Wie soll ich mich verhalten?

  • Hallo, bokins,

    habt ihr nach der Lektüre des Buches miteinander geredet? Wenn das Reden da geklappt hat, wäre es dann nicht eine gute Idee, noch einmal ein interessantes Buch zu dem Thema zu kaufen und ihm hinzulegen??? Manchmal brauchen ja Männer einen Anlass, an dem sie sich "aufhängen" können. Oder? :)

    Uns geht es soweit gut. Im Moment planen wir ganz viel und das macht Spaß und Laune und man kann sich gemeinsam auf etwas freuen. Aber es hat auch immer jeder seine eigenen Stunden für sich, oder wir sitzen zusammen und lesen, jeder für sich. Manchmal unterbrechen wir die Lektüre und tauschen uns aus. Wir genießen die Zeit zusammen, aber auch allein. Er beschäftigt sich auch ganz viel mit dem Thema Depression, nicht nur in Form von Ratgeberbüchern, sondern richtig wissenschaftlich. Da recherchiert er viel. Ich finde es total gut, dass er sich endlich mit sich selbst und seiner Vergangenheit und Familienstruktur auseinandersetzt! Obwohl es weh tut!!! Das bringt uns beide weiter. Von daher muss ich sagen, dass die Kur sehr hilfreich war.

    Ich gewinne auch langsam wieder Vertrauen.

    Dennoch ist natürlich ein Rest der Angst vorm Alkohol immer noch da. Ich trinke überhaupt nichts mehr, habe aber ein paar alkoholische Ostereier in meinem Zimmer liegen und nasche ab und zu. :oops:

    Morgen muss ich auch wieder arbeiten und bin gespannt, wie es so im Alltag mit uns läuft.

    Ich grüße euch alle und wünsche euch ganz viel Glück in der neuen Woche.

    Oiseau

  • Liebe Juliane,

    ich hoffe, dir und euch geht es gut? Wie ist denn so der Stand bei euch? Verlaufen die Wochenenden harmonisch? Redet ihr miteinander? Kannst du ihm vertrauen? Wie lenkst du dich die Woche über ab? Ich denke oft an dich und finde es sehr beachtlich, was ihr alles versucht, um eure Beziehung zu retten!!! Hut ab vor so viel Durchhaltevermögen und Bemühen! Und ich wünsche dir wirklich nur Glück und gutes Gelingen!!

    Bis bald mal,

    Oiseau. :D

  • Hallo Oiseau,

    Bücher über dieses Thema, und auch über Depressionen, traumatische Erlebnisbewältigung etc. hat mein Mann schon eine ganze Menge. Manchmal reden wir auch darüber, aber er liest auch oft so hoch wissenschaftlich-psychologische Bücher, dass ich ihm nicht immer folgen kann, wenn ich die Bücher nicht selber lese. Und leider fehlt mir die Zeit dazu.. :oops:
    Ich finde es sehr schön dass es Dir/Euch gut geht! Bei uns ist im Moment ein ganz anderes Problem aufgetaucht: Mein Mann kann nicht in die Klinik, die er sich ausgesucht hat. Seine Krankenkasse hat bereits die 2. Klinik abgeleht, warum auch immer. Er ist momentan sehr niedergeschlagen. Meine Angst vor einem Rückfall wächst zusehends.
    Aber mich bauen Deine Wort immer auf, denn ich sehe, dass es doch zu einem guten Ende kommen kann. Wenn die ganzen "Altlasten" im Leben der Männer nicht wären :roll: ! Lieben Gruß und eine harmonische Woche wünsche ich Dir, bokins

  • Liebe bokins,

    ich kann mir gut vorstellen, wie es für dich sein muss, auf einen Bescheid wegen einer Kur zu warten, denn das haben wir auch hinter uns. Mein Partner bekam zwar relativ schnell eine Klinik genannt und seine Zusage, aber dann musste er fast ein halbes (!!) Jahr warten, bis er fahren konnte! Die letzten Wochen der Ungewissheit waren für ihn und mich fast nicht mehr erträglich!!!!

    Ich habe allerdings keine Ahnung, inwieweit man Einflussmöglichkeiten bezüglich eines Klinikortes hat. Geht doch mal zur Krankenkasse und macht denen die Dringlichkeit der Situation klar. Andrerseits: Vielleicht ist es einfach nicht so gut, wenn man sich auf eine bestimmte Klinik versteift. Es gibt bestimmt viele gute Kliniken, und er soll halt versuchen, das Beste draus zu machen.

