Tockenes Resümee eines Co's

  • Hallo Dagmar,
    schön daß dir so gut geht und in der Tat die liest dich ganz anders, positiv warst du voher auch aber jetzt spürt man daß du in deiner sache aufgehst und du dich gut fühlst. Toll! Wünsch dir weiterhin das allerbeste.
    Ganz liebe Grüße
    Nancy

  • hallo dagmar,

    ich helf dir mal gedanklich beim holz schleppen :P
    und dann setzen wir uns nacher schön vor den warmen ofen mit ner tasse cappu und den minkas.
    ach wär doch lustig. :lol:
    glg kathrin

  • Eigentlich wollte ich bei Mö was dazu schreiben, und mal wieder Beitrag verloren, weil Thema geschlossen.....

    Ja, liebe Mö, da sitzen nun zwei geschiedene auf der Couch und bemittleiden sich in ihrem Alkkonsum. Aber ist das nicht der übliche Weg des Alks - heute schlagen, morgen gemeinsam weinen? Ist das nicht das, was auch wir in Beziehungen gelebt haben: saufen, streiten, verzeihen, hoffen und dann doch wieder saufen, streiten, .....

    Ein Familiengeheimnis gepräft von Alk und Gewalt über drei Generationen hin verteilt. Kinder, die kränker werden von Generation zu Generation. Die verlassen und verloren sind, wenn keine Erwachsenen sich mit dem Jugendamt in Verbindung setzen. Kinder, deren Leben jetzt schon vorgezeichnet sein dürfte durch psychische Krankheiten oder Sucht.

    Es ist einfach nur grausam, und umso wertvoller für jeden Menschen, der sich traut aus eben solchen Systemen auszusteigen. Diese Senioren saßen da also gemeinsam auf der Couch und konnten sich und ihr Leben beweinen, in welchem sie sich gegenseitig verletzten ohne Ende. Schade nur, dass vermeintlich keiner von beiden auf die Idee kam auch nur in einem Satz die verletzten Kinder einzubeziehen.

    Alk eben ....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Dagmar

    Wenn ich Dich so schreiben lese hier,läuft es mir immer ganz kalt den Rücken runter.
    Ich vergleiche mich als früher nassen Alkoholiker immer mit dem,was Du selbst erlebt hast....
    Vieles ist mir von damals noch ganz gegenwärtig.
    Mir hilft das mitlesen hier auch,um nichts zu vergessen;um nichts zu verdrängen und um zu verstehen,wie es meiner Frau gegangen ist.

    Macht mich jedesmal ganz nachdenklich.

    Alles Gute für Dich.

    Lütze

    Trocken seit 2.11.2007

  • Hallo, liebe Olive,
    danke für das Kompliment :) Glaub mir, Deine Wanderschuhe sind schon fitter als Du denkst :)

    Ach, lieber Lütze,
    es ist gut, dass Du Dir Gedanken machst was die Sucht bewirkt, aber ich bin mir sehr sicher, dass die wenigsten Alkoholiker tatsächlich so ein Level erreichen und so! ausleben, wie ich es erlebt habe.

    Ich denke nämlich, lieber Lütze, auch wenn die Sucht ähnlich endet (wohl mit dem Tod) gibt es Dinge die den Menschen begleiten, Dinge die im Elternhaus vermittelt wurden und Gefühle, die eben auch vermittelt oder nicht vermittelt wurden.

    Wie viele von Euch, die trocken sind, haben selber gemerkt dass etwas nicht stimmt und sind aktiv geworden. Die meisten dürften keine Probleme mit Polizei oder Rockgergruppen bekommen haben, weil einfach andere Fundamente da sind.

    Ich will damit nur sagen, dass ich ein ganz komisches Gefühl bei Deinen Zeilen hatte. Auf der anderen Seite schön, dass ein Alkoholiker vielleicht etwas nachvollziehen kann was in seinem Umfeld vorgeht. Dennoch möchte ich keinesfalls! jeden alkoholkranken Menschen über einen Kamm scheren.

    Je nachdem, wie früh jemand erwacht ist er noch "normal" oder aber schon ein "Charakterschwein" geworden mit toxischen Vergiftungen. Und ich denke der Punkt wann, der eben individuell ist, der entscheidet dann wie tief jemand sinkt.

