Tockenes Resümee eines Co's

  • Na Katzenfutter hab ich jetzt grad nicht im Haus. :roll: Aber ein Stück Banane kann ich ja mal rauslegen.
    Auf jeden Fall darf mein "Baby" im Dunkeln nur noch an der Leine raus! :wink:
    Sonst schleppt er mir noch kleinere Tierchen an. :roll::roll: vor lauter Igelliebe. :lol:

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Das mit dem Burnout beschäftigt Dich doch sehr hab ich den Eindruck.
    Vielleicht hast auch was noch nicht ganz abschließen können für Dich.

    Aber es gibt ja oftmals eine weitere Chance.
    Vielleicht sollte alles so kommen. wie es gekommen ist.

    Liebe Grüße,
    nici :wink:

  • Ja, liebe Nici,
    es hatte mich sehr beschäftigt. Vor allen Dingen deshalb, weil ich so viel Glück hatte und so viele Menschen um mich herum mich aufgefangen haben. Einfach da waren, ohne dass ich sie rief. Meine Ex-Kollegen die mich so genommen haben wie ich war und mich dabei so was von stark gemacht haben, wie sie es nie wissen werden.

    Ja Nici, ich war und bin dankbar darüber, was mir doch als Person eigen war und ist und mich hat überleben lassen und Freude empfinden zu dürfen.

    Und Nici, ich komme hier gerade mit all jenen Facetten in Berührung, die ich hinter mir ließ (ohne zu trauern und es zu bearbeiten) als ich Hals über Kopf zum Exlover zog. Ich war in der Musik aktiv, mein Gegenüber in der Schule ist es noch und jetzt muss ich mit Trauer diesen Abschied nachleben. Den Tod von Freunden -auch aus der Musik- nachbearbeiten, Dinge die ich weggeschoben habe.

    Täglich muss ich an der Unfallstelle von Chris vorbei. Sie fehlt mir so ... und immer wieder ist es ein Grund mich zu erinnern mit mir sorgsam zu sein.

    Ja Nici, ich komme hier genau an die Bearbeitung die zuvor nicht nötig war weil ich mich in meinem geschützten Raum aufgehalten habe.
    ***********************************

    Hallo Ihr Lieben
    nun also mal wieder ein Resümee,
    drei Wochen Schule sind ins Land gegangen, der Stoff ist nur interessant (Mathe weiterhin eine Herausforderung).

    Mit den Referenten komme ich wohl großteils sehr gut klar wie auch den "Mitschülern" zuweilen habe ich sogar den Wunsch alleine zu sein, weil ich eigentlich immer jemanden "anziehe", der mit mir die Pause verbringen möchte.

    Etwas mehr zu arbeiten stellt für mich der zwischenmenschliche Bereich dar. Es kam wohl so wie es kommen musste: freundschaftliche Annäherung und gegenseitige Symphatien gegenüber einem "Suchtgefährdeten". Oder soll ich sagen trockenen, therapierten. Wie auch immer es definiert sein soll, latent schwierig ....

    Während ich auf der einen Seite immer mal wieder ein Stückchen zurück weiche um die Informationen zu verarbeiten und für mich einfach bilanziere ob ich noch mehr erfahren möchte habe ich dadurch sehr viel über mich selber lernen dürfen, können müssen.

    Beispielsweise die Frage, warum zieht einen ein "Süchtiger Alkoholiker" an. Für mich seit jetzt klar: diese Menschen sind ja extrem in ihren Gefühlen (zumindest soweit von mir erlebt). Deshalb werden sie nicht langweilig (das könnte auch nach Therapie so sein) weil sie ja Stimmungen haben, mit denen sie klar kommen müssen. Somit spiegeln sie ja auch in uns alle unsere Seiten, die sichtbaren und die unsichtbaren. Das wiederum kann in dieses "verschmelzen/Symbiose-Gefühl" münden.

    Gut, ich hatte mehr "Glück" als mein Gegenüber, mein Suchtweg verlief anders. Ich hatte Freunde, Eltern die zwar auch nicht so waren wie ich es gewünscht hätte, aber dennoch mit dem Versuch ausgestattet uns als Kinder Liebe geben zu wollen, wenn auch nicht zu können.

    Boahhh, ich komme da mit den tiefsten Abgründen zusammen, die ein Mensch wohl erlebt haben kann. Bisher in für mich gesunden Bahnen dass ich auf mich achte, aber auch darauf den anderen nur in den Themen zu befragen, die er mir im Vorfeld von sich aus offenbart hat. Wenig sinnvoll wäre es nämlich bei einem Menschen zu tief ins Detail zu gehen (was in Therpie ja schon ansatzweise getan wurde) und ihn dann alleine zu lassen mit dem verarbeiteten. Alles Dinge, die ich wohl hier gelernt habe.