    Wichtig erscheint mir, dass du hinter ihm stehst, aber auch gleichzeitig damit rechnest, dass es ihm vielleicht demnächst nicht so gut gehen könnte, eben weil die Warterei zermürbend ist. Stärk du dich, lenk dich ab, geh raus, mach etwas für dein Selbstvertrauen und tu Dinge, die dir guttun.

    Ich wünsche euch so sehr, dass die Warterei bald ein Ende hat.

    Zu den Altlasten kann ich nur sagen: Ich habe auch welche!! :oops:
    Und ich stehe dazu. Es zeigt, dass man gelebt hat. Ich denke dabei nämlich nicht nur an die negativen, sondern durchaus auch an die positiven Altlasten! :lol:

    Viel Glück euch beiden!

    Osieau.

  • Hallo Oiseau,

    ich hoffe, bei Dir läuft alles rund?! Habe länger nichts von Dir gelesen, fange schon an, mir ein bisschen Sorgen zu machen...

    Habe gerade in einem anderen Thread angemerkt, dass ich vielleicht schon ein wenig "Forumsüchtig" bin, ich schaue jeden Tag mal rein, auch mal länger, auch mal sehr lang.., und meine Arbeit leidet darunter, vielleicht ging es Dir ja auch so. Aber gerade wegen des Suchtverhaltens unserer Partner sind wir ja hier, komisch.
    Eine gute Nachricht habe ich, mein Mann hat eine gute Klinik empfohlen bekommen, und bekommt die Therapie auch von der Kasse bezahlt. Hoffe dass es bald anläuft, die Warterei ist zermürbend.

    lG bokins

  • Liebe bokins,

    habe mich gefreut wieder von dir zu lesen!!

    Das ist ja wunderbar, dass dein Mann die Kurzusage hat. Das ist schon mal ein großer Vorteil. Natürlich wünsche ich euch, dass er möglichst bald fahren kann und ihr nicht so lange warten müsst wie wir! Das war in der Tat zermürbend. Leider kannte ich damals das forum noch nicht, bzw. traute mich noch nicht mich anzumelden. Seit ich das forum kenne, bin ich viel gelassener. Also, sei froh, dass du hierher gefunden hast.

    Klar: Das kenne ich auch, dass ich eigentlich arbeiten sollte und am PC sitze, und dann eben mal so hier reinschaue. Auch ohne sich anzumelden kann man hier wunderbar lesen und zum eigenen Schicksal Vergleiche ziehen und sich in Gedanken Antworten auf die vielen Schicksalsschilderungen ausdenken. Nur leider fehlt mir die Zeit, diese Antworten auch alle zu schreiben... Schade! Ich glaube schon auch, dass mir im Moment ohne das forum etwas Entscheidendes fehlen würde, nur nenne ich es nicht Sucht, sondern die Möglichkeit sich Rat und Hilfe und Orientierung zu suchen. Die haben wir Cos auch soooo dringend nötig, auch die Solidarität unter den Schreibenden tut gut. Also, hab bloß kein schlechtes Gewissen!! Du wirst schon merken, wenn du wieder arbeiten musst! Denke ich mir, so wie ich dich einschätze. Sieh es mal so, dass du dir etwas holst, was du dringend brauchst nach den schweren Jahren!!!! Das steht dir zu! :)

    Ich hatte in den letzten Tagen zwar Zeit hier mal hin und wieder reinzuschauen, aber keine rechte Muße zum Schreiben. Außerdem läuft alles nach wie vor sehr gut mit uns. Ich bin etwas gesundheitlich angeschlagen und leicht müde, aber wir arrangieren uns prima.

    Aber ich werde auf alle Fälle versuchen, wieder regelmäßiger zu schreiben.

    Euch wünsche ich wirklich alles Gute, und halte durch!!! Es lohnt sich bestimmt für später! Sei guten Mutes!

    Liebe Grüße und gute Nacht!

    Oiseau.