    Lütze, sei stolz auf Dich, was Du geschafft hast. Schön dass Eure Beziehung Bestand hatte. Ich freue mich wenn Du "mich liest" um auf Deinem Weg zu bleiben :) - ich glaube aber so manches kannst Du ganz bewußt als Nicht-Deine-Aktion betrachten :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach ja, liebe Mö,
    gut, wie beide haben nicht mitgetrunken, liebe Mö, eigentlich aber umso schlimmer dass wir nicht blicken konnte was läuft - mit uns - über uns und durch uns. Uns haben wir nicht geschützt - dafür aber den Alkoholkranken und vor dem Aufwachen bewahrt.

    Weißt Du Mö, ich weiß auch nicht ob ich irgendwann wieder mal eine Beziehung führen werde, derzeit kann ich es mir nicht vorstellen, aber irgendwie ist das egal, denn wenn ich so richtig überlege, dann hätte ich immer gehofft der Partner ist der Retter.... jetzt versuche ich mich selber aus meinen Sümpfen zu ziehen,.

    Ja, liebe Kathrin, da werden wir beide aber die Kätzchen gut überreden müssen, den Platz vor dem Kamin zu teilen. Sie liegen abends zu 6 davor auf Rattancouchen, speziell für Katzen, Katzenbetten oder Lammfellen. Wenn ich mal vorbei möchte, muss ich ganz schön jonglieren mit meiner Rubensfigur :)

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Ach Mö,
    und wie ich das kenne :) erst müssen wir unseren Platz zurück erobern, dann trauen wir kaum uns zu bewegen, weil wir sie ja "vertrieben" haben :)

    Ich hatte wieder einen schönen Arbeitstag.

    Jedoch stelle ich fest, dass meine letzten Arbeitsjahre im Pflegeheim, ausbeuterische Zeit, und die Beziehung ihre Schatten hinterlassen haben. Es ist für mich sehr ungewohnt einen Chef um mich herum zu haben, der nie seine Laune an anderen auslässt, der noch ebensolche kindliche Freude wie ich zu haben scheint und der einfach voller Ideen steckt.

    In Beziehung und Arbeitsplatz habe ich beständig Druck erleben müssen, können, dürfen, Ausbeutung und auch schlechte Behandlung von Senioren und Mitarbeitern in diesem Pflegeheim. In der alkoholkranken Beziehung war der Partner nicht in der Lage Freude zu empfinden sondern ein Wutbrocken. Bei Frauen hatte ich noch nie das Problem, wohl eben deshalb, weil viele Frauen diesbezüglich eher "ein friedlicheres Level haben" oder einfach der Umgang über Worte leichter und schneller möglich ist. Egal ob man sich mag oder nicht, in Worten kann man / frau das schneller abstecken.

    Echt, es ist für mich ungewöhnlich und gewohnheitsbedürftig. Ich weiß nun nicht wie ich das beschreiben soll weil es ja nichts schlechtes ist, aber es ist so anders. Ich komme mir auch einfach so vor, als wäre ich nicht mehr die von vor ein paar Monaten, obwohl ich noch eben diese bin. Mir fiel es in den letzten Jahren schwer spontan zu lachen, es passiert nun immer wieder und ich merke es erst danach.... Ich kann wieder einen Humor leben, der manchmal auf Sarkasmus verzichten kann, lange Jahre war das nicht möglich.

    Ich stelle mir vermutlich die Frage war das bis Juli 08 erlebte ein schlimmer Alptraum oder träume ich seit August 08 und habe Angst wach zu werden.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo, Ihr Lieben,
    hallo, liebe Mö,

    happy happy weekend :) ein Striezel wird gebacken, seit 5.00 Uhr (ich war zu früh wach) wird gewaschen und der Haushalt gemacht, Holz ect. und dies und das.

    Jippieh, nächste Woche Mittwoch habe ich frei weil der Steuerberater kommt und da unser Büro wohl überlaufen wird. Genial, weil ich viele Plusstunden habe.

    Das wird mein Tag: ohne einkaufen, Friseurtermin oder anderen Aktionen, die nächste Woche auf mich warten....