    Derzeit ziehe ich mich regelmässig zurück um Informationen zu verarbeiten und mich danach zu fragen: o.k. oder zuviel. Immer in dem krassen Bewußtsein "AAllaarrmm"

    Große Probleme hatte ich mit einem meiner Holzöfen und meine Nerven lagen blank. Aber nein, keine Fehler der Vergangenheit :) Kein männlicher Schutz notwendig, Problem selber geklärt, aber wirklich am Rande der Nervenkraft.

    Nunmehr kann ich beginnen - oder bin schon dabei - mich auf herbstliche Dekoration, winterliche, einzurichten. Obwohl finanziell nicht erlaubt habe ich mir schöne bunte Blumen ins Wohnzimmer gestellt und die Blumenkästen ums Haus herum bekommen ein paar Christrosen (die aus dem Vorjahr beginnen teilweise auch schon zu treiben). Wenn ich es heute schaffe sehe ich mal nach meiner Adventsdekoration, aber der fröhlichen :) Adventskran mit Elch auf Skiern ect. pp. Also einfach fröhliche Dinge und nicht sentimentale wie "nur" der Weihnachtsmann.

    Meine Weihnachtsbaumkugeln sind ja auch anders als andere: Motorrad als Christbaumkugel oder Eisenbahn. Ich denke mal, das tut mir gut und manch einem meiner Besucher.

    Meine Ex-Kollegen melden sich mehr als beständig. Wunderschön, aber auch traurig weil ich sie nicht mehr so beständig um mich herum habe. Ich werde vermisst und meine Arbeit wird nunmehr nur noch "stümperhaft" gemacht. Also einfach so, dass die Kunden unzufrieden sind.
    Mittlerweile sind rund 6 Mitarbeiter nach mir gegangen, dem einen oder anderen habe ich die Bewerbungen geschrieben. Mit Erfolg :)

    Zu meinen (Haus-)Katzen haben sich zwei Streuner gesellt (getrennt von meinen natürlich weil diese nicht kastriert sind) die ich versorge und die nun mittlerweile den Menschen an sich ranlassen. War ursprünglich nicht der Fall!

    Aus einem Igel wurden zwei, die aber jetzt evtl. schlafen gegangen sind weil ich sie seit rund einer Woche nicht mehr höre. Vom Futter ist wenig weg, das bischen könnten kluge Vögel geholt haben.

    Es geht mir gut, trotz der manchmal zwischenmenschlichen Anspannung. Meine Optik hat sich scheinbar nochmals wesentlich verbessert (wie sich auch das Gewicht Gott sei Dank reduziert). Ein Referent für Personalmanagement hat mir gestern gesagt : "Sie sehen viel jünger aus als sie sind. Ich habe sie als lebendig und gewinnend kennengelernt scheuen Sie sich nicht dies oder jenes zu tun...". Was kann man schöneres hören als von einem Menschen, der Personal einstellt diese Worte vermittelt zu bekommen.

    .... klar etwas gäbe es: nach überstandenem Abschluss ein guter Job :)

    So, Ihr LIeben - ich arbeite weiter. Heute seit 5.00 Uhr aktiv - Holz für die Woche ins Haus schaffen, Deko, Bude räumen und und und....

    Lieben Gruß von Daggi

  • glück auf daggi

    bist wieder wie gewohnt mit volldampf unterwegs - bei+mit dir + hast alles(?) im griff
    + heimst jede menge gute erfahrungen ein

    hochachtung

    schönen sonnabendnachmittag - umärmelung

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo, lieber Matthias,
    Umärmelung :P dankend angekommen :)

    Ja, wie Volldampf erscheint es mir auch. Es wäre gelogen zu sagen alles das ist einfach und einiges hätte ich mir freiwillige nie als Lernstoff (nämlich den über mich selber) aufgebürdet. Es ist aber wohl einfach so, dass einen manche Dinge einholen. Wer sich nicht zuvor erlaubt (angemessen) zu trauern, den holt halt irgendwann die Situation ein.

    Aber ich bin ja lernwillig :)
    Lieben Gruß von Daggi

  • Die Trauer kommt, entweder man lässt es gleich zu, oder man nimmt sich ihrer später an.
    Einfach annehmen ist garnicht so einfach, gell.

    Mal ne Frage am Rande....hast unser Bild gesehen ?
    Checkmal Deine mail.

