Da fällt mir noch etwas ein... natürlich neigen wir dazu Dinge anders einzuschätzen, deswegen bleib bei dir... unsere trinkenden Partner wissen unbewußt genau dies auszunutzen.. sie spielen auf uns , wie auf einem gut gestimmten KLavier.. drücken hier mal den Knopf da mal den..
Diese Unsicherheit rührt meiner Meinung nach auch sehr stark aus unserem kranken ich.. bestimmt sagt dir dein Verstand an vielen Stellen auch , was das richtige ist..aber der Gefühlsbrei im Bauch tendiert lieber zu den bekannten CO-Anteilen.. daher die Unsicherheit...
LG Tihaso
8er-Bahn von Kopf bis Herz
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Liebe Tihaso,
vielen Dank, dass Du hier als meine Gefühls-Müllabfuhr mitmachst!
Stimmt schon, wenn man die Gefühle hier zu Blatt (bzw. zu Bildschirm) bringt, dann sind sie nachher aus etwas grösserer Distanz anzuschauen. Und so ganz weg kriegt man sie ja wohl wirklich erst in so ca. einer Million Jahren! 
Wie hast denn Du das gemacht, dahinter zu kommen, was bei einer Trennung "normal" ist und was "co"? Oder mach ich da was falsch, wenn ich das so analysiert haben will? Muss man das gar nicht so getrennt anschauen und getrennt angehen wollen?
Verflixt, vielleicht mach ich's mir ja selber nur noch schwerer vor lauter alles verstehen wollen?
Ich bleib dran, an mir selber und an der Realität und am Loslassen und am Lesen und Schreiben hier im Forum!

Herzliche Grüsse,
c.
P.S. Wie geht's dem Tennisarm?
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Ich würde mal vermuten, liebe Crevette,
ein gesunder Mensch, der lässt sich nicht auf Dauer verletzen. Und die meisten von uns fühlen sich ja mal zumindest durch den Alkohol verletzt, oder?Ich denke, ab dem Moment, wo wir zuviel mit uns machen lassen, ab dem Moment haben wir so etwas wie eine Beziehungsabhängigkeit. Sich einfach nicht lösen wollen oder können von jemandem, der einem nicht gut tut.
Wobei es ist bestimmt so, dass Trennungen immer weh tun, vielleicht auch immer ähnlich wie bei uns. Es könnte aber sein, dass gesündere Menschen besser abschließen können und sich nach dem Ende der Beziehung nicht mehr fragen "was macht er" ect.
So ganz genau weiß ich das nicht.... bin aber auf die Antworten gespannt.
Lieben Gruß von Dagmar
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Liebe Dagmar,
Du hast irgendwie den Durchblick!
Du bringst es auf den Punkt: dass wir zu viel mit uns machen lassen, genau das ist es. Und das ist zum Heulen! Und wo ist der Schalter, um das abzuknipsen???!!! Grrr... ich weiss, gibt es nicht, das "Abknipsen" muss man sich erarbeiten. Aber immerhin hat es hier im Forum so viele gute Coaches wie Dich, die einen dabei mit den richtigen Inputs zur richtigen Zeit unterstützen. Danke vielmals, einmal mehr!Herzliche Grüsse,
c.
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Danke für das Lob, liebe Crevette, aber auch ich lerne - ebenso wie Du - auch mir fällt es schwer das alles und mich selber zu verstehen. Den Schmerz zu isolieren und ihn etwas anders zu betrachten.
Wobei mir aber auffällt, dass wir sehr aufpassen müssen mit den Knöpfen, die sie drücken können, weil bspw. mein Ex variabel ist, kleine Änderungen anbringt und ich es oft nicht gleich schnalle.
Aber eines scheint mir aufgefallen zu sein: von aktuellen Gesprächen bleibt nicht viel hängen - speziell was das nun einmal von mir deutlich angesprochene Thema Sucht betrifft. Alle die neutralen Aussagen blieben nicht hängen. Das einzige was er sich wohl gemerkt hat ist dass ich ihn als Alkoholiker bezeichne und er eine Therapie benötige. HALT! Das Wort Therapie habe ich nie in den Mund genommen sondern fachärztliche Hilfe. Weil nur ein Facharzt weiß - zusammen mit dem Ex - was notwendig ist. Ob das eine Therapie ist wäre zu vermuten, weiss ich aber nicht, deshalb traf ich nie diese Aussage.
Wer weiß, wo dieses Thema schon rumgeisterte, Arbeitsplatz, Mutter oder zufällig mal ein ehrlicher Freund, was ich nicht glaube.
Alle diese Dinge, würde jemand gesunder als Handlung abwarten, während wir gleich der Hoffnung die Türe öffnen wollen.
Den Schalter, liebe Crevette, den finde ich ganz langsam indem ich versuche für mich zu erfahren was gewisse Worte auslösen. Früher sagte er "darf ich Dich in den Arm nehmen" das spiel endete immer gleich und er bekam mich kurzzeitig wenigstens zum kuscheln.
NEIN, um mir etwas zu sagen musst DU mich nicht in den Arm nehmen - Schalter nicht mehr nutzbar!
Gemeinsam Frühstücken - früher ein Wunsch, also auch ein Schalter - HEUTE, danke für das Angebot ich habe zumindest jetzt etwas anderes vor. Hätte ich nichts vor könnte ich es mir übelegen und für mich befragen ob es mir gut tut. Habe ich anderes vor, dann hat das Vorrang.
Hätte es früher nicht gehabt! Da wäre er an erster Stelle gestanden und Freunde hätten das Nachsehen gehabt vor einem Knopf....Loslassen dauert lang, mir gelingt es bei weitem noch nicht - aber ich bin glücklich über jeden kleinen Schritt. Ich erwarte von mir keine Wunder und ich nehme die Entwicklung so wie ich sie begreife, egal wie schnell oder langsam - denn vielleicht geht es bei mir langsamer als bei gesunden oder anderen Co's - aber es ist eben mein Tempo.
Viel Glück wünsche ich uns allen, liebe Crevette.
Dagmar
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Zitat von dagmar007Alles anzeigen
Wobei mir aber auffällt, dass wir sehr aufpassen müssen mit den Knöpfen, die sie drücken können, weil bspw. mein Ex variabel ist, kleine Änderungen anbringt und ich es oft nicht gleich schnalle.
........Alle diese Dinge, würde jemand gesunder als Handlung abwarten, während wir gleich der Hoffnung die Türe öffnen wollen.
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Loslassen dauert lang, mir gelingt es bei weitem noch nicht - aber ich bin glücklich über jeden kleinen Schritt. Ich erwarte von mir keine Wunder und ich nehme die Entwicklung so wie ich sie begreife, egal wie schnell oder langsam - denn vielleicht geht es bei mir langsamer als bei gesunden oder anderen Co's - aber es ist eben mein Tempo.
Dagmar
Zum ersten Teil im Zitat.. Genau.. sie sind unschlagbar kreativ... würde der alkohol nicht diese Seite ganz in Anspruch nehmen, was könnten sie alles leisten... Sie sind kreativ, im Ausreden erfinden - kreativ im Suchen neuer verstecke und kreativ in den Handlungen, mit welchen sie uns wieder in den Sog ziehen.. ..oft denke ich, dass diese Energie in Bruchteilen schon genügt hätte,wenn er sie umzuleiten gewußt hätte, sich aus der Sucht zu befreien...aber diese Erkenntnis muss er haben und nicht ich...
Zum zweiten Teil...richtig.. ein gesunder Mensch läßt sich nicht über Jahre so fertig machen und hinhalten!!!!Klar leiden auch diese Menschen unter einer Trennung , aber sie leiden nicht freiwilliog über Jahre (oder gar Jahrzehnte) immer mit der Hoffnung, dass der Partner sich schon noch ändert...
