8er-Bahn von Kopf bis Herz

  • [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/cosgan.de/images/midi/froehlich/a035.gif] DU MACHST ES SOGAR SUPER!!!!weiter so...
    hast bestimmt nen supertollen Abend...(gehabt)
    Ich war nur on the road..

    zum Thema Kids:

    ich geb dir Recht, es ist das größte Geschenk..macht aber gerade diese Situation ungleich schwieriger.. Ich weiß, dass das JA Auflagen machen kann...aber ich werde ihn halt wissen lassen, dass ich die Kids nicht zu ihm lasse,wenn er nicht nachgewiesenermaßen trocken und clean ist..soll er doch klagen.. [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/cosgan.de/images/more/schilder/030.gif]


    Zitat von crevette

    Es ist schlimm, ich habe mir immer so unendlich sehr Kinder gewünscht und ich darf gar nicht dran denken, dass ich vielleicht gar nie Kinder haben werde jetzt Weinen

    vielleicht hört sich das jetzt blöd an, aber wer weiß, was das Leben noch für dich bereit hält? Stehen noch so viele schöne Dinge an deinem Lebensweg, von denen du noch nichts ahnst.. :wink:
    [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/cosgan.de/images/more/bigs/a170.gif] wer weiß jetzt schon, welche Kindern dir noch begegnen werden..oder welche anderen tollen Dinge?

    Ich finde es toll, wie du dich auf den Weg gemacht hast...ehrlich [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/cosgan.de/images/smilie/froehlich/a020.gif][Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/cosgan.de/images/smilie/froehlich/k025.gif][Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/cosgan.de/images/smilie/froehlich/k020.gif]

    wie stoffel immer schrieb:Zwei Schritte vor und einen zurück...hey, wir schaffen das!!!!!!
    So, wir lesen uns..übrigens ist blöde Spritze [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/cosgan.de/images/smilie/muede/s050.gif] am letzten Schultag ..ich glaub 25.6
    Soderle, meine Liebe..ich mach mich jetzt wirder weg hier [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/cosgan.de/images/smilie/muede/t010.gif] Bin doch sehr [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/cosgan.de/images/midi/muede/b020.gif][Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/cosgan.de/images/midi/muede/d025.gif]

    Schlaf gut..nach dem spannenden Fußballabend..Tihaso

    co-abhängig...Sich auf den Weg machen - egal wie schwer er ist!!!

  • Oh Mann, Tihaso, nee!!!

    Da setz ich mich ausnahmsweise mal nicht schon in "wässriger" Stimmung an den Computer und freu mich, dass ich (auch wenn "wir" das Spiel verloren haben) einen Abend bravourös mit voller Ablenkung hinbekommen hab und da schreibst Du mir so liebe Sachen und dass ich es gut mache und so und schon flenne ich wieder in meine Tastatur! :)

    Vielen Dank, dass Du mir immer antwortest und mich so aufmunterst und alles, das ist wirklich genial! Vielen vielen Dank!

    Und klar, ich weiss, ich bin noch jung und da sind noch so viele Chancen offen im Leben und und und... aber ich wollte doch bloss die eine Chance kriegen! Die, dass es ohne Alkohol mit ihm und mir so wird, wie wir es uns eigentlich gewünscht hatten. :( Weisst Du, irgendwo kann ich es einfach immer noch nicht glauben, dass jetzt alles fertig ist. :cry: Ach Mist, von wegen ich mach das super, gar nicht wahr, im Gegenteil. :( Aber ich schreibe und lese im Forum hier und irgendwie wird das schon werden...

    Nochmals herzlichen Dank und liebe Grüsse,

    c.

  • Ach, liebe crevette,
    unsere Achterbahnen haben wir so lange gehabt, dass es jetzt ungewohnt ist, dass es nicht berg und tal entlang gehen soll.

    Schau, wenn es eine Chance gibt, dann durch Grenzen setzen. Dadurch, dass Du sagst ich bin auch jemand. Garantien, dass die Partnerseite aufwacht hat niemand, aber ich befürchte es gibt eine Garantie: "so weiter zu machen ist unser Untergang".

    Auch ich erlebe hier Tag für Tag solche Berg- und Talfahrten. Vor rund 6 Wochen ging die Beziehung den Bach runter und "er" wohl irgendwie auch. Rappelt sich zwischendurch mal hoch - spielt Spiele - oder versucht so wie derzeit "essen wir morgen zusammen, ich koche für Dich". Alles schön und gut - ist aber nicht der Ansatz in die Richtung: "Ich koche mir meine Bewältigung der Sucht".

    Komischerweise kommen diese "Versuche" aber erst nachdem ich mich so was von klar abgrenze. Unabhängig, dass ich bei mir bzw. meinem Ex keine Chance sehe, so ist es doch so, dass nur die eigene Beständigkeit zu zeigen scheint dass es nicht mehr so geht wie früher. Egal, wie anders es geht - auch möglich, dass es bei Euch wieder ein "wir" gibt - aber alles das scheint nur möglich zu sein, wenn wir unser Verhalten verändern, welches wir innerhalb der Beziehung hatten.

    Ich kann in meinem Fall sagen: 6 Wochen Trennung, alle denkbaren (und undenkbaren) Spiele wurden von ihm gespielt mich in alte Muster zu drängen. Seit gestern wird nun ein neues "Spiel" gespielt, welches aber (derzeit) meine Grenzen erlaubt und in welchem ich recht emotionslos das sagen kann, was passend ist. Er wollte heute für mich kochen, worauf ich ihm nur sagen konnte: "in der Vergangenheit hat sich erwiesen daß Versprechungen nicht eingehalten werden, deshalb möchte ich darauf nicht bauen."