  • Hallo Oiseau,

    danke füe Deine wieder mal aufmunternden Worte! Du hast ja Recht, ausser hier im Forum erfahre ich keinen Austausch über meine Lage. Muss ich halt abends und am Wochendende ein paar Extraschichten einlegen...Ich bin ja eh ein kleiner Workaholic (wie meine Familie mich manchmal nennt), und siehst Du, schon wieder eine "Sucht"-parallele. Vielleicht sind wir CO`s ja auch alle tendenziell suchtgefährdet.
    Dir/Euch ein schönes Wochenende und viele entspannte Stunden! bokins

  • Liebe bokins,

    das mit der Sucht hat mich schon oft beschäftigt und tut es immer wieder. Ich habe z.B. festgestellt, dass ich immer Partner hatte, die süchtig waren, bis auf einen! Die Süchte waren allerdings ganz verschieden. Einer war auch angehender Alkoholiker, einer arbeitssüchtig, einer sammelsüchtig. Ja, das ist schon merkwürdig. Ich bin aber bisher nicht dahinter gekommen, warum ich mir anscheinend Partner suche, die so sind. Sie haben alle irgend wie auch keinerlei Ähnlichkeit miteinander. Das wäre ein interessantes Thema für die Therapie. In meiner Familie gab es keine (für mich erkennbaren) Süchte. Klar, mein Vater hat früher geraucht, es aber in meiner Jugend aufgegeben. Alkohol trank er immer wenig, war schon nach seinem Feierabendbier blau, eine Flasche reichte. Da erinnere ich mich allerdings daran, dass ich es hasste, wenn er kleine Augen bekam und nach Bier roch. Süchte ansonsten: Keine! Ich weiß es nicht. Hast du dir schon mal darüber Gedanken gemacht?

    Was mir mal aufgefallen ist: Ich mag Menschen, die sich für bestimmte Dinge voll und ganz einsetzen, sich begeistern können! Kann es sein, dass solche Menschen besonders zu Süchten neigen???? Hat irgend jemand im Forum diesbezüglich Erfahrungen und Beobachtungen gemacht? Das wäre mal sehr interessant!!!

    Die Sucht, die ich selbst habe, ist wahrscheinlich die, dass ich gemocht werden will, so wie ich bin. Ich leide schrecklich, wenn ich merke, dass Menschen mich nicht mögen. Und da das im Leben ja öfter passiert, was jeder weiß und kennt, leide ich eben sehr oft, fühle mich unwohl, beobachtet, unsicher, unglücklich, unfrei - sowie ich merke, dass mich jemand ablehnt. Ich habe dafür wohl auch ziemliche Antennen entwickelt, spüre jede "Welle". Das belastet ungemein, und ich bin oft nicht wirklich frei in meinem Verhalten. Scheußlich ist das! Letztendlich müsste ich hier mit einer Therapie ansetzen, aber ich versuche immer auch allein, weiterzukommen. (Motto: Nimm dich nicht so wichtig, die anderen sind auch nicht fehlerlos, wenigstens einige mögen dich...) Ja, irgend wie hat das doch auch mit Sucht zu tun. Da kommt dann automatisch die Frage: Warum gerade der Partner, warum nicht ein anderer?

    Vielleicht hat ein Süchtiger, in diesem Fall ein Alkoholiker, Fähigkeiten, sich in einen anderen hineinzuversetzen, ihn eher mit seinen Schwächen anzunehmen als andere es könnten, ihm eher zuzuhören?! Jedenfalls ist mein Partner so, denke ich. So gesehen unterstützt er auch meine eigene Sucht (wenn es denn eine ist). Ich weiß nicht, ob ich mich verständlich ausgedrückt habe, es ist so schwierig zu formulieren, und zu viel will ich ja auch nicht preisgeben hier im öffentlichen Forum.

    Falls jemand ähnliche Gedanken hat oder Ideen hierzu würde ich mich sehr freuen davon zu lesen.

    Bokins, Süchtige (du als workaholic) sind wohl wirklich auch für andere Süchte empfänglich. Gibt es nicht auch so was wie eine Suchtverlagerung? Wenn eine Sucht "ausfällt", "abgestellt" wird, wird sie schnell durch eine neue ersetzt.

    Will man damit eine Leere in einem selbst füllen? Will man damit unangenehme Gedanken und Emotionen aus seinem Leben überdecken? Will man damit sich selbst was Gutes tun, weil es andere nicht tun (können)?

    Alles interessante Fragen, oder?

    Ich wünsche allen einen sonnigen Sonntag!