Und nun zum letzten Teil: Genau, jeder hat sein eigenes Tempo.. wir solten uns die Zeit geben,. die wir brauchen und auch ganz versuchen abzuschließen..
Einen schönen Tag und ich weiß, wir sind euf einem guten Weg..
LG Tihaso
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Hallo Tihasp, Dagmar und Crevette,
deren Thread ich mal wieder mißbrauche
ZitatZum ersten Teil im Zitat.. Genau.. sie sind unschlagbar kreativ... würde der alkohol nicht diese Seite ganz in Anspruch nehmen, was könnten sie alles leisten... Sie sind kreativ, im Ausreden erfinden - kreativ im Suchen neuer verstecke und kreativ in den Handlungen, mit welchen sie uns wieder in den Sog ziehen ...
Und GENAU DAS kostet soviel Energie und Kraft für einen nassen Alkie, da bleibt dann nicht mehr viel übrig. Die oft peinliche Beschaffung unserer Droge, die ganzen Lügen, die es einem so schlecht gehen lassen (oder meist Du, nasse Alkies können ALLES verdrängen ?
) das immer wieder trinken müssen, um noch klar zu kommen, das alles ist eine immense Belastung.
Trotz allem sind wir krank, wir tun sowas NICHT aus Bosheit anderen Menschen gegenüber, unsere Krankheit macht das mit uns, sie ist eben so.In meiner realen ist jemand, der lange Zeit nicht verstehen konnte, das Alkoholismus keine Willensschwäche ist, das seine Frau das alles nicht mit Absicht tat, erst in vielen Gesprächen mit Betroffenen konnte er langsam seine Meinung ändern und wirklich sehen und auch so akzeptieren, das es eine Krankheit ist. Denn dort sind auch gestandene Männer, keine "Weicheier", die ebenfalls Alkoholkrank wurden.
ZitatZum zweiten Teil...richtig.. ein gesunder Mensch läßt sich nicht über Jahre so fertig machen und hinhalten!!!!Klar leiden auch diese Menschen unter einer Trennung , aber sie leiden nicht freiwilliog über Jahre (oder gar Jahrzehnte) immer mit der Hoffnung, dass der Partner sich schon noch ändert...
Liebe Tihaso,
Auch ein gesunder Mensch konsumiert nicht derartige Mengen von Alkohol. Ein Alkie ist KRANK und diese Krankheit bedeutet AUCH Leiden über viele Jahre und Jahrzehnte !! Die ganze Krankheit ist ein elendiges Leid, FÜR ALLE BETROFFENEN UND IHRE ANGEHÖRIGEN.Schau, wir trinken doch irgendwann nicht mehr aus Vergnügen. Wir ekeln und uns meist schon lange vor dem Alk, hassen den Geruch, hassen den Gechmack, aber der Körper schreit derart danach, das wir auch das in Kauf nehmen. Das kann sich ein Nicht-Alkie einfach nicht vorstellen, wie das ist.
Was meinst Du, was es für ein Gefühl ist, trinken zu "MÜSSEN" ?
Ich sag es Dir, es ist ganz furchtbar, wie in einem inneren Gefängnis, das wir nicht mehr verlassen können.Warum hören wir dann nicht einfach auf damit ?
Weil wir schreckliche Angst haben ?
Weil wir uns so sehr schämen, darum nicht um Hilfe bitten wollen ?
Weil wir uns kein Leben mehr ohne Alk überhaupt vorstellen können, auch das macht Angst ?Aber wir versuchen, das alles zu verdrängen, natürlich auch wieder mit dem Betäubungsmittel Alk, so können wir aber den Teufelskreis nicht mehr verlassen. ALLEIN NICHT MEHR !
Darum denke ich, jeder BRAUCHT SEINEN persönlichen Tiefpunkt, wo die Scham, die Angst etc. egal wird, weil es nur noch darum geht, den eigenen Hintern zu retten, wenn einem noch was dran liegt.
Und dann EEEEENDLICH Hilfe anzunehmen, bzw, darum zu bitten, anders GEHT ES NICHT !Vielleicht könnt ihr Euch in etwa vorstellen, das bei dem Allen keine großen Gedanken mehr an den Partner bleiben. Natürlich wissen wir, das der auch leidet, auch das bedrückt sehr, also wieder saufen, alles wegspülen
Für den Partner bleibt einfach nix mehr, so traurig wie das ist, es ist aber leider so
LG
Lilly -
Hallo Lilly,
mir ist schon bewußt, dass der Alkoholiker auch krank ist, aber ich habe hier bewußt von uns co´s geschrieben... damit wollte ich nicht sagen, dass ein Alkoholiker es aus Boshaftigkeit tut...
Ich denke, dass wir Co´erkennen müssen, dass wir durch unser krankes Verhalten den Leidensweg enorm verlängern(für beide Seiten!!!!) und dass uns das Analysieren der Zusammenhänge helfen kann unseren kranken Pfad zu verlassen..
Auch bezeichne ich keinen nassen Alkoholiker als Willensschwach oder weichei... dennoch hier geht es um uns co´s und manchmal möchte ich auch meiner Wut Luft machen, wenn er behauptet, dass ich nicht co-abhängig sei und dass es im Übrigen keine Co´s gäbe....Und nicht jeder Alkoholiker (ob trocken oder nass..) macht sich dererlei Gedanken wie du... genauso wirst du auch viele Co´s finden, die sich auch nur um sich selber drehen und schauen, wie sie am besten weg kommen... und z.Bsp. ihre Kinder mit dem Dilemma ganz alleine lassen....
Es ist ein Teufelskreis und da geb ich dir vollkommen recht...jeder braucht seinen eigenen Tiefpunkt, um das Karussell anzuhalten und auszusteigen..
Ich glaube, dass ein gesunder Mensch niemals so lange gefahren wäre wie ich.. ich wollte ihn doch auch nicht loslassen und damit mache auch ich mich schuldig an diesem Disaster.. aber nun bin ich aufgestanden und versuche Meinen Weg und den der KINDER in gesunde Bahnen zu lenken... es ist aus meiner Sicht (auch wenn er es nicht so empfindet und [noch] nicht so wahrnimmt auch ein Geschenk an ihn...
nämlich die Chance vor dem Gift alkohol zu kapitulieren...)So, ich muss mich mal hier kümmern..sonst versinken wir im Chaos..




Einen schönen Tag Tihaso
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Ich denke das zu spüren, da, wo ich einfach traurig bin und versuche das zu verarbeiten - ich ziehe quasi am Seil meines eigenen Lebens - spüre ich auf der Gegenseite ganz viele kleine, abgespaltene Fäden, die aber keine Kraft mehr besitzen.
Ich spüre soviele Dinge aufeinmal: Wut, evtl. Enttäuschung über sich selbst, das zerbrechen von allem und auch das Wissen nicht mehr die Kontrolle zu haben, dass aber nicht in eine Handlung umsetzen zu können. Hier denkt der dumme kleine Co, wie ich früher, Mensch, Du schnallst es doch, warum nicht noch den kleinen Schritt.....
Aber genau dieser kleine Schritt bei fachkundiger Stelle um Hilfe zu bitten ist die Kapitulation. Ist die Aussage "ich alleine schaffe es nicht". Das jedoch scheint nicht allen Menschen gelingen zu wollen.
Ich bin für mich selber froh zu wissen, dass ich weder Gott, noch allmächtig noch Samson mit unendlicher Kraft bin. Ich bin froh, mir gleich zu Anfang meiner üblen beruflichen Situation Hilfe von Hausarzt, Rechtsanwalt und Therapeutin gesucht zu haben. Ich bin froh, dass ich das Problem Alkohol mit und bei Freunden ansprach. Ich bin dankbar für Eure Unterstützung und darüber, dass das Leben mir dennoch jeden Tag "Hallo" sagt, auch wenn es mir schlecht geht.