    Hält er sich an seine Zeitversprechung schön, wenn nicht, so geht es wie in der Vergangenheit - ich versorge mich selber zu meinem gewünschten Zeitpunkt. Das was ich früher nicht konnte, beginnt mir jetzt zu gelingen: mein Leben zu leben ohne auf ihn zu "warten" oder mich nach "ihm zu richten" das aber geht alles nur mit Abstand, bei mir auch mit dem Bewußtsein bald ausziehen zu dürfen und in seiner Abwesenheit meine Kartons zu packen, meine Kiefernmöbel mich Öl einzulassen, meine Lampen zu kaufen und ich mich auf mein Leben vorzubereiten.

    Ich glaube für mich persönlich, nur durch dieses Wissen der Planung um mein alleiniges, zukünftiges Leben gewinne ich an Stärke, Bewußtsein und der Möglichkeit ihm klar zu machen "bei mir läuft es, wenn es bei Dir nicht läuft, so musst Du Dir überlegen, woran es liegt, was Dich hemmt...."

    Schau crevette, wenn es eine Chance für Euch gibt, nur dadurch, dass Du vorlebst ohne Suchtmittel Dein Leben in die Hand zu nehmen. Pur alles zu ertragen, auch wenn es noch so schwer ist. Einfach zu zeigen und nicht davon zu reden.

    Bei meinen Katzen habe ich es auch so gemacht, ich habe mich um die Streuner gekümmert, auf eigene Kosten kastriert und einfach vorgelebt was gemacht werden muss. Damals war die Presse sehr angetan von diesem "selber vorleben". Und ich denke, das ist es im Leben: hohle Worte werden viel zu viele gedroschen - Gedanken umsetzen in die Tat - zeigen wie es auch geht.

    Niemand muss es nachmachen - aber jeder sieht es kann gehen!!! Also: halt Dich tapfer!!!

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe Dagmar,

    Dein Satz "Einfach zu zeigen und nicht davon zu reden." trifft absolut ins Schwarze - und nicht bloss im Zusammenhang mit unserer Thematik hier, sondern überall! Es bschämt mich, dass ich das hier jetzt lesen muss und es nicht selber geschrieben habe. :( Früher wäre ich das gewesen, die sowas schreibt und sich auch so verhält. Und irgendwie ist das in der ganzen Zeit immer mehr und mehr und tiefer und tiefer verschüttet worden. :(

    Wie passiert das, dass man immer weniger sich selber ist, wo fängt das an? Beim ersten Mal, wo man sagt "Hör auf damit, sonst bin ich weg!" und dann bleibt man trotzdem? Gibt es überhaupt einen solchen Moment?

    Ich muss noch viel mehr hier im Forum herumlesen, die Antworten auf so viele meiner Fragen liegen hier schon bereit.

    Nochmals herzlichen Dank, Dagmar, und liebe Grüsse,

    c.

  • Zitat von crevette

    .. aber ich wollte doch bloss die eine Chance kriegen! Die, dass es ohne Alkohol mit ihm und mir so wird, wie wir es uns eigentlich gewünscht hatten. :( Weisst Du, irgendwo kann ich es einfach immer noch nicht glauben, dass jetzt alles fertig ist. :cry:
    c.

    Erst mal Hallo!!! Will dich nicht zum Weinen bringen :oops: Genau diesen Gedanken kenne ich auch so gut.. aber wenn man mal nüchtern schaut, er wäre dann nicht mehr derselbe...ooops welche Wortwahl....Ich weiß, dass manche Beziehungen eben auch dann nicht mehr funktuionieren, wenn der Partner dann endlich trocken geworden ist.... :cry: es ist ein hartes Stück Arbeit,..wobei jede Beziehung in meinen Augen Arbeit ist..man sollte immer am Ball bleiben und an der Partnerschaft arbeiten, aber eine LZT ist ein gravierender Einschnitt und eine tiefe Erfahrung.. Manch verschüttete (zugeschüttete) Seite findet ihren Weg an die Oberfläche.. manche Eigenschaften kommen zu Tage..... vierlleicht paßt dieser Deckel dann nicht mehr auf den Topf..Man schaut seine Mitmenschen anders an...auch die Partzner müssen sich mit verändern...
    Ich weiß, dass ich bei Männern immer auf meiner Co-Seite angesprochen wuirde...dank meiner Therapie.. und manchmal gehe ich durch die Stadt und sehe einen vorübergehen...da weiß ich genau, dass er auch hohes Suchtpotential in sich trägt..vor der Therapie hätte ich ihn anziehend gefunden..jetzt nicht mehr..ich finde manche Männer attraktiv, die ich früher niemals wahrgenommen hätte..verstehst du was ich meine?
    Auch Dagmars worte kann ich nur unterstreichen.... :wink: wie wahr wie wahr...

    GvlG Tihaso

    co-abhängig...Sich auf den Weg machen - egal wie schwer er ist!!!

  • Hallo Tihaso!

    Du machst das ja hoffentlich nicht absichtlich mit dem zum Heulen bringen, oder?! :) Es war einfach so lieb, wie Du mir geschrieben hast.