    Eigentlich würde ich gerne im Garten Unkraut rupfen um den Frühling zu bestechen, aber es soll ja doch wieder schneien....

    Ja, liebe Mö,
    man/frau wird entspannter ab dem Moment wo von außen nicht mehr die ständige Hab-Acht-Stellung gehalten werden kann. Ab dem Moment entkrampft sich der Körper und erlaubt wohl auch überhaupt ein Bauchgefühl zu spüren.

    In diesem Sinne:
    schönes Wochenende - trotz Regen :)

  • Du, ich dachte mal dass das aus dem österreichischen kommt. Es ist den Zutaten nach selbiges wie ein Hefezopf/Hefeteig.
    Mehl - ich nehme 550 seit dem ich in der "Branche" arbeite, Butter, Milch, Ei, Vanillezucker, Zucker und Hefe.

    Ich nehme beispielsweise Mohn- oder Nußfüllung und mache eine "Rolle".

    Heute habe ich kurzfristig umentschieden: aus dem Teig werden Streuselküchle gemacht, die eine Füllung a) Mohn und b) Marzipan bekommen :)

    Ich habe mich auch gefragt wieso statt Hefeteig Zopf oder Striezel. Ich glaube, Striezelform ist so wie bei einem Brot (ist ja eine gerollte Nussrolle auch).

    Lieben Gruß von Daggi

  • Hallo Dagmar, toll wie Du immer bäckst. Ich mcöhte heute auch noch einen Vanillekuchen backen, für meinen Opa, den ich morgen besuche. Hefeteig mag ich besonders gern. Habe immer das Gefühl das es meinem Bauch sehr gut tut...außerdem geht der immer so schön auf. Hefezopf (ohne Füllung) zumFrühstück, lecker. (Weizenvollkornmehl oder 1000er is noch besser)

    Ich lese grad bei Dir das Du schon wieder um 5 wach warst. Schläfst Du immer noch so kurz? Is das ein thema für Dich oder übergehst Du das. Der Schlaf is echt wichtig...weißt Du..?

    LG Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Ja, liebe Karotte, auch heute war ich um 5.00 Uhr wach, obwohl ich mir erlaubt hatte heute den Wecker direkt am Bett auszustellen. Aber ... ich war gestern abend tot und habe einfach nur vor dem Fernseher rumgelümmelt, deshalb war ich wohl auch dann um 5.00 Uhr schon so weit ausgeschlafen, dass ein nochmaliger Gang ins Bett eine Sünde gewesen wäre. Ist ja egal, wenn ich heute früher schlapp mache oder vor dem TV einschlafe --- nun darf ich wie ich mich fühle.

    Mehl 1050 er nehme ich im Regelfall für Nußgebäck oder dunkleres. eigentlich hatte ich den Tag auch anders verplant, aber hat sich so ergeben: Eier laufen ab, wenn Besuch kommt möchte ich nicht jedesmal backen, aber selbstgebackenes servieren (danke an den Tiefkühlschrank).

    Na ja, dann kommt noch das Schlafzimmer, welches ich wegen der Katzen heute auseinander-nehmen muss. War schon lange fällig, ich hatte keine Lust, nun muß ich :)

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe Elocin,
    ich habe nicht vor, über einen Striezel oder meine Aufräumaktionen einen Thread zu verfassen, das wäre doch wohl geklauter Webspace und unnötige Threads, die eh keinen interessieren dürften.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Ihr Lieben,
    nun war es mal wieder an der Zeit zu spüren dass sich einiges getan hat, ich mich in meinem wohnlichen Umfeld wohlfühle und auch der Arbeitsplatz (nach derzeitigem Gefühl) mir gut tut und ich diese Menschen dort wertschätze.

    Es kam am Wochenende eine SMS (wer hätte das früher mal gedacht, dass ich garnicht aufs Handy sehe und mir SMS'en oder Anrufe komplett egal sind?.

    Ich wurde gefragt, ob ich versehentlich den KFZ-Schein mitgenommen hätte, der seit meinem Auszug fehle. Er hoffe auf meine Rückantwort. Mit freundlichem Gruß und freundlicher Anrede....