    Oiseau.

  • Hallo Oiseau!

    Frage dich erst mal, ob du dich selbst liebst mit all deinen stärken und schwächen.
    Ich habe für mich festgestellt, das ich erst mal meine eigenen bedürnisse zufrieden stellen muss und nicht darauf warten, das andere es für mich machen.
    Ich unterscheide, wo kann ich was ändern und wo nicht.
    Es werden immer wieder störungen auftreten, womit ich nicht zufrieden sein kann, aber ich horche in mich herein und frage mich, warum es ungute gefühle in mir auslöst.
    Unglücklich und unzufrieden bist du nur, wenn du dich ständig auf das konzentrierst, was dir fehlt, dich bedauerst und klagst …. In dem Moment, in dem du dir bewusst machst, was du alles besitzt, wächst deine Zufriedenheit.
    Ich weiss von mir , das ich noch an mir arbeiten muss um einige dinge abzustellen, aber ich setze mich dabei nicht unter druck, sondern versuche schritt für schritt daran zu arbeiten.
    Dafür nehme ich mir alle zeit der welt, denn ich weiss, wie lange ich nach meiner saufzeit ( ca. 3jahre )brauchte um mich so anzunehemen wie ich bin.

    Es grüsst dich recht herzlich heinrich

    Der Mensch muss sich verändern wollen.
    Sonst ist jedes Bemühen sinnlos, jedes Wort zuviel und jede Anstrengung vergebens.

  • Hallo Oiseau,
    da hast du mir mal wieder ganz schön was zum Denken gegeben!
    Ich denke, ich möchte auch sehr gerne von allen geliebt werden. Das hat schon als kleines Kind angefangen. Als die Kleinere war ich da sicher auch im Vorteil. Und wenn auf der Arbeit das nicht so klappt, gehts mir auch schlecht.
    Mein Mann sollte mich dann auch immer gern haben. Vlt. habe ich deshalb alles ertragen?
    Bin ich deshalb auch eine "Gluckenmutter" geworden, dass mich meine Kinder immer mögen?
    Das ist sicher als "Sucht" zu betrachten. Ich werde es bei der Thera. mal ansprechen. Wenn wir nicht sowieso dorthin kommen.
    Welche Leere will ich damit füllen?
    Wirklich alles interessante Fragen, nicht so leicht zu beantworten.
    Vlt. hat noch ein anderer Ideen.

    Dir noch einen gemütlichen Sonntagabend und einen guten Wochenanfang
    LG Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo, Heinrich,

    ja! Ich habe Schwierigkeiten, mich immer so zu akzeptieren, wie ich bin. Das ist mir bewusst. Ich arbeite sehr daran, über den Dingen zu stehen, mich nicht immer selbst so negativ und kritisch zu beurteilen. Aber es ist ein langer Weg. Da hilft es wirklich, sich immer mal wieder darauf zu besinnen, was alles gut ist an meinem Leben, was ich alles besitze, wofür ich dankbar sein kann. Da gibt es sehr vieles!!! Auch das Erlernen der Meditationstechnik ist bestimmt geeignet, mein Leben positiv zu bereichern. Konzentration auf das Jetzt, nicht auf die Vergangenheit, nicht auf die Zukunft! Das ist so ziemlich das Schwierigste, was ich mir in den letzten Jahren vorgenommen habe. Unglaublich, wie oft man gedanklich nicht in der Gegenwart ist!!! :shock: Hast du selbst eine bestimmte Technik bei der Erarbeitung deines Selbstvertrauens?

    Liebe Gotti,

    die "Blumen" kann ich nur an dich zurückgeben!!! Wie oft hast du mich schon zum Grübeln gebracht, und das beziehe ich nicht nur auf die Einkaufswagengeschichte!! :lol:

    Naja, auch als Mutter fällt es mir schwer zu ertragen, wenn meine Kinder böse auf mich sind. Das kenne ich auch.

    Schwierig finde ich im Moment die Abgrenzung der Arten von Abhängigkeit: Wo handelt es sich um eine Sucht, die evtl. mit der Co-Abhängigkeit gekoppelt ist? Oder: Ist es nur eine Co-Abhängigkeit, weil ich sowieso abhängig bin von anderen Menschen? Entwickele ich bei allen Menschen, die mir nahe sind, eine Art (Co-)Abhängigkeit? Also, im Moment erscheint mir alles sehr schwierig, ich muss vielleicht mal alles aufschreiben und ordnen.