Ich will um nichts auf der Welt tauschen - obwohl ich traurig bin und ich manchmal sehr viel Kraft brauche - mit jemandem, der alkoholkrank ist - in sich spürt, irgendwas stimmt nicht und nicht die Zügel selber in die Hand nehmen kann.
Ich weiß noch meine anfänglichen Gefühle Wut, Trauer, Enttäuschung, Hilflosigkeit, eine Welt zerbrach - nur ich habe die Chance sie wieder aufzubauen weil ich diese Trauer zulasse und alles andere versuche zu begreifen und zu bearbeiten.
Glaubt mir, was ich bei meinem Ex-Lover erlebe, das scheint für ihn schlimmer zu sein als meine Bewältigung für mich. Er muss sich stark geben um sein Gesicht nicht zu verlieren. In vielen Momenten scheint er zu spüren, dass er es bereits verloren hat. Er schickt SMS in allen Varianten, die ich nicht beantworte. Ich habe keine Lust auf Lügenspiele und alles das unruhige Drumherum. Egal, ob er seine Spiele spielen möchte oder ob er Gefühle hat oder verdrängt: in ihm muss ein wahres Chaos herrschen, welches die Hölle sein muss.
Allein seine Aussage "ich weiß nicht was ich will" wäre für mich die Hölle. Denn nur dann, wenn ich weiß was ich will kann ich auf dieses Fernziel zuarbeiten. Er weiß es nicht für sich, also gibt es keine Ziele, somit ein stehenbleiben bei der Flasche. Ich glaube, meine lieben Mitleidenden, das können wir uns nicht vorstellen, was in den Menschen zu gewissen Momenten abgehen muss.
Ich habe gestern - von der Ferne - sehen können wie mein Ex über Stunden versuchte nichts zu tranken, natürlich doch erlag um dann den Abend mit Kaffee beenden zu wollen (genial für den Kreislauf, aber seine Sache). Er scheint zu ziehen und zu ruckeln, zu kneifen, zu heben und zu expolodieren - alles das aufeinmal. Ich bilde mir ein zu spüren, dass er mit sich selber viel mehr im Unfrieden steht als die Schwächste von uns hier.
Klar bedauere ich was aus uns geworden ist, klar hätte es anders kommen können, klar gehen seine ganzen Talente verschütt und klar ist es zum weinen dass Kreativität nicht positiv genutzt wird. Aber es ist die Entscheidung unserer Verehrer der Prinzessin Alkohol. Sie selber haben sich ins königliche Verlies einkerkern lassen. Mit jedem Jahr Haft wird die Kerkerzelle schmutziger und es riecht modriger ... aber aufwachen und mit dem Kerkermeister (dem Alk) sprechen müssen sie selber.
Ach Ihr, ich glaube es macht sich niemand etwas vor, wie schwer der Co-Weg ist, aber es ist ein Weg, der mit klarem Kopf gegangen werden kann. Der andere Weg ist ein viel, viel trauriger und noch schmerzhafterer weil immer der Starke, kontrollierende und den Alk im Griff habende Mensch eine Show hinlegen muss. Tag für Tag Drehbücher neu schreiben, umschreiben, zu merken, die anderen spielen nicht mit, zu merken, irgendwie klappt das alles doch nicht.... ich glaube es wäre ein Leben, an dem ich nervlich zu Grunde gehen würde.... schneller als in 12 Monaten.
Lieben Gruß von Dagmar
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Liebe Lilly,
nur zu, "missbrauche" meinen Thread so oft Du nur kannst, ich lese immer sehr gerne von Dir. Naja, "gerne" vielleicht nicht im Sinn von "hach und was tun wir uns jetzt Gutes? Kucken nen kitschigen Hollywood-Film? Plündern ne Schachtel Pralinen? Nehmen n Bad in Rosenblättern? Beschäftigen uns mit nem Beitrag von Lilly?"
Du weisst schon, wie ich meine!Vielen Dank für Deinen Input und ich finde es sehr sehr gut, dass Du uns immer wieder daran erinnerst, dass nicht nur wir Cos krank sind, sondern eben unsere Partner auch. Und dass es für sie ebenfalls himmeltraurig ist, was abläuft. Ich befürchte bloss, dass wir - bzw. ich, ich will das nicht verallgemeinern, aber wahrscheinlich geht's nicht nur mir so - ohnehin schon grosse Mühe haben, unsere Partner "fallenzulassen" und dass es noch schwieriger ist, wenn wir uns dauernd vor Augen halten, dass sie krank sind. Das ist bei mir dann immer der gefährliche Moment, wo ich nicht mehr um mich oder um unsere zerstörte Beziehung heule, sondern um ihn, weil es mir so leid tut, was er sich antut. Und aus dem gefährlichen Moment raus kommen mir dann eben nicht die negativen Aspekte in den Sinn, sondern sein "eigentliches Wesen", das ohne Sucht, das, für das ich die ganze Zeit gekämpft habe und gehofft habe - und eben immer noch hoffe!

Weisst Du, wie ich meine? Dass wir (bzw. ich) es zum Loslassen irgendwie fast brauchen, den Partner auf seine negativen Seiten zu reduzieren; dass es darum hier in vielen Texten so klingt, als ob wir die Alkoholiker "verteufeln" würden, dabei bin ich sicher wir alle verteufeln bloss die Sucht und sind uns sehr wohl und sehr sehr schmerzlich bewusst, dass es unseren Partnern nicht gut geht damit, dass sie das nicht absichtlich tun, dass sie wohl nur zu gerne anders sein wollen.

Wenn wir sie einfach für willenschwache A... halten würden, wären wir nicht so lange bei ihnen geblieben! Hätten wir nicht so lange gehofft, hätten nicht so viel für sie in Kauf genommen, hätten nicht sie an die erste Stelle gestellt, sondern uns. Was wir alles gemacht haben, das haben wir doch darum gemacht, weil wir der felsenfesten Überzeugung waren/sind, dass der andere ein wertvoller Mensch ist, der krank ist und dem etwas schreckliches widerfährt. Für das erstbeste Schwein, dass uns unterkommt und kranke Forderungen an uns stellt würden wir das nicht tun. Wir sind ja zwar Cos, aber ganz bescheuert sind wir ja nun doch nicht!

Und so sehr wir uns während wir noch mit ihm zusammen waren auf diese "verschütteten" positiven Seiten unseres Partners konzentriert haben (so sehr, dass wir alles andere und uns selber dabei aus den Augen verlieren konnten!) müssen wir das jetzt ausblenden, um loslassen zu können. Darum darfst Du bitte nicht meinen, dass wir vergessen haben, worum es geht, nämlich um eine schreckliche Krankheit!
Auf jeden Fall vielen herzlichen Dank, dass Du uns auch die andere Seite näherbringst, auf eine Art und Weise, wie wir sie ja von unseren Partnern nicht nähergebracht bekommen konnten. Das ist sehr hilfreich und klärt manche Fragen.
Puh, und jetzt hab ich so viel zu Dir geschrieben, dass ich keine Zeit mehr hab, Dagmar und Tihaso zu antworten, ich muss gleich weg weil ich mir einen schönen Tag mache!
(Ja, ja, ich weiss, ich fische nach Komplimenten! ;)) Ich antworte dann später noch, ok?Euch allen auch einen schönen Tag und herzliche Grüsse,
c.
