist Gewohnheit geworden. Entspannt aber trotzdem immer wieder.
    Aber - glücklicher - ? - Ich denke glücklich macht mich im Moment nur das "richtige" Kommunizieren mit meinem Mann. So wie heute morgen, wo wir einen, wenn auch kleinen, Schritt weitergekommen sind. Da stört mich dann auch meine zur zeitige Schwäche nicht mehr.
    Liebe Grüße, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Danke, Gotti,

    für deine guten Tipps.

    Baden tut immer gut. Bewegung, wie bokins mir empfohlen hat, brauche ich auch, nehme mir aber zu selten Zeit dazu. Heute habe ich einen schönen Windspaziergang gemacht. Das macht den Kopf frei.

    Sich in Aktivitäten flüchten: Naja, das lenkt wenigstens ab, aber helfen kann es mir nicht wirklich.

    Wenn du schreibst, dass dich nur das richtige Kommunizieren mit deinem Mann glücklich macht, dann klingt das für mich total nach Co-Abhängigkeit. Das ist es ja gerade: Wie schaffe ich es/ wie schaffst du es, auch, wenn es nicht klappt mit der Kommunikation oder wenn es halt nur langsam bergauf geht, dich dennoch wohl zu fühlen? Das wäre ja das Ziel unseres Forums hier. Nur: Wer von uns allen, die wir Angehörige sind, schafft das wirklich???

    Mir hilft immer, mich mit einer Freundin zu treffen, aber nichts hilft dagegen, dass einem immer und immer wieder der Partner im Kopf umherschwirrt.

    Auch, wenn ich es schaffe, dass es mir zwischendurch gut geht, so kann ich doch die Gedanken nie ganz abstellen oder so lenken, dass sie nicht wenigstens ein bisschen mit Zukunftsangst, mit Sorgen usw. besetzt sind.

    Ja, und je näher die Rückkehr meines Partners aus der Kur naht (ein paar Tage nur noch...), desto nervöser werde ich. Einerseits freue ich mich sehr auf ihn, wirklich, und ich bin mir sicher, dass die erste Zeit wahrscheinlich kein Rückfall droht.

    Dennoch: Ich bin nervös, wenn ich morgens aufwache, sind meine Hände ganz verkrampft, als ob ich etwas darin krampfhaft festhalten will. Ich beiße die Kiefer aufeinander, ich kann nicht so gut mit anderen kommunizieren - ich bin einfach neben mir.

    Auch das tausendfache innerliche Sagen: Denk nicht so viel an die Zukunft, es kommt eh ganz anders als du denktst, hilft nicht wirklich.

    Also, es geht mir heute nicht besonders gut. Trotz des Spaziergangs und der Gespräche mit meiner Freundin.

    Ich grüße euch und lese weiter fleißg hier und ich sehe, dass es manchem von euch ja viel schlimmer geht als mir. :oops:

    Eure Oiseau

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