    Das mit der Veränderung weiss ich, aber ich würde es einfach schrecklich gerne "ausprobieren" können, das meine ich mit der Chance. Vielleicht würde nichts mehr aus uns werden (es ist ja im Grunde genommen viel zu viel vorgefallen, als dass es noch weitergehen könnte...:( oder?), aber ich würde zu gerne die Chance haben, zu sehen, ob wir es ohne Alkohol schaffen könnten. Weisst Du, was ich meine? Und natürlich hätte ich die Hoffnung, dass es ohne Alkohol klappen würde... und ich würd ihn auch wieder haben wollen... schlimm... :(

    Aber eben, er müsste es wollen, nicht ich. :( Und da er ja schon einen Ersatz für mich gefunden hat, braucht er sich nicht mehr darum zu kümmern wie das so ist mit den Chancen, die ich mir wünsche. - Was das Loslassen und das sich nicht mehr für den anderen Interessieren angeht müsste ich mir eigentlich ein Beispiel an ihm nehmen, er macht das sensationell! :cry:

    Abschalten! Sowas gehört definitiv zu den Gedanken, die ich mir nicht machen sollte. Schluss für heute, ab ins Bett!

    Liebe Grüsse,

    c.

  • Liebe Crevette,
    mir geht es ebenso wie Dir, ich wurde ja ausgetauscht durch die nächste Co. Versuche Dir das weniger zu Herzen zu nehmen, sondern finde Deinen Weg für Dich. Ob es einen für Euch gibt zeigt sich später. Findet er den Weg aus der Sucht ist eine Co, wie evtl. seine jetzige, nicht "brauchbar".

    Bei mir lief es ja ebenso, alles was mir von Bekannten gesagt wurde konnte ich nicht glauben: eine Frau, die selber wohl ein niedriges Niveau habe (schon alleine deshalb weil sie ihren drei Kindern einen alkoholkranken vorsetzt), die Geschichte des Trinken mit Personen unter Niveau konnte und wollte ich auch nicht glauben. Scheinbar ist es aber so.

    Wie auch immer, diese Woche ist er wieder bemüht einen Draht zu mir zu bekommen (was ich mir bei Deinem auch vorstellen kann) und jetzt heisst es für mich nicht in alte Muster zu verfallen und meinen Weg beizubehalten. Die "andere" ist eigentlich NULL und NICHTIG - unsere Beziehung war keine Beziehung sondern kränkelte so und so. Wichtig ist nun für mich meinen Weg zu finden und meine Wünsche an den Partner zu definieren. Ist es er, der Ex, oder ein anderer oder keiner ist gar nicht so wichtig denke ich.

    Ich weiß für mich dass ich einen gleichwertigen Partner will der nicht vor Problemen davon rennt oder sie im Alk verschüttet. Ich habe keinen Bock auf provuzierte Streits um Gründe fürs Trinken zu geben. Ich wünsche mir Verlässlichkeit und Ehrlichkeit - alles Dinge, die mein Ex nicht erfüllen kann, selbst wenn er wollte, weil er nur eine verlässliche Partnerin kennt: Princessin Alk.

    Mein Ex hat bisher nicht geschnallt, dass er ein Problem hat - er scheint derzeit nur auf dem Trip sein wieder Kontakt zu mir zu wollen. Nun, da beisst sich aber die Katze in den Schwanz! Gestern wieder das übliche Spiel, auf das ich bis vor kurzem reinfiel: "Darf ich Dich in den Arm nehmen?". Da konnte ich nur sagen: "Nein, wenn es etwas zu sagen gibt, dann kannst Du das auch ohne Körperkontakt."
    Kann er nicht, den Mut hätte er vielleicht auch nicht mehr. Denn die Spiele, die früher funktionierten waren viel einfacher. Genau die gilt es für mich auszuschalten. Mein Ex konnte noch nie klar Wünsche, Erwartungen oder ähnliches verbal artikulieren. Sein Pech! Denn auch das sollte er lernen - am besten über eine Therapie. Wenn nicht, seine Sache, aber somit keine Möglichkeit mit mir eine Diskussion auf Basis von Spielen und Gefühlen zu beginnen.

    Ich will damit einfach sagen: er ist nicht so wichtig - Du bist wichtig. Seine "Neue" ist auch nicht wichtig sondern das was Du in einer Beziehung willst. Wenn Du Deinen Weg des glücklichseins findest lebst Du genau das vor, was er später für sich lernen kann .... wenn er will....

    Ich glaube nicht, dass unsere alkoholkranken dumm sind. Ab und zu dürfte ihnen auch auffallen: Uups, die hat eine Wohnung bekommen - warum ich nicht? Ups, der geht es gar nicht so schlecht - warum denn eigentlich? Ob sie es in dieser Klarheit erfassen, das weiss ich nicht, aber nur so können wir vorleben was pures Erleben ist, eventuell auch die Resultate daraus.

    Ich kenne Deine Gefühle nur zu gut, liebe Crevette, weil man auch verletzt ist und einfach denkt, er hat eine andere in die er verliebt ist - man wurde ausgetauscht, nach all den Jahren .... Aber ich denke für mich das anders betrachten zu müssen: da geht es um Sucht und darum, wie man ihr unbeobachtet nachkommen kann. Wir wurden unbequem weil wir sie konfrontiert haben, meiner hat sich daraufhin jemanden gesucht, die Alk ebenfalls mag. Gut, seine Sache, ob es ihm dabei besser geht kann nur er beobachten und spüren. Und eventuell durch selbige Spiele wie bei mir ertesten.

    Aber nicht mehr mit mir..... ich mag solche Spiele nämlich nicht, dann verzichte ich lieber auf diese "Liebe".