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Hallo crevette,
Zitatnur zu, "missbrauche" meinen Thread so oft Du nur kannst, ich lese immer sehr gerne von Dir. Naja, "gerne" vielleicht nicht im Sinn von "hach und was tun wir uns jetzt Gutes? Kucken nen kitschigen Hollywood-Film? Plündern ne Schachtel Pralinen? Nehmen n Bad in Rosenblättern? Beschäftigen uns mit nem Beitrag von Lilly?" Du weisst schon, wie ich meine!
Jo, weiß schon


Ich würde auch viel lieber mit Dir Pralinen essen, muggelich auffer Couch sitzen und dazu ne Liebesschnulze schauen
wobei wir schön bei rumflennen
. Und danach müssen wir natürlich in Rosenblättern baden, um die ganze verschmierte Schoki und das Salzwasser wieder abzukriegen. 
Und weißt Du, crevette, ich denke, ganz viele Verhaltensweisen sind auch gar nicht CO, sondern entstehen aus der ganzen Sorge um einen geliebten Menschen, das würde wohl jedem anderen genauso gehen. Und ein bisschen CO sind wir eh immer im Partnerschaften, auch normal.
ZitatDas ist bei mir dann immer der gefährliche Moment, wo ich nicht mehr um mich oder um unsere zerstörte Beziehung heule, sondern um ihn, weil es mir so leid tut, was er sich antut. Und aus dem gefährlichen Moment raus kommen mir dann eben nicht die negativen Aspekte in den Sinn, sondern sein "eigentliches Wesen", das ohne Sucht, das, für das ich die ganze Zeit gekämpft habe und gehofft habe - und eben immer noch hoffe!
Ja crevette, weiß ich. Man hofft bis zur Verzweiflung, denn manchmal kennt man das wahre Wesen des anderen noch, manchmal aber leider nicht. Gibt beides.
Und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Bloß hoffen kann man auch aus der Entfernung. Denn dem Alkie hilfts ja nix, wenn man bleibt, nur insofern, das er weiter seiner Sucht nachgehen kann.ZitatWeisst Du, wie ich meine? Dass wir (bzw. ich) es zum Loslassen irgendwie fast brauchen, den Partner auf seine negativen Seiten zu reduzieren; dass es darum hier in vielen Texten so klingt, als ob wir die Alkoholiker "verteufeln" würden, dabei bin ich sicher wir alle verteufeln bloss die Sucht und sind uns sehr wohl und sehr sehr schmerzlich bewusst, dass es unseren Partnern nicht gut geht damit, dass sie das nicht absichtlich tun, dass sie wohl nur zu gerne anders sein wollen.
Natürlich verstehe ich das, crevette. Es dient dazu, sich lösen zu können und Abstand zu gewinnen. Darum ist sowas auch okay so. Ich habe bloß immer Angst, das es mal in Hass umschlägt, in Hass einem kranken Menschen gegenüber und am Ende vielleicht allen Alkies gegenüber ? Ich verspüre hier manchmal solche Tendenzen, darum schreibe ich auch dann, damit es nicht zu arg wird.
Besser zusammenhalten, als gegeneinander arbeiten.
Und ich finde es auch gut, wie ihr hier Euch gegenseitig stützt ! Das hilft und man ist endlich nicht mehr allein, kann das Schweigen brechen, was sehr wichtig ist !ZitatWenn wir sie einfach für willenschwache A... halten würden, wären wir nicht so lange bei ihnen geblieben! Hätten wir nicht so lange gehofft, hätten nicht so viel für sie in Kauf genommen, hätten nicht sie an die erste Stelle gestellt, sondern uns.
DAS allerdings KÖNNTE CO sein, muß nicht, aber könnte.
Ein Nicht-CO wird wesentlich eher Konsequenzen ziehen und is dann wirklich einfach WECH, weil sein eigenes Leben ihm wichtiger ist, und das ist auch gut so.
Das an die erste Stelle setzen des Partners mag sich gut anhören, aber das wäre beispielsweise ganz typisches CO-Verhalten. An erster Stelle steht man immer noch selbst, Aufopferung und Abhängigkeit von einem anderen Menschen hat nämlich nix mit Liebe zu tun. Das geht mal für eine Zeitlang gut und ist dann auch okay so. Ich sag mal, wenn mein Partner sich ein Bein bricht und Hilfe braucht in der Zeit der Rekonvaleszens, steht er natürlich in dieser Zeit an erster Stelle, aber danach, wenn er sich wieder selbst helfen kann, steht man selbst wieder für sich an erster Stelle.
Das nennt man einfach gesunden Egoismus und hat nix damit zu tun, ein(e) Egozentrikerin zu sein.Es gibt aber noch „schlimmeres“ CO-Verhalten, was sich gerade in der Sucht bemerkbar macht.
In der Sucht besteht die Möglichkeit, den Partner immer wieder zum saufen zu treiben, das ist nicht besonders schwer. So hält man ihn immer somit in einer gewissen Abhängigkeit, um sein eigenes Helfersyndrom ausleben zu können. Und zwar in einer Abhängigkeit zum Alkohol und zu sich selbst. Und ich nehme an, sowas kann auch unbewußt geschehen. Aber das wäre dann schon echtes Hardcore-CO-Verhalten, aber auch das gibt esZitatWas wir alles gemacht haben, das haben wir doch darum gemacht, weil wir der felsenfesten Überzeugung waren/sind, dass der andere ein wertvoller Mensch ist, der krank ist und dem etwas schreckliches widerfährt. Für das erstbeste Schwein, dass uns unterkommt und kranke Forderungen an uns stellt würden wir das nicht tun. Wir sind ja zwar Cos, aber ganz bescheuert sind wir ja nun doch nicht!
Ja, ich weiß
. Aber oftmals geht das auch zu weit. Immer dann, wenn es an die eigene Kraft geht, an die Gesundheit der eigenen Psyche. Denn beides ist nicht unendlich verfügbar, nur für gewisse Zeiträume. Dann beginnt es, Spuren zu hinterlassen. Im schlimmsten Fall ist ein Kreislauf-Komplett-Zusammenbruch mit begleitendem psychischen Zusammenbruch die Folge. Aber auch dann wird manchmal noch nicht begonnen, sich aus der Abhängigkeit zu lösen, gibt’s auch.Unsere Krankheit hat unendlich viele Facetten, siehst schon, gelle ?
Und zwar für beide Seiten, für den CO und für den Alkie. Nicht alles ist immer so und so, oft alles vermischt und Grenzen verwischen immer mehr und mehr.ZitatUnd so sehr wir uns während wir noch mit ihm zusammen waren auf diese "verschütteten" positiven Seiten unseres Partners konzentriert haben (so sehr, dass wir alles andere und uns selber dabei aus den Augen verlieren konnten!) müssen wir das jetzt ausblenden, um loslassen zu können. Darum darfst Du bitte nicht meinen, dass wir vergessen haben, worum es geht, nämlich um eine schreckliche Krankheit!
Nein, crevette, das meine ich ganz sicher nicht. Ich versteh das alles schon so, wie es gemeint ist, keine Bange.
Und ich weiß, wie schwer der Weg aus der CO-Abhängigkeit ist, ich vermute sogar, viel schwerer, als trocken werden zu können. Denn damit endet sie keinesfalls, damit beginnt erst ein schwieriger Weg für den CO, sollte die Partnerschaft weiterhin bestehen. Sehr gut zu sehen bei bokins beispielsweise. Auch dann ist die Loslösung notwendig, also ist sie das so oder so. Aber alles nicht so einfach und ich bewundere Paare, die das gemeinsam schaffen, ABER ES GIBT SIE !! Ich sehe sie in meiner Realen und ich weiß auch, wie hart beide dran gearbeitet haben, am Ende hat es sie aber zusammengeschweißt, diesen schweren Weg miteinander zu gehen. Durch endlose Gespräche, eigene Theras für CO`s etc.