    Was ist eigentlich aus deinen Tagebuchabsichten geworden? Hast du schon ein Büchlein eingeweiht? Viel Erfolg damit!

    Ansonsten: Schönen Wochenanfang und bis bald!

    Oiseau

  • Hallo,

    mir gehen so Gedanken durch den Kopf, die ich gern mit euch teilen würde. Eigentlich mehr Ängste oder Befürchtungen, Unsicherheiten.

    Die Schwester meines Lebensgefährten ist selbst trockene Alkoholikerin. Sie hat ein Kind, ist allein erziehend, und hat irgend wann für sich beschlossen, keinen Alkohol mehr zu trinken, um dem Kind ein gutes Vorbild zu sein und für es dasein zu können. Ich finde diese Stärke sehr lobenswert. Sie hat es allein geschaft, indem sie einfach nichts mehr getrunken hat, allen Alk weggegeben hat und auch keinen neuen mehr kauft, außer für Besuch, und den Rest schüttet sie dann weg.
    Jetzt war mein Partner mal seit lamgem wieder bei ihr und erzählte, dass sie nach wie vor trocken sei, aber ganz selten, bei besonderen Anlässen, zu denen sie eingeladen ist, sich EIN einziges Glas Sekt "gönnt", das ist alles. Mir wurde gleich heiß und kalt, als ich das hörte, denn wie wir alle wissen, funktioniert das "kontrollierte" Trinken wohl so gut wie nie! Bei ihr scheint es zu klappen, sie ist da vielleicht eine Ausnahme, ich weiß es nicht, und um sie mache ich mir auch überhaupt keine Sorgen. Sie steht mir nicht nah!

    Aber mein Partner hängt an seiner Schweste, hat einen guten Draht zu ihr. Wenn er nun sieht, dass es bei ihr funktioniert, dann könnte er das irgend wann zum Anlass nehmen, es auch zu probieren. Ich wusste, als er es mir erzählte, auch erst überhaupt nicht, wie ich reagieren sollte. Das, was ich sagte, forderte wohl auch seinen "Trotz" heraus, denn er reagierte irgend wie genervt. (So, als ob er sagen wollte: Du kannst doch gar nicht mitreden!) Ich weiß, ich rede über ungelegte Eier, aber dennoch belastet mich das irgend wie. Ich würde ihm gern sagen, dass ich mir darüber Sorgen mache. Ab und zu klappten Gespräche mit ihm gut, das habe ich ja schon berichtet. Aber manchmal eben nicht, dann reagiert er genervt, fast wie früher. Dabei spreche ich eher selten über Alkohol, sondern warte lieber, bis er darüber redet oder es sich ergibt. Aber sollte man nicht auch über Gefährdungen sprechen können?

    Ich muss noch anfügen, dass es seine Schwester war, zu der er immer gefahren ist, wenn er sich die Kante gab, sie besorgte ihm sogar manchmal Bier, um ihn nicht Auto fahren zu lassen, etwas, was ich niemals gemacht habe! Irgend wie fürchte ich, dass sie für ihn so eine Art Vorbildfunktion hat und er dann eben auch nachahmungsgefährdet ist.

    Es grüßt euch ein etwas verunsicherte

    Oiseau. :?

  • Hallo Oiseau,
    ich als trockener Alkoholiker kann Dir sagen, es gibt kein kontrolliertes Trinken für einen Alkoholiker!!!

    Es wird zwangsläufig immer wieder dahin zurückführen,das es meist noch extremer wird,als wie zu dem Zeitpunkt wann aufgehört wurde!!

    Also lass Dir da kein Schwachsinn ins Ohr setzen,und das dein Partner das so vehement verteidigt,sollte dich aufhorchen lassen!!

    Seine Schwester war nie"trocken"!

    Es war also lediglich,"ein nur nicht trinken"!

    Zitat

    Sie hat es allein geschaft, indem sie einfach nichts mehr getrunken hat, allen Alk weggegeben hat und auch keinen neuen mehr kauft, außer für Besuch, und den Rest schüttet sie dann weg.