    Toi toi toi von Dagmar

  • Hallo Crevette,
    ja natürlich ist das keine Absicht..was denkst du denn ???
    Sieh die Geschichte mit der Chance, die du dir wünscht doch einmal so:
    Es erscheint dir verlockend, so auf eure Geschichte zu schauen.. du hängst mit deinen Gedanken einer Möglichkeit nach, die gar nicht besteht.. und dies gleich aus mehrerenm Gründen: zum einen, weil er nicht trocken ist (und auch nicht werden will zZt..zumindest) und zum Anderen, weil er eine andere hat..
    Selbst wenn er keine andere hätte, wäre es schwierig, die Beziehung wieder auf die Reihe zu kriegen.. Ich kenne diese Gedanken..sie machen ja unser Co-Wesen extrem aus....
    Unsere Gedanken, die du eben beschrieben hast "die Chance" kennen viele hier.. aber sie lenken dich davon ab, zu schauen, was wirklich da geschehen ist... und sie halten dich ab, für dich zu schauen... deine Gedanken drehen sich nämlich wieder um ihn...
    Ich weiß, dass ich auch jetzt nach fast nem ganzen Jahr Trennung ganz schnell an seiner Seite wieder in meine alten Muster fallen würde und das würde ihm nicht guttun und mir so wieso nicht... lass los... es tut weh, aber etwas, was wir mit Schmerzen tun, bleinbt uns present...
    Ich drück dich mal.. lG Tihaso

    co-abhängig...Sich auf den Weg machen - egal wie schwer er ist!!!

  • Liebe Tihaso (und alle anderen),

    klar, dass Du das nicht absichtlich machst, war nicht ernst gemeint der Spruch! :) Bin eben eine Heulsuse im Moment...

    Du sagst es: ich klammere mich an einer "Möglichkeit" fest, die es gar nicht mehr gibt. Ich weiss... :( Aber ich bin mit meinem Kopf eben meinen Gefühlen so meilenweit voraus, dass es immer und immer wieder beim blossen Wissen bleibt und das macht mich ganz verrückt! Ich könnte mich ohrfeigen dafür!

    Ich bin vom Verstand her sowas von weit voraus, dass ich ihn jetzt vor mehr als 2 Monaten auf die Strasse gesetzt habe (absolut konsequent, mitten in der Nacht, seinen Wohnungsschlüssel eingezogen, er musste im Büro, dann im Hotel übernachten) und irgendwie bin ich jetzt immer noch daran, diesem Verstand-Entscheid mit meinen Gefühlen nachzukommen. Weisst Du, wie ich meine? Als ob es mir gefühlsmässig zu schnell gegangen wäre und ich jetzt da auf der Strecke bleibe...

    Vielleicht war mein Leidensdruck irgendwie noch nicht gross genug, als ich mich getrennt habe? Klar war es nicht Hollywood-schön, aber wenn ich manche Berichte hier lese, dann fühle ich mich direkt beschämt, wie gut es mir immer gegangen ist. :( Aber dafür hänge ich vielleicht jetzt umso mehr an den positiven Aspekten, die es gab und kann mich nicht an den schlimmen Erinnerungen "festhalten"?

    Und wenn ich mich trösten oder aufmunter oder motivieren soll, indem ich es geniesse, Dinge zu tun, die ich vorher seinetwegen nicht tun konnte, dann klappt das nicht, weil ich seinetwegen bloss immer auf Dinge verzichten musste, die ich mit ihm zusammen tun wollte. :( Dinge, die ich alleine machen wollte habe ich immer schon machen können, da war er mir nicht im Weg und ich hab auch nicht seinetwegen darauf verzichtet. Da sind also durch die Trennung keine langersehnten Wünsche plötzlich greifbar nah, im Gegenteil. :(

    Vielleicht ist es mir einfach zu gut gegangen und darum kann es mir jetzt nicht besser gehen, als vorher??? - Macht das Sinn oder bin ich jetzt völlig durchgeknallt?

    Aber ich arbeite dran, meinen Gefühlen Beine zu machen, dass sie den Verstand irgendwann auch noch einholen können, ich geb mir wirklich Mühe. Ich hoffe bloss, dass ich damit kein Eigentor schiesse (huch, zu viel Fussball geschaut? :)) wenn ich jetzt nach negativen Infos über ihn suche, um mir bewusst zu machen, wie viel besser es mir ohne ihn geht. Ist das vielleicht auch gefährlich, weil ich ja dann doch immer noch auf ihn fokusiert bin? Hilfe, vielleicht ist das bloss die masochistische Version von Co???

    Vielleicht ist es auch einfach wieder einmal zu spät nachts. Ich hoffe, ich habe jetzt nicht zu viel Unsinn geschrieben, aber immerhin hat es gut getan. Hoffentlich nervt es nicht beim Lesen. :( Und im Voraus vielen Dank dafür, dass Du/Ihr es lest und mir vielleicht eine hilfreiche Antwort habt!

    Herzliche Grüsse,

    c.