Ich habe auch dort gehört, das es für CO`s dementsprechende Wochenendseminare gibt, vielleicht wäre sowas auch für den einen oder anderen hier was ? Müßt ihr mal evtl. nach googeln ? Mir war das auch neu und ich fand das eigentlich gut und die Betroffenen waren sehr zufrieden damit.LG
Lilly -
Tja, wir und unsere Lektionen - eigentlich denkt man man weiss das der Alkohol eine Droge ist - ich war mir nicht annäherend darüber im klaren, was das Endresultat sein kann oder bei mir ist.
Hass - ja, eine gefährliche Kombination weil sie ein Zusammenwirken von wut, Enttäuschung, Verletzung ect. wird, was alle erleiden wenn eine Bezeihung endet.
Und es ist auch verdammt schwer, liebe Lilly, konstant jedes Manöver mit der Krankheit zu entschuldigen (auch wenn sie dafür sorgt) Schau, mein Ex bringt jede Menge Stories wie er wolle das Wochenende mit mir verbringen, SMS Schatz, SMS frühstücken wir zusammen ect. Gleichzeitig ist er aufgrund seiner Krankheit eigentlich gar nicht mehr in der Lage zu wissen was er will bzw. warum er mich Schatz nennt (ausser eben um mich in Muster zu pressen). Das sind Momente, da muss ich mich konzentrieren und wirklich auf die Krankheit achten um nicht selber unfair zu werden. Unfair fair - wo soll man das unterscheiden? Wir geben uns doch nur als Spielfiguren her damit der Suchtkranke uns herumschiebt, was wir geschehen lassen - aber auch wenn wir aufwachen und es zumindest zu einem sauberen Abschluss bringen wollen ist er zumeist zu krank einen solchen Abschluss zu ermöglichen. Eigentlich gehen wir immer mit dem Ende einer Beziehung, welche nie sauber abgeschlossen - oder selten - werden konnte.
Lieben Gruß von Dagmar
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Liebe crevette!
Ich kann dich so gut verstehen!
Dieses Reduzieren des Partners auf seien negativen Seiten (die er ja ehrlich gesagt auch meist gekonnt in Szene setzt
)...
Ich komme mir dabei auch manchmal so mies vor und genau das ist es ja auch, warum wir dann auf Vorwürfe (Zitat meines Mannes:"so wie DU mich behandelst, ist das ja kein Wunder") so klasse anspringen!
Auch ich weiß, dass mein Mann "eigentlich" ein feiner Kerl ist, dass er ein "gutes Herz" hat! Aber dass der Alkohol das alles leider bestens "zuzuschütten" vermag!
Lilly, ich kann mich crevette hier auch nur anschließen: deine Beiträge sind echt Gold wert!!!
Und auch ich bin dir total dankbar für deine oftmals "schonungslos offenen", Denkanstöße!Liebe Grüße
fish
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Hallo zusammen!
Sorry, dass ich micht nicht gemeldet habe, aber ich war übers Wochenende spontan bei meinen Eltern, hab's mir gut gehen lassen, war sogar am EM-Viertelsfinal - ich mausere mich noch zum absoluten Fussball-Fan
ist eine feine Ablenkung, man trifft Leute (da war so ein wirklich netter juger Herr von der englischen Presse, very nice! ;)) und wenn das Wetter auch noch mitspielt gibt das ganz klasse Sommerabende!
Hm, was mach ich bloss nach der EM??? 
Aber ich schaffe es immer noch nicht, bei allen Sachen, die ich so unternehme nicht dauernd zu denken wie gerne ich sie mit ihm zusammen machen würde und wie sehr er mir fehlt.
Und das ganz idiotische daran ist ja, dass er ja in den letzten Jahren sowieso nur noch selten was mit mir unternommen hat, schliesslich musste ja getrunken werden. Aber wenn ich da dann was alleine unternommen habe, dann konnte ich ihm immerhin danach davon erzählen und so. Und das fehlt mir jetzt auch.
Ist das normal? Naja, und dann erzähl ich's halt Euch hier, das mit der EM und den netten Engländern. Danke fürs Zuhören! 
Und da bin ich wieder mit meinem blödsinnigen Situation, dass ich noch zu gerne Kontakt haben möchte (ich weiss, ich weiss, ich weiss: nicht gut!!!) und er prima klar kommt ohne mich.
Und dass ich mir wünschen würde, wenn ich mich in Bezug auf Kontaktaufnahme gegen ihn "wehren" könnte, statt mich gegen mich selber wehren zu müssen! 
Und ich versuche immer noch zu verstehen, wo die Grenze zwischen "normal" und "co" ist, aber irgendwie ist das beim Co schwieriger zu ziehen als beim Alkohol, oder meine ich das bloss? Oder ist es beim Trinken einfacher, weil es da nur um eine Verhaltensweise geht, nämlich das Trinken und beim Co um so viel verschiedene Dinge? Wobei es ja auch nicht nur ums Trinken geht, am Trinken hängt ja auch ein ganzer Rattenschwanz anderer kranker Verhaltensweisen mit dran! Argh! Und vielleicht darf ich gar nicht versuchen, "normal" und "co" so voneinander abzugrenzen, weil ich sonst in Versuchung gerate, "normale" Dinge weiter zu machen? Mir Sorgen machen um ihn ist "normal", also darf ich das, also darf ich ihn anrufen, um zu fragen, wie's ihm geht? Hiiilfe, wäre das so was wie "kontrolliertes Trinken" für Cos???!
Verflixt, das ist doch alles Quatsch! Ich hab das Gefühl, dass ich keine Fortschritte mache. Oder noch schlimmer: ich merke, dass ich dabei bin, Fortschritte zu machen und irgendwie will ich das gar nicht und dann stell ich mich irgendwie fast absichtlich blöd an - ist das möglich? Das passiert Euch nicht, oder? Dass ich mich z.B. über gewisse rechtliche Fragen, die ja bei einer Trennung auch aufkommen informiere (und das ist doch ein Fortschritt, oder?) und danach aber hingeh und mir Fotos von früher anschaue, obwohl ich doch weiss, was das wieder auslöst.

Grrr... da schreibe ich ausnahmsweise mal nicht mitten in der Nacht und das Resultat ist kein Bisschen sinnvoller!
Ich lass es jetzt bleiben! Bis später wieder und Euch allen einen guten Start in die Woche!Liebe Grüsse,
c.
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Weißt Du, liebe Crevette, ich glaube es ist gar nicht wichtig zu differenzieren zwischen Co und normal. Mir müssen versuchen uns zu beleuchten und die Dinge mit denen wir klar kommen oder nicht klar kommen. Ob das Ding nun Coabhängigkeit heisst, Beziehungssucht oder die einfach ganz normale Trauerphase nach einer Trennung gibt sich gegenseitig, glaube ich, nichts.
Diese Sorgen mache ich mir heute nicht mehr, machte ich mir früher auch. Seine Mutter sagte mal zu mir, "nicht das ein Unfall passiert ist". Damals konnte ich nur antworten "Höchstens ein Bett- oder Alkoholunfall" so sehe ich das noch heute und habe damit auch keine Probleme mehr. Für mich dauerte das ein paar Wochen, aber nicht viele. So wird es Dir auch gehen. Es ist ja alles noch so frisch.
Das passiert uns nicht? HAha liebe Crevette - ich bin heute nacht in Tränen ausgebrochen weil er das Wort Liebe in den Mund nahm. Meine ganzen Verletzungen brachen auf und sagte unter Tränen dass er nicht das Recht habe über Liebe zu reden, da er nicht lieben könne sondern andere Menschen benutze.