    Nun, Höflichkeiten oder Grußformeln wurden in den letzen Monaten nicht ausgetauscht und nur durch Drohungen ersetzt, deshalb wollte ich mir die Mühe der Tipperei nicht machen (ich mag keine SMS) und antwortete kurz und knapp mit "Nein". Wie das jetzt interpretiert wird ist mir egal.

    Ja, ein Umzug ist halt doch mehr als einfach nur zu sagen "ich gehe". Da gehören Papiere dazu, Ummeldevorgänge und noch so vieles andere. Faszinierend war für mich zu spüren, wie geschickt es laufen kann und wohl die Jahre zuvor lief: Freundlicher Ton und "versehentlich" um auf keinen Fall selber die Person zu sein, die etwas vebummelt hat. Ich kann das alles zwar überhaupt nicht nachvollziehen, aber das muss ich wohl auch nicht.

    Ich sehe da einfach, wie souverän ich an meinen Umzug gegangen war, wo ich alle Papiere schon Wochen zuvor gesammelt habe und außer Haus geschafft habe. Die Korrespondenz schon vorbereitet, weil mir klar war, innerhalb der Umzugszeit kann man/frau ganz leicht den Kopf oder Papiere verlieren.

    Wenn es nicht so irrig wäre, dann würden diese ganzen Entlade- und Klingelaktionen bei mir im Hirn sagen: Kaum hat jemand geschnallt, dass es mir wieder gut geht und ich der Hartz4-Gefahr entgangen bin, da macht man wieder auf "Lieb Kind".

    Auf meinem Konto konnte ich schon einen Gehaltseingang feststellen. Grundsätzlich ja so und so - da Teilzeit - ein schmaler Lohn, aber ein schönes Gefühl zuverlässig Gehalt zu bekommen und wieder in "festen Arbeitgeberhänden" zu sein.

    Einfach schön, dort Menschen um mich zu haben, die mir gut tun. Einfach nur gut tun - egal, in welcher Position sie sind. Menschen, die ich achte, mit denen man auch mal einen dummen Spaß machen kann oder sich einfach konstruktive und kreative Gedanken machen kann.

    Genial finde ich die Zusammenarbeit mit meinem Chef in Sachen EDV. Beide machen wir das gerne, beide sind wir aber nicht die Vollprofis. Ich habe eine Rezeptdatenbank für die Bäckerei aufgebaut, kam aber im Punkt nicht weiter, dass alles nur eingeschränkt überschreibbar zu machen. Dafür kam mein Chef heute glückstrahlend "Schau, es geht".

    Nächster Punkt: mein Chef wisse auch nicht warum, aber zuweilen passiere dies oder jenes, das wusste ich nun wiederum. So macht es Spaß weil einfach einer dem anderen etwas mitteilen kann.

    Ich kann mich auch trauen "dumme" Fragen zu stellen. Aufgewachsen mit Strom fragte ich mich, warum Mühlen immer am Wasser gebaut wurden. Aufs einfachste kam ich nicht - die Energie -. Das weiß ich nun, bin klüger und niemand hat gelacht über diese dumme Frage. Keine Überheblichkeit oder ähnliches. Einfach schön.

    Mein Gott ich kann niemandem sagen wie froh ich bin über dieses andere Gefühl in mir, welches erwächst. Der Abstand der beginnt sich zu stärken, obwohl die Kontaktversuche wieder zu beginnen scheinen. Es ist in mir einfach dieses Gefühl da von "das was sich da vor meiner Haustüre abspielt" ist weit weg, auch wenn mir Lieferungen vors Haus gestellt werden.

    Das könnte natürlich auch daran liegen, dass ich nun noch weniger Zeit für mich selber habe und zu viele Gedanken Verschwendung wären.

    Ich stelle immer wieder fest, es musste wohl einfach zu dem Zeitpunkt so grausam kommen wie es gelaufen ist. Nichts mehr ist selbstverständlich für mich. Über alles, was unverhofft an Gutem kommt kann ich mich freuen wie ein kleines Kind. Eine Dankbarkeit, die ich in dieser Form früher nicht hatte.

    Oft noch gehe ich hier abends durchs Haus, in welchem die Duftlampen ihren Duft verbreiten und frisch gebackenes in der Küche liegt, und frage mich ob das wirklich alles wahr ist. Ruhige und traumlose Nächte, ausgeruhtes aufstehen und ein freudiger Gang zum Arbeitsplatz.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Dagmar!