  • GuMo crevette,
    ich weiß, wie dein Spruch gemeint wa r:wink:
    Bei mir läuft es aber genauso, ehrlich.. mein verstand ist auch viel weiter als meine Gefühle.. aber das konsequente Durchziehen hilft den Gefühlen nachzukommen....diese starke Ausprägung, sich gefühlsmäßig sooo schwer lösen zu können, sidn Anteile der co-Abhängigkeit... Auch ich kann sagen, dass es nicht "so schlimm" war wie bei einigen anderen..aber das ist Blödsinn ganz ehrlich.. egal ob sie schlagen oder schlafen.. (aggressiv oder depressiv sind)wir leiden als Co´s -jeder auf seine weise - schwer unter ihrem Handeln bzw. nicht handeln.. wir haben verlernt auf uns zu achten , haben se in unsren Fokus gezerrt und schauen immer wieder auf sie ..warum? Um nicht auf uns schauen zu müssen? Sind wir es nicht wert, dass wir für UNS sorgen?
    Ich weiß, dass man manchmal die Gedankenmühle nicht stoppen kann und selber als Wind in die Flügel bläst, aber wenn du dir das immer wieder bewußt machst, wird es auch bald nicht mehr so weh tun und du bist immer schneller in der Lage, dich wieder auf dich zu konzentrieren.... :wink:
    Wie gesagt, du bist damit nicht allein.. du hast genau meine Gefühlswelt beschrieben... wie sie jetzt nur nochin einem kleinen Eckchen stattfindet.. hätte ich auch voriges Jahr nie gedacht...da war es ja noch mein ganzes ICH...schreibe wann immer es arg wird.. und selbst wenn mal keine Antwort kommt, dann hast du den Ballast von der Seele..
    Ach ja mir haben ie Bücher von Dr Kolitzus sehr geholfen ...ein Tipp von ihm ist, schreib alles auf, alles was deine festplatte belastet.. denk mal drüber nach, du kannst bestimmt auch 100 Situationen abrufen, die elendig endeten oder Aktivitäten die nicht stattfanden, wegen seines Trinkens.. schreib die mal auf.. hab ich eine zeitlang (es waren 5 Din-A4 seiten) immer bei mir gehabt und wenn die Gedankenmühle kreiste, hab ich gelesen....

    Alles Lieb.. wir müssen zur Schule ist Tag der offenen Tür..Kleine hat Unterricht.. Bis später und fühl dich mal lieb gedrückt.. T

    co-abhängig...Sich auf den Weg machen - egal wie schwer er ist!!!

  • Mit jeder Beständigkeit zu derer ich fähig war bin ich ein Stück gewachsen. Mittlerweile kann ich aus Gesprächen oder anderem aussteigen und sagen "das habe ich nicht nötig" ohne Groll, ohne Wut, und schlafe danach dennoch ruhig ein. Das wäre früher nicht denkbar gewesen. Mir geht es immer noch nicht gut, aber ich spüre mit jeder Faser meines Herzens dass der Verstand langsam auch mein Herz erreicht. Das ich spüre und sage "das oder so will ich es nicht". Dabei aber nicht mal mehr Wutgefühle empfinde so wie früher. Einfach nur neutral feststelle, das will ich nicht. Nicht mehr und nicht weniger.

    Denn ich denke wirklich damit beginnt alles. Sich selber nah zu sein und für sich zu entscheiden was akzeptabel ist und was nicht. Das, was nicht akzeptabel ist, dem muss ich persönlich aus dem Weg gehen. Und zwar bevor eine Verletzung an mir erfolgt. Ich muss gehen, ich muss für mich entscheiden, ich muss mich dabei spüren - denn durch genau das spüren kann ich bei mir selber manche Eskalation verhindern. Und dadurch auch meinen Schmerz.

    Es geht alles sehr langsam, mir selber auch viel zu langsam, aber es geht.... langsam Stück für Stück. Immer mal wieder stellt sich Trauer ein, immer mal wieder leuchtet ein HOffnungsfunke auf, aber immer versuche ich bei mir selber zu sein und zu allerst (vor vermeintlicher HOffnung oder Trauer) auf mich selber zu achten.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Verflixt, ich hab so einen guten Tag gehabt, lange ausschlafen und nicht gleich schon beim Aufstehen geheult, obwohl ich von ihm geträumt habe; Shopping und auch nicht geheult, als ich mir ein hübsches Kleid für die Hochzeit eines Freundes gekauft habe (zu der mein Mann auch eingeladen ist... weiss nicht, ob ich hingehe...); Kaffee mit einem Kollegen und auch da nicht geheult, wir haben über meinen Mann gesprochen und es hat mir nichts ausgemacht! Alles wirklich super, schon fast zu "fortschrittlich".

    Und da komme ich nach Hause und finde die Geburtsanzeige des ersten Kindes von guten Freunden - und schon heul ich wieder und will einfach nur die Chance haben!!! :cry: Und das bin ICH. Und da bin ich ganz nahe bei mir selber. Und was nicht akzeptabel ist, das ist die Situation jetzt, aber genau der kann ich ja nicht aus dem Weg gehen! :cry: Ich weiss schon Dagmar, das hast Du anders gemeint, aber ich hab eben nicht mehr die direkte Konfrontation, in der ich mich so abgrenzen könnte und irgendwie macht es das auch nicht einfacher. :(

    Schreiben, schreiben, schreiben... ich versuche es mal mit der Liste der katastrophalen Begebenheiten, die Du mir vorschlägst, Tihaso, vielleicht hilft das weiter. Und dann schau ich auch mal nach Literatur von Dr. Kolitzus, hab schon darüber gelesen, homepage angeschaut, aber die Bücher müsste ich mir noch bestellen. Und hier schreibe ich auch. Sowieso. :)

    So, genug geheult, liebe Grüsse,

    c.

  • Ach Crevette,
    das ist doch nur logisch, dass es uns immer mal wieder umhaut. Mal sind wir stark, dann wieder schwächer, auch da sind wir bei uns. Nur versuche ich für mich zu realisieren, warum ich gerade jetzt schwach und traurig bin, was diese Wirkung hervorrief und oftmals komme ich dann wieder auf den Kern "ich hätte doch so gerne...."

    Crevette, ich kann nur von mir sprechen und davon, wie rasend schnell es gehen kann bis die Person, von der man meinte man liebe sie, in einen schon ekelerregenden Zustand gerät. Trotz Zahnbehandlung kein Zähneputzen, duschen, nur dann wenn er mich um den Finger wickeln will, mir haben Nachbarn erzählt er würde in der einen Hand eine Flasche Bier halten, in der anderen das Schweißgerät. In der einen Hand die Farbdose, in der anderen die Flasche Bier. Nie hätte ich das noch vor zwei Monaten für möglich gehalten. Aber es scheint rasend zu laufen, dass Prinzessin Alk die Kontrolle über ihn erlangt hat.