Rückschritt - kein Fortschritt - ich weiss nicht wie ich das nennen soll. Nur das es mir nicht gut tat, ich ihm gezeigt habe dass es noch weh tut, Munition für weitere Spiele gegeben habe und mit mir selber etwas unzufrieden bin, weil ich weder Vorhaltungen noch Emotionen, geschweige denn Anklagen, in den Kontakt bringen wollte.Fotos sehe ich mir keine mehr an. Das täte mir weh, unsere letzten Zeiten waren nicht gut, ich habe keine Fotos der letzten Jahre und ich denke, das ist gut so.
Ach ob etwas sinnvoll ist, liebe Crevette, werden wir alle erst sehr viel später erfahren. Es sind alles Schritte auf unseren langen Wegen - Teilschritte -
Weißt Du, liebe Crevette, so viel habe ich über den Kopf verstanden, ins Herz geschickt und dennoch kämpfe ich jeden Tag neu. Ich habe verstanden, dass ein Alkoholkranker (auch wenn es wohl gestern "nur 1 Bier" war um mir zu beweisen dass er keine Alkoholkrankheit hat) einfach überfordert ist über Gefühle zu sprechen oder zu analysieren und dennoch trifft es mich ganz, ganz tief.
Schau, bei meinem Ex-Partner kristallisiert sich nun heraus, dass er recht deutlich auf die Nase gefallen ist was seinen Versuch der Ablenkung betrifft. IN der Übersetzung: es läuft dort weder partnerschaftliches, noch Sex, im Gegenteil - die Lady hat mehrere Baustellen, die sie je nach Wunsch bedient. Hier decken sich ausnahmsweise seine Informationen mit denen aus dem Umfeld.
Das aber alles ändert ja nichts daran, dass Gefühle, Emotionen, Alkohol und Narzismus gemeinsam ein so desolates Bild vermitteln, dass wir als Angehörige fast nur verletzt werden können. Für mich fand ich es nur nicht gut dass ich reagiert habe. Ich hätte einfach gehen sollen. Mir weder diese Stories anhören (die ich nicht kommentiert habe) noch meine Verletzungen sichtbar werden zu lassen. Aber ich bin leider Mensch - und leider ziemlich eng und nah - und leider auch ehrlich - mit meinen Gefühlen.
Lieben Gruß von Dagmar
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Zitat von crevette
Hallo zusammen!
Sorry, dass ich micht nicht gemeldet habe, aber ich war übers Wochenende spontan bei meinen Eltern, hab's mir gut gehen lassen, war sogar am EM-Viertelsfinal - ich mausere mich noch zum absoluten Fussball-Fan
ist eine feine Ablenkung, man trifft Leute (da war so ein wirklich netter juger Herr von der englischen Presse, very nice! ;)) und wenn das Wetter auch noch mitspielt gibt das ganz klasse Sommerabende!
Hm, was mach ich bloss nach der EM??? 
NA, so soll es doch auch sein.. raus.Spaß haben ... ist doch eine Super Sache..
Zitat von crevette
Aber ich schaffe es immer noch nicht, bei allen Sachen, die ich so unternehme nicht dauernd zu denken wie gerne ich sie mit ihm zusammen machen würde und wie sehr er mir fehlt.
Und das ganz idiotische daran ist ja, dass er ja in den letzten Jahren sowieso nur noch selten was mit mir unternommen hat, schliesslich musste ja getrunken werden. Aber wenn ich da dann was alleine unternommen habe, dann konnte ich ihm immerhin danach davon erzählen und so. Und das fehlt mir jetzt auch.
Ist das normal? Naja, und dann erzähl ich's halt Euch hier, das mit der EM und den netten Engländern. Danke fürs Zuhören! 
Das Gefühl kenne ich nur zur Genüge..
Und ich für meinen Fall hab es in die Co-seite geordnet...Ich denke, dass wir uns da erinnerungsmäßig schwer was vormachen...Schreibst ja auch, dass ihr die letzten Jahr kaum mehr zusammen was gemacht habt...siehste.. was ich meine..
Zitat von crevette
Und da bin ich wieder mit meinem blödsinnigen Situation, dass ich noch zu gerne Kontakt haben möchte (ich weiss, ich weiss, ich weiss: nicht gut!!!) und er prima klar kommt ohne mich.
Und dass ich mir wünschen würde, wenn ich mich in Bezug auf Kontaktaufnahme gegen ihn "wehren" könnte, statt mich gegen mich selber wehren zu müssen! 
Tja, auch diese wünsche kenne ich..würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass es mir fremd ist... ABER... es ist langsam leichter geworden drauf zu schauen und zu erkennen..was da in mir spricht.. und so komm ich schneller aus dem Gedankenkarussel raus.. Gib dir Zeit , meine Liebe..
Zitat von crevette
Und ich versuche immer noch zu verstehen, wo die Grenze zwischen "normal" und "co" ist, aber irgendwie ist das beim Co schwieriger zu ziehen als beim Alkohol, oder meine ich das bloss? Oder ist es beim Trinken einfacher, weil es da nur um eine Verhaltensweise geht, nämlich das Trinken und beim Co um so viel verschiedene Dinge? Wobei es ja auch nicht nur ums Trinken geht, am Trinken hängt ja auch ein ganzer Rattenschwanz anderer kranker Verhaltensweisen mit dran! Argh! Und vielleicht darf ich gar nicht versuchen, "normal" und "co" so voneinander abzugrenzen, weil ich sonst in Versuchung gerate, "normale" Dinge weiter zu machen? Mir Sorgen machen um ihn ist "normal", also darf ich das, also darf ich ihn anrufen, um zu fragen, wie's ihm geht? Hiiilfe, wäre das so was wie "kontrolliertes Trinken" für Cos???!Man kann es glaub ich nicht klar pauschalisieren und einordnen.. ich habe angefangen , für mich MEINE ungesunden Anteile herauszufiltern..dabei helfen mir Therapiegespräche, Gespräche mit ner sehr nahestehenden Kollegin und hier das Forum.. Vor drei Monaten hätte ich innerlich noch gejubelt bei dem Vorschlag, dass das JA ihm auferlegt eine Therapie zu machen, wenn er seine Kids sehen will..heut steh ich drüber und denke..wie bescheuert.. was soll ne gezwungene Therapie denn bitteschön bringen??? Da ist ein Rückfall doch schn vorpragrammiert...Ich bezeichne mein Denken vor drei Monaten aus heutiger Sicht, als stark co-gesteuert..
Und das Anrufen..ja, das ist ein guter Vergleich, den du da bringst.. hat was vom kontrolliertem trinken.. (na, immer noch Lust ihn anzurufen??)
Zitat von crevette
Verflixt, das ist doch alles Quatsch! Ich hab das Gefühl, dass ich keine Fortschritte mache. Oder noch schlimmer: ich merke, dass ich dabei bin, Fortschritte zu machen und irgendwie will ich das gar nicht und dann stell ich mich irgendwie fast absichtlich blöd an - ist das möglich?Das meinst du nur... denk dran.. wie stoffel schrieb..2 Schritte vor...einen zurück!!! Damit sicherst du deinen neuen Weg.. man schaut zurück..geht vielleicht einen Schritt zurück und schaut nochmal auf ihn, das drumherum.. die Zeitabstände, wann uns die nüchterne Realität zeigt, warum wir uns auf diesem steinigen Weg gemacht haben werden kürzer..
In Liebe loslassen....Zitat von crevette
Das passiert Euch nicht, oder? Dass ich mich z.B. über gewisse rechtliche Fragen, die ja bei einer Trennung auch aufkommen informiere (und das ist doch ein Fortschritt, oder?) und danach aber hingeh und mir Fotos von früher anschaue, obwohl ich doch weiss, was das wieder auslöst.
Doch... aber auch du drehst dich um und gehst auf deinem neuen Weg weiter.....genau wie wir..
GvlG Tihaso -
Hallo crevette,
wenn ich in deinem Thread lese, lese ich wie in einem Spiegelbild von mir.