    Jenes ist Alkohol aus"zweiter Hand"ein trockener Alkoholiker der auch sein Leben fernab jeglichen Alkoholkonsums wieder geordnet hat,würde es nie zulassen,das bei Ihm Zuhause Alkohol konsumiert wird,zumindest nicht jemand,der gänzlich mit dem Suchtmittel gebrochen hat!

    Also,lass Dir da nichts erzählen,ich kann deine Unsicherheit vollendst verstehen,denn sie ist durchaus berechtigt!!!!

    Gruß Andi

  • Hallo Oiseau,
    das kann ich auch gut nachvollziehen, was da bei dir abläuft.
    Sowas muss ja beunruhigen, so lange ist dein Mann ja auch noch nicht trocken. Und die gereizte Reaktion hätte mein Mann auf jeden Fall auch gebracht. Naja, letztes Mal war er noch ziemlich ruhig, als ich mit den alk. Saucen und Essig usw. angefangen habe. Aber, er meint eben auch, dass er jetzt schon alles weiss, über allem steht.
    Da hilft nur hoffen und beten. Und Geduld haben. Und! Sich ablenken. An uns denken!

    Ach ja! Mein Tagebuch ist schon drei Tage alt und mit vier Seiten gefüllt. Nur die Schönschrift lässt zu wünschen übrig. :oops: Meine alten haben eine viel hübschere Schrift. (Damals, so mit 18 Jahren :)

    Ich wünsche dir eine gute, entspannte Nacht ohne viele Sorgengedanken.
    LG Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo Oiseau,

    ich kann gut verstehen, dass Du Angst hat, er koennte zurueckfallen.

    Dein Mann muss erstmal die Balance in der Realitaet wiederfinden. Bei einer Therapie fuehlen sich die meisten noch sehr stark, aber zum Teil ist das ja nicht das wahre Leben und jetzt ist er halt in der Realitaet und da gibt es manchmal leider auch Menschen, die ihm vielleicht solche Wuermer ins Ohr setzen. Es ist liegt jetzt in seinen Haenden das umzusetzen was er in der Therapie gelernt hat und die Wahrheit von den Luegen zu unterscheiden und fuer sich zu entscheiden, was ihm wirklich wichtig ist, der Alkohol oder sein Leben.

    Liebe Oiseau, vielleicht findest Du derzeit irgendwas fuer Dich damit Du Deinen Blick und Deine Konzentration auf etwas anderes wirfst.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Morgen Oiseau,

    Trocken werden ist nicht schwer.
    Trocken bleiben dagegen sehr.

    Das ist, als wenn man in der Einbahnstrasse falschherum fährt. Aber nach einiger Zeit gewöhnt man sich an den Gegenverkehr.

    Unsere Männer müssen ihre eigene Spur finden!

    LG

    vergissmeinnicht

  • Hallo Oiseau,

    nicht schön zu lesen, was Du schreibst :? . Es stimmt, es gibt kein "Dazwischen", kein kontrolliertes Trinken. Ob seine Schwester den Akt schafft, war Sie wirklich Alkoholikerin? Oder hat sie nur mal gedacht zuviel zu trinken? Ich finde die Entscheidung sehr schwierig, denn wenn ich so überlege, habe ich auch lange Zeit ein oder zwei Glas Wein/Bier täglich getrunken, ohne von mir behaupten zu wollen, ich sei Alkoholikerin. Die AA´s sehen das anders. Da ist ja jeder schon Alkoholiker der gern Weißweintorten ist. O.K., die trockenen Alkoholiker werden mich jetzt stirnrunzelnd beäugen, klar. Es ist halt schwierig die Grenze zu ziehen. Aber eines ist uns gewiss: Unsere Männer sind Alkoholiker. Und das ist das Wichtigste. Hat seine Schwester denn eine SHG besucht, oder besucht sie noch eine? Weiß sie tatsächlich was es bedeutet ein Alkoholiker zu sein? Gib ihr das Buch zu lesen, was unsere Männer auch gelesen haben!! Versuch mit ihr zu reden, ohne dass Dein Mann dabei ist, sie darf das Alkoholproblem ihm gegenüber nicht verharmlosen, indem sie ihrem Bruder die Möglichkeit eines kontrollierbares Trinkens vorgaukelt ! Ich an Deiner Stelle würde alles daran setzen, die Gefahr nicht zuzulassen. Jetzt, wo ihr schon so weit seit. Klar, hier spricht wieder die typische CO-Abhängige, aber ich meine ja nicht, das Du dein schützendes Mäntelchen über ihn hängst, sondern das Du die Gefahr, die hier lauert ganz bewusst erkennst und versuchst zu bekämpfen. Dazu gehören dann vielleicht auch wieder ein paar sehr unangenehme Gespräche. Aber es geht hier um Dein Wohl. Du fühlst Dich nicht gut dabei, versuch das zu klären, auch wenn alle Beteiligten sich "auf den Schlips" getreten fühlen. Du musst Deine Ängste und Bedenken ihm gegenüber äußern. Frag ihn doch mal, was er, speziell nach der Lektüren des Buches, darüber denkt, dass seine Schwester manchmal trinkt.