    Ich habe einfach ein bischen Angst, liebe Crevette, dass Du ebenso blind bist wie ich. Wohl ist das alles für mich heilsam. Aber ehrlich gesagt, schön finde ich nicht, dass meine "Sehnsucht" nun umgewandelt wird in Ekel und fast Abscheu. Sicher ist es für mich heilsam. Aber Crevette, alle die Lügen, die einfach für einen Suchtkranken an der Tagesordnung sind, die tun uns nicht gut. Vermutlich entdecken wir sie schneller als der Suchtkranke. Denn in meinem Fall muss ich sagen, diese Lügen sind recht leicht als solche zu überführen. Aber genau das lässt mich dann in gewissen Momenten an allen Menschen zweifeln. Und das ist so unfair! Die meisten Menschen sind nämlich ehrlich und das schlimmste, was ich mir antun könnte wäre sein Verhalten auf andere Menschen zu projezieren.

    Mein Leben wurde und wird begleitet von ganz vielen wunderbaren Menschen. Alle Verletzungen eines Suchtkranken kommen aber in meinem Herzen an und es ist für mich persönlich höchste Eisenbahn mich nicht mehr solchen Geschichten auszusetzen um nicht so zu werden, wie ich nicht sein will.

    Glaub mir, ich kann mich nur zu gut in Dich reinversetzen. "Ich bin einfach noch nicht so weit" wirst Du sagen oder "es tut mir einfach noch zu weh" oder "ich kann ihn noch nicht loslassen" oder "wenn er doch nur ...." Alles auch meine Gedanken, die ich mal hatte. Eingebunden in Trauer, Wut und Enttäuschung. Vor 6 Wochen war noch jeder Tag von Tränen durchzogen und ich dachte das Leben ist sinnlos. Heute, nach 6 Wochen gibt es keine Tränen mehr, vermutlich kaum mehr Wut oder Enttäuschung (so hoffe ich) weil ich keine Erwartungen mehr an ihn habe.

    Ich habe Erwartungen an mich und mein Leben, und die gilt es zu erfüllen so gut ICH Kann. Nur dadurch ist es mir gelungen zu ihm den Abstand zu bekommen, der meinen Tränen verhindert. Nur dadurch ist es mir gelungen klarer zu sehen und mich durch Lügen nicht mehr einlullen zu lassen. Auch bei mir gibt es Rückschritte, keine Frage - aber alles stehe auf einem Level, welches mir ein Überleben möglich macht. Noch vor 6 wochen wollte ich nicht mehr leben, weil ich dachte alles bricht zusammen. Job weg, Haus weg, Partner weg - alles in Asche...

    Jetzt aber will ich es dem Phönix gleichtun, aus der Asche neue Welten bauen - meine Welten!

    Pass gut auf Dich auf! Sei schneller als ich.....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Guten Morgen ihr 2...
    Dagmar : Wir shen, worauf es hinaus laufen kann.. aber hätten wir deshalb schneller die Reißleine gzogen? Wir mußten auch unseren persönlichen Tefpunkt erreichen..wie der Alkoholiker...nicht wahr???
    Ich glaube, Crevette spiegelt die Ambivalenz eines Co´s sehr gut.. diese Berg-und talfahrt wird irgendwann kürzere Anstiege raufbrettern und dann wird der Magen auch nicht mehr so umgekehrt.. es wird beser werden.. und auch kleine Rückschritte werfen nicht mehr so aus der BAhn..

    crevette : Zum einen, vielleicht kommt er nicht zu der feier (vieleicht hat er sich dann so weit abgeschossen..) oder er kann private Termine nicht mehr koordinieren...versuch dies vorher zu klären... aber wenn dir noch andere Gründe sagen, ich möchte nicht zu der Feier(Bekannte, die nach ihm fragen..usw. ) dann geh nicht..
    Die Geburtsanzeige hat dir wieder mal vor augen geführt, dass du eigentlich eine kleine heile Familie wolltest..stimmts?! Ich habe mit ihm 2 Kinder...hatte damals die kranke Vorstellung, dass die Kinder ihm zeigen werden, dass es ein lebnswertes Leben ohne Alk gibt...und was ist nun? 2Kinder leiden unter dem Suff des Vaters :cry:
    Glaube mir, es hat irgendwie auch alles seinen Sinn..wer weiß, was das Leben noch bereit hält für dich?? Wenn dein Leben in gesündere Bahnen läuft und du diesen Lebensabschnitt verarbeitet hast, wirst du auch offen werden für neue Lebensziele....

    Ganz sicher ... lG Tihaso

    co-abhängig...Sich auf den Weg machen - egal wie schwer er ist!!!

  • liebe Tihaso, dürften selbige sein wie beim Alkoholiker. Der Punkt sich selber nicht mehr belügen zu wollen und zu können und festzustellen "Mir geht es schlecht" ich muss etwas für mich verändern.

    Die Reißleine konnte ich tatsächlich erst ziehen, als mein unmittelbares Leben in Gefahr stand. Ehrlich gesagt, ich sterbe gerade tausend Tode, dass eine seiner Aktionen noch jetzt in den letzten Wochen mir Schaden bringt. Immer hatte ich Angst wegen seiner ungesetzlicher Aktionen, aber ich denke, ich habe das alles im Sinne von "Kopf in den Sand stecken" nicht wahrhaben wollen.