Auch ich beschränke meinen (EX)-Partner auf die negativen seiten, nicht weil er keine positiven hat, nein, weil es sonst zu sehr weh tut.
Erst bei unserem letzten gespräch sagte ich zu ihm, das ich einen anderen als den kranken kennen gelernt und geliebt habe.Und genauso fehlt es mir wie dir, das erlebte mit ihm auszutauschen, mit ihm gemeinsam etwas zu unternehemen und und und.
Eben vor ein paar minuten habe ich sinngemäß das gleiche geschrieben, eben mit meinen Worten, die bei weitem noch nicht so klar rüberkommen, wie bei dir.
Ich habe ihm sogar einiges aus dem Netz ausgedruckt und ihn direkt auf das Thema Therapie, Alkoholsucht usw. gestossen- viel Interesse habe ich nicht gesehen, und ich habe mich gefragt, warum ich DAS nun wieder gemacht habe.
So, jetzt muss ich mal in die Heija, ist schon wieder so spät und ich steh morgens immer um sechs uhr auf.
Halt die Ohren steiff und machs gut,
liebe grüsse riverdance -
Was ich nie gemacht habe, weil ich bei meinem Ex keinen Sinn darin sehe, das Wort Therapie in den Raum zu stellen. Denn eine Therapie folgt der Krankheitseinsicht. Solange die nicht da ist, ist meiner Meinung nach ein Drängen nach Therapie eine Art Vergewaltigung.
Ich habe meinem Ex gesagt, dass ich nicht bereit bin, mir seinen Absturz anzusehen. Wenn er sein gewalttätiges Verhalten gut findet und die Tatsache, dass er im Ort die meistgehassteste Person ist, so ist das seine Sache - ich will daran nicht beteiligt sein.
So, nun wurde auch ich ausgetauscht - in eine Gesellschaftstrinkerin. Schien am Anfang klasse zu sein - ungestört zu trinken, Gesellschaft zu haben und sich selber in einem tollen Licht darzustellen. Blenden und geblendet werden.
Denn irgendwann schien es wohl so zu sein, dass die Gesellschaftstrinker sich gegenseitig schlecht ertragen konnten. Ich fände es ehrlich gesagt sehr schade, wenn die beiden sich jetzt schon ihr gemeinsames Hobby aufgeben (er kämpft wie ein Wolf um mich, derzeit als "Beweis" sogar ohne Alkohol) denn ich muss noch meinen Umzug vorbereiten und viel packen
und das mache ich gerne in Ruhe.Seid nicht eifersüchtig auf die "Neuen" - meiner hat mal zugegeben, dass er Angst habe dass ich mit ihm Schluss mache und das mit seinem Ego nicht in Einklang zu bringen wäre. Da wäre es einfacher gewesen mich abzuservieren und keine unangenehmen Wahrheiten hören zu müssen.
Nun gut, die "Neuen" trinken vielleicht mit, lassen neue Spiele spielen und werden am Schluss in selbiger Situation sein wie wir .... nur schneller ... nur schlimmer....
Im Fall meines Ex sieht es so aus, dass die beiden Gesellschaftstrinker sich das Leben gegenseitig schwer gemacht haben und sich eigentlich komplett gegenseitig - von Anfang an - belogen zu haben dass es kracht. Jeder hat ein Bild aufgebaut, dass er / sie nicht halten konnte. Ich war nicht dabei, kenne natürlich nicht die Situationen, die dort wirklich herrschen. Aber totale Abstürze nach solchen neuen Kontakten sprechen nicht unbedingt für glückliche Zeiten.
Ich selber habe alle Themen zum Bereich Alk einmal beim Namen genannt - das war für mich wichtig - das war es dann. Alles weitere interessiert mich nicht, ist seine Sache und sein Körper. Er hat einen Arzt, interessiert ihn sein Leben, so muss er mit diesem darüber sprechen. Ist er Alkoholiker oder Alkoholkrank ist mir egal - denn ich weiß es nicht - will es nicht mehr wissen - und bin selber keines von beiden, was er ist oder nicht ist - was ihn interessiert oder was nicht entzieht sich meinem "Aufgabenkreis".
Ich selber habe eigentlich nie gegen den Alk gekämpft - das Duo Gesellschaftstrinker und Alk ist eines, gegen das ich nicht ankomme - somit kann ich es lassen. Das habe ich übrigens auch ausgesprochen.
Positive Seiten - negative Seiten - nach nunmehr vielen Wochen intressiert mich das nun auch nicht mehr. Er ist was er ist - er soll leben was er will - vielleicht mit mir - vielleicht ohne mir - alles das ist einfach im Moment egal. Komme ich mit ihm klar, so kann sein, dass ich sehr wohl Fahrrad mit ihm fahre. Hat er eine Art, die ich nicht ertragen will, dann eben nicht. Mein Leben wird dadurch nicht ärmer oder reicher, besser oder schlechter.
Ich habe immer festgehalten an dem, was oder wie er mal war. Verdammt, dabei bin ich aber doch stehen geblieben. Verlange von ihm so zu sein wie vor 8 Jahren und verdonnere mich selber zu Stagnation. Genau das war es am Schluss nämlich.
Ich selber entwickle und verändere mich seit 9 Monaten, beständig - er seit dem Ende der Beziehung vor rund 2 Monaten. Wohin wir uns entwickeln ist erstmal egal - denn jeder geht jetzt seine Richtung, treffen wir uns mal zwischendurch o.k., treffen wir uns nicht genauso o.k.
Wir haben in allen den Jahren wenig unternommen, woran ich massgeblich mit schuldig war: unter Alk wollte ich mit ihm nicht unter Menschen sein! Gut, er will nun etwas mit mir unternehmen. Meine Aussage ohne Alk gilt noch immer - also sein Ding, ob er es schafft oder nicht. Ich fahre immer nüchtern Fahrrad - ich muss es nicht mit ihm....
Ich will damit nur sagen lasst Euch nicht unterkriegen dadurch, dass ihr ersetzt worden seid. Ihr dürft das nicht so sehen, als hätte Euch ein klar denkender Mensch ausgetauscht. Diese Menschen, die uns ersetzt haben, die hätten glaube ich lieber in sich selber etwas ersetzt oder ausgetauscht. Da das aber ein schwerer Weg ist sind sie den einfacheren gegangen.
Nie, nie, nie wollte oder konnte ich verstehen, warum es immer auf dieses "loslassen" hinaus läuft. Nun sehe ich es am praktischen Beispiel. Derjenige, dem ich alle Aufmerksam - ob positiv oder negativ zukommen ließ - der bekommt nun keine mir von mir. Uuups Defizit - da fehlt wohl was.... der Ersatz, nun der konnte nicht so richtig funktionieren weil sich ja hier zwei gleichgesinnte, berechnende Personen trafen....
Glaubt Ihr wirklich dass unsere Kranken nicht zwischendurch spüren dass etwas schief läuft. Schief läuft weil wir loslassen und uns selber an die Hand nehmen. Nicht nur, dass wir ihnen nicht mehr helfen, nicht nur, dass wir ihr Ego nicht mehr pflegen und hätscheln, sondern auch die vermeintliche Verbesserung durch einen Austauschpartner könnte ein schales Gefühl hinterlassen.
Aber dieses schale Gefühl, dieses mangelnde Streicheln des Egos, das können sie nur verspüren wenn wir alle loslassen.
Lieben Gruß von Dagmar
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Hallo alle zusammen!
Ich bin's wieder. Ich habe gestern wieder eine Million Rückschritte gemacht und hab das Gefühl, irgendwie stehe ich jetzt nach mehr als zwei Monaten wieder ganz am Anfang, bloss mit einem zweimonatigen Energie-Defizit und einfach nur fix und fertig.