    Es klingt schön bei Dir. Freu mich für dich.

    Hab jetzt nur eine Frage zu deinem letzten Satz, ruhige und traumlose Nächte, ausgeruhtes Aufstehen, wie lang hat das bei dir gedauert, bis du das wieder hattest? Es ist nicht so, daß ich so Schlimmes wie du erleben musste. Auch läuft unsere Trennung bis jetzt ruhig und vernünftig. Aber ich hab große Probleme mit dem Schlafen. Sehr unruhig, träume viel und wach früh wie gerädert auf. Oft wach ich auch alle zwei Stunden auf, kann schlecht wieder einschlafen.
    Ich kenn das nicht, normalerweise kannst mich mit dem Bett wegtragen und ich wach nicht auf.
    Hattest du das auch? Schreib doch bitte.

    julchen

  • Hey Dagmar, ne Rezeptdatenbank hätte ich auch gern und noch jede Menge anderer Datenbanken...aber das zeug is mir ein Rätsel mit 7 Siegeln...schade.
    Finde ich gut das Du nur mit Nein geantwortet hast, allerdings wäre auch das nicht wirklich vonnöten gewesen nach den ganzen Aktionen.

    Viele Grüße
    von Karotte
    der Katzen sich ständig kloppen...nerv

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Hallo, Ihr Lieben,
    ach Julchen, das hat gedauert mit dem schönen Schlaf. Während der 3 Monate Trennungsphase im gemeinsamen Haus war es der Horror.

    Ich denke mal so ca. 3 Monate nach dem Auszug und ich alleine lebte hatte ich noch immer, sich jedoch abschwächende schlechte Träume und wurde ca. 2 x nachts wach (mit Gedanken an ihn) und der Frage ob das alles nur der Horror und ein schlechter Traum gewesen war, denn "er" macht doch so was nicht.

    So ca. 3 Monate nachdem ich hier lebte begann es ruhig zu werden, ich mich auf das Schlafen zu freuen und die Nacht meine zu sein. Ich denke mal, der Zeitpunkt, zu dem ich wirklich bei mir angekommen war und mein Körper den ständigen Stress verarbeitet hatte.

    Ja, liebe Karotte, nötig gewesen wäre es nicht. Ich hatte es auch überlegt ob ich nicht antworte. Allerdings mag ich nicht ebenso primitiv sein und auch ich hätte eine Antwort haben wollen (allerdings nicht die Vermessenheit gehabt danach, und vor allen Dingen so, zu fragen). Allerdings Grußformeln ect. erscheinen mir nicht notwendig.

    Ach Karotte, ich fasse es immer noch nicht, wie meine 6 hier liebevoll leben, und jeden Tag gibt es in der Richtung neues zu erleben. War früher nicht denkbar. Denen geht es wohl so wie mir ;)

    Weißt Du Karotte, früher wäre das Thema Datenbank ect. für mich unangenehmer gewesen weil ich von mir erwartet hätte dass alles 100%ig zu machen, wie es ein Programierer täte. A) Bin ich keiner und b) wird das nicht von mir gefordert und c) scheint es uns beiden Spaß zu machen hier Strukturen aufzubauen. Was für mich so schön und ungewohnt ist (was aber auch an mir persönlich liegt und meiner geänderten Einstellung) ist dass es auf mich wirkt wie ein Spaß. Wir wollen etwas aufbauen und testen uns durch und freuen uns über Kleinigkeiten - ich werde keinem Druck unterworfen, es gab noch nie ein "Du musst" oder wie früher "es eilt ja nicht, aber heute muss noch...." Dadurch (wohl ähnlich wie ein Süchtiger, der unter Druck gesetzt wird) dass es keinen Druck gibt kommt es mir vor wie meine Entscheidung und mein persönlicher Wille und macht nur Spaß.

    Aber auch das alles sind Folgen eines anderen Denkvermögens, und natürlich der Personen um mich herum. Beides zusammen aber ergibt das Gefühl einer großen Arbeitsfamilie. Wobei ich mich freuen würde wenn das so bleibt, was natürlich niemand wissen kann.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Mein Welpenschutz am Arbeitsplatz ist vorbei. Im Prinzip bin ich froh darüber weil sich das immer so angefühlt hat, als ob das kein Dauerzustand ist.