    Ja Crevette, ich glaube, dass ist etwas was ich gut konnte: die Augen zumachen! Wäre mir sonst entgangen wie fertig er ist? Wäre mir sonst nicht der Gedanken um mein eigenes Überleben gekommen?? Hätte ich mit wachen Augen zugesehen, dann wäre ich ausgestiegen um mein Leben nicht zu verlieren. Ich hatte keine wachen Augen - deshalb habe ich nun eine neue Brille ;) Denn nun brauche ich - wie auch DU - den klaren Durchblick.

    Am liebsten würde ich jemandem, der in Deiner Lage ist ZUSCHREIEN - Achtung, der Abfall kann ganz schnell kommen. Vielleicht täusche ich mich ja, aber ich habe in meinem persönlichen Fall das Gefühl, dass sich quasi im 4-Wochen-Rhytmus die Alkoholmengen steigern, die Gefühle sich nun quasi stündlich ändern und die Ängste des Alkoholkranken nun geradezu in "krankhafte" Richtungen gehen - trotz der angezeigten Überheblichkeit.

    Leute, lasst Euch nicht so überrennen wie ich es tat. Macht um Gottes willen die Augen früher auf! Ich stehe oft nur noch mit offenem Mund da weil ich gar nicht raffe, wass innerhalb von ein paar Tagen zu passieren scheint. Fast, aber nur fast, würde ich beginnen mich zu fragen ob ich nicht vielleicht falsches interpretiere. Dann fällt mir ein, "Halt, diese Geschichten von Schweißgerät in einer Hand und Bierflasche in der anderen" kommt von Außenstehenden. Ach Crevette, wir wissen doch gar nicht, in welche Probleme diese Menschen sich hineinmanövriert haben und wir vielleicht mit gefangen sind.

    Schau Crevette, ob diese Alkoholiker am Arbeitsplatz schon auffielen wissen wir nicht - ob sie vielleicht schon Abmahnungen erhalten haben wissen wir nicht - ob sie vielleicht gesundheitlich mit Hepatits herumdoktorn wissen wir nicht, viele meiden ja einen Arzt. Es gibt so viele Gefahren, den wir uns aussetzen - uns das obwohl wir oft um die Gefahren wissen.

    Halt Dich tapfer,
    lieben Gruß von Dagmar

  • Genau so ist es Dagmar...
    jeder muss eben seinen Tiefpunkt slebst erreichen....
    Ich blicke auch manchmal zurück und bin fassungslos über meine Blindheit.. aber nun ich kann daran nichts mehr ändern, aber ich kann für die zukunft doch die Weichen anders stellen und für mich sorgen, dass ich nie wieder selber so tief sinken muss..dabei hilft mir meine therapie ..und auch meinen Kindern hilft dabei eine therapie...
    LG Tihaso

    co-abhängig...Sich auf den Weg machen - egal wie schwer er ist!!!

  • Hallo crevette!

    Ich kann dich so gut verstehen, wenn du schreibst, dass dein Verstand deinem Herzen um Meilen vorraus ist!!!
    Ich habe auch immer wieder das Gefühl (gerade in seiner Nähe), dass mein Kopf zwar die Richtung angibt und ich jetzt mittlerweile auch (endlich) danach handle *einbisschenstolzbin*, aber mein Herz irgendwo weit hinterher hinkt... :(
    Das tut weh!
    Ich kann mich dann manchmal auch gar nicht leiden - das müssen wir wohl erst lernen!
    Den Tipp von Tihaso finde ich übrigens ganz klasse, einfach mal alles aufzuschreiben, was DU nicht mehr für dich willst! Und das in so heiklen Momenten nochmal alles vergegenwärtigen...!
    Ich habe gestern abend so was Ähnliches gemacht. Ich habe einen Brief an "ihn" geschrieben! Den wird er wohl nie bekommen, weil ich ihn eigentlich für mich geschrieben habe... Aber es hat gut getan!
    Ich habe ihm auch geschrieben, dass meine ablehnende Haltung ihm gegenüber momentan als reiner Selbstschutz dient, um mich nicht wieder manipulieren, weichkochen, um den Finger wickeln zu lassen!
    Das könnte ich ihm nämlich zur Zeit auf keinen Fall sagen, eben weil meine Gefühle für ihn jetzt einfach tabu sind!
    Ich will mich nicht mehr leben lassen!
    Und ich will auch nicht mehr diskutieren!
    Meine Gefühle sind okay, das weiß ich jetzt! Und deine sind es auch!!!
    Aber lass da keinen mehr drauf rumtrampeln! Das hast du nicht verdient!
    Wirst sehen dein Herz wird auch irgendwann bei deinem Kopf ankommen, da bin ich mir ganz sicher! Lass deinem Herzen die Zeit, die es dazu braucht!
    Und bis dahin lass es dir mal richtig gut gehen, verwöhn DICH!

    Liebe Grüße,

    fish

  • Hallo fish, Tihaso und Dagmar!

    Ihr seid einfach grosse Klasse! (So, das musste jetzt einmal gesagt sein!) Vielen Dank für Eure Unterstützung!