    Schön Dich hier wieder zu lesen.

    Liebe Grüße,
    nici :wink:

  • Hey Nici,
    leider gerade nix da - nicht dass ich das versehentlich gelöscht habe ich kriege wegen meiner Homepages hunderte von Spams pro Tag.

    Kannst Du es nochmal schicken - im Betreff Nici, dann dürfte es klar sein.

    lieben Gruß von Daggi

  • Zitat

    Und Nici, ich komme hier gerade mit all jenen Facetten in Berührung, die ich hinter mir ließ (ohne zu trauern und es zu bearbeiten) als ich Hals über Kopf zum Exlover zog. Ich war in der Musik aktiv, mein Gegenüber in der Schule ist es noch und jetzt muss ich mit Trauer diesen Abschied nachleben. Den Tod von Freunden -auch aus der Musik- nachbearbeiten, Dinge die ich weggeschoben habe.


    Hallo Daggi,

    Du hast die letzten Jahre viele andere Dinge erledigt, kaum die Zeit gehabt Dir über Sachen einen Kopf zu machen, die nicht mit der Sucht (deine/seine) zu tun hatten.
    Nun ist Ruhe eingekehrt, und wir haben wieder die Zeit uns umzuschauen nach Dingen, die uns davor/früher beschäftigten...und wir merken entsetzt ...die Zeit da lief ja auch :shock:
    Und wir beginnen jetzt, mit Verspätung, das zu realisieren.
    Du hast die Musik aufgegeben, von geliebten Menschen Abschied genommen, ganz viele Dinge, die halt auch passiert waren.
    Ja, Daggi, die Zeitmaschine lief.
    Also heißt jetzt noch mal hinschauen, Abschied nehmen, Trauer zulassen ...es ist gut und muss auch sein.
    Viele Erinnerungen kommen bei mir auch hoch, wenn ich meine Jungs seh, wie sie nun Etappen durchleben, die ich aus meiner Teeniezeit schon fast vergessen hatte.
    Ich seh sie mir auch an, aber nicht mit Trauer, sondern mit etwas Wehmut und einem innerlichen Grinsen und denke "wenn die (meine 2 Halunken) wüßten.... :P " > Mama hatte auch ihren Spaß ! 8)

    Liebe Grüße,
    nici :wink:
    Vielleicht doch mal den Besuch in der RoFa einplanen ...grins.

  • Ja, hallo, da will ich doch auch mal schnell einklicken!

    Was gibts Neues aus dem Weihnachtsknusperhaus?
    Die Lebkuchen schon gebacken?
    Oder bist du nur noch am Studieren?
    Wie gehts dir so?

    Neugierige Gotti, die das wissen will.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo Ihr LIeben,
    ja Nici, es ist total eingeschneit bzw. verschneit. Letzte Woche habe ich angefangen Tannenreisig zu verteilen, heute machte ich weiter. Auch mein kugelrunder Weihnachtsmann, ca. 40 cm hoch aus Keramik kommt ab Montag zum Einsatz.

    Ich habe drei Streunerkatzen, die ich versorge und die hier für Aufregung und "anklammern" sorgen.

    Gebacken, liebe Gotti, habe ich noch nicht - morgen gibt es aber einiges, da ich am Montag etwas für die ganze Truppe mitbringen möchte. Ich denke mal, viel weihnachtliches Backen kriege ich nicht hin, weil ich abends zu spät zu hause bin. Und wenn Wochenende ist, dann klingelt regelmässig irgendjemand aus der Bäckerei (heute ganz süß: mit entgegengestrecktem Brot). Ich bin so dankbar, diese Menschen kennengelernt haben zu dürfen. Dort ist übrigens Kriegszustand ... es hat sich also nicht beruhigt, seit meinem Weggang (was nicht nur mit mir zusammenhängt) ist Mitarbeiter gegen Chefetage angesagt, so was von verhärtet, was ich nicht erlebt hatte. Ich war beim Glühweinfest mit vielen Kollegen, was schön und traurig gleichzeitig war.

    In der Schule ist es schon sehr heftig, die Anforderungen sind riesig und manchmal sind wir schon sehr im blödeln und ich denke dann "mensch, du sollst lernen und nicht schäkern". Aber ich denke, es tut mir gut dort zu sein. Zumindest wurde mir das von meinen Kollegen (sorry, Ex-Kollegen) bestätigt :)

    Menschlich gibt es viel zu lernen und viel abzugrenzen. Ich komme geballt (geballter geht es gar nicht) in Berührung mit den Dingen wie psychischen Problemen der Mitschüler (viele Burnouter) dem Stress der Referenten und einigen menschlichen Akzenten, mit denen ich zuvor nicht umgehen musste.