Mein Mann hat mich ja gegen eine "ganz gross Liebe" ausgetauscht, die er sich im Ausland "eingekauft" hat und jetzt war er wieder im Urlaub bei ihr und er will sie jetzt auch hierher holen. Und dazu braucht sie ein Visum und um das zu besorgen braucht er von mir sowas wie eine Bestätigung, dass wir getrennt sind. Abgesehen davon, dass mir das das Herz bricht (immer noch, trotz allem
ich bin so dämlich!!!), kann ich doch jetzt nicht einfach irgendwas unterschrieben, von dem ich nicht weiss, was es für rechtliche Konsequenzen hat! Aber er will das jetzt dringend, jetzt gleich, er tönt wie in den Situationen, in denen er trinken "muss" und alles schnell gehen muss und nichts anderes mehr existiert. So schlimm! Und er setzt mich unter Druck, ich müsse ihm doch helfen (er mir ja nie!), ich könne ihn doch nicht hängenlassen (ich ihn nicht, nee, er mich schon!), wenn ich nicht kooperativ sei, dann werde es einen hässlichen Kampf geben, und und und.
Ich will das alles nicht! Und jetzt ruft er mich dauernd an, gestern haben wir die halbe Nacht telefoniert, und als ich dann doch noch eingeschlafen bin hat er nochmals angerufen so gegen vier morgens. 
Und müsste ich jetzt nicht konsequent loslassen und ihm seine Freiheit geben?

Andererseits kann ich mich doch nicht so erpressen lassen, ihm jetzt alle Steine (inkl. mich selber :() aus dem Weg zu räumen, damit wieder alles nach seinem Willen klappt!
Und was ist mit mir?!Sorry, das hat irgendwie nichts mit Alkohol und Co zu tun, bloss mit einer Trennung. Ich weiss jetzt nicht mal, ob ich vielleicht gar nicht hier ins Forum gehöre und als blinder Passagier gar nicht hier sein dürfte?
Aber es hilft so, hier zu sein.Ach Mist, mir geht's nicht gut, sorry! Ich schicke das hier jetzt trotzdem ab - und scon klingelt wieder das Telefon...

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Ganz langsam liebe Crevette, Deinen Herzschmerz kann ich leider nicht lindern, würde ich gerne, geht aber leider nicht. Gerne würde ich Dir aber aus dem was ich in den letzten drei Monaten erlebt habe ein paar Ansätze mitgeben.
Ähnliches habe ich erlebt als mein Ex mich gegen die Gesellschaftstrinkerin eintauschte. Die Überheblichkeit war riesig, sein Gefühl ungerecht behandelt worden zu sein und das damit zusammenhängende Gefühl deshalb alles fordern zu können.
In Deinem Fall würde ich mich erstmal mit einem Rechtsanwalt kurzschließen, dass der das rechtliche klärt, sollte es zu einer Trennung kommen, dann ist der Rechtsanwalt von Anfang an eingebunden.
Die Aktionen die mein Ex brachte, stellen jetzt im nachhinein, die Frage ob es ein Unterdrucksetzen war wegen der neuen oder Spiele auf die alten - also uns - noch wirken zu können. Ich denke, egal, was Du oder ich machen, es wird schon noch eine Zeit lang so ein hin- und her von unseren Kranken mit sich bringen.
Loslassen - ja loslassen - nur das ist wichtig - zum ersten für Dich, auch wenn es langsamer geht als Du möchtest. Zum zweiten um ihn seinen neuen Stress in vollen Zügen genießen zu lassen. Glaubst denn Du, dass er überhaupt in der Lage ist alle notwendigen Schritte durchzuführen? Na, ich selber bin mir da nicht so sicher....
Glaubst Du wirklich, das wird ein Zuckerschlecken wenn sie da sein sollte und er der Chef des Hauses ist und Wohnung und alles andere besorgen muss? Glaubst du wirklich, sein Gefühl ist gut mit einer Ex-Prostituierten ein Leben aufzubauen, von der er sich ja nicht sicher sein kann ob sie ihn liebt, hierher kommt weil sie in ein anderes Land will ect.
Es tut weh Crevette - und es wird Dich Tränen kosten, ich selber habe mich oft gefragt, ob mein Leben noch sinn bringt - ohne JOb, ohne "Liebe" - aber nur so können sie fallen, stürzen, sich die Hacken brechen bei ihren eigenen Sturzflügen.
Liebe Crevette, meine Beziehung war schon lange nicht mehr gut - auch ich selber habe daran ein Stück beigetragen. Wir waren so oder so am Ende. Mein Umzug steht ins Haus er beginnt zu kämpfen wie ein Löwe - vielleicht Spiel, vielleicht Bewußtsein, vielleicht nur ein paar Tage. Vermutlich nur ein paar Tage und dann eine Fortsetzung seiner letzten Woche, aber das ist gut so!
Erstens muss ich noch viel packen um später dann umzuziehen, das ist besser ohne ihm. Ich habe ihm die Freiheit gegeben, mich interessiert nicht mehr was mit der Gesellschaftstrinkerin ist. Er hat selber durch Ausschalten alles Hirns und durch massig Abstürze bewiesen, dass es mir "ihr" nur tiefer geht. Sein Ding also!
Ich wäre unglücklich, wenn mein Ex heute abend hier ist, er muss in ihre Region zum Zahnarzt. Ich will Ruhe haben und bewußt mit der Situation umgehen und ich weiß, daß die beiden Menschen - die beide nicht gut mit Verantwortung gesegnet sind wenn sie unter Alk stehen - weder gut für sich selber geschweige denn für den anderen sorgen können. Nur so können diese Menschen entweder begreifen dass sie etwas ändern müssen oder in dem Kreis unter Niveau bleiben.Crevette, so pervers es auch klingt - ist es Liebe so kann jetzt eine Chance erwachsen - wenn Ihr miteinander umgehen könnt und neu anfangen. Ist er am Ende, dann ist es Dein Anfang.
Ich selber habe eines erkannt - ich benötige jetzt den Auszug von ihm, egal wie er kämpft was er einsieht oder nicht, sollte er es mal schnallen und wir tatsächlich uns neu kennenlernen wollen, so geht das niemals an den Orten wo wir miteinander nachlässig umgegangen waren. In dem Haus in dem wir hier derzeit leben, schweben so viele Muster und so viel Schmerz, dass KEIN Neuanfang möglich wäre.
Ich für mich weiß, ich muss gehen, ich gehe alleine und dann werde ich für mich entscheiden was ich weiter will - aber durch dieses Wissen habe ich ganz, ganz viel Abstand, empfinde viel weniger Schmerz und ich weiss gar nicht wie ich es ausdrücken soll - mir ist egal, was geschah, meine Verletzungen sind am abheilen. Ich empfinde weder Hass, noch Wut, noch Hoffnung oder Eifersucht - 8 Jahre waren - die sind vorbei!
Gibt es einen Neuanfang, was ich bei mir für unwahrscheinlich halte, dann muss auch der bei NULL beginnen.
Irgendwann war es mir egal, ob mein Ex seinen Willen durchsetzt oder nicht, was hat sein Willen und sein Leben oder seine Handlungen noch mit meinem zu tun. Nur muss ich mich absichern, dass ich durch seine Handlungen keinen Nachteil erlange. Ansonsten kann er tun was er will - wie er will und so lange er will.
Vielleicht bin ich in ein paar Tagen wieder traurig oder schwächer, das weiß ich nicht - aber auch wenn, dann ist es wieder nur ein Schritt weiter und eine weitere Phase, die ich abarbeite in meiner Seele.
Lass Dich nicht umwehen von dem starken Wind, der derzeit auf Dich zukommt!
Lieben Gruß von Dagmar
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