    Heute war kein guter Tag, ich hab wieder einmal kräftig im Selbstmitleid gebadet. :( Sollte mich schämen dafür! Und dafür, dass ich mir wünsche, dass er auch so rapide "abstürzt", wie Du es beschriebst, Dagmar; und ich hoffe das nur einerseits darum, weil er dann vielleicht seinen Tiefpunkt erreicht und endlich was unternimmt... andererseits hoffe ich es, weil ich jetzt plötzlich Angst habe, dass er es jetzt ohne mich (bzw. mit der anderen?) schafft einfach so aufzuhören. Wenn das nicht krank ist?!!! :cry: Argh! Mich sollte man ausstopfen und als Co Prachtsexemplar ins Museum stellen! :)

    Und klar, Tihaso, wenn wir eine Familie wären und jetzte auch noch Kinder unter der Situation zu leiden hätten wäre das ja ungleich viel fataler! (Ich stimme Dir übrigens auch absolut zu bei dem was Du in Deinem Thread geschrieben hast bezüglich der Verantwortung den Kindern gegenüber, die sich nicht sleber schützen können!!!) Aber es tut mir trotzdem furchtbar weh. :(

    Im Moment bin ich irgendwie einfach doppelt bescheuert: zum einen will ich ihn loslassen können (naja, wollen... ich weiss, dass ich muss, "Wollen" würde sich anders anfühlen...) zum anderen habe ich schrecklich Angst, ihn zu verlieren. Also ihn dadurch zu verlieren, dass er selber nicht mehr zu mir zurück will. Das ist doch sowas von bescheuert!!! Und er ist mir ja schon davongelaufen, was mach ich mir denn da noch vor?! Ach die ganze Situation ist so zum Kotzen. Sorry! :( Er war jetzt wieder bei der anderen Frau, morgen kommt er aus dem Urlaub bei ihr zurück und das macht mir zu schaffen, darum der miese Tag heute. :( Ich bin so blöd, so saublöd!

    Ich lass Euch jetzt, heute schreib ich nix taugliches... Nochmals mit vielem Dank und lieben Grüssen,

    c.

  • Glaubst Du nicht manch eine von uns - ich ganz sicher - hat sich schon mal überlegt, wie das Gefühl wäre wenn man selber über Jahre gerne etwas hätte verändern wollen es aber nicht schafft und dafür Wildfremde dafür sorgen dass der Suchtkranke etwas kapiert.

    Aber überleg mal: wir sind ja gar nicht neutral - wir wurden doch so verletzt und selber so auf Hab-Acht und Misstrauensstellung dass wir gar nicht geeignet wären diesen Weg mit einem Suchtkranken zu beginnen. Genau dafür gibt es ausgebildete Therapeuten, die die Muster kennen, die nicht wie wir einfach wieder von Schema A in Schema B fallen. Eben deshalb sind solche neutrale Personen gute Anleiter um trocken zu werden. Wir nicht - wir sind weder neutral noch geschult - noch selber ganz gesund, auch wenn wir es wohl werden :)

    Genau deshalb ist es ja so wichtig, dass wir uns selber finden. Genau darin liegt ja - irrigerweise - die einzige Chance jemals ein miteinander zu finden. Co und Süchtler bringen sich gegenseitig um, krass gesagt. Wenn aber einer die Reißleine zieht, dann muss der andere sein Verhalten ändern. Egal, ob er eine neue Co sucht oder sich ändert - aber das alte Schema ist nicht mehr anwendbar. Es müssen neue Regeln gefunden werden.

    Warum wegen Selbstmitleid schämen? Wir haben mit uns spielen lassen und haben duldsam gelitten, es uns angetan und nun kann uns eine Portion gesundes Selbstmitleid helfen das in Zukunft abzustellen!

    Hm, der Absturz - auf der einen Seite meine Chance zu sehen, wie wichtig es ist ganz schnell zu gehen. Natürlich auch so ein Gefühl von "schau was aus Dir werden könnte". Aber ehrlich gesagt, je mehr Abstand ich bekomme desto schauriger wirkt das ganze Intermezzo. Dieser ganze schnelle Abstieg, nach dem es aussieht - wer weiß vielleicht ändert sich das - bringt mich in ungeahnte Gefahren.

    Letzte Woche gab es eine Nacht, da schlief ich mit dem Handy in der Hand und der eingespeicherten Notrufnummer im abgeschlossenen Zimmer - Joggingklamotten um im Notfall aus dem Fenster zu entweichen. Gut, es passierte nichts, aber ich spüre eine latente Gefahr - je nach Verfassung. Somit ist sein Absturz nur eine Gefahr für mich - also keinesfalls etwas durch das ich Schadenfreude empfinden kann oder ähnliches. Es trifft mein Leben, es berühert meine Angst, es macht mir Angst und ich bekomme Angst weil ich so blind war und übersehen habe was passieren kann.

    Weißt Du liebe Crevette, auch dieses Absturzverhalten ändert nichts an der Krankheitseinsicht. Denn noch läuft für ihn alles ganz normal: zwar habe ich mich von ihm getrennt, lebe aber noch hier. Ich lasse den Schornsteinfeger ein und bin präsent - auch wenn es nur zum Streitversuch ist - ich bin da, und somit hat er ja immer noch das Gefühl "es wert zu sein, dass man mit ihm zusammenlebt". Bei uns ist alles getrennt, aber er ist nicht alleine im Haus. Er hat quasi für sich immer noch die Chance, seine Spiele zu spielen, leicht zu verändern und einfach noch das Gefühl etwas unter "Kontrolle" zu haben.

    Ich bin ehrlich gesagt gespannt und ängstlich, wenn ich daran denke was passiert wenn es an den Umzug geht, bzw. die Tage danach, weil ich nicht alles aufeinmal mitnehmen kann, auch wegen der Tiere.

    Zwar werde ich bemüht sein, hier nur tagsüber zu sein wenn er arbeitet und da alles abzuwickeln, aber ich denke, das alles war es noch nicht, ich erwarte da noch eine Menge neuer Drehbücher wenn der Umzugstag da ist und das danach vor der Türe steht.

    Lieben Gruß von Dagmar

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