    Ich sehe Tag für Tag was ich in den letzten beiden Jahren gelernt habe. Ich bin glücklich nun für mich mein kleines Glück geschaffen zu haben und hoffe natürlich auch später einen entsprechenden Job zu bekommen. Es ist so wunderschön sich nicht mehr von den Problemen anderer runterziehen sondern sich abgrenzen zu können ohne den Menschen abzulehnen oder den Kontakt meiden zu müssen. Diesen Selbstschutz benötige ich nicht mehr :)

    Meine Öfen laufen super, brauchen viel Holz und ich gönne mir eine Ausgabe, die eigentlich dummbackig ist! Einen Heizer, der wie ein Kaminofen ist, auch dimmbares elektrisches Feuer. Ein Heizer also, der auch im Wohnzimmer stehen darf. Hier darf ich keinen (Holz-)Ofen einstellen weil die Wände aus brennbarem Material sind. Und bei hohen Minusgraden kriege ich da keine Wärme rein. Ich habe ganz, ganz lange überlegt, weil ich mir das nicht leisten kann.
    Aber es sind Träume einer Kindheit im Wohnzimmer auf der Couch vor einem Kamin (auch wenn elektrisch, zwei reine Holzherde stehen ja auch noch da) sitzen oder liegen zu dürfen. Vielleicht ist es die Erfüllung meiner Träume der Kindheit (angefangen vom Holzofen, Kaminofen und Kaminfeuer im Wohnzimmer, zur Hollywoodschaukel und und und) die es schaffen mich nun erwachsen werden zu lassen. Ich kann mir selber Wünsche erfüllen und mir Dinge ansehen, Tag für Tag, die mich glücklich machen. Ich habe durch Holz, Pflanzen und Tiere meine eigene/weitere Therapie praktisch ins Leben gerufen und erarbeite mich selber Schritt für Schritt mit Erfolg.

    Leicht ist mein Leben weiß Gott nicht, und derzeit beschäftigt mich so manches aus dem zwischenmenschlichen Bereich, aber es ist ein glückliches Leben trotz aller Probleme.

    Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht dankbar bin, wie sich das alles nach der Trennung entwickelt hat. Eigentlich fast ein Wunder, was da alles geschah und jetzt geschieht.

    lieben Gruß von Daggi

  • glück auf daggi

    wieder sehr schön dich zu lesen - wie dus immer wieder schafst - mit deinen geringen mitteln gut zurechtzukommen + weitgehend zufrieden zu sein

    kraftpäckel umärmelung + lernerfolge < fachlich + menschlich
    schönen 2. advent

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Ach Daggi,

    ich lese doch zu gerne bei dir.

    Du ahnst gar nicht wie sehr ich mich mit dir mit freue...sehe richtig deinen Elektrokamin vor mir...wie du davor in einer warmen Wolldecke liegst...Kerzen auf dem Tisch...einen heißen Tee und deine Katzen um dich rum liegen.

    Ach einfach nur schön.

    Wünsche dir einen schönen 2. Advent
    LG Monty

    Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zwecklos, sie anderswo zu suchen

  • Liebe Daggi,
    in was für einer Weiterbildung bist Du Da geraten ???
    Wenn man Dich liest, hat man eher den Eindruck, dass Du i.eine SHG für gescheiterte Persönlichkeiten sitzt.

    Zitat

    Menschlich gibt es viel zu lernen und viel abzugrenzen. Ich komme geballt (geballter geht es gar nicht) in Berührung mit den Dingen wie psychischen Problemen der Mitschüler (viele Burnouter) dem Stress der Referenten und einigen menschlichen Akzenten, mit denen ich zuvor nicht umgehen musste.


    Es war auch oft meine Neugier auf einzelne menschliche Schicksale, die mich hat meine Nase zuweit in anderer Leben reinstecken lassen.
    Den Punkt, wo andere sich zurück ziehn und denk "oh man, der spinnt ja" hab ich dann meist verpasst.
    Und erst meine blutige Nase hat mich da aufgeschreckt.
    Deine Selbstfindung ist gut und wichtig Daggi, aber auf Glatteis tanzen lernen find ich bedenklich und ich mach mir etwas Sorgen um Dich.
    Pass da ja gut auf Dich auf.
    Auch wenn wir denken, wir sind soweit, find ich ein Austesten in den Gefahrenzone sehr sehr schwierig.
    Mutier lieber zum Streber 8) in kaufmännischen Teil, nicht im menschlichen.