    Es ist viel an Arbeit und ich muss jetzt aufpassen dass ich nicht (wieder) für mich das Gefühl entwickle perfekt sein zu müssen. Denn dann würde wieder der Teufelskreis beginnen: etwas falsch gemacht, sich selber aus den Augen verlieren und im Kreis herum drehen. Denn der Wunsch nach "richtig machen" ist ja immer noch in mir drin.

    Das sind nun die Bereiche, die sehr wohl mit Co zu tun haben, ohne im ersten Moment klar ins Gewicht zu fallen (so empfinde ich es). Denn es hängt mit Kontrolle und dem Wunsch nach Perfektionismus zusammen. Vielleicht sogar mit dem Wunsch nach Kontrolle, was denken andere wenn einem ein Fehler passiert?

    Das ist genau das, was mir klar war, dass nur durch das Ende einer Partnerschaft diese im Leben eingeschliffenen Gedanken und Gefühle auch in anderen Lebensbereichen umgelernt werden müssen.

    An mich stellt niemand die Anforderung alles richtig zu machen, also sollte ich das auch nicht!

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Guten Morgen Dagmar,

    du hast mir gerade einen guten Gedankenanstoß gegeben.
    Hab gestern einen Nebenjob angeboten bekommen, ziemlich schlechter Stundenlohn mit dem Hinweis, wenn ich schnell und gründlich genug bin, kann man da aufstocken. Das liegt mir im Magen. OH je, ich bin nicht perfekt, nicht so schnell. Ich fühl mich von vornherein unter Druck gesetzt. Am liebsten würd ich einfach absagen, ich hab da ein schlechtes Gefühl.
    Ich hab da jetzt nicht an Co gedacht, hab gemeint das wär bei den meisten so.

    S.G.

    julchen

  • Vielleicht denke ich auch falsch Julchen. Aber in meinen Jobs war ich immer mit Herz und Seele dabei - das aber öffnete Tür und Tor für ausnützen. Ich habe es ja quasi selber angeboten weil ich den Schreibtisch leer haben wollte, der immer voller wurde. Ich hatte quasi Angst, alles nicht mehr zu schaffen, somit war es bei meinem letzten Job so, dass ich offiziell nicht anwesend war - ausgestempelt und umsonst gearbeitet....

    Schön dumm, aber ich wollte ja den Job behalten, in meinem Alter.... blablabla ... Was einmal funktioniert, das wird zwangsläufig ausgenutzt wenn ich keine Grenzen setze.

    Probieren, liebes Julchen, kann man/frau immer. Aber bei sich selber bleiben und sich nicht in den Kreislauf und das Hamsterrad treiben lassen. Also ich selber muss da auch aufpassen! Und zwar wie ein Schießhund!!!

    Weder will ich in mich gesetztes Vertrauen noch Erwartungen nicht erfüllen. Aber... die Erwartungen kenne ich nicht, kann ich aber locker hineinfantasieren. Ich will ja niemanden enttäuschen ;) ja, ja, da klingelt der kleine Co an der Tür, aber ich bin heute nicht zuhause ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

  • guten morgen liebe dagmar,

    ich kann dein denken gut nachvollziehen,in diesem lernprozess befinde ich mich momentan.
    seitdem ich wieder arbeiten bin habe ich mir eine gewisse selbstdisziplien auferlegt. habe mir prioritäten gesetzt. ja,unser co sein wirkt sich auf alle bereiche aus.
    ich wollt auch immer perfekt sein und hab dann schon mal den feierabend vergessen,das will ich nun nicht mehr,denn es gibt auch noch mich und meine kiddis. jeder tag beginnt von neuen ich muss nicht alles an einem schaffen und ich hab gelernt nein zu sagen und grenzen zu setzen.
    es gab schon verduzte gesichter,da mein neues verhalten schon auffiel,wurde aber verständnisvoll akzeptiert.
    meine arbeit ist wichtig und ich bin mir selber wichtig,beides zusammen in gesunden massstab ist ok.
    einen schönen onntag,glg kathrin

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