    Bei Deinen Worten wurden meine Knie auch ganz schwach, denn ich habe die Situation auf mich übertragen. Das Abrutsschen meines Mannes in ein "ach, manchmal könnte ich vielleicht auch ein Gläschen" hatte ich zu oft. Das werde ich für mich nicht mehr zulassen.

    Ich drück Dich in Gedanken,Kopf hoch! bokins

  • Hallo, Andi, Gotti, vergissmeinnicht, bokins und Jenny,

    danke für all eure wirklich lieben und aufmunternden Antworten. Das tut mir sehr gut.

    Dass es kein kontrolliertes Trinken gibt, weiß ich. Meine Angst geht eben dahin, dass er es sich bei seiner Schwester abgucken könnte, weil es bei ihr ja angeblich klappt. Allerdings: Im Moment besteht keinerlei Hinweis darauf, dass es auch so geschehen könnte. Aber: Holzauge, sei wachsam! Lieber vorher aktiv werden als zu spät. Mein Partner verteidigt das Vorgehen seiner Schwester auch nicht direkt, aber er will eben auch nicht darüber diskutieren. Das wiederum nagt an mir, ist ja klar. Ich hoffe, ich finde diese Tage mal eine günstige Gelegenheit zu einem Gespräch mit ihm. Ist komisch, dass ich dabei so darauf achte, wie gerade die Stimmung ist. An manchen Tagen traue ich mich gar nicht bestimmte Themen anzusprechen. Eigentlich ist das auch etwas, was mich maßlos stört: Ich würde gern immer jedes Thema anschneiden können, ohne mir vorher lang und breit zu überlegen, ob die Zeit gerad günstig ist oder nicht.

    Seine Schwester hat mir erzählt, sie sei auch Alkoholikerin! Ob sie es denn wirklich ist, weiß ich nicht, ich sehe sie selten und kenne sie nicht so gut. Es kann natürlich sein, dass sie "nur" manchmal zu viel getrunken hat, also nicht wirklich süchtig ist. Die Grenzen könnte ich auch nicht ziehen. Eine SHG besucht sie nicht. Sie ist nicht der Typ dazu, macht viel mit sich allein aus. Aber die Idee mit dem Buch ist mir auch schon gekommen, bokins. Ich werde ihr das Buch beim nächsten Mal mitbringen und sie bitten, es zu lesen. Vielleicht bewirkt es ja einen Aha-Effekt und sie weiß dann auch, wie es um ihren Bruder bestellt ist. Wäre ja wünschenswert. Wenn ich sie allein sprechen kann, werde ich es tun. Ob das allerdings viel bringt, weiß ich nicht. (Sie ist ja auch co-abhängig.)

    @ Jenny: Das mit dem Balancefinden hast du gut ausgedrückt. Das merke ich an meinem Partner ganz deutlich. Er sucht seinen Weg! Ich selbst beschäftige mich schon sehr mit anderen Dingen, schon berufsmäßig ist das nicht anders möglich. Aber nachts kommen dann die wirren Träume und ich beiße die Zähne zusammen und ich verkrampfe die Hände - bin morgens wie gerädert. Würde gern reden, aber es ist nicht immer möglich, halt nur manchmal. Ich hoffe, es wird regelmäßiger möglich sein irgend wann!

    @ Gotti: Hey, toll, dass das mit dem Tagebuchschreiben geklappt hat! Das wird dir sicherlich guttun. Hauptsache, wir hier im Forum müssen dann nicht auf deine hilfreichen, tröstenden Beiträge verzichten! Das wäre sehr schade! :lol:

    Danke für eure Zeit und noch einen schönen Tag!

    Oiseau.

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