    Liebe Grüße,
    nici :wink:
    Ps. Was macht Haus und Hof ??? Alle Vierbeiner gesund und munter ?

  • Ach Nici :)

    Um mich brauchst Du Dir (derzeit) keine Gedanken machen, es ist alles sehr anstrengend, aber bringt mich viel weiter.

    Nein, Neugier habe ich keine. Mir werden die Geschichten angetragen und zumeist habe ich nicht einmal etwas dazu zu sagen.

    Ja, es gibt dort viele Menschen mit Problemen - und es gibt viele, die mich so als stabilen Gegenpool betrachten - nicht nur aus Reihen der Mitschüler ;) Das aber ist für mich keine Belastung. Ich selber habe ja gelernt selber loszugehen und kann das auch nur jedem anderen vermitteln (wollen).

    Am Dienstag war ich gefrustet in allen Ecken und Enden: schickt mir das Arbeitsamt doch Vermittlungsvorschläge "Arbeit vor Ausbildung". Ich hatte ja nicht angefangen um alles wieder hin zu werfen. Aber nun gut: ich sehe es jetzt so: ich bewerbe mich dort, werde vorstellig wenn es gewünscht wird und dann sieht man/frau weiter. Wer weiß, was noch kommt oder nicht. Aber offen sein sollte ich in jede Richtung - nein sagen oder wegmogeln kann ich mich noch immer.

    Einen besonderen Aha-Moment hatte ich in diesem Zusammenhang - und eine ganze Kiste "Gedanken-"Kleister was meine Alk-Beziehung betraf und auch meine immer noch vorhandene Anziehungskraft bei Menschen, die sich innerhalb eines Tiefs befinden.

    Ob beim Exlover (oder heute bei einigen Personen) damals eine psychische Krankheit vorhanden war oder sich durch den Alk ergeben hatte ist unklar, spielt aber keine Rolle mehr. Dass der Mensch gefühlsmässig leer war auch. Wer Leere in sich spürt, muss oder möchte diese füllen. Ich bin alles andere als leer habe viel Leben und Freude in mir. Deshalb fühlt sich manch ein "entleerter" Mensch zu mir hingezogen.

    Können diese Menschen selber Freude empfinden und wieder lernen sich zu freuen oder Interessen zu haben, dann ist es o.k., wer aber ganz leer ist und nur meine Batterie anzapfen möchte, der würde mich schwächen. Wer meine Lebenskraft teilen möchte um die eigene Leere auszufüllen, der täte weder sich noch mir gutes.

    So wurde mir auch ganz viel klar, über das was die letzten 10 Jahre gelaufen war. Meine Lebendigkeit konnte mir "abgesaugt" werden, aber meine Freude am Leben vom anderen nicht nachempfunden oder gelebt. Das nun brachte den Frust und die Enttäuschung mir gegenüber. Konnte ich doch dem anderen nicht geben was er sich selber eh schon nicht geben konnte.... (Merkt Ihr was: wer sich selber nicht lieben kann, kann auch keine anderen lieben .... oder mit sich selber etwas anfangen).

    Somit ist nicht nur meine Anziehungskraft erklärt sondern auch das werbende Verhalten des einen oder anderen Herren der Schöpfung. Da geht es dann weniger um mich als mehr um das "Objekt Dagmar" welches lebendig ist und beweglich. Ein Objekt von dessen Beweglichkeit man/frau sich gerne etwas "abschneiden" oder "mitnehmen" würde. Das geht halt nicht, weil es aus dem eigenen inneren kommen muss. Wer nun keine Freude fühlt, der hat es schwer. Wer sich mit meinen Idealen identifiziert weil er denkt dass ich daraus meine Person geformt habe und er es ebenso kann, der hat halt leider vergessen ein paar Unbekannte mit einzurechnen.

    Ich finde es schön, wenn mir der Hof gemacht wird :) Ich finde es auch toll, wenn meine Gedanken und meine Lebensweise für "gut befunden" werden und nicht abgelehnt werden. Aber es ist mein Weg, den ich gegangen bin und der mich hat reifen lassen, das könnte ein anderer nur für sich selber leben lernen und nicht versuchen durch mich zu lernen. Ich befürchte nämlich das geht nicht....

    War schon ein bischen frustig das zu erkennen. Schade nämlich, dass es Menschen gibt, die innerlich so traurig und leer sind (bei morgendlichem Frieren wurde mir gesagt "ich friere innerlich, da hilft es nicht wenn es warm ist"). Diese Wärme kann ich auch nicht vermitteln, die muss jeder in sich selber entzünden.

    Lieben Gruß von Daggi

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